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Kommt mit gutem Wetter im März auch viel Wind- und Solarstrom? Nicht ganz, wie eine Auswertung der Daten zeigt. Trotz drohender Energiekrise müssen Kohle und Gas weiter den Bedarf decken.
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Stromversorgung im März Kaum Rückenwind für die Energiewende wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.
Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT
h/t Ian Cunningham
WOW! Justin Rowlatt hat die Erleuchtung gefunden!
„Ich bin ein Early Adopter, wenn es um neue Technologien geht“, sagt Gavin Tait, ein 69-Jähriger aus Glasgow, mit einem Anflug von Stolz.
Als er vor etwa zehn Jahren bei seiner Pensionierung eine Pauschalsumme erhielt, investierte er daher in erneuerbare Energien: Sonnenkollektoren auf dem Dach, eine Hausbatterie und eine Wärmepumpe. „Das schien mir ein Kinderspiel zu sein“, erinnert er sich. „Ich konnte Geld sparen und der Umwelt helfen – warum sollte ich das nicht tun?“
Zunächst funktionierte es. Sein gut isoliertes Haus blieb warm und seine Energiekosten sanken. Doch in den letzten beiden Wintern begann sich die Lage zu ändern. „Ich bemerkte, dass meine Stromrechnungen in die Höhe schossen“, sagt er.
In diesem Winter schalteten er und seine Frau die Anlage aus und kehrten zu ihrem Gasboiler zurück, den sie als Reserve aufbewahrt hatten.
Gavin – der sich bei „BBC Your Voice“ über seine Erfahrungen gemeldet hat – sagt, er wisse, worin das Problem lag. Im besten Fall liefert Gas fast eine Wärmeeinheit pro eingesetzter Energieeinheit; seine Wärmepumpe kann bis zu drei oder vier Wärmeeinheiten pro Energieeinheit liefern. Da Wärmepumpen jedoch mit Strom betrieben werden, zahlt er nun etwa 27 Pence pro Kilowattstunde, verglichen mit weniger als 6 Pence für Gas, das einen Heizkessel antreibt – mehr als viermal so viel.
Gavin Tait und seine Frau schalteten ihre Wärmepumpe aus und kehrten zu ihrem Gaskessel zurück, nachdem steigende Stromkosten den Betrieb zu teuer gemacht hatten.
„Es ist ganz einfach“, sagt er. „Wirtschaftlich gesehen rechnet es sich einfach nicht.“
Seine Erfahrung ist kein Einzelfall. Eine Umfrage unter 1.000 Wärmepumpenbesitzern, die Censuswide im vergangenen Sommer im Auftrag von Ecotricity durchgeführt hatte ergab, dass zwei Drittel angaben, das Heizen ihrer Häuser sei teurer geworden als zuvor.
Für Kritiker der Regierungspolitik deuten Geschichten wie die von Gavin auf ein tiefer liegendes Problem hin.
Heizung und Verkehr machen über 40 % der Emissionen in UK aus, doch sie sagen, dass die Fortschritte beim Austausch von Gasheizkesseln und Benzinfahrzeugen weit hinter den Zielen zurückbleiben, weil die Minister den falschen Schwerpunkt setzten.
Ihrer Ansicht nach ist die Regierung darauf fixiert, die Stromerzeugung umweltfreundlicher zu gestalten, obwohl diese nur einen weitaus geringeren Anteil an unseren Gesamtemissionen ausmacht – etwa 10 %. Diese Fixierung treibt die Strompreise in die Höhe und verteuert den Umstieg auf Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge für die Bürger.
Das Thema hat an Dringlichkeit gewonnen, weil der Konflikt im Nahen Osten die Öl- und Gaspreise in die Höhe treibt und Befürchtungen weckt, dass die hohen Energiekosten anhalten könnten.
Die Regierung beharrt darauf, dass die Konzentration auf erneuerbare Energien letztendlich zu mehr Energiesicherheit führen wird, indem sie die Abhängigkeit von importiertem Gas verringert, die Emissionen senkt und – was entscheidend ist – die Kosten senkt.
Haben sie recht? Oder verfolgt die Regierung die falschen Ziele, indem sie saubererem Strom Vorrang einräumt, während die Fortschritte bei Heizung und Verkehr hinterherhinken?
Das Problem ist, dass die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zwar kostengünstig sein kann, das für seine Einspeisung erforderliche System jedoch nicht. Als ich Sir Dieter Helm, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Oxford, nach seiner endgültigen Antwort auf die Frage nach den Kosten erneuerbarer Energien frage, lacht er.
„Es kommt ganz darauf an, was man misst“, sagt er. Sir Dieter erklärt, dass man einen wichtigen Aspekt übersieht, wenn man sich nur auf die Kosten der Stromerzeugung konzentriert: die Kosten des Gesamtsystems.
Strom muss jederzeit verfügbar sein – nicht nur, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Das bedeutet Reserveerzeugung, zusätzliche Kapazitäten und ein ausgedehnteres Netz.
Sir Dieter gibt mir ein vereinfachtes Beispiel. Der Spitzenstrombedarf in UK liege bei etwa 45 Gigawatt (GW), sagt er. In der Vergangenheit konnte dieser Bedarf mit rund 60 GW Kapazität aus Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken gedeckt werden.
Da sich das System zunehmend auf erneuerbare Energien verlagert, wird weitaus mehr Kapazität benötigt – nicht nur für Wind- und Solarenergie, sondern auch für Reservekapazitäten für Zeiten, in denen diese keine Energie liefern. Nach Schätzungen von Sir Dieter bewegt sich Großbritannien auf einen Wert von etwa 120 GW zu. Gleichzeitig muss auch das Stromnetz ausgebaut werden, um den Strom aus Offshore-Windparks dorthin zu leiten, wo er benötigt wird.
Über die genauen Zahlen wird diskutiert, aber die Richtung ist klar: Teilweise aufgrund der erneuerbaren Energien wird das System größer, komplexer und teurer. Ein Teil dieser Kosten schlägt sich bereits in den Rechnungen nieder. Der Ausbau des Netzes – der Bau neuer Masten und Stromleitungen – treibt die Netzentgelte in die Höhe.
Hinzu kommen „Ausgleichskosten“, darunter Zahlungen an Windparks, damit diese abschalten, wenn das System nicht den gesamten von ihnen erzeugten Strom aufnehmen kann. Und bis vor kurzem machte ein Subventionsprogramm rund 10 % der durchschnittlichen Haushaltsrechnung aus.
Es gibt noch einen weiteren Punkt. UK verfügt über besonders große Vorkommen einer der kostspieligeren erneuerbaren Energiequellen – der Offshore-Windenergie.
Dank der Massenproduktion sind die Kosten für Solarenergie drastisch gesunken. Doch der oft bewölkte Himmel in Großbritannien – insbesondere im Winter, wenn der Bedarf am höchsten ist – schränkt die Leistungsfähigkeit des Systems ein.
Offshore-Windenergie ist zuverlässiger, erfordert jedoch große, standortspezifische Ingenieurprojekte, die sich nicht auf die gleiche Weise reproduzieren lassen und daher nicht den gleichen nachhaltigen Kostenrückgang verzeichnen konnten. Gleichzeitig haben steigende Preise für Materialien wie Stahl und Seltene Erden – zusammen mit höheren Zinssätzen – die Kosten weiter in die Höhe getrieben.
Auf dem Papier hat Großbritannien erhebliche Fortschritte bei der Ökologisierung gemacht – die Emissionen des Landes sind seit 1990 um rund 50 % gesunken. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich der globale Fußabdruck Großbritanniens insgesamt um den gleichen Prozentsatz verringert hat.
Viele früher in Großbritannien hergestellte und dort verbrauchte Güter werden heute im Ausland produziert und dann hierher importiert, wobei diese Produktion oft in Ländern mit einem höheren CO₂-Fußabdruck stattfindet.
China beispielsweise deckt nach wie vor mehr als die Hälfte seines Energiebedarfs mit Kohle, was bedeutet, dass die Emissionen lediglich ins Ausland verlagert und nicht insgesamt reduziert wurden.
Darauf weisen führende Klimaforscher hin, darunter Prof. Kevin Anderson von der Universität Manchester, der argumentiert, dass die Zahl von 50 % „den internationalen Luft- und Seeverkehr sowie unsere Importe und Exporte nicht berücksichtigt“.
Er fügt hinzu: „Bezieht man diese mit ein – was beim Klima natürlich der Fall ist –, dann beträgt der Rückgang seit 1990 etwa 20 %.“ Die Regierung erklärt, sie halte sich an die Richtlinien der Vereinten Nationen zur Emissionsberichterstattung.
China deckt nach wie vor mehr als die Hälfte seines Energiebedarfs mit Kohle, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass die mit dem britischen Verbrauch verbundenen Emissionen lediglich ins Ausland verlagert wurden.
Gleichzeitig schlagen sich die höheren Systemkosten nicht nur in den Stromrechnungen der Haushalte nieder – sie wirken sich auf die gesamte Wirtschaft aus. Britische Haushalte haben mit einigen der höchsten Stromrechnungen in Europa zu kämpfen. Für Unternehmen sieht die Lage noch düsterer aus.
https://www.bbc.co.uk/news/articles/c86ey5n9vx9o
Willkommen auf der dunklen Seite, Justin!
Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/18/renewables-are-costing-us-a-fortune-justin-rowlatt/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Der Beitrag Erneuerbare Energien kosten uns ein Vermögen – Justin Rowlatt erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Coober Pedy Hybrid-Energieversorgung aus erneuerbaren Energien
Von Jo Nova
Dies ist die Machbarkeitsstudie für das ganze Land, welche die Regierung hätte durchführen können…
Anstatt leichtsinnige Experimente mit unserem nationalen Stromnetz durchzuführen, hätten wir einen Testlauf machen und eine Kleinstadt umstellen können, um zu sehen, ob es funktioniert. Wenn erneuerbare Energien irgendwo Erfolg haben sollten, dann an einem Ort wie Coober Pedy. Schließlich bieten diese kleinen Wüstengemeinden weite, offene Flächen, viel Sonne, und die neuen erneuerbaren Energien müssen sich nur mit teuren Dieselgeneratoren messen, nicht mit billiger Kohle.
Die Anhänger erneuerbarer Energien feierten letzte Woche, weil es einer Kleinstadt gelungen war, „fast fünf Tage“ lang ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Fast fünf?!
Man könnte meinen, es handele sich um eine neue Anlage, aber dieses System wurde bereits 2017 errichtet. Im Grunde genommen haben die Einwohner von Coober Pedy neun lange Jahre darauf gewartet, so viel Glück mit dem Wetter zu haben.
Und der bisherige Rekord, den sie mit dieser Ausrüstung aufgestellt haben, stammt aus dem Jahr 2019!
Von Sophie Vorrath, Reneweconomy
In einem LinkedIn- Update vom Dienstag gab EDL bekannt, dass ihr Hybrid-Kraftwerk in Coober Pedy kürzlich 116 Stunden ununterbrochen ohne Diesel betrieben hat. „Das sind fast fünf Tage am Stück Energie für die traditionsreiche australische Bergbaustadt – ausschließlich erzeugt durch Wind-, Solar- und Batteriestrom“, heißt es in dem Beitrag.
Der bisherige Rekord für den längsten ununterbrochenen Betrieb mit 100 Prozent erneuerbarer Energie lag bei 97 Stunden im Dezember 2019.
Es ist sozusagen schon eine lange Zeit her, seit wir das letzte Mal davon etwas gesehen haben.
Und die große Frage lautet: „Wie viel hat das gekostet?“
Coober Pedy ist eine Stadt in der südaustralischen Wüste mit etwa 1.600 Einwohnern. 2009 versuchten sie, für 7 Millionen Dollar eine große Solaranlage zu errichten, doch das Projekt scheiterte. 2014 unternahmen sie einen neuen Versuch, der jedoch die Investitionskosten auf rund 40 Millionen Dollar erhöhte. Das Gesamtprojekt wuchs in den folgenden zwanzig Jahren zu einem wahren Stromabnahmegeschäft mit Kosten von 192 Millionen Dollar an.
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Quelle https://edlenergy.com/project/coober-pedy/
Es war so schlimm, dass die Opposition im Bundesstaat eine Untersuchung forderte, und ein unabhängiger Bericht schätzte, dass sie, wenn sie nur ein anderes Angebot eingeholt hätten, im Laufe der 20-jährigen Betriebszeit 85 Millionen Dollar (von den 192 Millionen Dollar Gesamtkosten) hätten einsparen können.
