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US-Imperialismus – Wer ist der nächste? | Von Uwe Froschauer

26. Januar 2026 um 13:01

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US-Imperialismus – Wer ist der nächste? | Von Uwe Froschauer
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US-Imperialismus – Wer ist der nächste? | Von Uwe Froschauer

Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.

Während der Krieg in der Ukraine bereits die Grundfesten der internationalen Nachkriegsordnung erschüttert, mehren sich weltweit die Anzeichen für eine Rückkehr klassischer Machtpolitik. Die Ordnung, die nach 1945 auf Prinzipien wie staatlicher Souveränität, territorialer Unverletzlichkeit und multilateraler Konfliktlösung beruhte, gerät zunehmend unter Druck. In dieses Klima geopolitischer Instabilität stößt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit einer Politik, die weniger auf Regeln als auf Durchsetzung setzt – militärisch, ökonomisch und rhetorisch.

Die jüngsten Ereignisse in Venezuela, der eskalierende Streit um Grönland und Trumps aggressive Zollpolitik gegenüber europäischen Staaten zeichnen das Bild eines neuen amerikanischen Imperialismus: nicht mehr in Form klassischer Kolonialverwaltung, sondern als Kombination aus wirtschaftlichem Zwang, militärischer Präsenz und strategischer Einflussnahme.

Venezuela: Öl als geopolitische Beute

Anfang Januar 2026 führten die USA militärische Operationen in Venezuela durch. Präsident Nicolás Maduro wurde festgesetzt und außer Landes gebracht. Offiziell sprach Washington von einer „Übergangsphase zur Stabilisierung des Landes“. Trump selbst erklärte, die USA würden Venezuela „so lange führen, bis Ordnung und Vernunft hergestellt seien“.

Venezuela besitzt nach Angaben der OPEC mit rund 303 Milliarden Barrel die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Öl macht über 90 % der venezolanischen Exporterlöse aus. Die politische Kontrolle über Caracas bedeutet damit direkten Zugriff auf einen der strategisch wichtigsten Energiestandorte des Planeten.

Historisch erinnert dieses Vorgehen an die Logik kolonialer Rohstoffpolitik: Auch europäische Imperien des 19. Jahrhunderts rechtfertigten ihre Interventionen in Afrika und Asien mit dem Versprechen von Ordnung, Fortschritt und Stabilität, während sie faktisch Handelswege, Arbeitskräfte und Ressourcen unter ihre Kontrolle brachten. Besonders das britische Empire perfektionierte diese Form indirekter Herrschaft. London regierte weite Teile seines Weltreiches nicht primär durch formale Annexion, sondern durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, militärische Präsenz und lokale Eliten, die britische Interessen absicherten.

In Indien etwa zerstörte die britische Kolonialverwaltung gezielt die einheimische Textilproduktion, um den Absatz britischer Industriewaren zu sichern. Millionen Menschen wurden in ein System eingebunden, das Rohstoffe lieferte und Fertigwaren importierte. In Afrika sicherte sich Großbritannien strategische Routen – vom Suezkanal bis zum Kap der Guten Hoffnung – weniger aus kulturellem Sendungsbewusstsein als aus nüchterner Kalkulation: Kontrolle über Transportwege bedeutete Kontrolle über Märkte. Koloniale Gewalt wurde dabei regelmäßig als notwendige Maßnahme zur „Befriedung“ verkauft.

Der britische Ökonom John Hobson beschrieb Imperialismus bereits 1902 als

„die Suche nach neuen Absatzmärkten und Rohstoffquellen unter militärischem Schutz“.

Diese Diagnose zielte direkt auf das britische Weltreich: auf einen Staat, der politische Expansion betrieb, um wirtschaftliche Überproduktion zu kanalisieren und Investitionen abzusichern. Was damals Flaggen, Handelskompanien und Kolonialverwaltungen leisteten, übernehmen heute Sanktionen, Militärbasen und internationale Abkommen. Die Form hat sich verändert – die Logik nicht.

So wie das Empire einst unter dem Banner von Zivilisation und Ordnung Rohstoffräume erschloss, legitimieren moderne Großmächte ihre Eingriffe mit Sicherheitsargumenten und Stabilitätsversprechen. Der Zugriff auf Öl, seltene Erden oder strategische Territorien folgt dabei einem bekannten Muster: Wer die Ressourcen kontrolliert, kontrolliert den Handlungsspielraum der anderen. Der britische Imperialismus war das historische Lehrstück dieser Strategie – der heutige Imperialismus ist ihre aktualisierte Version.

Grönland: Geopolitik unter dem Polarkreis

Parallel zur Eskalation in Lateinamerika verschärfte sich der transatlantische Konflikt um Grönland. Die USA begründen ihr Interesse offiziell mit nationaler Sicherheit und der wachsenden Bedeutung der Arktis. Tatsächlich geht es insbesondere um seltene Erden, Uran und neue Schifffahrtsrouten.

Schätzungen des US-Geological Survey zufolge liegen rund 13 % der unentdeckten globalen Öl- und 30 % der Gasreserven in der Arktis. Grönland ist damit ein geopolitischer Schlüsselraum des 21. Jahrhunderts.

Als Dänemark und mehrere EU-Staaten Trumps Kauf- und Kontrollfantasien zurückwiesen, griff der Präsident zu einem altbekannten Instrument: ökonomische Einschüchterung. Er drohte mit Zöllen von bis zu 25 % auf europäische Waren – ein Schritt, der laut WTO-Ökonomen einem Handelskrieg gleichgekommen wäre.

Nach Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos zog Trump die Zolldrohung zurück. Offiziell war von einer „Kooperationsperspektive“ die Rede. De facto hatte sich Europa zu erweiterten sicherheitspolitischen Zugeständnissen in der Arktis bereit erklärt. Trumps Verhandlungsmotto scheint sich bestätigt zu haben: maximale Forderung, um begrenzte, aber strategische Gewinne zu erzielen. Verlange 1000 Prozent, um 100 zu bekommen. Die EU betreffend ist diese Vorgehensweise Trumps bisher hundertprozentig erfolgreich. Das liegt meines Erachtens vornehmlich daran, dass die EU sowie die meisten Mitgliedsstaaten von mental und charakterlich fragwürdigen Politikern geführt werden.

Rohstoffe statt Fahnen: Moderner Kolonialismus

Der klassische Kolonialismus Europas beruhte auf territorialer Herrschaft. Der heutige US-Imperialismus funktioniert subtiler: Er operiert über Militärbasen, Handelsabkommen, Schulden, Sanktionen und politische Abhängigkeiten.

Die USA unterhalten weltweit rund 750 Militärstützpunkte in über 80 Ländern – mehr als alle anderen Staaten zusammen. Gleichzeitig kontrollieren amerikanische Konzerne große Teile der globalen Energie- und Rüstungsmärkte. Laut SIPRI entfielen 2024 42 % des weltweiten Waffenexports auf US-Firmen.

Politikwissenschaftler Michael Hardt beschreibt diese Entwicklung als „Empire ohne Kolonien“: Herrschaft ohne formelle Besetzung, aber mit faktischer Steuerung politischer und wirtschaftlicher Prozesse. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter Alfred de Zayas warnte bereits, Sanktionen seien „moderne Belagerungen“, die ganze Gesellschaften treffen.

Nigeria und Iran stehen exemplarisch für diese Strategie

Beide Länder verfügen über enorme Öl- und Gasvorkommen, sind aber seit Jahren Ziel ökonomischer und politischer Druckmittel, die weit über klassische diplomatische Einflussnahme hinausgehen.

Nigeria ist Afrikas größter Erdölproduzent und zählt zu den bedeutendsten Exporteuren des Kontinents. Nach Schätzungen des OPEC-Jahresberichts verfügt das Land über rund 37,5 Milliarden Barrel nachgewiesene Rohölreserven – ein Maßstab, der Nigeria strategisch relevant für globale Märkte macht. Zusätzlich besitzt es etwa 211 Trillionen Kubikfuß (Tcf) an natürlichen Gasreserven, die zu den größten Kontingenten des afrikanischen Raums gehören. 

Trotz dieser Ressourcen bleibt Nigerias Ölwirtschaft volatil und politisch sensibel: Die Produktion liegt bei rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag, was unter dem Kapazitätsniveau des Landes von vor einem Jahrzehnt bleibt, und der Energiesektor trägt über 90 % der Exporterlöse, mehr als 40 % der Staatsfinanzen und knapp 5 % des BIP bei. 

Nigeria ist dabei nicht frei von internationalem Einfluss: Investitionsentscheidungen multinationaler Konzerne und strategische Allianzen – etwa Beteiligungen großer Energieunternehmen an Explorations- und Förderlizenzen – bestimmen nicht nur das wirtschaftliche Potenzial, sondern auch politische Spielräume. 

Im Iran ist die Rolle von Öl und Gas noch zentraler: Das Land verfügt laut Enerdata-Analyse über die zweitgrößten nachgewiesenen Erdgasreserven der Welt und die drittgrößten Ölreserven, mit geschätzten 28 Milliarden Tonnen Rohöl – ein Volumen, das theoretisch Jahrzehnte hohe Förderquoten erlauben würde. 

Doch genau hier setzt ein entscheidender Aspekt der US-Strategie an: Sanktionen gegen den iranischen Energiesektor haben über Jahre die Exportfähigkeit des Landes eingeschränkt und seine Wirtschaft massiv belastet. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang zu globalen Finanz- und Handelsnetzwerken zu blockieren und Einnahmen aus Ölverkäufen zu kappen – der wichtigste Devisenbringer für die iranische Staatskasse. 

Die Folgen sind gravierend: Der Iran musste trotz eigener Ressourcen zunehmende Mengen an Benzin importieren, weil sein Raffinerienetz unzureichend modernisiert wurde und die Finanzsanktionen Investitionen behinderten – ein Paradox, in dem ein rohstoffreiches Land zu Importen gezwungen wird. 

Diese Beispiele zeigen, wie geopolitischer Druck ökonomisch kanalisiert wird: In Nigeria diktieren internationale Marktinteressen und Investitionsströme maßgeblich die Entwicklung des Energiesektors. Im Iran sind es Sanktionen und politische Isolation, die das Potenzial des Landes faktisch drosseln. In beiden Fällen wird die Kontrolle über Ressourcen und ihre wirtschaftliche Nutzung zum Hebel strategischer Einflussnahme – ein Muster, das über rein diplomatische Konfliktlinien hinausgeht und die strukturellen Machtasymmetrien im globalen System offenlegt.

Die neue Doktrin der Einschüchterung

Trump hat diese Politik rhetorisch und strategisch zugespitzt. Seine inoffizielle „Donroe-Doktrin“ – eine Mischung aus Drohung, Geschäftssprache und demonstrativer Macht – ersetzt multilaterale Diplomatie durch Erpressung auf offener Bühne. Zölle, Truppenverlegungen und öffentliche Demütigungen von Bündnispartnern gehören zum Repertoire. Was früher in diplomatischen Noten formuliert wurde, wird heute per Pressekonferenz oder Kurznachricht verkündet.

Historisch knüpft diese Haltung an die Monroe-Doktrin von 1823 an. Damals erklärten die Vereinigten Staaten Lateinamerika zur eigenen Einflusssphäre und warnten europäische Mächte vor weiterer kolonialer Expansion. Unter dem Deckmantel der Selbstverteidigung etablierte sich ein Machtanspruch, der Interventionen legitimierte – vom Spanisch-Amerikanischen Krieg bis zu den verdeckten Operationen des Kalten Krieges. Die „Donroe-Doktrin“ ist die ökonomisierte Fortschreibung dieses Gedankens: Nicht mehr Kanonenboote, sondern Handelsströme und Lieferketten markieren die neuen Grenzen amerikanischer Vorherrschaft.

Während die Monroe-Doktrin noch mit dem Schutz junger Republiken begründet wurde, rechtfertigt Trump seine Politik mit nationaler Sicherheit und wirtschaftlichem Vorteil. Die Logik bleibt dieselbe: Wer den amerikanischen Interessen widerspricht, riskiert Sanktionen, Strafzölle oder militärischen Druck. Diplomatie wird nicht mehr als Ausgleich verstanden, sondern als Verhandlung unter dem Vorbehalt der Drohung.

Der Politikwissenschaftler Stephen Walt spricht in diesem Zusammenhang von einer „Rückkehr zur Einflusssphärenpolitik“. Bündnisse verlieren ihren partnerschaftlichen Charakter und werden zu Instrumenten asymmetrischer Kontrolle. Die öffentliche Inszenierung – etwa bei Gipfeltreffen oder in Davos – ist Teil der Strategie: Sie signalisiert, dass Macht nicht nur ausgeübt, sondern sichtbar gemacht werden soll.

