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Was nach den Bomben bleibt: Die unsichtbare Erbschaft des Iran-Kriegs | Von Michael Hollister

19. März 2026 um 14:50

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Was nach den Bomben bleibt: Die unsichtbare Erbschaft des Iran-Kriegs | Von Michael Hollister

Eine Militäroperation, die Irans Nuklearprogramm ein für alle Mal stoppen sollte - und die möglicherweise genau das Gegenteil bewirkt hat. 200 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran sind verschwunden. Vier Nuklearanlagen liegen in Trümmern, in denen radioaktive und chemisch toxische Substanzen freigesetzt wurden - in bewohnten Gebieten, ohne Monitoring, ohne Zugang für internationale Behörden. Und der Mann, der als religiöse Bremse gegen iranische Atomwaffen galt, ist tot. Was bleibt, ist eine strategische Logik, die in Teheran eine Richtung vorgibt: nicht weg von der Bombe, sondern auf sie zu.

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Eine Militäroperation, die Irans Nuklearprogramm stoppen sollte, hat möglicherweise genau die strategische Dynamik ausgelöst, die sie verhindern wollte. Wochen nach den ersten Schlägen meldet die Internationale Atomenergiebehörde radioaktive Freisetzungen in vier iranischen Nuklearanlagen, erklärt, sie habe keinen Zugang zu den bombardierten Stätten - und räumt ein, dass der Verbleib von rund 200 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertem Uran nicht verifizierbar ist. Das Material ist weg. Niemand weiß, wo es ist.

Das ist nicht die Geschichte, die erzählt wird. Die Schlagzeilen berichten über militärische Erfolge, zerstörte Zentrifugen, einen geschwächten Feind. Was sie nicht berichten: dass dieselbe Operation, die Irans Atomprogramm stoppen sollte, möglicherweise genau jene strategische Dynamik ausgelöst hat, die sie zu verhindern vorgab. Dass in den Trümmern von Esfahan und Natanz nicht nur Anlagen liegen, sondern eine Frage, auf die niemand eine Antwort hat - und die in den kommenden Jahren zur alles entscheidenden werden könnte.

Wer die langfristigen Konsequenzen dieses Krieges verstehen will, muss drei Ebenen gleichzeitig analysieren: Was physisch in den Anlagen passiert ist und welche Folgen das für Mensch und Umwelt hat. Was mit dem nuklearen Material passiert ist und was das strategisch bedeutet. Und welche politischen Kräfte in Iran jetzt in den Vordergrund treten, nachdem die Person, die als institutionelle Bremse gegen Nuklearwaffen galt, nicht mehr lebt.

Die Antworten auf diese drei Fragen zusammen ergeben ein Bild, das dem offiziellen Narrativ direkt widerspricht.

Was die Bomben wirklich trafen

Um zu verstehen, was in den Wochen nach dem 28. Februar 2026 passiert ist, muss man wissen, was diese Anlagen eigentlich waren - und was in ihnen lagerte.

Esfahan ist - oder war - Irans zentraler Standort für die Umwandlung von Uran. Hier wird natürliches Uran zu Uranhexafluorid (UF₆) verarbeitet, dem gasförmigen Ausgangsstoff für den Anreicherungsprozess. UF₆ ist bei Raumtemperatur ein weißer Feststoff, wird aber unter Druck und Wärme zu einem Gas, das durch die Zentrifugenkaskaden der Anreicherungsanlagen gepumpt wird. In Esfahan befanden sich zum Zeitpunkt der Angriffe laut IAEA mehrere Gebäudekomplexe mit nuklearem Material: eine Zentrifugenwerkstatt, eine Uranlageranlage, eine Kernbrennstoffproduktionsanlage, ein Labor mit nuklearem Material, eine Anlage zur Produktion von Uranpellets sowie ein Gebäude zur Handhabung kontaminierten Equipments.

Was passiert, wenn eine dieser Strukturen durch Bombeneinschlag, Druckwelle oder Strukturversagen zerstört wird, ist bekannt. UF₆ reagiert sofort mit Luftfeuchtigkeit - in einer Explosion, bei einem Feuer oder einfach durch das Bersten von Druckbehältern entweicht das Gas in die Umgebungsluft und zerfällt innerhalb von Sekunden in zwei Stoffe gleichzeitig: Uranylhydroxid und Fluorwasserstoffsäure, besser bekannt als Flusssäure.

Flusssäure ist in der industriellen Chemie eine der gefährlichsten Verbindungen, die es gibt - und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten außerhalb von Fachkreisen. Schwefelsäure verursacht sofortige, sichtbare Gewebezerstörung. Flusssäure dringt durch die Haut ein, ohne anfangs zu schmerzen. Das Fluorid-Ion wandert in das Gewebe, bindet Kalzium und Magnesium, unterbricht die Zellmembranfunktion und führt zu systemischer Hypocalcämie - einem dramatischen Abfall des Kalziumspiegels im Blut, der Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand auslösen kann. Schon eine Exposition auf drei Prozent der Körperoberfläche kann ohne sofortige Behandlung tödlich sein. Arbeiter in Esfahan, die diesem Gas ausgesetzt waren - sei es durch Einatmen oder Hautkontakt - sind entweder tot oder werden in den kommenden Jahren an Organversagen sterben. Iran veröffentlicht keine Krankenakten. Internationale Beobachter haben keinen Zugang.

Das ist die akute Dimension. Die chronische ist nicht weniger ernst. Uranhexafluorid zerfällt bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht nur zu Flusssäure, sondern auch zu Uranylhydroxid - einem radioaktiven Partikel, der sich ablagert, eingeatmet werden kann und in Lungen, Nieren und Knochen akkumuliert. Die strahlenbiologischen Folgen dieser Exposition zeigen sich nicht sofort, sondern über Jahrzehnte: erhöhte Raten von Lungenkrebs, Nierenversagen, Leukämie.

Natanz, Irans Hauptstandort für die Urananreicherung, wurde mit erdpenetrierender Munition angegriffen. Die IAEA bestätigte zwei Einschlaglöcher über den unterirdischen Anreicherungshallen, die für Anreicherung und Lagerung genutzt wurden. "Basierend auf unserem Wissen über den Inhalt dieser Hallen schätzen wir, dass dieser Angriff lokalisierte Kontamination und chemische Gefahren verursacht haben könnte", erklärte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi vor dem Gouverneursrat am 2. März 2026. An Fordow, dem zweiten Anreicherungsstandort, sind Krater sichtbar, die den Einsatz erdpenetrierender Munition belegen. Grossi sagte vor dem Gouverneursrat explizit: "Zu diesem Zeitpunkt ist niemand - auch nicht die IAEA - in der Lage, den unterirdischen Schaden in Fordow vollständig zu bewerten."

Die offizielle Bilanz der IAEA lautet: keine erhöhten Strahlungspegel in Nachbarstaaten. Was sie nicht sagen kann: was in den Anlagen selbst passiert ist, was mit den dort arbeitenden Menschen passiert ist, und was mit dem nuklearen Material passiert ist.

Das verschwundene Material

Hier liegt das eigentliche strategische Problem dieser Militäroperation - und es ist schwerwiegender als alles, was öffentlich diskutiert wird.

Vor den ersten Angriffen im Juni 2025 verfügte Iran nach IAEA-Verifikation über einen Vorrat von 440,9 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert war. Diese Zahl ist aus dem IAEA-Bericht vom September 2025 belegt. 60 Prozent liegt weit über dem Niveau für zivile Reaktornutzung - der liegt bei 3 bis 5 Prozent - und ist nur eine technische Stufe unter Waffenqualität, die bei 90 Prozent beginnt. Iran ist das einzige Nicht-Atomwaffenland der Welt, das auf diesem Niveau anreichert.

Was 60-prozentiges Uran strategisch bedeutet, hat das amerikanische Nichtregierungsinstitut Center for Arms Control and Non-Proliferation in einer Analyse präzise beschrieben: Anreicherung auf 60 Prozent erledigt bereits über 90 Prozent der Trennarbeit, die nötig ist, um natürliches Uran auf Waffenqualität zu bringen. Eine einzige Kaskade mit 175 modernen IR-6-Zentrifugen könnte aus dem vorhandenen 60-prozentigen Material das waffenqualitätsfähige Endprodukt für einen nuklearen Sprengkopf in etwa 25 Tagen produzieren. Mit mehreren Kaskaden entsprechend schneller. Nach IAEA-Definition ist hochangereichertes Uranhexafluorid - also das, was in den Zentrifugen von Natanz und Fordow kreiste - "Direct Use Material": Es kann in ein bis drei Wochen zu fertigen Uranmetallkomponenten für Nuklearwaffen umgewandelt werden.

Jetzt kommt das eigentliche Problem. Die IAEA schätzt, dass nach den Angriffen noch rund 200 Kilogramm dieses Materials in Esfahan unterirdisch vorhanden sein könnten. Aber das ist eine Schätzung - keine Verifikation. In ihrem Bericht vom September 2025 formuliert die IAEA in auffällig direkter Sprache: "Die Behörde hat die Kontinuität des Wissens über die aktuellen Bestände an nuklearem Material in Iran verloren, einschließlich niedrig und hoch angereichertem Uran, was dringend behoben werden muss." Dieser Satz steht in einem offiziellen IAEA-Gouverneursratsdokument. Er bedeutet: Die weltweit zuständige Atombehörde weiß nicht, wo ein erheblicher Teil des iranischen Nuklearmaterials ist.

Für das verschwundene Material gibt es drei unterschiedlich beunruhigende Szenarien.

Das erste: Es liegt unter Trümmern begraben. Die Bombentreffer haben Anlagen zerstört, das Material ist verschüttet, kontaminiert langsam das Umfeld und versickert über Jahrzehnte in Grundwasserleiter. Ein schweres Umwelt- und Gesundheitsproblem - aber kein unmittelbares Waffenproblem.

Das zweite Szenario ist strategisch das heikelste: Das Material wurde vor oder zwischen den Angriffen evakuiert. Zwischen Israels ersten Schlägen auf iranische Nuklearanlagen im Juni 2025 und dem US-Angriff auf Fordow lagen acht Tage. Das Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS), eine in Washington ansässige Nichtregierungsorganisation mit langjähriger Iran-Expertise, weist in seiner Analyse vom September 2025 darauf hin, dass die IAEA seit 2021 die Kontrolle über die Zentrifugenproduktion in Iran verloren hat - seit Iran im Juni 2022 sämtliche JCPOA-bezogenen Überwachungsgeräte entfernen ließ. Das hat eine direkte Konsequenz: Die IAEA weiß nicht, wie viele Zentrifugen Iran insgesamt produziert hat, wie viele davon installiert waren und wie viele davon an unbekannten Standorten lagern. Es ist nach ISIS-Einschätzung plausibel, dass Iran bereits vor dem Krieg eine oder mehrere Kaskaden von IR-6-Zentrifugen an unbekannten Orten gelagert hatte. Wenn das stimmt, ist die Zerstörung der bekannten Anlagen kein Endpunkt, sondern ein Rückschlag - der überwindbar ist, sobald das noch vorhandene angereicherte Material und die gelagerten Reservezentrifugen zusammengeführt werden.

Das dritte Szenario kombiniert beide: ein Teil zerstört, ein Teil kontaminiert, ein Teil in Sicherheit gebracht. Und niemand kann diese Anteile heute verifizieren. Das ist keine Spekulation, das ist der dokumentierte Erkenntnisstand der IAEA selbst.

Noch ein Detail, das in der Berichterstattung kaum erwähnt wird: Das ISIS dokumentierte kurz vor dem Kriegsbeginn, dass Iran gegenüber der IAEA eine geplante neue Anlage namens "Isfahan Fuel Enrichment Plant" angekündigt hatte - ohne Standortangabe, ohne Details. ISIS schätzt, dass sich diese Anlage in einem Tunnelkomplex an der Hauptanlage in Esfahan befand, der teilweise bereits gebaut war, bevor Zentrifugen installiert wurden. US-Angriffe zerstörten die drei Tunneleingänge. Satellitenbilder zeigen, dass Iran inzwischen Zugang zu mindestens einem Eingang wiedererlangt hat. Ob diese Anlage wieder betriebsfähig gemacht werden kann, ist unbekannt.

Die eigentliche Paradoxie dieser Militäroperation lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sie hat nicht verhindert, dass Iran nukleares Material besitzt. Sie hat lediglich die bekannten Produktionsstätten beschädigt. Das Material, das für Waffenzwecke relevant wäre, existiert weiterhin - sein Aufenthaltsort ist entweder unbekannt oder liegt unter Trümmern in der Erde. Das ist nicht dasselbe wie "das Programm ist beendet."

Die lange Vergiftung

Abseits der strategischen Debatte über Nuklearmaterial gibt es eine zweite Zeitebene, die in der öffentlichen Berichterstattung nahezu vollständig fehlt: die langfristigen Folgen für Mensch und Umwelt in den betroffenen Regionen.

Der Vergleich, der sich am häufigsten anbietet, liegt in Europa. Während der NATO-Bombardierungen Jugoslawiens 1999 setzten US- und NATO-Streitkräfte an 112 Standorten in Kosovo, Serbien und Montenegro über 31.000 Geschosse mit abgereichertem Uran ein - insgesamt schätzungsweise elf Tonnen. Abgereichertes Uran ist radioaktiv und chemisch toxisch. Es hat eine biologische Halbwertszeit von etwa 5.000 Tagen im menschlichen Körper, lagert sich in Knochen, Nieren und Lungen ab und kann dort Jahrzehnte nach der ursprünglichen Exposition zu Krebserkrankungen führen. Zielorgane sind insbesondere Nieren, Lunge und Knochenmark - was Lungen-, Nieren- und Blutkrebserkrankungen erhöht. In einer parlamentarischen Anfrage des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2009 (H-0101/2009) wurde dokumentiert, dass 45 italienische Soldaten, die im Kosovo stationiert waren, in den Jahren nach dem Einsatz an Krebs gestorben waren, weitere 515 Angehörige verschiedener Nationalitäten schwer erkrankten - das sogenannte 'Balkan-Syndrom'.

