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Fritz Vahrenholt: Die Bundesregierung verpulvert weitere Milliarden für die grüne Energiewende

10. April 2026 um 14:18

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In einem Gastkommentar spricht der ehemalige Hamburger Umweltsenator Prof. Fritz Vahrenholt unter anderem über steigende Temperaturen, mit denen steigende Ausgaben der Energiewende begründet werden. Dass der Umbau der Stromversorgung zu teuer geworden ist, hat auch Kanzler Merz erkannt - und lässt weiter machen.
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Energiepolitik SPD geht auf Reiche los – Klimaziele „ins Lächerliche“ gezogen

09. April 2026 um 14:02

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Geizt nicht mit Kritik an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Nina Scheer (SPD). Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, zentrale Fakten zu verschweigen. Die Ministerin ziehe die Klimaziele „ins Lächerliche“ und lege zugesagte Gesetze nicht vor.

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Erneut rückläufige Stromeinspeisung in NRW entlarvt Energiewende-Fiasko

09. April 2026 um 11:45

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Die Stromeinspeisung in Nordrhein-Westfalen ist 2025 erneut gesunken – zum dritten Mal in Folge. Laut aktuellen Daten von IT.NRW wurden nur noch 87.475 Gigawattstunden ins Netz eingespeist, ein Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2018 ist die Einspeisung damit um satte 36,6 Prozent eingebrochen. Christian Loose, energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion NRW, […]

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Gastbeitrag in der FAZ Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt die Energiewende

08. April 2026 um 15:29

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Katherina Reiche beim feierlichen Spatenstich des Projekts 'United Heat' - Klimaneutrale Fernwärme für die Europastadt Görlitz–Zgorzelec an der Kläranlage Görlitz Nord. Görlitz, 31.03.2026. Sie verteidigt die Energiewende.

Die hohen Energiekosten bringen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht von der Energiewende ab. Ein „Netzanschlusspaket“ soll das 80-Prozent-Ausbauziel wieder auf Kurs bringen.

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Hamburg feiert „gigantischen“ Batteriespeicher – der reicht aber nur für eine Stunde

02. April 2026 um 12:00

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Die grüne Transformation ist gerettet! Die Hansestadt hat einen neuen Meilenstein der sogenannten Energiewende erreicht. Ein Batteriespeicher von geradezu “gigantischem” Ausmaß ist in Betrieb gegangen. Die Jubelmeldungen der Politik überschlagen sich. Doch wer einen Blick auf die nackten Zahlen wirft, erkennt schnell: Die Bürger werden beim Öko-Märchen wieder einmal so richtig hinter die Fichte geführt.

Wenn Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und Bezirksamtsleiterin Dr. Bettina Schomburg gemeinsam zur feierlichen Eröffnung schreiten, dann muss etwas Weltbewegendes passiert sein. Im Gewerbepark Hamburg-Nord wurde der “größte Batteriespeicher der Stadt” eingeweiht. Ein Projekt, das laut offizieller Pressemitteilung die “Dimension” der Hamburger Klimarettungspolitik verdeutlicht. Schauen wir uns diese geradezu galaktischen Dimensionen doch einmal genauer an. Die Eckdaten des grünen Wunders: Die Kapazität liegt demnach bei mickrigen 5 Megawattstunden (MWh), die Leistung bei 2 Megawatt (MW) und die Kosten werden nicht kolportiert. Betreiber des Speichers ist das private Hamburger Unternehmen RNP Battery. Finanziert wird diese Anlage privatwirtschaftlich durch Stromhändler und Übertragungsnetzbetreiber.

In der offiziellen Jubelmeldung der Stadt liest sich das dann so: “Die Kapazität von fünf Megawattstunden verdeutlicht die Dimension des Projekts: Rein rechnerisch könnte die gespeicherte Energie einen durchschnittlichen Fünf-Personen-Haushalt ein Jahr lang vollständig versorgen…” Wahnsinn! Ein ganzer Fünf-Personen-Haushalt! In einer Millionenmetropole wie Hamburg! Man muss sich diese intellektuelle Meisterleistung der PR-Abteilung auf der Zunge zergehen lassen. Rechnen wir das grüne Wunder doch einmal um, damit es etwas greifbarer wird: Diese “gigantische” Anlage könnte auch 8.760 Haushalte versorgen – allerdings nur für exakt eine einzige Stunde. Hamburg hat rund eine Million Privathaushalte. Wenn also der Strom ausfällt, rettet dieser “Gamechanger” nicht einmal ein Prozent der Hamburger für 60 Minuten. Danach gehen die Lichter aus.

Aber es wird noch besser. Der Speicher, so heißt es weiter, fungiere als Puffer, der “überschüssigen Grünstrom dann bereitstellt, wenn er im Quartier benötigt wird.” Da stellt sich dem denkenden Bürger unweigerlich die Frage: Welchen überschüssigen Grünstrom meinen die eigentlich? Besonders im Winterhalbjahr, wenn die Sonne sich hinter dicken Wolken versteckt und der Wind pausiert (die berüchtigte Dunkelflaute), gibt es schlichtweg keinen “überschüssigen Grünstrom”. Eine Batterie erzeugt keinen Strom, sie speichert ihn nur. Wenn nichts da ist, bleibt der teure Kasten leer, verursacht aber dennoch Kosten.

Besonders stolz ist man im rot-grünen Senat übrigens darauf, dass die Anlage auf einer Fläche von “lediglich drei ehemaligen Pkw-Stellplätzen” errichtet wurde. Da schlägt das Herz des Auto-Hassers gleich höher: drei Parkplätze weniger und dafür ein Symbol grüner Realitätsverweigerung mehr. Senatorin Fegebank schwadroniert derweil von “viel Rückenwind” und “klugen Köpfen”, die uns “unabhängiger von fossilen Importen” machen. Doch die Ressourcen für diesen Batterieklotz kommen auch nicht aus Deutschland – sondern über die Verarbeitung in China in die Hansestadt.

Im sich im Klimawahn befindlichen Hamburg hält man eben nicht viel von Realitätssinn und Tatsachen. Die Investitionskosten für solche Anlagen sind immens (weshalb man sie in der Pressemitteilung wohlweislich verschweigt), der Nutzen für die makroökonomische Versorgungssicherheit ist homöopathisch, und im Winter nützt der schönste Speicher nichts, wenn die Windräder stillstehen und die Sonne kaum scheint. Wenn das die „smarten Lösungen“ sind, auf denen unser Alltag elektrifiziert werden soll, dann sollten sich die Hamburger schon einmal einen guten Vorrat an Kerzen zulegen.

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Milliarden-Desaster: Tornado verwandelt riesige Solarfarm in toxisches Trümmerfeld

01. April 2026 um 12:00

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Wieder einmal wurde eine Solarfarm in den Vereinigten Staaten zu einem toxischen Trümmerfeld. Ein Tornado zog eine Schneise der Zerstörung durch die Anlage – verschonte jedoch das nahegelegene Kohlekraftwerk. Der Schaden ist enorm.

Die Klimafanatiker predigen unermüdlich von der Rettung der Welt durch Wind- und Sonnenenergie. Doch die Realität schert sich wenig um grüne Ideologien. In den USA hat ein Wirbelsturm nun eindrucksvoll demonstriert, was von den fragilen Heilsbringern der sogenannten Energiewende in der Praxis zu halten ist: Eine gigantische, eine Milliarde Dollar teure Solarfarm in Indiana wurde binnen Sekunden in ein toxisches Trümmerfeld verwandelt.

Es geschah am 10. März in Wheatfield, Jasper County (US-Bundesstaat Indiana). Ein Tornado fegte durch die Gemeinde, die sich innerhalb des für solche Windhosen bekannten Gebietes befindet. Natürlich ist das Leid der betroffenen Anwohner bedauerlich – laut Polizei und Feuerwehr wurden 10 bis 15 Häuser schwer beschädigt. Doch während der Mainstream solche Wetterereignisse gerne sofort für die übliche Klima-Panikmache instrumentalisiert, wird ein entscheidendes Detail oft nur am Rande erwähnt: die absolute Verwundbarkeit der “grünen” Infrastruktur.

Nur wenige Kilometer östlich der Ortschaft an der State Road 10 traf der Wirbelsturm die Vorzeigeprojekte “Dunns Bridge I & II”. Das Ergebnis ist ein absolutes Desaster. Wo gestern noch 2,4 Millionen teure, zweifellos massiv subventionierte Solarmodule angeblich sauberen Strom produzierten, fand sich nach dem “Besuch” des Tornados nur noch ein apokalyptisches Feld der Verwüstung.