So verwandelt sich die historische Monroe-Doktrin in eine globale Geschäftsordnung: Wo einst der amerikanische Kontinent zur Einflusszone erklärt wurde, wird nun die Welt in Interessensräume aufgeteilt. Die Donroe-Doktrin ist damit weniger eine neue Idee als die offene Wiederkehr einer alten – mit wirtschaftlichen Mitteln, aber imperialer Logik.

Der Politologe John Mearsheimer sieht darin keine Anomalie, sondern eine Rückkehr zum klassischen Realismus:

„Großmächte handeln nicht moralisch, sondern strategisch.“

Neu ist jedoch die Offenheit, mit der wirtschaftlicher Druck als geopolitische Waffe eingesetzt wird.

Europa zwischen Anpassung und Ohnmacht

Die europäische Reaktion bleibt gespalten. Während Frankreich und Spanien verstärkt eine eigenständige sicherheitspolitische und wirtschaftliche Positionierung gegenüber den USA fordern, halten andere Mitgliedstaaten an der traditionellen transatlantischen Loyalität fest. Osteuropäische Regierungen sehen in Washington weiterhin den unverzichtbaren Garanten gegen russischen Einfluss, während südeuropäische Staaten stärker auf wirtschaftliche Ausgleichspolitik setzen. Die Europäische Union wirkt in dieser Gemengelage weniger wie ein politischer Akteur als wie ein Resonanzraum nationaler Interessen.

Der Konflikt um Grönland hat dabei eine neue Qualität offenbart: Er zeigte, dass selbst enge Verbündete nicht vor Druck gefeit sind, sobald amerikanische Sicherheits- oder Wirtschaftsinteressen berührt werden. Was lange als theoretische Möglichkeit galt – dass Washington auch gegenüber Partnern mit Drohkulissen operiert – wurde zur politischen Realität. Zölle, militärische Präsenz und diplomatische Demontage erwiesen sich als Werkzeuge, die nicht zwischen Gegnern und Verbündeten unterscheiden, sondern zwischen nützlichen und hinderlichen Akteuren.

Damit stellt sich nicht nur die Frage nach Europas außenpolitischer Handlungsfähigkeit, sondern nach der Tragfähigkeit der bestehenden multilateralen Ordnung insgesamt.

Internationale Institutionen wie die WTO, die UNO oder die NATO basieren auf der Annahme, dass Macht in Regeln eingebettet bleibt. Doch wenn die stärkste Militär- und Wirtschaftsmacht der Welt diese Regeln situativ aussetzt, verlieren sie ihre bindende Wirkung.
Die entscheidende Verschiebung liegt weniger in einzelnen Maßnahmen als in der Normalisierung des Ausnahmezustands. Was früher als Bruch des diplomatischen Protokolls galt, wird zur Methode. Verhandlungen finden nicht mehr zwischen gleichberechtigten Partnern statt, sondern unter dem Vorbehalt wirtschaftlicher oder militärischer Konsequenzen.

Die Frage ist daher nicht mehr, ob diese Politik imperiale Züge trägt – sondern, wie lange internationale Institutionen ihr noch etwas entgegensetzen können, bevor sie selbst zu Kulissen eines Systems werden, in dem Stärke Recht ersetzt. Für Europa bedeutet das eine strategische Weggabelung: Entweder es findet zu gemeinsamer Handlungsfähigkeit – oder es bleibt Objekt fremder Interessen in einer Ordnung, die sich zunehmend von ihren eigenen Prinzipien entfernt.

Fazit: Wer ist der nächste?

Die Ereignisse der letzten Monate markieren einen Wendepunkt. Die USA treten wieder offen als imperiale Macht auf – nicht mit Kolonialflaggen, sondern mit Verträgen, Drohungen und militärischer Präsenz. Öl, seltene Erden und strategische Positionen sind die neuen Kolonien.

Die Nachkriegsordnung lebt formal weiter, doch sie wird zunehmend ausgehöhlt. Wenn Regeln durch Stärke ersetzt werden, entscheidet nicht mehr das Recht, sondern die Durchsetzungskraft.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob imperial gehandelt wird, sondern wo – und gegen wen als Nächstes.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Trump steht mit verschränkten Armen auf dem Globus

Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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Aus dem Koma erwacht | Von Anna Zollner

25. Januar 2026 um 10:54

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Aus dem Koma erwacht | Von Anna Zollner
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Aus dem Koma erwacht | Von Anna Zollner

Europas letzter Schlaf vor dem Sturz

“Die Lyrische Beobachtungsstelle” von Anna Zollner.

Was ist los mit den USA? Eigentlich nichts. Sie verhalten sich exakt so, wie sich Imperien immer verhalten, wenn ihr Zenit überschritten und der Abstieg nicht mehr aufzuhalten ist. Nicht moralisch entgleist, sondern machtlogisch konsequent. Sie pfeifen auf Regeln, weil Regeln nur für Aufsteiger nützlich sind. Imperien im Niedergang haben keine Geduld mehr für Maskerade. Sie ziehen die Gewalt offen, weil der Mythos nicht mehr trägt. Wo der Mythos bricht, beginnt die rohe Bilanz. Und ein Imperium lebt nicht von Verträgen, nicht von Moral, nicht von Werten. Es lebt vom Mythos seiner Unbesiegbarkeit. Für die eigenen Kinder. Für die eroberten Gebiete. Für jene, die glauben sollen, Teil von etwas Größerem zu sein.

Solange dieser Mythos funktioniert, liefert das Imperium nach der Eroberung Ordnung, Sicherheit, Recht und Stabilität. Es schafft eine Währung der Abhängigkeit. Mit dieser Währung kauft es Loyalität. Die Eroberten werden zu Helfern des Gewaltapparats, nicht aus Überzeugung, sondern aus Anpassung. Das Imperium delegiert seine Gewalt an jene, die es beherrscht. Ein Imperium lebt von der Ausbeutung seiner „Partner“, die ein Stockholm-Syndrom entwickeln und ihre Unterordnung mit Mitsprache verwechseln. Die USA bilden hier keine Ausnahme. Sie hatten nie Freunde. Sie hatten Interessen. Und diese Interessen hießen immer zuerst amerikanisch. America First ist kein Politikstil, sondern das Ende der Verstellung.

Der Niedergang beginnt nicht mit Überdehnung, sondern mit Fehlfokussierung. Die USA haben den Aufstieg Chinas verpasst, weil sie sich strategisch an Russland festgebissen haben. Zwei Jahrzehnte NATO-Expansion, Regimewechselpolitik, Sanktionen und Eskalationsrhetorik, während Peking Lieferketten, Technologie, Rohstoffe und Märkte gesichert hat. Jetzt dämmert es in Washington. Zu spät. Die BRICS-Staaten sind nicht mehr verhandelbar, sondern strukturell geworden. Der Petro-Dollar, Fundament der amerikanischen Machtprojektion seit den 1970er-Jahren, verliert seine Exklusivität. Wer Öl außerhalb des Dollarraums handelt, wird nicht mehr automatisch bestraft. Das ist kein Detail. Das ist tektonisch.

Was also tun? Pragmatismus ersetzt Ideologie. Konflikte unterhalb der großen Eskalationsschwelle am Köcheln halten. Russland militärisch beschäftigen, ökonomisch binden, moralisch ächten. Nicht besiegen, sondern binden. Parallel dazu die aufstrebenden oder widerspenstigen Partner zurückstutzen. Europa, allen voran Deutschland. Wie? Energieversorgung zerstören, Abhängigkeiten verschärfen, politische Eliten einbinden, Kanzler stellen. Finanzinteressen über Konzerne und Fonds, ideologische Durchdringung über Parteien, Stiftungen, NGOs. Atomisierung der Gesellschaft über Identitätspolitik und Dauererregung. Ein zerstrittenes Land stellt keine Fragen. Wer zerstritten ist, organisiert keinen Widerstand.

Hier erklärt sich auch die Sprengung von Nord Stream. Nicht als irrationaler Akt, sondern als strategischer Schnitt. Die Pipeline war die Hauptschlagader der deutschen Wirtschaft. Billige, planbare Energie war der entscheidende Wettbewerbsvorteil der Industrie. Mit der Zerstörung von Nord Stream wurde dieser Vorteil geopolitisch beseitigt. Ein Industrieland wird absichtlich energieblind gemacht. Deutschland verliert, Energie wird teuer, US-LNG gewinnt Marktanteile.

Diese Logik ist kein Geheimwissen, sondern wird seit Jahren offen formuliert. In einem geleakten Strategiepapier der RAND Corporation wird empfohlen, Russland systematisch zu „überdehnen und aus dem Gleichgewicht zu bringen“ – durch Energiepolitik, Sanktionen, militärische Bindung und Stellvertreterkonflikte. Die Essenz: Russland wirtschaftlich schwächen, militärisch beschäftigen, international moralisch an den Pranger stellen – und den wirtschaftlichen Kollateralschaden für Europa, insbesondere für Deutschland, ausdrücklich in Kauf nehmen. Europa ist nicht Partner, sondern Einsatzmasse.

Die Ukraine spielt in dieser Architektur die Rolle des Bindeglieds: militärischer Vorposten, moralischer Hebel, Dauerkrisenraum. Die Minsker Abkommen dienten nicht der Befriedung, sondern – wie später offen eingeräumt – der verdeckten Aufrüstung der Ukraine. Diplomatie als Zeitgewinn. 

Friedensverträge als Ladehemmung für den nächsten Krieg. Parallel dazu das offene Bekenntnis amerikanischer Spitzenvertreter zur Geringschätzung europäischer Interessen – „fuck the EU“ war kein Ausrutscher, sondern Zustandsbeschreibung. Deutschland sollte zahlen: mit teurer Energie, mit Waffenlieferungen, mit Flüchtlingskosten, mit der Belastung seiner sozialen Sicherungssysteme.

Ergänzung:

Der Charakter dieses Vorgehens wurde später offen bestätigt. Angela Merkel räumte ein, dass die Minsker Abkommen nicht als Friedensinstrument gedacht waren, sondern dazu dienten, Zeit zu gewinnen – Zeit für Aufrüstung, Ausbildung und militärische Vorbereitung der Ukraine. Minsk war damit kein gescheiterter Vertrag, sondern ein bewusst gebrochenes Versprechen. Ein Abkommen als taktische Pause, nicht als Lösung. Diplomatie wurde zur Funktion der Kriegsökonomie, Vertrauen zur Wegwerfressource. Der Verrat von Minsk war kein Betriebsfehler, sondern Teil der Architektur.

Das Ergebnis ist kein Betriebsunfall, sondern Wirkungskette: Deindustrialisierung, steigende Sozialausgaben, fiskalischer Druck, Aushöhlung der sozialen Marktwirtschaft. Der Sozialstaat wird nicht reformiert, er wird geopolitisch zerlegt. Ein Standort wird geopfert, um ein Imperium zu stabilisieren.

Dann die Konzentration auf die eigene Hemisphäre. Grönland, Kanada, USA, Mittelamerika, Südamerika. Die alte Monroe-Doktrin, neu lackiert. Venezuela war kein Ausrutscher, sondern ein Testlauf. Rohstoffe, Einflusszonen, Zugriffssicherung. Imperiale Selbstkonsolidierung. Gleichzeitig der Ausstieg aus jenen internationalen Organisationen, die das Imperium selbst einst geschaffen hat, um andere zu binden. Völkerrecht ist ein Werkzeug für Sieger. Sobald es bindet, wird es lästig. 

Regeln gelten nur, solange sie nützen.

Venezuela fügt sich hier nahtlos ein. Das Land verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt und ist seit 1914 Förderstaat – lange vor Saudi-Arabien. In den 1930er- und 1940er-Jahren spielte Venezuela für die USA eine Rolle, die später Saudi-Arabien übernahm. Der Bruch kam mit der Verstaatlichung und der Öffnung gegenüber russischen und chinesischen Ölkonzernen. Öl außerhalb des westlichen Einflussraums drückt Preise. Genau das ist für das amerikanische Fracking-Öl toxisch, das dauerhaft hohe Preise benötigt. Venezuela ist kein Problem. Venezuela ist ein Reservekanister. Sanktionen ersetzen hier den Zugriff.

Darüber hinaus fungiert Venezuela als strategische Absicherung für den Ernstfall eines Krieges mit dem Iran. Die Straße von Hormus ist eines der zentralen Nadelöhre der Weltwirtschaft: Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diese Meerenge. 