Oder sie hätten jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind 120.000 Dollar geben können, damit diese sich einen eigenen Generator kaufen können…
Und wie viel wurde dadurch in 20 Jahren eingespart?
Warte, bis du hörst:
Ein Sprecher von DSD sagte, das Projekt werde der Regierung voraussichtlich über einen Zeitraum von 20 Jahren 5,4 Millionen Dollar an Kosten für die Dieselstromerzeugung einsparen.
Die Landesregierung gab also rund 100 Millionen Dollar an unnötigen Subventionen aus, um in den nächsten zwei Jahrzehnten 5 Millionen Dollar an Brennstoffkosten einzusparen. Die gute Nachricht: Wir wissen, dass sich der Ausbau unseres nationalen Netzes für erneuerbare Energien nicht lohnt. Die schlechte Nachricht: Wir haben bereits Hunderte von Milliarden Dollar verschwendet, und das völlig unnötig.
Wie lange genau würde Australien ohne Diesel auskommen?
Weitere Machbarkeitsstudien zu Mikronetzen finden Sie hier – beispielsweise für Flinders Island , Alice Springs und Onslow .
Mit freundlicher Genehmigung von Helen D und Jim S.
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WEITERE INFORMATIONEN
Das Hybridkraftwerk Coober Pedy hat eine Kapazität von 9,25 MW, davon 1 MW Solarenergie, 4 MW Windenergie und 4,15 MW Dieselenergie.
Weitere Informationen, einschließlich eines Live-Erzeugungsberichts, sind bei der EDL Coober Pedy verfügbar. (Dort trug die Solarenergie zwischen 3:00 und 4:30 Uhr in Südaustralien 0,3 kW bei).
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https://joannenova.com.au/2026/04/renewables-finally-powers-coober-pedy-for-five-days-straight/
Der Beitrag „Erneuerbare“ Energien versorgen Coober Pedy endlich fünf Tage am Stück mit Strom! erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Während Westeuropa in Folge der eigenen Sanktionspolitik ökonomisch erodiert, verfolgt Budapest einen Kurs, der in Brüssel als offene Provokation gilt: 92 Prozent des ungarischen Rohöls stammen weiterhin aus Russland. Dahinter steckt kein ideologisches Bekenntnis, sondern eine nüchterne Interessenpolitik, die auf Versorgungssicherheit und Preisstabilität setzt. Das Paradoxe daran: Trotz der engen Bindung an russische Pipelines übererfüllt Ungarn seine Klimaziele bereits Jahre vor der Frist. In unserem Exklusiv-Interview analysiert der ungarische Außenjournalist Gábor Stier die physischen Realitäten eines Binnenlandes, den strategischen Coup um die serbische NIS-Raffinerie, die aggressive Rolle Kiews im Kampf um die europäische Energie-Infrastruktur und die gefährliche Balance zwischen Geopolitik und Wahltaktik – und erklärt, warum die Angriffe aus Kiew der Regierungspartei Fidesz am Ende sogar nützen könnten. Mit dem Experten sprach Éva Péli kurz vor den entscheidenden Parlamentswahlen am 12. April.
Éva Péli: Nach der Blockade der Straße von Hormus explodierten die Preise am Weltmarkt. Hat Budapest mit seiner kompromisslosen Festlegung auf landgebundene Pipelines am Ende schlicht recht behalten? Ist diese „physische Realität“ derzeit die einzige wirksame Lebensversicherung für die Volkswirtschaften Mitteleuropas?
Gábor Stier: Eindeutig. Die ungarische Strategie ist pragmatisch. Im Mittelpunkt stehen die Versorgungssicherheit, die Möglichkeit der Diversifizierung und der geringstmögliche Preis. Jetzt zeigt sich erst richtig, wie sehr dieses bodenständige Denken die Abhängigkeit verringert. Für ein Land wie Ungarn ist das ein entscheidender Aspekt. Wir sind bei fossilen Energieträgern fundamental auf Importe angewiesen.
Der Kernpunkt ist: Man muss Öl und Gas aus der größtmöglichen Nähe beziehen. Vorzugsweise sollte dies auf dem Landweg über Pipelines geschehen. Das ist am sichersten und zugleich am billigsten. Erst recht gilt das für ein Binnenland ohne eigenen Meereszugang.
Darüber hinaus bevorzugte die ungarische Regierung stets leitungsgebundenes Gas auf Basis langfristiger Verträge gegenüber Flüssiggas (LNG). Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es nun mit beiden Optionen Probleme gibt. In Friedenszeiten ist es schwer, sich die Realität einer Kriegssituation vorzustellen. Nun haben wir bereits zwei Kriege – beziehungsweise drei, wenn wir den Konflikt mit der EU-Kommission dazuzählen. Deshalb müssen Diversifizierungsmöglichkeiten geschaffen werden.
In der Gesamtschau ist Russland für Ungarn ein zuverlässiger Lieferant. Die aktuellen Unterbrechungen gehen dabei nicht von Moskau aus. Zudem lieferte Russland das Rohöl in den letzten Jahren um 15 bis 20 Prozent unter dem Weltmarktniveau. Das russische Öl passt perfekt zu den ungarischen Raffinerien; ein Wechsel wäre technisch nicht nur extrem aufwendig, sondern auch eine ökonomische Sackgasse. Zudem erweist sich der Kurs der russischen Sorte Urals derzeit als deutlich wertstabiler gegenüber den Schwankungen der Nordseesorte Brent. Ein Wechsel der Ölsorte würde Milliardeninvestitionen in die Umrüstung der Raffinerien erfordern, auf die die ungarische Industrie seit Jahrzehnten optimiert ist.
Das klingt nach einer rein technokratischen Erfolgsrechnung. Aber lässt sich diese Strategie der kurzen Wege und der staatlichen Kontrolle über Schlüsselsektoren in einer Zeit, in der die EU massiv auf Marktliberalisierung und Abkopplung drängt, dauerhaft durchhalten?
Das wichtigste Ergebnis der Energiepolitik seit 2010 ist: Ungarn konnte trotz seiner Importabhängigkeit die Versorgungssicherheit garantieren. Dies geschah zeitgleich mit der termingerechten Umsetzung des Übergangs zu sauberer Energie. Zudem wurden erschwingliche Energiepreise sichergestellt. Die unorthodoxe ungarische Energiepolitik hat sich als krisenfest erwiesen. Das ist maßgeblich der Rückgewinnung des staatlichen Einflusses auf Schlüsselsektoren und Infrastrukturen nach 2010 zu verdanken.
Blicken wir auf die nackten Zahlen jenseits der medialen Schlagzeilen. Wie resilient ist das ungarische Energiemodell tatsächlich? Wie groß ist die Abhängigkeitslücke, die ohne russische Lieferungen einen sofortigen Industriestopp auslösen würde? Und inwieweit konnten Investitionen in Solar- und erneuerbare Energiequellen diesen „seidenen Faden“ bereits verstärken?
Ungarn hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die neuesten Daten zeigen: Mit einer Reduktion von 43 Prozent haben wir dieses Ziel bereits 2023 übererfüllt. Bis 2030 ist sogar eine Senkung um bis zu 52 Prozent wahrscheinlich.
Dieser Erfolg spiegelt sich in der gesamten Energiebilanz wider: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg bis 2025 auf 38 Prozent. Dadurch sank die Kohlenstoffintensität der Stromproduktion seit 2010 um 44 Prozent, während die Stromimporte gleichzeitig von 32 auf nahe 20 Prozent zurückgingen. Auch bei der Wärmeerzeugung hat sich der Anteil der Erneuerbaren in 15 Jahren auf stolze 25 Prozent verdoppelt.
Auch im Verkehrssektor zeigt die Kurve nach oben: Lag der Anteil der Erneuerbaren 2010 noch bei etwa sechs Prozent – damals fast ausschließlich durch Biokraftstoffe –, hat er sich bis heute auf rund 15 Prozent mehr als verdoppelt. Neben der klassischen Beimischung treiben nun vor allem die Elektromobilität und der Ausbau des grünen Schienenverkehrs diesen Wandel voran. Der Anteil fossiler Energieträger im ungarischen Gesamtmix sinkt somit kontinuierlich und messbar.
Das ist eine beeindruckende Bilanz beim Klimaschutz, die in Deutschland kaum bekannt ist. Aber wie passt das zu der Tatsache, dass Ihre „Abhängigkeit“ beim Öl sogar noch gestiegen ist? Rechnen sich die russischen Importe trotz des politischen Drucks immer noch so massiv?
Tatsächlich stammten 2025 rund 92 Prozent des ungarischen Rohöls aus Russland – ein massiver Anstieg gegenüber den 61 Prozent von 2021. Das ist jedoch kein politisches Statement, sondern die Folge blockierter Handelswege und schlichter ökonomischer Vernunft: Russland bleibt für ein Binnenland wie Ungarn derzeit alternativlos.
Eine aktuelle Studie des Centre for the Study of Democracy belegt das: Der ungarische Energiekonzern MOL zahlte für russisches Öl im Schnitt ein Fünftel weniger als für nicht-russische Ware. Diese Preisdifferenz bescherte der MOL allein im Jahr 2025 eine monatliche Ersparnis von durchschnittlich 47,3 Millionen Euro. Man kauft also weiterhin russisches Öl, weil der Preisvorteil gegenüber der Nordseesorte Brent zu groß ist, um ihn zu ignorieren.
Ohne die „Druschba“-Leitung steigen jedoch die Versorgungsrisiken. Theoretisch gäbe es Alternativen aus Nordafrika oder Zentralasien, die per Schiff über das kroatische Omišalj und die Adria-Pipeline nach Ungarn fließen könnten. Doch in der Praxis scheiterte die Adria-Leitung zuletzt an einem Belastungstest. Eine weitere Option, die ukrainische Odessa-Brody-Pipeline, bleibt vorerst Zukunftsmusik: Sie setzt nicht nur Frieden, sondern auch massive Investitionen in eine marode Infrastruktur voraus.
[Anm. d. Red.: Omišalj ist ein kleiner Hafenort an der Nordküste der kroatischen Insel Krk, der für die Energieversorgung Ungarns und ganz Mitteleuropas eine strategische Schlüsselrolle einnimmt.]
Beim Öl sehen wir also eine rein ökonomische Logik. Aber wie steht es um das Erdgas? Kiew hat den Transit gestoppt – hat Ungarn hier nicht mittlerweile seine strategische Tiefe verloren?
Ungarns Erdgasimporte stiegen 2025 signifikant auf 12,4 Milliarden Kubikmeter. Das ist eine Steigerung von 24 Prozent gegenüber 2024, was teilweise am erhöhten Transitbedarf liegt. Der ungarische Eigenverbrauch liegt bei etwa acht Milliarden Kubikmetern. Davon stammen rund 1,5 Milliarden bereits aus heimischer Förderung. Im vergangenen Jahr kamen fast acht Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas aus südlicher Richtung nach Ungarn. Das bedeutet: Die TurkStream-Pipeline lief im Grunde unter Volllast.
Rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas flossen zudem aus Rumänien und Kroatien ein – zwei Quellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit „russlandfrei“ sind. Während die Verbindung nach Rumänien auf künftige Schwarzmeer-Gasfelder setzt, dient Kroatien mit seinem LNG-Terminal auf Krk bereits heute als wichtigste Route für die internationalen Zukäufe des Staatskonzerns MVM.
2025 zog auch der West-Import an. Aus Richtung Österreich kamen fast drei Milliarden Kubikmeter Gas nach Ungarn. Da jedoch im vergangenen Jahr der ukrainische Transit eingestellt wurde, beläuft sich der russische Anteil an den Gesamtimporten immer noch auf gut 60 Prozent. Ungarn ist zu einem bedeutenden regionalen Transitland geworden. Ein Teil des Gases wird in die Slowakei und ein größerer Teil in die Ukraine weitergeleitet. 46 Prozent der ukrainischen Importe stammten 2025 aus Ungarn. Hauptquelle bleibt Russland. Die ungarische Regierung unterzeichnete 2021 einen langfristigen Vertrag über 15 Jahre mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom. Das Gas kommt über zwei Routen: Der größere Teil von Süden über TurkStream und BalkanStream durch Serbien, ein kleinerer Teil aus Richtung Österreich.
Kiew konnte Ungarn mit der Einstellung des Transits 2025 also nicht unter Druck setzen. Selbst eine Aktion gegen die TurkStream würde das Land nicht in die Knie zwingen. Ungarn ist gut in das europäische Leitungsnetz eingebettet. Die Kapazitäten der grenzüberschreitenden Leitungen sind groß. Zudem steht Ungarn bei den Erdgasspeichern sehr gut da. Die Versorgung wäre physisch in Ordnung. Nur mit der Bezahlbarkeit gäbe es im Falle eines Stopps Probleme. In Ländern wie Deutschland oder Österreich ist der Gaspreis für Haushalte heute doppelt so hoch wie vor der Abkopplung von den Energiequellen aus Russland.
