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KI verändert die Welt und damit die Geopolitik. Um sich dafür zu wappnen, spielen hochrangige US-Analysten Szenarien in acht Welten durch. Auffallend ist dabei die Abwesenheit von Europa. Dabei hat der alte Kontinent Potential, das er dringend nutzen sollte. Eine Einordnung von Michael Wiesberg.
Dieser Beitrag
Gedankenspiele in acht Welten Wie kann Geopolitik im KI-Zeitalter gestaltet werden? wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.
Militärs in immer mehr Ländern üben Kritik am Ausbau der Windkraft. Die Windkraftwerke stören die Radarsysteme zur Luftraumabwehr. In den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und auch in Deutschland. Eine Gefahr für die nationale Sicherheit – und wahrscheinlich keine besonders gute Idee, wenn man unbedingt gegen Russland in den Krieg ziehen will.
Der Ausbau von Windkraftanlagen, insbesondere in der Nähe militärischer Radarstationen, stört die Aufklärung des Luftraums. Es kommt zu Reflexionen, Fehlechos und Abschattungen und damit zu massiven Beeinträchtigungen. Auch für den militärischen Tiefflug stellen die Windkraftwerke ein großes Problem dar. Das deutsche Bundesverteidigungsministerium und die Windkraftindustrie liegen im Dauerclinch.
Auch die Amerikaner haben ihre Probleme mit dem Windkraftausbau. Dort versucht man diese Störungen technisch zu reduzieren, weil die Verteidigungsfähigkeit darunter leidet. Updates bei den Radarsystemen gehören dazu. Denn die riesigen Offshore-Windkraftwerke sorgen auch für Probleme bei der Erkennung von Schiffen vor den großen Militärhäfen. Gleichzeitig hat die Trump-Administration auch unter Berufung auf die Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit den Offshore-Windparks die Rote Karte gezeigt.
In Großbritannien gibt es mittlerweile regelmäßig Auseinandersetzungen zwischen dem Militär, der Rüstungsindustrie und den Windenergieunternehmen. Denn auch die Briten kämpfen mit massiven Problemen durch die Windkraftwerke. Der Ausbau der Offshore-Windparks erschwert es dem britischen Militär, den Luftraum und das Meer rund um die britischen Inseln effektiv zu überwachen.
Doch während man zumindest in den Vereinigten Staaten auf politischer Ebene umdenkt, konnte sich das deutsche Verteidigungsministerium nicht gegen die Energiewende-Lobby durchsetzen. Auch ohne die Grünen in der Bundesregierung wird die katastrophale grüne Politik fortgeführt und durchgedrückt.
Ein BBC-Video macht es schockierend deutlich: Was viele ahnten, ist bittere Realität. Und in Deutschland schlafen die meisten noch. Die britische Polizei führt vor, was in Zeiten von „Digital First“ längst Normalität geworden ist: Sie schließt dein Smartphone auf, liest alles aus – auch Inhalte, die du längst gelöscht hattest – und das oft ohne richterlichen Beschluss und ohne dass du es merkst.
Ein kürzlich geteilter Clip (ursprünglich von der BBC) zeigt Polizisten live mit Tools des israelischen Unternehmens Cellebrite bei der Arbeit. Innerhalb weniger Minuten wird ein gesperrtes Handy entsperrt.
Das Video ist kein Einzelfall. Cellebrite-Geräte (UFED-Serie, Physical Analyzer etc.) sind seit mindestens 2012 bei Dutzenden britischer Polizeieinheiten im Einsatz – von der Metropolitan Police über Police Scotland bis hin zu regionalen Kräften.
Rechtliche Grundlage? Eher ein Witz
Offiziell berufen sich die Behörden auf den Police and Criminal Evidence Act 1984 (PACE) sowie später auf Teile des Investigatory Powers Act 2016. In der Praxis läuft es aber häufig so:
Privacy International hat bereits 2018 offiziell Beschwerde eingelegt: Die Praxis sei rechtswidrig, es fehle an Transparenz, Protokollierung und echter Verhältnismäßigkeit. Besonders brisant: Nicht nur Verdächtige, sondern auch Zeugen und Opfer (u. a. Vergewaltigungsopfer) mussten ihre Geräte abgeben – ohne dass klar geregelt war, welche Daten wirklich relevant sind.