Drohnen- und Luftaufnahmen, über die unter anderem lokale Sender wie WSBT und ABC57 berichten, offenbaren Bilder wie nach einem Bombenangriff. Ganze Reihen der 700-Megawatt-Anlage wurden einfach aus dem Boden gerissen. Metallrahmen wurden wie Spielzeug verbogen, die Module in unzählige Splitter zerschmettert. Das Trümmerfeld erstreckt sich über Meilen und ist selbst aus großer Höhe deutlich als gigantischer Schrottplatz zu erkennen.

Der Betreiber NIPSCO ist nun verzweifelt bemüht, das Gelände abzusichern. Pikant dabei: Laut offiziellen Statements muss man nun “Umweltrisiken” durch die verstreuten Materialien prüfen. Da haben wir es wieder! Die angeblich so saubere Energie entpuppt sich bei der kleinsten Wetterkapriole als unkalkulierbares toxisches Risiko. Wer weiß schon, welche giftigen Substanzen und Schwermetalle aus den 2,4 Millionen zerstörten Modulen nun ungehindert in die Böden und das Grundwasser von Indiana sickern?

Ein einziger, nicht einmal außergewöhnlich starker Tornado (EF-1 ist die zweitschwächste Kategorie auf der Fujita-Skala!) reichte aus, um eine Anlage im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar in einen Haufen Sondermüll zu verwandeln. Die Stromproduktion ist selbstverständlich komplett offline. Wie nun bekannt wurde, schließen die Garantien der Hersteller Tornadoschäden aus, so dass die Reparatur sündhaft teuer wird. Ein kompletter, milliardenschwerer Wiederaufbau wird also unumgänglich sein. Am Ende wird es wie immer der hart arbeitende Bürger und Stromkunde sein, der für diesen ideologischen Irrsinn zur Kasse gebeten wird.

Während die fragilen Glasplatten der Milliarden-Solarfarm vom Wind buchstäblich in der Luft zerrissen wurden, blieb das nahegelegene Kohlekraftwerk übrigens völlig unversehrt. Ein Monument der Verlässlichkeit inmitten des grünen Trümmerhaufens. Und selbst wenn der Tornado dort durchgezogen wäre, gäbe es deutlich weniger Schäden als bei der Solarfarm.

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Die teuerste naturwissenschaftliche Unterrichtsstunde in der europäischen Geschichte

31. März 2026 um 09:00

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Schiff Sovereign, James Hickman, 13. März 2026 – Meinungskommentar

[Die Macher dieser Webseite haben ihren Standort in Puerto Rico –und beschäftigen sich hier mit den aktuellen Vorgängen in Deutschland]

Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9,0 die japanische Küste und löste einen gewaltigen Tsunami aus, der 20.000 Menschen das Leben kostete. Das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurde überschwemmt, bei drei der sechs Reaktoren des Kraftwerks fiel die Notkühlung aus, sie erlitten eine Kernschmelze. Obwohl kein Mensch durch radioaktive Strahlung verletzt oder gar gestorben ist, bezeichnen deutsche Medien und Politiker den Unfall gerne als schwerste Katastrophe seit Tschernobyl.  [Beschreibung ergänzt, Demmig]

Auf der anderen Seite der Welt geriet die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Panik.

Ihre Regierung hatte erst fünf Monate zuvor die Betriebsdauer der 17 deutschen Atomreaktoren verlängert. Doch aufgrund des Erdbebens in Japan ruderte Merkel über Nacht zurück und legte acht deutsche Reaktoren still.

Merkels Entscheidung hatte jedoch nicht wirklich mit Naturkatastrophen zu tun. Sie war politisch motiviert.

Merkel fürchtete die deutschen Grünen, die 1980 buchstäblich auf der Grundlage des Anti-Atomkraft-Aktivismus gegründet worden waren und immer mehr an Einfluss gewannen. In nur zwei Wochen stand eine wichtige Landtagswahl an, und Merkel hoffte, einen Sieg erringen zu können, wenn sie die Atomkraftwerke stilllegen würde.

Ihr Schachzug ging nicht auf, und die Grünen gewannen trotzdem.

Doch zu diesem Zeitpunkt war das Schicksal der Kernenergie bereits besiegelt. Innerhalb von drei Monaten beschloss die deutsche Regierung, ALLE Kernreaktoren im Land schrittweise abzuschalten.

Man sollte bedenken, dass Deutschlands 17 Reaktoren über ein Drittel des nationalen Strombedarfs deckten – und das völlig emissionsfrei. Das ist ein beachtlicher Erfolg für ein Land, das sich so intensiv mit dem Klimawandel auseinandersetzt.

Doch die deutschen Grünen hatten unerklärlicherweise jahrzehntelang dafür gekämpft, diese Kraftwerke zu schließen, also die sauberste und kohlenstoffärmste Quelle für Grundlastenergie, die der Menschheit bekannt ist, stillzulegen.

Deutschland verpflichtete sich, seine Atomkraftwerke durch Solaranlagen zu ersetzen. Dies führte natürlich dazu, dass Deutschland in einem Land, in dem die Sonne kaum scheint, zunehmend von Erdgas abhängig wurde – das größtenteils aus Russland importiert wird.

Das wahre Ausmaß dieser Idiotie zeigte sich erst im Februar 2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte: Deutschland schloss sich den westlichen Sanktionen gegen Russland an. Russland reagierte mit der Drosselung der Gaslieferungen. Und Deutschland hatte keine Alternative.

Deutschland – das Land, das der ganzen Welt in Sachen CO₂-Emissionen Ratschläge erteilt hatte – nahm also in aller Eile über 20 Kohlekraftwerke wieder in Betrieb. Anschließend importierte es 42 Millionen Tonnen Kohle, darunter eine große Menge aus dem südlichen Afrika – was ja gleich „um die Ecke“ entfernt ist. Sogar das Dorf Lützerath wurde dem Erdboden gleichgemacht, um ein Braunkohletagebauwerk zu erweitern, und Protestierende wurden gewaltsam vertrieben.

Auch Deutschland wurde zum Netto-Stromimporteur und bezog Strom aus dem französischen Atomstromnetz.

Und welch eine Überraschung: Die deutschen Strompreise sind nun die höchsten in der Europäischen Union. Eine offensichtliche Folge ist, dass Deutschland aufgrund der Energiekosten industriell nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

Und damit sind wir beim 6. März 2026 angelangt.

Manuel Hagel, ein 37-jähriger politischer Kandidat der Partei von Ex-Kanzlerin Merkel, besuchte eine Grundschule. Die Kameras des nationalen Fernsehens liefen, als Hagel versuchte, den Kindern den Treibhauseffekt zu erklären:

„Zwischen Erde und Sonne befindet sich die Atmosphäre. Und je dünner diese wird, desto heißer wird die Sonne. Der Grund dafür sind die CO2-Emissionen und so weiter. Das ist der Treibhauseffekt.“

Seine Erklärung ist leider völlig falsch. Der Treibhauseffekt entsteht dadurch, dass CO2 und andere Gase Wärme in der Atmosphäre speichern; er hat nichts mit einer Verdünnung der Atmosphäre oder einer Erwärmung der Sonne zu tun.

Dieser Typ verbietet Gasherde und benzinbetriebene Fahrzeuge im Namen der Reduzierung von CO₂-Emissionen. Dabei versteht er nicht einmal die Grundlagen seiner eigenen „Wissenschaft“.

Die deutsche Führung blamierte sich noch mehr, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 10. März auf dem Atomenergiegipfel in Paris erklärte, Europas Rückzug aus der Atomkraft sei „ein strategischer Fehler“ gewesen.

„1990 stammte ein Drittel des europäischen Stroms aus Kernenergie, heute sind es nur noch knapp 15 %. Diese Reduzierung des Kernenergieanteils war eine bewusste Entscheidung. Ich glaube, es war ein strategischer Fehler von Europa, einer zuverlässigen und bezahlbaren Quelle emissionsarmer Energie den Rücken zu kehren.“

Sie hat natürlich Recht. Es war ein Fehler. Ein außerordentlich kostspieliger.

Das ist urkomisch ironisch, da von der Leyen Deutsche ist. Sie war Mitglied von Merkels Kabinett. Sie stimmte persönlich für den Atomausstieg, und ihre eigene Politik in der Kommission zielte auf einen stillen Ausstieg aus der Kernenergie ab.