Eine militärische Eskalation würde den Weltmarkt schockartig verknappen und die Preise explodieren lassen. Die USA wären davon strukturell kaum betroffen. Zwar sind sie heute der größte Ölproduzent der Welt, verbrauchen aber mehr, als sie fördern, und importieren weiterhin einen Teil ihres Bedarfs. Dennoch sind sie nahezu selbstversorgt. Der Ölpreisschock trifft Europa, nicht Amerika. Ein drastischer Ölpreisanstieg wäre für die USA kein Risiko, sondern ein Vorteil: Er stabilisiert die teure Fracking-Förderung und eröffnet zugleich die Möglichkeit, venezolanisches Öl zu hohen Preisen auf den Markt zu bringen. Während Europa Energieknappheit, Inflation und Deindustrialisierung verkraften muss, würde Washington von der Verknappung profitieren.

Die Nachkriegsordnung der UNO mit Vetorecht ist eine Ordnung des Jahres 1945, diktiert von den Siegern, dominiert von den USA. Sie war nie neutral, nur funktional. Jetzt steht sie im Weg. Also wird sie ersetzt durch etwas Unverbindlicheres, Nebulöseres: eine „wertebasierte Ordnung“. Werte sind dehnbar. Werte sind marktfähig. Werte haben Börsenkurse. Die Moral wird privatisiert, die Gewalt verstaatlicht. Das Faustrecht kehrt nicht zurück, weil es nie weg war. Es wird nur nicht mehr verschleiert.

Und Deutschland? Deutschland ist immer noch naiv. Es hat die Erzählung vom großen Bruder geschluckt, der für Frieden sorgt, während er Kriege führt. Es hat geglaubt, Souveränität sei delegierbar. 

Es hat seine Energieversorgung geopolitisch entkernt, seine Industrie exponiert, seine Außenpolitik moralisiert und sich dabei für erwachsen gehalten. Deutschland hält Gehorsam für Reife. Jetzt steht es zwischen den Fronten und nennt das Verantwortung.

Die nächste Phase ist bereits sichtbar. Russland, China, Indien werden sich nehmen, was sie brauchen. Nicht aus Bosheit, sondern aus Logik. Autarkie schlägt Moral. Zugriff schlägt Appell. Wer glaubt, diese Welt lasse sich mit Appellen regieren, verwechselt Pressekonferenzen mit Macht. Macht fragt nicht. Macht nimmt.

Die Konsequenz wäre klar, wenn man sie auszusprechen wagte. Europa müsste sich aus den Klammern des Zweiten Weltkriegs lösen. Souverän werden. Autark denken. Strategisch handeln. Keine fremden Truppen mehr als Sicherheitsgarantie, sondern als Risiko. Russland als Nachbar, nicht als Erzählung. Handel und Annäherung statt Frontstaatromantik. Ein freier Markt ohne Blocklogik. Raus aus der NATO, rein in ein defensives, europäisch-eurasisches Sicherheitsbündnis, das Grenzen schützt statt Kriege exportiert. Neutralität ist keine Feigheit, sondern Selbstachtung.

Dafür müsste Deutschland jedoch aufräumen. Mit jenen Strukturen, die systematisch US-Interessen über deutsche stellen. Mit transatlantischen Thinktanks, Einflussnetzwerken, Stiftungen. Mit einer Presse, die zu neunzig Prozent Narrativlieferant statt Kontrollinstanz ist. 

Patriotismus müsste rehabilitiert werden als Liebe zur Heimat, nicht als Verdachtsmoment. Wer Heimat delegitimiert, delegitimiert Widerstand. Wer das bekämpft, verrät nicht die Moral, sondern die Souveränität.

Ironischerweise verdanken wir diese Klarheit ausgerechnet der unverhohlenen Politik eines Donald Trump. Seiner völligen Gleichgültigkeit gegenüber europäischer Befindlichkeit. Seiner brutalen Offenheit. Der große Bruder war nie ein Bruder. Er war immer ein Schulhofschläger mit besseren PR-Abteilungen. Jetzt sehen es alle. Nicht weil er ehrlich ist, sondern weil er sich die aufwendige Tarnung nicht mehr leisten kann. Das ist das Aufwachzimmer. Die Frage ist nur, ob Europa danach handelt oder wieder einschläft.

Wenn Europa jetzt wieder einschläft, wird es untergehen. Diesmal gibt es kein Rettungsboot. Kein Marshallplan. Keine schützende Hand von außen. Wer in dieser Phase der Geschichte Bequemlichkeit mit Sicherheit verwechselt, stimmt der eigenen Sterbehilfe zu.

+++

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags. 

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Bild: Fußgänger gehen am 26. November 2018 vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel, Belgien.

Bildquelle: Alexandros Michailidis /shutterstock

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Im toten Winkel | Von Alberto Zanardi

16. Januar 2026 um 13:50

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Im toten Winkel | Von Alberto Zanardi

Ein Standpunkt von Alberto Zanardi.

Was ist los mit den USA? Eigentlich nichts. Sie verhalten sich exakt so, wie sich Imperien immer verhalten, wenn ihr Zenit überschritten ist und der Abstieg nicht mehr aufzuhalten ist. Nicht moralisch entgleist, sondern machtlogisch konsequent. Sie pfeifen auf Regeln, weil Regeln nur für Aufsteiger nützlich sind. Imperien im Niedergang haben keine Geduld mehr für Maskerade. Sie schalten um auf Faustrecht.

Am 11. Januar 2026 postete US-Präsident Donald Trump auf seinem Netzwerk Truth Social ein Bild im Stile eines Wikipedia-Eintrags, in dem er sich selbst als „amtierenden Präsidenten von Venezuela“ bezeichnete, und erklärte in diesem Kontext, die USA würden Venezuela vorübergehend führen und venezolanisches Öl kontrollieren und auf den Weltmarkt verkaufen. Offizielle Anerkennung oder institutionelle Legitimation besteht dafür nicht. (1)

Ein Imperium lebt nicht nur von Verträgen, nicht von Moral, nicht von Werten. Es lebt vor allem vom Mythos der eigenen Unbesiegbarkeit. Es lebt vom Schutz der eroberten Gebiete, indem es die Eroberten aktiv in die Vereidigung der Beute miteinbezieht. Es lässt die Unterdrückten glauben, Teil von etwas Größerem zu sein. (2)

Solange diese Täuschung funktioniert, liefert das Imperium nach der Eroberung Ordnung, Sicherheit, Recht und Stabilität. Es schafft eine Währung der Abhängigkeit. Mit dieser Währung kauft es Loyalität. Die Eroberten werden zu Helfern des Gewaltapparats, nicht aus Überzeugung, sondern aus Anpassung.

Ein Imperium lebt von der Ausbeutung seiner „Partner“, die ein Stockholm-Syndrom entwickeln und ihre Unterordnung mit Mitsprache verwechseln. Die USA bilden hier keine Ausnahme. Sie hatten nie Freunde. Sie hatten stets nur Interessen. Und diese Interessen hießen immer zuerst USA. America First ist kein Politikstil, sondern ein deaktivierter Tarnmodus. (2)

Anders als in der Geschichte üblich, beginnt der Niedergang diesmal nicht mit Überdehnung, sondern mit einer Fehlfokussierung. Die USA haben den rasanten Aufstieg von China unterschätzt, weil sie sich strategisch an Russland festgebissen haben. Zwei Jahrzehnte NATO-Expansion, Regimewechselpolitik, Sanktionen und Eskalationsrhetorik, während Peking Lieferketten, Technologie, Rohstoffe und Märkte gesichert hat. Jetzt dämmert es in Washington. Zu spät. Die BRICS-Staaten sind nicht mehr aufzuhalten. Der Petro-Dollar, Fundament der amerikanischen Machtprojektion seit den 1970er-Jahren, verliert seine Exklusivität. Wer Öl außerhalb des Dollarraums handelt, wird nicht mehr automatisch militärisch ausgeschaltet, sondern bleibt unbehelligt, weil er zu groß ist. Zu wehrhaft. Das ist kein Detail. Das ist tektonisch. (2)

Was also tun? Pragmatismus ersetzt Ideologie. Es gilt, Konflikte unterhalb der großen Eskalationsschwelle am Köcheln zu halten. Etwa Russland militärisch zu beschäftigen, ökonomisch zu binden, moralisch zu ächten. Nicht besiegen, das geht nicht, aber binden.

Parallel dazu die aufstrebenden oder widerspenstigen Partner zurückstutzen. Europa, allen voran Deutschland. Wie? Energieversorgung zerstören, Abhängigkeiten verschärfen. Ideologische Durchdringung über Parteien, Stiftungen, NGOs. Atomisierung der Gesellschaft über Identitätspolitik und Dauererregung. Ein zerstrittenes Land stellt keine Fragen. Wer zerstritten ist, organisiert keinen Widerstand. (3)

In diese Logik fügt sich auch die Entscheidung der Bundesregierung ein, ein Erkundungs- und Sicherungskontingent der Bundeswehr mit 13 Soldaten nach Grönland zu entsenden, offiziell zur Unterstützung dänischen Territoriums im Rahmen einer multinationalen Mission. Deutsche Soldaten werden damit zur Absicherung entlegener Bündnisperipherie eingesetzt, während der Schutz der eigenen Grenzen im politischen Alltag als nachrangig oder unerwünscht gilt. (4)

Hier erklärt sich auch die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline. Nicht als irrationaler Akt, sondern als strategischer Schnitt. Die Pipeline war die Hauptschlagader der Wirtschaft. Billige, planbare Energie war der entscheidende Wettbewerbsvorteil der Industrie. Mit der Zerstörung von Nord Stream wurde dieser Vorteil geopolitisch beseitigt. Deutschland verliert seine Hauptschlagader. Energie wird unbezahlbar eingekauft. Seit der Sprengung nicht mehr billig beim Nachbarn um die Ecke, sondern in Übersee, vom mutmaßlichen Attentäter: teures US-LNG-Gas. Das vergewaltigte Opfer ist gezwungen, mit dem Vergewaltiger, der jetzt als Gönner auftritt, zusammenzuarbeiten. Und jeder, der das offen ausspricht, wird von der EU wegen der Verbreitung „verschwörerischer Narrative“ ins Visier genommen.

Aktuell trifft es den ehemaligen Schweizer Berufsoffizier und Militäranalysten Jacques Baud. Gegen ihn wurden in Belgien restriktive Maßnahmen verhängt: sämtliche EU-Konten wurden gesperrt, Gelder eingefroren, öffentliche Auftritte unterbunden und eine Ausreise in seine Heimat Schweiz untersagt. Begründet wird dies nicht mit strafrechtlich relevanten Handlungen, sondern mit seiner vom offiziellen Narrativ abweichenden Analyse des Ukraine-Krieges. Der Fall markiert eine neue Qualität politischer Sanktionierung: Nicht Handlungen, sondern Bewertungen geraten unter administrativen Zugriff. (6) (7)

Zur öffentlichen Spur der Nord-Stream-Sabotage veröffentlichte der US-Investigativjournalist Seymour Hersh 2023 eine detaillierte Recherche, die eine operative Beteiligung US-amerikanischer Stellen nahelegt. Unabhängig von der juristischen Bewertung einzelner Details ist die strategische Wirkung eindeutig: Die energiepolitische Souveränität Deutschlands wurde beschädigt, der industrielle Standort geschwächt, alternative Lieferketten zugunsten der USA geöffnet. (5)

Diese Logik ist kein Geheimwissen, sondern seit Jahren offen formuliert. In einem Strategiepapier der RAND Corporation aus dem Jahr 2019 wird empfohlen, Russland systematisch zu „überdehnen und aus dem Gleichgewicht zu bringen“. Der wirtschaftliche Kollateralschaden für Europa, insbesondere für Deutschland, wird ausdrücklich in Kauf genommen. (3)

Die Ukraine spielt in dieser Architektur die Rolle des Bindeglieds. Die Minsker Abkommen dienten nicht der Befriedung, sondern der Zeitgewinnung. Diplomatie als Zeitgewinn. Friedensverträge als Ladehemmung für den nächsten Krieg. Parallel dazu das offene Bekenntnis amerikanischer Spitzenvertreter zur Geringschätzung europäischer Interessen – „fuck the EU“ war kein Ausrutscher, sondern Zustandsbeschreibung. (8) (6)

Der Satz „fuck the EU“, gefallen 2014, stammt von Victoria Nuland. Er war kein emotionaler Ausrutscher, sondern eine unbeabsichtigte Offenlegung realer Machtverhältnisse. Victoria Nuland war keine Randfigur, sondern eine der zentralen Architektinnen der US-Politik gegenüber Europa und dem postsowjetischen Raum. Sie bekleidete Schlüsselpositionen über mehrere Regierungen hinweg, darunter als Assistant Secretary of State für Europa und Eurasien sowie später als Under Secretary of State. Politisch entstammte sie dem neokonservativen Netzwerk Washingtons; ihr Ehemann Robert Kagan gilt als einer der einflussreichsten Ideologen amerikanischer Hegemonialpolitik. Ihre Rolle beim Machtwechsel in der Ukraine 2014 war offen operativ. Der Satz richtete sich nicht gegen Europa als Idee, sondern gegen Europa als eigenständigen Akteur. Gemeint war: europäische Mitsprache ist entbehrlich, wenn sie amerikanischen Zielen widerspricht. (8)

Der Charakter dieses Vorgehens wurde später offen bestätigt. Angela Merkel räumte ein, dass die Minsker Abkommen nicht als Friedensinstrument gedacht waren, sondern dazu dienten, Zeit zu gewinnen – Zeit für Aufrüstung, Ausbildung und militärische Vorbereitung der Ukraine. Minsk war damit kein gescheiterter Vertrag, sondern ein bewusst gebrochenes Versprechen. Ein Abkommen als taktische Pause, nicht als Lösung. Diplomatie wurde zur Funktion der Kriegsökonomie, Vertrauen zur Wegwerfressource. Der Verrat von Minsk war kein Betriebsfehler, sondern Teil der Architektur. (7)

Der deutsche Tiefschlaf

Was in Deutschland fehlt, ist nicht Information, sondern Haltung. Deutschland lebt im toten Winkel seiner eigenen Geschichte.

