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Heute — 03. Februar 2026

Drohende Gasmangellage – Wette ohne Netz und doppelten Boden

03. Februar 2026 um 09:02

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Fragt man die Bundesregierung oder die zuständige Bundesnetzagentur nach der Lage der aktuellen Gasversorgung in Deutschland, demonstrieren diese maximale Gelassenheit. Ja, die Speicher seien vergleichsweise leer, aber das sei überhaupt kein Problem, da heute – anders als zu Zeiten der „Abhängigkeit von russischem Gas“ – ja alles anders sei. Man habe heute LNG-Terminals und Importmöglichkeiten aus dem europäischen Ausland. Das ist zwar richtig. Sollte der Restwinter jedoch kalt werden, wird dies nicht reichen. Man hat die Versorgungssicherheit den Märkten überlassen und die haben einmal mehr versagt. Nun hat man ein System ohne Sicherheitspuffer. Hoffen wir, dass der Winter mild zu Ende geht und vielleicht sogar ein Umdenkprozess einsetzt. Von Jens Berger.

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Wie ernst ist die Lage?

Um die Versorgungssicherheit nach Verhängung der Sanktionen gegen Gasimporte aus Russland zu gewährleisten, gilt seit dem 30. April 2022 ein „Gasspeichergesetz“, das Mindestmengen für die Befüllung der deutschen Gasspeicher festlegte. So sah die ursprüngliche Version für den 1. November einen Minimalfüllstand von 95 Prozent und für den 1. Februar 40 Prozent vor. Da Deutschland vergleichsweise gut durch den ersten – jedoch auch milden – Winter ohne größere russische Gaslieferungen kam, wurden diese Werte später teils außer Kraft gesetzt, teils gesenkt. Aktuell gelten für November unterschiedliche Zielvorgaben je nach Speichertyp (dazu später mehr) und für den 1. Februar gilt ein Zielwert von nur noch 30 Prozent. Diesen Wert haben die deutschen Speicher – wenn auch denkbar knapp – mit 31,97 Prozent trotz des in diesem Jahr vergleichsweise kalten Winters eingehalten. Besteht also kein Grund zur Sorge, wie die Bundesnetzagentur gebetsmühlenartig behauptet? Oh, doch.

Dazu zunächst die Durchschnittswerte aus dem Januar. Im Schnitt importierte Deutschland jeden Tag inkl. der LNG-Lieferungen 3.090 GWh Gas. Zum Vergleich: Im „Vorkriegswinter“ 2021/2022 waren es im Schnitt noch 2.000 GWh mehr. Die eigene Förderung ist mit 89 GWh pro Tag eher zu vernachlässigen. Im Januar haben Haushalte, Gewerbe und Industrie pro Tag im Schnitt 4.210 GWh Gas verbraucht. Zwischen Import sowie Förderung und Verbrauch gibt es also eine Differenz von etwa 1.000 GWh pro Tag. Das allein wäre kein Problem, entspricht der derzeitige Füllstand der Speicher von 31,97 Prozent doch rund 81.000 GWh, was bei gleichbleibenden Ein- und Ausspeisungen bis in den Frühling reichen würde. Deutschland importiert jedoch nicht nur Gas, es exportiert es auch – vor allem in die Länder (Tschechien, Polen, Österreich), die früher besonders viel russisches Gas bezogen, aber nun dank der Sanktionen über Deutschland aus den gleichen Quellen versorgt werden, aus denen auch Deutschland sein Gas bezieht. Die Exporte betrugen im Januar im Schnitt 858 GWh pro Tag, was die Differenz auf exakt 1.889 GWh pro Tag erhöht. Rechnet man mit dieser Zahl und gleichbleibenden Parametern, wären die deutschen Speicher am 16. März komplett leer.

In der Branche kalkuliert man übrigens mit dem 1. April als Ende des „Versorgungswinters“ – erst dann können bei „normalem Wetter“ die Speicher wieder gefüllt werden, weil weniger verbraucht als ins Netz eingespeist wird. Mit anderen Worten: Wenn die nächsten Wochen genau so kalt wie der Januar werden und keine Verbraucher vom Netz getrennt werden, reichen die Gasvorräte nicht aus, um eine Versorgung bis zum Ende des Winters zu gewährleisten.

Was ist von den beschwichtigenden Erklärungen der Regierung zu halten?

Nun heißt es seitens Regierung und Behörden aber, dass die Annahme, die Parameter seien konstant, nicht zutreffend sei. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu Folgendes:

Die Versorgungslage hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Deutschland verfügt über unterschiedliche Importmöglichkeiten. Gasmengen können über Pipelines (insb. aus Norwegen) sowie über LNG-Terminals importiert werden. Außerdem hat Deutschland in den vergangenen Jahren die Gasflüsse von einem sogenannten Ost-West-Fluss auf einen Nord/West-Ost-Fluss umgestellt, sodass weitere Importmöglichkeiten über Frankreich und Belgien erschlossen worden sind. Deutschland ist eng in das europäische Gasverbundsystem integriert, was flexible Gastransporte ermöglicht. Der europäische Energiebinnenmarkt ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Gas. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.

Gehen wir die Punkte doch einmal durch. Fangen wir mit den Importmöglichkeiten an. Richtig ist, dass Norwegen in den letzten Jahren Russland als mit Abstand größter Gaslieferant für den deutschen Markt ersetzt hat, und richtig ist auch, dass die vorhandenen Pipelines große Importmengen gewährleisten. Laut Planungsunterlagen sind dies max. 1.537 GWh pro Tag. Das entspricht den russischen „Vorkriegslieferungen“. Das Problem: Diese Maximalkapazität wird bereits jetzt voll ausgereizt. Allein Deutschland bezog im Januar im Schnitt 1.359 GWh pro Tag aus Norwegen. Die genaue Zahl, wie hoch der Anteil norwegischen Gases bei den Mengen ist, die Deutschland rechnerisch exportiert, bei denen wir also nur Transitland sind, ist nicht exakt in Erfahrung zu bringen. Jedwede Puffer gibt es hier jedoch nicht.

Derzeit liefert Norwegen bereits so viel Gas, wie bei bestehender Infrastruktur möglich ist. Sollte es übrigens Probleme auf den norwegischen Feldern oder an den Pipelines geben, wäre dies auch ohne Wetterverschärfung eine einzige Katastrophe. Heißt es doch, Deutschland sei früher abhängig von russischem Gas gewesen, muss es heute heißen, Deutschland ist ohne Wenn und Aber abhängig von norwegischem Gas. Es existieren keine Puffer und Alternativen in dieser Größenordnung. Ganz ähnlich sieht es übrigens mit den übrigen Lieferanten für Pipelinegas aus. Auch die Leitungen aus den Niederlanden und Belgien sind an bzw. kurz vor der technischen Maximalauslastung.

Wie sieht es mit den anderen Ländern aus? Es müssen ja nicht zwingend „frisch“ geförderte Gasmengen sein. Im Spannungs- oder gar Notfall könnte Deutschland ja auch Gas aus den Speichern seiner Nachbarn beziehen. Das stimmt. Für die Niederlande und Belgien gilt jedoch, dass es dafür nicht nur keine Leitungskapazitäten gibt, sondern dass die beiden Länder auch mit 25 bzw. 31 Prozent ähnlich niedrige Füllstände wie Deutschland aufweisen. Frankreich ist übrigens auch keine echte Alternative, sind dort die Speicher mit 30 Prozent doch ähnlich leer und hinzu kommt, dass Frankreich ohnehin nur ein geringes Speichervolumen hat. Polen hat auch nur vergleichsweise geringe Speicher, die jedoch mit 64 Prozent erstaunlich voll sind. Kein Wunder, das Gas fließt ja auch in der umgekehrten Richtung von Deutschland nach Polen. Ist eine „Rückwärtsversorgung“ möglich? Technisch ja, politisch ist das wohl eher unwahrscheinlich. Bleiben zwei Länder, die vergleichsweise große Speicher haben, die zudem zurzeit auch gut gefüllt sind – Österreich (45 Prozent) und Italien (57 Prozent), die in Summe rund doppelt so viel Gas wie Deutschland gespeichert haben. Das Problem ist hier jedoch, dass es keine ausreichenden Leitungskapazitäten für eine Versorgung Deutschlands aus dem Süden gibt. Über den „Hochleistungsimportpunkt“ Oberschlauersberg könnte Deutschland theoretisch maximal 144 GWh pro Tag aus Österreich oder Italien importieren. Das könnte für die südlichen Teile Bayern als Notversorgung reichen – mehr aber auch nicht.

Kommen wir zum LNG und damit zum großen Fragezeichen. Korrekt ist, dass es beim LNG-Import zumindest auf dem Papier in der Tat noch freie Reserven gibt. Rein theoretisch könnte Deutschland rund 1.000 GWh LNG pro Tag einspeisen, zurzeit sind es „lediglich“ rund 400 GWh. Die große Frage ist hierbei jedoch, wo dieses Gas herkommen soll. Weltweit sind die großen LNG-Lieferströme über Festverträge oder Warentermingeschäfte bereits lange im Voraus gebucht. Zusätzliche Mengen könnte man sicher zu Mondpreisen auf dem Spotmarkt kaufen – bis die Tanker an den Terminals in Nord- und Ostsee ankommen, könnte dies jedoch zu spät sein. Da die Umwandlung von Flüssiggas in gasförmiges Erdgas zudem bei niedrigen Außentemperaturen weniger effizient ist, stellt sich die Frage, wie hoch die realistische Maximaleinspeisung überhaupt ist. In jüngerer Vergangenheit konnten an keinem Tag mehr als 510 GWh eingespeist werden. Realistisch ist hier also ein Puffer nicht mehr als maximal 200 GWh vorstellbar. Das würde im oben genannten Szenario das Leerlaufen der Speicher aber auch nur um ein paar Tage hinauszögern.

Der „grenzüberschreitende“ Gashandel, auf den die Bundesnetzagentur so stolz verweist, ist nun einmal für den Normalzustand ausgelegt. Um mitten im Winter unabhängig von den Speichern die Volkswirtschaft zu versorgen, reichen die Kapazitäten hier nicht einmal im Ansatz.