Ob ein direkter Kausalzusammenhang zwischen dem abgereicherten Uran und diesen Erkrankungen besteht, ist wissenschaftlich umstritten. Eine im Journal PLOS ONE veröffentlichte Studie analysierte über 20 Jahre die Hämatologie-Krebsraten in Kosovo und fand einen Anstieg hämatologischer Malignome nach dem Krieg - ohne ihn eindeutig auf DU zurückführen zu können. Eine Metaanalyse aus ScienceDirect aus dem Jahr 2017 fasst den Forschungsstand zusammen: kein gesicherter Nachweis eines direkten Kausalzusammenhangs, aber erhöhte DU-Werte in Böden betroffener Regionen und die ausdrückliche Empfehlung eines "langfristigen Monitorings über Jahrhunderte" durch die Internationale Kampagne für ein Verbot von Uranwaffen. Dieser Vorbehalt ist wichtig - und er ist für Iran noch relevanter als für den Balkan.

Denn der Unterschied zwischen dem, was 1999 in Kosovo freigesetzt wurde, und dem, was 2025 und 2026 in Iran passierte, ist nicht graduell, sondern kategorial. In Kosovo wurden Munitionsrückstände aus abgereichertem Uran freigesetzt: geringe Konzentration, verteilt über Hunderte von Einschlagspunkten, hauptsächlich in Böden und Feldrand-Regionen. In Iran wurden Anlagen bombardiert, die angereichertes Uran und Uranhexafluorid in industriellen Mengen enthielten: konzentrierte Freisetzung an wenigen bekannten Standorten, mit zusätzlicher chemischer Toxizität durch Flusssäure, in oder nahe bewohnten Gebieten und wichtiger Wasserinfrastruktur.

Esfahan, wo die Urankonversionsanlage lag und UF₆ in erheblichen Mengen vorhanden war, liegt am Zayanderud - dem bedeutendsten Fluss Zentralirans, der die Region Esfahan mit rund zwei Millionen Menschen versorgt. Der Fluss speist Bewässerungssysteme, die für die Landwirtschaft der Region unverzichtbar sind, und fließt durch eine der historisch dichtest besiedelten Regionen des Landes. Kontamination des Flusswassers würde sich nicht lokal begrenzen lassen.

Natanz liegt auf dem zentraliranischen Hochplateau in rund 1.600 Metern Höhe, in einer ariden Region ohne oberflächliche Gewässer. Was diese Region hat, sind fossile Grundwasserleiter - Wasserreserven, die sich über Jahrtausende angesammelt haben und heute über tiefe Brunnen als einzige Trinkwasserquelle für landwirtschaftliche Gemeinden genutzt werden. Radioaktive Partikel, die in den Boden eindringen, werden von diesen Aquiferen nicht gefiltert. Sie akkumulieren. In welchem Zeitrahmen sie Trinkwasserqualität beeinflussen, hängt von Bodenbeschaffenheit und Niederschlag ab - in ariden Hochplateauregionen sprechen Hydrologen von Jahrzehnten, manchmal Jahrhunderten.

Fordow liegt in den Bergen bei Qom, einer Pilgerstadt mit knapp einer Million Einwohnern. Die unterirdische Anlage wurde mit Bunker-brechenden Bomben angegriffen, was Krater an der Oberfläche hinterlassen hat, die in Satellitenbildern sichtbar sind. Was in den unterirdischen Anreicherungshallen freigesetzt wurde, liegt nach aktuellem Erkenntnisstand buchstäblich im Dunkeln.

Wer wird dieses Monitoring durchführen? Die IAEA hat keinen Zugang. Die Weltgesundheitsorganisation hat keine Präsenz in betroffenen Regionen. Iran wird keine Daten publizieren, die das Narrativ eines erfolgreichen Widerstands gefährden würden. Die Bevölkerung rund um Esfahan, Natanz und Qom lebt in einer Informationslücke, die sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren in steigenden Krebsraten, Nierenerkrankungen und ungeklärten Todesfällen zeigen wird - ohne dass je eine direkte Verbindung zur Ursache offiziell hergestellt werden wird. Das ist nicht Spekulation. Das ist das historisch belegte Muster aller Fälle, in denen radioaktive oder nukleartoxische Substanzen in bewohnten Regionen ohne nachfolgendes Monitoring freigesetzt wurden - von den Atomteststätten in Kasachstan über die verstrahlten Regionen nach Tschernobyl bis zu den Nachfolgeerkrankungen im Irak nach dem Einsatz abgereicherter Uranmunition im zweiten Golfkrieg.

Das Nordkorea-Muster und die Khamenei-Frage

In der strategischen Analyse des Iran-Kriegs wird eine Frage kaum gestellt, obwohl sie die wichtigste ist: Was ist die rationale Schlussfolgerung eines iranischen Staatsführers aus dem, was in den letzten Monaten passiert ist?

Um diese Frage zu beantworten, ist ein historischer Rückblick auf drei Fälle nötig, die jeder Staatsführer der Welt kennt.

Muammar al-Gaddafi regierte Libyen bis 2003 mit einem aktiven Nuklearwaffenprogramm. Unter internationalem Druck rüstete er ab, erklärte sein Programm, ließ internationale Inspektoren ins Land und kooperierte mit dem Westen. 2011 wurde er im Zuge eines von NATO-Streitkräften unterstützten Aufstands gestürzt und auf der Flucht getötet.

Saddam Hussein hatte in den 1990er Jahren kein aktives Nuklearwaffenprogramm mehr. IAEA-Inspektoren hatten es verifiziert, UN-Inspektionen bestätigten das Fehlen von Massenvernichtungswaffen. 2003 marschierten US-Streitkräfte in den Irak ein. Saddam Hussein wurde 2006 hingerichtet.

Kim Jong-un führt Nordkorea seit über einem Jahrzehnt. Das Land hat Nuklearwaffen - schätzungsweise 40 bis 50 Sprengköpfe, dazu Interkontinentalraketen. Die USA haben Nordkorea nicht angegriffen.

Diese drei Fälle sind kein Zufall. Sie beschreiben ein kohärentes Muster, das in strategischen Analysen als "Libyen-Modell" oder "Proliferation Security Dilemma" diskutiert wird: Staaten, die auf Nuklearwaffen verzichten oder nie über sie verfügen, riskieren gewaltsamen Regimewechsel. Staaten, die Nuklearwaffen besitzen, werden in Ruhe gelassen. Die Logik ist brutal einfach - und sie ist nicht irrational.

Ob iranische Staatsführer diese Logik teilen, ist keine Spekulation, sondern dokumentierte Debatte. Schon vor dem Krieg hatten iranische Politiker und Militärs öffentlich auf das Nordkorea-Beispiel verwiesen. Seit dem 28. Februar 2026 ist diese Debatte keine abstrakte mehr.

Hier kommt eine personelle Dimension ins Spiel, die bislang kaum analysiert wird.

Ali Chamenei, der Oberste Führer Irans seit 1989, hatte über Jahrzehnte mehrfach Fatwas gegen Nuklearwaffen ausgesprochen. Der Islam verbiete Massenvernichtungswaffen, die per Definition Zivilisten töteten, lautete die religiöse Begründung. Diese Fatwas waren nicht nur PR-Rhetorik für westliche Diplomaten - sie hatten institutionellen Gewicht in einem politischen System, in dem religiöse Leitlinien des Obersten Führers bindend sind. Die IAEA bestätigte über Jahre, dass Iran sich zwar am Rand des Erlaubten bewegte, aber keine Nuklearwaffe baute. Die religiöse Doktrin war ein realer Faktor.

Ali Chamenei ist tot. Er wurde im Zuge der Angriffe getötet - zusammen mit seiner Frau, einer jüngeren Tochter und weiteren Familienangehörigen. Sein Sohn Mojtaba Chamenei gilt als möglicher Nachfolger und als Hardliner. Was er politisch denkt, ist von außen schwer zu beurteilen - er operierte jahrzehntelang im Hintergrund. Was er erlebt hat, ist dokumentiert: Er hat seinen Vater verloren, seine Mutter, seine Schwester. Die Männer, die das angeordnet haben, sitzen in Washington und Tel Aviv. Das ist keine Analyse von Emotionen - aber wer verstehen will, welche strategische Logik jetzt in Teheran dominiert, kommt an dieser Tatsache nicht vorbei.

Die analytische Frage, die sich hier stellt, ist keine moralische: Sie lautet nicht, ob iranische Nuklearwaffen gut oder schlecht wären. Sie lautet: Wenn die Person, die als religiöse und institutionelle Bremse gegen Nuklearwaffen im iranischen System wirkte, eliminiert wurde - welche Kräfte treten jetzt in den Vordergrund? Welche strategische Logik dominiert in Teheran, wenn man das Nordkorea-Muster kennt, wenn man gerade vier Nuklearanlagen bombardiert gesehen hat, und wenn die religiöse Doktrin, die gegen Atomwaffen stand, mit ihrem Verkünder gestorben ist?

Es ist bemerkenswert, dass diese Frage in der westlichen Berichterstattung kaum vorkommt. Die Operation wurde als Erfolg gefeiert: Zentrifugen zerstört, Programm zurückgeworfen. Was dabei nicht thematisiert wird, ist die Möglichkeit, dass die Operation die strategische Kalkulation in Teheran nicht geschwächt, sondern verschoben hat - weg von "wir brauchen keine Atomwaffe" hin zu "wir brauchen sie jetzt mehr denn je".

Das wäre kein Ergebnis iranischer Irrationalität. Es wäre das Ergebnis rationaler Schlussfolgerungen aus beobachtbaren Fakten.

Was bleibt

Es gibt eine Frage, die die Clausewitz'sche Grundlogik des Krieges aufwirft: Was ist das politische Ziel, dem diese Militäroperation dienen sollte?

Wenn das Ziel war, Irans Fähigkeit zur Anreicherung von Uran auf Waffenqualität zu vernichten - dann ist das Ergebnis ambivalent. Zentrifugenanlagen sind beschädigt. Das angereicherte Material ist teilweise unbekannten Aufenthaltsorts. Die Anreicherungskapazität ist zurückgeworfen, aber nicht vernichtet; Iran besitzt nach Einschätzung der IAEA das Wissen, mehr Zentrifugen zu produzieren.

Wenn das Ziel war, Iran dauerhaft vom Weg zur Nuklearwaffe abzubringen - dann deutet die strategische Analyse auf das Gegenteil hin.

In der Debatte über Irans Nuklearprogramm wurde jahrzehntelang ein Argument vorgebracht, das selten gehört wurde: dass Iran die Nuklearwaffe nicht gebaut hat, obwohl es theoretisch dazu in der Lage gewesen wäre. Dass die Entscheidung, nicht zu bauen, auf einer Kombination aus religiöser Doktrin, strategischem Kalkül und internationalem Druck beruhte. Dass diese Entscheidung veränderbar ist, wenn sich die Bedingungen verändern.

Die Bedingungen haben sich verändert.

Die iranische Bevölkerung erlebt einen Krieg, der von außen aufgezwungen wurde. Vier Nuklearanlagen liegen in Trümmern. Radioaktive und toxische Substanzen sind in Gebiete freigesetzt worden, in denen Menschen leben. Der religiöse Führer, der Nuklearwaffen religiös verboten hatte, ist tot. Das Nordkorea-Beispiel - das einzige Land in vergleichbarer strategischer Lage, das nicht angegriffen wird - ist präsenter denn je.

Ob Iran tatsächlich eine Nuklearwaffe bauen wird, weiß niemand. Was sich analysieren lässt, ist die Richtung, in die die strategische Logik zeigt. Und diese Richtung wurde nicht durch den Krieg geschwächt - sie wurde durch ihn verstärkt.

Das ist die unsichtbare Erbschaft dieser Operation: nicht in Trümmern, nicht in Strahlungsprotokollen, nicht in militärischen Lageberichten zu finden. Sondern in den Schlussfolgerungen, die Menschen in Teheran ziehen, wenn sie die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte anschauen - und dann die letzten Wochen.