Dieser tote Winkel ist kein neues Phänomen. Er ist strukturell und reicht mindestens bis 1945 zurück. Bereits der Aufstieg Adolf Hitlers und damit des deutschen Nationalstaates in seiner radikalisierten Form wäre ohne massive finanzielle, industrielle und technologische Unterstützung aus den USA nicht möglich gewesen. Der Wirtschaftshistoriker Antony C. Sutton hat in Standardwerken wie "Wall Street and the Rise of Hitler" und "Wall Street and the Nazi War Machine" detailliert dokumentiert, dass zentrale Elemente der deutschen Kriegswirtschaft auf amerikanischem Kapital, Patenten und industriellem Know-how beruhten. Ohne diese additive Hilfe aus den USA hätte kein deutscher Bomber abheben können. (12) Ergänzend zeigt der Politökonom Guido Giacomo Preparata in Conjuring Hitler, wie die angloamerikanische Finanzarchitektur den deutschen Wiederaufstieg gezielt ermöglichte, um ihn anschließend in einen zerstörerischen Kontinentalkrieg zu lenken. (13)

Die Empörung bleibt aus. Nicht über Nord Stream. Nicht über Minsk. Nicht über die Zerstörung industrieller Grundlagen. Empörung würde Handlung verlangen. Handlung würde Konflikt erzeugen. Konflikt aber widerspricht dem Selbstbild des „vernünftigen Landes“. So akzeptiert ein hochindustrialisiertes Land seine eigene Deindustrialisierung, weil sie moralisch gut begründet wird.

Das Ergebnis ist kein Betriebsunfall, sondern eine Wirkungskette: Deindustrialisierung, steigende Sozialausgaben, fiskalischer Druck, Aushöhlung der sozialen Marktwirtschaft. Der Sozialstaat wird nicht reformiert, er wird geopolitisch zerlegt. Ein Standort wird geopfert, um ein Imperium zu stabilisieren. (11)

Parallel dazu verschiebt sich die politische Ökonomie. Mit Friedrich Merz, ehemaligem Deutschland-Chef von BlackRock, übernimmt ein direkter Repräsentant globaler Vermögensverwaltung direkt das Kanzleramts. Politik und Asset-Management beginnen zu verschmelzen. Staatliche Substanz wird bilanziert, nicht geschützt. Abwracken ersetzt Gestalten. (9)

Friedrich Merz hat damit nicht nur ein zentrales Wahlversprechen gebrochen, sondern eine historische Zäsur vollzogen. Im Wahlkampf hatte er zugesichert, keine neuen Schulden zu machen. Tatsächlich wurde unter seiner politischen Verantwortung die Schuldenbremse faktisch ausgehebelt und ein schuldenfinanziertes Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe beschlossen. Der Umfang der neu ermöglichten Kreditaufnahme liegt – je nach Ausgestaltung – bei bis zu einer Billion Euro und stellt den größten Schuldenaufbau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar. (14) (15)

Dieses Geld fällt nicht vom Himmel. Es wird am Kapitalmarkt geliehen. Der Staat begibt Bundesanleihen, die von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und internationalen Vermögensverwaltern gekauft werden. Wer diese Schulden hält, kontrolliert die Bedingungen, unter denen der Staat handlungsfähig bleibt: Zinssätze, Laufzeiten, Refinanzierungsdruck. Wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert das Land. (16)

Parallel dazu verliert der Staat an Substanz. Während die Verschuldung wächst, wird das Tafelsilber schleichend entwertet: Infrastruktur, öffentliche Unternehmen, Versorgungsnetze. Auf dem Papier sinkt der reale Wert staatlicher Vermögenspositionen, während private Kapitalgeber an Einfluss gewinnen. Dieses Muster ist bekannt. Es war in Griechenland zu beobachten, wo internationale Investoren unter dem Druck der Schuldenkrise staatliche Vermögenswerte aufkauften und verwerteten. (17)

In dieser Perspektive erscheint Friedrich Merz nicht als nationaler Gestalter, sondern als Vollstrecker internationaler Vermögensinteressen. Ein Kanzler im Tarnmodus, der fiskalische Souveränität gegen Kreditlinien tauscht. Asset-Management ersetzt Politik. (18)

Flankiert wird dies durch ein dichtes Geflecht transatlantisch geprägter Thinktanks, Stiftungen und NGOs, das sicherheits-, energie- und migrationspolitische Fragen moralisiert statt diskutiert. Nationale Interessen werden delegitimiert, Identität und ein nüchterner Patriotismus als anrüchig markiert. Große Teile der staatsnahen Medien reproduzieren diese Narrative, statt sie zu prüfen.(10) (11)

Und die USA?

Amerika konzentriert sich auf die eigene Hemisphäre. Grönland, Kanada, USA, Mittelamerika, Südamerika. Die alte Monroe-Doktrin, neu lackiert. Venezuela war kein Ausrutscher, sondern ein Testlauf. Rohstoffe, Einflusszonen, Zugriffssicherung. Imperiale Selbstkonsolidierung. Gleichzeitig der Ausstieg aus jenen internationalen Organisationen, die das Imperium selbst einst geschaffen hat, um andere zu binden. Völkerrecht ist ein Werkzeug für Sieger. Sobald es bindet, wird es lästig. Regeln gelten nur, solange sie nützen. (2)

Venezuela fügt sich hier nahtlos ein. Das Land verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt und ist seit 1914 Förderstaat – lange vor Saudi-Arabien. Öl außerhalb des westlichen Einflussraums drückt Preise. Genau das ist für das amerikanische Fracking-Öl toxisch, das dauerhaft hohe Preise benötigt. Venezuela ist kein Problem. Venezuela ist ein Reservekanister. Sanktionen ersetzen hier den Zugriff. (9)

Darüber hinaus fungiert Venezuela als strategische Absicherung für den Ernstfall eines Krieges mit dem Iran. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren die Straße von Hormus. Eine Eskalation würde die Preise explodieren lassen. Die USA wären strukturell kaum betroffen, Europa hingegen massiv. Ein Ölpreisschock stabilisiert US-Fracking und schadet der europäischen Industrie. (10)

Institutionell lösen sich die USA unter Trump von der Nachkriegsordnung. Multilaterale Bindungen verlieren an Bedeutung, sobald sie einschränken. An ihre Stelle tritt eine „wertebasierte Ordnung“. Moral wird argumentativ genutzt, Gewalt operativ eingesetzt. Das System wird sichtbar, nicht weil es ehrlicher geworden ist, sondern weil es sich Tarnung nicht mehr leisten kann.

Und Deutschland? Deutschland bleibt naiv. Es delegiert Souveränität, moralisiert Außenpolitik und hält Gehorsam für Verantwortung.

Wenn Europa jetzt wieder einschläft, wird es absaufen. Diesmal gibt es kein Rettungsboot. Keinen Marshallplan. Keine schützende Hand von außen. Wer in dieser Phase der Geschichte Bequemlichkeit mit Sicherheit verwechselt, stimmt dem eigenen Untergang zu.

Quellen und Anmerkungen

(1) Berliner Zeitung – Donald Trump / Truth Social / Venezuela (12.01.2026) https://www.berliner-zeitung.de/news/trump-erklaert-sich-auf-truth-social-zum-amtierenden-praesidenten-von-venezuela-li.10013609

(2) Chalmers Johnson – The Sorrows of Empire https://www.amazon.de/dp/0805077970

Paul Kennedy – The Rise and Fall of the Great Powers https://www.amazon.de/dp/0679720197

(3) RAND Corporation (2019) – Overextending and Unbalancing Russia https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html

(4) Reuters – Deutschland entsendet 13 Soldaten nach Grönland (14.01.2026) https://www.reuters.com/world/europe/germany-send-reconnaissance-troops-greenland-government-says-2026-01-14/

(5) Seymour Hersh – How America Took Out the Nord Stream Pipeline (2023) https://seymourhersh.substack.com/p/how-america-took-out-the-nord-stream

(6) (7) EU / EEAS – Foreign Information Manipulation and Interference https://www.eeas.europa.eu/eeas/fimi_en

CF2R – Jacques Baud https://cf2r.org/auteurs/jacques-baud/

(8) BBC – Victoria Nuland „Fuck the EU“ (2014) https://www.bbc.com/news/world-europe-26079957

(9) OPEC – Statistical Bulletin (Ölreserven Venezuela) https://www.opec.org/opec_web/en/data_graphs/330.htm

(10) U.S. Energy Information Administration – Straße von Hormus https://www.eia.gov/international/analysis/regions-of-interest/Hormuz

(11) ifo Institut / DIW / Destatis – Deindustrialisierung Deutschland https://www.ifo.de, https://www.diw.de, https://www.destatis.de

(12) Antony C. Sutton – Wall Street and the Rise of Hitler https://www.amazon.de/dp/1585091661

Wall Street and the Nazi War Machine https://www.amazon.de/dp/1585091300

(13) Guido Giacomo Preparata – Conjuring Hitler https://www.amazon.de/dp/0745327877

(14) (15) Bundesministerium der Finanzen / Bundesrechnungshof https://www.bundesfinanzministerium.de, https://www.bundesrechnungshof.de

(16) Deutsche Bundesbank – Staatsschulden https://www.bundesbank.de

(17) Europäischer Rechnungshof / IWF – Griechenland https://www.eca.europa.eu, https://www.imf.org

(18) BlackRock – Investment Stewardship https://www.blackrock.com/corporate/about-us/investment-stewardship

Bild: Frau mit leeren Taschen über der deutschen Fahne

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Trumps Öl-Traum zerschellt | Von Rainer Rupp

16. Januar 2026 um 11:28

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Trumps Öl-Traum zerschellt | Von Rainer Rupp
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Trumps Öl-Traum zerschellt | Von Rainer Rupp

Trumps venezolanischer Öl-Traum zerschellt an Realität

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

BIG-US-OIL werde in Venezuela investieren und alles zum Besten wenden, prahlte Trump auf „sozialen“ Medien vor seinem Treffen mit rund 20 Top-Managern der US-Energiewirtschaft am vergangenen Wochenende. Doch die schütteten einen Eimer mit kaltem Wasser über seinen Fiebertraum von einer Öl-Bonanza.

Wir haben uns inzwischen an Donald Trumps Gigantismus gewöhnt. Alles, wirklich alles, was er macht - selbst sein Toilettengang - sind entweder gigantisch, einmalig auf der Welt oder „super duper“. Mit diesen Attributen prahlt er auch über seinen jüngsten verbrecherischen Überfall auf ein anderes Land. Mit dem „einzigartig toll“ ausgeführten US-Raubmord in Venezuela – immerhin wurden an die 100 Menschen, darunter viele Zivilisten bei dem US-Überfall auf Caracas getötet – wollte Trump die größten Ölvorkommen der Welt in den Besitz der USA überführen und sich zugleich als Chefverwalter über diesen märchenhaften Reichtum einsetzen. Er schwelgte bereits in der Vorstellung, dass er mit Venezuelas Öl nun die Kontrolle über mehr Ölreserven als Saudi-Arabien und Russland zusammen hatte und natürlich weit mehr als China. 