Wovon die Behörden nicht sprechen

Mindestens ebenso spannend wie die vagen, teils unzutreffenden Aussagen der Bundesnetzagentur ist das, was sie nicht sagt. Implizit suggeriert man bei der Thematik ja immer, dass die Speicher im Notfall tatsächlich bis zum letzten Kubikmeter Gas geleert werden können. Doch das ist technisch gar nicht möglich. In Deutschland gibt es Kavernen- und Porenspeicher. Sind erstere relativ unproblematisch, sind Porenspeicher nicht dafür konzipiert, in akuten Kältewellen sehr schnell sehr große Mengen Gas abzugeben. Hinzu kommt, dass die Abgabeleistung mit fallendem Füllstand sinkt. Man kann sich das so vorstellen: Je niedriger der Füllstand, desto niedriger der Druck in einem Porenspeicher, desto niedriger die maximale Entnahmeleistung. In Studien wird hier eine Grenze bei einem Füllstand von rund 20 Prozent genannt – ist der Füllstand unter dieser Marke, kann das Gas nur noch sehr langsam abgegeben werden.

Dumm nur, dass sowohl in Deutschland als auch bei unseren Nachbarn die größten Speicher eben jene Porenspeicher sind. Der größte deutsche Speicher ist das UGS Rehden und hat derzeit einen Füllstand von 9,41 Prozent. Mehr als rund 0,2 Prozent lassen sich den Daten zufolge derzeit aus diesem Speicher nicht entnehmen. Der größte Speicher Europas ist das UGS Bergermeer, der derzeit bei 26,41 Prozent steht, sich aber täglich zwischen 0,5 und 1,0 Prozent leert, also bereits in wenigen Tagen nicht mehr mit voller Leistung ins Netz einspeisen kann.

Wenn also der Gasverbrauch auch in den nächsten Tagen und Wochen deutlich über den Importen liegt, dürfte dies auch dazu führen, dass die leistungsfähigeren Kavernenspeicher einen Großteil der Differenz ausgleichen und sich dementsprechend schnell leeren könnten. Der Gasnotstand – also der Tag, an dem der Verbrauch nicht mehr durch Einspeisungen ins Netz gewährleistet werden kann – könnte also bereits lange vor dem Tag kommen, an dem alle Speicher physisch leer sind.

Was sind die Gründe für die prekäre Lage?

Ein flexibles Versorgungsnetz mit vielen unterschiedlichen Importoptionen – das hört sich doch gut an. Und den Rest erledigen die Märkte. Prima. In der Theorie ist das auch so. Die Gasversorgungsinfrastruktur ist aber speziell. Wie oben dargelegt reichen die Kapazitäten in der Heizperiode im Winter nicht aus, um den Verbrauch synchron durch die Gasimporte zu decken. Man muss also in den warmen Jahreszeiten Vorräte einbunkern, die in den kalten Jahreszeiten die Differenz ausgleichen. Privatwirtschaftliche Akteure machen das freilich nur, wenn es sich rechnet. Und genau das war in den letzten Jahren mit ihren recht milden Wintern nicht der Fall. Angebot und Nachfrage.

Hinzu kommt, dass die Gasabnahme sich durch die Energiewende verändert hat. Deutschland ist raus aus dem Atomstrom und hat die Kohlestromkapazitäten zurückgefahren. Gaskraftwerke haben nun die wichtige Funktion, vor allem nachts und bei wenig Wind die Lücken zu füllen, die Photovoltaik und Windenergie aufreißen. Das ist ja technisch auch machbar, hat jedoch Folgen für den Gaspreis. Durch die vor allem durch die Stromerzeugung geänderten Abnahmeprofile für Gas ist in den letzten Jahren das „klassische Geschäftsmodell“ der Unternehmen weggefallen, die Gas einspeichern. Im Sommer ist das Gas heute nicht mehr so preiswert, in milden Wintern nicht mehr so teuer. Die Folge: Da das Geschäft nicht mehr so lukrativ ist, speichert man halt weniger Gas ein. Und was hat die Regierung gemacht? Sie hat die einst recht restriktiven Richtlinien aufgeweicht und aus den gesetzlichen Mindestvorgaben lasche Zielwerte gemacht.

Es kam, wie es kommen musste. Zu Beginn der Heizperiode im November waren die deutschen Speicher nicht wie sonst mit 90 Prozent, sondern nur mit 75 Prozent gefüllt. Diese 15 Prozent machen nun den Unterschied. Offenbar hat man zudem die eigenen Prognosen zum Klimawandel ein wenig zu ernst genommen und mit einem viel zu milden Szenario gerechnet.

Wie wahrscheinlich ist die Mangellage?

Auch wenn der Winter bislang vergleichsweise kalt war, ist es immer noch möglich, dass die Mangellage ausbleibt. Studien rechnen hier mit verschiedenen Szenarien und benennen dabei drei Risikofaktoren: Das bereits erwähnte Problem mit den Porenspeichern, technische Probleme bei der Infrastruktur und natürlich das Wetter. Wäre der Rest des Winters – wie z.B. 2020 – außergewöhnlich warm, wären keine Probleme zu erwarten und es gäbe sogar noch Puffer. Bleiben Februar und März im langjährigen Mittel, kommen wir – wenn auch nur knapp – mit dem Gas durch den Restwinter, es bestehen jedoch keine Sicherheitspuffer, auf die das System eigentlich ausgelegt sein sollte. Sollten Februar und März allerdings – wie z.B. 2010 – außergewöhnlich kalt werden, tritt die Gasmangellage vor Ende der Heizsaison ein.

Für ein solches Szenario gibt es freilich Pläne. Zunächst wird – vereinfacht gesagt – die Schwerindustrie vom Netz genommen. Dann werden die Exporte gestoppt – sollen doch die Österreicher und die Tschechen frieren. Erst wenn gar nichts mehr geht, kommt es auch zu Einschränkungen bei der Versorgung der Haushalte.

Offen ist jedoch ein weiterer Punkt. Der Januar 2026 zeichnete sich auch dadurch aus, dass noch nie so viel Gas zur Stromproduktion eingesetzt wurde. Das ist sogar verständlich, scheint im Januar doch wenig Sonne. Das wird in der gesamten Debatte erstaunlicherweise kaum bedacht. Was passiert also, wenn es in den nächsten Wochen nicht nur kalt wird, sondern auch dunkel bleibt und der Wind nur schwach weht? Das wäre dann wohl die „perfekte Kombination“ für eine Versorgungskrise, bei der nicht nur die Gasheizung, sondern auch flächendeckend die Stromversorgung Probleme bekommen könnte.

Krise ante portas. Doch freilich muss es nicht dazu kommen. Wenn das Wetter sich in den nächsten Tagen und Wochen verbessert, die Sonne scheint und der Wind weht, werden wir aus der selbstverschuldeten Krise noch einmal mit einem blauen Auge herauskommen. Wird die Politik dann auch ihre Lehren daraus ziehen? Die derzeitige Kommunikation legt den Verdacht nahe, dass dies nicht so sein wird. Man redet die Gefahr klein und tut gerade so, als gäbe es gar kein Szenario, in dem es zu einer Mangellage kommen könnte. Denn dann wäre die Strategie, alles den Märkten zu überlassen, ja nicht mehr haltbar. Der Staat müsste selbst aktiv werden und womöglich käme sogar jemand auf die „dumme Idee“, einmal die Frage zu stellen, ob die Sanktionen gegen Russland nicht einmal hinterfragt werden sollten. Denn eins steht fest: Hätten wir die 1.500 GWh pro Tag, die vor den Sanktionen noch flossen, heute zumindest als Option, hätten wir auch keine drohende Gasmangellage. Die Politik ignoriert das, der Wähler muss wohl erst daheim frieren, bis er die Brisanz der Thematik wirklich versteht. Vielleicht ist es aber auch die Industrie, die nun die Alarmglocken schlägt. Denn sie wird als Erstes betroffen sein, sollte es kalt bleiben, und Gas und womöglich auch Strom rationiert werden.

Titelbild: Mike Mareen/shutterstock.com

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Die Allianz von Orbán, Babiš und Fico: „Ein klares Nein zu Krieg, Migration und Gender“

01. Februar 2026 um 12:24

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In Mitteleuropa wird ein Dreierbündnis zwischen Ungarn, Tschechien und der Slowakei forciert. Die Regierungen der Visegrád-Gruppe vertreten ähnliche Positionen in zentralen Fragen der EU, allen voran eine Skepsis gegenüber dem Ukraine-Kurs Brüssels. Beobachter sprechen von einer potenziellen neuen politischen Achse.
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Der Rückzug von Trump aus dem kollabierenden Klima-Narrativ

29. Januar 2026 um 16:00

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Vijay Jayaraj

Der Vorhang fällt für die teuerste Seifenoper der Welt. Jahrzehntelang kämpften eine Gruppe nicht gewählter Bürokraten und subventionierter Akademiker darum, die Produktion am Leben zu erhalten, aber das Publikum hat schließlich den Saal verlassen. Die Clownshow zur Klimakrise ist vorbei.

Anfang Januar hat Präsident Donald Trump die Vereinigten Staaten offiziell aus der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 zurückgezogen und die Beziehungen zu über 60 damit verbundenen UN-Organisationen abgebrochen. Mit der Beendigung der Unterstützung für den Weltklimarat – den selbsternannten Schiedsrichter der planetarischen Wahrheit – haben die USA die Finanzierung der Institutionen eingestellt, die seit langem daran arbeiten, die wirtschaftliche Souveränität der Nationen zu zerstören.

Mainstream-Kommentatoren bemühen sich, dies als Rückzug in den Isolationismus darzustellen. Dabei handelt es sich jedoch um eine rationale, wirtschaftliche Kalkulation, die auf Fakten basiert und nicht auf der Hysterie von Weltuntergangssekten. Bemerkenswert ist jedoch, dass Trump lediglich offen tut, was die asiatischen Energie-Supermächte seit Jahren stillschweigend tun.