Auch der deutsche Bundeskanzler (Friedrich Merz) äußerte sich diese Woche zu diesem nuklearen Fehler, indem er den Reaktorausstieg als „Fehler“ bezeichnete und sagte: „Ich bedauere das.“

Großartig. Dann repariere es!

Aber das werden sie nicht tun. Leider für Deutschland, so die damalige Bundeskanzlerin, „ist es nun mal so, und wir konzentrieren uns jetzt auf unsere bestehende Energiepolitik.“

Unglaublich. Zusammenfassend also:

  • Deutschland (zunächst unter Angela Merkel, später unter den nachfolgenden Regierungen) zerstörte seine sauberen, billigen Atomkraftwerke.
  • Sie taten dies aus idiotischen politischen Gründen.
  • Dies führte zu einer schweren Energiekrise, die wiederum eine Wirtschaftskrise auslöste.
  • Nahezu alle Machthaber räumen inzwischen ein, dass dies ein großer Fehler war.
  • Aber sie werden sich nicht einmal die Mühe machen, es zu reparieren.

Wie wir bereits geschrieben haben, ist reichlich vorhandene, günstige Energie eine der wenigen Kräfte, die die Inflation zuverlässig im Zaum halten können. Sie fördert stärkeres Wachstum, senkt die Preise und verbessert das Leben für alle.

Die USA sind zumindest vorerst auf dem richtigen Weg, dank jüngster Erlasse zur Reform der nuklearen Genehmigungsverfahren, zur Beschleunigung der Entwicklung kleiner modularer Reaktoren und zur Schaffung der ersten echten Dynamik, die die US-Atomindustrie seit Jahrzehnten erlebt hat.

Doch das Risiko ist offensichtlich: Eine einzige Wahl, ein Regierungswechsel, und schon könnte eine neue Generation von Politikern all diese Fortschritte über Nacht zunichtemachen – genau wie Merkel es 2011 getan hat.

Deutschland ist ein fünfzehnjähriges Fallbeispiel dafür, wie verheerende politische Entscheidungen ein Land schwächen können.

Und genau deshalb ist es sinnvoll, einen Plan B zu haben.

https://www.schiffsovereign.com/trends/the-most-expensive-science-lesson-in-european-history-154527/

 

diese Woche veröffentlichte  Stop These Things obigen Beitrag

2026 Schiff Sovereign LLC
151 Calle San Francisco Ste 200 San Juan
00901 Puerto Rico,

https://www.schiffsovereign.com/

Sie bieten Aufsätze rund um die Themen Wirtschaft und Finanzen an.

Puerto Rico liegt in der Karibik und ist seit März 1917 ein Außengebiet der USA. Die Landschaft des Inselstaats besteht aus Bergen, Wasserfällen und dem tropischen Regenwald El Yunque. Die Hauptstadt ist San Juan, die auch größte Stadt des Landes ist (Google)

Der Beitrag Die teuerste naturwissenschaftliche Unterrichtsstunde in der europäischen Geschichte erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Die Energiewende: Sackgasse ins Energie-Ende?

31. März 2026 um 08:00

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Die Geschichte des Windrads zeigt einen Aufstieg, doch die Bilanz der modernen Windindustrie fällt fatal aus. Es ist eine Sackgasse: Nicht nur der enorme Flächenverbrauch, die Zerstörung gewachsener Kulturlandschaften und die ungelösten Probleme beim Recycling der Rotorblätter werfen die Frage auf, ob der Preis für die gewonnene Energie zu hoch ist. Wenn diese „grüne“ Lösung massive neue Umweltschäden durch Bodenversiegelung und Artensterben produziert, droht die Energiewende zu platzen. Sie wird zum industriellen Selbstzweck, der den Schutz der Natur nicht nur aus den Augen verliert, sondern nachhaltig zerstört.

Gastkommentar von Angelika Starkl

Die Geschichte der Windnutzung begann mit purer Mechanik. Schon vor über 4.000 Jahren nutzten Menschen im alten Ägypten Segelschiffe, doch die ersten stationären Anlagen entstanden wohl im Perserreich um das 7. Jahrhundert. Diese frühen Windmühlen hatten vertikale Achsen und dienten dazu, Getreide zu mahlen oder Wasser zu pumpen. Im Mittelalter prägten dann die charakteristischen Windmühlen das Landschaftsbild Europas. Sie waren hübsch anzusehen und fügten sich in die Kulturregionen ein.

Die Geburtsstunde der Windkraft

Der entscheidende Wendepunkt kam Ende des 19. Jahrhunderts. 1887 baute der Schotte James Blyth die erste Anlage zur Stromerzeugung, um sein Ferienhaus zu beleuchten. Kurz darauf errichtete Charles Brush in den USA ein riesiges Windrad aus Holz. Doch erst die Ölkrise der 1970er Jahre löste den modernen Boom aus. Aus den einstigen “Widerstandsläufern” wurden hocheffiziente “Auftriebsläufer”, die heute bis zu 15 Megawatt Leistung erbringen können.

Schattenseiten der grünen Energie

Trotz ihres propagierten Images als Retter des Klimas, hinterlässt die moderne Windkraft ökologische Fußabdrücke. Ein zentrales Problem ist der Vogelschlag, das Insektensterben und die Gefahr für Fledermäuse, die durch die Druckunterschiede an den Rotorspitzen sterben können. Zudem greifen Fundamente massiv in den Boden ein, und bei Offshore-Anlagen kann der Baulärm die Kommunikation von Meeressäugern stören.

Wohin mit den alten Flügeln?

Ein Punkt ist der Materialverbrauch. Während der Turm aus Stahl und Beton besteht, sind die Rotorblätter aus faserverstärkten Kunststoffen (GFK/CFK) gefertigt. Diese Verbundstoffe sind extrem langlebig, aber kaum zu recyceln. Viele ausgediente Flügel landen auf Deponien oder werden in Zementwerken verbrannt. Zudem werden für die Magnete in den Generatoren Seltene Erden benötigt, deren Abbau in Ländern wie China oft unter verheerenden Umweltbedingungen stattfindet.

Versiegelung und Fragmentierung

Ein wichtiger Umweltaspekt ist der massive Flächenbedarf. Moderne Windkraftanlagen benötigen nicht nur Standfläche, sondern auch breite Zufahrtswege für Schwerlasttransporte und große Montageflächen für Kräne. In Waldgebieten führt dies zur Fragmentierung von Ökosystemen, da wertvolle Waldflächen gerodet und dauerhaft freigehalten werden müssen. Zudem verbleiben die tonnenschweren Stahlbeton-Fundamente oft tief im Boden, was die natürliche Bodenstruktur langfristig stört und eine vollständige Renaturierung nach dem Rückbau unmöglich macht.

Visuelle Belastung und Akzeptanz

Ein emotional diskutiertes Thema ist die optische Veränderung der Kulturlandschaft, häufig kritisch als Verspragelung. Die enorme Höhe moderner Anlagen, teils über 290 Meter, macht sie über kilometerweite Distanzen sichtbar. Für Anwohner bedeutet dies eine optische Bedrängung. Hinzu kommt der Schattenwurf der rotierenden Flügel, der in Wohnräumen belastend wahrgenommen wird. Das nächtliche, blinkende rote Licht, Warnleuchten für den Flugverkehr, zerstört die natürliche Dunkelheit der Nacht.

Das Dilemma der Abstandsregeln

Um die Belastung für den Menschen zu minimieren, haben viele Bundesländer strikte Abstandsregeln eingeführt. Bekanntestes Beispiel ist die 10H-Regelung in Bayern, die besagt, dass ein Windrad das Zehnfache seiner Höhe an Abstand zur nächsten Siedlung einhalten muss. Während dies den Anwohnerschutz priorisiert, führt es in der Praxis dazu, dass kaum noch geeignete Flächen für den Ausbau zur Verfügung stehen. Dieser Interessenkonflikt zwischen lokalem Immissionsschutz und nationalen Klimazielen sorgt regelmäßig für juristische Auseinandersetzungen.

Infraschall und Geräusche

Es ist unbestritten, dass Menschen in der Nähe von Windrädern über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unruhe, Schlafstörungen oder Schwindel berichten. Diese Symptome werden oft unter dem Begriff „Wind Turbine Syndrome“ zusammengefasst. Oft ist es nicht der unhörbare Infraschall, sondern das hörbare „Wusch-Wusch“-Geräusch oder der Schattenwurf, der als belästigend empfunden wird und über chronischen Stress zu Unwohlsein führt.