Zur Verwirklichung seiner megalomanen Fantasie mussten aber erst wieder die venezolanischen Öl-Quellen zum Sprudeln gebracht werden. Für Trump kein Problem. Dank seines unglaublich schlauen Kopfs entwarf er im Handumdrehen ein Hundert Milliarden-Dollar Investitionsprogramm, das er letztes Wochenende erwartungsfroh den Chefs der US-Ölindustrie vorstellte, die er im Weißen Haus zusammengetrommelt hatte. Das war der Moment, wo das Trugbild seiner größenwahnsinnigen Fantasie mit der Realität zusammenstieß. 

Denn die BIG-OIL-Bosse machten Trump klar, dass Venezuelas Reserven in geographisch unzugänglichen Dschungelgebieten liegen und das teerartige Öl chemisch verdünnt und aufwendig transportiert werden muss. Personalmangel, Lebensgefahr durch anti-US-Milizen und Entführungsbanden sowie fehlende juristische Investitionssicherheit machen daher eine umfassende Ausbeutung unrealistisch. Dazu mehr Details weiter unten im Text.

Nur wenige Tage nach der brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen militärischen US-Intervention in Venezuela hatte Präsident Trump seine grandiose Vision auf die Bildschirme der US-Fernseher gemalt. Seine kühne Verheißung: Mindestens 100 Milliarden Dollar frisches US-Kapital werden die weltgrößten, nachgewiesenen Ölvorkommen im Orinoco-Gürtel zum Sprudeln bringen; natürlich unter seiner Oberaufsicht zum Wohl der amerikanischen und der venezolanischen Bevölkerung. Das muss man Trump glauben, schließlich hatte er als New Yorker Baulöwe, als er seine ersten Dollar-Milliarden machte mit seinen Billigwohnungen immer das Wohl der ärmeren Teile der Bevölkerung im Sinn gehabt. Zumindest glaubt er selbst daran.

Im Übrigen unterstrich er in seinen öffentlichen Reden die absolute Notwendigkeit seiner Militärintervention, denn nur so habe er Venezuela vor China und Russland retten können, die sich sonst die fette Beute selbst geschnappt hätten. Aber nun sei das Baby in trockenen Tüchern und BIG-US-OIL werde mit 100 Milliarden Dollar Investitionen alles zum Besten wenden.

Doch die Realität hat die unangenehme Angewohnheit, Luftschlösser zum Einsturz zu bringen. Bei dem von der Öffentlichkeit abgeschirmtem Treffen am vergangenen Wochenende hatten die rund 20 eingeladenen Top-Manager der größten US-Energieunternehmen einen ernüchternden Eimer kalten Wassers für Trumps Fiebertraum parat. Statt sofort Schecks zu unterschreiben, zeigten die Ölbarone höflich, aber bestimmt starke Skepsis gegen Trumps Pläne. Ihre Einwände summierten sich zu einer langen Liste von Problemen und Risiken, darunter Zeitpläne über Jahrzehnte und schiere Unrentabilität von Investitionen bei aktuellen Ölpreisen von etwa 56–60 Dollar pro Barrel. 

Am Ende der Sitzung trat Trump dennoch vor die Presse und verkündete – wie könnte es auch anders sein- den Sieg seiner Pläne:

„Wir haben so etwas wie einen Deal geschlossen“.

Doch die Details dieses angeblichen Deals, die inzwischen ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, erzählten eine andere Geschichte: Nur Chevron, das schon seit einigen Jahren wieder in Venezuela im Einverständnis mit der Maduro-Regierung produziert hat, legte ein bescheidenes Versprechen vor, mehr zu investieren, während Giganten wie Exxon Mobil Investitionen in Venezuela rundheraus ablehnten. Da halfen auch Trumps Zusicherungen an die Manager nichts, wenn er sagte:

„Ihr habt totale Sicherheit, totale Sicherheit … Ihr verhandelt direkt mit uns (mit der US-Regierung) – nicht mit Venezuela.“ 

Die BIG-Oil Manager kauften ihm seine billigen Verkaufsreden jedoch nicht ab. Exxon-Mobil-Chef Darren Woods wird in US-Medien zitiert:

„Wenn man sich die derzeitigen rechtlichen und kommerziellen Strukturen und Rahmenbedingungen in Venezuela anschaut, ist es uninvestierbar. … Wie finanziell belastbar sind die Schutzmaßnahmen? Wie sehen die Renditen aus?“

Exxon Boss Woods erinnerte auch an frühere Enteignungen in Venezuela: „Exxons Vermögenswerte dort wurden bereits zweimal beschlagnahmt.“ Trump sichtbar erbost habe darauf geantwortet, dass man das grandiose Venezuela-Projekt auch ohne Exxon durchführen werde.

Der Gründer von Continental-Resources, Harold Hamm, gab zu bedenken, dass

„sich alle darüber einig sind, dass in Venezuela eine riesige Investition getätigt werden müsste, was definitiv viel Zeit bräuchte, um das umzusetzen“,

bevor man überhaupt an Gewinne denken könnte. ConocoPhillips-Chef, Ryan Lance, erinnerte an die Verluste seines Unternehmens von 12 Milliarden Dollar in Venezuela, die allerdings „bereits abgeschrieben“ seien, worauf Trump paternalistisch erwiderte: „Gute Abschreibung.“

Nur einige wenige Teilnehmer zeigten die notwendige Begeisterung für Trumps Plan; so etwa der Repsol-Chef, der sich bereit zeigte „mehr zu investieren“, oder Bill Armstrong von Armstrong Oil & Gas der aus schlecht nachvollziehenden Gründen von „erstklassigem Gelände“ in Venezuela sprach. Doch das waren zwei Ausreißer in einem Raum voller Misstrauen und Vorsicht.

Selbst wenn man von den anstehenden juristischen Klagen in den USA gegen Trumps Vorgehen und seine weiteren Pläne absieht und ebenso den völkerrechtlichen Sumpf der US-Militärintervention und deren juristischen Folgen für US-Exporte von in Venezuela geraubtem Öl an Drittländer, wo es womöglich beschlagnahmt werden kann, ignoriert, dann zeichnen sich weitere, zumeist unüberwindbare Probleme ab. Die sind meist technischer, geographischer und ökonomischer Art. Andere beziehen sich auf die bereits oben angedeuteten Personalprobleme und potenziellen Gefahren für Leib und Leben der Mitarbeiter. 

Die nachfolgende Liste der Hindernisse zeigt, warum Trumps Plan ein Luftschloss bleiben wird: 

1. Fehlendes erfahrenes US-Personal und logistische Bereitschaft 

Neue Akteure wie Exxon oder ConocoPhillips haben nach Jahren der Abwesenheit – die Enteignungen fanden in den 2000er Jahren statt - keine Vor-Ort-Kontakte, kein ausgebildetes Personal oder Lieferketten mehr. Nur Chevron ist noch aktiv vor Ort. Den neuen Marktteilnehmern würden die notwendigen Beziehungen, Mitarbeiter und Logistik fehlen, um kurzfristig loszulegen. US-Analysten sprechen von Jahren, bis die Öl-Produktion in Venezuela nennenswert steigen würdet. Es bedürfte eines jahrzehntelangen Kraftakts, zu dem eher kurzfristig auf den Profit bedachte US-Unternehmen kaum imstande sind, falls überhaupt

2. Sicherheitsrisiken: Schwer bewaffnete Milizen, Banden und Chaos

Venezuela ist ungeeignet als Besatzungsgebiet durch eine fremde Macht. Die in Lateinamerika erfahrene Journalistin Lulu Garcia-Navarro warnte jüngst vor schwer bewaffneten paramilitärischen Kräften, die Yankees hassen, aber auch vor kriminellen Kartellen, mit schier unbegrenzten Finanzmitteln und Zugang zu Waffen aller Art und Motiven für Chaos zu sorgen, von dem sie profitieren. Nach einer US-Invasion mit Stiefeln am Boden würden Entführungen, Sabotage oder direkte Angriffe auf Anlagen drohen. Kein Wunder, dass Exxon-Boss Woods „ordnungsgemäße Sicherheitsgarantien“ forderte, bevor er überhaupt ein Beobachter-Team hinschicken würde.

3. Rechtliche und Investitionssicherheit 

Frühere Beschlagnahmungen und Verluste in Milliardenhöhe schweben wie ein Damoklesschwert über jeder Diskussion von US-Managern über Neuinvestitionen in Venezuela. Sie haben gute Gründe an der „Haltbarkeit“ und „Belastbarkeit“ von Trumps versprochenen Schutzmaßnahmen zu zweifeln. Denn was passiert bei politischen Wechseln in Washington oder Caracas? Vor wenigen Tagen hat der US-Kongress bereits Trumps Handlungsfreiheit in Venezuela beschnitten. Im kapitalintensiven Energiesektor brauchen kapitalistische Unternehmen Gewissheit für langfristige Gewinne und Verträge, die Jahrzehnte überdauern, was angesichts der politischen Unsicherheiten in den USA und Venezuela nicht gegeben ist 

4. Geologische und technische Herausforderungen: Der teerartige Albtraum des Orinoco-Schweröls

Das venezolanische Öl ist größtenteils extra-schweres Bitumen, das nicht leicht fließt. Es braucht teure Verdünnung mit Naphtha oder leichteren Ölen für den Pipeline-Transport sowie energieintensive Aufbereitung. Das Gelände – entlegener Regenwald, Flüsse, hohe Temperaturen – erschwert Förderung und Transport. Produktionskosten sind hoch, Emissionen intensiv, und bei aktuellen Preisen (56–60 Dollar/Barrel) sind viele Projekte unrentabel. Der „Break-Even“ Preis, die Grenze zwischen Gewinn und Verlust liegt oft bei über 80 Dollar pro Fass.

Fazit: Die große Illusion zerplatzt

Trumps glorreicher 100-Milliarden-Ölrausch – gestartet mit Bomben, Großspurigkeit und offener Missachtung des Völkerrechts – prallt frontal gegen die Mauer der Realität. Die Öl-Bosse, die er im Weißen Haus unter Druck zu setzten versuchte, rannten nicht mit offenen Scheckbüchern herbei. Stattdessen erklärten sie höflich, warum sie ihr Geld nicht in Venezuelas bodenlosen Risikosumpf versenken wollen. Doch Trump verspricht „Totale Sicherheit“; und das für ein Land, dessen Hauptstadt frisch vom US-Militär verwüstet wurde, dessen Bevölkerung von Washington erniedrigt wird, ein Land, in dem es von schwer bewaffneten anti-US Milizen wimmelt, die stolz auf ihre Tradition sind, koloniales ausländisches Eigentum zu verstaatlichen. Was kann da schon für neue US-Investitionen schief gehen?

Letztlich ist Trumps „Meisterstreich“ in Venezuela nichts anderes als eine milliardenschwere außenpolitische Farce, getarnt als Energiedominanz. Die BIG-OIL Bosse gingen mit höflichem Lächeln und null Zusagen nach Hause und überließen Trump die Prahlerei von „einem Deal“, der nur in seiner eigenen Fantasie existiert. Wie absolut vorhersehbar, war das wieder ein triumphaler Trump-Erfolg, der absolut nichts liefert außer riesigen Schlagzeilen, einer saftigen Rechnung für die amerikanischen Steuerzahler und einer endgültigen Verabschiedung Washingtons vom Völkerrecht?

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Washington DC / Vereinigte Staaten von Amerika 26.09.2017 Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump im Weißen Haus

Bildquelle: Gil Corzo / Shutterstock.com

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Willkür statt Beweise | Von Michael Straumann

06. Januar 2026 um 13:03

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Willkür statt Beweise | Von Michael Straumann
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Willkür statt Beweise | Von Michael Straumann

Seit gestern befindet sich Nicolás Maduro in Gewahrsam in den USA. Die Anklageschrift gegen ihn liest sich wie eine Farce, die erhobenen Vorwürfe erweisen sich als haltlos.

Ein Standpunkt von Michael Straumann.  

Dieses Foto ging gestern um die Welt: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wurde als Geisel gezeigt – gekleidet in einen grauen Nike-Tech-Jogginganzug, mit roten Lärmschutzkopfhörern und schwarzer Gesichtsmaske. (Foto im Anhang)

Seit Jahren köchelt der Konflikt zwischen den Vereinigte Staaten und Venezuela vor sich hin – doch seit letztem September hat sich die Lage spürbar zugespitzt. Es begann mit den Angriffen des US-Militärs auf Boote aus Venezuela, die mutmasslich Drogen in die Vereinigten Staaten schmuggelten. Bei mindestens 19 Einsätzen kamen etwa 105 Menschen ums Leben.