Peking hat schon vor langer Zeit aufgehört so zu tun, als würde es sich um die Empfindlichkeiten europäischer Klimaaktivisten kümmern. Die Kommunistische Partei Chinas hat verstanden, dass Macht – sowohl elektrische als auch geopolitische – aus Kohlenwasserstoffen stammt. China übertrifft den Rest der Welt beim Bau von Kohlekraftwerken in beispiellosem Tempo.

China sichert sich auch Energieversorgungswege außerhalb seiner Grenzen. China National Chemical Engineering unterzeichnete Bauverträge im Wert von 20 Milliarden US-Dollar für den Ogidigbon Gas Revolution Industrial Park in Nigeria. Das in Peking ansässige Unternehmen Sinopec stellte 3,7 Milliarden US-Dollar für den Bau einer Ölraffinerie in Sri Lanka bereit. Chinesische Finanzinstitute haben dem afrikanischen Energiesektor Kredite in Höhe von 52 Milliarden US-Dollar gewährt, wobei seit Anfang der 2000er Jahre etwa die Hälfte davon in Projekte im Bereich fossiler Brennstoffe floss.

Ein weiterer aussagekräftiger Indikator ist der Bau des Tiefseehafens Kyaukphyu und der Sonderwirtschaftszone in Myanmar durch China. Mit einem Wert von etwa 7,3 Milliarden US-Dollar für den Hafen selbst und 1,3 Milliarden US-Dollar für die angrenzende Wirtschaftszone wird dieses Projekt eine strategische Umgehungsroute um die überlastete Straße von Malakka darstellen – einen Engpass, durch den bislang über 70 % der chinesischen Öl- und Gasexporte fließen.

Das Signal ist unmissverständlich: China bereitet sich nicht auf eine Welt nach dem Zeitalter der fossilen Brennstoffe vor. Es sorgt für zuverlässige, diversifizierte Lieferketten für Energieressourcen, insbesondere Öl und Erdgas.

Auch Indien hat seine Annäherung an westliche Umwelt-Agenden stillschweigend beendet. Der Verbrauch von Petrochemikalien in Indien wird voraussichtlich um 6 bis 7 % pro Jahr steigen. Um diese Nachfrage zu decken, baut Indien seine Öl- und Gasförderung sowie seine Raffineriekapazitäten aggressiv aus. Allein im November stieg die indische Rohölverarbeitung auf 22,3 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ende letzten Jahres versteigerte die indische Regierung Kohleblöcke mit geologischen Reserven von insgesamt über 3 Milliarden Tonnen. In den Planungsdokumenten Indiens wird Erdgas als „Brückenkraftstoff” ignoriert und Kohle als Hauptbrennstoff des Landes identifiziert.

Weltweit befinden sich 460 Kohlekraftwerke im Bau. Weitere 500 wurden genehmigt oder stehen kurz vor der Genehmigung, und es wird erwartet, dass weitere 260 neue Kraftwerke angekündigt werden. Der Großteil dieser Aktivitäten findet in China und Indien statt.

Diese Länder befinden sich nicht im „Übergang” weg von der Kohle, sondern festigen deren Dominanz. Selbst Indonesien, einst Vorzeigeland der westlichen „Just Energy Transition Partnerships”, hat sich der Realität gestellt und die vorzeitige Stilllegung des riesigen Kohlekraftwerks Cirebon gestrichen.

Trumps Rückzug aus der Klima-Tyrannei der Vereinten Nationen und die parallelen Maßnahmen asiatischer Energieriesen sind eine Neukalibrierung der globalen Prioritäten. Die Nationen bekräftigen ihr Recht, eine Politik zu verfolgen, die auf ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen basiert, anstatt den „internationalen“ Verordnungen einiger weniger Privilegierter zu folgen. Regierungen und Unternehmen investieren Milliarden in die Förderung und den Transport von Kohlenwasserstoffen. Es werden Häfen, Pipelines und Raffinerien gebaut, ausgelegt für eine jahrzehntelange Nutzung.

Die Trump-Regierung hat lediglich die Beteiligung der USA an einem System beendet, das für die tatsächlichen Entscheidungen der weltweit größten Energieverbraucher ohnehin schon irrelevant war.

Zum Teil überlebte die Propaganda einer „Energiewende“, indem sie als unvermeidlich dargestellt wurde. Diese Täuschung wurde nun aufgedeckt. Eine Energiewende wird wahrscheinlich irgendwann stattfinden, aber nur dann, wenn sich neue Technologien als erschwinglich und zuverlässig erweisen.

In der Zwischenzeit ist mit weiteren Ausstiegen, mehr stiller Auflehnung und weiteren Neukalibrierungen zu rechnen. Die Klimarhetorik wird weiter an Bedeutung verlieren, während die Investitionen in Kohlenwasserstoffe zunehmen.

Originally published in Townhall on January 25, 2026.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/01/27/trumps-withdrawal-from-collapsing-climate-narrative/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Der Rückzug von Trump aus dem kollabierenden Klima-Narrativ erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

(Auszug von RSS-Feed)

Deutschlands 96-prozentige Abhängigkeit von US-Flüssiggas und die Mikrofon-Sabotage des BPK-Moderators


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Einerseits verkünden EU und Bundesregierung stolz, dass man jetzt „endgültig“ den langfristigen Importstopp für Gas aus Russland beschlossen hat. Andererseits zeigen jüngst veröffentlichte Daten des Bundesverbands der Energiewirtschaft, dass 96 Prozent aller deutschen Flüssiggas-Importe im vergangenen Jahr aus den USA stammten. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, welche Diversifizierungsstrategien die Bundesregierung derzeit entwickelt, um sich energiepolitisch unabhängiger von Washington zu machen. Der BPK-Moderator, wohl als eine Art „Abschiedsgeschenk“ für Florian Warwegs letzte BPK für die NDS, stellte diesmal das Mikrofon erst gar nicht an. Doch hatte er wohl nicht mit dem Einfallsreichtum unserer Kamerafrau gerechnet – so dass wir, wenn auch mit etwas Knistern, die Tonspur trotzdem erhielten. Im offiziellen Protokoll hingegen heißt es bei allen Fragen zum Thema: „ohne Mikrofon, akustisch unverständlich“. Von Florian Warweg.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Hintergrund

Am 26. Januar verkündete Roberta Metsola, die Präsidentin des Europäischen Parlaments, auf X, dass die EU jetzt ein langfristiges Verbot von russischen Gasimporten in die EU in Gesetzesform gegossen hätte:

„Wir haben das Verbot russischer Gaslieferungen soeben in Kraft gesetzt. Europa sichert die Kontrolle über seine Energieversorgung und stärkt seine Autonomie.“

We have just signed the ban on Russian gas into law.

Europe is securing control of our energy supply and strengthening our autonomy. pic.twitter.com/QVxX640ybd

— Roberta Metsola (@EP_President) January 26, 2026

Am selben Tag verkündete Kobessi-Letter, der offizielle Branchen-Newsletter für Entwicklung am weltweiten Kapitalmarkt, dass die US-Erdgaspreise seit dem 16. Januar um sagenhafte 240 Prozent angestiegen sind:

„EILMELDUNG: Die US-Erdgaspreise haben ihren Anstieg auf +40 % im Tagesverlauf fortgesetzt und steuern damit auf einen der größten Tagesgewinne in der Geschichte zu. US-Erdgaspreise sind seit dem 16. Januar um 240 % gestiegen. Das ist so, als würden die Benzinpreise innerhalb von 5 Handelstagen von 3,00 Dollar pro Gallone auf 7,20 Dollar pro Gallone steigen.

BREAKING: US natural gas prices extend gains to +40% on the day, now on track for one of the largest daily gains in history.

Natural gas prices are now up +240% since January 16th.

That's like gas prices rising from $3.00/gallon to $7.20/gallon in 5 trading days.

Commodities… pic.twitter.com/74m6VyK1rN

— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) January 26, 2026

Eine Woche zuvor hatte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) Zahlen vorgelegt, laut denen im letzten Jahr 96 Prozent aller deutschen Flüssiggasimporte aus den USA stammten. Eine enorme strukturelle Abhängigkeit. Die WirtschaftsWoche titelte dazu:

„Wie uns die USA mit ihrem Flüssigerdgas erpressen können.“

Das renommierte „Oxford Energy Institutes“ bezeichnet die LNG-Lieferungen der USA nach Europa als „zentrale Säule der EU-Energiesicherheit (via LNG).“ Nur die Bundesregierung scheint in einer Importquote von 96 Prozent LNG aus den USA kein Problem zu sehen.

Auszug aus dem offiziellen Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 21. Januar 2026

Frage Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Spoo (BMWE)
Vielleicht einmal zur Klarstellung: Im letzten Jahr stammten 92 Prozent des an deutschen Terminals angelandeten LNG aus den USA. Das heißt, das bezieht sich auf den Anteil des LNG, nicht auf den Gesamtimport, was Gas betrifft.

Zusatz Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Spoo (BMWE)
Es gibt dabei auch LNG, das in Belgien und in den Niederlanden angelandet wird, regasifiziert und dann per Pipeline nach Deutschland importiert wird.

Grundsätzlich kann man dazu auch noch einmal ergänzen, weil Sie ja nach der Diversifizierung gefragt haben: Der Großteil stammt tatsächlich aus Norwegen und macht damit eine deutlich größere Gasmenge aus, was die LNG-Lieferungen betrifft. Es ist nämlich so, dass der Anteil an norwegischem Gas an den deutschen Gasimporten rund 46 Prozent beträgt. Deutschland selbst bestellt kein LNG, sondern das tun auf dem Energiemarkt global agierende Unternehmen. Das haben wir auch schon mehrfach deutlich gemacht. Auch die Verträge schließen dabei die Unternehmen selbst. Die sind auch für die Lieferung verantwortlich und zuständig. Insofern sind die genauen Mengen nicht ganz so leicht zu bestimmen und nicht bekannt bzw. auch nicht ganz seriös darstellbar.