Kommen wir zur physischen Sicherheit. Seit der Sprengung von Nord Stream ist die TurkStream zur kritischsten Energie-Schlagader für Südosteuropa geworden. Wie groß schätzt man in Budapest das Risiko ein, dass auch diese Leitung Ziel einer sabotierten „Aktion“ wird?
Das Risiko wächst ständig. Die Ukrainer greifen heutzutage bereits wöchentlich die Kompressorstationen von BlueStream und TurkStream an. Die Antwort der ungarischen Regierung auf solche Angriffe und die Blockierung der Druschba-Pipeline ist klar: Sie stellt nach dem Diesel schrittweise auch den Gasexport in die Ukraine ein. Angriffe auf solche kritischen Anlagen galten lange als Tabu. Dieses Tabu ist heute gefallen. Die Blockierung oder Kontrolle von Transportwegen ist heute eine Waffe. Genau deshalb sind Diversifizierung und alternative Routen unerlässlich.
Aber begeben wir uns hier nicht in eine neue Falle? Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán setzt massiv auf Ankara als neuen Energie-Hub. Riskieren wir hier nicht, eine „Abhängigkeit“ von Russland lediglich gegen eine geopolitisch unberechenbare „Abhängigkeit“ von der Türkei einzutauschen?
Davon gehe ich nicht aus. Die Abhängigkeit von Moskau war stets gegenseitig. Das wird bei den europäischen Narrativen heute gerne weggelassen. Im Übrigen hat die Orbán-Regierung pragmatische Arbeitsbeziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Ankara aufgebaut. Das hilft dabei, „Überraschungen“ zu vermeiden.
Dass Geopolitik schwerer wiegt als nackte Zahlen, zeigt die Übernahme der serbischen NIS-Raffinerie durch die MOL. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der serbische Staat als Käufer auftreten wollte und bereit war, für die Anteile von Lukoil und Rosneft bis zum Doppelten des ungarischen Angebots zu zahlen. Doch am Ende entschied nicht der höchste Preis, sondern der Eigentümer: Die russische Seite gab den Ungarn den Vorzug – ein Deal, den Washington stillschweigend billigte und den Belgrad schließlich akzeptieren musste. Diese Transaktion beweist: Im Energiegeschäft sind Vertrauen und langfristige strategische Allianz oft die härtere Währung als das höchste Gebot.
Damit wäre die MOL nun ein zentraler Akteur auf dem Balkan. Aber wie sichert man dieses neue Portfolio physisch ab, wenn die alten Versorgungswege wegbrechen?
Solange Ungarn Zugang zu russischem Öl hat, wird die Raffinerie in Pančevo künftig über die neue Leitung Algyő – Novi Sad versorgt. Diese Verbindung wird derzeit im Eiltempo realisiert und schließt Serbien an das kroatische Janaf-System (Adria-Pipeline) an.
Das Ergebnis ist ein strategischer Doppelsieg: Einerseits wird die Rohölversorgung diversifiziert, andererseits entstehen neue Produktleitungen, über die Kraftstoffe aus Pančevo in die gesamte mitteleuropäische Region fließen können. Serbien wird so viel enger in den EU-Binnenmarkt eingebunden. Mit dem Einstieg der MOL gewinnt das Portfolio eine echte mitteleuropäische Dimension und sichert Budapest langfristig einen massiv erweiterten strategischen Handlungsspielraum.
Aber wie verkauft man diese nüchterne Realpolitik den Wählern? Die staatliche Deckelung der Energiekosten wird in Brüssel gern als marktentstellender Populismus gebrandmarkt. Welches politische Gewicht hat dieses Schutznetz im aktuellen Wahlkampf?
Damit verhält es sich wie mit den Maßnahmen gegen die Migration. Erst wurde die Regierung als „faschistisch“ tituliert und von der EU bestraft. Heute sagt man in der gesamten Union dasselbe wie Viktor Orbán im Jahr 2016. Auch die Nebenkostensenkung wurde als marktfeindlich gebrandmarkt. Nun dämpfen viele Staaten mit ähnlichen Maßnahmen die Krisenauswirkungen für die Bevölkerung. Das ist ein scheinheiliges Verhalten.
Was den Wahlkampf betrifft: Die Regierung beweist seit Langem, dass Populismus keine schlechte Sache sein muss. Die Macht lässt die Hand der Bevölkerung nicht los. Dem Durchschnittsbürger ist das egal, solange die Stabilität gewahrt bleibt. Übrigens ist das kein Wundermittel. Auch Unzufriedene genießen die Vorteile dieser Politik und wählen dann doch die Opposition. Aber besonders die ärmeren Schichten zählen auf die Fürsorge des Staates und wählen Orbán.
Ob diese Politik nachhaltig ist? Sicher nicht bis in alle Ewigkeit. Aber hoffentlich dauert die Krise nicht ewig. Bei den Kraftstoffen gibt es wegen des hohen Steueranteils noch Reserven. Zudem sind die russischen Energieträger spürbar billiger. Bei langfristigen Verträgen ist die Situation kalkulierbarer. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die Dienstleister teilweise in staatlichem Eigentum sind. Das erhöht den Handlungsspielraum massiv.
Wenige Tage vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag gerät Ungarn ins Kreuzfeuer globaler Strategien. Während US-Vizepräsident James D. Vance Ministerpräsident Viktor Orbán am Dienstag mit einem 500-Millionen-Dollar-Öldeal gegen Brüssel unterstützt, verschärfen Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Druck auf die ungarische Versorgungssicherheit.
Herr Stier, US-Vizepräsident J. D. Vance hat Viktor Orbán am Dienstag in Budapest als „profundesten Anführer Europas in der Energiesicherheit“ geadelt. Hinter dem zeremoniellen Lob steht ein harter Deal: Der Kauf von 500.000 Tonnen US-Rohöl im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar. Während der Rest der EU im Sog von Sanktionen und des Iran-Konflikts ökonomisch erodiert – fungiert dieser Ausbau der transatlantischen Energie-Achse als eine Art strategische „Lebensversicherung“ für Budapest?
Nichts ist für die Ewigkeit, und es ist auch keine hundertprozentige Lebensversicherung – man sieht ja, dass Washington sich in die ungarisch-ukrainischen EU-Streitigkeiten nicht einmischt und Ungarn nicht verteidigt –, aber im Bedarfsfall könnte Orbán auf Trump zählen. Natürlich gäbe es auch diese Hilfe nicht umsonst.
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass hinter der drastischen Erhöhung der kroatischen Transitgebühren in Wahrheit das Berliner Kanzleramt unter Friedrich Merz steckt. Erleben wir gerade, wie europäische Infrastrukturen als geopolitische Waffe gegen ein unliebsames EU-Mitglied instrumentalisiert werden?
Alle Anzeichen deuten darauf hin. Bisher hat Berlin nur hinter den Kulissen intrigiert, während Friedrich Merz Ungarn nun bereits offen droht. Was sich in der EU rund um die ungarische Energiepolitik abspielt, zeigt deutlich die Zerrissenheit der Union. Ungarn kann Brüssel nicht vertrauen, während Budapest seitens der EU-Führung unter Generalverdacht gestellt wird.
Ein absurdes Detail der aktuellen Krise: Ungarn und die Slowakei stützen die ukrainische Strom- und Dieselversorgung massiv – oft ironischerweise auf Basis russischer Rohstoffe. Welcher Logik folgt Kiew, wenn es ausgerechnet jene Pipelines blockiert, die das eigene Hinterland am Leben halten?
Hass macht blind und lässt einen nicht rational denken. Zudem glaubt Kiew, dass immer jemand zur Hilfe eilen wird. Da wäre ich mir nicht so sicher. Und noch etwas: Für die ukrainische Führung spielt der Preis keine Rolle, da nicht sie ihn bezahlt. Vorerst.
Beobachter sprechen von einer regelrechten Fluchtbewegung: Deutsche Autohersteller weichen vor der Berliner Energiepolitik nach Ungarn aus. Inwieweit profitiert der Standort Ungarn faktisch von dieser Deindustrialisierung Deutschlands?
Die deutschen Autohersteller haben Ungarn nicht erst jetzt gefunden. Dass sich diese Zusammenarbeit für alle lohnt, zeigt sich darin, dass sie trotz der Spannungen im bilateralen Verhältnis funktioniert. Die ungarische Wirtschaft profitiert davon, obwohl sie den deutschen Firmen aufgrund des Wettbewerbs um Investitionen in der Region erhebliche Vergünstigungen gewährt. Diese Situation stabilisiert den Arbeitsmarkt und treibt auch das BIP nach oben.
Am 5. Februar wurde mit dem Bau beim russischen Paks-II-Projekt in Ungarn begonnen, während US-Außenminister Marco Rubio genau zu diesem Zeitpunkt ein Abkommen über die kleinen modularen Reaktoren (SMR) der USA unterzeichnete. Ist diese Strategie machbar? Vertragen sich die zwei rivalisierenden Nukleartechnologien nebeneinander, ohne das Land in unkontrollierbare Abhängigkeiten zu stürzen?
Diese Abhängigkeit ist gegenseitig und zum beiderseitigen Vorteil; zwischen Budapest und Moskau funktioniert das seit Jahrzehnten. Was die US-amerikanischen oder französischen Zulieferungen betrifft, so hat die ungarische Regierung damit die – nach langem Hin und Her endlich eingekehrte – Ruhe um das Projekt „gekauft“.
Daher ist es unverständlich, dass Siemens aus ideologischen Gründen von der eigenen Regierung [der deutschen Bundesregierung] vom Paks-II-Projekt ausgeschlossen wurde. Was das SMR-Geschäft mit den USA betrifft, so hat Ungarn daran vorerst keinen dringenden Bedarf. Es fehlt auch das Geld dafür, zudem verfügen die USA derzeit selbst noch nicht über einsatzbereite kleine modularen Reaktoren. Doch mit diesem Geschäft konnte man die ungarisch-amerikanische Zusammenarbeit „ölen“. Problematischer ist der nukleare Brennstoff von Westinghouse, da es sich dort um zwei verschiedene Technologien handelt, aber warten wir auch da das Ende ab.
Fabio De Masi vom BSW meint, deutsche Steuerzahler müssten Ungarn eigentlich für seine Standhaftigkeit danken, da Budapest Milliardenverluste für die europäische Industrie abwendet. Verleiht diese Schützenhilfe aus Deutschland der ungarischen Regierung spürbaren Rückenwind bei den Verhandlungen in Brüssel?
Wie wir sehen, gar nicht, da Kanzler Merz der ungarischen Regierung wegen der Blockade bereits mit ernsthaften Konsequenzen droht.
Fünf Tage vor der Wahl steht die TISZA-Partei im Rampenlicht. Ist diese Bewegung ein echtes, von unten gewachsenes ungarisches Phänomen – oder fungiert sie eher als Vehikel für externe Kräfte, die in Budapest endlich den langersehnten Machtwechsel erzwingen wollen?
Lassen wir diesen Begriff „Systemwechsel“ als Kampagnen-Slogan beiseite. Wenn es dazu kommt, wird es ein Machtwechsel sein. Und zwar deshalb, weil der Fidesz nach 16 Jahren ermüdet ist; im letzten Zyklus hat er zudem nicht nur mehr als üblich Fehler gemacht, sondern auch die äußeren Umstände waren dem Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität nicht förderlich.
Aus dieser Unzufriedenheit ist die Tisza gewachsen, die am Anfang vor allem von Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Partei, und seinen Rachegelüsten getrieben wurde, woraufhin dann auch externe Kräfte die Chance in der Partei witterten, Orbán abzulösen. Die Opposition ist auch deshalb stark, weil sie im Gegensatz zu früher nicht gespalten ist, und der frühere Zauber des Fidesz ist gebrochen. Hinzu kommt, dass hinter den unbestreitbaren außenpolitischen Erfolgen ernsthafte wirtschaftliche Probleme, ein schlechter Stil und Korruption stehen. So kann es passieren, dass, während in Europa gerade jene politischen Kräfte erstarken, die durch Viktor Orbán geprägt sind, in Ungarn gegen diesen Trend ein Machtwechsel stattfindet.
