![]()
In einer Rede vor Referendaren läßt die Hamburger Bildungsstaatsrätin aufhorchen. Sie warnt vor der politischen Entwicklung in Deutschland – und richtet einen flammenden Appell an die angehenden Lehrer.
Dieser Beitrag Hamburg Schulbehörde fordert Lehrer auf, „nicht neutral“ zu sein wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.
Die moderne Pädagogik setzt auf maximale Anpassung: Statt das zu fördern, was uns Menschen ausmacht, wird es uns aberzogen, damit wir uns form- und steuerbar in das von oben gewünschte Kollektiv einfügen. Dieses Kollektiv hat mit Gemeinschaft jedoch nichts zu tun – und nichts an dieser Entwicklung ist fortschrittlich.
Der folgende Gastbeitrag erschien zuerst bei Haintz.Media:
Jede Epoche kennt Wandel. Doch nicht jeder Wandel ist Entwicklung. Entwicklung setzt Sinn voraus, Orientierung, ein Bild vom Menschen. Der gegenwärtige Umbau unserer Gesellschaft erscheint vielen jedoch weniger als bewusster Fortschritt, sondern als eine Abfolge von Anpassungsforderungen, deren Ziel sich dem öffentlichen Diskurs entzieht.
Technologie, Digitalisierung und Automatisierung werden als alternativlose Antworten präsentiert. Sie erscheinen nicht mehr als Werkzeuge des Menschen, sondern als normative Kraft, der sich der Mensch zu unterwerfen habe. Dabei wird selten gefragt, wem diese Transformation dient und welches Menschenbild ihr zugrunde liegt. Besonders deutlich zeigt sich dies im Bildungswesen. Die zunehmende Implementierung von Robotik und digitaler Steuerung in Schulen wird mit Unterstützung, Effizienz und Zukunftsfähigkeit begründet.
Auch wenn der Datenschutz beteuert wird – den es in der digitalen Welt de facto nicht geben kann – besteht im Hintergrund stets die Gefahr einer Überwachung im Sinne von 1984: Verhalten, Konformität und Gesinnung können dabei je nach Bedarf zur Falle werden. Schülern, die aus gesundheitlichen oder therapeutischen Gründen zeitweise nicht am Unterricht teilnehmen können, soll durch den Einsatz eines Avatar-Roboters der Zugang zum Unterricht von zu Hause aus ermöglicht werden.
Doch hinter diesen Begründungen wirkt eine andere Logik: Nicht ein bedürftiges Kind steht im Zentrum, nicht Beziehung, Reifung, pädagogische Therapie oder Erkenntnis – sondern Anpassung, Standardisierung und Formbarkeit des Kollektives. Bildung wird weniger als gemeinschaftlicher Prozess verstanden, sondern als technische Optimierung und Notwendigkeit des Menschen. Wie bereits während der Corona-Jahre vollzieht sich auch hier ein bekanntes Muster: Wer Fragen stellt, wird moralisch adressiert. Kritik wird nicht argumentativ beantwortet, sondern emotional delegitimiert. Es entsteht Spaltung innerhalb der Schulgemeinschaft – zwischen „fortschrittlich“ und „rückständig“, „solidarisch“ und „unsolidarisch“. Persönliche Angriffe ersetzen den Diskurs. Angst und Schuldgefühle werden zu Steuerungsinstrumenten.
Philosophisch betrachtet handelt es sich um eine Verschiebung vom logos zum pathos: vom vernünftigen Austausch hin zur emotionalen Lenkung. Wo Angst regiert, wird Logik und friedlicher Diskurs als Gefahr empfunden. Wo Zugehörigkeit an Konformität gebunden ist, wird Denken zur Abweichung. Der Einzelne lernt, Unlogik zu akzeptieren, um massenformativ nicht ausgeschlossen zu werden.
So entsteht eine paradoxe Situation: Die „Normalität“ wird pathologisiert, Zweifel gelten als Krankheit, Anpassung als Tugend. Der Mensch soll flexibel sein, aber nicht frei. Vernetzt, aber nicht selbstbestimmt und frei. Informiert, aber kaum mehr urteilsfähig. Diese Dynamik zerstört das Gemeinwesen nicht durch offene Gewalt, sondern durch schleichende Entfremdung. Gemeinschaft wird ersetzt durch Verwaltung, Bildung durch Programmierung, Verantwortung durch Vorgaben.
Der Mensch wird Objekt eines Systems, das vorgibt, ihn zu schützen, während es minimiert, was ihn ausmacht: Urteilskraft, Würde, Autonomie. Der eigentliche Verlust unserer Zeit ist daher nicht technologischer Natur, sondern ein anthropologischer. Die Frage ist nicht, wie digital oder effizient wir werden – sondern ob wir den Mut behalten, Mensch zu bleiben in einer Ordnung, die Anpassung oder Konformität höher bewertet als Wahrheit und Menschlichkeit.
![]()
Seit 2014 hat es im Januar nicht mehr so viele Arbeitslose gegeben. Trotz saisonaler Einflüsse schwächelt die Grunddynamik des Arbeitsmarktes enorm. Die Unterbeschäftigung ist auch ein wachsendes Problem im Ausbildungssektor.
Dieser Beitrag Bundesagentur für Arbeit Zahl der Arbeitslosen steigt auf Zwölfjahreshoch wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.
Ganztagsschulen werden als Allheilmittel gegen die Bildungsmisere gepriesen. Demnächst gibt es sogar einen Rechtsanspruch darauf. In der tristen Wirklichkeit strotzt das Modell mit Quantität und geizt mit Qualität. Angesichts von Spardiktaten und eines historischen Lehrermangels geht der Trend Richtung Verwahranstalt. Das Kindeswohl stand ohnehin nie hoch im Kurs. Viel wichtiger ist, dass endlich alle Eltern arbeiten können – oder müssen. Von Ralf Wurzbacher.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Alle preisen sie, alle wollen sie, alle brauchen sie: die Ganztagsschule. Ob Eltern, Pädagogen, Politiker, Ökonomen, Gewerkschafter oder Unternehmer – wenn über eine Sache in der Gesellschaft Einigkeit herrscht, dann darüber, dass Kinder den lieben langen Tag in einer Lehranstalt verbringen sollten. Hier, so heißt es, lernt der Nachwuchs schneller und besser, erhält optimale Förderung, dazu gibt es Gemeinschaft, Struktur und geregelte Ernährung. Also vieles dessen, was vor gar nicht so langer Zeit ein gutes und lebendiges Elternhaus ausgemacht hat.
Doch selbst unter Konservativen, namentlich bei CDU und CSU, schaut man nicht wehmütig zurück. Nahezu über alle Parteigrenzen hinweg gilt es heutzutage als „Fortschritt“, dass die Sprösslinge die längste Zeit des Tages von Mama und Papa getrennt verbringen. Grundsätzliche Einwände vernimmt man lediglich auf Seiten der AfD. Das Modell diene „in erster Hinsicht der Förderung der Erwerbstätigkeit beider Elternteile, besonders von Frauen“, was einer kindgerechten Erziehung zuwiderlaufe. Das werden viele nicht gerne hören. Grundfalsch ist die Einschätzung aber gewiss nicht.
Gleichstellung mit Haken
Man sollte sich nichts vormachen: Bei der „Erfindung“ des Ganztags stand das Kindeswohl nicht an erster Stelle. Ausgangspunkt war vielmehr das verstärkte Streben der Ernährer in die Erwerbsarbeit, das, was so schön in die Formel „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gefasst ist. Dabei ist dieses Interesse selbst zu einem gewichtigen Teil aus ökonomischen Zwängen erwachsen. Jahrzehntelang war es selbstverständlich, dass pro Familie ein Alleinverdiener genügte, in aller Regel der Mann. Heute braucht es vielfach auch eine berufstätige Mutter, um einen Haushalt zu finanzieren. Diese Bestandsaufnahme stellt die Errungenschaften der Emanzipation nicht in Abrede. Gleichwohl ist zu fragen, wer davon noch und vor allem profitiert. Kurz gesagt: Die heute gängige Berufstätigkeit der Frau ist auch und vor allem Ergebnis des neoliberalen Umbaus der Gesellschaft in Gestalt forcierter Lohndrückerei zwecks Umverteilung von unten nach oben. Die Gleichstellung der Geschlechter ist dabei allenfalls eine schöne Randerscheinung.