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Quellenliste

IAEA - Primärdokumente

  1. IAEA Director General's Introductory Statement to the Special Session of the Board of Governors, 02. März 2026 https://www.iaea.org/newscenter/statements/iaea-director-generals-introductory-statement-to-the-board-of-governors-2-march-2026 (per Browser erreichbar)
  2. IAEA Director General's Introductory Statement to the Board of Governors, 02.–06. März 2026 https://www.iaea.org/newscenter/statements/iaea-director-generals-introductory-statement-to-the-board-of-governors-2-6-march-2026 (per Browser erreichbar)
  3. IAEA Update on Developments in Iran (5) https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-on-developments-in-iran-5 (per Browser erreichbar)
  4. IAEA Update on Developments in Iran (6) https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-on-developments-in-iran-6 (per Browser erreichbar)
  5. IAEA Board Report GOV/2026/8: NPT Safeguards Agreement with the Islamic Republic of Iran, 27. Februar 2026 https://www.iaea.org/newscenter/focus/iran/iaea-and-iran-iaea-board-reports (Berichtsregister per Browser erreichbar)
  6. IAEA Board Report GOV/2025/50: Verification and Monitoring in the Islamic Republic of Iran, 03. September 2025 https://www.iaea.org/sites/default/files/documents/gov2025-50.pdf (per Browser erreichbar)
  7. IAEA Chronology of Key Events - Iran https://www.iaea.org/newscenter/focus/iran/chronology-of-key-events (per Browser erreichbar)

Unabhängige Analysen und Nachrichtenquellen

  1. Arms Control Association: The U.S. War on Iran - New and Lingering Nuclear Risks, März 2026 https://www.armscontrol.org/issue-briefs/2026-03/us-war-iran-new-and-lingering-nuclear-risks
  2. Center for Arms Control and Non-Proliferation: Iran's Stockpile of Highly Enriched Uranium - Worth Bargaining For?, März 2026 https://armscontrolcenter.org/irans-stockpile-of-highly-enriched-uranium-worth-bargaining-for/
  3. Institute for Science and International Security (ISIS): Comprehensive Updated Assessment of Iranian Nuclear Sites Five Months After the 12-Day War, September 2025 https://isis-online.org/isis-reports/comprehensive-updated-assessment-of-iranian-nuclear-sites-five-months-after-the-12-day-war
  4. Institute for Science and International Security (ISIS): Analysis of IAEA Iran Verification and Monitoring and NPT Safeguards Reports, September 2025 https://isis-online.org/isis-reports/analysis-of-iaea-iran-verification-and-monitoring-and-npt-safeguards-reports-september-2025
  5. Al Jazeera: IAEA confirms buildings damaged at Iran's Natanz nuclear facility, 03. März 2026 https://www.aljazeera.com/news/2026/3/3/iaea-confirms-some-damage-to-irans-natanz-nuclear-facility
  6. Iran International: IAEA says no damage at Iran nuclear sites, envoy says Natanz was hit, 02. März 2026 https://www.iranintl.com/en/202603022493
  7. UN News: Iran-Israel crisis - IAEA chief calls for access to damaged nuclear sites, Juni 2025 https://news.un.org/en/story/2025/06/1164766
  8. World Nuclear Association: Nuclear Power in Iran (Hintergrundinformation) https://world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-g-n/iran
  9. NucNet: IAEA Reports No Radiation Increase After Strikes in Iran, 02. März 2026 https://www.nucnet.org/news/iaea-reports-no-radiation-increase-after-strikes-in-iran-3-1-2026 (per Browser erreichbar)

Gesundheit und Umwelt - Vergleichsliteratur

  1. PLOS ONE: Incidence of haematological malignancies in Kosovo - A post "uranium war" concern, 2020 https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0232063
  2. Europäisches Parlament, Parlamentarische Anfrage H-0101/2009: Erhöhte Krebsinzidenz durch den Einsatz abgereicherter Uranmunition im Kosovo https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/H-6-2009-0101_EN.html

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com, bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Israel meldet Tod von iranischem Sicherheitschef Laridschani

17. März 2026 um 17:01

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Israel meldet Tod von iranischem Sicherheitschef Laridschani

Israel hat den Tod des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani bei einem Luftangriff in der Nacht zum 17. März 2026 verkündet. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Laridschani, Generalsekretär des nationalen Sicherheitsrats, sei zusammen mit Basidsch-Kommandeur Gholamresa Soleimani getötet worden.

Laridschani (67) galt als zentrale Figur im iranischen Machtapparat seit seiner Berufung im August 2025 und spielte eine Rolle bei der Niederschlagung von Protesten im Januar. Er war der ranghöchste Iraner, der seit dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei am 28. Februar bei israelischen Angriffen getötet wurde. Die Basidsch-Miliz unter Soleimani unterdrückt innerstaatliche Unruhen.

Teheran hat die Tötung nicht bestätigt; stattdessen veröffentlichten Medien eine Notiz Laridschanis. Der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei lehnt Deeskalation ab und fordert die Niederlage Israels und der USA. Premier Netanjahu befahl die Eliminierung hochrangiger Regimevertreter. Dies eskaliert den Iran-Krieg aktuell weiter.

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Bildquelle: CC-BY-SA-4.0 | Self-published work | Photographs by Mostafa Meraji

(Auszug von RSS-Feed)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

05. März 2026 um 17:20

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Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Die jüngsten Schläge unter "Brüllen des Löwen" (Israel) und "Operation Epic Fury" (USA) sind direkte, koordinierte Großangriffe auf den Iran. In der bemerkenswerten Eröffnungssalve wurden bereits Ayatollah Ali Chamenei – der seit 1989 den Iran als Oberster Führer des Regimes regiert und dem die "Islamische Revolutionsgarde" (IRGC, persisch Pasdaran) untersteht – und wichtige iranische Militärführer, darunter IRGC-Kommandeur General Mohammad Pakpour getötet, während sie sich in einem Teheraner Gelände trafen. Das zeugt von einer erstaunlichen Aufklärungsarbeit seitens der USA und Israels. Der Märtyrertod von Chamenei und den anderen islamischen Führern wird einen heftigen Gegenschlag auslösen – war das beabsichtigt? Davon ist in jedem Fall auszugehen.

Neben den iranischen Persönlichkeiten wurden Atom- und Raketenanlagen sowie Anlagen der IRGC-Einrichtungen – Militärbasen, Raketenstützpunkte (Shahab- und Zolfaghar), Atomzentren, Geheimdienststellen, Basij-Milizenlager sowie wirtschaftliche Holdings (Öl, Bau, Medien) angegriffen. 

Die USA greifen am ersten Angriffstag mehr als 1.000 Ziele im Iran an (1)

US- und israelische Streitkräfte griffen laut U.S. Central Command (CENTCOM) innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der "Operation Epic Fury" am 28. Februar mehr als 1.000 Ziele an.

Die getroffenen Ziele umfassen Führungs- und Kontrollzentren, das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarde, Luftabwehrsysteme, ballistische Raketenstartplätze, Kriegsschiffe – einschließlich U-Boote – sowie iranische "militärische Kommunikationsfähigkeiten".

CENTCOM veröffentlichte eine Grafik, die die US-Mittel dokumentierte, die für die Angriffe eingesetzt wurden: B-2-Tarnkappenbomber; Patriot Interceptor-Raketensysteme; Terminal High Altitude Area Defense THAAD-Antiballistische Raketensysteme (derzeit das strategisch wichtigste Hochleistungssystem); F-18, F-16, F-22 Kampfjets; A-10 Angriffsjets; F-35 Tarnkappenjäger (2) Weiter gab CENTCOM an, iranische ballistische Raketenstellungen mit B-2 Bombern zu treffen. Am 1. März teilte CENTCOM gegen Mittag mit, dass in der Nacht US-amerikanische B-2-Tarnkappenbomber, bewaffnet mit 2.000-Pfund-Bomben, Irans gehärtete ballistische Raketenanlagen angegriffen haben.

Laut "Nuclear Threat Initiative" (NTI), einem "internationalen Atomwaffenbeobachter", wurden mehr als 30 "bekannte Nuklearstandorte" und 17 Raketenstellungen im Iran innerhalb der ersten 24 Stunden des Konflikts von Raketen oder Drohnen getroffen oder von US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräften angegriffen. Hinter dieser Initiative stehen vor allem ihr Mitgründer Ted Turner (CNN‑Gründer) und der frühere US-Senator Sam Nunn, die die gemeinnützige und überparteiliche Sicherheitsorganisation mit Sitz in Washington 2001 ins Leben gerufen haben. Sie wird von großen Stiftungen und privaten Geldgebern (z. B. Ted Turner, Warren Buffett) finanziert. Von ihr ist also kein neutralen Blicke auf die Geschehnisse zu erwarten.

Laut dieser Initiative umfassen die ins Visier genommenen Ziele Isfahan-Forschungs- und Umwandlungsanlagen, "tief vergrabene Urananreicherungsinfrastruktur" in der Provinz Qom, Gebiete in Kermanshah und Tabriz, die "mit Raketenlager- oder Startanlagen verbunden sind", sowie Standorte in Teheran, die "mit Führungs-, Nachrichten- und Logistikoperationen verbunden sind". 

Teheraner lokale Medien berichteten von Raketen- und Drohnenangriffen auf das iranische Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die iranische Atomenergieorganisation und den Militärkomplex Parchin.

Präsident Donald Trump gab am 1. März bekannt, dass die US-Marine plant, Irans Marine vollständig zu zerstören:

„Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir neun iranische Kriegsschiffe zerstört und versenkt haben, einige davon relativ groß und wichtig“, sagte er in einem Beitrag und Video auf "Sunday Truth Social". „Wir verfolgen den Rest. Bald werden sie auch auf dem Meeresgrund treiben! Bei einem anderen Angriff haben wir größtenteils ihr Marinehauptquartier zerstört. Abgesehen davon läuft ihre Marine sehr gut!“

CENTCOM bestätigte, dass eine iranische Korvette der Jamaran-Klasse zu den iranischen Schiffen gehört, die am Kai von Chabahar am Golf von Oman angegriffen und versenkt wurden.

Die israelischen Streitkräfte teilten am 1. März mit, dass die Angriffe am ersten Tag darauf abzielten, "einen Weg nach Teheran zu ebnen", wobei Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, dass Raketen- und Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt am Sonntag und in den kommenden Tagen eskaliert würden. 

Iranische Gegenangriffe zielen auf US- und israelische Militärziele

Iran startete Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel (z. B. Militärflugplätze wie Nevatim) sowie US-Stützpunkte in Katar, Bahrain, VAE, Irak, Jordanien und Kuwait. (3) Zusätzlich trafen Drohnen zivile Infrastruktur im Oman; die Revolutionsgarden (IRGC) sprechen von "Antwort auf Aggression".

ZDF-Heute meldete am 2. März 2026 Eskalation mit Explosionen in Golfstaaten, viele abgefangen, aber Schäden an Basen. (4) Einen Tag zuvor hatte das Verteidigungsministerium der Emirate erklärt, man habe seit Beginn der iranischen Angriffe dank des THAAD-Raketensystems der emiratischen Raketenabwehr bislang 165 ballistische Raketen, 541 Drohnen und zwei Cruise-Missiles abgefangen. Diese Zahlen bezeugen eine immerhin beachtliche Feuerkraft des Irans, wobei iranische Treffer in der Bilanz nicht auftauchen, was den eigenen Erfolg erhöht.

Das Auswärtige Amt wandte sich am 1. August an die in den Golfstaaten gestrandeten „lieben Landsleute“ mit der nüchternen Prognose, man habe mit einer längeren Dauer der Kampfhandlungen und weiteren sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Region zu rechnen. Der Luftraum über Israel, Iran, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und dem Irak bleibe gesperrt. Unterstützungsmöglichkeiten seien deshalb eingeschränkt.

Vergleich 2025 zu 2026

Im Vergleich zum aktuellen Angriff war die israelische Mossad-Operation (Rising Lion) gegen Atomprogramm/Kernphysiker, ergänzt durch US-Luftschläge (Midnight Hammer) 2025 noch verhältnismäßig moderat: sie zielte nicht auf Regimechange und es gab auch keine US-Führung. (5) Nun eine erste vollständige US-Israel-Partnerschaft mit der Ankündigung von Trump, den Obersten Führer Ali Chamenei zu töten und zum Regime-Sturz aufzurufen. Der umfassende Angriff auf ein weitaus breiteres Zielspektrum (Luftabwehr, Milizen) hat das Potential zum offenen Krieg. (6)

Vor diesem Hintergrund hat die UN nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen. (7) Generalsekretär Guterres verurteilte die Eskalation als Bedrohung des Weltfriedens und rief zu sofortigen Waffenstillstandsverhandlungen auf. (8) Ungeachtet dessen kündigt der Iran Gegenangriffe an, während die UNO Deeskalation und Einhaltung des Völkerrechts fordert. Der UN-Sicherheitsrat hat nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran keine Resolution gegen USA oder Israel verabschiedet, (9) da die USA jeden kritischen Entwurf mit ihrem Veto blockierten, wie bereits in früheren Nahost-Konflikten üblich.

Russland, China und andere Staaten forderten Verurteilung, doch das Gremium blieb handlungsunfähig; es gab nur Deeskalationsaufrufe von Guterres. (10)

Bis zum Angriff direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Seit Anfang Februar 2026 liefen durch Oman vermittelte indirekte Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat. Diese Gespräche endeten – von einer ultimativen Forderung Trumps gewürzt – ohne signifikanten Fortschritt, trotz einiger "konstruktiver" Momente. (11)

Die Verhandlungen drehten sich um eine Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms, darunter Urananreicherung und Inspektionen durch die IAEA. Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen an, forderte aber im Gegenzug Sanktionserleichterungen und Öl-Exportfreiheit. US-Präsident Trump stellte ein Ultimatum von 10–15 Tagen, das auslief, ohne dass Iran die Kernforderung akzeptierte: Nie Atomwaffen zu bauen.

Trump begründete nun die Angriffe (Codename "Operation Epic Fury") mit der anhaltenden Bedrohung durch Irans Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen wie Hisbollah und Hamas. Israel sah darin eine "existenzielle Bedrohung" und drängte auf Militärschläge, da angeblich Diplomatie scheiterte. Die Militär-Ziele umfassten Nuklearanlagen, Raketeninfrastruktur, Kommandeure und Regime-Führer, um einen Regimewechsel zu fördern. 