Grundsätzlich ist es mittlerweile so, dass es auf dem Weltmarkt für LNG unterschiedliche Länder gibt, die LNG anbieten. Dazu zählen zum Beispiel Algerien, Nigeria, Katar und natürlich die USA, aber auch Länder darüber hinaus. Grundsätzlich ist es insgesamt so zu bewerten, dass der LNG-Markt liquide ist. Das heißt, anders als bei gasgebundenen Lieferungen können neue Bezugsquellen deutlich leichter erschlossen werden.

Zusatzfrage Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Spoo (BMWE)
Ich habe Ihnen ja gerade dargestellt, dass wir da deutlich diversifizierter sind und dass es beim LNG auch eine deutlich leichtere Situation als beim Pipeline-gebundenen Gas gibt. In dem Fall geht es eben darum, dass man hier verschiedene Quellen deutlich schneller anzapfen kann, wenn Sie so wollen.

Zusatzfrage Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Vorsitzender Szent-Iványi
Herr Warweg, Sie wissen doch, welche Regel wir haben. Muss ich das immer wieder neu sagen? Eine Frage, eine Nachfrage!

Zusatz Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Vorsitzender Szent-Iványi
Pardon, ich diskutiere das doch jetzt nicht mit Ihnen, Herr Warweg! – Wir kommen jetzt zu anderen Themen.

Noch eine Anmerkung zu der Mikrofon-Sache:

Ein Versehen ist in dem Fall ziemlich ausgeschlossen. Der BPK-Moderator hatte einen direkten Blick auf Florian Warweg, und konnte genau sehen, ob sein Mikro an war (roter Lichtkreis leuchtet) oder nicht (Lichtkreis aus). Bei Beginn der ersten Frage kann dies eventuell noch passieren, dass es dem Moderator nicht direkt auffällt, nicht aber bei den weiteren Nachfragen.

Zudem werden sonst immer Journalisten umgehend darauf aufmerksam gemacht, wenn deren Mikro versehentlich zu Beginn nicht angeschaltet wurde. Auch der BPK-Protokollant, der für das Verfassen der offiziellen Protokolle der Regierungspressekonferenz, die auch vom Bundespresseamt und dem Auswärtigen Amt veröffentlicht werden, interveniert sonst in solchen Fällen, da er die BPK per Kopfhörer verfolgt und mitschreibt:

Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 21.01.2026

(Auszug von RSS-Feed)

„Trickkiste der Putin-Freunde“: Gerhard Schröder provoziert durch Vernunft


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Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat in einem Zeitungsbeitrag gegen eine langfristige Dämonisierung Russlands und für eine Wiederaufnahme des Energiehandels mit dem Land plädiert. Die scharfen Reaktionen auf diese vernünftigen Positionen waren zu erwarten. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat vor einigen Tagen einen Gastbeitrag in der Berliner Zeitung verfasst. Die Reaktionen auf diesen Text werden weiter unten im Text thematisiert.

Der Text ist sehr umfangreich und könnte hier nur ungenügend zusammengefasst werden. Darum wird in diesem Artikel nur auf Schröders Äußerungen zu Russland und zur Energieversorgung eingegangen. In seinem Beitrag thematisiert Schröder außerdem die Frage des „Friedens in der neuen ‚Weltunordnung‘“, die „Erneuerung der ‚linken Mitte‘ und ihre Aufgaben für den sozialen und freiheitlichen Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ sowie jene Aufgaben, die nun seiner Meinung nach von der SPD angegangen werden müssten.

Ein Zitat, das im In- und Ausland für wütende Reaktionen gesorgt hat, ist folgendes:

Heute ist viel von militärischen ‚Fähigkeiten‘ die Rede, doch unser Land und Europa brauchen in erster Linie ‚Friedensfähigkeit’. Deshalb halte ich weiterhin für richtig, was ich in meiner Zeit als Bundeskanzler vorangetrieben habe: die, wie sich gezeigt hat, sichere und verlässliche Lieferung von preiswerter Energie aus Russland – nicht zuletzt verbunden mit dem Angebot meinerseits, die Exploration und Lieferung von Gas mit moderner und effizienter deutscher Technologie umweltverträglicher zu machen. Das zu diffamieren, ist einfach unsinnig. Im Gegenteil: Wir brauchen derartige Formen der Kooperation mit Russland.“

Schröder fährt fort:

Natürlich ist der Krieg in der Ukraine nicht zu respektieren, auch nicht zu relativieren. Er ist völkerrechtswidrig, eine Verletzung der Menschenrechte. Wir müssen alle diplomatischen Mittel nutzen, ihn zu stoppen, denn Kriege kennen ‚keine Grenze in sich’. Deshalb muss die Eskalationsdynamik gebrochen werden, um eine Ausweitung zu verhindern.

Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind. Russland, das ist nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen zu Deutschland. Es bleibt die ‚deutsche Schande‘, dass dieses Land in zwei Weltkriegen von deutschen Soldaten brutal überfallen wurde.“

Russlands Krieg in der Ukraine sei nicht zu rechtfertigen, so Schröder weiter. Aber richtig bleibe, dass dieser Krieg eine Vorgeschichte habe, die viel mit der befürchteten expansiven Ausdehnung der militärischen Infrastruktur der NATO bis an die russische Grenze und den spekulativen Überlegungen über die künftige Rolle der Ukraine im „eurasischen Raum“ zu tun habe. Der Ukrainekrieg mache auch das europäische Versagen deutlich, im Jahr 1990 nicht die Chancen einer gesamteuropäischen Sicherheitsordnung genutzt zu haben. Die sei in der „Charta von Paris für ein neues Europa“ angelegt gewesen, in der es heißt: „Sicherheit ist unteilbar. Und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist mit der aller anderen verbunden.“ Schröder weiter:

Damals waren die Türen für das ‚Gemeinsame Haus Europa‘ weit geöffnet. Nicht nur Gorbatschow hatte seine Hand ausgestreckt, später auch Wladimir Putin.“

Schröder führt aus:

Friedenspolitisch stehe ich in der Tradition von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Ich setze mich für eine kooperative Sicherheitsordnung ein, die auch von den Vereinten Nationen gefordert wird. Wie aber soll Gemeinsamkeit geschaffen werden, wenn Russland, das größte Land der Erde, ausgegrenzt wird? Oder auch China, der neue Wirtschaftsgigant mit 1,3 Milliarden Einwohnern? (…) Die Entwicklung der Welt und ihrer technisch-ökonomischen Dynamik verlagert sich von West nach Ost. Umso mehr müsste sich Europa von Lissabon bis zum Ural als Einheit verstehen.“

Trickkiste der Putin-Freunde“: Diese Reaktionen waren zu erwarten

Der frühere SPD-Politiker und langjährige Außen- und Sicherheitspolitiker Michael Roth wies Schröders Äußerungen auf Anfrage von Euronews zurück:

Tragisch, dass Gerhard Schröder immer noch unbeirrt an den selben furchtbaren Fehlern der Vergangenheit festhält. Nicht wir ‚dämonisieren‘ Russland. Russland hat sich selbst durch seine aggressiven Völkerrechtsbrüche ins Abseits manövriert.

Roth nannte den Kreml „die größte Gefahr für Sicherheit und Frieden auf unserem Kontinent“ und warnte vor „Business as usual“ mit einer imperialistischen Diktatur.

Man könnte angesichts seiner berechenbaren Reaktionen aber auch von „Business as usual“ bei Roth sprechen.

Unionspolitiker Thomas Röwekamp (CDU) sagte der Augsburger Allgemeinen, Schröders Aussagen stünden „in offenem Widerspruch zur Realität dieses Krieges“; in einer solchen Lage brauche es „Klarheit und Haltung – nicht Verständnis für einen Aggressor“. CSU-Politiker Reinhard Brandl ordnete Schröders Aussagen als rhetorische „Trickkiste der Putin-Freunde“ ein.

Estlands Außenminister Margus Tsahkna schrieb auf X: Aufrufe, ein Land, das den brutalsten Krieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg führe, nicht zu „dämonisieren“, seien „schlichtweg entsetzlich“ – ebenso wie Hinweise auf eine mögliche neue Energiekooperation.

Damit räumt der Politiker immerhin indirekt ein, dass eine Dämonisierung stattfindet und er das auch noch gut findet.

In einer weiteren Mitteilung seines Ministeriums sprach Tsahkna von einem „heimtückischen Versuch“, Europa zu spalten und vom Kurs gegenüber Russland abzubringen. Er schrieb außerdem, Russlands umfassende Aggression sei die Folge jahrelanger Beschwichtigung und der Annahme, Handel könne Aggression eindämmen; „Wandel durch Handel“ sei gescheitert.

„Deutschland an Putins Gashahn gehängt“

Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhii Tykhyi, griff Schröder auf X an und warf ihm vor, die europäische Abhängigkeit von russischer Energie mitgeprägt zu haben. Tykhyi schrieb sinngemäß, Schröder habe einst „Deutschland an Putins Gashahn gehängt“ und Moskau damit geholfen, sich auf den Krieg vorzubereiten; heute sei Schröder selbst „an der Nadel“ und „stinke nach russischem Gas – und an seinen Händen klebe ukrainisches Blut“.

Das „Gute“ an so manchen offiziellen Erklärungen der Ukraine ist, dass sie sich durch ihren unseriös-giftigen Stil selber schwächen. Die Marotte, Schröders damalige gute Energiepolitik als „Fehler“ und als ein „Ausliefern an Russland“ zu bezeichnen, kann als geschichtslos zurückgewiesen werden.

Noch ein Wort zu Schröder selbst: Er ist einerseits der kritikwürdige Kanzler des Kosovo-Kriegs und von Hartz-IV, aber er spielt im Verhältnis zu Russland bis heute eine gute und ausgleichende Rolle. Würde sein gesamter langer Artikel hier analysiert, würde ich darin auch Kritikpunkte finden, aber Schröders in diesem Text zitierte Aussagen zur Außenpolitik kann ich alle mittragen: Sie transportieren Vernunft und Weitsicht – zwei Eigenschaften, die man bei vielen deutschen Politikern und Journalisten momentan oft so schmerzlich vermisst.