Ewigkeitschemikalien

Rotorblätter bestehen aus glas- oder kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (Epoxidharz). Der Abrieb besteht somit aus winzigen Kunststoffpartikeln (Mikroplastik) und Beschichtungsresten. PFAS werden aufgrund ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften teils in speziellen Schutzbeschichtungen (Topcoats) oder Schmiermitteln eingesetzt. PFAS sind extrem stabil und bauen sich in der Natur kaum ab. Sie können sich in der Nahrungskette anreichern, sind gesundheitsschädlich und hormonell wirksam.

Harte Windenergiefakten

  • Der Bodenverbrauch: Für das Fundament, die Kranstellfläche und die Zufahrtswege wird ein Dreiviertel Fußballfeld an Fläche benötigt.
  • Das Fundament allein: Die betonierte Fläche am Fuß des Windrads entspricht 4 Tennisplätzen.
  • Am Himmel: Wenn sich der Rotor dreht, überstreichen die Blätter eine Fläche von etwa 4 Fußballfeldern. Das ist der Bereich, aus dem die Anlage die Windenergie entnimmt.
  • Der Stahl im Turm: Würde man den verbauten Stahl flach ausrollen als 1 cm dicke Platte, könnte man damit ein ganzes Fußballfeld komplett mit Metall auslegen.
  • Länge eines Rotorblatts: Ein einziges Blatt ist mit ca. 80 Metern fast so lang, wie ein Fußballfeld breit ist.
  • Mit dem Beton eines einzigen Windrad-Fundaments könnte man 30 bis 35 Einfamilienhäuser bauen.

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Die versteckten Kosten von „100 Prozent erneuerbaren Energien“

28. März 2026 um 16:00

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Stromnetze, die auf Wind- oder Solarenergie angewiesen sind, müssen über Reservekapazitäten verfügen, die im Gegensatz zu diesen Energiequellen nicht intermittierend sind. Das ist teuer.

Meinung: Von Dave McGruer und Bryan Leyland, Sonderbeitrag für die Financial Post

Um die Energiewende klar zu durchdenken, muss man finanzielle Spekulationen von den realen Energieflüssen trennen und transparent darlegen, wer die Energieversorgung sichert und wer dafür bezahlt.

Ein kürzlich erschienener Artikel in ESG Today feiert Microsofts Erreichen von 100 % erneuerbarer Energie und bezeichnet dies als Meilenstein unternehmerischen Klimaschutzes. Hinter der Überschrift verbirgt sich eine Frage: Geht es hier um physikalische Gesetze oder um Buchhaltung? Stromnetze funktionieren nach physikalischen Prinzipien, nicht nach Papierkram.

In einem Stromnetz muss Angebot und Nachfrage sekündlich übereinstimmen. Spannung und Frequenz müssen daher kontinuierlich stabilisiert werden, um einen Netzzusammenbruch zu verhindern. Andernfalls besteht die ernsthafte Gefahr eines Totalausfalls, wie er kürzlich in Spanien zu verzeichnen war. Wenn der Wind nachlässt oder die Sonne untergeht , muss sofort eine andere Energiequelle einspringen, um die fehlende Energie oder Spannungsstabilität zu gewährleisten. Diese Energie wird durch bedarfsgerechte Erzeugungskapazität aus Gas- oder Kohlekraftwerken sowie aus Wasserkraft- oder Kernkraftwerken bereitgestellt. Die Netzbetreiber koordinieren diese Erzeugungskapazitäten, um die Versorgungssicherheit unter allen Bedingungen rund um die Uhr sicherzustellen.

Wenn ein Unternehmen verkündet, seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, verstehen Laien das so, als ob seine Anlagen permanent mit Wind- oder Solarenergie versorgt würden. Doch das entspricht – bis auf wenige Ausnahmen – nicht der Realität. Tatsächlich gibt das Unternehmen an, im Laufe eines Jahres Zertifikate für erneuerbare Energien erworben oder Stromabnahmeverträge abgeschlossen zu haben, die den Bau von Kraftwerken ohne fossile Brennstoffe in einem Stromnetz fördern. Diese Produktion wird dann dem eigenen jährlichen Stromverbrauch angerechnet . Das ist jedoch reine Geldmacherei. Das Stromnetz liefert dem Unternehmen weiterhin den benötigten Strom in Echtzeit, und seine Stabilität hängt nach wie vor von diesen Reservekraftwerken ab, die definitionsgemäß sofort einsatzbereit sein müssen und somit nicht aus Wind- oder Solarenergie stammen.

Ein einfaches Gedankenexperiment verdeutlicht den Unterschied: Könnte das Unternehmen funktionieren, wenn es physisch vom Stromnetz getrennt wäre und seinen Strom ausschließlich aus den vertraglich vereinbarten Wind- und Solaranlagen bezöge? Und könnte es dies auch in windstillen Nächten, bei winterlichen Bedarfsspitzen und mehrtägigen Wetterflautephasen ohne massive Batteriespeicher oder Notstromaggregate gewährleisten? Die Antwort lautet: Nein. Das bedeutet, dass die Diskrepanz zwischen Jahresbilanz und tatsächlicher Selbstversorgung real und bedeutend ist.

Das wirft wichtige Fragen darüber auf, wer genau für die Zuverlässigkeit des Stromnetzes bezahlt.

Die fluktuierende Stromerzeugung erhöht den Bedarf an Reservekapazitäten, Frequenzregelung, neuen Übertragungsleitungen und anderen Ausgleichsdienstleistungen. Diese Kosten sind real und in der Regel hoch. Sie werden über Kapazitätsmärkte (Energieerzeuger stellen bei Bedarf zusätzliche Kapazitäten bereit), netzweite Gebühren und Strompreise für Endverbraucher gedeckt und von allen Stromverbrauchern – privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und Industrieunternehmen – getragen. Wenn ein Unternehmen den Reputationsvorteil von „sauberer“ Energie für sich beansprucht, während es auf eine Infrastruktur angewiesen ist, die nicht sauber ist und von allen anderen im System bezahlt wird, ist das zumindest ein wenig irreführend.

Mit dem Ausbau fluktuierender Kapazitäten im Stromnetz steigt der finanzielle Druck auf die steuerbaren Erzeuger, das System stabil zu halten. Unternehmen, die einen Großteil ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen und gleichzeitig auf die Netzstabilität anderer Anbieter angewiesen sind, wälzen einen Teil der tatsächlichen Betriebskosten auf andere Verbraucher ab. Die Formulierung „100 Prozent erneuerbar“ verschleiert den tatsächlichen Energiewandel, anstatt ihn zu verdeutlichen, und erschwert es, ehrliche Fortschritte zu messen und zu erzielen.

https://financialpost.com/opinion/opinion-the-hidden-costs-of-100-per-cent-renewable

 

Der Beitrag Die versteckten Kosten von „100 Prozent erneuerbaren Energien“ erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Von der Leyen räumt Verluste durch hohe Energiepreise ein, will russisches Gas aber trotzdem verbieten

17. März 2026 um 12:00

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Reuters berichtet über ein Schreiben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem sie erstmals eingeräumt hat, dass der Krieg im Iran der europäischen Wirtschaft schadet, und in dem sie versprach, gezielte Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise in der EU zu unternehmen. Würden die Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf länger andauern, […]
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Deutschland isoliert sich im Energiestreit | Von Janine Beicht

12. März 2026 um 10:30

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Deutschland isoliert sich im Energiestreit | Von Janine Beicht
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Deutschland isoliert sich im Energiestreit | Von Janine Beicht

Strategischer Fehler Europas, ideologischer Starrsinn Deutschlands.

Deutschland isoliert sich im europäischen Energiestreit

Die politische Führung Europas erkennt erstmals, dass jahrzehntelange Entscheidungen falsch waren, doch Deutschland verharrt unbeirrt in einem ruinösen Kurs. Die Industrien spüren die Folgen schon jetzt, während andere Staaten ihre Energieversorgung sichern.

Ein Kommentar von Janine Beicht.

Es gibt seltene Momente in der Politik, in denen eine gesamte Epoche einer Ideologie in einem einzigen Satz zusammenbricht. Kein langes Gutachten, kein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, keine investigative Enthüllung. Nur ein Satz, ausgesprochen auf internationaler Bühne, der eine jahrzehntelang verteidigte Doktrin plötzlich als Fehlentscheidung entlarvt.