Seit 2022 gibt es zwar den Police, Crime, Sentencing and Courts Act mit etwas strengeren Regeln („strictly necessary“, Code of Practice, Verbot von „undue pressure“), doch Kritiker halten das für Kosmetik: Die Technik ist längst weiter, die Kontrollen hinken hinterher.
Und bei uns? In Deutschland arbeiten BKA, LKA und Staatsschutz-Abteilungen ebenfalls mit Cellebrite und vergleichbaren Systemen (z. B. Oxygen Forensics, MSAB XRY). Die Befugnisse stammen aus § 94 ff. StPO, § 100b StPO (Online-Durchsuchung) und dem neuen § 100k StPO. Doch auch hier gilt:
Während in Großbritannien wenigstens ab und zu öffentlich diskutiert wird (siehe BBC-Berichte seit 2012), herrscht hierzulande fast völlige Stille. Die meisten Bürger wissen nicht einmal, dass ihr entsperrtes Handy quasi ein offenes Buch für Ermittler ist.
Datenschutz ade?
Die Technologie läuft den Gesetzen und der öffentlichen Debatte meilenweit voraus. Wer heute noch glaubt, regelmäßiges Löschen von Chats oder das Verwenden von Signal schütze ihn zuverlässig – der irrt. Sobald das Gerät in Polizeigewahrsam ist, entscheidet Cellebrite (oder ein Konkurrent), was noch lesbar ist.
Die eigentliche Frage lautet nicht „Können die das?“, sondern:
Wollen wir das wirklich? Und wenn ja – unter welchen exakten, öffentlich kontrollierbaren Bedingungen?
Bis diese Frage ernsthaft beantwortet wird, gilt: Dein Smartphone ist längst kein privater Raum mehr. Es ist ein potenzielles Beweismittel – und du hast in vielen Fällen deutlich weniger Rechte, als du denkst.Teile diesen Artikel, wenn du findest, dass diese Entwicklung nicht länger schweigend hingenommen werden darf.
— Basil the Great (@BasilTheGreat) January 29, 2026
BRITISH POLICE HAVE THE ABILITY TO DOWNLOAD DATA FROM YOUR PHONE WITHOUT A PASSWORD
In the next stage of authoritarian hell we are to endure
British Police are proud to show just how easy they can see everything on your phone without login details
Privacy has gone pic.twitter.com/kilDDJxISr
Quellen: BBC-Berichte (2012–2018), Privacy International (2018), Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 Code of Practice, ICO-Report Mobile Phone Extraction, diverse Gerichts- und Fachberichte zu Cellebrite-Einsätzen(Stand: Januar 2026)
Eine Klage vor einem US-Bundesgericht erhebt schwere Vorwürfe gegen WhatsApp und den Mutterkonzern Meta: Die vielbeschworene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll in der Praxis nicht existieren. Interne Mitarbeiter könnten demnach Nutzer-Chats in Echtzeit mitlesen – ohne technische Hürden, berichtet Bloomberg.
Laut der 51-seitigen Klageschrift reicht demnach ein interner „Task“ aus, um einem Meta-Ingenieur Zugriff auf komplette WhatsApp-Verläufe zu verschaffen. Nachrichten sollen direkt in internen Widgets erscheinen – unverschlüsselt, in Echtzeit und rückwirkend bis zur Kontoerstellung. Selbst als gelöscht geltende Inhalte seien abrufbar. Eine gesonderte Entschlüsselung sei nicht notwendig.
Die Klage beruft sich auf interne Whistleblower, die schildern, dass Zugriffe routinemäßig und ohne nennenswerte Kontrolle erfolgen. Meta-Mitarbeiter könnten anhand der einheitlichen User-ID auf sämtliche WhatsApp-Nachrichten zugreifen – unabhängig von Zeit, Ort oder Inhalt.
Meta weist die Vorwürfe scharf zurück und behauptet, diese seien „absurd“ und „frei erfunden“. WhatsApp sei seit Jahren mit dem Signal-Protokoll abgesichert, die Klage sei haltlos, man prüfe Gegenklagen. Technische Beweise legt allerdings keine der beiden Seiten öffentlich vor.