Die US- und israelischen Angriffe auf den Iran unterschieden sich 2025 und 2026 in Umfang, Zielen und politischem Kontext. (12)

2025 ("Midnight Hammer"): Einzelner US-Schlag im Juni auf Nuklearanlagen wie Natanz und Fordow; begrenzter Umfang, Fokus auf Sabotage des Atomprogramms ohne Regimewechsel. (13)

2026 ("Epic Fury"): Gemeinsamer US-Israel-Angriff ab 28. Februar; massiver, multi-phasiger Einsatz mit Hunderten Zielen (Nuklear-, Raketenstandorte, Kommandeure, Führer). (14)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

2025 diente der Angriff als Warnschuss nach gescheiterten Verhandlungen nach der Biden-Ära:

Ablauf der Operation

Sie startete in der Nacht auf den 22. Juni 2025 mit 125 Flugzeugen, darunter 7 B-2 Spirit Tarnkappenbomber von der Whiteman Air Force Base (Missouri). Diese flogen 37 Stunden (inkl. Luftbetankung) über Atlantik, Mittelmeer, Israel, Jordanien und Irak. Ein US-U-Boot feuerte zuvor über 24 Tomahawk-Marschflugkörper auf Isfahan ab. Die Bomber warfen 14 GBU-57 Massive Ordnance Penetrators (30.000-Pfund-Bunkerbrecher) auf die unterirdischen Anlagen in Fordo (primäres Ziel, 60m tief im Berg) und Natanz. Der gesamte Schlag dauerte 25 Minuten. (15)

Taktische Highlights

Täuschungsmanöver: Attrappenflugzeuge im Pazifik, hohe Jets als Vorhut gegen Luftabwehr. (16)

Erstmaliger Kampfeinsatz der GBU-57 – größte konventionelle US-Bombe.

Ziel: Zerstörung der Urananreicherungskapazitäten; keine Angriffe auf Truppen oder Zivilisten.

Hintergrund und Konsequenzen

Präsident Trump befahl den Strike als Teil des israelisch-iranischen Kriegs, um Irans „nukleare Bedrohung“ zu neutralisieren. Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte es einen „überwältigenden Erfolg“.

Er folgte direkt auf Trumps auslaufendes Ultimatum und gescheiterte Genf-Talks, mit dem Ziel eines Regimewechsels. (17)

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Februar 2026 waren indirekte Atomgespräche in Genf und Maskat, vermittelt durch Oman. Sie zielten auf ein neues Abkommen ab, das Irans Urananreicherung und Raketenprogramm einschränkt, im Tausch gegen Sanktionserleichterungen. (18)

Die USA verlangten einen vollständigen Stopp der Anreicherung, Raketenbegrenzung und das Ende der Unterstützung für Hisbollah/Hamas.

Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen, lehnte aber Raketen-Themen ab und forderte Öl-Exportfreiheit.

Am 17. Februar 2025 gab es nach Runde 2 "Leitprinzipien", doch Differenzen blieben; Trump stellte ein 10–15-tägiges Ultimatum (ab 20. Feb.). (19) Die USA drohten explizit mit Militärschlägen, falls kein Deal käme – unterstützt durch US-Militärpräsenz (z. B. USS Abraham Lincoln). Dies folgte gescheiterten Runden am 6., 17. und 26. Februar verhängten die USA parallel dazu Sanktionen. (20)

Vergleich zu Versailles 1919

Ähnlich wie das Versailler Diktat (harte Bedingungen ohne Verhandlungsspielraum, Ultimaten unter militärischem Druck) wirken Trumps Forderungen einseitig und bedrohend. Allerdings sind es hier bilaterale Gespräche mit teilweiser Annäherung, keine Nachkriegsdiktatur – der Iran behielt Gegenforderungen, scheiterte aber an Kernpunkten wie Raketen. Versailles führte zu Demütigung und Revanchismus; hier eskalierten Drohungen zum Angriff am 28. Februar 2026. (21)

Der israelisch-US-amerikanische Angriff auf den Iran im Februar 2026 ist völkerrechtlich hoch umstritten und wird von Experten unterschiedlich bewertet.

US- und israelische Position

Die USA und Israel berufen sich auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Sie argumentieren, der Iran habe durch sein Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen (Hisbollah, Hamas) eine unmittelbare Bedrohung dargestellt – inklusive angeblicher Attentatspläne gegen Trump. Präventive Schläge seien notwendig gewesen, da Verhandlungen scheiterten und Diplomatie erschöpft war. (22)

Viele Experten halten die Angriffe für rechtswidrig, da sie das Gewaltverbot (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) verletzen. Es fehle an einem "bewaffneten Angriff" des Iran als Voraussetzung für Selbstverteidigung; präventive Schläge gegen hypothetische Bedrohungen (z. B. Atomprogramm) sind unzulässig. Der Iran warf den USA und Israel Kriegsverbrechen und Aggression vor; UN-Generalsekretär Guterres warnte vor Eskalation.

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Der Iran fühlt sich durch Israels nukleares und raketenbasiertes Arsenal bedroht und macht dies regelmäßig völkerrechtlich geltend. (23)

Messen mit zweierlei Maß 

Iranische Führer wie Chamenei und der UN-Sicherheitsrat bezeichnen Israels Atomwaffen (geschätzt 80–400 Sprengköpfe, undeklariert) sowie Raketen wie Jericho III als "existenzielle Bedrohung". Teheran drohte im Fall eines Angriffs wiederholt mit Vergeltung gegen "geheime israelische Atomanlagen", falls angegriffen – ähnlich wie Israel Irans Programm sieht. Dies wird mit Israels Angriffen (z. B. 2025/2026) und Rhetorik (z. B. Netanjahus Forderung nach "Zerschlagung") verknüpft. (24)

Israels Atomprogramm

Israel verfolgt eine Politik der "nuklearen Ambiguität" – weder Bestätigung noch Verleugnung –, besitzt aber seit den 1960er Jahren Atomwaffen via Dimona-Reaktor. Raketen (Reichweite bis 6500 km) bedrohen Teheran direkt. Im Gegensatz zu Iran (IAEA-Inspektionen) gibt es in Israel keine internationalen Kontrollen. (25)

Beide Seiten nutzen symmetrische Narrative für präventive Maßnahmen; Völkerrechtler kritisieren Doppelmoral, da Israels Arsenal keine Sanktionen auslöst. (26)

Völkerrechtlich lassen sie sich – unabhängig von politischer Bewertung – anhand derselben Maßstäbe prüfen: Vereinte Nationen, UN-Charta, Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht.

Maßstab des Völkerrechts

Zentral ist Art. 2 Abs. 4 UN-Charta:

  • Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates.

Zulässige Ausnahmen:

  • Selbstverteidigung (Art. 51 UN-Charta) – bei einem bewaffneten Angriff (inkl. ggf. umstrittener „präventiver“/„präemptiver“ Selbstverteidigung).
  • Mandat des Sicherheitsrats nach Kapitel VII.

Zusätzlich gelten:

  • Souveränitätsprinzip
  • Verhältnismäßigkeit
  • Notwendigkeit
  • Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen
  • Schutzregeln nach dem humanitären Völkerrecht (Genfer Konventionen).

„Faustrecht“ vs. Völkerrecht und UN-Charta

Wenn militärische Gewalt ohne Mandat und ohne klare Selbstverteidigungslage eingesetzt wird, spricht man politisch oft von:

Erosion des Gewaltverbots

  • Schwächung der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen
  • Rückkehr zu machtpolitischer Durchsetzung ("Faustrecht")

Allerdings ist wichtig: Ob ein konkreter Einsatz tatsächlich völkerrechtswidrig ist, hängt stark von den konkreten Umständen ab (Geheimdienstlage, Bedrohungsgrad, vorherige Angriffe etc.).

Erosion der Weltordnung?

Wenn Staaten beginnen, Sicherheitsbedrohungen eigenständig militärisch „vorwegzunehmen“, entstehen:

  • Aufweichung des Gewaltverbots
  • Präzedenzfälle
  • Normverschiebung zugunsten militärischer Machtprojektion

Das wäre tatsächlich eine Bewegung weg von der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen hin zu machtpolitischer Durchsetzung.

Wenige Stunden vorher schloss US-Außenminister Rubio einen Angriff völlig aus 

Rubio deeskalierte öffentlich, um Verhandlungsraum (z. B. Genf/Oman) zu wahren und Verbündete zu beruhigen. Eine typische "good cop"-Taktik vor Trumps "entscheidendem Schlag"? (27)

Später widerlegte Interne Geheimdienstberichte (z. B. DIA) über angebliche iranische ICBM-/Atomfortschritte und Druck aus dem Weißen Haus (Trump/Witkoff) sollen zur Meinungsäußerung von Rubio beigetragen haben. (24) Kurz: Die Rhetorik diente der Täuschung, reale Bedrohungen und interne Hardliner-Hawkishness siegten – Rubio wurde überrollt

Wirklichkeitsnahe Prognose des ehemaligen NSC-Direktors Nate Swanson

Am 24. Februar 2026 erschien in Foreign Affairs der wegweisende Artikel "Why Iran Will Escalate" (29) des ehemaligen NSC-Direktor für Iran und heute Fellow am Atlantic Council, Nate Swanson. Er schreibt, dass ein neuer US-Angriff auf Iran unter Präsident Donald Trump anders verlaufen wird als frühere Aktionen – diesmal mit erheblicher Eskalationsgefahr.

Swanson argumentiert, dass ein weiterer US‑Angriff auf Iran diesmal sehr wahrscheinlich zu einer Eskalation führen wird – anders als bei früheren Aktionen Trumps, die ohne große Folgen geblieben sind. Er begründet das vor allem mit der Mischung aus innerer Schwäche des iranischen Regimes und dessen Überzeugung, dass die USA und Israel seine Raketenfähigkeit dauerhaft zerstören wollen.

Kernaussagen in gekürzter, sinngemäßer Form:

Trump habe sich daran gewöhnt, Warnungen von Experten zu ignorieren und dennoch ohne größeren Schaden davonzukommen (Jerusalem‑Botschaft, Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, Sturz Maduros).

Daraus folge ein gefährliches Selbstvertrauen: Trump glaube, er könne auch diesmal Iran angreifen und anschließend „sauber aussteigen“, ohne in einen längeren Konflikt gezogen zu werden.

Swanson, langjähriger Iran‑Spezialist der US‑Regierung, betont, dass Irans Schwäche nicht zu mehr Kompromissbereitschaft, sondern zu geringeren Verhandlungsspielräumen führt; das Regime fürchte um sein Überleben und könne symbolische "Siege" Trumps innenpolitisch kaum verkaufen.

Die US‑Verhandlungsführung unter Trump sei oberflächlich und stark symbolorientiert (großer Deal, totale Aufgabe von Nuklearprogramm und Raketen), während Iran traditionell auf detaillierte, schrittweise Gegenleistungen setze; diese Diskrepanz blockiere jede Einigung.

Chamenei und die Führung hätte das Raketenprogramm als Fundament der eigenen Sicherheit und Macht gesehen; seine Aufgabe sei für sie faktisch nicht infrage gekommen, selbst unter massivem Druck.

Weil Israel und die USA das iranische Militär (Luftabwehr, Nuklearprogramm, Milizen) stark geschwächt haben und nun auch die Raketen bedrohen, glaubt Teheran, es müsse härter und sichtbarer zurückschlagen, um weitere regelmäßige Angriffe abzuschrecken.

Trump verfolge gleichzeitig mehrere Ziele (MachtDemonstration, innenpolitische Profilierung, Abgrenzung von Obama, angeblicher Schutz der iranischen Protestbewegung), ohne klare Priorität – das erhöhe das Risiko, im Fall einer Fehleinschätzung keinen Plan für die Eskalation zu haben.

Iran könne, statt einen großen Krieg zu suchen, gezielt eskalieren: etwa US‑Soldaten in der Region töten, Israel mit mehr Raketen beschießen oder die Energieversorgung und Schifffahrt im Nahen Osten stören (Straße von Hormus, Angriffe über Huthi‑Verbündete, Infrastruktur der Golfstaaten).

Solche Schritte würden die USA innenpolitisch unter Druck setzen, da die Mehrheit der Amerikaner einen Iran‑Krieg ablehnt und steigende Ölpreise sowie US‑Opfer Trump geschadet hätten.

Insgesamt sieht der Autor Trump in einer selbstgebauten Falle: Er hat viele „Auswege“ ausgeschlagen, lässt sich von Falken antreiben und könnte, entgegen seinem Versprechen, "endlose Kriege" zu beenden, tiefer in einen teuren Konflikt mit Iran hineingezogen werden, als er beabsichtigt.

Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen 2025 und die Entführung Maduros hätten im Weißen Haus das irrige Vertrauen geschaffen, dass der Präsident Krisen riskieren könne, ohne Konsequenzen zu befürchten. Doch nun befände sich der Iran in einer Lage, in der Schwäche nicht zu Nachgiebigkeit, sondern zu Aggression führt. 

Die Kernthesen Swansons: 

Der Iran interpretiert wiederholte israelische und US-Angriffe (auf Nuklearanlagen und Raketenprogramm) nicht als "Warnung", sondern als Plan zum systematischen Entwaffnen des Regimes.

Da glaubt Teheran laut Swanson, nur durch Eskalation abschrecken zu können, etwa durch Angriffe auf US-Basen, israelische Zivilziele oder Energieinfrastruktur im Persischen Golf.

Diese iranische Logik hätte Trump missverstanden, indem er glauben würde, dass nur maximaler Druck oder Punktangriffe zu von den USA erwünschten Verhandlungsergebnissen führen würde. Doch im Gegensatz zu den USA stehe für Teheran die eigene Existenz auf dem Spiel – es wird eher kämpfen als kapitulieren.