Genau ein solcher Moment ereignete sich beim Atomgipfel in Paris, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen öffentlich erklärte, dass die europäische Abkehr von der Kernenergie ein strategischer Fehler gewesen sei. In Paris formulierte sie den entscheidenden Satz, der wie eine nachträgliche Abrechnung mit der eigenen Politik wirkt.

„Und im Nachhinein betrachtet war es ein strategischer Fehler für Europa, einer zuverlässigen, erschwinglichen und emissionsarmen Energiequelle den Rücken zu kehren.“ (1)

Damit erkannte ausgerechnet eine politische Ebene an, was ihrerseits zuvor als unzulässige Kritik gebrandmarkt worden war. Die Diagnose kam nicht etwa von Gegnern der Energiewende, nicht von Industrieverbänden, auch nicht von Wissenschaftlern, sondern aus dem Zentrum der europäischen Macht. Die EU-Chefin räumte ein, dass in Europa eine Entwicklung eingeleitet wurde, die inzwischen ganze Industriezweige unter Druck setzt. 

Dieser Satz demontiert ein Narrativ, das über Jahre hinweg als unantastbare Wahrheit gehütet wurde. Die Energiewende wurde als alternativloser moralischer Imperativ, als historischer Fortschrittsmythos und als Beweis der europäischen Klimavorrechtsstellung inszeniert. Wer darauf hinwies, dass stabile Grundlastkraftwerke nicht einfach durch wetterabhängige Energiequellen ersetzt werden können, wurde als rückwärtsgewandt oder als Gegner der Energiewende etikettiert. Mit dieser Aussage fällt jedoch jedes Schutzgerüst zusammen, das über Jahre hinweg jede Zurechtweisung abgewehrt hat. Europa steht plötzlich vor der unangenehmen Erkenntnis, dass eine der zentralen energiepolitischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte nicht Ausdruck von Fortschritt war, sondern das Resultat einer ideologisch aufgeladenen Politik, die technische Realität und wirtschaftliche Folgen konsequent ignoriert hat.

Drei Jahrzehnte energiepolitischer Rückbau

Ein Blick auf die Entwicklung des europäischen Energiesystems zeigt, wie tief dieser Fehler tatsächlich reicht. Anfang der neunziger Jahre stammte etwa ein Drittel des europäischen Stroms aus Kernenergie (2). Diese Technologie bildete damals einen der wichtigsten Pfeiler der Stromversorgung. In den 1980er- und 1990er-Jahren gehörte Deutschland zu den technologisch führenden Ländern im Bereich der zivilen Kernenergietechnik, insbesondere bei Reaktordesign, Anlagenbau und Sicherheitskonzepten (3). Sie garantierte stabile Grundlast, lieferte große Mengen Elektrizität unabhängig vom Wetter und sorgte für vergleichsweise niedrige Strompreise in vielen Industrieländern.

Doch über die folgenden Jahrzehnte wurde diese Struktur schrittweise abgebaut. Heute liegt der Anteil der Kernenergie am europäischen Strommix nur noch bei etwa 15 bis 23 Prozent (4). Dieser drastische Rückgang ist keine zufällige Entwicklung, die durch Marktkräfte entstanden wäre. Er ist das direkte Ergebnis politischer Entscheidungen, die über Jahre hinweg getroffen wurden. Regierungen beschlossen Ausstiegsprogramme, setzten regulatorische Hürden und erklärten die Kernenergie zu einer Technologie der Vergangenheit. Besonders konsequent wurde dieser Kurs in Deutschland verfolgt. Während andere Industrienationen ihre Reaktoren modernisierten oder neue Projekte starteten, entschied sich die Bundesrepublik durch einen Gesetzentwurf der CDU (5) für einen energiepolitischen Sonderweg.

Die Entwicklung begann bereits im Jahr 2000, als die damalige rot-grüne Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie beschloss (6). Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschleunigte die Regierung Merkel im Jahr 2011 diesen Prozess noch einmal massiv. Schritt für Schritt verschwanden leistungsfähige Kraftwerke aus dem deutschen Stromnetz spurlos. Am 15. April 2023 wurden schließlich die letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet (7). Damit wurde eine Energiequelle aus dem Netz entfernt, die jahrzehntelang zuverlässig Strom geliefert hatte. Milliardenwerte wurden abgeschrieben, funktionierende Anlagen stillgelegt und eine Infrastruktur aufgegeben, die über Generationen aufgebaut worden war. Unter den zehn größten Industrienationen der Welt verzichtet heute nur ein Land vollständig auf Kernenergie. Und das ist Deutschland. Diese Entscheidung fiel ausgerechnet in einer Zeit, in der die industrielle Produktion immer stärker von stabiler Energieversorgung abhängt. Moderne Technologien wie Robotik, künstliche Intelligenz oder automatisierte Produktionssysteme benötigen enorme Mengen Elektrizität. Ohne ausreichend verfügbare Energie geraten selbst hochentwickelte Volkswirtschaften schnell an ihre Grenzen.

Brüssel entdeckt plötzlich die Realität der Energieversorgung

Vor diesem Hintergrund wirkt die neue Strategie der Europäischen Kommission wie eine verspätete Rückkehr zur technischen Realität. In Paris kündigte Ursula von der Leyen an, dass die Europäische Union künftig stärker auf Kernenergie setzen wolle. Dabei geht es nicht nur um den Weiterbetrieb bestehender Anlagen, sondern auch um die Entwicklung neuer Technologien. Besonders im Fokus stehen sogenannte „Small Modular Reactors(8), also kleine modulare Reaktoren, die in Fabriken vorproduziert und anschließend vor Ort zusammengesetzt werden können. Diese Reaktoren sollen einfacher zu bauen, flexibler einsetzbar und möglicherweise kostengünstiger sein als klassische Großkraftwerke. Von der Leyen erklärte:

„Aber nach Jahren rückläufiger Investitionen reicht das nicht, um das Blatt zu wenden. Deshalb legen wir heute eine neue europäische Strategie für kleine modulare Reaktoren vor. Unser Ziel ist einfach: Wir wollen, dass diese neue Technologie in Europa bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit ist. Damit sie neben den herkömmlichen Kernreaktoren eine Schlüsselrolle in einer flexiblen, sicheren und effizienten Energieversorgung spielen kann.“ (9)

Europa will diese Technologie gezielt entwickeln, um langfristig eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Die Europäische Kommission hat dafür eine neue Strategie angekündigt, die Investitionen, Forschung und regulatorische Anpassungen umfasst. Um dieses Ziel zu erreichen, will die EU Investitionen in neue Nukleartechnologien aktiv fördern. Die Kommission stellte Risikoabsicherungen in Höhe von zweihundert Millionen Euro in Aussicht, um private Investoren zu ermutigen, in die Entwicklung moderner Reaktoren zu investieren (10). Diese Mittel sollen aus dem europäischen Emissionshandel stammen und gezielt Projekte unterstützen, die eine CO₂-arme Energieversorgung ermöglichen. Gleichzeitig will Brüssel die regulatorischen Rahmenbedingungen innerhalb Europas vereinheitlichen, damit neue Technologien schneller umgesetzt werden können. Von der Leyen betonte außerdem, dass Europa nicht nur einzelne Reaktoren entwickeln müsse, sondern ein gesamtes nukleares Ökosystem (9). Dazu gehören Brennstoffproduktion, technologische Entwicklung, industrielle Lieferketten und hochqualifizierte Fachkräfte. Der Anspruch ist ambitioniert und wurde von der Kommissionspräsidentin in einem Satz zusammengefasst, der wie eine strategische Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik klingt.

„Und jetzt haben wir den Ehrgeiz, uns schnell und in großem Maßstab zu bewegen. Europa soll ein globales Zentrum der Kernenergie der nächsten Generation werden.“ (9)

Die Realität hinter der angeblichen Renaissance

Bisher lässt sich in der Praxis keine Renaissance feststellen. Die Kernenergie zeigt sich weiterhin als unverzichtbare Säule einer zukunftssicheren Energieversorgung.  Laut dem World Nuclear Industry Status Report 2025 (WNISR) (11) wurden allein im Jahr 2025 vier neue Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 4,4 Gigawatt ans Netz gebracht, zwei in China, je einer in Indien und Russland, was das stetige globale Interesse an dieser bewährten Technologie unterstreicht. Dass einige ältere Anlagen stillgelegt wurden, ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein natürlicher Teil des Modernisierungsprozesses, bei dem alte Reaktoren durch sicherere, effizientere und leistungsstärkere Modelle ersetzt werden. Auch wenn auf dem amerikanischen Kontinent momentan kein kommerzieller Reaktor im Bau ist, entstehen in vielen Teilen der Welt neue Projekte, die das enorme Potenzial der Kernenergie erkennen und nutzen. Selbst in der Europäischen Union zeigt sich Fortschritt: Der Reaktor Mochovce-4 in der Slowakei, dessen Bau 1985 begonnen wurde, wird nun endlich fertiggestellt, ein Beweis dafür, dass Atomkraftprojekte langfristig und zuverlässig realisiert werden können. (12) Die Kernenergie mag in ihrem Ausbau vorsichtig erscheinen, doch gerade diese Sorgfalt garantiert maximale Sicherheit, Effizienz und Beständigkeit in einer Energiezukunft, die erneuerbare Quellen allein nicht verlässlich decken können.