Es wirkt wie ein Paradoxon: International ist Orbán der Ideengeber für die europäische Rechte, doch im eigenen Land kämpft er um sein politisches Überleben. In dieser brenzligen Lage fällt die extreme Rhetorik aus Kiew auf – spielt diese aggressive Einmischung der Opposition in die Hände oder bewirkt sie das Gegenteil?
Ich halte es für unglücklich, dass die Ukraine-Frage zu einem der zentralen Themen des Wahlkampfs geworden ist. Die ungarische Gesellschaft ist in dieser Frage gespalten, weil sie auch dies durch das Prisma der Einstellung zu Orbán betrachtet.
Doch noch erstaunlicher ist, wie die ukrainische Führung sich gegenüber Ungarn verhält. Es ist, als ob Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein Team beleidigt wären, weil es ein Land gibt, das keinen Krieg will und Nein zu einer übereilten EU-Integration der Ukraine sagt. In diesem Geist greifen sie offen in den Wahlkampf ein und tun alles dafür, dass Viktor Orbán stürzt. Die ukrainische Führung merkt in ihrem Hass nicht einmal, dass sie mit diesen groben Äußerungen im Kneipenstil im Wesentlichen all das bestätigt, was Orbán behauptet. So macht derzeit gerade Selenskyj am effektivsten Wahlkampf für den Sieg des Fidesz.
Trotz dieser „Wahlhilfe“ durch Selenskyj bleibt das Narrativ der „äußeren Einmischung“ das bestimmende Thema. In Brüssel und Washington wird bereits jetzt vor der „russischen Karte“ gewarnt. Erleben wir hier eine reale Gefahr oder den Versuch, ein missliebiges Wahlergebnis bereits im Vorfeld moralisch zu diskreditieren?
In Wahlen wurde schon immer und überall eingegriffen – im Zeitalter der sozialen Medien ist dies fast unvermeidlich geworden. Dabei beobachten wir oft, wie sich verschiedene Interventionen gegenseitig neutralisieren. Die sozialen Medien sind jedoch ein besonders effektives Werkzeug der Einflussnahme: Wir erleben persönlich, wie in diesem digitalen Raum konservative Ansichten unterdrückt oder gar gesperrt werden. Das ist eine eindeutige Einmischung – und zwar explizit gegen die konservativen Kräfte.
Parallel dazu wird bereits das Narrativ für den Fall eines Fidesz-Sieges vorbereitet: Man will das Ergebnis vorab als Produkt russischer Manipulation delegitimieren. Davon handeln die aktuellen Artikel in der Washington Post oder der Financial Times. Wie schon in Rumänien, Moldau oder nach den US-Wahlen 2016 wird hier die „russische Karte“ gespielt. Das Ziel ist die Diskreditierung des Wahlsiegs und die Infragestellung der demokratischen Legitimität. Dieses Drehbuch ist hinlänglich bekannt. Ob die Russen tatsächlich nachweislich eingegriffen haben, spielt dabei für die Akteure keine Rolle. Es geht allein darum, die Legitimität der Regierung zu schwächen – selbst um den Preis einer innenpolitischen Destabilisierung.
Warum herrscht eigentlich dieses Schweigen über die dokumentierten Einmischungsversuche Kiews oder den sanften Druck des Brüsseler Mainstreams, während man sich ausschließlich auf die „russische Gefahr“ fokussiert?
Es reicht, Bundeskanzler Friedrich Merz zuzuhören: Man spürt deutlich, dass es hier längst nicht mehr nur um Sympathiebekundungen geht, sondern um konkrete Drohungen. Eines ist sicher: So haben wir uns die westliche Demokratie vor vier Jahrzehnten nicht vorgestellt.
Blicken wir auf die Zielgerade: Der Wahlkampf ist zu einer Schlammschlacht aus Spionagevorwürfen und Geheimdienstleaks verkommen. Was ist Ihre persönliche Prognose für den 12. April?
Dieser Wahlkampf ist gleichzeitig sehr hart und extrem interessant. Beide Seiten arbeiten enorm viel, erreichen damit aber eher nur das eigene Lager. Während der Fidesz die „ukrainische Karte“ ausspielt, spielt die Tisza die „russische Karte“.
Gegen Péter Magyar spricht, dass sein Programm sich im Wesentlichen auf den Sturz von Orbán beschränkt. Nach dem Hochfahren der Spionagevorwürfe kam nun US-Vizepräsident Vance am Dienstag nach Budapest. Ich denke, dass derzeit die Chancen des hochgefahrenen Fidesz um ein Haar besser sind und er 106 bis 110 Mandate [von insgesamt 199] erringen könnte.
Sollte am Sonntag tatsächlich ein Machtwechsel erfolgen – wie viel realen Spielraum hätte eine neue Regierung überhaupt, um die tief verwurzelten Beziehungen zu Moskau und Peking zu kappen, ohne das Land in den Staatsbankrott zu führen?
Die Opposition rechnet mit den bisher zurückgehaltenen europäischen Geldern. Es besteht kaum ein Zweifel, dass im Falle ihres Sieges die Brüsseler Bedenken plötzlich verschwinden würden und die Rechtsstaatlichkeit auf einmal „wiederhergestellt“ wäre. Die EU würde im Gegenzug erwarten, dass die Regierung Moskau und Peking den Rücken kehrt.
Da dies jedoch auch die übrigen europäischen Länder auf recht scheinheilige Weise tun, würde Budapest wohl auch nicht sofort und vollständig damit brechen. Egal welche Regierung Ungarn haben wird, sie muss das wirtschaftliche Problem bewältigen. Während der Fidesz dies auf die bisher bekannte Weise tun würde, täte es die Tisza mit Steuererhöhungen und dem Erlangen der europäischen Gelder. Dies hätte jedoch einen hohen Preis.
Vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch, Herr Stier.
Titelbild: Hirado.hu / Horváth Péter Gyula ![]()
Fast ein Jahr nach dem verheerenden Total-Stromausfall in Spanien und Portugal am 28. April 2025 hat der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) seinen Abschlussbericht vorgelegt. Was den Bürgern als nüchterne Analyse verkauft wird, ist in Wahrheit ein vernichtendes Zeugnis für die politisch erzwungene “Energiewende” und eine düstere Warnung für ganz Europa.
Es brauchte sage und schreibe 49 hochbezahlte “Experten” aus diversen Behörden, Netzbetreibern und Regulierungsstellen, um herauszufinden, was kritische Beobachter und echte Fachleute schon seit Jahren predigen: Ein Stromnetz, das auf ideologischen Wunschträumen statt auf physikalischen Realitäten aufbaut, bricht unweigerlich zusammen. Am 28. April 2025 um 12:33 Uhr gingen in Kontinentalspanien und Portugal die Lichter aus. Nichts ging mehr. Selbst im angrenzenden Südwesten Frankreichs kam es zu Ausfällen bei Industriekunden. Es war der schwerste Blackout in Europa seit über 20 Jahren. Nun präsentierte uns die ENTSO-E die Gründe dafür.
Im feinsten Technokraten-Sprech ist im Bericht von “Oszillationen”, “Lücken bei der Spannungs- und Blindleistungsregelung”, “schnellen Leistungsminderungen” und “ungleichmäßigen Stabilisierungsfähigkeiten” die Rede. Übersetzt aus dem Behörden-Neusprech in einfaches Deutsch heißt das: Der Flatterstrom aus Wind und Sonne, gepaart mit dem politisch gewollten Abschalten verlässlicher Grundlastkraftwerke, hat das Netz derart destabilisiert, dass es kollabierte. Mehr noch: Es musste einfach irgendwann kollabieren.
Wenn die rotierenden Massen klassischer Kraftwerke fehlen, die unser Stromnetz jahrzehntelang sicher und stabil gehalten haben, genügen schon kleine Schwankungen, um eine fatale Kettenreaktion (“kaskadierende Generatorabschaltungen”) auszulösen. Denn die Stromnetze funktionieren nur in engen Bandbreiten, die vom wechselhaften Wind- und Solarstrom ohne ständige Eingriffe durch die Netzbetreiber gar nicht gehalten werden können.
Besonders entlarvend ist die Schlussfolgerung der Experten-Kommission. Man stellt fest, dass sich die “regulatorischen Rahmenbedingungen anpassen müssen, um die sich entwickelnde Natur des Stromsystems zu unterstützen”. Bitte lesen Sie diesen Satz zweimal. Die “sich entwickelnde Natur” ist ein zynischer Euphemismus für die mutwillige Zerstörung der früher sichersten Energieversorgung der Welt. Weil die grüne Ideologie nicht mit den Gesetzen der Physik vereinbar ist, sollen nun also die Gesetze, die Märkte und die Vorschriften an den Öko-Wahn angepasst werden. Koste es, was es wolle.
Die ENTSO-E gibt unumwunden zu, dass dieser Blackout ein “erstmaliges Ereignis dieser Art” war und dass lokale Entwicklungen (sprich: der unkoordinierte Ausbau von Erneuerbaren ohne Speicher- und Regulierungskapazitäten) das gesamte europäische Netz in den Abgrund reißen können.
Doch wer glaubt, dass die Verantwortlichen in Brüssel, Berlin oder Wien daraus lernen und den Irrweg der “Energiewende” stoppen, irrt gewaltig. Stattdessen fordert das Gremium eine “engere Koordination”, einen “Datenaustausch” und eine “verbesserte Überwachung”. Am Ende also fordert man einfach nur mehr Bürokratie, anstatt sich ernsthafte Gedanken über die Zukunft der europäischen Stromversorgung zu machen.
Für die Bürger Europas ist dieser Bericht ein Alarmsignal. Spanien und Portugal waren nur der Anfang. Wenn die Politik weiterhin die physikalischen Grenzen unseres Stromnetzes ignoriert, um den Klima-Götzen zu huldigen, werden wir uns an dunkle, kalte Nächte und stillstehende Fabriken gewöhnen müssen.
WUWT, Gastautor, Roger Caiazza
Ich wollte schon lange mit dem Mythos aufräumen, dass erneuerbare Energien den billigsten Strom liefern. Dieser Mythos ist mittlerweile allgemein bekannt, weshalb eine Widerlegung stichhaltige Argumente erfordert. Eine Artikelserie von Steve Carson auf dem Blog „Science of Doom “ erklärt, warum dieser Mythos falsch ist. Er fasst es so zusammen: „Wir haben viel billige, aber fluktuierende Energie erzeugt, und jetzt ist es teuer, das System am Laufen zu halten, wenn diese Energie nicht verfügbar ist.“
In einem Leseleitfaden zu seinen jüngsten Beiträgen zum Thema erneuerbare Energien erklärt Carson, warum günstige erneuerbare Energien nicht automatisch zu günstigem Strom führen. Mein Kollege Francis Menton und ich argumentieren schon lange, dass, bevor New Yorks unkontrollierter Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorangetrieben wird, ein Pilotgebiet die Übergangsvorgaben umsetzen sollte, um die Folgen zu beobachten. Carson verfasste 14 Beiträge, die zunächst einen breiteren Überblick boten (einschließlich China und Europa) und sich dann auf Südaustralien als das geeignetste Praxisbeispiel für den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrierten, um die Realität anderer Regionen zu untersuchen.
Ich empfehle die gesamte Serie. Carson schlägt vor, die Beiträge chronologisch zu lesen, besonders wenn man die Serie noch nicht kennt. Jeder Beitrag ist in sich abgeschlossen, aber „zusammen ergeben sie ein klares Bild davon, warum „billige erneuerbare Energien“ nicht automatisch billigen Strom erzeugen und warum das System letztendlich für Flexibilität, Reservekapazitäten und die Verkabelung bezahlen muss.“
Falls Sie keine Zeit haben, alle zu lesen, schlug Carson Folgendes vor:
Im Folgenden werden die Beiträge in chronologischer Reihenfolge aufgelistet, jeweils mit einer kurzen Zusammenfassung.
1) Chinas erneuerbare Energien und PR
Steve Carson erklärt, wie leicht man mit denselben Daten ganz unterschiedliche Geschichten erzählen kann. Chinas Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien ist enorm – aber das gilt auch für die Kohle. Dieser Beitrag zeigt, welche Daten (z. B. Energiemenge in TWh, prozentuales Wachstum eines ausgewählten Jahres) Ihnen die gewünschte Antwort liefern.