Aus dem Wunsch oder der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, entstand erst das Arrangement, die Kinder andernorts versorgen zu lassen. Der PISA-Schock Anfang der 2000er-Jahre lieferte schließlich so etwas wie den ideellen Überbau zur erweiterten Selbstverwertung. Die Rechnung ging so: Wenn Deutschlands Schulen in überkommener Form derart miese Leistungen bringen, müsse der Unterricht dringend besser, sprich „länger“ werden, eben nach dem Vorbild der skandinavischen Staaten, wo Ganztagsschulen Tradition haben und folgerichtig die PISA-Sieger heimisch sind. So passte eines zum anderen und ließ sich Mamas Lust auf Karriere trefflich mit der Erzählung von einer überfälligen Bildungsrevolution kombinieren. Jedenfalls mündete der Hype zu einer Art Glaubensbekenntnis: Mit dem Ganztag wird alles gut, selbst das Gewissen der Erzeuger, denen die Zeit zum Erziehen abgeht.
„Parkplatz“
In einer idealen Welt, also unter Bedingungen finanziell und vor allem personell optimal aufgestellter Schulen, mag da sogar etwas dran sein. Allerdings ist Deutschland vom Ideal weit entfernt und entfernt sich immer weiter. Zwar schießen Ganztagsschulen seit Jahren förmlich aus dem Boden. Die Statistik der Kultusministerkonferenz (KMK) zählte im Schuljahr 2022/23 bundesweit über 19.000 Einrichtungen im Primarbereich und in der Sekundarstufe I, was rund 72 Prozent entsprach. Allerdings bilden Schulen mit „voll gebundener“ und „teilweise gebundener“ Form eine deutliche Minderheit. Hierbei nehmen entweder „alle“ Schüler oder „ein Teil“ der Schülerschaft an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an ganztägigen Angeboten teil.
Nach Meinung von Experten wie denen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) gilt nur der „voll gebundene“ Ganztag als pädagogisch hochwertig, weil er sämtliche Schüler verpflichtend als Klassengemeinschaft und auf Basis eines rhythmisierten Konzepts am Nachmittag einbindet. Vor allem schaffe dies bessere Rahmenbedingungen, um jedes Kind einzeln zu fördern. Das Modell ist indes die große Ausnahme. Nach den KMK-Zahlen waren vor drei Jahren lediglich 3,8 Prozent aller Grundschulen mit Ganztagszweig als „voll gebunden“ konzipiert. Bei den Hauptschulen waren es 13,6 Prozent, bei den Realschulen unter 16 Prozent und den Gymnasien knapp über 18 Prozent.
In der Praxis dominiert dagegen der „offene“ Ganztag. Hier können die Schüler auf freiwilliger Basis an Nachmittagsangeboten teilnehmen, wobei sich diese oft in einem Mittagessen und einer Hausaufgabenbetreuung erschöpfen. Faktisch sind viele Ganztagsschulen gewöhnliche Schulen geblieben, ergänzt um einen „Parkplatz“ für Kinder, bei denen zu Hause elterliche Aufsicht und Betreuung zu kurz kommen.
Augenwischerei
Demnächst gibt es dafür sogar einen Rechtsanspruch. Losgehen soll es damit ab 1. August 2026 für alle neuen Erstklässler. Planmäßig bis zum Schuljahr 2029/30 soll dann der ganze Primarbereich auf Früh-bis-spät-Betreuung umgestellt sein. Nach Verlautbarungen der politisch Verantwortlichen werde damit ein großer Schritt in Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit getan. Von einem „echten Meilenstein“ schwärmt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). „Im Ganztag liegt eine große Chance, um Kinder unabhängig vom Hintergrund ihrer Eltern zum Bildungserfolg zu führen.“ Gesagt hatte sie dies anlässlich der Vorlage des dritten Berichts zum „Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote“ Anfang Dezember. Der zeichnet ein durchweg positives Bild. Die Entwicklung schreite „dynamisch voran“, und bei Beibehaltung des Tempos könne der Bedarf „perspektivisch gedeckt werden“.
Mit der Realität hat das wenig tun. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat im Rahmen einer Forsa-Erhebung bei bundesweit über 1.300 Schulleitungen nachgefragt, wie die Dinge vor Ort vorangehen. Ergebnis: Es hakt an so ziemlich allem. Der Rechtsanspruch könne „zum momentanen Zeitpunkt nicht überall eingelöst werden“, äußerte am Freitag der Bundesvorsitzende Tomi Neckov in einer Medienmitteilung. Es drohten „herbe Probleme mit der Qualität des Angebots“, und man sehe „eine Gefahr für die Bildungsgerechtigkeit und logistische Herausforderungen“.
Quantität vor Qualität
Die Umfrage wurde im September und Oktober 2025 durchgeführt. Ein Viertel der Befragten gab an, dass nicht für alle Kinder, die vor der Einschulung stehen, die Ganztagsbetreuung gewährleistet werden kann. Unter ihnen verwiesen 74 Prozent auf den Mangel an Räumlichkeiten, 67 Prozent auf Lücken beim Fachpersonal, 15 Prozent auf Probleme mit dem Mittagessen. Die Hälfte beklagte fehlende finanzielle Mittel. Neckov hält es deshalb für dringlich, in die „Qualitätsdiskussion“ einzusteigen. Der Rechtsanspruch suggeriere pädagogische Angebote, „aber am Ende wird nur die Verwahrung von Kindern zugesichert“ und die Gelegenheit für mehr Bildungschancen vertan.
Das ganze Projekt ist eines der Sorte „Augen zu und durch“, bei dem das Interesse der Wirtschaft an allzeit frei disponiblen Arbeitskräften über allem steht und „mehr Bildungsgerechtigkeit“ nur rhetorisches Beiwerk ist. Hierzulande kann ein Viertel aller Schüler nach Ende der vierten Klasse nicht richtig lesen. Jedes Jahr bleiben 50.000 junge Menschen ohne Schulabschluss. In keinem anderen der führenden Industriestaaten hängt Bildungserfolg so sehr von der sozialen Herkunft ab wie in der „Bildungsrepublik“. Und selbst bei der internationalen Schulleistungsstudie PISA schnitt Deutschland nach einem Zwischenhoch zuletzt noch miserabler ab als bei der ersten Auflage vor 26 Jahren. Wie kann all das sein, wo doch mit dem Vormarsch der Ganztagsschulen so viel Gutes verhießen wurde?
Grassierender Personalmangel
Der große Haken ist der: Unter den Vorzeichen eines kaputtgekürzten Bildungssystems kann selbst die bestgemeinte Reform nicht funktionieren. Deutschland erlebt seit Jahren einen historischen Lehrmangel, dem mehr schlecht als recht mit massenhaft Quer- und Seiteneinsteigern, also Amateuren, begegnet wird. Dabei ist sich die Wissenschaft seit Vorlage der Meta-Metaanalyse „Visible Learning“ des neuseeländischen Pädagogen John Hattie weitgehend einig, dass eine professionelle Lehrkraft der entscheidende Faktor für den allgemeinen Lernerfolg ist, insbesondere durch „sichtbares Lehren und Lernen“.
In Deutschland verschwinden die Profis hingegen zusehends von der Bildfläche, sprich aus dem Klassenzimmer. Nach Berechnungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) werden bis 2030 bundesweit zirka 60.000 Lehrkräfte fehlen. Unter Mitberücksichtigung des Bedarfs an zusätzlicher Grundschulbetreuung, Inklusion und Personal an Schulen in schwierigen Lagen summiere sich der Mangel auf bis zu 140.000 Personen. Schon länger gelingt es nicht einmal mehr, nur das Unterrichtspensum am Vormittag zu decken. Wie will man bei der Personallage den Nachmittag anders als mit Notnägeln stemmen? Laut besagter VBE-Erhebung sehen 53 Prozent der befragten Schulleiter die pädagogische Mindestqualifikation für angehende Mitarbeiter in der Ganztagsbetreuung nicht erfüllt. Der Verband verlangt deshalb eine extra dafür qualifizierende Fortbildung. Ein polizeiliches Führungszeugnis allein sage „noch nichts über die pädagogische Eignung aus“, so Neckov.
Schlecht, Herr Specht!