Titelbild: 360b / Shutterstock

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JF-Exklusiv Tschechischer Parlamentspräsident Okamura wirbt bei AfD für Zusammenarbeit

24. Januar 2026 um 05:49

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Hat die tschechische SPD vor zehn Jahren gegründet: Tomio Okamura. Foto: picture alliance / CTK | Ondrej Deml

Beim Neujahrstreffen der AfD-Fraktion in Sachsen betont der Präsident des tschechischen Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura, gemeinsame Positionen in der Europa-, Migrations- und Energiepolitik.

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Kanada kehrt zur Energie-Realität zurück, entlarvt doch der Pipeline-Deal die Net Zero-Illusion

23. Januar 2026 um 08:00

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Vijay Jayaraj

Kanadas Energiepolitik kollidiert mit der wirtschaftlichen Realität, weil ein neues Pipeline-Abkommen die Grenzen der Netto-Null-Ideologie aufzeigt. Öl, Gas und Energie im Überfluss bleiben für die kanadische Wirtschaft und ihren künftigen Wohlstand unverzichtbar.

Eine kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung zwischen dem kanadischen Premierminister Mark Carney und der Premierministerin von Alberta Danielle Smith stellt die unvermeidliche Wiederbekräftigung der wirtschaftlichen Notwendigkeit gegenüber der Phantasterei der „Dekarbonisierung“ dar, die Ottawa seit einem Jahrzehnt im Griff hat.

Die Vereinbarung, die den Bau einer Pipeline zum Transport von Öl aus Alberta zu einem Exportterminal am Pazifik vorsieht, führte zum Rücktritt eines liberalen Abgeordneten und zu Jubel seitens der Provinzpremiers. „Dies ist ein großartiger Tag für Alberta”, erklärte Smith.

Die wirtschaftliche Realität des kanadischen Energiesektors

Alberta ist ein wichtiger Motor für Kanadas Wirtschaft. Der Energiesektor der Provinz erwirtschaftet jährlich ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 88 Milliarden Dollar, was 25 % der gesamten Wirtschaftsleistung Albertas entspricht. Diese Einnahmen fließen nach Osten in die Hauptstadt, um die Transferzahlungen des Bundes zu finanzieren, mit denen die öffentlichen Finanzen anderer Provinzen unterstützt werden, von denen einige gegen die Ölförderung sind, die ihnen Geld einbringt.

Die Atlantikprovinzen, Teile von Quebec und sogar Ontario profitieren von Lizenzgebühren und Steuereinnahmen, die durch die Förderung von Kohlenwasserstoffen in Tausenden von Kilometern Entfernung generiert werden. Sogenannte moralische Einwände gegen die Erschließung von Ölsanden werden oft von Einwohnern von Halifax oder Montreal geäußert, aber selten hört man von einer Bereitschaft, auf die Einnahmen aus dem Westen zu verzichten, die Krankenhäuser am Laufen halten und die Gehälter im öffentlichen Dienst finanzieren.

Net Zero-Politik vs. wirtschaftlicher Realität

Es war also die finanzielle Realität, die Carney dazu veranlasste, die Erwartungen zu überdenken, die durch unzählige Regierungsdokumente, Klimaschutzversprechen und regulatorische Rahmenbedingungen der vorherigen Regierung geschaffen worden waren, um „den Planeten zu retten“, indem der Verbrauch fossiler Brennstoffe eingeschränkt wurde.

Kanadas Klimaindustriekomplex hatte prophezeit, dass Pipelines zu gestrandeten Vermögenswerten werden würden und dass Alberta an Bedeutung verlieren würde, wenn Netto-Null zur [kanadischen] Bundespolitik würde. Das von Carney unterzeichnete Abkommen geht jedoch in die entgegengesetzte Richtung, sieht neue Infrastruktur vor und signalisiert, dass selbst Kanadas klimabewussteste Bundesführung ohne fossile Brennstoffe nicht regieren kann.

Technisch gesehen wurde die Obergrenze der Bundesregierung für Öl- und Gasemissionen ausgesetzt. Die Clean Electricity Regulation – eine vorgeschlagene Beschränkung der Fähigkeit Albertas, erschwinglichen Strom zu erzeugen – wurde gelockert. Die Fristen für die Reduzierung der Methan-Emissionen wurden über 2030 hinaus verlängert. Ja, es gibt Vorbehalte, die eine milde Form der Anti-Kohlenstoff-Haltung zu suggerieren scheinen, aber das Gesamtbild hat sich verändert.

Medienberichte und die Dämonisierung fossiler Treibstoffe

Die Canadian Broadcasting Corporation, eine öffentlich finanzierte Institution, hat konsequent die Meinung von Umweltaktivisten wiederholt, die fossile Brennstoffe als Abscheulichkeit und nicht als wirtschaftliche Notwendigkeit betrachten. Diese Botschaft hat viele Kanadier davon überzeugt, dass ihre Regierung eine schreckliche Sünde begeht, indem sie Energie produziert, die weltweit nachgefragt wird. Dabei übersehen sie, dass kanadisches Öl und Erdgas unter weitaus strengeren Standards gefördert werden als im Nahen Osten, in Russland oder anderen Regionen.

Energieüberfluss ist die Grundlage für Wohlstand. Nationen, die ihre Energieversorgung einschränken, verarmen. Nationen, die zuverlässige, erschwingliche Energie erzeugen, kommen ihrer Bevölkerung und der ganzen Welt zugute. Kanada sollte die Energie für sich selbst erzeugen und den Überschuss auf die globalen Märkte exportieren.

Klimawandel und die landwirtschaftliche Produktivität Kanadas

Über die Energiewirtschaft hinaus gibt es noch eine weitere Dimension für die wirtschaftliche Zukunft Kanadas, die von der traditionellen Klimadoktrin außer Acht gelassen wird: die Landwirtschaft. Die Erwärmung des Klimas in Kanada hat die Vegetationsperiode in den Prärien verlängert und neue Möglichkeiten für die Landwirtschaft eröffnet.

Offiziellen Daten zufolge stieg die Gesamtweizenproduktion im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 11,2 % auf einen Rekordwert von 40 Millionen Tonnen und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2013. Die Rapsproduktion stieg um 13 % und übertraf damit den Rekord aus dem Jahr 2017. Die Gersten- und Haferproduktion stieg um 19 % bzw. 17 %.

Insgesamt stieg die Produktion aller wichtigen Feldfrüchte im Vergleich zum Vorjahr um 4 %. Für das nächste Erntejahr (2025–2026) wird eine Gesamtproduktion auf Rekordniveau prognostiziert, die um 3 % über dem Vorjahreswert und um 8 % über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen dürfte.

Historische Analysen zeigen, dass sich die klimatischen Bedingungen in den landwirtschaftlichen Regionen Kanadas in Richtung längerer Vegetationsperioden verschoben haben, mit mehr frostfreien Tagen und größeren Anbaugebieten.

Furcht, Ideologie und die Kosten der Energie-Knappheit

Kritiker werden behaupten, dass die Genehmigung einer neuen Pipeline ein Verrat an künftigen Generationen sei. Aber was gefährdet die Nachwelt wirklich? Eine Erwärmung um ein paar Zehntel Grad, die die Vegetationsperioden verlängert? Oder eine Zukunft mit Energieknappheit, Deindustrialisierung und wirtschaftlicher Stagnation?

Die Panikmache wegen einer „Klimakatastrophe” diente nur dazu, eine bürokratische Klasse zu stärken, die darauf aus ist, den Konsum zu kontrollieren und Lebensweisen zu besteuern. Sie hat nichts daran geändert, wie die Physik der Atmosphäre funktioniert oder was Menschen brauchen, die auf bezahlbare Energie angewiesen sind, um zu überleben.

Dieser Kommentar wurde erstmals am 16. Januar im American Thinker veröffentlicht. Clintel hat zur besseren Lesbarkeit Zwischentitel hinzugefügt.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://clintel.org/canada-returns-to-energy-reality-as-pipeline-deal-exposes-net-zero-illusion/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Kanada kehrt zur Energie-Realität zurück, entlarvt doch der Pipeline-Deal die <em>Net Zero</em>-Illusion erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Die Klimapolitik macht Kalifornien unbezahlbar, nicht der Klimawandel

12. Januar 2026 um 16:00

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Linnea Lueken

Zwar geht es hier um Kalifornien, aber bei uns ist es sicher auch bald soweit, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert. A. d. Übers.

In einen kürzlich bei LAist erschienenen Artikel mit dem Titel [übersetzt] „Die Armen sind in einer sehr schlechten Lage: Der Klimawandel beschleunigt die Krise der Lebenshaltungskosten in Kalifornien” wird behauptet, dass der Klimawandel die Lebenshaltungskosten in Kalifornien in die Höhe treibt. Das ist falsch. Die Klimapolitik in Kalifornien beschleunigt den Anstieg der Lebenshaltungskosten viel stärker als jede moderate Erwärmung.

Das erste Beispiel, das der LAist-Beitrag anführt, ist der Ausbruch von Bränden im Januar 2025 in der Region Los Angeles, insbesondere der Eaton-Brand, der „die seit einem Jahrzehnt andauernde Vertreibung von Mietern […] aus Altadena aufgrund steigender Wohnkosten beschleunigt hat“.

Das ist sicherlich etwas, das passiert. Wenn ein Stadtteil niederbrennt, werden die ohnehin schon hohen Wohnkosten unerschwinglich, weil die Häuser weg sind. Und ärmere Menschen werden Schwierigkeiten haben, sie wieder aufzubauen. Das ist nichts Ungewöhnliches.

LAist macht für diese Brände „einen ungewöhnlichen Mangel an Regen, eine Folge des Klimawandels“ verantwortlich und untermauert diese Behauptung mit Verweis auf Attributionsstudien: „Anhand von Wetterdaten, die seit 1950 gesammelt wurden, führten Wissenschaftler Simulationen durch, die zeigten, dass die Bedingungen, die zur Austrocknung der Ausläufer führten, aufgrund der globalen Erwärmung mit einer um 35 % höheren Wahrscheinlichkeit auftraten.”