Im Dezember verhängte die US-Regierung eine Seeblockade gegen Venezuela, wobei zwei venezolanische Öltanker beschlagnahmt wurden. Pünktlich zu Heiligabend folgte der erste Angriff auf venezolanischem Terrain. Nun gipfelte der militärische Schlagabtausch gestern in der Entführung Maduros. Beim Angriff auf Caracas wurden 40 Menschen getötet.

Amerikanische Elite-Spezialeinheiten brachten Maduro nach New York, wo er sich nun vor Gericht verantworten soll. Der Prozess soll in den kommenden Tagen beginnen. In Venezuela ernannte der Oberste Gerichtshof unterdessen die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur neuen Präsidentin. Sie fordert die USA auf, Maduro freizulassen, und erklärte, Venezuela werde niemals eine Kolonie der Vereinigten Staaten sein. Zugleich wirft sie Washington vor, es gehe einzig um die Ausbeutung der Ressourcen des Landes.

Seit Monaten bezichtigt die Regierung von Donald Trump Maduro des «Drogenterrorismus». Er arbeite mit Drogenkartellen zusammen und helfe ihnen, Kokain und Fentanyl in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Zudem behauptet Washington, Venezuela habe den USA Erdöl gestohlen – Ölreserven und Fördergebiete, die 1976 verstaatlicht wurden. Was ist an den Vorwürfen dran?

Venezuela ist kein Fentanyl-Hotspot

Tatsächlich ist Venezuela jedoch keine bedeutende Quelle für Fentanyl oder andere Drogen, die in die Vereinigten Staaten gelangen. Entgegen der öffentlichen Rhetorik der Trump-Regierung gehen die US-Behörden nicht davon aus, dass Maduro venezolanische Drogenkartelle anführt. Ein internes Lagepapier des Office of the Director of National Intelligence vom 7. April, das auf Erkenntnissen aller 18 US-Geheimdienste basiert, kommt zu dem Schluss, dass die Maduro-Regierung mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Politik der Zusammenarbeit mit Drogenkartellen verfolgt und weder deren Bewegungen in die USA noch deren Aktivitäten dort steuert. Die Geheimdienste konnten demnach nicht feststellen, dass die venezolanische Regierung Kartelle kontrolliert. Vielmehr geht Caracas gegen diese vor, was eine strategische oder systematische Kooperation beider Seiten höchst unwahrscheinlich macht.

US-Beamte berichten zudem, dass die kleinen Boote, die zwischen Venezuela sowie Trinidad und Tobago verkehren, kein Fentanyl transportieren, sondern vor allem Marihuana und geringe Mengen Kokain, die für Westafrika und Europa bestimmt sind. Nach Angaben der Drug Enforcement Administration gelangen rund 90 Prozent des in die USA eingeführten Kokains über Mexiko ins Land – nicht über Venezuela. Entsprechend taucht Venezuela weder im aktuellen Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen noch im jüngsten jährlichen Drogenbericht der Europäischen Union als relevante Drehscheibe auf.

Groteske Anklageschrift

Umso bemerkenswerter ist der Blick in die 25-seitige Anklageschrift gegen Nicolás Maduro. Die Droge, die den jüngsten Konflikt angeblich wieder entfacht haben soll, wird darin kein einziges Mal erwähnt: Fentanyl kommt in dem Dokument nicht vor. Auch von «gestohlenem Erdöl» ist keine Rede – jenem Vorwurf, mit dem die Regierung von Donald Trump unter anderem die Seeblockade gegen Venezuela rechtfertigte. Stattdessen wird Maduro des «Narco-Terrorismus beschuldigt» – ein Vorwurf, der in dieser Form weder von der Drug Enforcement Administration noch von den US-Geheimdiensten gestützt wird.

Konkret wirft die Anklage Maduro vor, Partnerschaften mit bewaffneten Gruppen wie den Revolutionary Armed Forces of Colombia (FARC) und der National Liberation Army (ELN) sowie mit mexikanischen Kartellen wie dem Sinaloa-Kartell und Los Zetas eingegangen zu sein, um den Transport von Kokain in die USA zu schützen und zu fördern. Ihm wird vorgeworfen, den Kokainhandel in grossem Stil organisiert und persönlich den Transport von Tausenden Tonnen koordiniert zu haben. Zudem soll er diplomatische Pässe und Flugzeuge zur Verfügung gestellt haben, um Drogengelder zu waschen.

Ironischerweise begnadigte Donald Trump jüngst den ehemaligen Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández. Hernández war im März 2024 in den USA wegen Drogenhandels und verwandter Delikte verurteilt und im Juni desselben Jahres zu 45 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Präsidentschaft entwickelte sich Honduras zu einem zentralen Transitland für südamerikanisches Kokain auf dem Weg in die USA.

Bemerkenswert ist zudem, dass Maduro des Terrorismus beschuldigt wird, während Washington gleichzeitig bereit ist, mit dem amtierenden Staatschef Syriens, Ahmed al-Sharaa, zusammenzuarbeiten – einem früheren Kommandeur der Al-Qaida.

Schliesslich wird Maduro in der Anklage auch eine Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und «zerstörerischen Geräten» wie Granaten zur Last gelegt. Ein Vorwurf, der insofern irritiert, als der zweite Verfassungszusatz der Vereinigte Staaten das Recht auf Waffenbesitz ausdrücklich schützt – zumindest auf amerikanischem Boden.

Die «strafrechtliche Verfolgung» der US-Behörden gegen Maduro entbehrt damit jeder erkennbaren faktischen Grundlage. Wie der Prozess in den kommenden Tagen verlaufen wird, bleibt abzuwarten. Skepsis ist angebracht.

Quellen und Anmerkungen

Nicolas Maduro on board the USS Iwo Jima. pic.twitter.com/omF2UpDJhA

— The White House (@WhiteHouse) January 3, 2026

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Michael Straumann hat am Kompaktkurs Journalismus an der Freien Akademie für Medien & Journalismus teilgenommen. Er publiziert unter StrauMedia

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 04. Januar 2025 auf straumedia.ch.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Caracas, Venezuela; 20. April 2023: Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro nimmt an einer Pressekonferenz im Schloss Miraflores, dem Regierungssitz Venezuelas, teil.
Bildquelle: StringerAL / shutterstock

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Öl, Silber, Macht | Von Claudia Töpper

06. Januar 2026 um 11:25

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Öl, Silber, Macht | Von Claudia Töpper
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Öl, Silber, Macht | Von Claudia Töpper

Folgt nun der Krieg USA vs. China?

Nachdem Trump am Wochenende den venezolanischen Präsidenten, Nicolás Maduro, nach New York entführte, um einen Regimewechsel herbeizuführen und um an die Ölreserven zu gelangen, die China bereits beansprucht, sollen nun offenbar auch Regimewechsel in Kuba, Mexiko, Kolumbien und Grönland folgen. (1) Beginnt nun der lang prophezeite Krieg gegen China? 

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Was geschah?

Der US-Präsident, Donald J. Trump ließ den Präsidenten von Venezuela am 03.01.2026 von Mitgliedern ‌der Delta Force, eine Spezialeinheit der US-Armee, entführen und nach New York bringen, um ihn dort vor Gericht wegen Drogen- und Waffenhandel anzuklagen. (2) Dies bestätigt die US-Justizministerin, Pam Bondi auf X. (3) Bis Montag befand sich Maduro im dem Hochsicherheitsgefängnis, Metropolitan Detention Center in Brooklyn. (4)

Es handelte sich bei der Entführung um eine verdeckte Operation. (5) Dies scheint ein Video mit spanischem Untertitel aus Venezuela zu bestätigen.

„Die Medien wurden bei jedem Schritt im Dunkeln gelassen und irregeführt. Unmittelbar zuvor kam es durch die Abschaltung des Stromnetzes zu massiven Stromausfällen. Die CIA unter Präsident Trump verfolgte und prognostizierte jede Bewegung Maduros. Verdeckte Agenten lenkten die Zivilbevölkerung ab. Die eingesetzte Technologie und Strategie waren keinem anderen Land bekannt.“

Die Anklageschrift

Am Montag, den 05.01.2026 wurde Maduro in New York dem Haftrichter vorgeführt. Um 12:00 Uhr Ortszeit wurde die Anklageschrift gegen ihn, seine Frau, Cilia Adela Flores De Maduro und seinen Sohn, Nicolas Ernesto Maduro Guerra, alias „Nicolasito“ und „The Prince“ verlesen. (6) Maduro plädierte hierbei auf „nicht schuldig“. (7) Neben Maduro und seiner Familie sind die folgenden drei Personen laut der Anklageschrift mit angeklagt: „Diosdado Cabello Rondón, Vorsitzender der Nationalen Verfassungsgebenden Versammlung Venezuelas, Ramon Rodriguez Chacin, ein venezolanischer Politiker und ehemaliges Mitglied der Streitkräfte, der zwischen […] 2002 und 2008 als Minister des Inneren und der Justiz tätig war sowie zwischen […] 2012 und […] 2017 Gouverneur des venezolanischen Bundesstaates Guárico und Hector Rusthenford Guerrero Flores,  alias „Niño Guerrero“, der […] über mehr als ein Jahrzehnt hinweg als Anführer oder Co-Anführer von TdA fungiert. In dieser Zeit haben Mitglieder und Verbündete von TdA eine breite Palette von Straftaten begangen. Darunter Erpressungen, Entführungen, Morde, Drogenhandel, Waffenhandel, Prostitution, Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, Raubüberfälle, Bankeinbrüche sowie Geldwäsche in Venezuela, den Vereinigten Staaten und anderswo.“ (8)

Die TdA steht für „Tren de Aragua“. Hierbei handelt es sich um eine kriminelle Organisation aus Venezuela, die ursprünglich in einem Gefängnis in dem Bundesstaat Aragua entstanden ist und sich später zu einem transnationalen Verbrechersyndikat entwickelt hat. (9)

Die aktuelle und erweiterte 25-seitige Anklageschrift enthält für Maduro folgende vier Anklagepunkte:

  • 1. „Verschwörung zum Narco-Terrorismus [Betäubungsmittel-Terrorismus] (10) […], die eine zwingende Mindestfreiheitsstrafe von 20 Jahren und eine Höchststrafe von lebenslanger Haft nach sich zieht (11) […] Konkret ging es um die Verteilung von und den Besitz mit der Absicht der Verteilung von fünf Kilogramm oder mehr von Mischungen und Substanzen, die eine nachweisbare Menge Kokain enthalten, in dem Wissen und mit der Absicht, direkt oder indirekt einen finanziellen Vorteil einer Person oder Organisation zukommen zu lassen, die sich mit Terrorismus oder terroristischen Aktivitäten beschäftigt, darunter Organisationen, die vom US-Außenminister als ausländische terroristische Organisationen (FTOs) […] benannt wurden, wie z. B.: FARC, FARC-EP, Segunda Marquetalia, ELN, Tren de Aragua (TdA), das Sinaloa-Kartell, CDN (auch bekannt als die Zetas), sowie deren Mitglieder, Agenten und Verbündete. Die Angeklagten handelten in dem Wissen, dass diese Organisationen und Personen Terrorismus ausüben, in Verletzung von Title 21, United States Code, Section 960a […]. (12)
  • 2. Verschwörung zur Kokain-Einfuhr in die Vereinigten Staaten (13) […], die eine zwingende Mindestfreiheitsstrafe von 10 Jahren und eine Höchststrafe von lebenslanger Haft nach sich zieht (14)
  • 3. Besitz von Maschinengewehren und Sprengstoff (15) […]: Gebrauch und Mitführen von Maschinengewehren und Sprengvorrichtungen während und in Zusammenhang mit den Verschwörungen zum Narco-Terrorismus und zur Kokaineinfuhr sowie Besitz von Maschinengewehren und Sprengvorrichtungen zur Förderung dieser Verschwörungen, was eine zwingende Mindestfreiheitsstrafe von 30 Jahren und eine Höchststrafe von lebenslanger Haft nach sich zieht (16)

Sowie

  • 4. Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengstoff (17) […], wofür eine Höchststrafe von lebenslanger Haft vorgesehen ist.“ (18)