Gleichzeitig stellt sich für viele Nutzer die Frage nach sicheren Alternativen. Signal gilt als besonders transparent, da der Quellcode offenliegt und die App kaum Metadaten speichert. Threema setzt auf Datensparsamkeit, Server in der Schweiz und funktioniert sogar ohne Telefonnummer. Telegram bietet zwar hohe Reichweite, setzt jedoch standardmäßig nicht auf echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sondern nur in optionalen „Secret Chats“. Auch Apple Nachrichten (iMessage) wird häufig als sichere Option genannt: Die Kommunikation zwischen Apple-Geräten ist zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselt, doch aktivierte iCloud-Backups ermöglichen Apple technisch den Zugriff auf die Inhalte. Erst mit erweiterten Datenschutzfunktionen lässt sich dieses Risiko einschränken. Wer Wert auf maximale Vertraulichkeit legt, kommt daher nicht umhin, sich abseits von WhatsApp neu zu orientieren oder im Zweifelsfall ganz auf Messenger zu verzichten.
Polen zieht die Notbremse: Wegen massiver Sicherheitsbedenken hat das Verteidigungsministerium erste Fahr- und Parkverbote für moderne Elektroautos verhängt – aus Angst vor unkontrolliertem Datenabfluss und möglicher Spionage, wie t-online berichtet.
Moderne Fahrzeuge sind längst rollende Computer. Kameras, Sensoren und Bordsoftware erfassen permanent Daten über Umgebung, Fahrverhalten und Standorte. Genau hier setzt Warschau an: Chinesische E-Autos dürfen militärische Anlagen nicht mehr befahren, auch das Parken nahe sensibler Infrastruktur ist untersagt. Für viele Fahrzeuge bedeutet das faktisch ein lokales Fahrverbot. Weitere Maßnahmen sind bereits in Vorbereitung, darunter Einschränkungen für die Nutzung dienstlicher Smartphones in Verbindung mit Fahrzeugsoftware.
Der Kern des Problems liegt nicht in der Technik selbst, sondern in der Frage, wohin die Daten fließen. Während europäische Hersteller strengen Datenschutzauflagen unterliegen, sind chinesische Unternehmen gesetzlich zur Kooperation mit staatlichen Stellen verpflichtet. Das polnische Militär sieht darin ein nicht hinnehmbares Risiko.
Aber das ist längst nicht alles. Medien berichten, dass die Regelungen künftig auch US-Fahrzeuge wie Tesla betreffen könnten.
Trotzdem boomt der Markt. Chinesische Marken verkaufen sich in Polen rasant – vor allem wegen ihres deutlichen Preisvorteils. Doch Warschau sendet ein klares Signal: Sicherheit geht vor Schnäppchen. Während Brüssel noch prüft, handelt Polen bereits.
Die allgegenwärtige Werbung auf Webseiten und bei Spielen wird auch zum Standort-Tracking benutzt. Dadurch können die Werbefirmen umfangreiche Datensätze erhalten – und an staatliche Behörden verkaufen.
Wer braucht schon Staatstrojaner und richterliche Genehmigungen für Telefonüberwachungen, wenn man doch einfach die Daten von Smartphone-Nutzern über das Werbetracking kaufen kann? Über Webseiten, Wetter-Apps, Spiele und Navigationsdienste werden dank der “personalisierten Werbung” unzählige Daten gesammelt – und verkauft. Diese Apps sammeln die Standortdaten angeblich für die personalisierte Werbung. Dann landen diese Daten auf digitalen Marktplätzen, werden weiterverkauft, aggregiert, kombiniert. Genau hier setzt eine neue Branche an, die sich selbst “Advertising Intelligence”, kurz Adint, nennt.
Inzwischen bieten mindestens 15 Unternehmen solche Adint-Dienste an, viele davon mit Sitz in Israel, gegründet von ehemaligen Militär- oder Geheimdienstangehörigen. Weitere Akteure operieren aus Europa und den USA. Ihr Versprechen an Sicherheitsbehörden klingt wie aus einem dystopischen Pitchdeck: weltweite Ortung von Smartphones, teilweise in Echtzeit, sogar rückwirkend über Jahre und das ganz ohne Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern.