Das US-Verhandlungsteam war in den Augen von Swanson technisch schwach besetzt, während Iran mit Experten detailorientiert verhandelte – ein weiteres Zeichen, dass Washington das Gegenüber unterschätzt.

Swanson warnt: Jede US-Aktion könnte diesmal heftige Vergeltung nach sich ziehen, etwa Angriffe auf US-Truppen, Ölanlagen oder Schifffahrtsrouten, die weltweite Märkte destabilisieren würden.

Die Analyse spiegelt ein klassisches Sicherheitsdilemma wider: Beide Seiten glauben, sie agierten defensiv, provozieren dadurch aber die Gegenseite.

Während Trump "Druck und Stärke" als Weg zum Frieden sieht, erkennt Iran dieselben Handlungen als Versuch zur Vernichtung, was zwangsläufig Gegenwehr legitimiert.

Darin sieh Swanson eine Abschreckungsfalle, die Politologen wie Robert Jervis oder Glenn Snyder beschrieben haben: Falsche Wahrnehmung von "Stärke" führt zu Eskalation.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für Swanson die Psychologisierung der Entscheidungsträger. Sowohl Trump als auch Khamenei legen Wert auf symbolische Siege, nationale Ehre und innenpolitische Glaubwürdigkeit – wodurch Verhandlungen kaum mehr rational verlaufen können.

Swanson impliziert, dass Washington nun keine realistische Exit-Strategie hat. Selbst begrenzte Schläge würden entweder, Irans Überlebensinstinkt verstärken, oder Trump in innenpolitische Erklärungsnot bringen, sollte es amerikanische Opfer geben.

Damit könnte der Konflikt zu einer unkontrollierbaren Spirale führen, ähnlich wie 1983 der Abzug der USA aus dem Libanon nach dem Bombenanschlag auf die Marines oder wie bei den Eskalationsmustern 2019 nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen 

Geopolitischer Kontext

Iranische Perspektive:

Nach Jahren von Sanktionen, inneren Protesten und Territorialverlusten seiner Stellvertreter (Hisbollah, Huthi-Milizen, schiitische Milizen im Irak) betrachtet das Regime das Raketenprogramm als letzte militärische Versicherung gegen Regimewechsel.

Studien des "International Institute for Strategic Studies" (IISS) und "Carnegie Endowment" (2025) bestätigen, dass das iranische Abschreckungskonzept (Mehrfachebenen-Widerstand) heute fragiler, aber zugleich reaktiver ist.

US-Perspektive:

Die Forschung von "Brookings Institution" (2025) zeigt, dass Trumps außenpolitische Muster (maximaler Druck, minimale Diplomatie) kurzfristig Schlagzeilen, aber langfristig Instabilität erzeugen: weg von Kontrolle und Verhandelbarkeit hin zu Zwangsdiplomatie ohne glaubwürdige "Offramps" – ein Begriff aus der Kryptowelt und bedeutet vereinfacht die "Ausfahrt" zurück ins normale Geldsystem.

Trumps Angriffskrieg greift auf die Golfstaaten über, wirkt sich auf die maritimen Handelsrouten aus und betrifft nicht die Energiepreise, sondern auch die geopolitische Stabilität Asiens und Europas direkt.

Trotz Rubios Aussage Stunden vor dem US/Israel-Angriff auf den Iran, der einen Angriff völlig ausschloss, und Nates Swansons Kritik an einer "realitätsfernen Aktion", nahm die Eskalationsdynamik weiter zu. Am 3. März 2026 zeichnete sich folgendes Bild: 

USA und Israel greifen unvermindert konzentriert militärische Ziele im Iran an iranische Militärinfrastruktur, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Teile des Atomprogramms. (30)

Gegenwehr des Iran

Der Iran reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US- und mit den USA verbündete Ziele in der Region, etwa Stützpunkte am Golf (z.B. Bahrain) und versucht, mit asymmetrischen Mitteln wie Angriffen über verbündete Milizen Druck aufzubauen. Außerdem setzt Teheran auf die Drohung, zentrale Seewege wie die Straße von Hormus zu stören oder zu sperren, um politischen und wirtschaftlichen Druck auf die USA und ihre Partner auszuüben. (31)

Sperrung der Straße von Hormus

Durch die Straße von Hormus laufen rund ein Fünftel bis knapp ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Erdöl sowie große Mengen Flüssiggas; sie ist eine der wichtigsten Energiearterien der Weltwirtschaft. (32) Eine längerfristige Blockade würde die Ölexporte fast aller Golfstaaten (Iran, Irak, Kuwait, Katar, Teile Saudi-Arabiens und der VAE) massiv einschränken, nur begrenzt gibt es Ausweichpipelines. Folgen wären sprunghaft steigende Öl- und Gaspreise, hohe Belastungen für die Weltkonjunktur und Inflation, insbesondere in importabhängigen Regionen wie Europa und Asien. (33)

Auch der Iran selbst würde wirtschaftlich schwer getroffen, da er seine eigenen Öl- und Gasexporte nicht mehr normal abwickeln könnte und wichtige Abnehmer wie China verärgern würde. (34)

Welche Rolle spielt Russland im Konflikt mit dem Iran?

Russland ist als strategischer Partner des Iran eng verbunden, unterstützt Teheran aber primär diplomatisch und rhetorisch, ohne direkte militärische Hilfe zu leisten. Präsident Putin verurteilt die US- und israelischen Angriffe scharf als "gefährliches Abenteuer" und positioniert sich als Vermittler. (35)

Putin führte Telefonate mit Irans Präsident Peseschkian und Israels Präsident Netanjahu, um einen "konstruktiven Dialog" zu fördern. Das russische Außenministerium kritisiert den Westen und pocht auf das Völkerrecht, ohne jedoch Sanktionen zu verhängen oder Truppen zu mobilisieren. (36)

Militärische Unterstützung

Militärisch bleibt Moskau passiv – keine Truppenentsendung oder direkte Intervention, trotz gegenseitiger Waffenlieferungen (Iran lieferte Drohnen und Raketen für die Ukraine). Experten sehen Russlands Prioritäten in der Ukraine; ein Eingreifen gegen USA/Israel würde Ressourcen binden und Beziehungen zu Israel (z. B. Syrien-Koordination) gefährden. (37)

Wirtschaftliche Bindung

Die Partnerschaft umfasst Energiekooperationen und Sanktionsumgehung; Russland profitiert von iranischen Waffen, stellt aber keine "Rettung" in Aussicht. Eine Eskalation könnte Russland indirekt nutzen, z. B. durch höhere Energiepreise, belastet aber die Achse langfristig. (38)

US-Präsident Donald Trump hat Bodentruppen im Iran am 2. März 2026 explizit angedroht. In Interviews mit CNN und der "New York Post" erklärte er, ein Einsatz sei "falls nötig" möglich, im Kontext der laufenden Luftangriffe gegen iranische Ziele und zur Unterstützung eines möglichen Regimewechsels. (39) Im Januar 2026 hatte er Bodentruppen im Kontext von Protesten im Iran angedroht, falls das Regime Demonstranten niederschießt. Diese Eskalation erfolgt nach gescheiterten Atomverhandlungen und iranischen Gegenangriffen. (40) 

Wie reagieren die Golfstaaten auf die Hormuz-Sperrung

Die Golfstaaten reagieren auf die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus mit einer Mischung aus wirtschaftlicher Panik, diplomatischem Druck und militärischer Vorsicht.

Wirtschaftliche Maßnahmen

Saudi-Arabien und die VAE maximieren ihre Pipeline-Kapazitäten (ca. 2,6 Millionen Barrel/Tag), um Ölexporte nach Oman oder zum Roten Meer umzuleiten, während Katar und Kuwait Schiffe in Häfen stauen und Lager füllen – ein Rückstau von über 150 Tankschiffen droht. Alle Staaten melden steigende Versicherungskosten für verbliebene Schiffe und rufen internationale Hilfe für Konvois an. (41)

Militärische/wirtschaftliche Reaktion

Erhöhte Alarmbereitschaft in Häfen und Golfgewässern: Saudi-Arabien und Bahrain mobilisieren Marinekräfte mit US-Unterstützung, um Konvois zu schützen; keine offensive Aktion, aber Drohnenabwehrsysteme laufen auf Hochtouren. Langfristig schadet die Sperrung allen Beteiligten, da nur Saudi-Arabien und VAE Alternativen haben – Kuwait, Irak und Katar sind voll abhängig. (42)

Das Pentagon hat keine offiziell bestätigten Pläne für den nächsten Schritt im Iran-Konflikt. Berichte deuten auf Vorbereitungen für eine "große Angriffswelle" hin, wie Trump sie ankündigte, mit Fokus auf weitere Zerstörung iranischer Raketen-, Drohnen- und Atomkapazitäten.

Das Militär bremst Trump teilweise, da Ressourcen durch Ukraine und andere Konflikte gebunden sind; ein voller Bodenkrieg würde Wochen Vorbereitung erfordern. Aktuell dominieren defensive Maßnahmen gegen Hormus-Bedrohungen und Milizangriffe. (43)

Die Sperrung der Straße von Hormus wird die Ölpreise in Europa massiv in die Höhe treiben, da rund 20-30% des globalen Öls und ein Viertel des LNG-Handels durch diese Engpässe fließen. Brent-Öl ist seit der Blockade Anfang März 2026 von ca. 70-73 USD pro Barrel zeitweise auf über 80-82 USD gestiegen, mit Prognosen bis 100-120 USD bei längerer Dauer. (44)

Höhere Energiekosten belasten Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand, treiben Inflation und dämpfen Wachstum. (45) 

Das US-Imperium jenseits des Anstands und der Vernunft

Nach dem Tag, als USA und Israel den Iran mit einem beispiellosen Bombardement überzogen, bezeichnete

Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats die iranischen Vergeltungsschläge als „unprovoziert“. (46)

Die Sitzung folgte auf die US- und israelischen Militärschläge gegen den Iran und fand inmitten esklierender Spannungen statt. Waltz verteidigte die US-Aktionen als völkerrechtskonform unter Artikel 51 der UN-Charta (Selbstverteidigung) und wies iranische Vorwürfe zurück. (47)

Der Trump-Administration scheint es darum zu gehen, die Fähigkeit des Iran, als souveräner Staat zu funktionieren, zu zerstören und eine Botschaft an alle nach strategischer Unabhängigkeit und nach Multipolarität strebenden Nationen zu senden: Die Welt befindet sich im Kampf Unipolarität versus Multipolarität – geführt von zwei Atommächten gegen ein Land, das keine Atomwaffen besitzt und das am Abend vor Beginn der Bombardierungen über den Außenminister Omans im amerikanischen Fernsehen angeboten hatte, „die von Washington geforderten Kernbedingungen für den Atomausstieg zu akzeptieren – keine Wiederaufbereitung, Beseitigung der Lagerbestände –, wobei Langstreckenraketen und regionale Stellvertreter auf dem Tisch blieben“. (48)

"Der Weg in den Dritten Weltkrieg"

Unter diesem Titel veröffentlichte am 3. März 2026 Paul Craig Roberts einen aufrüttelnden Artikel, in dem er der iranischen Regierung gemeinsam mit Russland, China, Israel und Trump Verantwortung für den Angriff auf Iran zuschreibt. Laut Roberts ließ sich die leichtgläubige iranische Regierung erneut täuschen, indem sie glaubte, sich in Friedensverhandlungen mit Trump zu befinden, während Trump und Israel einen Angriff auf den Iran vorbereiteten. Die iranische Regierung verfügte nicht einmal über die nachrichtendienstlichen Fähigkeiten, die Führung des Landes vor der Ermordung durch israelische Raketen zu schützen.

Die iranische Regierung versuchte, den bevorstehenden Angriff zu ignorieren, und überließ ihren Feinden die strategische Initiative. Den gleichen Vorwurf macht Roberts auch Putin, der sich selbst – wie Iran – lange Zeit und damit das russische Volk getäuscht habe, indem er an ukrainischen "Friedensverhandlungen" teilnahm, obwohl er wiederholt gesagt hat, dass man den Amerikanern nicht trauen könne. Dennoch hat Putin sich erneut auf eine Täuschung wie das Minsker Abkommen eingelassen. Chinas einzige Waffen sind Worte, die in Washington keinerlei Bedeutung haben.

Das seien die falschen Signale an Trump und Israel. Vor diesem Hintergrund ist Roberts der Meinung, „dass die Unfähigkeit Irans, Russlands und Chinas, intelligent zu handeln, uns in die Anfangsphase des Dritten Weltkriegs geführt hat.“ (49) Roberts Schlussfolgerung ist, „dass Israel und seine amerikanische Marionette den Weg in den Dritten Weltkrieg weitergehen werden.“ (50) Paul Craig Roberts ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und des Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen über Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten. (51)

Soweit Paul Craig Roberts weltliches Szenario. Es gibt aber auch noch eine religiöse Dimension:

In der Offenbarung des Johannes ist Armageddon der Ort der finalen Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.theepochtimes.com/world/us-strikes-more-than-1000-targets-in-iran-on-first-day-of-operation-5992526?utm_source=morningbriefnoe&src_src=morningbriefnoe&utm_campaign=mb-2026-03-02&src_cmp=mb-2026-03-02&utm_medium=email&est=qSjrUOVnLxdBpnG%2BWVTHmNLkIK9UbAOGdsyILZ0S31%2BrufvA7SYRZwP8

2) Ebda.

3) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

4) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-usa-angriff-liveblog-100.html

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

6) https://www.tagesschau.de/eilmeldung/israel-angriffe-iran-100.html

7) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

8) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

9) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

10) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

11) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-iran-atomprogramm-verhandlungen-israel-militaer-100.html

12) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

13) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-usa-atomanlagen-trump-israel-nahost-100.html

14) https://www.axios.com/2026/02/28/iran-us-israel-strikes-operation-epic-fury

15) https://www.sueddeutsche.de/politik/news-aktuell-usa-angriff-iran-oelpreis-trump-li.3272797

16) https://breakingdefense.com/2025/06/operation-midnight-hammer-how-the-us-conducted-surprise-strikes-on-iran/

17) https://www.foxnews.com/politics/trumps-iran-ultimatum-enters-decisive-stretch-after-state-union

18) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

19) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/usa-iran-atomgespraeche-102.html

20) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

21) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-gespraeche-genf-100.html

22) https://www.dw.com/de/israels-iran-angriff-und-us-bomben-legitim-praeventiv-verteidigung-oder-voelkerrechtswidrig/a-72997958

23) https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/iranisches-atomprogramm-israels-kalkuel-fuer-den-krieg-a-815188.html

24) https://www.welt.de/politik/ausland/article256230046/massive-vergeltung-iran-droht-israel-mit-angriff-auf-atomanlagen.html

25) https://www.dw.com/de/atomprogramm-des-iran-wie-fortgeschritten-war-es-nuklearprogramm-israel-angriff-atombombe-uran-v3/a-72916820

26) https://verfassungsblog.de/warum-der-erneute-angriff-der-usa-und-israels-auf-den-iran-offenkundig-volkerrechtswidrig-ist/

27) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/rubio-warnt-iran-vor-angriff-und-schliesst-praeventivschlag-nicht-aus/

28) https://www.spiegel.de/ausland/iran-will-laut-marco-rubio-interkontinentalraketen-entwickeln-a-36951405-df2d-40fa-b7a6-713619d0394e

29) https://www.foreignaffairs.com/middle-east/why-iran-will-escalate?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=Why%20Iran%20Will%20Escalate&utm_content=20260227&utm_term=N

30) https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/eskalation-in-nahost-israel-und-usa-angriff-auf-iran-alle-news-im-ticker,VChg7Mc

31) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-israel-usa-angriffe-iran-100.html

32) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/angriff-auf-iran-strasse-von-hormus-und-ihre-bedeutung-fuer-die-oelexporte-accg-110845813.html

33) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/israel-nahost-iran-hormus-blockade-folgen-100.html

34) https://www.deutschlandfunk.de/strasse-von-hormus-iran-schiffsverkehr-welthandel-oel-100.html

35) https://www.blick.ch/ausland/putin-als-friedensbringer-kreml-chef-bietet-vermittlung-im-iran-israel-konflikt-an-id21603547.html

36) https://www.spiegel.de/ausland/iran-china-und-russland-verurteilen-angriff-von-israel-und-den-usa-a-ee89f6f0-c477-472c-b3ff-66fdc9ecbd81

37) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-putin-schaut-der-eskalation-im-nahen-osten-ohnmaechtig-zu/100204529.html

38) https://de.euronews.com/2026/01/15/iran-russland-strategische-allianz

39) https://www.n-tv.de/politik/Trump-kuendigt-Bodentruppen-falls-noetig-und-grosse-Angriffswelle-im-Iran-an-id30423138.html

40) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_Iran_2026

41) https://www.capital.de/wirtschaft-politik/iran-warnt-schiffe-in-der-strasse-von-hormus---gefahr-fuer-den-oelhandel-37179988.html

42) https://www.n-tv.de/politik/Diese-Folgen-haette-eine-Blockade-der-Strasse-von-Hormus-id30416480.html

43) https://esut.de/2026/01/meldungen/67057/iran-konflikt-2026-warum-der-us-angriff-vorerst-abgebrochen-wurde/

44) https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101148702/strasse-von-hormus-von-iran-gesperrt-benzin-diesel-und-heizoel-teurer.html

45) https://www.br.de/nachrichten/bayern/iran-sperrt-strasse-von-hormus-folgen-fuer-oel-benzin-und-gaspreise,VChrpZA

46) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

47) https://news.un.org/en/story/2026/02/1167062

48) Rundmail vom Schiller-Institut vom 3. März 2026

49) https://paulcraigroberts.org/the-road-to-world-war-iii/

50) Ebda.

51) https://paulcraigroberts.org/netanyahu-and-trump-the-new-hitler-mussolini-pact/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Illustration: postapokalyptische Wüstenlandschaft
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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka

05. März 2026 um 14:29

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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka
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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka

Alle wissen, dass die Abwehrraketen der USA und ihrer Verbündeter für höchstens 3-4 Wochen intensiven Luftkrieg ausreichen. Was passiert danach? Die befürchtete Nuklear-Eskalation? Wie ist das Kriegsszenario der USA? Oder geht's nur ums "Geschäft"?

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Konflikt begann mit koordinierten US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf iranische Ziele im Bereich Nuklearwaffen, Raketen und Führung. Der Angriff startete (1) am 28. Februar 2026 mit gemeinsamen US-israelischen Luftangriffen auf iranische Militär- und Führungsziele, einschließlich nuklearer Einrichtungen, Raketenbasen und Kommandostrukturen. Der US-Präsident Donald Trump kündigte (2) "große Kampfoperationen" an, und Israel bestätigte den Einsatz von über 200 Kampfflugzeugen gegen 500 Ziele – den größten Angriff in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Der iranische Supreme Leader Ali Khamenei wurde in den ersten Stunden ermordet (3). Die Operationen zielten explizit auf die Zerstörung von Irans Nuklear- und Raketenfähigkeiten ab, um einen Regimewechsel zu erzwingen.

Erwartungsgemäß reagierte der Iran mit Raketenangriffen und regionalen Stellvertreterangriffen gegen Israel und US-Stützpunkte, darunter auch in den Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten wie dem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar, Ali Al Salem in Kuwait, Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Fünften US-Flotte in Bahrain. Über 400 Raketen und 800 Drohnen wurden in den ersten zwei Tagen abgefeuert (4), was zu Schäden an Flughäfen und Infrastruktur führte (z.B. in Dubai, Abu Dhabi und Manama). Die Hisbollah (als iranischer Proxy) feuerte Raketen auf Israel ab, was nach vorherigen ca. 10.000 Waffenstillstandsverletzungen durch Israel zu "Gegenangriffen" (5) Israels in Libanon führte.

Außerdem forderte Israel die Bevölkerung auf, den Süden des Libanons zu verlassen, offensichtlich versucht Israel nun im Schatten des Irankrieges, endlich den Süden bis zum Fluss Litani zu besetzen, wie schon 1967 geplant. Die Angriffe des Irans haben den Angriffskrieg der USA und Israels auf die gesamte Region ausgeweitet.

Berichten zufolge waren die US-amerikanisch-israelischen Operationen auf mehrere Wochen angelegt (6). Laut israelischen Streitkräften umfasste der gemeinsame Angriff über 200 Kampfflugzeuge, die 500 Ziele attackierten – der größte Angriff in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Insgesamt seien von der angreifenden Koalition 2.000 Ziele bombardiert (7) worden. Laut Trump sollte der Angriffskrieg lediglich vier Wochen dauern (8). Am Freitag wurden in der Anfangsphase über 200 Tote und Hunderte Verletzte im Iran gemeldet, am 2. März stiegen die Zahlen (9) auf über 550 mit steigender Tendenz. Entgegen den Zusicherungen der USA und Israels wurden bereits zivile Zwischenfälle gemeldet (z. B. Opfer bei Angriffen auf Schulen (10)). Iranische Medien beschreiben drastische Kollateralschäden (11). Diese Angriffe werden die globalen Wirtschaftsaussichten beeinträchtigen, die bereits durch geoökonomische Fragmentierung (Sanktionsblöcke, Aufspaltung der Lieferketten) und die extrem hohe Sensibilität des Ölmarktes (Hormus-Risikoprämie) eingeschränkt sind.

Der Konflikt hat zu einem sprunghaften Anstieg (12) der Ölpreise geführt (Brent-Crude um 7–13% auf bis zu 82 USD/Barrel). Worüber sich Russland freuen dürfte, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits überholt sein dürfte. Analysten warnen (13) vor Preisen von 115–140 USD bei anhaltender Eskalation, mit Verdopplung von Versicherungskosten für Schiffe im Golf und Roten Meer. Die globale Inflation könnte um 1–1,5% steigen, das BIP im Nahen Osten um 5–8% sinken, und das globale Wachstum (14) um 0,7%. Der Konflikt verstärkt (15) die geoökonomische Fragmentierung (Sanktionen, Lieferketten) und erzeugt Unsicherheiten, welche Investitionen verzögern oder verhindern.

Aus globalwirtschaftlicher Sicht findet der US-amerikanisch-israelische Angriff auf den Iran inmitten einer verstärkten geoökonomischen Fragmentierung statt. Außerdem basiert die US-Militärdoktrin auf einer stufenweisen Eskalation, die von Zwang über Lähmung bis hin zu einem politischen Ergebnis reicht. Hier noch mal die üblichen Phasen von US-Militär-Einsätzen:

  • Phase 1: Schock (16). Gezielte Angriffe auf die Führungsebene, Unterdrückung von Zweitschlagsfähigkeiten und Raketen sowie psychologische Dominanz. Diese Phase war bisher nur bedingt erfolgreich. Der Iran hat die ermordete Führungspersönlichkeiten sofort ersetzt, und statt Panik wurden die Reihen im Land geschlossen.
  • Phase 2: Systemlähmung (17). Ziele sind die Zerstörung der Luftverteidigung, die Störung der Führung der Revolutionsgarden und die Eskalation der wirtschaftlichen Isolation. Auch hier ist der Erfolg bisher schwer zu erkennen. Angeblich sollen israelische Jets über Teheran fliegen, um die Luftabwehr gegen anfliegende Raketen zu unterstützen.
  • Phase 3: Politisches Ergebnis (18). Strategisches Ziel ist der interne Zusammenbruch oder die Kapitulation nach Verhandlungen. Hierzu bleibt zu sagen, dass der Iran verlauten ließ, nicht mit den USA verhandeln zu wollen. Entgegen der Behauptung Trumps "Die Iraner haben mich schon angesprochen". Trumps Doktrin zielt auf Eskalationsdominanz ab, aber Erfolg ist begrenzt (19). Trump behauptete, Iran wolle verhandeln, aber er habe abgelehnt; iranische Offizielle widerlegten (20) das.

Das Problem ist, dass diese militärischen Phasen noch keine politische Lösung gewährleisten. In den Vereinigten Staaten war Präsident Trump den Fragen von Journalisten ausgewichen, da sich die Begründung für die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran – Irans geplanter Präventivschlag gegen amerikanische Interessen – als falsch erwiesen hat, wie die US-Geheimdienste eingeräumt haben.

In einem Interview mit der britischen Daily Mail am 1. März enthüllte Präsident Trump einen möglichen Zeitplan für den Krieg mit dem Iran und deutete an, dass die Kämpfe einen Monat (21) dauern könnten:

Es war immer ein Vier-Wochen-Prozess. Wir gingen davon aus, dass es etwa vier Wochen dauern würde. Es ging immer um einen Vier-Wochen-Prozess, also – so stark der Iran auch ist, es ist ein großes Land, es wird vier Wochen dauern – oder weniger.“

Betrachten wir also das Ein-Monats-Szenario vor dem Hintergrund einer erhöhten geoökonomischen Fragmentierung (nicht des Zweiten Kalten Krieges). In diesem Fall funktioniert die US-Strategie der schrittweisen Eskalation nur unvollkommen. Daher ist der realistischste Weg eine kontrollierte Eskalation ohne Zusammenbruch des Regimes im Iran.

Dieses Szenario birgt neue Risiken, da die USA und Israel in diesem Szenario die strategischen Kapazitäten Irans so weit schwächen wollen, dass eine Neuausrichtung der Abschreckung erzwungen wird, ohne dabei einen Bodenkrieg auszulösen. Iran reagiert asymmetrisch, vermeidet aber Aktionen, die eine US-Invasion provozieren könnten. Das wahrscheinliche Ergebnis ist ein militärischer Erfolg, jedoch ein politischer Stillstand und ein wirtschaftlicher Schock in einem äußerst schwierigen historischen Moment.

Politische Unruhen, wirtschaftliche Unsicherheit, Marktvolatilität

Dauerhaft werden die Angriffe der USA und Israels in der ersten Woche als Schock- und Demonstrationsmaßnahme dienen, mit Präzisionsschlägen auf nukleare Infrastruktur, Stützpunkte der Revolutionsgarden und Luftverteidigungssysteme. Iran feuert Raketensalven auf Israel und US-Regionalstützpunkte ab. Gleichzeitig weiten sich die Cyberoperationen in beide Richtungen aus.

Politisch gesehen entsteht im Iran ein innenpolitischer Zusammenhalt (22). Die Golfstaaten unterstützen die USA im Stillen, fordern aber eine Deeskalation und sichern sich ab. Wirtschaftlich gesehen steigen die Ölpreise sprunghaft an, mit Risikoprämien von 20–30 % und einem Anstieg der Schiffsversicherungskosten im Golf und im Roten Meer.