Folgenschwer und typisch für den deutschen Bildungsföderalismus ist die politische Planlosigkeit. Richtig in Fahrt war der Ganztagsschulausbau 2003 mit einem Bundesprogramm über vier Milliarden Euro durch die Regierung Gerhard Schröder (SPD) gekommen. Worauf sich Bund und Länder damals nicht verständigten, war ein einheitliches pädagogisches Konzept. Die Folge: Jedes Land macht sein eigenes Ding, und wo es – wie fast überall – an Geld mangelt, wird an Personal und Inhalten gespart. Den kleinsten gemeinsamen Nenner bildet ein Beschluss der KMK: Eine Ganztagsschule muss demnach an mindestens drei Tagen pro Woche sieben Stunden Unterricht anbieten. Ob dabei nur eine Klasse pro Jahrgang ein Nachmittagsprogramm hat und der Rest leer ausgeht, ist so egal wie die Frage, ob die Teilnahme freiwillig oder verpflichtend ist und ob ein echter Pädagoge oder nur eine Hilfskraft die Kurse leitet.
Bei einem solchen Maximum an Unverbindlichkeit musste fast zwingend ein Minimum an Qualität herausspringen. Wobei gerade von den beschworenen individuellen Förderkonzepten, insbesondere für lernschwache und sozial benachteiligte Kinder, oft jede Spur fehlt. Eine „reine Betreuungsbilligvariante“ konstatiert Nicole Gohlke, Sprecherin für Bildung und Wissenschaft der Bundestagsfraktion Die Linke. Wegen der Bildungshoheit der Bundesländer gebe es keine einheitlichen Standards für Personalschlüssel, Qualifizierung oder pädagogische Inhalte, befand sie am Freitag in einer Medienmitteilung. „Solange Bund, Länder und Kommunen nicht dauerhaft zusammenarbeiten dürfen, werden all diese Probleme nicht gelöst.“
Wer erinnert sich noch an Robert Atzorns Rolle als „Unser Lehrer Dr. Specht“ und Lieblingspauker der Deutschen Mitte der 1990er-Jahre! Damals war die Schulwelt noch halbwegs in Ordnung und echte Pädagogen keine Mangelerscheinung. Zeiten ändern sich, selten zum Besseren. Heute gibt‘s die Penne mithin bis 17 Uhr. Viel Zeit, um sie buchstäblich beim Wort zu nehmen. Demnächst sogar mit Rechtsanspruch. Herr Schlecht macht das Rollo runter.
Titelbild: Elena Medoks/shutterstock.com![]()
Dieser zweite Teil der Serie befasst sich mit den von Präsident Hugo Chávez geprägten Jahren und den Spannungsfeldern zwischen sozialen Errungenschaften, Demokratisierung und der Personalisierung von Macht. Von Detlef Koch.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Den ersten Teil der Serie finden Sie unter diesem Link.
Einordnung: Ausgangslage 1999 – 2003
Wer die strukturellen Voraussetzungen dieser Entwicklung genauer nachvollziehen möchte, findet sie im ersten Teil der Serie. Dort wird die politische Ordnung Venezuelas vor 1999 rekonstruiert – das Puntofijo-Abkommen, seine sozialen Ausschlüsse und seine wachsende Legitimationskrise. Für das vertiefte Verständnis der Chávez-Jahre empfiehlt es sich daher, auch diesen ersten Teil zu lesen.
Als Hugo Chávez 1999 das Präsidentenamt übernahm, traf sein Projekt auf eine Gesellschaft in Legitimationskrise. Das Puntofijo-Parteiensystem war diskreditiert; staatliche Institutionen galten vielen als korrupt, sozial selektiv und reformunfähig. Die sozialen Folgen der Anpassungspolitik der 1990er-Jahre – Reallohnverluste, Ausweitung prekärer informeller Beschäftigungsverhältnisse, Einbruch öffentlicher Dienste – hatten breite Schichten politisch entfremdet. Der Anspruch der neuen Regierung lautete deshalb nicht primär „Regierungswechsel“, sondern eine politische Neugründung: Staat und Demokratie sollten in Richtung Teilhabe, sozialer Rechte und Souveränität umgebaut werden.
Die frühen Chávez-Jahre waren entsprechend weniger durch einen stabilen sozialökonomischen Masterplan geprägt als durch institutionelle Neuordnung, zunehmende politische Polarisierung zwischen Regierung und alten Eliten sowie Teilen der Mittelschichten und die Suche nach staatlicher Durchsetzungsfähigkeit gegenüber etablierten wirtschaftlichen Machtgruppen, oppositionellen Staatsapparaten und politisch einflussreichen Medienakteuren. Nach dem gescheiterten Putschversuch im April 2002 durch Teile des Militärs, führende Wirtschaftsverbände und oppositionelle Medien, in dessen Verlauf zentrale Verfassungsorgane suspendiert und durch ein außerrechtliches Übergangsregime ersetzt wurden, sowie dem Ölstreik 2002/03, der durch die Führung der staatlichen Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela, S.A. (PDVSA) eine massive wirtschaftliche Blockade auslöste, verschärfte sich der institutionelle Konflikt grundlegend. Beide Ereignisse markierten eine offene Konfrontation um die Frage, wer über staatliche Schlüsselressourcen, Entscheidungsgewalt und demokratische Legitimation verfügt. Die Regierung reagierte darauf mit einer stärkeren Rezentralisierung exekutiver Kompetenzen, einer politischen Neuordnung strategischer Institutionen und einer systematischen Absicherung ihrer Handlungsfähigkeit gegenüber außerinstitutionellen Machtansprüchen.
Soziale Transformation: Reichweite und Grenzen
Ab 2003/04 etablierte die Chávez-Regierung ein Bündel paralleler Sozialprogramme, die Misiones[1]. Sie zielten auf Alphabetisierung und Bildung, medizinische Grundversorgung, Ernährungs- und Preisstützung sowie Armuts- und Rentenpolitik. Für die 2000er-Jahre dokumentiert das Center for Economic and Policy Research (CEPR) deutliche Verbesserungen zahlreicher sozialer Indikatoren: Rückgang von Armut und extremer Armut, sinkende Ungleichheit, Ausbau von Gesundheitsleistungen und Bildungszugängen. In der Hochphase entstand ein sozialpolitischer Inklusionsschub, der besonders in vormals marginalisierten Stadtvierteln sichtbar wurde.
Zentral ist die Unterscheidung zwischen kurzfristiger sozialer Inklusion bislang ausgeschlossener Bevölkerungsgruppen in Versorgung, Bildung und politische Sichtbarkeit einerseits und langfristiger Institutionalisierung sozialer Rechte, Verwaltungsroutinen und staatlicher Leistungsfähigkeit andererseits. Die Misiones waren in der Anfangsphase besonders wirksam, weil sie Niedrigschwelligkeit und Präsenz im Territorium herstellten und bestehende Bürokratien umgingen. Politisch war das funktional: schnelle Sichtbarkeit staatlicher Leistungen, Mobilisierung, ein Gefühl von Anerkennung in den barrios[2]. Administrativ war es ebenfalls funktional, weil es Entscheidungs- und Umsetzungswege verkürzte. Der Preis war jedoch eine strukturelle Doppelstaatlichkeit: Parallelprogramme standen häufig neben regulären Ministerien, statt sie zu reformieren und dauerhaft zu ersetzen. Das erhöhte kurzfristig die Reichweite, schwächte aber langfristig Routine, Kontrolle und Verlässlichkeit.
Ein zweiter Mechanismus betrifft die Abhängigkeit von Ölpreiszyklen. Die 2000er-Jahre waren von hohen Öleinnahmen geprägt; das ermöglichte expansive Sozialausgaben. Die analytisch entscheidende Frage lautet daher, ob aus Ressourcenzuflüssen dauerhafte Kapazitäten wurden: Personal, Infrastruktur, Verwaltungsroutinen, transparente Budgetierung, überprüfbare Rechtsansprüche. Die empirische Befundlage weist hier auf ein ambivalentes Bild hin: große Reichweite und sichtbare Verbesserungen auf der einen Seite, institutionelle Schwächen, Qualitätsprobleme und politisierte Implementierung auf der anderen. Soziale Fortschritte waren real, doch die Transformation blieb in Teilen zerbrechlich, weil sie nicht konsequent in universelle, regelgebundene Institutionen überführt wurde.
Unter sozialen Menschenrechtsmaßstäben ist der Ausbau von Zugang zu Gesundheit, Bildung und Grundversorgung grundsätzlich positiv zu bewerten, sofern er nicht diskriminiert. Aber er muss institutionell gesichert werden. Demokratietheoretisch problematisch wird ein Modell immer dann, wenn soziale Rechte dauerhaft in Parallelstrukturen ausgelagert bleiben und dadurch gegenüber parlamentarischer Kontrolle, Rechnungslegung und Rechtsansprüchen nur begrenzt einklagbar sind.