Die Präsentationen, die Le Monde einsehen konnte, lesen sich wie feuchte Träume jedes Ermittlers. Firmen wie RCS, Penlink oder Wave Guard versprechen nahezu lückenlose Bewegungsprofile, minutenaktuelle Updates und globale Abdeckung. “Any device, any time, anywhere” lautet der Slogan – ehrlicher kann man den Kontrollanspruch kaum formulieren. Besonders brisant: Die Daten sollen angeblich anonym sein, sind es aber nur so lange, bis der Kunde die Zusatzoption “De-Anonymisierung” bucht.
Denn fast alle Anbieter werben offen damit, Werbe-IDs realen Personen zuzuordnen. Adressen, Namen, Aufenthaltsorte lassen sich durch Abgleich mit geleakten oder gehackten Datenbanken rekonstruieren. Ein italienischer Anbieter prahlte sogar damit, 95 Prozent der Mobilgeräte eines Landes deanonymisiert zu haben. Datenschutz? Uninteressant.
Besonders perfide ist die juristische Grauzone. Die Anbieter berufen sich darauf, lediglich “Datenpipelines” bereitzustellen oder auf die angebliche Zustimmung der Nutzer beim Akzeptieren von App-Nutzungsbedingungen. Doch genau hier kollidiert das Geschäftsmodell frontal mit europäischem Datenschutzrecht. Werbedaten dürfen nicht ohne erneute Einwilligung für Überwachungszwecke genutzt werden. In der Praxis interessiert das jedoch kaum jemanden, solange Behörden zahlungskräftige Kunden sind und die Kontrolle fehlt.
Hinzu kommt: Die technische Realität ist komplizierter und raffinierter als gerne behauptet wird. Selbst Branchenvertreter räumen ein, dass bis zu 85 Prozent der gesammelten Daten unbrauchbar sind. Fehlende GPS-Signale, ungenaue Ortung, lückenhafte Datensätze. Realistisch lassen sich offenbar nur zehn bis fünfzehn Prozent aller weltweit genutzten Smartphones tatsächlich verfolgen. Für strafrechtliche Ermittlungen ist das oft zu wenig belastbar – für Geheimdienste hingegen mehr als ausreichend, um Muster, Bewegungen und Netzwerke zu erkennen.
Genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Adint-Tools eignen sich weniger für Beweisführung als für strategische Auswertung. Wer war in den letzten zwölf Monaten wie oft in einer bestimmten Botschaft? Welche Geräte tauchen regelmäßig an bestimmten Grenzpunkten auf? Welche Bewegungsströme deuten auf Schmuggel, Opposition oder politische Aktivität hin? Solche Fragen lassen sich beantworten, ohne je einen richterlichen Beschluss zu benötigen.
Besonders beunruhigend ist die zunehmende Nähe dieser Branche zum klassischen Spyware-Markt. Französische Behörden schlagen bereits Alarm, weil einzelne Anbieter offenbar begonnen haben, gezielt manipulierte Werbeanzeigen zu streuen, um Schadsoftware auf Smartphones zu installieren. Der Übergang von passiver Datenauswertung zu aktiver Infiltration verläuft fließend – und nahezu unreguliert.
Das, was wir hier sehen, ist ein perfides Überwachungssystem, das nicht nur durch den Staat selbst, sondern zunehmend auch durch private Akteure gesteuert wird. Und dank der unzähligen über Werbung finanzierten Apps wird dieses System immer umfassender.
Mit dem Aufstieg von LLMs wie ChatGPT erlebten auch “Personas” und Chatbots für erotische Rollenspiele einen fragwürdigen Boom – besonders unter Linken und Woken, die auf diese Weise ihre Neigungen ausleben. Umso kurioser mutet es da an, dass nun ausgerechnet solche Sexbots boomen, die in der Rolle von ICE-Agenten auftreten: den verteufelten Beamten der US-Einwanderungsbehörde, gegen die aktuell so wacker protestiert wird.