In den kommenden zwei bis drei Wochen zielen die Angriffe der USA und Israels auf eine Systemlähmung im Iran ab. Sollte es bis dahin keine spürbare Spaltung der iranischen Elite geben, die Neutralität des Globalen Südens zunehmen und sich der Zusammenhalt des westlichen Bündnisses abzeichnen, zwingen die Eskalationsrisiken die USA und Israel in die diplomatische Defensive. Daher ist in der vierten Woche mit einem Verhandlungsdruck zur Stabilisierung auf beiden Seiten zu rechnen. Das Ergebnis könnte ein effektiver Waffenstillstand ohne Abkommen sein.

Wirtschaftliche Folgen

Wirtschaftlich gesehen wird dieser, wie noch selten ein anderer ungerechtfertigter einmonatiger Krieg jedoch einen Energieschock (23) auslösen: Der Ölpreis (24) wird wahrscheinlich auf (mindestens) 115–140 US-Dollar steigen, die Gaspreise aufgrund von Transportrisiken und der teilweisen Freigabe strategischer Reserven ebenfalls. Im Schifffahrts- und Handelssektor könnten sich die Versicherungsprämien für das Rote Meer und den Persischen Golf verdoppeln oder verdreifachen, während sich die Lieferzeiten aufgrund von Lagerengpässen verlängern.

Die makroökonomischen Auswirkungen wären eine erhöhte Inflation, da die Energiepreise mit steigenden Kosten für Transport, Lebensmittel und Produktion einhergehen, die Zentralbanken die erwarteten Zinssenkungen verzögern und sich das globale Wachstum verlangsamt. Auf den Finanzmärkten würden Schwellenländer (25) unter Kapitalabflüssen leiden. Die zivile Wirtschaft entwickelt sich schwächer als der Verteidigungs- und Energiesektor. Risikoanlagen brechen zwar möglicherweise nicht ein, weisen aber eine außergewöhnliche Volatilität auf.

Erhöhtes Risikopotential für die ganze Welt

Die Gesamtzahl (26) der Todesopfer dürfte auf 15.000 bis 35.000 steigen, ein Drittel oder die Hälfte davon Zivilisten. Die Zahl der Verletzten würde auf 60.000 bis 120.000 ansteigen. Die Zahl der Vertriebenen könnte 2 bis 4 Millionen betragen.

Die globale Inflation könnte um 1 bis 1,5 Prozentpunkte steigen. Das BIP des Nahen Ostens könnte um 5 bis 8 % sinken, und die globalen Wachstumsaussichten würden um 0,7 % nach unten korrigiert.

Wie die Handelskriege unter Trump würde auch diese Eskalation keine wirtschaftlichen Gewinner (27) hervorbringen. Sie könnte die Weltwirtschaft jedoch an den Rand des Abgrunds treiben. Sie wäre genauso ungerechtfertigt wie die Stellvertreterkriege in der Ukraine, im Gazastreifen und anderswo im Nahen Osten. Letztendlich würden die Zivilisten die Zeche zahlen, während die Insider der Rüstungsindustrie die Gewinne einstreichen würden.

Aussichten

Die Aussichten sind dunkel, besonders für Donald Trump. Nach einem Geheimdienstbriefing gab es vernichtende Kommentare von einigen der Abgeordneten. Zusätzlich wird bekannt, dass die Luftschläge des Irans offensichtlich schlimmere Folgen sind, als in den Medien vermittelt. US-Schiffe müssen bis Indien, weil fast alle Hafenanlagen, welche die USA benutzten, die in Reichweite iranischer Drohnen und Raketen sind, beschädigt wurden. Wichtige Radaranlagen wurden zerstört, CIA-Gebäude, Konsulate und Botschaften beschädigt, Flugzeuge abgeschossen. Der Iran blutet zwar, aber er führt einen existentiellen Krieg, auf den er sich seit Jahrzehnten vorbereitet hat. Und Gerüchte erklärten, dass China im Iran Tests seiner neuen Hyperschallwaffen durchführt, um sie unter realen Kriegsbedingungen zu testen. So wie die USA die Ukraine nutzt, scheint dies nun China nachzumachen.

Auch Israel wird härter getroffen, als die israelische Zensur es zulässt, bekannt zu werden. Und hier liegt die größte Gefahr für die Welt. Sollte Israel in seiner Verzweiflung ob der möglichen Niederlage zu Kernwaffen greifen, und das letzte und schlimmste der möglichen Kriegsverbrechen, nach Völkermord und Angriffskriegen auch noch begehen, kann man sicher sein, dass der Iran seine Zurückhaltung aufgeben wird, und entweder mit schmutzigen Bomben TelAviv und Haifa unbewohnbar macht, oder sogar eine traditionelle A-Bombe entwickelt und einsetzen wird. Schließlich hat die angreifende Koalition alle Kleriker bzw. Geistliche, die bisher die Produktion von Kernwaffen aus ethischen Gründen verhinderten, ermordet.

Offensichtlich versucht der Iran dieses Szenario zu vermeiden, indem es die Schläge einsteckt, und zwar konsequent, aber dosiert die Liste der Ziele abarbeitet, welche schon lange für den Fall eines Angriffs gegen das Land aufgestellt wurde. Interessanterweise hört man nichts von hektischen Lieferungen militärischer oder geheimer Ausrüstung aus Russland oder China. Alles scheint für den Iran "nach Plan" zu verlaufen. Aber natürlich ist in diesem Krieg, wie in allen Kriegen NICHTS sicher. Oder vielleicht doch Eines. Nämlich dass Donald Trump in den nächsten Wahlen von der MAGA-Bewegung einen Denkzettel verpasst bekommt, der ihn möglicherweise sogar das Amt kosten könnte.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.cnn.com/world/live-news/israel-iran-attack-02-28-26-hnk-intl

(2) https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-888293

(3) https://www.aljazeera.com/news/2026/3/2/what-we-know-on-day-three-of-us-israeli-attacks-on-iran

(4) https://www.npr.org/2026/03/02/nx-s1-5731472/iran-targets-gulf-states-and-u-s-bases-as-retaliation-for-u-s-israel-strikes

(5) https://www.nytimes.com/live/2026/03/02/world/iran-us-israel-attack-trump

(6) https://www.businessinsider.com/israel-hundreds-fighters-struck-iran-largest-ever-air-operation-2026-2

(7) https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-evening-special-report-march-1-2026

(8) https://www.dailymail.co.uk/news/article-15604385/donald-trump-daily-mail-interview-iran.html

(9) https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/3/2/us-israel-attack-iran-live

(10) https://www.cnn.com/world/live-news/israel-iran-attack-02-28-26-hnk-intl

(11) https://www.pbs.org/newshour/classroom/daily-news-lessons/2026/03/what-we-know-about-the-us-israel-attacks-on-iran

(12) https://www.nbcnews.com/business/business-news/oil-prices-iran-strikes-rcna261209

(13) https://www.bbc.com/news/articles/c75evve6l63o

(14) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

(15) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(16) https://www.irananalytica.org/p/the-war-of-regime-change-has-begun

(17) https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-evening-special-report-march-1-2026

(18) https://www.setav.org/en/u-s-and-israel-strikes-on-iran-day-one

(19) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(20) https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/3/2/us-israel-attack-iran-live

(21) https://www.dailymail.co.uk/news/article-15604385/donald-trump-daily-mail-interview-iran.html

(22) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(23) https://www.bbc.com/news/articles/c75evve6l63o

(24) https://www.theguardian.com/business/live/2026/mar/02/oil-price-us-israel-iran-war-100-dollars-a-barrel-stock-markets-drop-travel-news-updates

(25) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

(26) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(27) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Die Raketen richten sich bei Sonnenuntergang gegen den Himmel mit iranischer Flagge.
Bildquelle: Hamara / shutterstock

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Spanien wehrt sich gegen Trump | Von Janine Beicht

05. März 2026 um 10:34

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Spanien wehrt sich gegen Trump | Von Janine Beicht
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Spanien wehrt sich gegen Trump | Von Janine Beicht

Der aufkeimende Konflikt

Während die Welt über die Folgen des Angriffs auf Iran diskutiert, wehrt sich Spanien gegen militärische Eskalation und setzt ein politisches Zeichen, das die Machtspiele der USA herausfordert.


Ein Kommentar von Janine Beicht.

Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert seit dem vergangenen Samstag, als die Vereinigten Staaten und Israel einen Angriff auf den Iran starteten, bei dem der oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, getötet wurde (1) und Hunderte Zivilisten ums Leben kamen (2). Spanien positionierte sich von Beginn an als entschiedener Gegner dieser Operation, indem es den USA die Nutzung der gemeinsamen Militärbasen in Rota und Morón de la Frontera verweigerte – strategisch entscheidende Standorte für Logistik und Betankung im Mittelmeerraum (3). Diese seit Jahrzehnten kooperativ betriebenen Basen dienen üblicherweise der Sicherheit des Westens. Madrid lehnt jedoch jede Beteiligung ab, da der Einsatz nicht durch eine UN-Resolution legitimiert sei und gegen das Völkerrecht verstoße (4). Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles unterstrich diese Haltung mit unmissverständlicher Klarheit, betonte die Souveränität Spaniens und verweigerte jegliche Unterstützung für offensive Operationen.

Infolgedessen zogen die USA rund ein Dutzend Tankflugzeuge vom Typ KC-135 ab und verlegten sie nach Ramstein in Deutschland oder an andere Standorte. Diese Entscheidung Spaniens unterstreicht eine grundlegende Abkehr von bedingungsloser Gefolgschaft und stellt das Bündnis auf die Probe. Der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen gegen neun Länder der Region sowie gegen eine britische Basis auf Zypern, was zu Markteinbrüchen, Störungen im Luftverkehr und Blockaden der Straße von Hormus führte, durch die zuvor 20 Prozent des globalen Öl- und Gastransports geflossen waren. Spanien zeigte sich von der Eskalation unbeeindruckt, forderte eine diplomatische Lösung und verurteilte zugleich das Regime in Teheran für die Unterdrückung seiner Bürger, insbesondere der Frauen, ohne jedoch Gewalt als Antwort zu akzeptieren. Diese Position entlarvt die Heuchelei jener, die unter dem Deckmantel der Sicherheit Chaos säen und wirtschaftliche Interessen priorisieren.

Spaniens Sonderweg im Bündnis

Der aktuelle Konflikt ist kein spontaner diplomatischer Zwischenfall, sondern Ausdruck einer tieferliegenden strategischen Differenz innerhalb der NATO. Spätestens beim letzten Gipfeltreffen 2025, im niederländischen Den Haag, wurde diese Spannung offen sichtbar. Dort verständigten sich die Mitgliedstaaten grundsätzlich darauf, ihre Verteidigungsausgaben langfristig auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, ein Schritt, den Spanien bislang als einziges Land ablehnt (5). Dazu erklärte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez:

„Spanien wird seine Pflicht in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin erfüllen und weiterhin aktiv zur europäischen Sicherheitsarchitektur beitragen. Spanien kann sich jedoch nicht auf ein spezifisches Ausgabenziel in Bezug auf das BIP auf diesem Gipfel festlegen.“(5) 

Diese Haltung, kombiniert mit der jüngsten Verweigerung der Nutzung der Militärbasen, veranlasste den US-Präsidenten Donald Trump nun zu scharfer Kritik an Spanien.

Spaniens Position gründet jedoch auf einer historisch gewachsenen Skepsis gegenüber militärischen Abenteuern. Bereits 1986 verweigerte das Land den USA den Überflug seines Luftraums für Angriffe auf Libyen (6). Auch der Irak-Krieg 2003 hinterließ tiefe Spuren: Damals trat Spanien unter Premierminister José María Aznar der sogenannten „Koalition der Willigen“ bei. Dies war eine Entscheidung, die massive Proteste im eigenen Land auslöste und im gesellschaftlichen Klima jener Zeit schließlich von schweren Terroranschlägen überschattet wurde. (7)

Trump attackiert Spanien und Merz schweigt

Das Treffen zwischen Donald Trump und Friedrich Merz im Weißen Haus offenbarte die Spannungen zwischen den USA und Europa in aller Deutlichkeit. Trump nutzte die Medienpräsenz, um seine Verärgerung über Spanien öffentlich auszuleben, während Merz stille Zurückhaltung zeigte, ein Moment, der die Brüchigkeit der europäischen Einheit verdeutlichte. Der US-Präsident wies Finanzminister Scott Bessent an, sämtliche wirtschaftlichen Vereinbarungen mit Spanien zu überprüfen und gegebenenfalls zu beenden, und kritisierte das Land scharf für seine Haltung in der NATO. Trump ließ keinen Zweifel an seiner Haltung:

„Ich habe Scott gesagt, dass wir alle Geschäfte mit Spanien einstellen sollen. Alles begann damit, dass jedes europäische Land auf meine Initiative hin 5 % gezahlt hat und alle waren begeistert davon, nur Spanien nicht.“ (8)

Merz, der neben Trump saß, stimmte zu, dass Spanien überzeugt werden müsse, sich an diese Zahlen zu halten, und bestätigte damit indirekt Trumps Kritik, ohne die EU-Solidarität zu verteidigen. Diese Szene unterstreicht, wie Trump Europa in gute und böse Verbündete teilt, wobei Merz sich als neuer Favorit positioniert, während Länder wie Spanien und Großbritannien attackiert werden. Trump kritisierte auch das Vereinigte Königreich für die verzögerte Freigabe einer Basis auf Diego Garcia, die er als dumm bezeichnete (9), und kontrastierte dies mit Deutschlands großartiger Haltung, obwohl Berlin keine direkte militärische Beteiligung leistet. Die USA sehen im Iran eine Bedrohung durch Raketen, Terror und potenzielle Atomwaffen, die ohne den Angriff im Juni 2025 innerhalb eines Monats realisiert worden wären (10), doch Spanien hält dagegen. Trump ging in seiner Tirade sogar so weit, Spanien als schrecklichen Verbündeten zu brandmarken und ein vollständiges Handelsembargo anzudrohen, das den gesamten Handel stoppen würde.