Ambivalent ist zudem die Nachhaltigkeitsfrage: Soziale Inklusion kann politisch mobilisieren, ersetzt aber nicht den Aufbau belastbarer Strukturen, die auch bei sinkenden Ressourcen funktionieren.
Verfassung und politische Ordnung
Die Verfassung von 1999 etablierte eine Staatsarchitektur, die repräsentative und partizipative Elemente kombiniert. Zu den Beteiligungsinstrumenten zählen Referenden, Volksinitiativen und der Recall-Mechanismus[3]. Zugleich reorganisierte die Verfassung die Gewalten und stärkte auch die Exekutive (längere Amtszeit, Wiederwahl, präsidiale Kompetenzen). In der Folge wurden diese Instrumente intensiv genutzt: Venezuela erlebte eine hohe Dichte an Wahlen und Abstimmungen. Das spricht, als nackter Befund, für eine starke plebiszitär-elektorale Dynamik, gewissermaßen eine Regierung von „Unten“.
Im Zentrum der Chávez-Jahre stand ein grundlegender Spannungsbogen: Einerseits sollte Demokratie durch neue Beteiligungsformen vertieft werden, andererseits konzentrierte sich politische Macht zunehmend in der Exekutive. Instrumente wie Referenden oder Volksabstimmungen können dazu beitragen, politische Entscheidungen stärker an den Willen der Bevölkerung zurückzubinden. Sie ermöglichen es, staatliches Handeln direkt zu bestätigen oder zurückzuweisen. Zugleich verändern solche Verfahren aber die Funktionsweise politischer Auseinandersetzung. Wenn zentrale Konflikte immer wieder in Ja-oder-Nein-Abstimmungen über die Regierung oder den Präsidenten ausgetragen werden, rückt die Person der Führung stärker in den Mittelpunkt, während parlamentarische und institutionelle Vermittlung an Bedeutung verlieren.
Dass ein umfassendes Verfassungsreformpaket im Jahr 2007 in einem Referendum scheiterte, zeigt, dass diese Ordnung realen politischen Wettbewerb zuließ. Die zwei Jahre später beschlossene Aufhebung der Amtszeitbegrenzungen verschob das Gleichgewicht jedoch erneut: Politische Stabilität wurde nun weniger über institutionelle Wechsel, sondern stärker über wiederholte plebiszitäre Bestätigung derselben Führung hergestellt. Die Regierung Venezuelas unter Chávez schuf auf der einen Seite schnell wirksame basisdemokratische Verfahren zur Versorgung der armen Bevölkerung, die aber nicht durch fest institutionalisierte Regeln abgesichert waren. Auf der anderen Seite kritisierten ihn die Eliten und die verbliebene kleine Mittelschicht dafür, dass er über Institutionenbesetzung, Gesetzgebungstechniken und Ressourcennutzung fast allein entschied.
Demokratisierung versus Personalisierung von Macht
Chávez war das Zentrum des politischen Systems. Die Regierungspartei (MVR, später PSUV) wurde im Verlauf stärker staatsnah und führungszentriert. Die zivil-militärische Allianz erhielt in der Verfassung von 1999 und in der politischen Praxis neue Bedeutung: Militärs wurden in Entwicklungsprogramme, Verwaltung und öffentliche Unternehmen eingebunden; Plan Bolívar 2000 gilt als frühes Beispiel für den Einsatz des Militärs in sozialpolitischen Aufgaben.
Die Personalisierung ist nicht nur Stil, sondern Organisationsprinzip. Sie bündelt Loyalitäten, beschleunigt Entscheidungen und hält eine heterogene Koalition zusammen. Gleichzeitig schwächt sie institutionelle Autonomie: Parteistrukturen, Ministerialverwaltungen und regionale Ebenen werden abhängig von präsidialer Steuerung, symbolischer Autorität und Ressourcenverteilung. Das begünstigt einerseits Legitimation über Wahlen und Mobilisierung, erschwert aber die Selbstkorrektur durch unabhängige Kontrolle, innerparteiliche Konkurrenz, institutionelle Gegenmacht.
Polarisierung wirkt als Beschleuniger dieser Dynamik. Wo Politik als existenzieller Nullsummenkonflikt gerahmt wird, sinkt die Bereitschaft zu Kompromiss und institutioneller Mäßigung. Die polarisierende Logik „Volk versus Elite“ kann vielleicht Exklusion sichtbar machen und Mobilisierung ermöglichen, sie kann aber auch die Legitimität des Gegners angreifen und den Spielraum pluralistischer Aushandlung verengen. Im venezolanischen Fall wurde diese Logik durch Putsch, Streik und dauerhafte Konfrontation zusätzlich verhärtet. Das Resultat ist ein System, das sich stark über Loyalität, Mobilisierung und plebiszitäre Bestätigung stabilisiert – mit strukturellen Risiken für Institutionen, die unabhängig sein müssten. Das hat letztlich der Demokratie sehr geschadet.
Aus demokratischer Perspektive kann eine starke Exekutive in Phasen des Systemumbaus handlungsfähig sein. Legitimitätsgewinne durch Mobilisierung ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit institutioneller Begrenzung. Wo Personalisierung dauerhaft bleibt, steigen Risiken von Abhängigkeit, informeller Macht und Erosion rechtsstaatlicher Standards. Ein zentrales demokratisches Qualitätskriterium ist nicht nur, ob gewählt wird, sondern ob Machtwechsel realistisch möglich bleibt, ohne dass das System selbst zum Einsatzmittel wird.
Medienpolitik, Opposition und Polarisierung
Die Chávez-Jahre waren zusätzlich von heftigen Medienkonflikten geprägt. Private Medien agierten vielfach als oppositionelle Akteure; zugleich baute der Staat eigene Medien aus und schuf Regulierungsinstrumente. Akademische und NGO-Analysen verweisen auf eine Kombination aus fortbestehender Opposition und wachsender staatlicher Dominanz in der öffentlichen Kommunikation.
Entscheidend ist die Grenzziehung zwischen legitimer Medienregulierung und politischer Kontrolle. Regulierung von Frequenzen, Medienkonzentration oder Jugendschutz ist in Demokratien üblich. Problematisch wird sie, wenn sie selektiv und strategisch eingesetzt wird, um Oppositionelle zu marginalisieren oder Selbstzensur zu erzeugen. Zugleich war der venezolanische Konflikt nicht schlicht „Staat gegen freie Presse“: Teile privater Medien agierten als politischer Akteur, der nicht nur kommentiert, sondern interveniert. Gerade daraus speiste sich die gegenseitige Radikalisierung: Der Staat begründete Eingriffe mit politischer „Verteidigung“, die Opposition deutete sie als autoritäre Kontrolle. Für die Demokratiequalität zählt am Ende der Effekt: eine Öffentlichkeit, in der formale Pluralität existieren kann, aber strukturelle Asymmetrien zunehmen.
Ein Zwischenfazit
Die Chávez-Ära verbindet zwei Bewegungen, die sich gegenseitig verstärken und zugleich widersprechen: soziale Integration durch Umverteilung und Programme der Teilhabe – und eine wachsende Verdichtung exekutiver Macht, personenzentrierter Steuerung und konflikthafter Polarisierung. Viele Indikatoren sprechen für reale soziale Fortschritte in den 2000er-Jahren; zugleich deuten institutionelle Entwicklungen und Qualitätsanalysen auf sinkende demokratische Qualität im Sinne rechtsstaatlicher Begrenzung, fairer Wettbewerbsbedingungen und unabhängiger Kontrolle. Der Kern ist Ambivalenz: soziale Demokratisierung in der Breite bei gleichzeitiger institutioneller Machtverdichtung in der Spitze. Genau in dieser Spannung liegt das politisch prägende Erbe der Chávez-Jahre.
Verwendete Quellen
Primärquellen
Sekundärquellen
Titelbild: zmotions / Shutterstock
[«1] Zu den Misiones der Chávez-Regierung zählen die Alphabetisierungs- und Bildungsprogramme Misión Robinson, Misión Ribas und Misión Sucre, das Ernährungs- und Preisstützungsprogramm Misión Mercal sowie das Primärgesundheitsprogramm Misión Barrio Adentro.
[«2] Barrios – wörtl. Nachbarschaften sind die Armenviertel
[«3] Der Recall-Mechanismus (Abberufungsreferendum) ist ein Instrument direkter Demokratie und ermöglicht es der Wahlbevölkerung, ein gewähltes Amt – einschließlich des Präsidentenamtes – vor Ablauf der regulären Amtszeit durch eine Volksabstimmung abzuberufen, sofern zuvor eine festgelegte Mindestzahl an Unterstützungsunterschriften gesammelt wird. Das Instrument wurde erstmals 2004 auf nationaler Ebene angewandt, als ein Abberufungsreferendum gegen Präsident Chávez stattfand, bei dem dieser im Amt bestätigt wurde.