Zudem ist der Anklageschrift noch eine Entschädigung beigefügt. Diese lautet wie folgt: „Vermögensabschöpfung / Einziehung: Aufgrund der in den Anklagepunkten 1–4 begangenen Straftaten sollen die Angeklagten jegliches Eigentum, das aus diesen Straftaten stammt oder für die Begehung dieser Straftaten genutzt wurde, an die Vereinigten Staaten abtreten, gemäß Title 21 U.S.C. §§ 853, 970 und Title 18 U.S.C. § 924(d). Falls diese Vermögenswerte nicht auffindbar, übertragen, außerhalb der Gerichtsbarkeit, erheblich entwertet oder mit anderem Eigentum vermischt wurden, beabsichtigt die US-Regierung, Ersatzvermögen in gleicher Höhe zu beanspruchen (Title 21 U.S.C. § 853(p); Title 28 U.S.C. § 2461(c)).“ (19)

„Die in diesem Fall möglichen zwingenden Mindest- und Höchststrafen sind vom Kongress festgelegt und werden hier ausschließlich zu Informationszwecken genannt, da das konkrete Strafmaß für die Angeklagten vom Richter bestimmt wird. Der Fall wird von der Terrorismus- und Internationalen Betäubungsmittelabteilung der US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York bearbeitet.“ (20)

Bei der FARC handelt es sich um die „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens), die 1994 aus bäuerlichen Selbstverteidigungsgruppen und kommunistischen Parteikreisen gegründet wurde. Sie kämpft gegen soziale Ungleichheit und den kolumbianischen Staat mithilfe von Bombenanschlägen, Entführungen, Erpressungen und Gewaltakten. (21) Sie wurde offenbar vor allem durch den Drogenhandel mit Kokain finanziert. (22)

Maduros Frau wird in den Punkten 2-4 angeklagt. (23)

Die eigentliche Verhandlung könnte sich über Monate hinziehen, denn die Verteidiger von Nicolás Maduro werden vermutlich die Rechtmäßigkeit der Verhaftung und Überstellung in die USA infrage stellen und anfechten und sich auf die Immunität als Staatsoberhaupt beziehen. (24)

Reaktion aus Venezuela und der Welt

„Die Menschen im Land sind über den US-Putsch keineswegs einstimmig glücklich. Das Gegenteil sei der Fall. Die Regierung ist nicht abgesetzt, das Militär kündigt bewaffneten Widerstand gegen die USA an und das Volk würde hinter dem Militär stehen.“ (25)

Noch in der Tagesschau vom 04.01.2026 um 15:10 Uhr wird berichtet, dass der Bevölkerung untersagt wird, sich über die Entführung und den Regimewechsel, der in Venezuela erfolgte, zu freuen. Bereits am Abend des 04.01.2026 um 20:00 Uhr berichtet die Tagesschau jedoch das genaue Gegenteil. (26)

In den sozialen Netzwerken wird berichtet, dass nicht alle Menschen, die in Venezuela leben, über diesen amerikanischen Putsch erfreut sind. (27) Exil-Venezolaner freuen sich hingegen über den Sturz von Maduro. (28)

Außenminister von Venezuela, Iván Gil Pinto kritisiert den Angriff als „feige und kriminell“. (29)

In Mexiko und Brasilien gab es Proteste gegen die Entführung und Verhaftung Maduros, da sie völkerrechtswidrig ist. (30) Brasilien, Mexiko, Chile, Kolumbien und weitere Staaten veröffentlichten gemeinsame Erklärungen, in denen sie „tiefe Besorgnis und Ablehnung“ über das Vorgehen äußerten. (31)

Während von Politikwissenschaftlern, Frankreich, China, Mexiko, Brasilien, Russland, Kuba, Iran und Venezuela sowie EU- und UN-Vertretern klar von einem Völkerrechtsbruch gesprochen wird, ordnet der deutsche Rechtsanwalt, Joachim Steinhöfel die Festnahme von Nicolás Maduro juristisch ein und kommt zu einem klaren Befund: „kein Völkerrechtsbruch“. (32)

Der Bundeskanzler, Friedrich Merz hält sich lange mit einer Einschätzung zurück und benennt die US-Aktion lediglich als „komplex“. (33) Auch der deutsche Außenminister, Johann Wadephul möchte den US-Angriff nicht bewerten. (34)

Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident ließ nach der völkerrechtswidrigen Entführung und Verhaftung Maduros verlauten:

„Washington weiß nun, was es als nächstes zu tun hat.“ (35)

Wer ist Maduros Nachfolgerin?

Delcy Rodríguez ist die Nachfolgerin und Interimspräsidentin von Venezuela. Sie ist die Tochter des linksgerichteten Guerillakämpfers Jorge Antonio Rodríguez, der in den 1970er Jahren die revolutionäre Partei Liga Socialista gründete. Rodríguez ist Juristin und gilt als unnachgiebige Sozialistin und Unterstützerin Maduros. (36) Ihr Bruder, Jorge Rodriguez ist Psychiater und ehemaliger Minister für Kommunikation und Information von Venezuela. Er wird als zentraler politischer Akteur und enger Verbündeter der Regierung beschrieben, der eher im Hintergrund agiert. (37)

Delcy Rodríguez und ihr Bruder Jorge werden als Schlüsselakteure im Machtgefüge Venezuelas beschrieben, insbesondere nachdem Maduro abgesetzt bzw. gefangen genommen wurde. Sie gelten als wichtige politische Figuren, die die verbleibende Macht ausüben könnten. (38)

In einer Pressekonferenz betonte die Interimspräsidentin,

„das Land sei von „Zionisten“ angegriffen worden, die die Nation versklaven wollten. Sie beharre darauf, dass Venezuela die Anweisungen der Trump-Regierung bezüglich der Wahl des nächsten Präsidenten ignorieren werde. Sie erklärte zudem, das ganze Land sei mobilisiert und Nicolás Maduro bleibe der legitime Präsident.“ (39)

In einem Telefoninterview mit The Atlantic soll Trump Rodriguez gedroht haben. Wörtlich soll er gesagt haben:

„Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als (Nicolás) Maduro.“ (40)

Einige Medien berichten, dass Maduro von Rodriguez verraten wurde und legen nahe, dass der Putsch gemeinsam vorbereitet wurde. Wie Bild.de berichtet, deutet dies der ehemalige kolumbianische Vizepräsident, Francisco Santos Calderón an. (41) Fest zu stehen scheint, dass die riesige Öl-Raffinerie des Staatskonzerns PDVSA in Maracaibo von der jetzigen Interimspräsidentin kontrolliert wird. Demnach hat nach dem Putsch nun genau die Person die Entscheidungsgewalt, die Trump für seine geplanten Ölgeschäfte braucht. (42)

Nachdem Rodriguez zunächst bekräftigte, dass sich Venezuela auch unter ihrer vorrübergehenden Leitung nicht von den USA übernehmen lassen werde, lassen aktuelle Nachrichten vermuten, dass sie zumindest eine Zusammenarbeit mit den USA anstrebe. (43) Die aktuelle Friedensnobelpreisträgerin hat sich ebenfalls als Präsidenten vorgeschlagen mit dem Zusatz, dass sie den USA zugetan wäre. (44) Trump lehnte dieses Angebot jedoch bereits ab, da „ihr der Respekt im Land fehle“. (45)

Trump hat erst begonnen

Er drohte in der Pressekonferenz am vergangenen Samstag in Mar-a-Lago indirekt auch Kuba und Kolumbien, dass sie aufpassen sollen. (46) Marco Rubio, US-Außenminister erklärte zusätzlich, dass Kuba Maduro unterstützen und seine Sicherheit kontrollieren würde. (47)

Zusätzlich erklärte er in Bezug auf Grönland, dass er dies ebenfalls unter US-Kontrolle bringen möchte und Dänemark Grönland sowieso keinen Schutz vor chinesischen Angriffen bieten könne. (48) Zudem hat Trump auch Mexiko bereits im Visier. (49)

Kommentar

Was in der ganzen Diskussion nicht erwähnt wird, ist, dass die meisten Menschen in den USA aufgrund der Ärzte und Krankenhäuser drogensüchtig sind. Dies hat den einfachen Grund, weil die Ärzte in Amerika schwere Schmerzmittel, wie Fentanyl und Opioide wie Oxycodon, Hydrocodon, Morphin verschreiben, die sehr leicht süchtig machen. Nach einer Operation oder um Schmerzen zu lindern. (50) Da dies nirgendwo erwähnt wird, kann davon ausgegangen werden, dass der vorgeworfene Drogenterrorismus nur vorgeschoben ist. 

Fakt ist, dass Venezuela nicht nur die größten Ölreserven der Welt (303 Milliarden Barrel Ölreserven) besitzt, sondern auch ungeförderte Milliarden an Silber und Gold sowie offizielle Goldreserven von 161 Tonnen mit einem aktuellen Wert von 22 Milliarden US-Dollar. (51) Maduro war dagegen, dass Venezuela von anderen Ländern und ausländischen Unternehmen ausgenommen wird. (52) Nur Stunden nach der Verhaftung Maduros soll die US-Regierung mit J.P. Morgan offenbar einen Deal im Wert von 6 Millliarden US-Dollar über eine Schmelzanlage für Silber in Venezuela abgeschlossen haben. Mit wem, ist unbekannt. (53) Zudem hatte Präsident Trump am Samstag, den 03.01.2026 während der Pressekonferenz in Mar-a-Lago gegenüber Reportern gesagt,

„dass die USA große Mengen venezolanisches Öl an andere Länder verkaufen würden, nachdem sie die Produktion hochgefahren hätten.“

Und er fügt hinzu:

„Venezuela hält die größten Ölreserven der Welt, aber Jahre der Unterinvestition und bröckelnden Infrastruktur haben einen Großteil dieses Reichtums verschlossen. US-Energieunternehmen könnten in das Land zurückkehren, um dieses Potenzial zu erschließen. Wir werden unsere sehr großen US-Ölunternehmen dazu bringen, Geld auszugeben, Milliarden von Dollar auszugeben, die schlecht kaputte Ölinfrastruktur zu reparieren und Geld für das Land zu verdienen“. (54)

Der Ex-Präsident von Venezuela, Hugo Chavez sagte bereits während seiner Amtszeit in einem Interview, dass den USA das Öl ausgeht. (55) Auch Maduro kennt das wahre Ziel von Trump: Öl, Gold und seltene Erden. Dies erklärte er in einem Interview mit Ignacio Ramonet im Pod-Car-Format. (56)

Es ist also offensichtlich, dass Trump vorrangig die Ölreserven und Bodenschätze von Venezuela im Blick hat und weniger den Drogenschmuggel. Was nicht für jeden offensichtlich sein könnte, ist, dass dies der Beginn des Krieges zwischen China und den USA sein könnte, der von Beobachtern schon lange prophezeit wird. China verkündet über X, dass es über den Angriff der USA zutiefst schockiert ist. (57) Der offizielle Sprecher Chinas schreibt auf X:

„China ist zutiefst schockiert über den eklatanten Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und das Vorgehen gegen dessen Präsidenten und verurteilt dies aufs Schärfste. Solche hegemonialen Handlungen der USA verstoßen schwerwiegend gegen das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas und bedrohen Frieden und Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik. China lehnt dies entschieden ab. Wir fordern die USA auf, das Völkerrecht sowie die Ziele und Grundsätze der UN-Charta zu achten und die Verletzung der Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu beenden.“ (58)

China kauft seit Jahrzehnten Venezuela das Öl ab. Nun sind diese Verträge gefährdet. (59) Auch das Bild des US-Präsidenten, der alle Kriege beenden will und den Friedensnobelpreis dafür haben wollte, ist Geschichte. Nun zeigt Trump, dass auch er, wie alle anderen US-Präsidenten vor ihm (siehe Obama und Bush) nur den eigenen Reichtum im Sinn hat und diesen durch Lügen und illegale Kriege erreichen will. 

Die Handlungen von Delcy Rodríguez werden in den nächsten Tagen und Wochen zeigen, ob sie wirklich den Putsch mit Trump vorbereitet hat, denn man soll sie an ihren Taten messen und nicht an ihren Worten. So werde sie sich verraten.