Das ist Unsinn. Nicht nur, dass Attributionsstudien pseudowissenschaftlich sind, wie in früheren Artikeln von Climate Realism hier sowie hier und hier diskutiert wurde, sondern auch, dass die Bedingungen nicht auf den Klimawandel zurückzuführen waren, die zu der Trockenheit führten, die zum Eaton-Feuer und anderen Bränden zur gleichen Zeit beitrug.

Das Phänomen des starken, trockenen Windes, das die Bedingungen im Großraum Los Angeles sehr gefährlich und anfällig für außer Kontrolle geratene Waldbrände machte, ist so häufig, dass es einen eigenen Namen hat: die Santa-Ana-Winde. Diese Winde sind gut dokumentiert und historisch gesehen nicht ungewöhnlich, obwohl die Winde in diesem bestimmten Monat sehr stark waren und teilweise Rekordwindböen erreichten.

Santa-Ana-Winde* treten am häufigsten in den Wintermonaten auf und führen zu einer raschen Austrocknung der Vegetation, selbst wenn zuvor ausreichend Regen gefallen ist. Tatsächlich gab es zu dieser Zeit in der Gegend viel brennbare Vegetation, eine hohe Brennstofflast, da die vorangegangenen Winter nasser gewesen waren und zu einem stärkeren Pflanzenwachstum beigetragen hatten. Das bedeutet, dass die Winde, als sie aufkamen, viel Brennstoff für Brände austrockneten, die durch Brandstiftung ausgelöst wurden, wie im Fall des nahe gelegenen Palisades-Feuers.

[*Unten folgt eine Kurzbeschreibung dieser Santa-Ana-Winde. A. d. Übers.]

Die Daten deuten nicht darauf hin, dass die Santa-Ana-Winde aufgrund des Klimawandels stärker oder häufiger auftreten, obwohl einige Studien darauf hindeuten, dass sie schwächer werden könnten, was jedoch in den Daten noch nicht zu erkennen ist.

Mehrere Beiträge von Climate Realism gehen näher auf die Brände in Los Angeles ein, doch keiner der verfügbaren Beweise deutet auf den Klimawandel hin.

LAist wies auf mehr als nur Waldbrände hin und erklärte, dass „steigende Temperaturen, die deutlichste Auswirkung des Klimawandels, die Energiekosten für Haushalte in die Höhe treiben”.

Sie führten weiter aus, dass das letzte Jahr der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in Kalifornien war und jeder „Tag mit über 35 °C die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass einkommensschwachen Haushalten der Strom abgeschaltet wurde, da die Energiekosten laut einer Studie der UCLA aus dem Jahr 2022 um zusätzliche 20 bis 30 Dollar pro Monat stiegen“.

Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zeigen nicht, dass die Zahl der extrem heißen Tage in Kalifornien über das Niveau früherer Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinausging, insbesondere der 1930er Jahre. (Siehe Graphik):

Abbildung 1: Aus California State Climate Summary 2022. NOAA Technical Report NESDIS 150-CA. NOAA/NESDIS, Silver Spring, MD, 6 Seiten. https://statesummaries.ncics.org/chapter/ca/

Betrachtet man allein den Landkreis Los Angeles, so zeigt sich ein anderer Trend mit mehr Tagen mit höheren Temperaturen in den letzten Jahrzehnten. Uersache hierfür ist jedoch der städtische Wärmeinseleffekt, der kein Klimaproblem darstellt, sondern auf menschliche Aktivitäten im Zuge der Urbanisierung zurückzuführen ist.

LAist wies auch auf Dürren und Überschwemmungen als Wetterbedingungen hin, die sich in Kalifornien aufgrund des Klimawandels verstärken, aber auch diese Angaben sind falsch oder irreführend. Die jährlichen Niederschlagsdaten zeigen keinen langfristigen Trend für den Bundesstaat, ebenso wenig wie die Anzahl extremer Niederschlagsereignisse. Bei Dürren ist die Lage etwas komplizierter, da auch der Wasserbedarf berücksichtigt werden muss. Kalifornien, insbesondere die Region um Los Angeles, ist ein sehr trockener Bundesstaat. Die meisten Klimazonen sind mediterran oder wüstenartig, beides von Natur aus trockene Klimazonen. Gleichzeitig wachsen die Bevölkerung und die Landwirtschaft (z. B. Weinbau) und benötigen immer mehr Wasser. Selbst wenn sich die meteorologische Dürre nicht verschlimmert, d. h. die Niederschlags- und Schneemenge im Bundesstaat gleich bleibt, wird die steigende Nachfrage nach Grundwasser und Stauseen die Wasserversorgung des Bundesstaates belasten. Aber Dürren sind für den Bundesstaat nichts Ungewöhnliches, und langfristige Daten – insbesondere paläontologische – zeigen, dass wiederholte lang anhaltende Dürren nicht ungewöhnlich sind.

Interessanterweise geben die Autoren widerwillig zu, dass „Kaliforniens Politik zur Eindämmung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe die Kosten in die Höhe treibt“, sind doch die Strom- und Brennstoffkosten in Kalifornien höher, weil der Staat versucht, „sich von Öl und Gas unabhängig zu machen“.

Dies ist der größte und offensichtlichste Grund für die hohen Lebenshaltungskosten in diesem Bundesstaat, nicht eine Veränderung der Durchschnittstemperatur um drei Grad über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert. Hohe Stromkosten erschweren es armen Menschen, sich eine Klimaanlage zu leisten, und diese Kosten steigen viel schneller als die durchschnittliche Jahrestemperatur. Ein Bericht des Institute for Energy Research zeigt, wie die übermäßige Abhängigkeit von teuren erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne die Kosten insgesamt in die Höhe getrieben hat. Kalifornien hat nun die zweithöchsten Strompreise des Landes, übertroffen nur von Hawaii, und zahlt mehr als das Doppelte des nationalen Durchschnitts. Kalifornien ist auch der zweitgrößte Stromimporteur, obwohl es über reichlich natürliche Ressourcen in Form von Erdgas verfügt.

Die eigentliche Ursache für die finanziellen Probleme der Armen in Kalifornien ist nicht der Klimawandel, sondern die Klimapolitik.

LAist verfolgt in diesem Artikel lediglich einen klimapessimistischen Ansatz und spielt dabei die größeren und offensichtlichen Einflüsse auf die Lebenshaltungskostenkrise des Bundesstaates herunter. Kalifornien ist bekannt dafür, einige der besten Klimaregionen der Welt zu haben, in denen es sich am leichtesten leben lässt, und daran hat sich nichts geändert. Was sich geändert hat, ist die Bevölkerung und die schleichende Verschärfung der Klimapolitik durch die Führung des Bundesstaates, die Vorrang vor dem öffentlichen Wohl hat.

Link: https://climaterealism.com/2025/12/climate-policies-make-california-unaffordable-laist-not-climate-change/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Santa-Ana-Winde: Dabei handelt es sich um einen Fallwind entsprechend dem Föhn in den Alpen. Der Unterschied dazu ist jedoch die geographische Struktur in Kalifornien. Landeinwärts befindet sich ein trockenes Hochland (ca. 1000 m ü. NN), das sich im Zuge der „hoch gelegenen Heizfläche“ und fehlender Bewölkung auch im Winter aufheizt, vor allem im Frühjahr. Bei entsprechender Wetterlage „stürzen“ diese ohnehin schon trockenen Luftmassen über das Küstengebirge hinab Richtung Pazifik, aber nicht gleichmäßig, sondern durch Täler und Einschnitte. Die Düseneffekte sorgen dabei dafür, dass diese Winde Orkanstärke erreichen können. Die Stadt Los Angeles liegt genau am Ausgang eines solchen Tales. Hätte man damals ein meteorologisches Gutachten erstellt, wäre der Standort Los Angeles mit einiger Sicherheit als Bauplatz einer großen Stadt verworfen worden.

Der Beitrag Die Klimapolitik macht Kalifornien unbezahlbar, nicht der Klimawandel erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Der Krieg gegen Russland ist ein Krieg um Ordnungsmacht | Von Alvaro Zapata

11. Januar 2026 um 10:08

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Der Krieg gegen Russland ist ein Krieg um Ordnungsmacht | Von Alvaro Zapata

Ukraine und Nord Stream als Instrumente einer neuen US-Interessenpolitik

Ein Meinungsbeitrag von Alvaro Zapata.

Die RAND-Studien Extending Russia: Competing from Advantageous Ground (2019) und Overextending and Unbalancing Russia: Assessing the Impact of Cost-Imposing Options, beide maßgeblich verantwortet von Brent D. Williams für die RAND Corporation, verfolgen eine klare strategische Logik: Russland soll nicht militärisch besiegt, sondern systematisch überdehnt werden. Ziel ist es, Moskau in politische, wirtschaftliche und militärische Reaktionen zu zwingen, die langfristig mehr Kosten verursachen, als das Land tragen kann. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Stabilität oder Deeskalation, sondern um das Ausnutzen struktureller Schwächen Russlands aus einer vermeintlich überlegenen Ausgangsposition des Westens.

Zentraler Hebel ist die Energiepolitik. Russland wird als rohstoffabhängige Volkswirtschaft beschrieben, deren Staatshaushalt maßgeblich von Öl- und Gaseinnahmen abhängt. Die Studien empfehlen daher, diese Einnahmen gezielt zu unterminieren, unter anderem durch die Abkopplung Europas von russischer Energie, den Ausbau alternativer Lieferketten wie LNG und die bewusste Inkaufnahme höherer Energiepreise für europäische Staaten. Dass diese Maßnahmen Europa wirtschaftlich schaden, wird nicht bestritten, sondern ausdrücklich als hinnehmbar bewertet, solange der relative Schaden für Russland größer ausfällt. Europa erscheint in dieser Logik nicht als eigenständiger Akteur, sondern als geopolitischer Raum, dessen ökonomische Belastbarkeit strategisch eingesetzt werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sicherheitspolitischer Provokation unterhalb der Kriegsschwelle. Die Ausdehnung westlicher Bündnisse, insbesondere der NATO, die militärische Unterstützung von Russlands Nachbarstaaten und die politische Einbindung postsowjetischer Länder in westliche Strukturen sollen Russland zu kostspieligen Gegenmaßnahmen zwingen. Dabei wird offen benannt, dass dies Eskalationsrisiken birgt, diese Risiken jedoch kalkuliert und akzeptiert werden. Die Ukraine wird in diesem Zusammenhang nicht als eigenständiges politisches Subjekt behandelt, sondern als strategischer Hebel, um Russland dauerhaft zu binden, Ressourcen umzulenken und sicherheitspolitisch unter Druck zu setzen.