Bernhard Krötz warnt vor „didaktischer Verblödung“, ideologisch aufgeweichten Lehrplänen und einer Studierendenschaft, die zwar ein Abitur besitzt, aber oft weder lernfähig noch lernwillig ist.
Der Beitrag Studierunfähig mit Abi? erschien zuerst auf .
Lügen sind effizient
Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer.
Effizienz beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen einer Entität. Es geht demnach darum, was etwas bringt und was es kostet. Damit der Sender seine Ziele erreicht, sind bequeme Lügen für den Empfänger gefühlt oftmals angenehmer als die nackte Wahrheit – für seine persönliche Entwicklung sicherlich nicht. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, müsste man Zeit investieren, die viele nicht aufbringen wollen. Wer aber auf der Oberfläche eines Sees planscht, wird niemals auf den Grund des Sees blicken. Folgende Fabel beschreibt das Verhältnis von Wahrheit und Lüge sehr anschaulich.
Die nackte Wahrheit und die Lüge
Es wird erzählt, dass die Wahrheit und die Lüge sich einmal auf einem Weg begegneten. Die Lüge begrüßte die Wahrheit freundlich und sagte: „Welch ein wunderbarer Tag heute!“ Die Wahrheit schaute zum Himmel, denn der Tag war wirklich schön.
Die beiden begannen gemeinsam zu gehen und erreichten bald einen schönen See mit klarem Wasser. Die Lüge meinte: „Das Wasser sieht so einladend aus – lass uns zusammen baden gehen!“ Die Wahrheit war zwar vorsichtig, prüfte das Wasser und stellte fest, dass es tatsächlich angenehm war. Also zogen sie sich aus und stiegen ins Wasser.
Doch plötzlich sprang die Lüge aus dem See, griff nach den Kleidern der Wahrheit, zog sie an und lief davon. Die Wahrheit blieb nackt im Wasser zurück. Zornig sprang die Wahrheit aus dem See und suchte überall nach der Lüge und nach ihren Kleidern. Aber die Menschen, die die nackte Wahrheit sahen, wandten ihren Blick ab – voller Scham und Abscheu, denn sie wollten keine nackte Wahrheit sehen.
Beschämt kehrte die Wahrheit zum See zurück und verschwand für immer, versteckte sich in ihrem See vor den Blicken der Welt. Seit diesem Tag reist die Lüge mit den Kleidern der Wahrheit umher und wird von der Welt als Wahrheit angesehen, weil die Menschen keine nackte, unbequeme Wahrheit sehen wollen.
Die Fabel zeigt, dass Lügen oft besser „verpackt“ und leichter zugänglich sind, während die reine, unverhüllte Wahrheit für viele Menschen schwer zu akzeptieren ist. Die Lüge erscheint in der Kleidung der Wahrheit – und wird daher eher geglaubt, auch wenn sie falsch ist.
Dieses Wissen über die Menschen machen sich ruchlose Menschen zunutze, um sie für ihre oftmals menschenfeindlichen Zwecke zu missbrauchen. Das, was die meisten Menschen für die Realität und teilweise für die Wahrheit halten, ist in Wirklichkeit ein Imperium der Lügen.
Warum und wie ließ sich ein großer Teil der Menschen in der Coronakrise und aktuell in der Ukraine-Krise zu Denk- und Verhaltensweisen verführen, die nicht ihrem Ich, die nicht ihrem humanistischen Gewissen entsprechen? Das autoritäre – fremdgesteuerte – Gewissen entsteht dort, wo moralische Maßstäbe von außen übernommen werden. Es ist die verinnerlichte Stimme einer Autorität – der Eltern, der Gesellschaft, der Religion oder des Staates. Gut ist, was geboten wird; schlecht, was verboten ist. Schuld entsteht nicht primär durch die Verletzung eigener Werte, sondern durch Ungehorsam. Das humanistische Gewissen ist keine äußere Instanz, sondern die innere Stimme des Menschen, insofern er um seine Möglichkeiten, Bedürfnisse und Grenzen weiß. Das humanistische Gewissen fragt nicht wie das autoritäre Gewissen: „Was darf ich?“ oder „Was wird von mir verlangt?“, sondern: „Was entspricht meinem Menschsein?“ Schuld entsteht hier nicht aus Regelbruch, sondern aus Selbstverfehlung – aus dem Zurückbleiben hinter den eigenen Möglichkeiten zu Liebe, Verantwortung und produktivem Leben. Die Mutation des humanistischen Gewissens vieler Menschen zu einem autoritären Gewissen ist einer der Hauptgründe für den massiven Werteverfall unserer Gesellschaft und des damit verbundenen Chaos auf der Welt.
Dieser Beitrag soll aufzuzeigen, welche Mechanismen aktiviert werden, um Menschen Lüge als Wahrheit zu verkaufen, und Wahrheit als Lüge zu diffamieren, wie es in der Corona-Plandemie praktiziert wurde und in den anderen inszenierten Krisen wie Kriegsverlängerung in der Ukraine, menschengemachter Klimawandel und so weiter immer noch wird. Was geht da in einem Individuum und zwischen Individuen ab, wenn sie von machtbesessenen Entscheidern aufs Kreuz gelegt werden? Ziel dieses Artikels ist es, einen Beitrag zur Aufklärung interessierter Menschen über Mechanismen der Manipulation zu leisten, und sie zum Selbstdenken anzuregen. Die Gefahr, Opfer von Manipulationen zu werden, sinkt meines Erachtens dadurch erheblich.
Hannah Arendt hat diesen Vorgang des „Denken Anfangens“ einmal wie folgt beschrieben:
„Niemand, dem du beibringst, zu denken, kann danach wieder so gehorchen wie zuvor. Nicht aus rebellischem Geist heraus, sondern wegen der Angewohnheit, im Zweifel alle Dinge zu prüfen.“
Die aus den Vorgehens- und Verhaltensweisen erkennbare Intention der Politiker weltweit, die sich in Coronazeiten, in der Ukrainekrise und in Fragen des Klimawandels offensichtlich gegen das Wohlergehen der Bevölkerung richtete und richtet, hätte für einen „normal“ denkenden Menschen eigentlich auf der Hand liegen müssen. Da jedoch die gewissen- und hemmungslosen Absichten der Entscheider selbst von intelligenten Menschen nicht durchschaut werden, befinden sich viele Betroffene vermutlich in einer Art Dämmerzustand, der durch entsprechende Manipulation bewusst und geschickt herbeigeführt wurde.
Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?
Verdrehung des Denk- und Bewertungsrahmens
Die Frage ist, wie es den Eliten und ihren politischen, medialen sowie wissenschaftlichen Handlangern immer wieder gelingt, die Meinung in den Köpfen der Menschen in Richtung „Notwendigkeit der Coronaimpfung“, „Kriegstüchtigkeit“, „menschengemachter Klimawandel“ und dergleichen zu drehen. Professor Rainer Mausfeld beschreibt in seinem 2023 erschienenen Buch „Hybris und Nemesis“ dieses Phänomen wie folgt:
„Das natürliche sittliche Empfinden von Menschen zum Schweigen zu bringen, erfordert erhebliche Angriffe auf das menschliche Bewusstsein. Wer jedoch über die nötigen medialen Mittel verfügt, kann dies – zumindest zeitlich begrenzt und vor allem in Situationen, die für die Stabilität herrschender Machtverhältnisse kritisch sind – auf relativ einfachen Wegen bewerkstelligen. Auf der Grundlage einer Verdrehung des gesamten Denk- und Bewertungsrahmens lässt sich nach Belieben Schwarz zu Weiß und Weiß zu Schwarz machen.