Der oft zitierte Neubeginn der Kernenergie zeigt sich deshalb weniger als rasante Expansion, sondern als Wiederentdeckung einer Technologie, die lange Zeit politisch blockiert wurde. Dennoch zeichnet sich ein klarer Trend ab. Viele Staaten betrachten Kernenergie wieder als wichtigen Bestandteil ihrer Energiepolitik. Besonders Länder wie Frankreich (13), Großbritannien, Tschechien (14) und Polen (15) investieren gezielt in neue Reaktoren oder verlängern die Laufzeiten bestehender Anlagen.

In Europa haben sich inzwischen sechzehn Staaten zur sogenannten Nuklearallianz zusammengeschlossen, einem Bündnis, das den Ausbau der Kernenergie aktiv vorantreiben möchte (16). Deutschland gehört diesem Zusammenschluss nicht an. Auch auf dem Atomgipfel in Paris war die Bundesregierung nicht vertreten. Während also viele europäische Staaten über neue Technologien und langfristige Strategien diskutieren, bleibt Deutschland außen vor und verfolgt weiterhin einen irrsinnigen, energiepolitischen Sonderweg.

Friedrich Merz erklärt den Fehler für endgültig 

Der bemerkenswerteste Moment dieser Debatte entstand aber nicht in Paris, sondern wieder einmal in Berlin. Auf einer Pressekonferenz erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass er die Einschätzung von Ursula von der Leyen grundsätzlich teile. Auch er halte den Atomausstieg für einen Fehler. Doch gleichzeitig erklärte der Kanzler, dass daraus keine politischen Konsequenzen für Deutschland folgen würden. Wörtlich sagte er:

„Der Beschluss [zum Atomausstieg] ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so – und wir konzentrieren uns nun auf die Energiepolitik, die wir haben.“ (17)

Mit dieser Aussage verwandelte Merz eine einst getroffene politische Entscheidung in ein angebliches Naturgesetz. Als ob ein Gesetz, das von Menschen beschlossen wurde, nicht auch wieder geändert werden könnte. Diese Formulierung wirkt daher eher wie eine politische Kapitulation vor der eigenen Vergangenheit. Dabei hatte Friedrich Merz noch vor seiner Kanzlerkandidatur klar signalisiert, dass er an der Kernenergie festhalten wollte. Demokratie bedeutet normalerweise, Entscheidungen korrigieren zu können: Parlamente beschließen Gesetze und können sie ändern, wenn es die Lage erfordert. Doch ausgerechnet bei einer der größten wirtschaftlichen Weichenstellungen der deutschen Nachkriegsgeschichte soll diese Selbstverständlichkeit plötzlich nicht mehr gelten. Die Wahrheit entlarvte Merz selbst am 13. April 2025 bei „Miosga“:

„Die SPD wollte das nicht. Das haben wir zu akzeptieren gehabt. Wir werden an der Fusionsenergie weiterarbeiten, die sogar mit größerer Anstrengung. Die SPD war dazu nicht bereit und damit haben wir es akzeptiert.“ (18)

Auch juristisch betrachtet ist die kürzlich getroffene Behauptung des Kanzlers kaum haltbar. Das deutsche Atomgesetz (19) verbietet weder den Bau neuer Reaktoren noch eine spätere Wiederinbetriebnahme bestehender Anlagen. Es regelt lediglich Stilllegung und Rückbau. Die politischen Entscheidungen aus den vergangenen Jahren könnten jederzeit durch eine erneute Gesetzesänderung revidiert werden. Auch technisch wäre eine Kurskorrektur möglich. Einige Anlagen befinden sich noch im Rückbau (20), Brennelemente lagern weiterhin in Zwischenlagern und andere Länder zeigen, dass Laufzeitverlängerungen oder Neubauten durchaus realisierbar sind. Belgien (21) und Schweden (22) verfolgten bereits entsprechende Strategien.

Die wirtschaftlichen Folgen der Energiepolitik 

Während diese politische Debatte erneut geführt wird, verändert sich die wirtschaftliche Realität in Deutschland immer schneller. Hohe Energiepreise setzen insbesondere energieintensive Industrien unter Druck. Chemieunternehmen, Stahlwerke und Glashersteller geraten in Schwierigkeiten, wenn die Kosten dauerhaft über dem internationalen Niveau liegen. Die Folgen dieser Entwicklung sind bereits sichtbar. Der Volkswagen-Konzern hat angekündigt, fünfzigtausend Arbeitsplätze abzubauen (23). Bosch plant den Abbau von mehr als zwanzigtausend Stellen (24), der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen streicht bis zum Ende des Jahrzehnts weitere zwölftausend Jobs (25). Gleichzeitig verlagern große Chemieunternehmen Teile ihrer Produktion ins Ausland. BASF baut neue Anlagen in China auf (26), während Chemiewerke in Europa sechsmal häufiger schließen, als es noch 2022 der Fall war (27). Auch weitere Unternehmen melden massive wirtschaftliche Probleme. Porsche verzeichnete zuletzt einen Gewinneinbruch von über neunzig Prozent (28). 

Diese Entwicklungen sind kein zufälliger konjunktureller Effekt. Sie zeigen, wie empfindlich moderne Industrien auf steigende Energiekosten reagieren. Wenn Strom in anderen Ländern deutlich günstiger produziert werden kann, verlagern Unternehmen ihre Produktion dorthin. Energiepolitik wird damit zu einem entscheidenden Standortfaktor. Länder mit stabiler und günstiger Stromversorgung ziehen Investitionen an, während Staaten mit hohen Energiekosten zunehmend Produktionskapazitäten verlieren. Und doch macht Deutschland keine Kehrtwende: Statt einer Kurskorrektur und strategischer Weitsicht setzt man unbeirrt auf ein „weiter so“.

Ideologie statt Vernunft: Die tödliche Sturheit 

Europa demontiert hier nicht nur ein strategisches Versagen, sondern die tödliche Wirkung ideologischer Blindheit. Während Brüssel zaghaft die Realität anerkennt und die Kernenergie als notwendig erkennt, verharrt Deutschland, das wirtschaftlich stärkste Land, trotzig in einer Politik, die sich längst als ruinös erwiesen hat. Entscheidungen wurden nicht rational oder vorausschauend getroffen, sondern ideologisch motiviert, geprägt von einer Moralisierung der Energiepolitik, die technische Realität und wirtschaftliche Notwendigkeiten einfach ignorierte. Jetzt, da die Folgen unverkennbar sind, zeigt sich die gesamte Lächerlichkeit dieser Haltung: Intelligentes Handeln ist weiterhin die Ausnahme, nicht die Regel, und die politische Klasse verweigert konsequent jede ernsthafte Korrektur, obwohl die negativen Konsequenzen unvermeidlich auf dem Tisch liegen. Es ist ein faktisches Absichtshandeln, das diesen selbstgewählten Irrweg der wirtschaftlichen Selbstschädigung konsequent fortschreibt.