2) Deutschland und die erneuerbaren Energien
Dieser Beitrag beschreibt eine ähnliche Situation in Deutschland. Der deutsche Strommix hat sich seit 2015 verändert. Die Nachfrage ist deutlich gesunken (aufgrund der Stilllegung von Schwerindustrie), und die Energiequellen haben sich gewandelt: „Kohle stark zurückgegangen, Kernenergie praktisch nicht mehr vorhanden, Wind- und Solarenergie massiv ausgebaut“. In diesem Fall spielt die Datenauswahl keine Rolle – das Ergebnis bleibt dasselbe. Carson weist darauf hin, dass Importe die durch die schwankende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien entstehenden Lücken schließen. Dieser Beitrag bietet einen Überblick, bevor in späteren Beiträgen die grenzüberschreitende Energieversorgung genauer betrachtet wird.
Einschub: Wer beliefert Deutschland?
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Innerhalb von fünf Jahren haben sich die Gesamtimporte um fast das Zweieinhalbfache erhöht. Das ist genau das, was man erwarten würde, wenn man gleichzeitig Folgendes berücksichtigt:
Die Aufschlüsselung nach Ländern ist interessant:
Link von obiger Empfehlung: Deutschland hält die Lichter am Laufen → 1.500-km-Staffellauf
3) Deutschland, Erneuerbare Energien & Die Stromversorgung
Befürworter grüner Energie verweisen oft auf den Erfolg des deutschen Energiewandels hin, um zu beweisen, dass es möglich ist. Dieser Artikel erklärt, wie dies gelang und warum es nicht übertragbar ist. Kurz gesagt: Der deutsche Energiewandel nutzt Interkonnektoren häufig als „erweiterten Netzspeicher“. Der Artikel beschreibt Deutschlands Energieimporte, die Lieferanten und warum grenzüberschreitende Leitungen im Stillen drei Funktionen gleichzeitig erfüllen – die Verteilung günstiger Stromerzeugung, die Bereitstellung von Reservekapazitäten und die Nutzung von Wettervorteilen.
4) Das 1.500-km-Staffelrennen: Warum der spanische Wind Mühe hat, Deutschland zu erreichen
Die Annahme, die akademischen Studien zugrunde liegt, die belegen wollen, dass Wind-, Wasser- und Solarenergie ohne neue Technologien das Stromnetz effektiv versorgen können, ist, dass der Wind irgendwo weht, wenn er im eigenen Land nicht weht. Dieser Beitrag beleuchtet eingehend den oft übersehenen physikalischen Engpass: die Stromübertragung. Carson erklärt, dass Spanien meteorologisch gesehen „anti-deutschland“ sein kann, aber „der grenzüberschreitende Stromtransport ist ein jahrzehntelanger, milliardenschwerer Wettlauf um Milliarden Euro“.
5) Großbritannien und erneuerbare Energien
In diesem Beitrag analysiert Carson die Situation im Vereinigten Königreich. Er beschreibt die britische Stromerzeugung von 2015 bis 2024: „Kohle bricht zusammen, Windkraft boomt, Kernenergie geht zurück, Gas bleibt zentral.“ Sein Ansatz basiert auf einer einfachen, datenorientierten Betrachtungsweise, die die Folgefrage aufwirft: Was bedeutet „Erfolg der erneuerbaren Energien“ im Systemkontext?
6) Großbritannien und erneuerbare Energien: Wie die Magie funktioniert
Der nächste Beitrag analysiert die Daten genauer. Er zeigt, dass Großbritannien stark auf Importe, Gas, Biomassebilanzierung usw. setzt. Ich bin überzeugt, dass Marketing ein wesentlicher Bestandteil der Botschaft von Befürwortern grüner Energie ist, und Carson erklärt, wie sich die Argumentation für einen hohen Anteil erneuerbarer Energien verändert, sobald man die vollständigen Systembeschränkungen berücksichtigt. Das wären all die Einschränkungen, die diese Befürworter ignorieren.
7) Deutschland, Großbritannien und Frankreich: Der Preis der Energiewende
Carson fasst in diesem Artikel die vorherigen Aussagen zusammen:
Deutschland baute Wind- und Solarenergie massiv aus – erlebte aber gleichzeitig eine Deindustrialisierung (Industrieabwanderung) und eine deutliche Veränderung im Stromhandel mit den Nachbarländern. Großbritannien stellte die Kohleverstromung ein, setzte verstärkt auf Offshore-Windkraft und erhöhte die Verbrennung von Holzhackschnitzeln. Beide Länder waren zudem stärker auf Importe angewiesen – insbesondere Frankreich auf Atomkraft und Norwegen auf Wasserkraft.
Carson erklärt: „Die Verfechter der Energiewende versprechen oft, dass die Strompreise zwangsläufig sinken werden, weil Wind- und Solarenergie keine Brennstoffkosten verursachen.“ Ich musste erst nachschlagen, was „Verfechter“ bedeutet – es ist ein australischer Slangausdruck für einen Marktschreier. Carson untersucht, was Verbraucher tatsächlich erleben: „Die Kostenstruktur, die Abwägungen und warum ‚mehr erneuerbare Energien‘ ohne Flexibilität und entsprechende Verkabelung nicht automatisch zu ‚niedrigeren Rechnungen‘ führt.“ Ich empfehle diese Reihe, weil er die Bestandteile der Stromkosten hervorragend aufschlüsselt. In diesem Beispiel analysiert er den Großhandelspreis, die Netzentgelte und zusätzliche Kosten wie Steuern, die zusammen die Stromrechnung ausmachen, und zeigt, wie diese Faktoren die Preise in Deutschland und England im Vergleich zu Frankreich beeinflusst haben, das erneuerbare Energien nicht so konsequent verfolgt hat.
In den verbleibenden sieben Artikeln dieser Reihe nutzt Carson die Erfahrungen aus Südaustralien, um tief in die „tägliche Preis-Achterbahnfahrt und ihre wahre Bedeutung“ einzutauchen.
8) Das 100%-Experiment: Wie ein kleiner Staat zum weltweiten Labor für erneuerbare Energien wurde
Er argumentiert, dass Südaustralien das geeignetste Praxislabor für einen hohen Anteil erneuerbarer Energien sei, da es „über riesige Dachsolaranlagen, viel Windkraft und ein engmaschiges Netznetz verfügt“. Dieser Beitrag legt den Grundstein: Was hat sich zwischen 2015 und 2025 verändert, und warum verhält sich das Stromnetz anders als in der Ära der fossilen Brennstoffe üblich?
Es ist in New York State geltende Doktrin, dass ein System mit erneuerbaren Energien dem derzeitigen System überlegen ist, da die Preise für fossile Brennstoffe stark schwanken und ein Wind- und Solarsystem externe Ursachen dieser Schwankungen eliminiert. Carson erklärt, warum auch ein System mit erneuerbaren Energien mit Preisschwankungen zu kämpfen hat: „Mittags fallen die Preise ins Negative und abends schnellen sie auf extreme Höhen.“ Dieser Beitrag erläutert die „Canyon-Kurve“ und warum die Preisschwankungen im Großhandel nicht zu niedrigeren Haushaltsrechnungen führen. Der Autor empfiehlt diesen Beitrag als besten Einstiegspunkt, falls Sie nur einen Artikel über Südaustralien lesen möchten.
10) Batterien in Südafrika: Der Markt in Betrieb
Seit ich 2017 meinen Blog gestartet habe, ist mir aufgefallen, dass sich jeder Aspekt der Energiewende bei genauerer Betrachtung als komplexes Thema entpuppt. Dies ist ein gutes Beispiel dafür. Befürworter des New Yorker Klimagesetzes sehen Batteriespeicher als vielseitige Lösung: Sie sollen überschüssigen Wind- und Solarstrom in Spitzenzeiten verlagern, Kapazität und Systemdienstleistungen bereitstellen, wenn fossile Kraftwerke stillgelegt werden, und die Gesamtsystemkosten senken. Im Beispiel von San Antonio heißt es: „Batterien werden nicht gebaut, um Strom für einen Tag zu speichern – sie werden gebaut, weil der Markt schnelle Reaktionszeiten in den Randzeiten honoriert.“ Dieser Beitrag zeigt, welchen Beitrag Batterien tatsächlich im Tagesverlauf zum Stromnetz leisten.
Um meine These zu untermauern, dass sich jeder Aspekt bei genauerer Betrachtung als komplexer erweist, geht Carson detailliert auf die Regeln des NEM-Marktes ein. Der National Electricity Market (NEM) ist der vernetzte Großhandelsmarkt, der Queensland, New South Wales, Victoria, South Australia und Tasmanien verbindet. Carson erklärt, wie der NEM Geschwindigkeit belohnt: 5-Minuten-Abrechnung, „Twitch“-Märkte für Frequenzregelungs- und Systemdienstleistungen (FCAS), negatives Preisverhalten und die Bedeutung netzbildender Wechselrichter. Dies ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, warum diese Reihe so nützlich ist. Carson analysiert alles verständlich und beschreibt die Vorgänge, um eine sehr komplexe Situation zu erklären.
12) Das Negativpreis-Rätsel – Warum Stromerzeuger für die Stromproduktion bezahlen
In der alternativen Realität erneuerbarer Energien sind negative Strompreise ein Merkmal eines Systems mit hoher Wind- und Solarkapazität. Carson erklärt: „Negative Preise sind kein Fehler – sie sind die Art und Weise, wie der Markt Überschüsse abbaut, wenn einige Erzeuger nicht abschalten können oder wollen.“ Er geht detailliert auf die Wirtschaftlichkeit des Kohle- und Gaskreislaufs, Förderprogramme für Wind- und Solarenergie und die Gründe ein, warum negative Gebote dennoch rational sein können.
Dieser Beitrag erklärt die Funktionsweise von Subventionen für erneuerbare Energien in Südafrika. Daher kann die Fachsprache in anderen Ländern abweichen. Er beschreibt:
Der „zweite Markt“, der zur Finanzierung erneuerbarer Energien beitrug: Zertifikate für die Erzeugung großer Mengen (LGCs). Wer zahlt, wie sich die Kosten auf den Stromrechnungen auswirken, warum die LGC-Werte einbrachen (weil das System funktionierte) und was neuere Mechanismen stattdessen versuchen.
Es gibt zwei neuere Mechanismen. Das Capacity Investment Scheme ist ein Bundesprogramm, das neue, erneuerbare und saubere, bedarfsgerechte Kapazitäten fördert und diese über wettbewerbliche Ausschreibungen in den NEM-Regionen vergibt. Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien (REGO) sind handelbare Zertifikate, die bestätigen, dass eine bestimmte Strommenge aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde. Ich vermute, kann es aber nicht beweisen, dass die meisten Märkte ähnliche Mechanismen verwenden.
14) Die solare Mittagspause, die die Kohleindustrie nicht bieten kann (und die Gasindustrie nur bedingt)
Dies ist ein weiteres Beispiel für die verborgenen Komplexitäten des Stromsystems, die Insider verstehen, die aber von Befürwortern erneuerbarer Energien ignoriert werden. Der eher technische Beitrag erklärt, warum thermische Kraftwerke nicht einfach um 8 Uhr morgens abgeschaltet und um 16 Uhr wieder angefahren werden können, ohne Kosten und Risiken zu verursachen. Er beleuchtet die physikalischen Aspekte der Negativpreisentwicklung – Anfahrvorgänge, Lastspitzen, Lastzyklen und warum Batterien eine sinnvolle Überbrückung darstellen.
Diskussion
Während ich diese Zusammenfassung vorbereitete, fielen mir einige Zitate aus den Artikeln ins Auge.
Die Ergebnisse aus Deutschland, England und Frankreich zeigen Folgendes:
Die eingehende Analyse des Testfalls in Südaustralien ergab folgende Punkte:
Daten aus Südafrika veranschaulichen das „Preisparadoxon“: Wie „kostenloser“ Brennstoff aus Sonne und Wind einen Markt mit extremen Hoch- und Tiefpreisen geschaffen hat, der selten zu einer „günstigen“ Rechnung für den Durchschnittshaushalt führt.
Ein wichtiger Punkt: Batterien mögen negative Preise, weil das Laden dadurch billig (oder sogar kostenlos) wird. Allerdings sind Batterien durch ihre Energiekapazität und ihren Ladezustand begrenzt – sie können keinen unendlichen Überschuss aufnehmen.
Das ist die Kernaussage der vorangegangenen Artikel:
Der eigentliche Wandel besteht also nicht darin, dass „erneuerbare Energien billig sind“. Der eigentliche Wandel besteht vielmehr darin:
Wir haben viel billige, intermittierende Energie erzeugt, und jetzt besteht der teure Teil darin, das System zum Laufen zu bringen, wenn diese Energie nicht verfügbar ist – oder gar zuviel davon ins Netz gedrückt wird.
Abschluss
Ich kann diese Artikelreihe wärmstens empfehlen, da sie eine hervorragende Informationsquelle zum Mythos der billigen erneuerbaren Energien darstellt.