Ist erst das gesamte Interpretationssystem verdreht, kann man eine Tat oder einen Sachverhalt leicht als moralisch „gut“ oder aber als „böse“ erscheinen lassen. So lassen sich Menschen daran gewöhnen, dass es zwei Kategorien von Staatsverbrechen geben kann, nämlich solche, die keine sind, sondern moralisch gerechtfertigte Taten, und solche, die auf das Schärfste zu verurteilen sind. Sie lassen sich daran gewöhnen, dass moralisch verwerfliche Taten wie beispielsweise Folter, Drohnenmorde, Bombardierungen ziviler Infrastruktur oder die Verwendung von geächteten Streubomben und Uranmunition, moralisch gerechtfertigt sein können, solange sie nur von den „Richtigen“ begangen werden.“
Phänomen der Massenbildung/Massenpsychose
Während der Corona-Plandemie fragte ich mich immer wieder, wie es möglich ist, dass selbst meine intelligenten Freunde diese Schmierenkomödie nicht durchschauen. Es lagen doch jeder Menge Fakten von seriösen Wissenschaftlern und Ärzten auf der Hand, die schon damals kaum widerlegbar waren, und eindeutig zu sein schienen. Diese Fakten wurden jedoch von den Leitmedien – wenn überhaupt – mit ein zwei Sätzen erwähnt, und die dahinterstehenden Personen diffamiert, diskreditiert und etikettiert. Aber gerade deswegen hätte doch einem halbwegs intelligenten Menschen dämmern müssen, dass dieses ganze Narrativ gewaltig stinkt! Wenn in einer angeblichen Demokratie Meinungspluralismus kein Thema mehr ist, müssten doch alle Alarmglocken läuten, oder? Dann würden doch normal intelligente Menschen in alternativen Medien nach entsprechenden Informationen suchen – dachte ich. Es geht ja immerhin um Leib und Leben – dachte ich. Weit gefehlt! Im Supermarkt kaufen die Menschen keinen genmanipulierten Mais ein, sich selbst und ihre Kinder ließen sie jedoch ohne weitere Nachforschungen – im Vertrauen auf die Politiker, die „Wissenschaftler“ und die „Qualitätsmedien“ – genmanipulieren. Auch heute noch ist für mich diese fremdgesteuerte Verhaltensweise unfassbar!
Viele meiner Freunde – zu einigen habe ich seit Corona leider keinen Kontakt mehr – bestätigten sich gegenseitig in dem Glauben, etwas Lebensbedrohliches entwickle sich. Viele von ihnen saßen gebannt von 20.00 bis 20.15 beim betreuten Denken vor dem Fernseher, um sich von Untergangspredigern wie Drosten, Wieler, Lauterbach, Spahn usw. und natürlich auch von ausländischen Demagogen Angst machen zu lassen. Die Herde hat alles aufgesogen, was ihr die Manipulatoren zum Fraß vorwarfen. Tausende Tote, wo man auch hinschaute!?! Aber die Denkbetreuten hatten Glück, in ihrem Bekanntenkreis hatte es noch keinen erwischt, was auch größtenteils bis heute so bleiben sollte. Na sowas! Dafür kennen sehr viele Menschen mittlerweile Bekannte, die „plötzlich und unerwartet“ kurz nach der Impfung verstarben.
Wirklich aufgewacht von diesen „Fremdgesteuerten“ sind einige leider immer noch nicht. Da wird lieber äußerst fragwürdigen, bei normalem Nachdenken nicht haltbaren Argumenten geglaubt, anstatt das Naheliegende zu erkennen. Die Impf-Narrativunterstützer kamen dann mit Hitzewelle, hoher Bevölkerungsdichte und ähnlichen fadenscheinigen Schwachsinn daher, um die Übersterblichkeit 2021 und 2022 zu begründen. Island beispielsweise hat eine der höchsten Übersterblichkeitsraten und Impfquoten. Soweit ich das im Erdkundeunterricht richtig verstanden habe, herrschen in Island keine tropischen Temperaturen, und die Bevölkerungsdichte liegt bei 3,5 Einwohner pro Quadratkilometer (in Deutschland 233 Einwohner pro Quadratkilometer). 15 Grad Celsius werden in Island selten überschritten. Auch waren die Sommer 2021 und 2022 in Deutschland nicht heißer als zuvor. Aber die Herde schluckt unreflektiert die Aussagen, „Empfehlungen“, „Wahrheiten“, Aufforderungen und Anweisungen ihrer vermeintlichen Retter.
„Millionen Fliegen können ja nicht irren!“ Was viele Menschen tun und/oder billigen gilt für Herdentiere als der Beweis für die Richtigkeit ihres Tuns. Sie folgen einer Schwarmintelligenz. Der Schwarm, die Masse ist in der Regel einfältig und nicht intelligent – wie die Historie zeigt. Die Herde glaubt beispielsweise einfachen Lösungen für komplexe Sachverhalte. „Mit zwei Pieks ist alles vorbei…“ Für manche Menschen war tatsächlich alles vorbei.
Für komplexe Probleme gibt es jedoch keine einfachen Erklärungen. Gustave Le Bon, der sich vor einem guten Jahrhundert intensiv mit dem Thema Massenbildung beschäftigte, fasste dieses Phänomen in folgende Worte:
„Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“
Ein weiteres Beispiel: Sechs Mann in einem kleinen Boot transportieren Unmengen von Sprengstoff, verfügen über ein Spezialtraining und Spezialequipment, tauchen 90 Meter tief, um eine Tonne Sprengstoff an zwei Pipelines anzubringen, jagen Nordstream 1 und 2 in die Luft, und vergessen dann ihre Ausweise an Bord. Hahaha, selten so gelacht!
Es gibt unzählige und herrliche Beispiele für den „Social Proof“ (= sozialer Beweis: es handelt sich hierbei um ein psychologisches und soziales Phänomen, bei dem Menschen die Handlungen anderer kopieren).
Nehmen wir mal die Angst vor Terroranschlägen, obwohl die Gefahr im Straßenverkehr zu sterben um ein Tausendfaches höher ist, und natürlich die Angst vor dem bösen Corona-Virus, das sich ja gar nicht als so böse herausgestellt hat, oder auch die Angst vor dem bösen Russen, der 2029 vor den Toren eines NATO-Landes stehen könnte. Was für ein Schwachsinn!
Ja, Angst steckt an, und die aufgeschreckte Herde blökt dann hilflos in der Gegend umher, wartend auf den Retter, nicht wissend, dass der Retter die vorausgehende Krise oftmals inszeniert hat. Wie dem auch sei, die Eliten und ihre politischen, wissenschaftlichen und medialen Prostituierten haben es jedenfalls bei den letzten Krisen durch Angsterzeugung verstanden, die große Masse via Herdentrieb in die gewünschte Richtung zu dirigieren.
Die Geschichte zeigt, dass die Herdentiere meist nicht recht behielten, sondern Menschen, die sich trotz „schockierender“ Ereignisse wie 11.September 2001, Corona, Ukraine-Konflikt usw. nicht den Kopf verdrehen ließen und klar, und vor allem selbst dachten. Sie haben bei klarem Bewusstsein entschieden, was zu tun ist, und haben die aufkommenden Gedanken und Gefühle vorbeiziehen lassen. Bei den „Fremdgesteuerten“ dagegen haben sich diese von den Manipulatoren erzeugten Gefühle und Gedanken als unverrückbare Tatsachen in ihren Gehirnen und Herzen eingenistet. Denken Sie nur an den Kanon der „Pandemie der Ungeimpften“, in den große Teile der Bevölkerung ohne nachzudenken einstimmten. Der Herdentrieb wird und wurde von den Manipulatoren seit jeher schamlos ausgenutzt.
Ein großer Teil der Menschen lebt lieber mit einer bequemen Lüge, anstatt sein bisheriges Weltbild zu überdenken. Allerdings ist die momentane politische Realität so widerwärtig und teuflisch, dass sie mancher Bürger vielleicht nicht wissen möchte. Dennoch, es scheint diesen sicherlich braven Leuten nicht bewusst zu sein, dass sie sich mit ihrer Passivität den vermeintlich sicheren Ast, auf dem sie sitzen, absägen. Ihre Bequemlichkeit, Angst, Staatshörigkeit und zum Teil auch Einfältigkeit führen eventuell zu einer nicht gerade rosigen eigenen Zukunft und die ihrer Kinder.
Ich frage mich mittlerweile, ob die Herde unwillig oder unfähig ist, selbst zu denken, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Vielleicht auch beides.“
Mögliche Ursachen für Massenbildung/Massenpsychose
Wollen wir dieses Phänomen einmal aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Was sind möglicherweise psychologische und soziologische Ursachen für dieses sonderbar anmutende Verhalten vieler fremdgesteuerter Menschen? Warum haben viele Menschen trotz offensichtlicher Ungefährlichkeit des Virus, trotz augenscheinlicher Unwirksamkeit der Coronamaßnahmen, trotz offen zu Tage tretender schwerer Menschenrechtsverletzungen nicht erkannt oder erkennen wollen, was um sie herum geschehen ist?