„Spanien ist schrecklich. Wir werden den gesamten Handel mit Spanien abbrechen. Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben.“ (8)

Merz’ Schweigen im Oval Office, gefolgt von seiner späteren Aussage, Spanien sei das einzige Land, das die NATO-Ausgaben nicht akzeptiere, löste in Spanien Empörung aus und wirft Zweifel an der Loyalität Deutschlands gegenüber der EU auf. Trump ergänzte, Spanien biete den USA außer „hervorragenden Menschen“ wenig von strategischem Nutzen, kritisierte zugleich die Führung des Landes und stellte in Aussicht, dass US-Streitkräfte bei Bedarf die Basen auch ohne formelle Zustimmung nutzen könnten.

„Jetzt hat Spanien sogar gesagt, dass wir ihre Basen nicht nutzen dürfen. Das ist egal. Wir können ihre Basen nutzen, wenn wir wollen. Spanien hat nichts, was wir brauchen, außer großartigen Menschen. Sie haben großartige Menschen, aber keine gute Führung.“ (8)

Die Haltung Washingtons signalisiert einen Anspruch auf globale Führungsrolle, der die Souveränität europäischer Staaten nur eingeschränkt berücksichtigt und Allianzen eher als einseitige Bindung versteht. Friedrich Merz’ Position unterscheidet sich deutlich von der seiner Vorgängerinnen und Vorgänger, Angela Merkel und Olaf Scholz, die eine stärker pro-europäische Linie verfolgten. Dies deutet darauf hin, dass Deutschland unter Merz eine engere Ausrichtung an den USA wählt, statt die Interessen der EU-Partner zu priorisieren.

Spanische Gegenwehr: Sánchez' Appell an Vernunft und Geschichte

Ministerpräsident Pedro Sánchez wandte sich mit einer klaren Ansprache direkt an die spanische Bevölkerung, um die Position seiner Regierung in der aktuellen Krise im Nahen Osten darzulegen. (10) Er betonte die konsequente Ablehnung jeglicher Gewaltakte und verwies auf die historischen Lektionen des Irak-Kriegs, der nachweislich zu einer Zunahme islamistischer Extremisten, einer Migrationskrise im östlichen Mittelmeerraum und steigenden Energiepreisen geführt hatte, ohne die versprochenen positiven Effekte wie Stabilität oder Demokratie zu erzeugen. Sánchez kritisierte das iranische Regime für die Unterdrückung seiner Bürger, insbesondere von Frauen, unterstrich jedoch die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung und forderte einen sofortigen Stopp der Feindseligkeiten, bevor die Krise zu einer globalen Eskalation führe.

Er betonte, dass Spanien sich nicht an Maßnahmen beteiligen werde, die den eigenen Werten und Interessen widersprächen, nur aus Angst vor internationalen Repressalien. Zugleich warnte er vor unvorhersehbaren Konsequenzen, die Millionen von Menschen betreffen könnten, und positionierte Spanien damit als einen moralischen Akteur in Europa, während andere Staaten sich stärker den Druckmitteln der USA beugen. Sánchez kündigte konkrete Maßnahmen an: Evakuierungsoperationen für spanische Bürger aus der Krisenregion sowie einen sozialen Schutzschild zur Abmilderung wirtschaftlicher Folgen, gestützt auf die Erfahrung Spaniens bei der Pandemie, der Energiekrise und der Zollkrise. In seiner Rede fasste Sánchez die Grundhaltung der Regierung prägnant zusammen:

„Nein zum Bruch des Völkerrechts, das uns alle schützt! Nein zu der Annahme, dass die Welt ihre Probleme nur durch Konflikte und Bomben lösen kann! Nein zum Krieg!“ (10)

Die Regierung in Madrid bereitet sich zugleich auf mögliche wirtschaftliche und politische Sanktionen vor, verweist aber auf die Stabilität der spanischen Wirtschaft und die Schutzwirkung der EU-Mitgliedschaft. Die innenpolitische Dimension dieser Position ist nicht zu vernachlässigen: Spanien verfügt über eine breite gesellschaftliche Skepsis gegenüber militärischen Abenteuern, geprägt durch historische Erfahrungen wie den Bürgerkrieg (11), den Putschversuch und den Terroranschlag am Atocha-Bahnhof 2004, bei dem 193 Menschen starben. (12) Das sind Ereignisse, die vielfach mit der Kritik an der Irak-Beteiligung Spaniens verbunden werden. Sánchez appelliert an die Historie und warnt vor Fehlkalkulationen, die zu globalen Katastrophen führen.

„Ich habe dies oft gesagt und wiederhole es jetzt: Auf ein Unrecht darf kein weiteres Unrecht folgen, denn so beginnen die großen Katastrophen der Menschheit. Erinnern wir uns daran. Sehr oft entstehen große Kriege durch eine Verkettung von Reaktionen, die außer Kontrolle geraten, durch Rechenfehler, technische Pannen oder unvorhergesehene Ereignisse. Daher müssen wir aus der Geschichte lernen und dürfen nicht mit dem Schicksal von Millionen von Menschen Russisch Roulette spielen.“ (10)

Er schloss seine Ansprache damit, dass Spanien fest zu den Gründungsprinzipien der Europäischen Union, zur Charta der Vereinten Nationen und zum Völkerrecht steht und sich für Frieden sowie die friedliche Koexistenz der Staaten einsetzt.

Innenpolitische Fronten

In Spanien selbst entzündet der Konflikt um den Iran eine hitzige innenpolitische Debatte, in deren Zentrum die Opposition unter Alberto Núñez Feijóo den amtierenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez massiv kritisiert (13). Feijóo wirft Sánchez vor, nationale Sicherheitsinteressen zugunsten politischer Opportunitäten zu vernachlässigen und Wahlinteressen über die Stabilität des Landes zu stellen. Nach Ansicht des PP-Führers offenbart die aktuelle Außenpolitik eine „anhaltende Verantwortungslosigkeit“, die Spanien international isoliert, seine Rolle in Europa schwächt und das Land „weniger sicher, weniger stabil und weniger präsent in globalen Entscheidungen“ macht. Er plädiert entschieden dafür, die strategische Beziehung zu den Vereinigten Staaten als „Schlüsselpartner für Sicherheit und Wirtschaft“ zu bewahren, da ein Bruch diese existenziellen Interessen gefährde. Gleichzeitig erinnert Feijóo an die Menschenrechtsverletzungen des iranischen Regimes und verknüpft diese mit einer allgemeinen Maxime internationaler Politik. Zudem wirft er Sánchez vor, seine außenpolitischen Entscheidungen vorrangig an innenpolitischen Erwägungen auszurichten:

„Die Position von Pedro Sánchez gehorcht nicht den allgemeinen Interessen Spaniens, sondern seinen politischen Bedürfnissen. Je weniger Tyrannen es in der Welt gibt, desto besser.“ (13)

Dabei vermengt er Aspekte des Völkerrechts mit moralischen Forderungen nach globaler Gerechtigkeit, um die Position Spaniens als glaubwürdigen und verantwortungsbewussten Akteur zu betonen. Auf diese provokante Kritik reagierte Außenminister José Manuel Albares scharf und forderte Feijóo auf, nicht erneut als „Partei des Krieges“ aufzutreten, ein Seitenhieb auf die frühere Kriegspolitik der PP. Die Auseinandersetzung zeigt, wie stark die Partei weiterhin als Erbin jener Politik gilt, die Spanien in eine Phase internationaler Spannungen und Unsicherheit führte. Im Gegensatz dazu verfolgt Sánchez’ Regierung eine außenpolitische Linie, die historisch geprägt ist von Kriegsablehnung und dem Bekenntnis zu Frieden.

Wirtschaftliche Drohungen und EU-Solidarität: Eine fragile Balance

Trumps Androhung eines Handelsembargos gegen Spanien stößt auf Skepsis, da sie schwer umsetzbar ist und die gesamte EU betreffen würde, was Preise in den USA weiter anheizen könnte. Spanien exportiert nur gut vier Prozent seiner Waren in die USA, darunter Olivenöl, Wein, Autoteile, Stahl und Chemikalien, und weist ein Handelsdefizit auf, sodass die USA mehr verlieren würden (14).

Experten wie Omar Rachedi von der ESADE-Universität warnen, dass ein Embargo ein Verbot darstelle, das Unternehmen von Geschäften mit Spanien abhielte (15), doch die EU-Handelspolitik schützt Madrid vor isolierten Maßnahmen. Die Europäische Kommission hat Spanien volle Solidarität zugesichert und betont, dass sie bereit sei, Interessen zu wahren, etwa durch Instrumente gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen, die US-Unternehmen von Aufträgen ausschließen oder Digitalkonzerne belasten könnten (16). Spanien ist zudem auf US-Erdgas angewiesen, das ein Drittel des Bedarfs deckt, und abhängig von US-Militärtechnologie, doch die Regierung zeigt Gelassenheit und bereitet Unterstützung für betroffene Branchen vor. Die spanische Regierung reagierte diplomatisch, aber bestimmt auf die Drohungen. (17)

Außenminister José Manuel Albares drückte auch seine Überraschung über Merz' Haltung aus und erinnerte an Spaniens Solidarität mit Dänemark bei Zolldrohungen wegen Grönlands, erwartend ähnliche Unterstützung in der EU.

„Ich habe unsere Überraschung zu diesen Worten vermittelt. Wenn man mit einem Land eine Währung teilt, erwartet man eine gemeinsame Handelspolitik, einen gemeinsamen Markt, die gleiche Solidarität.“

Er kontrastierte Merz mit Merkel und Scholz, die einen anderen europäischen Geist verkörpert hätten, und forderte Respekt für Spaniens souveräne Entscheidungen. Die Bundesregierung betonte später die Einheit der EU in Handelsfragen und dass Merz Trump klargemacht habe, Europa handle gemeinsam. Diese Episode zeigt, wie Spanien sich gegen US-Druck wehrt, indem es auf Diplomatie und Völkerrecht setzt, und innenpolitisch profitiert, da Sánchez' Haltung Beifall findet.

Europas Zerreißprobe: Spanien als Katalysator für Widerstand

Der Konflikt legt die Schwäche der EU offen: Merz’ Passivität und Trumps spalterisches Vorgehen untergraben die europäische Einheit, während Spaniens entschlossener Widerstand zu echter Solidarität inspiriert. Die Kommission warnt Trump vor Vertragsverletzungen, während Sánchez auf eine geschlossene EU-Position pocht, ohne sich den US-Diktaten zu beugen. Diese Dynamik entlarvt politische Herrschaft als Illusion: Supermächte erpressen Verbündete, Mainstream-Narrative verharmlosen Kriege. Spanien zeigt jedoch, dass Souveränität und Frieden Priorität haben können, ohne dass das Land sich isoliert.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/chamenei-iran-102.html

(2) https://www.fr.de/politik/verluste-im-iran-krieg-uebersicht-ueber-zahlen-und-personen-zr-94193384.html

(3) https://elpais.com/espana/2026-03-04/pedro-sanchez-comparece-despues-de-la-amenaza-de-trump-de-cortar-relaciones-comerciales-con-espana.html

(4) https://euroweeklynews.com/2026/03/02/spain-speaks-out-about-us-israeli-attack-on-iran-says-it-violates-international-law/

(5) https://www.politico.eu/article/spain-nato-summit-5-percent-defense-spending-target-perdo-sanchez-military-donald-trump/

(6) https://www.spiegel.de/politik/ein-feind-nach-mass-a-92404cc0-0002-0001-0000-000013518440

(7) https://www.hnn.us/article/why-did-spain-become-a-part-of-the-coalition-of-th

(8) https://www.youtube.com/watch?v=ocFJL5jRLXM

(9) https://www.euronews.com/2026/01/20/trump-says-uks-chagos-islands-deal-with-mauritius-is-an-act-of-great-stupidity?

(10) https://www.youtube.com/watch?v=w7g8_0Lw54s

(11) https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/231078/vor-80-jahren-beginn-des-spanischen-buergerkriegs/

(12) https://www.srf.ch/news/international/20-jahre-nach-dem-attentat-terror-in-madrid-die-erinnerung-an-schock-und-solidaritaet

(13) https://www.rtve.es/noticias/20260304/feijoo-pide-a-ue-eeuu-no-confundan-gobierno-precario-tiene-espana-con-conjunto-ciudadanos/16964194.shtml

(14) https://www.elindependiente.com/economia/2026/03/04/espana-exportaciones-amenaza-veto-comercial-trump/

(15) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-trump-iran-krieg-100.html

 (16) https://www.euronews.com/my-europe/2026/03/04/eu-commission-backs-spain-after-trumps-trade-threats

(17) https://www.europeaninterest.eu/spains-sanchez-firmly-against-the-conflict-in-iran-despite-trade-threats-from-trump/

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Berlin, Deutschland, 2018-06-26: Pedro Sánchez im deutschen Kanzleramt
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Die Anatomie eines geplanten Krieges: Wie Washington und Tel Aviv den Iran ins Visier nahmen

03. März 2026 um 07:35

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Ein Angriffskrieg ohne Legitimation, orchestriert von einer Allianz aus geopolitischen Interessen und ideologischer Verblendung, droht den Nahen Osten in einen Flächenbrand zu verwandeln. Die Eskalation …

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