Steve Carsons ursprüngliche Website „Science of Doom“ befasste sich mit Klimawissenschaften. Jetzt veröffentlicht er seine Artikel auf einem gleichnamigen Substack .
Roger Caiazza bloggt auf Pragmatic Environmentalist of New York über Energie- und Umweltthemen in New York . Dies spiegelt seine persönliche Meinung wider und nicht die seiner früheren Arbeitgeber oder anderer Unternehmen, mit denen er in Verbindung stand.
https://wattsupwiththat.com/2026/03/27/renewables-are-cheap-myth/
Der Beitrag Mythos: Erneuerbare Energien sind billig erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Pressemittelung der SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.
Forschungsergebnisse des Helmholtz-Zentrums Hereon haben erstmals die langfristige Gesamtwirkung der Vielzahl von Windparks auf Luft- und Meeresströmungen der Nordsee aufgezeigt.
Deutsche Nordsee. „Schon früh haben wir vor diesem extremen
Industrie-Ausbau in unserer Nordsee gewarnt,“ führt SDN-Vorsitzender
Gerd-Christian Wagner aus und fügt hinzu, dass die SDN schon zu Beginn
des Ausbaues, neben der Stationierung ausreichender Notschlepp-Kapazitäten nahe der Parks, auf die Auswirkungen auf Meeresökologie wie Strömungsverhältnisse hingewiesen hat. „Nun zeigt sich mit dieser ersten Studie zur Gesamtwirkung der riesigen Offshore-Windparks auf die Meeres- und Luftströmungen, wie berechtigt unsere Forderungen waren und noch sind!“
Die Rotoren entziehen dem Wind Energie und beeinflussen die
Oberflächenströmungen mit bis zu 20 Prozent Verlangsamung in die Nordsee
hinein. Die Turbinenpfeiler hingegen stellen unter Wasser Hindernisse dar, die die Gezeitenströmungen und – frequenzen verändern. Diese Wind- und Gezeiten-Wakes (Nachlaufeffekte) interagieren miteinander und bestimmen die komplexen, physikalischen Auswirkungen der Parks. Dadurch kann es zu großräumigen Veränderungen im Sedimenttransport und der Durchmischung des Meerwassers kommen.
Die Studie zeigt erste Hinweise darauf, wie sich strömungsbedingte Risiken für die Meeresumwelt zumindest begrenzen ließen. Nach den vorliegenden Modellsimulationen spielen vor allem der Abstand der Turbinen, die Standortwahl der Windparks sowie die lokalen Gezeitenbedingungen eine zentrale Rolle dafür, wie stark sich Strömungen, Temperaturverhältnisse und die Durchmischung des Wassers verändern.
„Diese Ergebnisse sind wenig überraschend“, erklärt der 2. SDN-Vorsitzende, Kapitän Ulrich Birstein. „Sie bestätigen vielmehr, dass großflächige Offshore-Windparks das empfindliche System der Nordsee deutlich beeinflussen. Wer die Energiewende auf See vorantreibt, muss auch die Folgen für Strömungen, Sedimenttransport und Ökosysteme ehrlich benennen.“
Zugleich warnt Birstein davor, die Auswirkungen einzelner Projekte nur isoliert zu betrachten. „Die Industrialisierung der Nordsee schreitet in vielen Bereichen gleichzeitig voran. Offshore-Windparks sind dabei nur ein Teil des Problems.“ Hinzu kämen unter anderem, neben einer steigenden Havarie-Gefahr, beispielsweise noch Unterwasserlärm, Müllbelastungen, Öl- und Gasförderung, Schlickverklappungen sowie der Ausbau von Rohrleitungen und Kabeltrassen durch die Nordsee und dem Wattenmeer.
„Jeder einzelne dieser Eingriffe belastet das Meer zusätzlich“, so Birstein. „In der Summe entsteht ein massiver Nutzungsdruck auf einen Lebens- und Naturraum, der ohnehin schon stark belastet ist. Wer die Nordsee schützen will, muss diese Entwicklungen endlich gesamthaft betrachten – und nicht nur einzelne Projekte genehmigen, ohne ihre Gesamtwirkung zu berücksichtigen.“
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Zusatz-Info 1:
Die Arbeit (https://www.nature.com/articles/s43247-026-03186-8) wurde
Mitte Februar im Nature-Fachjournal Communications Earth & Environment
vorgestellt.
Zusatz-Info 2:
Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 aufgrund umfassender Verschmutzungen der Nordsee ins Leben gerufen wurde. Seitdem engagiert sich die Schutzgemeinschaft sachlich-fachlich und parteiübergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr in die Öffentlichkeit sowie die Ministerialverwaltungen und Parlamente des Bundes und der vier Nordsee-Küsten-Länder. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen. Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als
Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als
weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV sowie die Anschaffung moderner Notschlepper für Nord- und Ostsee, wie aktuell auch der Unterelbe.
SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.
- Pressestelle -
Peter Andryszak
[email protected]
0441-3801848
0172-4363439
www.sdn-web.de
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Bildquelle: Kaito Wai / shutterstock
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Stromnetze, die auf Wind- oder Solarenergie angewiesen sind, müssen über Reservekapazitäten verfügen, die im Gegensatz zu diesen Energiequellen nicht intermittierend sind. Das ist teuer.
Meinung: Von Dave McGruer und Bryan Leyland, Sonderbeitrag für die Financial Post
Um die Energiewende klar zu durchdenken, muss man finanzielle Spekulationen von den realen Energieflüssen trennen und transparent darlegen, wer die Energieversorgung sichert und wer dafür bezahlt.
Ein kürzlich erschienener Artikel in ESG Today feiert Microsofts Erreichen von 100 % erneuerbarer Energie und bezeichnet dies als Meilenstein unternehmerischen Klimaschutzes. Hinter der Überschrift verbirgt sich eine Frage: Geht es hier um physikalische Gesetze oder um Buchhaltung? Stromnetze funktionieren nach physikalischen Prinzipien, nicht nach Papierkram.
In einem Stromnetz muss Angebot und Nachfrage sekündlich übereinstimmen. Spannung und Frequenz müssen daher kontinuierlich stabilisiert werden, um einen Netzzusammenbruch zu verhindern. Andernfalls besteht die ernsthafte Gefahr eines Totalausfalls, wie er kürzlich in Spanien zu verzeichnen war. Wenn der Wind nachlässt oder die Sonne untergeht , muss sofort eine andere Energiequelle einspringen, um die fehlende Energie oder Spannungsstabilität zu gewährleisten. Diese Energie wird durch bedarfsgerechte Erzeugungskapazität aus Gas- oder Kohlekraftwerken sowie aus Wasserkraft- oder Kernkraftwerken bereitgestellt. Die Netzbetreiber koordinieren diese Erzeugungskapazitäten, um die Versorgungssicherheit unter allen Bedingungen rund um die Uhr sicherzustellen.
Wenn ein Unternehmen verkündet, seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, verstehen Laien das so, als ob seine Anlagen permanent mit Wind- oder Solarenergie versorgt würden. Doch das entspricht – bis auf wenige Ausnahmen – nicht der Realität. Tatsächlich gibt das Unternehmen an, im Laufe eines Jahres Zertifikate für erneuerbare Energien erworben oder Stromabnahmeverträge abgeschlossen zu haben, die den Bau von Kraftwerken ohne fossile Brennstoffe in einem Stromnetz fördern. Diese Produktion wird dann dem eigenen jährlichen Stromverbrauch angerechnet . Das ist jedoch reine Geldmacherei. Das Stromnetz liefert dem Unternehmen weiterhin den benötigten Strom in Echtzeit, und seine Stabilität hängt nach wie vor von diesen Reservekraftwerken ab, die definitionsgemäß sofort einsatzbereit sein müssen und somit nicht aus Wind- oder Solarenergie stammen.
Ein einfaches Gedankenexperiment verdeutlicht den Unterschied: Könnte das Unternehmen funktionieren, wenn es physisch vom Stromnetz getrennt wäre und seinen Strom ausschließlich aus den vertraglich vereinbarten Wind- und Solaranlagen bezöge? Und könnte es dies auch in windstillen Nächten, bei winterlichen Bedarfsspitzen und mehrtägigen Wetterflautephasen ohne massive Batteriespeicher oder Notstromaggregate gewährleisten? Die Antwort lautet: Nein. Das bedeutet, dass die Diskrepanz zwischen Jahresbilanz und tatsächlicher Selbstversorgung real und bedeutend ist.
Das wirft wichtige Fragen darüber auf, wer genau für die Zuverlässigkeit des Stromnetzes bezahlt.
Die fluktuierende Stromerzeugung erhöht den Bedarf an Reservekapazitäten, Frequenzregelung, neuen Übertragungsleitungen und anderen Ausgleichsdienstleistungen. Diese Kosten sind real und in der Regel hoch. Sie werden über Kapazitätsmärkte (Energieerzeuger stellen bei Bedarf zusätzliche Kapazitäten bereit), netzweite Gebühren und Strompreise für Endverbraucher gedeckt und von allen Stromverbrauchern – privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und Industrieunternehmen – getragen. Wenn ein Unternehmen den Reputationsvorteil von „sauberer“ Energie für sich beansprucht, während es auf eine Infrastruktur angewiesen ist, die nicht sauber ist und von allen anderen im System bezahlt wird, ist das zumindest ein wenig irreführend.
Mit dem Ausbau fluktuierender Kapazitäten im Stromnetz steigt der finanzielle Druck auf die steuerbaren Erzeuger, das System stabil zu halten. Unternehmen, die einen Großteil ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen und gleichzeitig auf die Netzstabilität anderer Anbieter angewiesen sind, wälzen einen Teil der tatsächlichen Betriebskosten auf andere Verbraucher ab. Die Formulierung „100 Prozent erneuerbar“ verschleiert den tatsächlichen Energiewandel, anstatt ihn zu verdeutlichen, und erschwert es, ehrliche Fortschritte zu messen und zu erzielen.
https://financialpost.com/opinion/opinion-the-hidden-costs-of-100-per-cent-renewable
Der Beitrag Die versteckten Kosten von „100 Prozent erneuerbaren Energien“ erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
WUWT, Gastautor, From American Thinker, Bill Ponton, 25.03.2026
Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr ganzes Leben lang mit Klimawandel-Unsinn abgespeist worden, aber jetzt hat die Realität Einzug in die Industrie gehalten. Was tun Sie?
Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr ganzes Leben lang mit Klima-Unsinn gefüttert worden. Ihre Lehrer waren hohle, naive Dummchen, die die Klima-Agenda komplett übernommen hatten und keinerlei Widerspruch von ihren Schülern duldeten. Als Sie dann aufs College kamen, waren Sie sich sicher, dass Sie einen Beruf mit „nachhaltig“ oder „Nachhaltigkeit“ im Titel wolltest. Während des Studiums entdeckten Sie dann, dass Sie mit einem Abschluss in „nachhaltiger Finanzwirtschaft“ nicht nur den Planeten retten, sondern auch gutes Geld verdienen kannst.
Sie strengen sich an, Ihre Professoren, die ebenfalls überzeugte Anhänger sind, zufriedenzustellen, und mit etwas Glück beeindrucken Sie einen Personalchef im Bereich nachhaltige Finanzen der Barclays Bank und ergattern den Traumjob. Barclays lässt Sie sofort Berichte verfassen, die behaupten, die wirtschaftlichen Aussichten für die Energiewende seien so rosig, dass sie rasant vonstattengehen werde. So rasant, dass die großen Ölkonzerne auf Billionen von Dollar an wertlosen Vermögenswerten sitzen bleiben.
Eines Tages betritt Ihr Chef Ihr Büro und bittet Sie, die Energiewende aus einer realistischen Perspektive zu betrachten. Zuerst denken Sie, er macht einen Witz, doch dann wird Ihnen klar, dass er den Auftrag von oben erhalten hat. Ihr ganzes Leben lang haben Sie abstruse Ideen rationalisiert, um Ihren Lehrern, Professoren und Arbeitgebern zu gefallen, aber diese Bitte ist anders und beunruhigt Sie. Sie werden aufgefordert, Ihre Überzeugungen zu verleugnen. Es ist ein Angriff auf Ihre Identität.
Einen Moment lang denken Sie ans Kündigen, doch dann wird Ihnen bewusst, dass Sie neben den Hypothekenzahlungen für Ihre Eigentumswohnung in der Stadt und Ihr Ferienhaus am Meer auch noch die Schulgebühren für Ihre Kinder an dieser progressiven Privatschule bezahlen müssen. Also überwinden Sie Ihren Stolz und nehmen Ihre Aufgabe an.