Sie ließen sich erneut impfen, obwohl sie wussten oder wissen sollten, dass die Impfung sie – wenn überhaupt – nur vorübergehend schützte. Sie zogen ihre Masken auf, obwohl sie nachweislich kaum etwas bringen und gesundheitsschädlich sind. Sie ließen in ihrer Verbohrtheit sogar ihre Kinder impfen, obwohl einige von ihnen wussten, dass schon einige Kinder durch die Impfung gestorben sind, und noch kein gesundes Kind durch Corona zu Tode gekommen ist. Sie schimpften (und Schlimmeres) auf Demonstranten, die keine Lust hatten auf faschistische, sowjetische oder DDR-Verhältnisse, die letztendlich auch für sie, die Ewiggestrigen auf die Straße gingen, damit sich historische Gräueltaten und massive Freiheitbeschränkungen nicht wiederholen. Sie dämonisierten und ächteten die Menschen, die für ihre und die Freiheit aller demonstrierten, und sich dem totalitär werdenden Regime widersetzten.
Normopathie
„Normopathie“ ist ein aus der Psychoanalyse und Psychiatrie stammender Begriff. Der deutsche Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz definiert Normopathie wie folgt:
„Mit 'Normopathie' ist eine Anpassung einer Mehrheit von Menschen einer Gesellschaft an eine Fehlentwicklung, an pathogenes psychosoziales Verhalten gemeint, dessen Störung nicht mehr erkannt und akzeptiert wird, weil eine Mehrheit so denkt und handelt. Und was die Mehrheit vertritt, kann ja nicht falsch sein – so beruhigt jeder sein Gewissen durch Autosuggestion und lässt sich zur Anpassung manipulieren. Die große Fähigkeit des Menschen zur Anpassung wird praktisch pervertiert zur Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse.
Das wird unterstützt durch das psychosoziale Grundbedürfnis des Menschen, unbedingt ‚dazugehören‘ zu wollen (zu einer Partnerschaft, Familie, Freundes-Gruppe, Verein, Partei, Religion, Nation usw.), um im zugehörigen sozialen Milieu auch entsprechend verstanden und bestätigt zu werden, auch Erfolg zu haben und auf keinen Fall abgelehnt, beschämt, ausgegrenzt und verfolgt zu werden. Eine Normopathie erklärt das pathologische Mitläufersyndrom, wenn eine Mehrheit begeistert in den Krieg zieht, sich als Herrenrasse wähnt, Völkervernichtung zustimmt, Andersdenkende verfolgt, Ideologie über die Realität stellt und im narzisstischen Größenwahn lebt.“
Nun, besser als Herr Maaz kann man die Verhaltensweisen der Massen in Coronazeiten und aktuell im Ukraine-Konflikt wohl kaum beschreiben. Auch das von mir öfter angesprochene „Bedürfnis nach moralischer Überlegenheit“ dürfte wohl zu einem großen Teil auf Normopathie zurückzuführen sein. Hier der Link zu diesem Beitrag.
Psychologisches Konzept der „Massenbildung“
Mattias Desmet, Professor für klinische Psychologie an der Uni Gent in Belgien, bezeichnet das Phänomen, das große Gruppen von Menschen dazu bringt, sich zusammenzuschließen, um einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen, ohne sich um den Verlust individueller Rechte, Privilegien und sogar des Wohlbefindens zu kümmern, als psychologisches Konzept der „Massenbildung“, als eine Art weitreichende Hypnose.
Er meint, eine historische Analyse zeige, dass eine solche Massenbildung der erste Schritt zum Totalitarismus und zur Begehung von Gräueltaten im Namen des kollektiven Wohls sein kann.
„Diejenigen, die dich dazu bringen können, an das Unwahrscheinliche zu glauben, sind auch in der Lage, dich zu Gräueltaten zu überreden“,
erkannte bereits Voltaire vor knapp 300 Jahren.
Bei der „Massenbildung“ handle es sich um eine Art hypnotischen Zustand, in dem Menschen auf der ganzen Welt ihre Einsamkeit, ihre Frustrationen, ihre „freischwebenden Ängste“ und ihre Unzufriedenheit mit Jobs und Lebensstilen, die sie als bedeutungslos erachteten, auf das von den Konzernmedien, Regierungsvertretern und globalen Eliten verbreitete Corona-Narrativ abladen konnten.
Desmet legt dar, das Corona-Narrativ habe Millionen unzufriedener Moderner einen identifizierbaren Feind präsentiert, einen Schlachtplan zu seiner Bekämpfung, Kameradschaft mit anderen Soldaten und etwas, für das sie sogar ihre grundlegendsten Rechte und Freiheiten angeblich für das Gemeinwohl opfern, was
„zu einer Art geistigem Rausch der Verbundenheit führt, was der eigentliche Grund dafür ist, warum die Menschen weiterhin in das Narrativ einsteigen, selbst wenn es völlig absurd oder offenkundig falsch ist“.
Die Wahrheit ist der größte Feind der Lüge. Die Manipulierer wissen genau, dass sie lügen. Deshalb schüren sie den Hass auf alle, die die Wahrheit sagen.
Alexander Solschenizyn schrieb:
Wir wissen, sie lügen.
Sie wissen, sie lügen.
Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen.
Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen.
Und trotzdem lügen sie weiter.
„Lügen erscheinen dem Verstand häufig viel einleuchtender und anziehender als die Wahrheit, weil der Lügner den großen Vorteil hat, im Voraus zu wissen, was das Publikum zu hören wünscht.“ (Hannah Arendt)
Der Verstand mancher Menschen reicht zuweilen nur für die Ausführung einer Aufgabe oder eines Befehls. Derartig gestrickte Menschen sind unfähig für die Übernahme von Eigenverantwortung und somit für die Freiheit. Sie wollen sich unterordnen, sie betteln geradezu danach. Demagogen wissen, dass Menschen „kleinen“ Kalibers die gefährlichsten Waffen sind, und instrumentalisieren sie durch das Aufhetzen gegen Andersdenkende zur Erreichung ihrer menschenverachtenden Ziele.
„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ (George Orwell)
Dystopisten wie George Orwell oder Aldous Huxley hatten die Gabe, zukünftige Entwicklungen vorauszusehen. Heute ist unsere Realität den Beschreibungen in den Büchern dieser Autoren bedrückend nahegekommen.
Das indoktrinierte Gehirn
Dr. med. Michael Nehls veröffentlichte im August 2023 das äußerst bemerkenswerte Buch „Das indoktrinierte Gehirn“.
Im Kapitel zur „Umprogrammierung des Gehirns“ beschreibt Michael Nehls Indoktrination nicht primär als rhetorisches oder ideologisches Phänomen, sondern als neurobiologischen Prozess. Seine zentrale These lautet: Dauerstress, Angst und soziale Verunsicherung verändern die Funktionsweise des Gehirns so, dass kritisches Denken geschwächt und Konformität begünstigt wird. Nehls kommt zu folgenden Erkenntnissen:
1. Stress und Angst als neurobiologischer Hebel
Nehls argumentiert, dass anhaltende Angstzustände das Stresssystem (HPA-Achse, Cortisol) dauerhaft aktivieren. Dies habe zwei Folgen:
Das Gehirn schalte so von denkender Verarbeitung auf reaktive Verarbeitung um.
Und was gibt es Schöneres für die Macht- und Besitzeliten sowie ihre politischen und medialen Handlanger als nurmehr reagierende Schafe?
2. Gedächtnisverschiebung statt Erkenntnis
Ein zentraler Punkt ist für Nehls der Hippocampus, der für Lernen, Kontextualisierung und Langzeitgedächtnis wichtig ist. Chronischer Stress
Informationen würden „geglaubt“, nicht verstanden.
In der Stresserzeugung aufgrund ständig neu inszenierter Krisen sind die aktuellen Peiniger der Menschheit richtig gut!
3. Wiederholung ersetzt Überzeugung
Indoktrination funktioniere weniger über Argumente als über ständige Wiederholung unter emotionalem Druck. Das Gehirn lerne nicht durch Wahrheit, sondern durch Vertrautheit. Was oft gehört wird, fühlt sich richtig an, selbst wenn es logisch nicht geprüft wurde.
Erinnern Sie sich an die Coronazeit, wenn Sie den Fernseher einschalteten? Auf vielen Sendern immer wieder die Gefährlichkeit von Corona mit nicht evidenzbasierten Zahlen unterlegt, und natürlich die Rettung aus dieser menschheitsvernichtenden Krise: die Impfung – am besten verpflichtend für alle! Hut ab vor allen Menschen, die sich dennoch nicht einlullen ließen. Sie sind die wahren Helden unserer Gesellschaft.