Ergänzt wird diese Strategie durch Maßnahmen der Informations- und Narrativpolitik. Russlands internationales Ansehen soll weiter beschädigt, seine politische Ordnung delegitimiert und seine außenpolitische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden. Auch hier geht es nicht um Dialog oder Einbindung, sondern um Isolierung und Reputationsschäden als Teil eines umfassenden Druckszenarios.

Die Quintessenz beider Studien ist eindeutig: Frieden ist kein Zielparameter, sondern ein Störfaktor. Stabilität wird nicht angestrebt, sondern als Ergebnis einer erfolgreichen Überdehnung Russlands in Aussicht gestellt. Wirtschaftliche Schäden für Verbündete, insbesondere für Europa und Deutschland, werden nicht als strategisches Problem betrachtet, sondern als akzeptabler Preis im Wettbewerb um globale Vorherrschaft. In dieser Logik ist Europa Einsatzraum, nicht Partner, und Energieabhängigkeit kein Risiko, sondern ein Instrument.

All das wurde bereits 2019 in einem offiziellen Strategiepapier eines US-Thinktanks zusammengefasst – lange vor dem Ukrainekrieg, lange vor der Nord-Stream-Sprengung, lange bevor diese Entwicklungen öffentlich als „Reaktion“ oder „Notwehr“ verkauft wurden.

https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR3000/RR3063/RAND_RR3063.pdf

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: RAND Corporation

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Französische Denkfabrik IREF: „Entgegen aller Vernunft hält die EU an ihrer Netto-Null-Illusion fest“

09. Januar 2026 um 19:00

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Clintel Foundation

Die Europäische Kommission hat einen neuen Schritt in Richtung ihres Ziels der „Netto-Null“ bis 2050 gebilligt, das eine Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 % gegenüber dem Niveau von 1990 bis 2040 vorsieht. Ein aktueller Bericht des französischen Thinktanks IREF (Institut de Recherches Économiques et Fiscales) liefert jedoch eine ernüchternde Realitätsprüfung.

Die Europäische Kommission strebt nun eine Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 % bis 2040 an. Die endgültige Verabschiedung wird für 2026 erwartet, gefolgt von der verbindlichen Umsetzung in nationales Recht. Der Umfang des Plans ist atemberaubend. Die EU schätzt die erforderlichen Investitionen bis 2040 auf 21 Billionen Euro – etwa 7 bis 8 % des BIP der EU –, ohne Finanzierungskosten. Die Politik erwartet eine Mischung aus Subventionen, CO₂-Bepreisung und zwingenden Vorschriften, um den größten Teil der Last auf den privaten Sektor zu verlagern. Die entscheidende Frage ist nicht mehr die Ambition, sondern die Machbarkeit.

Ein aktueller Bericht des französischen Thinktanks IREF (Institut de Recherches Économiques et Fiscales) liefert eine ernüchternde Bestandsaufnahme. Schon einfache Berechnungen lassen die Alarmglocken läuten. Die Emissionen der EU sind in den 33 Jahren von 1990 bis heute um 37 % gesunken. Um in nur 17 Jahren eine zusätzliche Reduzierung um 68 % zu erreichen, müsste das Tempo der Dekarbonisierung fast verdreifacht werden. Gelingt diese Beschleunigung nicht, wären die wirtschaftlichen Folgen eines so schnellen Emissionsrückgangs gravierend.

Die Strategie der EU basiert auf der Annahme, dass die Technologien ausgereift genug sind, um einen raschen Abbau jahrzehntelang aufgebauten fossilen Kapitals zu rechtfertigen. Der Plan stützt sich auf drei Säulen: ein Energiesystem, das von variablen erneuerbaren Energien (VRE) dominiert wird, eine massive Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden sowie tiefgreifende Veränderungen in der Landwirtschaft. Der Fehler liegt in der Notwendigkeit einer perfekten Koordination. Die Netze müssen für erneuerbare Energien ausgebaut werden, die Speicherkapazitäten müssen schneller wachsen als die Schwankungen, und die Nachfrage muss genau nach Plan steigen. Jede Diskrepanz verwandelt „Übergangsinvestitionen“ in gestrandete Vermögenswerte.

IREF zeigt, dass diese Diskrepanzen bereits weit verbreitet sind. Der großflächige Einsatz von VRE führt zu wechselnden Phasen von Überangebot – negativen Preisen und erzwungenen Einschränkungen – und Engpässen, in denen die Preise in die Höhe schnellen, die erneuerbaren Energien jedoch nicht reagieren können. Die ursprünglich als vorübergehend versprochenen Subventionen steigen wieder. Vor dieser Dynamik haben Institutionen wie die OECD und die Kernenergieagentur bereits vor Jahren gewarnt, doch deren Warnungen wurden weitgehend ignoriert.

Der Stromausfall in Spanien im April 2025 hat eine weitere Schwachstelle offenbart. Trotz anfänglicher Dementis zeigten Untersuchungen, dass die übermäßige Abhängigkeit von nicht regelbaren Energiequellen die Netzstabilität beeinträchtigte. Über dieses Ereignis hinaus berichten europäische Netzbetreiber von einem dramatischen Anstieg der Spannungsstörungen seit 2015, was auf eine zunehmende systemische Anfälligkeit hindeutet.

Die EU reagiert darauf mit der Forderung nach einem schnelleren Ausbau des Netzes und groß angelegten Speichermöglichkeiten, insbesondere für Wasserstoff. Die Fortschritte bleiben jedoch weit hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien zurück. Die Niederlande veranschaulichen das Problem: Netzüberlastungen blockieren derzeit neue Anschlüsse für Haushalte und Unternehmen und belasten das Wachstum. Laut von IREF zitierten Quellen könnte die Reparatur des niederländischen Netzes allein bis 2040 200 Milliarden Euro kosten. Im Gegensatz dazu schätzt die Kommission die Kosten für die gesamte EU auf nur 1,2 Billionen Euro, also nur das Sechsfache – eine unglaubwürdig niedrige Zahl, die auf eine systematische Unterschätzung hindeutet.

In Deutschland sieht es ähnlich aus. Im Rahmen der Energiewende wurde nur ein Sechstel der geplanten Übertragungsleitungen gebaut. Die deutsche Förderbank KfW schätzt, dass die Investitionskapazität für das Stromnetz vervierfacht werden müsste, um die Ziele für 2030 zu erreichen, aber niemand weiß, woher das Geld dafür kommen soll. Bei Wasserstoff sieht es nicht besser aus. Europäische und nationale Rechnungsprüfungsbehörden sind zu dem Schluss gekommen, dass Wasserstoffstrategien eher von politischen Ambitionen als von technischem oder wirtschaftlichem Realismus getrieben sind. Nur wenige Projekte kommen voran, und wichtige Technologien sind noch nicht ausgereift. Die Speicherziele für 2040 oder 2050 sind daher weitgehend spekulativ.

Ironischerweise erkennt nun auch Deutschland selbst die Grenzen seines Modells. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Pläne angekündigt, bis 2035 71 Gaskraftwerke zu bauen, um die Versorgung während wiederkehrender Wind- und Solar-Flauten sicherzustellen, sowie Subventionen für industrielle Strompreise. Die Korrektur der Fehler der Energiewende birgt nun die Gefahr einer Verzerrung des Wettbewerbs innerhalb der EU.

Auf der Nachfrageseite ist die Realität ebenso hart. Energieintensive Industrien stellen fest, dass die globalen Märkte nicht bereit sind, hohe Aufschläge für „dekarbonisierte“ Produkte zu zahlen. So ist beispielsweise die Aluminiumproduktion in Europa seit 2010 um 25 % zurückgegangen, während die weltweite Nachfrage um mehr als 70 % gestiegen ist. Hohe Strompreise und der obligatorische Kauf von CO₂-Zertifikaten schränken die Investitionskapazitäten zusätzlich ein.

Haushalte sehen sich ähnlichen Einschränkungen gegenüber. Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stagnierten aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich Kosten, Komfort und Zuverlässigkeit. Wärmepumpen und Dämmungen folgten dem gleichen Verlauf: anfängliche Begeisterung, enttäuschende Renditen, Einbruch der Nachfrage nach Wegfall der Subventionen. Nur strengere Vorschriften könnten diese Lücke schließen – aber solche Vorschriften würden auf Kosten der individuellen Freiheiten gehen.

Das IREF kommt zu dem Schluss, dass der Netto-Null-Plan der EU praktisch schon bei seiner Einführung zum Scheitern verurteilt ist. Seine interne Kohärenz ist in diesem Umfang und angesichts der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen die Mitgliedstaaten voranschreiten, nicht zu erreichen. Ein Beharren darauf würde den Wohlstand und die Freiheiten beeinträchtigen und den klassischen Misserfolg groß angelegter zentralistischer Pläne wiederholen – was der österreichische Ökonom Friedrich von Hayek einmal als „fatale Selbstüberschätzung” bezeichnet hat.

Die Ironie dabei ist, dass die Auswirkungen auf das Klima vernachlässigbar wären. Auf der Grundlage von IPCC-Formeln kommt das IREF zu dem Schluss, dass für Europa die Erreichung der Netto-Null im Jahr 2100 statt 2050 die globalen Temperaturen nur um 0,02 bis 0,06 °C verändern würde – unterhalb jeder sinnvollen Messschwelle.