Hätten Sie meine Artikel zu diesem Thema gelesen, wäre es Ihnen leichtgefallen, aber Sie weigern sich, die Arbeiten von Klimaskeptikern zu lesen. Stattdessen umgehen Sie die Wahrheit, indem Sie einige Zugeständnisse machen, von denen Sie glauben, dass sie Sie vernünftig erscheinen lassen, und Ihrem Bericht den ernüchternden Titel „ Transformationsrealismus: Finanzierung funktionierender Energiesysteme“ geben .
Doch Sätze wie „Das Ergebnis ist, dass die Welt feststellt, dass billige Module [für erneuerbare Energien] nicht automatisch zu billigem Strom führen“ lassen einen nicht klug wirken. Man wirkt eher wie jemand, der als Letzter merkt, dass seine Frau ihn betrügt. Erstens ist die Gewinnung von Strom aus „erneuerbaren Energien“ alles andere als billig. Zweitens sind sie aus systemischer Sicht [also integriert in ein vorher zuverlässiges Stromnetz] – und das ist die einzig sinnvolle Perspektive – extrem teuer.
Da Ihnen schon früh die Fähigkeit zum kritischen Denken geraubt wurde, greifen Sie auf das Mantra zurück: „Die wahren Engpässe liegen jetzt in den Stromnetzen – Genehmigungen, Finanzierung und Systemintegration – nicht in den Kosten der Erzeugungsanlagen.“ Sie übersehen dabei den Grund für die Vorsicht der Netzbetreiber. Diese ist berechtigt, denn der Ausbau erneuerbarer Energien hat die Stromnetze anfälliger für katastrophale Zusammenbrüche gemacht, wie wir letztes Jahr in Spanien erlebt haben. (Für ein besseres Verständnis lesen Sie Kathryn Porters hervorragende Erklärung in Net Zero Watch.)
Selbst wenn man das Land flächendeckend mit Stromleitungen auslegen würde, gäbe es keine Garantie dafür, dass erneuerbare Energien Abnehmer fänden. Die zeitweise Entlastung des Stromnetzes ändert nichts an der Tatsache, dass bei starkem Wind und hellem Sonnenschein möglicherweise keine Nachfrage besteht – und umgekehrt.
Es stellt sich auch die Frage, wie Sie Ihren aktuellen Realismus mit Ihren früheren euphorischen Berichten vereinbaren, wonach die Energiewende reibungslos voranschreite. Ihre Trinkkumpanen aus der Finanzbranche, deren Provisionen seit Trumps Abschaffung der Steuergutschriften im Keller sind, werden nicht erfreut sein. Sie erklären ihnen, dass Sie Ihren Glauben nicht verloren haben. Sie glauben weiterhin an die Energiewende, nur eben gemäßigter. Sie fühlen sich sogar gut dabei, den gordischen Knoten durchtrennt zu haben. Ihr Chef ist zufrieden, weil Barclays sich mit minimalem Reputationsverlust neu positionieren konnte, und Sie sind zufrieden, weil Sie nicht als Klimaleugner dastehen. Ihre Frau ist froh, dass Sie nicht überstürzt gehandelt und Ihren Job gekündigt haben, und Ihre Kinder können weiterhin ihre politisch korrekte Schule besuchen und so eine weitere Generation von hohlen Dummköpfen heranziehen.
https://wattsupwiththat.com/2026/03/26/transition-realism-hits-barclays/
Der Beitrag Der Übergangsrealismus trifft auf Barclays [der Bank für Privatkunden] erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Aus dem Klappentext:
Wir sind mitten in der Produktion der deutschlandweiten Windkraft-Mediendokumentation. Interviews geführt, Drehorte besucht, Material gesammelt – alles war auf dem Weg zur Fertigstellung. Bei 79% Finanzierung wurde das Projekt plötzlich gestoppt und wir sind mitten in der heißen Phase! Mit eurer Unterstützung schaffen wir die letzte Etappe!
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Mit Richard, dem weißen Wolf, von http://www.t.me/folgedempfad und Andreas von http://www.waldbürger-initiative.de
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Produziert im Studio IN DIE GENE http://www.indiegene.studio
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Bildquelle: IN DIE GENE und der Richard der weiße Wolf / YouTube
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H. Sterling Burnett
„Climate Change Weekly“ hat sich bereits mit einem schwerwiegenden, aber selten umfassend diskutierten Problem im Zusammenhang mit industriellen Solar- und Windkraftanlagen befasst: dem Abfall am Ende der Lebensdauer.
Dies ist kein Problem der fernen Zukunft, sondern ein aktuelles. Viele der ersten Windkraftanlagen und Solarmodule nähern sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer oder werden sogar vorzeitig ersetzt, kommen doch neue, effizientere Module und leistungsstärkere Turbinen auf den Markt. Darüber hinaus verursachen Notfälle weiteren Abfall, wie beispielsweise die Hagelschäden in Texas im Jahr 2024 und die jüngsten Schäden in Indiana und Illinois, wo riesige industrielle Solaranlagen durch Stürme zerstört wurden, darunter Hagel und Tornados, wodurch die Anlagen außer Betrieb gesetzt wurden und ein Sanierungsproblem entstand, wobei viele Anwohner und Gemeinden in der Umgebung ihre Besorgnis über potenziell giftige Chemikalien äußerten, die aus den zerbrochenen Modulen austreten könnten.
In einem Beitrag aus dem Jahr 2023 stellte ich fest, dass einige wenige Medien – wirklich nur sehr wenige – begonnen hatten, das wachsende (das Wortspiel ist durchaus beabsichtigt, wenn man die riesigen Berge von Turbinenflügeln, Wellen und Modulen bedenkt) und drängende Problem anzuerkennen und anzusprechen, was mit den Abfällen aus der Wind- und Solarenergie geschehen soll.
Das Recycling von Solarmodulen ist schwierig und teuer. Es kostet 30 Dollar, jedes Solarmodul zu recyceln, um Mineralien, Metall und Glas im Wert von 3,00 bis 8,00 Dollar zurückzugewinnen. Im Gegensatz dazu kostet es etwa 1,00 Dollar pro Modul, gebrauchte Module auf eine Deponie zu transportieren, und etwas mehr, ineffiziente gebrauchte Module zur Wiederverwendung in Entwicklungsländern in Übersee zu verschiffen, wodurch die Abfallprobleme an einen anderen Ort verlagert werden.
Aus wirtschaftlichen Gründen wird weniger als jedes zehnte Solarmodul recycelt. Da jedes Jahr Millionen weiterer Module installiert werden, verschärft sich das Problem.
„Der Grund, warum sich nicht mehr Unternehmen mit dem Recycling von Solarmodulen befassen ist, dass es wirtschaftlich keinen Sinn ergibt“, erklärte A. J. Orben, Vizepräsident von We Recycle Solar, gegenüber GreenBiz im Jahr 2023, als ich erstmals über dieses Problem berichtete. „Die Kosten für die Zerlegung eines Moduls und die Rückgewinnung der Rohstoffe sind höher als der Wert der Rohstoffe selbst.“
Das mit der industriellen Windenergie verbundene Abfallproblem ist noch größer. Zwar kann das Metall in den Türmen und Maschinen recycelt werden, doch ist es schwierig, die massiven Rotorblätter sinnvoll zu verwerten, außer sie für bestimmte Zwecke in kleine Stücke zu zerkleinern, was sehr kostspielig ist. Die Stilllegung und Entsorgung jeder Onshore-Windkraftanlage vom Sockel bis zum Rotorblatt kostet schätzungsweise zwischen 440.000 und 675.000 US-Dollar pro Einheit, wobei die Kosten für den Abbau von Offshore-Windkraftanlagen Schätzungen zufolge bei über 1 Million US-Dollar liegen. Der Wert des Materials aus den Türmen und Getrieben beträgt etwa 28.000 US-Dollar pro Einheit, also weit weniger als ein Zehntel der Abbaukosten. Infolgedessen landen Metall, Getriebe, Beton und andere Materialien oft auf Deponien, ebenso wie die Verbundwerkstoff-Rotorblätter, nachdem sie unter hohem Kostenaufwand und mit hohen CO₂-Emissionen durch die zum Transport und Zerkleinern eingesetzten Maschinen zerkleinert wurden. Die Rotorblätter werden meist deponiert oder einfach oberirdisch der langsamen Zersetzung überlassen, wodurch beträchtlicher Platz verschwendet wird.
Vor fünf Jahren beschrieb der Journalist Duggan Flanakin die Entsorgungsverfahren und die Probleme, mit denen die Branche damals konfrontiert war – Probleme, die sich mit der steigenden Anzahl und Größe der Windkraftanlagen nur noch verschärft haben:
Für den Transport jedes einzelnen Rotorblatts zur Deponie ist ein eigener Sattelzug erforderlich, und für das Zerkleinern ist leistungsstarke Spezialausrüstung nötig. Da allein in den Vereinigten Staaten bereits jährlich rund 8.000 Rotorblätter außer Betrieb genommen werden, ergibt das 32.000 Lkw-Ladungen in den nächsten vier Jahren; in wenigen Jahren werden diese Zahlen um das Fünffache steigen.
Einige Windenergieunternehmen zerschneiden die riesigen Rotorblätter in kurze Abschnitte, bevor sie sie auf Deponien bringen, weil den meisten Deponien die entsprechenden Schneidwerkzeuge fehlen. Die heutigen Rotorblätter sind 20 Prozent länger und ihre Türme bis zu 60 m höher als die meisten der derzeit auf Deponien gelagerten.
Die Entsorgungskosten für Windkraftanlagen belaufen sich auf über 400.000 Dollar pro Stück [Anmerkung von HSB: siehe die oben angegebene aktualisierte, höhere Kostenzahl]. Das bedeutet, dass die Entsorgung der derzeit in den USA im Einsatz befindlichen 60.000 Windkraftanlagen 24 Milliarden Dollar kosten würde. Die Kosten und die Belastung für bestehende Deponien werden steigen, erreichen doch immer mehr längere und schwerere Rotorblätter das Ende ihrer Lebensdauer.
In den nächsten 20 Jahren könnten allein in den USA 720.000 Tonnen Abfall aus Rotorblättern entsorgt werden müssen. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 prognostizierte jedoch einen Rückgang der Deponiekapazitäten in den USA um 15 % bis 2021, wobei nur noch Kapazitäten für etwa 15 Jahre verbleiben. Wir werden völlig neue Deponien genehmigen müssen, nur um den Abfall von Windkraftanlagen zu bewältigen – zusätzlich zu den Bergen von Solar- und Batterieabfällen.
Nicht jede Deponie ist für die Entsorgung von Windturbinen-Abfällen zertifiziert, und viele der zertifizierten Deponien haben sich entschieden, dies abzulehnen, da der Platzbedarf einfach zu groß ist. Die vorzeitige Schließung von Deponien, weil in der Grube oder auf dem Haldenplatz kein Platz mehr ist, ist kostspielig und zwingt die Gemeinden dazu, neue Deponien oder andere Wege zur Abfallentsorgung zu finden. Es macht für die Kommunalverwaltungen immer weniger Sinn, so viel Platz auf öffentlichen Deponien für Unternehmen zu reservieren, die bereits von enormen staatlichen Subventionen profitieren, wobei die Kosten von den Steuerzahlern und Gemeinden getragen werden.
Dies hat die Profiteure der Windkraftbranche zu einer anderen „Lösung“ veranlasst: Sie lagern stillgelegte Windkraftanlagen oberirdisch auf Freiflächen. Tausende Hektar sind mit Windkraftanlagen übersät, die dort im Laufe der Zeit verrotten – mit unbekannten Auswirkungen auf die Umwelt – auf Flächen, die für andere Zwecke als als Windkraft-Schrottplätze genutzt werden könnten. Diese Praxis ist umstritten, und staatliche sowie lokale Behörden gehen zunehmend gegen die wachsende Zahl unregulierter Halden mit unbrauchbarem Abfall vor, die von der Windkraftindustrie hinterlassen werden.
Im Jahr 2023 stellte ich fest, dass einige Medien begonnen hatten, über das Abfallproblem zu berichten, doch diese Berichterstattung und Analyse ließ bis vor kurzem wieder nach. Wissenschaftler und Analysten zeigen in letzter Zeit aber erneut verstärktes Interesse, vielleicht weil das sich verschärfende Problem selbst für diejenigen in ihren Elfenbeintürmen und Vorstandsetagen nicht mehr zu ignorieren ist.