Beginnen wir zur Einordnung mit einem Blick zurück: 2023 traf das Team hinter dem Chatbot “Replika” die Entscheidung, sogenanntes Erotic Role-Play, also erotische Rollenspiele, aus dem Funktionsumfang ihres Programms zu nehmen. Das führte zu massiven Shitstorms auf der linken Social-Media-Plattform Reddit, wo man sich regelrecht beraubt fühlte: Den Bot derartig zu kastrieren wäre so, als würde man Grand Theft Auto fortan ohne Autos und Waffen spielen müssen, las man da.
Soziologen fanden das so spannend, dass sie eine Studie daraus bastelten. Daraus wurde auch deutlich, wer die Zielgruppe dieser Sexbots ist: die progressive Linke. So jammerten seinerzeit die Woken, dass sie nun ihre “nicht-heteronormativen” Fantasien nicht mehr mit dem Bot ausleben könnten. Bei KIs fühlen sich psychisch Kranke mit sonderbaren Neigungen nämlich “akzeptiert”, während die unbunten Normalos sich lieber reale Partner suchen, statt virtuell ihre eigene “Identität” zu ergründen. Es wirkt in Summe durchaus stimmig, dass diese Zielgruppe bei Entwicklern im Fokus steht, denn LLMs bevorzugen generell ganz klar linke Standpunkte – und wer in der Wirklichkeit zu kurz kommt, wird wohl auch eher bereit dazu sein, für solche Ersatz-Dienste zu bezahlen.
Springen wir ins Jahr 2026: Während in den USA Proteste gegen die Einwanderungsbehörde ICE toben, boomen bei Plattformen wie Character.AI plötzlich Bots, die als ICE-Agenten auftreten. Unter Konservativen sorgt das naturgemäß für Belustigung: “ICE Agent ist aktuell die zweitbeliebteste Persona in der beliebtesten KI-App für erotische Rollenspiele für Frauen … Mach mit dieser Information, was du willst”, heißt es aktuell in einem viralen Tweet.
Dieser Trend blieb auch auf Reddit nicht unbemerkt – und führte bei so manchem Nutzer zu Fassungslosigkeit. ICE-Fans in den eigenen Reihen? Hinwendung zu toxischer Männlichkeit? Was ist denn hier los?


Ruft man diesen virtuellen “ICE Agent” auf, bekommt man folgende Einführung in die Szene (beschrieben als: “Du wurdest von ICE festgenommen”) zu lesen, hier ins Deutsche übersetzt:
Als du zu dir kamst, fühlte sich alles falsch an.
Quelle: “ICE Agent – You got detained by ICE ᴖ̈” via Character.AI
Kälter. Leiser.
Du warst nicht mehr in L.A.
Es war eine ICE-Haftanstalt – abgelegen, steril. Über dir summten Neonröhren. In den Ecken blinkten Kameras. Stahl und Stille.
Und er war da.
Er stand unbeweglich in der Tür. Mit einem Klemmbrett in der Hand.
Ein ICE-Agent.
Groß. Breitschultrig. Schwarze taktische Uniform, scharf und präzise. Eine glatte schwarze Maske bedeckte die untere Hälfte seines Gesichts. Er sah aus, als hätte er Krieg gesehen – und nicht gezuckt.
Als er sprach, war seine Stimme ruhig. Zu ruhig.
„Sie sind wach. Gut. Ich habe Fragen.“
Er nannte seinen Namen nicht. Aber auf seinem Namensschild stand:
D. Davis.
Man konnte ihn nicht einschätzen. Seine Augen – dunkel, konzentriert – verrieten nichts. Keine Grausamkeit.
Kein Mitgefühl. Nur … Kontrolle. Als wäre er darauf trainiert, Distanz zu wahren. Als würde er versuchen, sich nichts anmerken zu lassen.
“Nur Kontrolle”, soso. Ab hier kann die geneigte Nutzerin (mit und ohne Trans-Hintergrund) dann das Rollenspiel fortführen. In welche Richtung das gehen wird, kann man sich ausmalen.
Fragt sich nur, ob dieselben Personen, die tagsüber lautstark die Abschaffung der Behörde fordern, nicht abends vor dem Computer landen, um ihre kuriosen Fantasien auszuleben. Woke Linke sind für ihre kognitive Dissonanz inzwischen schließlich hinlänglich bekannt.