IREF fordert daher eine strategische Kehrtwende: einen langsameren, realistischeren Weg zur Dekarbonisierung, der sich eher auf Innovation als auf Vorschriften konzentriert. Das auf Kernenergie basierende Stromsystem Frankreichs verursacht bereits weitaus geringere Emissionen als die von Deutschlands gescheitertem Experiment inspirierte Vision der EU, die stark auf erneuerbare Energien setzt. Der schrittweise Ersatz der verbleibenden Kohle- und Gasenergie durch regelbare kohlenstoffarme Energieerzeugung – möglicherweise einschließlich fortschrittlicher Kerntechnologien – in den nächsten drei Jahrzehnten wäre sowohl wirtschaftlich als auch technisch glaubwürdig. Dieser Weg würde radikale Netzumbauten, unrealistische Speicherkonzepte und Diskrepanzen zwischen Angebotsausbau und tatsächlicher Nachfrage vermeiden.

Europa beginnt, sich am Rande anzupassen, indem es die Vorschriften für Elektrofahrzeuge lockert und Stromsubventionen zulässt. Aber kosmetische Korrekturen werden eine grundlegend fehlerhafte Strategie nicht retten. Eine echte Neubewertung ist überfällig. Es ist besser, jetzt den Kurs zu korrigieren, als an einer Illusion festzuhalten, die das europäische Projekt selbst zu untergraben droht.

The report, in French: « European Union climate law: an economic and societal disaster with no effect on the climate », Authored by Vincent Bénard, IREF, December 2025 – Vincent Bénard is a civil and territorial planning engineer and economic analyst, who authored several articles and reports for IREF since 2021.

Link: https://clintel.org/think-tank-iref-against-all-rationality-the-eu-persists-in-its-net-zero-delusion/

Übersetzt von Christian Freuer

 

Der Beitrag Französische Denkfabrik IREF: „Entgegen aller Vernunft hält die EU an ihrer Netto-Null-Illusion fest“ erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Net Zero auf Energie-Versprechungen

01. Januar 2026 um 11:00

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John Mikkelsen

[Wie sich doch die Entwicklungen gleichen – hier in Australien. A. d. Übers.]

Während wir uns dem Beginn eines neuen Jahres nähern, lohnt es sich, noch einmal zusammenzufassen, wie die Labour-Partei einige wichtige Energieversprechen in Bezug auf „Netto-Null“ umgesetzt hat.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels bleiben Premierminister Anthony Albanese noch einige Wochen Zeit, um sein vor den Wahlen 2022 etwa 100 Mal wiederholtes Versprechen einzulösen, dass die Strompreise bis 2025 um 275 Dollar sinken würden. Stattdessen enthält der Weihnachtssack des Weihnachtsmanns eine Botschaft vom Grinch, Finanzminister Jim Chalmers, der die Rückerstattungen des Bundes beendet. Gleichzeitig steigt die Inflation und es gibt Anzeichen dafür, dass auch die Zinssätze wieder steigen werden, was einen weiteren Schlag für die Australier bedeutet, die mit Hypotheken, steigenden Mieten, Lebensmittel- und Kraftstoffpreisen zu kämpfen haben, die alle mit ihren Energiekosten zusammenhängen.

Die Realität ist, dass die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte in einigen Bundesstaaten um etwa 1200 Dollar gestiegen sind, für Unternehmen, die ums Überleben kämpfen, sogar noch viel mehr. Viele haben bereits den Stecker gezogen oder unser Land verlassen.

Keine Sorge, wenn Sie ein Großverbraucher wie die Aluminiumhütte Tomago von Rio Tinto oder das angeschlagene Stahlwerk Whyalla sind: Unsere Regierung hat Milliarden im Weihnachtsstrumpf, um „bezahlbaren“ Strom zu subventionieren, obwohl die Staatsverschuldung bald die Billionen-Dollar-Marke überschreiten wird. In diesem Fall ist „bezahlbar” nicht unbedingt gleichbedeutend mit „zuverlässig”, da der Trend zu intermittierenden, unzuverlässigen und kostspieligen erneuerbaren Energien immer stärker wird, so dass die kommenden Jahre interessant werden dürften.

Für diejenigen Grüntraum-Gläubigen, die immer noch glauben, dass eine fast vollständige Abhängigkeit von erneuerbaren Energien die Lösung ist, hat der Australian Energy Market Operator (AEMO) gerade gewarnt, dass Kohlekraftwerke bis 2049 Teil der australischen Landschaft bleiben müssen – was nur noch ein Jahr Zeit lässt, um das von Albo und Energieminister Chris Bowen versprochene „Netto-Null bis 2050” zu erreichen. Viel Glück dabei und auch beim Erreichen des versprochenen Ziels von „82 Prozent erneuerbaren Energien” bis 2030, wenn man bedenkt, dass der aktuelle Anteil bei etwa 40 Prozent liegt.

Australien ist wild entschlossen, die Umwelt zu zerstören, indem es heimische Wälder rodet, Berggipfel planiert und Ackerland ruiniert, um hauptsächlich aus China stammende Schandflecken zu errichten, die alle in weiteren 15 bis 20 Jahren ersetzt werden müssen, was enorme Entsorgungsprobleme mit sich bringt. Wir wissen heute, dass einige Windkraftanlagen große Mengen Asbest in ihren Komponenten enthalten, zusammen mit giftigen BPA-Verunreinigungen, die in die Luft und das Grundwasser gelangen können.

Unterdessen baut China etwa jede Woche ein neues Kohlekraftwerk und gleichzeitig erneuerbare Energien und Kernenergie aus. Laut der KI von Google übersteigt dies unsere jährlichen CO₂-Emissionen in nur 12 Tagen. Australien ist nach wie vor das einzige OECD-Land mit einem ideologisch motivierten Verbot der Kernenergie, während enge Verbündete wie die USA und Großbritannien die neuesten Technologien wie kleine modulare Reaktoren einsetzen oder alte Kraftwerke wie Three Mile Island modernisieren, um den enormen Energiebedarf von KI-Rechenzentren zu decken (hier)

Albo und Bowen glauben offenbar, dass wir neue Rechenzentren betreiben können, die mehr Strom verbrauchen als ein New Yorker Wolkenkratzer, mit „The Windmills of their Minds” und Notstromaggregaten, die nicht einmal einen Tag lang durchhalten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Werden sie es schaffen, auch nur ein einziges „grünes Wasserstoff”-Energieprojekt auf den Weg zu bringen, um ein weiteres Versprechen einzulösen, Australien zu einer „grünen Wasserstoff-Supermacht” zu machen, unterstützt durch Subventionen in Höhe von 2 Milliarden Dollar? Ups, ich zitiere noch einmal aus der KI-Übersicht von Google: „Berichten zufolge wurden Dutzende von grünen Wasserstoff-Projekten in Australien auf Eis gelegt, gestrichen oder erheblich verzögert. Eine Analyse von Anfang 2025 ergab, dass fast 100 Vorschläge, darunter 61 Einzelprojekte, „archiviert” worden waren.”

Australien verursacht nur ein Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Trotz der düsteren Prognosen von Albo und Bowen hätte es also praktisch keine Auswirkungen auf das Weltklima, wenn wir unsere Emissionen auf Kosten unserer Wirtschaft auf null reduzieren würden. Der ehemalige Chefwissenschaftler Alan Finkel gab dies vor einigen Jahren bei einer Anhörung im Senat zu, bevor er versuchte, seine Aussage zurückzunehmen, nachdem er von den zahlreichen Klima-Katastrophisten heftig kritisiert worden war.

Derzeit macht CO₂ nur winzige 0,04 Prozent der weltweiten Atmosphäre aus, was am unteren Ende der geologischen Zeitskala liegt. In früheren Epochen waren die Werte mehr als zehnmal höher, als Pflanzen und Korallenriffe florierten, beispielsweise während des Ordoviziums.

Es ist ein essentielles Spurengas für alle Pflanzen und Tiere, also seien Sie vorsichtig mit Ihren Wünschen – wenn der Gehalt unter 0,02 Prozent fällt, würde das Leben, wie wir es kennen, aufhören zu existieren.

Die Annahme, dass anthropogene CO₂-Emissionen der Haupttreiber des Klimawandels sind, ist eine unbewiesene Hypothese, die auf Computermodellen basiert und natürliche Einflüsse wie zyklische Veränderungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, die allmähliche Verschiebung der Magnetpole, enorme Emissionen von Gasen und Wasserdampf aus Unterwasser- und oberirdischen Vulkanen, Veränderungen der Meeresströmungen und eine erhöhte Sonnenfleckenaktivität, um nur einige zu nennen, außer Acht lässt.

Selbst die NASA räumt ein, dass höhere CO₂-Werte zu höheren Ernteerträgen und einer Begrünung des Planeten beigetragen haben. Noch einmal der KI-Bot von Google: „Studien der NASA und eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen bestätigen, dass erhöhte Kohlendioxidwerte (CO₂) in der Atmosphäre zur „Begrünung” der Erde und in einigen Fällen zu höheren kurzfristigen Ernteerträgen beigetragen haben. Dies ist als CO₂-Düngungseffekt bekannt.”

Alte Eiskernproben haben ebenfalls gezeigt, dass erhöhte CO₂-Werte immer erst Hunderte oder sogar Tausende von Jahren nach Temperaturanstiegen auftraten.

Wasserdampf ist zwar ein viel häufiger vorkommendes und wirksameres Treibhausgas, aber nicht einmal Albo und Bowen sind so überheblich, dass sie die Wolken besteuern wollen.

John Mikkelsen is a former editor of three Queensland regional newspapers, columnist, freelance writer and author of the Amazon Books memoir, Don’t Call Me Nev. https://www.amazon.com.au/Dont-Call-Nev-John-Mikkelsen/dp/B09S244GP1/

Link: https://saltbushclub.com/2025/12/20/net-zero-on-energy-promises/#more-2992

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag <em>Net Zero</em> auf Energie-Versprechungen erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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