4. Soziale Angst als Verstärker
Besonders wirksam sei Indoktrination, wenn sie mit Angst vor sozialer Ausgrenzung gekoppelt werde. Das Gehirn sei evolutionär darauf ausgerichtet, Zugehörigkeit zu sichern. Abweichendes Denken werde daher als Risiko erlebt und unbewusst vermieden.
Deswegen auch die Ausgrenzung Ungeimpfter vom sozialen Leben durch Maßnahmen wie 2G, 3G und deren soziale Verunglimpfung durch Parolen wie „Pandemie der Ungeimpften“ und dergleichen. Am besten gar nicht reden oder auseinandersetzen mit den Ungeimpften, diesem asozialen Gesockse, nicht dass man sich durch eventuelle „Gedankenverirrungen“ schuldig macht im Sinne der Corona-Anklage, nicht wahr? George Orwell lässt grüßen! Wer immer noch glaubt, in Coronazeiten ging alles mit rechten Dingen zu, dem ist nicht mehr zu helfen.
5. Ergebnis: Anpassung statt Autonomie
Das Resultat beschreibt Nehls als einen Zustand, in dem Menschen
Nicht „Überzeugung“, sondern neurologische Anpassung sei das Ziel dieses Prozesses, meint Dr. Nehls.
Der Meinung bin ich ebenfalls, auch wenn ich nur ein Laie auf diesem Gebiet bin. Zumindest spricht das Verhalten vieler Personen in meinem Umkreis, die während der Coronazeit eine wundersame, mir damals unerklärliche Wandlung durchliefen, dafür, dass Prozesse im Gehirn in der von Dr. Michael Nehls beschriebenen Weise so oder so ähnlich ablaufen.
Fazit
Nach Nehls wirkt Indoktrination, indem Angst das Gehirn in einen Stressmodus versetzt, der kritisches Denken dämpft, emotionale Narrative bevorzugt und Konformität neurobiologisch belohnt. Das Gehirn wird nicht überzeugt, sondern umtrainiert.
Je absurder die Lügen der Manipulatoren sind, desto mehr werden sie von der Herde geglaubt. Das Gehirn passt sich den Lügen der Sender an. Wahrheiten werden als solche nicht mehr erkannt, was gerade Politikern sehr gelegen kommt. Die ehemaligen Gesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach haben auch öffentlich bekundet, dass Wahrheit in der Politik oft fehl am Platz sei. Wörtlich sagte Lauterbach:
„Die Wahrheit führt in vielen Fällen zum politischen Tod.“
Das Schlimme daran ist, dass er auch noch recht hat, da den meisten Menschen eine bequeme Lüge lieber ist als die nackte Wahrheit. Aber sollte uns das nicht zu denken geben?
Das ständige Lügen von Entscheidern kann auch dazu führen, dass man überhaupt nichts mehr glaubt. Hannah Arendt hat diesen Umstand wie folgt ausgedrückt:
„Wo alle immerzu lügen, ist die Folge nicht, dass man den Lügen glaubt, sondern dass man überhaupt nichts mehr glaubt.“
Politiker lügen auch deswegen teilweise wie gedruckt, um uns unserer Orientierung zu berauben. Hannah Arendt hat dazu Folgendes bemerkt:
„Die beständige Ersetzung der Tatsachenwahrheit durch Lügen führt nicht dazu, dass die Lüge als Wahrheit gilt, sondern dazu, dass der Sinn zerstört wird, mit dem wir uns in der Wirklichkeit orientieren.“
+++
Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
+++
Bild: Straßenschild mit "Wahrheit" und "Lüge", das in zwei verschiedene Richtungen zeigt
Bildquelle: Pixelvario / shutterstock
![]()
Die DDR-Geschichte ist für Linke eine schmerzhafte: Das Argument “Das war eben nicht der richtige Sozialismus!” kauft den SED-Freunden kein halbwegs vernunftbegabter Mensch ab, zu bekannt ist noch immer, was Kommunismus und Sozialismus anrichten. Aber wie lange noch? In Berlin sorgt eine fragwürdige Reform dafür, dass die Auseinandersetzung mit der DDR in der Oberstufe nicht mehr verpflichtend ist. Bei wie vielen linken Pädagogen (und Politikern!) sorgt das wohl für Verzückung?
Die Bildung im einstigen Land der Dichter und Denker sorgt zu Recht immer wieder für Spott. Inzwischen sind Berliner Gymnasiasten sogar zu dumm, um klassische Schullektüren zu lesen: Sie nutzen Ausgaben in “einfacher Sprache”.
Ebenfalls in Berlin könnte eine geplante Schulreform nun dafür sorgen, dass die DDR-Geschichte in der Oberstufe kein Pflichtstoff mehr sein wird. Zwar wird die DDR in der Mittelstufe thematisiert, allerdings nur in begrenztem Umfang. In der Oberstufe, wenn bei Schülern potenziell auch das politische Interesse wächst, wäre die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur umso wichtiger – doch genau hier könnte sie nach der Reform fortan einfach unter den Tisch fallen.
Änderungen im Rahmenlehrplan sehen vor, dass im Fach Geschichte in der Oberstufe nur noch zwei statt wie zuvor vier Themen verpflichtend sind. Die DDR-Geschichte sowie das Thema Erinnerungskultur sollen im dritten beziehungsweise vierten Halbjahr der gymnasialen Oberstufe demnach freiwillig belegt werden können. Die Themen Revolutionen und Nationalsozialismus im ersten beziehungsweise zweiten Halbjahr bleiben verpflichtend.
Widerstand kommt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Verband der Geschichtslehrer. In einem offenen Brief wenden sie sich an die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin, Katharina Günther-Wünsch (CDU). Darin weisen sie auf die besondere Verantwortung hin, in der Berlin steht:
Berlin steht in einer besonderen historischen Verantwortung. Keine andere deutsche Stadt ist in vergleichbarer Weise mit den beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts verbunden wie Berlin: mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ebenso wie mit der kommunistischen Diktatur der SED und der jahrzehntelangen Teilung der Stadt. Berlin war Machtzentrum des NS-Staates, Hauptstadt der DDR mit dem Sitz des MfS, Brennpunkt des Kalten Krieges und Ort der Friedlichen Revolution. Diese Geschichte prägt das Stadtbild, die Biografien der Menschen und das politische Selbstverständnis der Stadt bis heute.
Angesichts des linken Zeitgeistes wirkt es allzu bezeichnend, dass ausgerechnet die Auseinandersetzung der Schüler mit der DDR-Geschichte plötzlich fakultativ, also optional, sein soll. Das Wissen über das Übel dieser Diktatur ist für das Demokratieverständnis und die Fähigkeit zu kritischen politischen Einordnungen heutiger Entwicklungen essenziell und gerade für junge Menschen, die in Bälde selbst wählen dürfen, prägend.
Dass die DDR-Geschichte infolge der Reform aus dem Lehrplan fallen kann, widerspricht obendrein den Zielen des Berliner Koalitionsvertrags, wonach die Erinnerungskultur, insbesondere die der nationalsozialistischen und der SED-Vergangenheit, als wesentliche Aufgabe der Bildungspolitik hervorgehoben wird. In dem offenen Brief heißt es weiter:
Berlin kann und darf es sich nicht leisten, diese Geschichte zu marginalisieren. Es wäre ein schwerer Fehler – und ein Bruch mit der besonderen Verantwortung dieser Stadt –, wenn diese Entscheidung Bestand hätte.
Laut rbb24 hat die Senatorin Günther-Wünsch den Brief erhalten. Man nehme die “angesprochenen Hinweise zum Anlass, den betreffenden Sachverhalt nochmals in den Blick zu nehmen”, sagte ein Pressesprecher. Man darf gespannt sein, ob man die geplante Reform tatsächlich überdenken wird.
Mehr, länger, flexibler. Bei Kitas beziehen sich die politischen Forderungen eigentlich immer auf Quantität. Wie es um die Qualität bestellt ist, davon will niemand etwas wissen.
Der Beitrag Viele verlieren schon beim Startschuss: Kitas und das neue Klassensystem erschien zuerst auf .
Eine Mehrheit der jungen Wähler träumt von demokratischem Sozialismus – und niemand fragt, warum. Von Klaus Albrecht Möller Es gibt Umfrageergebnisse, die einen sprachlos machen. …
Der Beitrag Die sozialistische Verführung: Wie Amerika seine Jugend verliert erschien zuerst auf Contra24.