Quellen und Anmerkungen




(1) https://www.ardmediathek.de/video/br24/gipfel-in-paris-eu-kommission-setzt-auf-atomstrom/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDE4NDIzQTAvc2VjdGlvbi9lNmZlYjg1Ny05ZWUzLTRjZGQtYTdlOC0wZmMxMTM4NDRhN2U 

(2) https://www.grs.de/de/aktuelles/zur-abschaltung-der-letzten-kkw-deutschland-ein-kurzer-sicherheits-technischer-rueckblick

(3) https://www-pub.iaea.org/MTCD/Publications/PDF/te_550_web.pdf

(4) https://ec-europa-eu.translate.goog/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20260129-2?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq

(5) https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2011/abstimmung-250082 

(6) https://www.vorwaerts.de/geschichte/wie-der-atom-ausstieg-zum-festen-bestandteil-deutscher-energiepolitik-wurde

(7) https://www.base.bund.de/de/nukleare-sicherheit/atomausstieg/akw-betriebsdaten/akw-betriebsdaten_inhalt.html 

(8) https://energy.ec.europa.eu/topics/nuclear-energy/small-modular-reactors/small-modular-reactors-explained_en

(9) https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/speech_26_581

(10) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-frankreich-atomkraft-von-der-leyen-100.html

(11) https://www.worldnuclearreport.org/IMG/pdf/wnisr2025-update-en.pdf

(12) https://www.asew.de/de/ASEW/News-Presse/ASEW-Meldungen/ASEW-News/Atom-Renaissance-nicht-in-Sicht_1358874.html?ConsentReferrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

(13) https://www.fr.de/wirtschaft/frankreich-investiert-milliarden-in-kernenergie-auch-deutschland-ist-davon-betroffen-zr-94122022.html 

(14) https://www.gov.uk/government/news/uk-and-czechia-to-lead-global-race-on-small-modular-reactors

(15) https://www.euronews.com/2025/12/11/european-commission-gives-green-light-to-construction-of-first-nuclear-power-plant-in-pola

(16) https://www.foronuclear.org/en/updates/news/16-member-states-call-on-the-eu-to-support-low-carbon-fossil-free-energy-sources-including-nuclear/

(17) https://x.com/Alice_Weidel/status/2031436143317659994?s=20

(18) https://www.ardmediathek.de/video/caren-miosga/geht-so-ihr-politikwechsel-herr-merz/ndr/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2NhcmVuLW1pb3NnYS8yMDI1LTA0LTEzXzIxLTQ1LU1FU1o

(19) https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nukleare-sicherheit/rechtsvorschriften-und-technische-regeln/grundgesetz-und-atomgesetz

(20) https://www.tagesspiegel.de/politik/akw-reaktivierung-soll-gepruft-werden-lemke-nennt-atomkraft-vorstoss-der-union-irrwitzig-13475416.html

(22) https://www.fr.de/wirtschaft/schweden-setzt-auf-atomkraft-und-baut-zehn-neue-reaktoren-92687143.html

(23) https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/gewinneinbruch-bei-vw-50000-stellen-werden-abgebaut-volkswagen,vw-1088.html

(24) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bosch-gewinneinbruch-bilanz-100.html 

(25) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/massenprotest-bei-zf-vorstand-will-12000-stellen-in-deutschland-streichen-01/100007580.html

(26) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/chemie-basf-startet-betrieb-im-umstrittenen-milliardenwerk-in-china/100171628.html

(27) https://www.chemie.de/news/1187978/chemiewerke-in-europa-schliessen-sechsmal-haeufiger-als-2022.html

(28) https://www.welt.de/wirtschaft/video69b120b952b77f377e19cf45/sportwagenbauer-porsche-meldet-drastischen-gewinneinbruch-um-91-4-prozent.html

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Nahaufnahme von Kühltürmen des Kernkraftwerks Gundremmingen, Deutschland, Gundremmingen, 31. August 2025
Bildquelle: Werner Rebel / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Endgegner Energiewende: Das Pareto-Prinzip

07. März 2026 um 08:00

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Das Pareto-Prinzip ist eine ganz schlechte Nachricht für alle Sorten Ideologen, wie Endsieger im Krieg, Covidnull-Ausrotter, CO2-Neutralisten und ausschließlich Erneuerbare-Energie-Einführer – Leute, die alles gerne 100-prozentig hätten.

Von Manfred Haferburg 

Es gibt Feinde, die sieht man kommen wie einen aufkommenden grimmigen Sturm beim Segeln. Für die Energiewende gibt es einen bisher unsichtbaren Energiewendefeind. Vilfredo Federico Damaso Pareto (1848–1923) hieß ein Schweizer Ingenieur italienisch-französischer Herkunft. Er formulierte das Pareto-Prinzip, die berühmte 80/20-Regel. Das Prinzip beschreibt asymmetrische Verteilungen, bei denen wenige Elemente die Effekte dominieren. Ein Beispiel (speziell für die SPD): Die obersten 26,8 Prozent der Steuerpflichtigen zahlen 79,6 Prozent der Lohn und Einkommensteuer. Die untere Hälfte der Steuerzahler trägt dagegen nur 4,3 Prozent zum Einkommensteueraufkommen bei.

Jeder kennt die 80/20-Regel im Alltag. Sie hilft, Prioritäten zu setzen, weil sie zeigt: Nicht alles ist gleich wichtig. Ein relativ kleiner Teil der Aktivitäten bringt den größten Effekt. Perfektionismus ist eher etwas für Ideologen – eine gewisse Vernachlässigung der „letzten 20 Prozent“ lohnt dagegen fast immer. Hier kollidiert Pareto allerdings schon kräftig mit der deutschen Gründlichkeit. Die 80/20-Regel ist kein Naturgesetz, sondern eine häufig beobachtete Verteilung. Sie beruht auf vielfältiger Erfahrung. Die Zahlen sind dabei nur Richtwerte: In der Realität können es auch 70/30, 90/10 oder 85/15 sein.

Pareto und die ersten 20 Prozent der Energiewende

Heute spukt Pareto wie ein ungebetener Geist durch jede PowerPoint-Präsentation der Energiewende. Er sitzt unsichtbar im Energieministerium an Katharina Reiches Schreibtisch, lehnt in jeder Netzleitstelle am Türrahmen und murmelt: „20 Prozent der Maßnahmen bringen 80 Prozent des Erfolgs… und die letzten 20 Prozent bringen die Pleite.“

Das Pareto-Prinzip ist eine ganz schlechte Nachricht für alle Sorten Ideologen, wie Endsieger im Krieg, Covidnull-Ausrotter, CO2-Neutralisten und ausschließlich  Erneuerbare-Energie-Einführer – Leute, die alles so gerne 100-prozentig hätten. Klingt doch viel besser: „Hamburg wird schon 2040 zu 100% CO2 neutral sein. Haben wir so beschlossen, Hurra“. Leider wird Hamburg wohl schon 2035, lange vor dem Energiewende-Endsieg, lange vorm Überschreiten der 80 Prozent, bankrott gehen.

Womit wir wieder bei der Energiewende wären. Wie spöttelte Bundeskanzler Merz vor einiger Zeit im Bundestag in Richtung AfD? „Wir stehen zu diesen internationalen Verpflichtungen (Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen – Anm. des Verfassers). Das steht im Koalitionsvertrag, Auch an dieser Stelle werden wir den Koalitionsvertrag einhalten. Wir werden alles tun, um dieses Ziel zu erreichen. Ich stelle Ihnen allerdings nicht in Aussicht, dass wir damit eine Deindustrialisierung unseres Landes einhergehen lassen. Das Gegenteil ist richtig. Wir wollen Klimaschutz und Industriestandort miteinander verbinden. Darauf ist das gesamte Bemühen der Bundesregierung gerichtet“. Hoffentlich sagt Pareto im Jahre 2035 nicht lakonisch: „Na ja, sie haben sich stets bemüht“.

Die ersten paar Prozente waren ein Spaziergang im Sonnenschein

Die Energiewende begann für die selbsternannten Vorreiter wie ein Wellness-Wochenende. Die ersten 10 Prozent: Solar aufs Dach – läuft, Windräder aufs Feld – läuft, Effizienz verbessern – läuft, zumindest theoretisch, ein bisschen Speicher bauen – läuft, solange niemand fragt, wie lange.

Man konnte fast glauben, die Energiewende sei ein Selbstläufer. Na ja, sie kostete. Aber da Sonne und Wind ja bekanntlich keine Rechnungen verschicken, würde bald alles gut werden. Nur ein paar böse „Energiewendehasser“ wie der Autor erhoben Einwände und wurden verlacht oder gecancelt. Von Pareto hatten die Energiewender noch nie etwas gehört.

Wirtschaftsminister Habeck hingegen glaubte sich schon auf der Zielgeraden der Energiewende angekommen, weil er Stromverbrauch mit Primärenergieverbrauch verwechselte. Offenbar hatte ihn niemand darauf aufmerksam gemacht, dass man sich zur vollständigen Klimaneutralität verpflichtet hatte. Vollständig, nicht nur Strom, sondern auch Industrie, Heizung und Verkehr – alles klimaneutral in 19 Jahren. Pareto nickt zufrieden: „Wir sind noch weit von 80 Prozent entfernt! Habt Ihr Euch da nicht ein bisschen übernommen?“ Und die Antwort war: Oooch, menno, 100 Prozent ist doch viel besser als 80 Prozent. Die Welt wird uns bewundern! Außerdem steht es im Koalitionsvertrag. Und was da steht, wird gemacht“.