Ein Augenzeuge aus Venezuela berichtet zudem, dass Venezuela unter Maduro weder ein Mitglied in der WHO noch beim WEF ist und er auch kein Mitglied bei den Young Global Leaders war. Dies könnte ein weiteres Motiv für den erzwungenen Regimewechsel sein. (60)

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.nytimes.com/2026/01/05/business/venezuela-oil-china-deal.htmlhttps://www.gmx.net/magazine/politik/us-politik/wirbel-groenland-beitrag-trump-verspottet-daenemark-41750392

(2) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/us-praesident-donald-trump-bestaetigt-angriff-auf-venezuela-gxe

(3) https://x.com/AGPamBondi/status/2007428087143686611 Die Seite gibt es nicht mehr

(4) https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44

(5) https://t.me/LIONMediaNews/28500

(6) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/maduro-manhattan-gericht-100.html; https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(7) https://telegra.ph/Maduro-pl%C3%A4diert-auf-nicht-schuldig--Internationale-Emp%C3%B6rung-nach-US-Invasion-gegen-Venezuela-01-05

(8) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(9) https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy2459

(10) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(11) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(12) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(13) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(14) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(15) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(16) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(17) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(18) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(19) https://www.justice.gov/opa/media/1422326/dl?inline=

(20) https://www.justice.gov/archives/opa/pr/nicol-s-maduro-moros-and-14-current-and-former-venezuelan-officials-charged-narco-terrorism

(21) https://www.britannica.com/topic/FARC

(22) https://www.cambridge.org/core/journals/american-journal-of-international-law/article/united-states-revokes-terrorist-designation-imposed-on-the-revolutionary-armed-forces-of-colombia-farc-while-designating-splinter-groups/C431F12EE1EE09212481574857F834E7

(23) https://t.me/LIONMediaNews/28499

(24) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/maduro-manhattan-gericht-100.html

(25) https://t.me/stefanmagnet/6656

(26) https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvMzY2NGUzMzUtMGM2My00MTBhLTgzN2YtZGI0NjA5ZWQzMWM0LVNFTkRVTkdTVklERU8

(27) https://t.me/stefanmagnet/6659

(28) https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvMzY2NGUzMzUtMGM2My00MTBhLTgzN2YtZGI0NjA5ZWQzMWM0LVNFTkRVTkdTVklERU8

(29) https://taz.de/Lateinamerikanisch-karibische-Staaten/!6142812/

(30) https://mexiconewsdaily.com/news/protests-erupt-mexico-us-op-venezuela/; https://www.breitbart.com/latin-america/2026/01/03/latin-american-presidents-rejoice-leftists-panic-over-maduro-arrest/

(31) https://en.mercopress.com/2026/01/05/leftwing-governments-object-to-washington-s-abduction-of-maduro

(32) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-us-angriff-reaktionen-102.html; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-us-angriff-reaktionen-100.html; https://www.achgut.com/artikel/maduros_festnahme_und_die_voelkerrechtliche_legitimation

(33) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-us-angriff-reaktionen-102.html

(34) https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/usa-venezuela-konflikt-donald-trump-live

(35) https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44

(36) https://www.deutschlandfunk.de/maduros-nachfolgerin-wer-ist-delcy-rodr-guez-102.html

(37) https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-03/delcy-rodriguez-maduro-leadership-team-assert-control-after-capture

(38) https://www.ft.com/content/4b87b114-1d16-46ea-ab75-cb511d441431

(39) https://uncutnews.ch/venezuelas-interimspraesidentin-in-landesweiter-ansprache-wir-werden-niemals-wieder-sklaven-sein/; https://x.com/ShadowofEzra/status/2007537259453788466

(40) https://www.firstpost.com/world/trump-warns-venezuelas-new-leader-delcy-rodriguez-of-very-big-price-bigger-than-maduro-if-she-defies-us-13965464.html?utm_source=chatgpt.com

(41) https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/brisanter-bericht-gab-es-einen-putsch-komplott-gegen-maduro-695b8cc3fb77630dac277dcd

(42) riesige Öl-Raffinerie des Staatskonzerns PDVSA in Maracaibo wird von der Vize-Präsidentin kontrolliert

(43) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-usa-rodriguez-100.html; https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44

(44) https://t.me/LIONMediaNews/28498

(45) https://www.n-tv.de/politik/Trump-sieht-Friedensnobelpreistraegerin-Machado-nicht-als-Praesidentin-id30200332.html

(46) https://www.youtube.com/watch?v=SsdkClL2_bg; https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvMzY2NGUzMzUtMGM2My00MTBhLTgzN2YtZGI0NjA5ZWQzMWM0LVNFTkRVTkdTVklERU8

(47) https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44

(48) https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/usa-venezuela-konflikt-donald-trump-live; https://t.me/unabhaengig_neutral/24495

(49) https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/brisanter-bericht-gab-es-einen-putsch-komplott-gegen-maduro-695b8cc3fb77630dac277dcd

(50) https://www.cdc.gov/overdose-prevention/about/prescription-opioids.html

(51) https://opposition24.com/politik/profitiert-j-p-morgan-vom-regime-change-in-venezuela/

(52) https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44; https://threadreaderapp.com/thread/2007823029846372858.html

(53) https://www.inkl.com/news/jpmorgan-funds-6-billion-smelter-plant-hours-after-us-seizes-venezuela-metal-wealth

(54) https://www.foxnews.com/live-news/maduro-captured-venezuela-attack-january-4-2026#post-8ab3b44

(55) https://t.me/unabhaengig_neutral/24453

(56) https://t.me/bitteltv/36864

(57) https://x.com/mfa_china/status/2007460580089868702?s=46

(58) https://x.com/mfa_china/status/2007460580089868702?s=46

(59) https://www.nytimes.com/2026/01/05/business/venezuela-oil-china-deal.html

(60) https://t.me/stefanmagnet/6659

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Golden Pumpjack And Spilled Oil On Venezuelan Money. 3D Scene

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Der lange Schatten der Regimewechsel | Von Alvaro Zapata

06. Januar 2026 um 07:29

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Der lange Schatten der Regimewechsel | Von Alvaro Zapata

Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 befand sich der damalige US-Vier-Sterne-General Wesley Clark, zu diesem Zeitpunkt NATO-Oberbefehlshaber im Kosovo-Krieg, zu Gesprächen im Pentagon.

Clark berichtete später öffentlich, dass er dort auf ein internes Dokument aufmerksam gemacht worden sei, das eine Liste von Staaten enthielt, gegen die in den folgenden Jahren militärische Maßnahmen geplant gewesen seien.

Auf Nachfrage bei militärischen und politischen Entscheidungsträgern, darunter dem damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, sei ihm mitgeteilt worden, dass es Pläne gebe, innerhalb von fünf Jahren gegen sieben Länder vorzugehen: Irak, Syrien, Libyen, Libanon, Somalia, Sudan und Iran. Laut Clark bestand kein direkter Zusammenhang dieser Liste mit den Anschlägen vom 11. September; es habe sich um eine strategische Planung gehandelt.

In den darauffolgenden Jahren kam es tatsächlich zu militärischen Interventionen oder Regimewechseln in mehreren der genannten Staaten, darunter im Irak (2003), in Libyen (2011) und in Syrien (ab 2011). Andere Länder der Liste sind bis heute von Konflikten, Sanktionen oder politischer Instabilität betroffen.

Iran blieb bislang das einzige Land der genannten Gruppe ohne direkte militärische Intervention der USA.Vor diesem Hintergrund wird auch die jüngste US-amerikanische Operation in Venezuela von Kritikern in einen größeren geopolitischen Kontext gestellt. Venezuela verfügt über die weltweit größten bestätigten Erdölreserven.

Der jüngste Zugriff der USA führte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen mehrere Angehörige venezolanischer Sicherheitskräfte ums Leben kamen, sowie zur Festsetzung des venezolanischen Präsidenten. Juristen und Völkerrechtler bewerten die Aktion als völkerrechtswidrig, da kein internationales Mandat vorlag.

Öffentliche Unterstützung für das Vorgehen kam unter anderem aus Israel. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gratulierte US-Präsident Donald Trump auf der Plattform X zu der Operation und lobte dessen Führung und Entschlossenheit. Die Äußerung wurde international zur Kenntnis genommen und unterschiedlich bewertet.

Parallel dazu eskalierten in Iran zuletzt landesweite Proteste. Auslöser waren unter anderem der starke Wertverlust der Landeswährung, hohe Inflation und wirtschaftliche Notlagen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften, bei denen Tote und Verletzte gemeldet wurden. Vertreter der USA und Israels äußerten öffentlich Sympathie für die Protestbewegung. US-Präsident Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden reagieren, sollte es zu weiteren Todesopfern unter Demonstrierenden kommen.Die iranische Regierung wirft den USA und Israel vor, zur Eskalation der Unruhen beizutragen.

Zur Begründung verweist Teheran auch auf historische Erfahrungen. Der iranische Geheimdienst SAVAK, der unter dem Schah-Regime tätig war, wurde 1957 nach dem Sturz des demokratisch gewählten Premierministers Mossadegh im Rahmen der Operation Ajax gegründet. Aufbau, Ausbildung und Arbeitsweise des SAVAK erfolgten mit Unterstützung der CIA und des israelischen Geheimdienstes Mossad.

Der SAVAK war für umfassende Überwachung, Folter und die Verfolgung politischer Opposition verantwortlich. Diese Vergangenheit prägt bis heute das iranische Verhältnis zu westlichen Staaten.

Zusätzlich belastet wird die Lage durch frühere israelische Militäraktionen gegen iranische Ziele sowie gezielte Tötungen politischer Akteure in Teheran. Beobachter sehen darin eine Kontinuität regionaler Spannungen.

Analysten verweisen darauf, dass die von Clark geschilderten Planungen aus dem Jahr 2001 in Teilen umgesetzt wurden. Die aktuellen Entwicklungen in Venezuela und Iran werden daher von einigen Experten als Teil längerfristiger geopolitischer Strategien interpretiert, während westliche Regierungen die Ereignisse jeweils als voneinander unabhängige Reaktionen auf aktuelle Krisen darstellen.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: tanitost /shutterstock

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Tote Venezolaner | Von Uli Gellermann

30. Dezember 2025 um 13:22

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Tote Venezolaner | Von Uli Gellermann

Trump mordet für die Droge Öl

Ein Meinungsbeitrag von Uli Gellermann.

Angeblich will der gefährliche US-Präsident Trump mit seinen Angriffen auf Venezuela einen „Drogenumschlagplatz“ vernichten. Die neueste Trump-Attacke wurde vom berüchtigten US-Geheimdienst CIA geführt: Ein Terrorangriff auf Hafenanlagen in Venezuela. Es sind Tote zu beklagen.

Drogen aus New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey

Tatsächlich haben die USA große Drogenprobleme: Zehntausende US-Amerikaner sterben jährlich an künstlichen Opioiden wie Fentanyl. Die amerikanische Drogenbehörde DEA stuft Fentanyl inzwischen als "die tödlichste Drogengefahr für dieses Land" ein. Die Droge, ursprünglich ein Schmerzmittel, wurde in Belgien erfunden und dort vom Pharmaunternehmen Janssen Pharmaceutica produziert. Inzwischen gehört das Unternehmen dem US-Pharma-Konzern Johnson & Johnson, dessen Hauptsitz in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey ist. Wenn Trump mal wieder was vernichten wollte, hätten seine Bomber keinen weiten Weg.

Die größten bekannten Ölreserven der Welt

Natürlich ist das US-Drogenproblem nur ein Vorwand für den Mord an Venezolanern. Trump will mit einem billigen Krieg das Öl Venezuelas stehlen: Das Land besitzt die größten bekannten Ölreserven der Welt (ca. 303 Milliarden Barrel), das ist die Droge, von der die weltweite Autoindustrie abhängig ist. Roh-Öl ist die Basis für Benzin, Diesel und Schmierstoffe, es treibt den Straßen- und Luftverkehr an, und es sichert die Profite der weltweiten Auto-Industrie. Die Industrie ist süchtig nach diesem Stoff

Kriege für Öl

Ob im ersten oder im zweiten Golfkrieg: Es ging um Öl. Und das russische Öl spielt auch eine gravierende Rolle im Ukraine-Krieg. Donald Trump versucht, sich in diesem Krieg als Friedensstifter darzustellen. Eine Rolle, deren Maske spätestens dann verrutscht, wenn man seine Haltung als Kriegsstifter in Venezuela betrachtet: Die USA wollen in ihrem Hinterhof die Hand auf das Öl legen, das dem venezolanischen Volk gehört - da sind sie gern zu jedem blutigen Krieg bereit.

Deutschland neutral

Der deutsche Staat ist immer noch ein enger Partner der USA. Diese Partnerschaft wird nicht zuletzt über die militärische Zwangshaft in der NATO gesichert. Kriege und Risiken der USA sind direkt oder indirekt auch Kriege und Risiken Deutschlands. Ein neutrales Deutschland wäre von der NATO befreit und von den internationalen Risiken, die sich aus diesem Militärbündnis ergeben. Ein neutrales Deutschland würde das Land deutlich sicherer machen.

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Dieser Beitrag wurde zuerst am 30. Dezember 2025 auf dem Portal Rationalgalerie veröffentlicht.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: Fly Of Swallow Studio / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
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