Die London School of Economics (LSE) hat kürzlich über das Problem der Solarabfälle in Australien berichtet. Auch wenn das Erkennen des Problems der erste Schritt zu seiner Lösung ist, bietet der LSE-Artikel leider keine neuen Lösungen: Er fordert die Regierungen auf, Solarunternehmen dazu zu verpflichten, alte Solarmodule zur Wiederverwendung oder zum Recycling zurückzunehmen. Das ist alles schön und gut, nur werden dabei die damit verbundenen Kosten nicht berücksichtigt – und genau das ist der Grund, warum dies derzeit so selten geschieht. Da die Kosten für Recycling und Wiederverwendung so viel höher sind als die für die einfache Deponierung der Abfälle, würde eine Verpflichtung der Solarunternehmen dazu bedeuten, dass sie diese Kosten einfach an die Verbraucher oder Steuerzahler weitergeben, beispielsweise durch die Erhebung einer Entsorgungsgebühr für jedes Modul. Da Solarenergie nach wie vor teurer ist als klassische Energiequellen, würde dies die ohnehin schon schnell steigenden Stromrechnungen nur noch weiter verteuern.
Vielleicht ist Australien nicht mit der Krise der Bezahlbarkeit konfrontiert, die den Einwohnern der Vereinigten Staaten Sorgen bereitet, aber ich bezweifle das, da glaubwürdige Schätzungen darauf hindeuten, dass die Australier allein bis Mitte 2026 mit einem Anstieg ihrer Stromrechnungen um 24 Prozent rechnen müssen. Die Aufnahme hoher Entsorgungsgebühren für Solaranlagen in die Rechnungen der Stromkunden – selbst wenn diese versteckt oder irgendwie als harmlos bezeichnet werden – scheint kein guter Weg zu sein, um niedrigere Preise – oder die Wiederwählbarkeit der Politiker – zu sichern, es sei denn, die australischen Wähler unterscheiden sich von denen in den Vereinigten Staaten, wo Meinungsumfragen eine mangelnde Bereitschaft zeigen, höhere Energiepreise zur Bekämpfung des Klimawandels zu zahlen.
Die LSE ist jedoch nicht die einzige akademische Einrichtung, die das Problem der Abfallströme im Bereich der erneuerbaren Energien anerkennt, wenn auch verspätet. Ein kürzlich in der Harvard Business Review (HBR) veröffentlichter Artikel mit dem Titel „The Dark Side of Solar Power“ beschreibt, wie Subventionen und Effizienzsteigerungen viele Verbraucher dazu veranlassen, erstmals Solarmodule zu kaufen, und andere dazu, ihre bestehenden Solarmodule durch effizientere Modelle zu ersetzen, bevor die Subventionen auslaufen. Das Ergebnis: ein nicht nur vorübergehender, sondern langfristiger Überschuss an unerwünschten Solarmodulen.
Die Autoren der HBR-Analyse schreiben:
Sollten vorzeitige Auswechslungen wie von unserem statistischen Modell vorhergesagt eintreten, können sie in nur vier Jahren 50-mal mehr Abfall verursachen, als von der IRENA erwartet. …
So alarmierend diese Zahlen auch sind, werden sie der Krise möglicherweise nicht ganz gerecht, da sich unsere Analyse auf Anlagen in Privathaushalten beschränkt. Bezieht man gewerbliche und industrielle Solaranlagen mit ein, könnte das Ausmaß der Auswechslungen noch viel, viel größer sein.
Die derzeitigen Kreislaufkapazitäten der Branche sind für die zu erwartende Abfallflut völlig unzureichend. Der finanzielle Anreiz, in Recycling zu investieren, war in der Solarbranche noch nie besonders groß. Zwar enthalten Solarmodule geringe Mengen wertvoller Materialien wie Silber, doch bestehen sie größtenteils aus Glas, einem Material von äußerst geringem Wert. …
Infolgedessen ist die Recycling-Infrastruktur angesichts des Produktionsbooms in der Solarbranche weit zurückgeblieben. …
Die direkten Kosten für das Recycling machen jedoch nur einen Teil der Belastung am Ende der Lebensdauer aus. Solarmodule sind empfindliche, sperrige Geräte, die in der Regel auf den Dächern von Wohnhäusern installiert sind. Für ihre Demontage und den Abtransport ist Fachpersonal erforderlich, damit sie nicht schon auf dem Weg zum Lkw in tausend Stücke zerbrechen. Zudem stufen manche Regierungen Solarmodule aufgrund der geringen Mengen an Schwermetallen (Cadmium, Blei usw.), die sie enthalten, als Sondermüll ein. Diese Einstufung bringt eine Reihe kostspieliger Auflagen mit sich – Sondermüll darf nur zu bestimmten Zeiten und über ausgewählte Routen transportiert werden usw.
Ähnlich wie der Artikel der LSE benennt auch die HBR-Analyse das Problem, doch ihre Lösungsvorschläge greifen bei weitem zu kurz: „Recycling großartig machen“ – als gäbe es einen Zaubertrick, der dies ohne massive staatliche Subventionen oder eine erzwungene Rücknahme und Aufbereitung durch die Industrie bewerkstelligen könnte, deren Kosten letztendlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.
Staatliche Subventionen und Auflagen haben das Problem der erneuerbaren Abfälle geschaffen. Die Lösung hierfür wären nicht noch teurere, fehlgeleitete staatliche Auflagen oder Subventionen, sondern die Beendigung von Anreizen und Auflagen für Wind- und Solarenergie, die allein für den riesigen Abfallstrom verantwortlich sind – einschließlich der durch den Bergbau zerstörten Flächen und der Giftstoffe, die in der gesamten Lieferkette von Wind- und Solarenergie, einschließlich Bergbau, Raffination, Bau, Installation, Stilllegung und Entsorgung, endemisch sind.
Quellen: CFACT; Harvard Business Review; London School of Economics; Climate Change Weekly
Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-574-the-fight-for-an-honest-judicial-assessment-of-climate-science-is-not-over/, zweite Meldung
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Der Beitrag Wind- und Solarmüll türmt sich immer weiter auf erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Keine Werbung mehr für Kreuzfahrten, Flugreisen oder Fleischprodukte: Mittlerweile haben weltweit 50 Städte Reklame für sogenannte klimaschädliche Produkte verboten. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Art der Bevormundung auch in Deutschland Realität wird.
In der Renaissance war Florenz eine Vorreiterin für Wirtschaft und Kultur. Nun glaubt man in der italienischen Stadt erneut, Wegbereiter der Moderne zu sein. Das Stadtparlament hat im vergangenen Februar mit 18 gegen drei Stimmen beschlossen, Werbung für klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen einzuschränken. Konkret soll es verboten sein, für einen Verbrenner-SUV, einen Urlaub auf dem Kreuzschiff oder einen Wochenendtrip mit dem Flugzeug zu werben. Wann das Verbot genau kommt, ist noch offen.
Laut den Befürwortern der Werbeverbote soll damit nicht nur der visuelle Einfluss von Reklame reduziert werden, sondern auch ein kultureller und symbolischer Wandel hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise unterstützt werden. Zudem wird auf die Ankündigung von Florenz verwiesen, schon im Jahr 2030 klimaneutral sein zu wollen.
Ähnliches passiert in Amsterdam. Die niederländische Hauptstadt hat sich im letzten Januar auf ein Werbeverbot für klimaintensive Produkte geeinigt. Verboten wird nicht nur die Werbung für fossile Energien, Flugreisen, Kreuzfahrten sowie Benzin- und Dieselfahrzeuge, sondern auch jene für Fleischprodukte. Das Verbot gilt voraussichtlich ab 1. Mai und umfasst Plakate, Werbeflächen an Haltestellen und an anderen öffentlichen Orten. Die Stadt begründet den Schritt damit, dass Werbung für solche Produkte dem emissionsintensiven Konsum Vorschub verleihe – in Zeiten der Erderwärmung ist das offenbar nicht hinnehmbar.
Gemäss Medienberichten gibt es weltweit mittlerweile fünfzig Städte, die Werbeverbote für angeblich klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen verhängt oder zumindest angekündigt haben. Die schottische Hauptstadt Edinburgh hat bereits 2024 ein Verbot auf kommunalen Werbeflächen eingeführt. Seitdem ist Werbung für Unternehmen und Produkte mit hohem CO₂-Ausstoss untersagt. In der schwedischen Hauptstadt Stockholm soll ab kommendem Sommer Reklame für fossile Brennstoffe und emissionsintensive Produkte auf städtischen Werbeflächen verboten sein.
Im niederländischen Den Haag sind schon seit Anfang 2025 Werbeanzeigen für CO₂-intensive Produkte und Dienstleistungen an öffentlichen Orten, auf Plakaten und auf digitalen Bildschirmen der Stadt untersagt. Montreal in Kanada wiederum kennt eine Reklameverbot für fossile Brennstoffe auf den Werbeflächen der städtischen Verkehrsbetriebe. Denn solche Werbung unterlaufe den nachhaltigen Mobilitätsansatz des ÖV, heisst es. Weitere Städte mit entsprechenden Werbeverboten sind Sydney (Australien), Göteborg (Schweden) oder Toronto (Kanada).
Werbeverbote sind nichts anderes als staatlicher Dirigismus. Betreffen solche Verbote Produkte und Dienstleistungen, die angeblich klimaschädlich sind, handelt es sich explizit um Bevormundung: Der Staat sagt den Bürgern, welche Produkte für sie gut und schlecht sind und gibt ihnen vor, wie sie zu leben und was sie zu konsumieren haben.
In Deutschland hat bis jetzt noch keine Stadt ein Werbeverbot für sogenannte CO₂-intensive Erzeugnisse eingeführt – was fast schon erstaunlich ist, ist das Land in Sachen staatliche Eingriffe doch gewöhnlich an vorderster Front mit dabei. Entsprechende Forderungen sind allerdings bereits zur Stelle. So ging beim Bundestag eine Petition ein, die ein deutschlandweites «allgemeines Verbot der Bewerbung von besonders klimaschädlichen Produkten» verlangte. Betroffen sein sollten unter anderem TV-, Kino- und Radio-Spots, Werbeseiten in Printmedien und Aussenflächen für Plakate.
Begründet wurde die Forderung mit dem «öffentlichen Interesse»: In Anbetracht der zu erwartenden Folgen müsse die Eindämmung des Klimawandels oberste Priorität haben. Darum seien Einschränkungen der Werbefreiheit angemessen.
Der Petitionsausschuss des Bundestags lehnte das verlangte Werbeverbot für klimaschädliche Produkte zwar ab, weil es «einen erheblichen Eingriff in Grundrechte wie die Berufs-, Meinungs- und Kunstfreiheit» darstelle. Zudem sei die Unterscheidung, welche Produkte unter das Werbeverbot fallen sollten und welche nicht, kompliziert. Dennoch bezeichnete der Petitionsausschuss das Anliegen, Werbung für besonders klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen zu verbieten, grundsätzlich als «nachvollziehbar und sinnvoll».
Die Petitionäre dürften sich eingeladen fühlen, ihr Anliegen später erneut vorzubringen. Ermutigen könnte sie dabei ein Beschluss der sozialistischen Regierung Spaniens unter Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Regierung verabschiedete letztes Jahr einen Gesetzesentwurf, der Werbung für fossile Brennstoffe, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Kurzstreckenflüge untersagt. Kommt das Gesetz durch, wird Spanien das erste Land der Welt, das ein landesweites Verbot für CO₂-intensive Produkte und Dienstleistungen kennt.
Es ist kein Zufall, dass Klimaschützer die Werbung ins Visier nehmen. Viele von Ihnen lehnen die freie Marktwirtschaft grundsätzlich ab. Werbung aber steht symbolisch für Konsum und Kapitalismus. Also suchen Klimaschützer nach Vorwänden, um Werbung unterbinden zu können. Die angebliche Sorge um die Zukunft des Planeten kommt ihnen gerade recht.
Bei dieser Angelegenheit zeigt sich aber einmal mehr, dass es bei der Klimapolitik gar nicht um den Schutz der Umwelt geht. Vielmehr streben Klimaaktivisten und Klimapolitiker unter dem Deckmantel des Klimaschutzes einen sozialistischen Umbau der Gesellschaft an. Zu einem solchen Umbau gehört die ständige Ausweitung der staatlichen Einmischung in private Angelegenheiten. Werbeverbote für angeblich klimaschädliche Produkte sind nichts anderes als ein Teil dieser Strategie.
Der Beitrag Immer mehr Städte verbieten «klimaschädliche» Werbung erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