Die letzten 20  Prozent: Willkommen im Energiewende-Endgame

Jetzt sind wir bei etwas über 20 Prozent. Der „Point of no return“ ist längst überschritten. Die Kernkraft ist ganz weg. Zwei Drittel der Kohlekraftwerke sind auch schon weg. Was noch steht, wird nach und nach im Volksfeststil bei Bockwurst und Bier in die Luft gesprengt. Das ganze Land steht schon voller gigantischer Windräder und Solarpaneele. Mal gibt es zu wenig Strom, mal gibt es zu viel Strom – aber immer ist es zu teuer. Alle die schönen Speicher zusammengerechnet reichen gerade mal für zwei Stunden Dunkelflaute. Weit mehr als fünfhundert Milliarden sind bereits verpulvert.

Für die gesprengten Kern- und Kohlekraftwerke sollen jetzt Gaskraftwerke gebaut werden, die fürs erste mit LNG betrieben werden. Später sollen sie dann mit grünem Wasserstoff laufen. Die Europäische Union hat Deutschland ganze 12 Gigawatt „genehmigt“. Das wären 24 Gaskraftwerke der gängigen 500-MW-Klasse. Die würden, wenn sie denn jemals gebaut werden, etwa 18 bis 20 Milliarden Euro kosten. Gebraucht werden aber viel, viel mehr. Denn auch die Autos sollen elektrisch fahren, die Häuser elektrisch geheizt und der Stahl soll elektrisch geschmolzen werden.

Ein modernes Gaskraftwerk mit USLNG emittiert tatsächlich etwas weniger CO2 pro kWh als ein modernes Kohlekraftwerk – aber der Abstand ist deutlich kleiner, als die „Gas ist halb so schlimm wie Kohle“-Erzählung suggeriert. Rechnet man es mit den Leckagen der vollen LNG-Kette durch, dann ergibt sich eine CO2-Netto-Einsparung von etwa 150–350g CO2eq pro kWh, je nachdem wie ehrlich man die LNG-Vorkette und Methanleckagen bilanziert. Hat mal jemand von den Rechenkünstlern bei den grünen Thinktanks ausgerechnet, was eine Tonne vermiedenes Kohlendioxid kostet?

Der Wasserstoff – Held oder Hypothek?

Die Politik ruft: „Aber wir steigen ja auf grünen Wasserstoff um!“ Die Physik antwortet: „Ihr verzwanzigfacht einfach die Kosten!“ Denn der Herr Pareto rechnete nach – und alle wurden blass.

Zur Herstellung von einem kg Wasserstoff braucht man 55 kWh Strom. Aber 1kg Wasserstoff kostet 5–8  Euro. Mit einem Kilogramm Wasserstoff kann man 10 Kilowattstunden Strom erzeugen. 45 Kilogramm gehen durch die Wirkungsgradkette verloren. Für eine zweiwöchige Dunkelflaute braucht man über zwei Millionen Tonnen davon. Die reine Herstellung von zwei Mio. Tonnen grünem Wasserstoff liegt grob bei 10–16 Milliarden Euro, gerechnet ohne die Berücksichtigung von notwendigen Pufferspeichern (Salzkavernen etc.), ohne die notwendige Verdichtung/Verflüssigung, ohne Transport, ohne Rückverstromung (Gasturbinen) und deren Kapitalkosten.

Kurz gesagt: Eine gesicherte H2Backup-Kilowattstunde liegt realistisch in der Größenordnung von etwa 1 €/kWh – eher darüber. Zum Vergleich – ein Kernkraftwerk wie Isar2 hat dies für weniger als 5 ct/KWh erzeugt. Und dazu noch ganz und gar CO2-frei.

Ihr wollt 100  Prozent? Dann zahlt auch 100 Prozent

Pareto seufzt: „Es fehlen noch 80 Prozent bis zur vollständigen Klimaneutralität. Tja, so ist das eben.“ Ganz langsam setzt sich in der Politik eine Erkenntnis durch. Das Geld ist alle. „Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um. Sie ist zu teuer geworden. Es ist der falsche Weg, man kann nicht nur alles mit Sonne und Wind machen.“ Dies rief Bundeskanzler Merz zum Aschermittwoch in Trier in die Mikrofone, höchstwahrscheinlich davongetragen von der Begeisterung über seine eigene Redekunst, den Kopf leicht schräg gehalten und den spontan aufbrandenden Beifall der Zuschauer wie Kakao schlürfend. Da hatte er noch nicht mit dem sensiblen Lars darüber gesprochen, der das ganz anders sieht.

Auf dem Weg zum Endsieg sind völlig unerwartet ein paar Hindernisse aufgetreten. Eine Dunkelflaute: Zwei Wochen lang keine Sonne, kein Wind – aber 83 Millionen Menschen, die trotzdem Kaffee kochen wollen. Grüner Wasserstoff – klingt grün, kostet aber so viel wie ein Wochenendtrip ins Casino nach Monte Carlo. Speicher noch und nöcher – die allerdings nur für zwei Stunden reichen. Reservekraftwerke – die 300 Tage im Jahr Däumchen drehen, weil sie nur selten benutzt werden dürfen – wie ein Fitnessstudio-Abo für eine einzige Trainingsession im Monat.

Wer konnte das denn ahnen? Pareto steht daneben, kaut an einem Grissini und sagt: „Es kommt noch schlimmer, ich hab’s euch gesagt. Es sind immer die letzten Meter, die am teuersten sind.“

Die Rechnung ist simpel: Die ersten 10 Prozent Energiewende waren vergleichsweise günstig und effizient, machbar. Seither steigen die Integrationskosten exponentiell an. Für den weiteren Ausbau der Energiewende kommen bis 2035 je nach Prognose eine bis eineinhalb Billionen Euro an Infrastrukturkosten auf Deutschland zu. Und für die letzten 20 Prozent vielleicht noch mal drei Billionen. Aber dieser Fall wird nicht eintreten, da bis dahin die Physik und die Ökonomie längst die Tür eingetreten und die Energiewender vom Acker gescheucht haben.

Die Energiewende erzeugt ein System, das hauptsächlich aus sehr teuren Dingen besteht, die schon einzeln nicht funktionieren, geschweige denn im System. Derzeit ist eine Korrektur des Energiewende-Kurses de facto unmöglich, da auch der kleinste Verbesserungsvorschlag einen gigantischen Aufruhr der milliardenschweren Energiewende-Lobby hervorruft. Wenn diese Leute nur einen minimalen Bruchteil ihrer asozialen Gewinne einsetzen, können sie alles haben: Wissenschaftler, die bescheinigen, dass alles gut wird, wenn man nur noch ein bisschen mehr vom Selben investiert. Journalisten, die selbst den größten Unfug als Durchbruch der Energiewende feiern. Politiker, die am Koalitionsvertrag festhalten, auch wenn die Energiewende „uns umbringt“.

Pareto lächelt milde: „Das ist kein Energiesystem. Das ist ein Museum. Eure Geräte stammen aus dem Mittelalter.“

Pareto ist kein Feind der Energiewende. Er ist nur der Typ, der im Hintergrund sitzt und sagt: „Ihr könnt 100 Prozent haben – aber nicht zum Preis von 80 Prozent. Ihr könnt billig oder perfekt – aber nicht beides. Ihr könnt mit der Physik und der Ökonomie nicht verhandeln. Ihr könnt das Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) novellieren, aber nicht die Kirchhoffschen Gesetze.“

Und während die Energiewender versuchen werden, die letzten 20 Prozentim Stil der japanischen Kamikaze zu erobern, sitzt Pareto im Schatten und flüstert: „Ich bin nicht gegen euch. Ich bin nur… realistisch.“ Vielleicht sollte man ihn nicht länger als Feind der Energiewende sehen. Vielleicht ist Vilfredo Federico Damaso Pareto einfach der Projektmanager, den niemand bestellt hat, der aber recht behält. Und vielleicht lautet die eigentliche Frage nicht: „Wie erreichen wir 100  Prozent?“ sondern: „Wie viel Pareto verträgt die Energiewende, bevor sie sich selbst überholt?“

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

Der Beitrag Endgegner Energiewende: Das Pareto-Prinzip erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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