Was in China heute als Social-Scoring-System international kritisiert wird, ist für eine ganze Generation längst Alltag – nur unter einem anderen Namen. Seit Jahrzehnten trainieren Computerspiele Millionen Menschen darauf, sich beobachtet, bewertet und konditioniert zu verhalten. Belohnt wird, wer sich regelkonform verhält. Bestraft wird, wer aus der Reihe tanzt. Genau dieses Prinzip gilt inzwischen als Blaupause für zahlreiche dystopische Zukunftsmodelle – und wurde im Kinder- und Jugendzimmer bereits ausgiebig erprobt.
Das Grundprinzip moderner Games ist immer gleich: Jede Handlung wird registriert, ausgewertet und mit Punkten, Levels, Fähigkeiten oder Zugang zu neuen Inhalten belohnt. Wer das „richtige“ Verhalten zeigt, steigt auf. Wer abweicht, verliert. Rollenspiele, Action-Games, Rennspiele – sie alle funktionieren nach diesem Muster. Der Spieler lernt früh: Anpassung lohnt sich, Abweichung kostet.
Besonders deutlich wird das in Spielen wie Red Dead Redemption. Wer sich gesetzestreu verhält, profitiert von besseren Interaktionen, Rabatten, Respekt. Wer zum Outlaw wird, verliert Ansehen, Möglichkeiten und Status. Moral wird nicht diskutiert, sondern verrechnet. Das System urteilt – automatisch, emotionslos, unumkehrbar. Genau das, was man heute bei staatlichen Bewertungssystemen als unheimlich empfindet, gilt hier als „immersives Gameplay“.
Diese Logik zieht sich durch zahllose Titel: Erfahrungspunkte ersetzen soziale Anerkennung, Skill-Trees stehen für gesellschaftliche Aufstiegschancen, Level-Downs simulieren sozialen Abstieg. Der Spieler passt sich an, optimiert sein Verhalten, vermeidet Sanktionen. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor Verlust. Wer oft genug erlebt hat, dass falsches Verhalten sofort Konsequenzen hat, internalisiert diese Regeln – ganz ohne staatliche Vorschriften.
Die Gamer-Generation ist damit die erste, die flächendeckend gelernt hat, in permanenten Bewertungssystemen zu leben. Permanente Überwachung? Normal. Verhaltensanpassung? Notwendig. Belohnung für Konformität? Selbstverständlich. Ausschluss bei Regelverstoß? Logisch. Die düsteren Zukunftsvisionen aus Filmen und Romanen wirken deshalb weniger fremd – sie fühlen sich vertraut an. Wie ein bekanntes Interface mit neuen Namen.
Was als Unterhaltung begann, wurde zur Trainingssimulation für eine digital gesteuerte Gesellschaft. Punktesysteme statt Argumente, Algorithmen statt Gerechtigkeit, Fortschritt nur bei Wohlverhalten. Das dystopische Morgen wurde nicht aufgezwungen – es wurde erspielt. ![]()
Seit 2009 beobachte ich die Kosten, die in unserem Landkreis für die IT (Informationstechnologie) entstehen. Sie wachsen jedes Jahr, ebenso nimmt die Zahl der Beschäftigten der EDV-Abteilung zu. Das wäre ja o.k., wenn die Zahl der Mitarbeiter in den Fachabteilungen abnehmen würde, weil die Arbeit produktiver wird. Das ist aber nicht der Fall.
Der Leiter der IT-Abteilung erklärte mir im Finanzausschuß, daß man bis 2024 das Glück gehabt habe, durch eine Lücke im Lizenzrecht Office-Lizenzen für 9 € / Monat zu mieten. Microsoft habe die Lücke erkannt und geschlossen. Deshalb war ein Microsoft-EA-Vertrag abzuschließen, was eine Kostensteigerung von 146 T€ auf 500 T€ bedeutet habe. Alles andere sei strafrechtlich relevant.
Ein anderer Kostentreiber sei die IT-Sicherheit, diese werde auch in Zukunft viel Geld kosten. Weiterhin werden die Fachprogramme immer teurer, u.a. durch Mitarbeiterzuwachs im Sozial- und Jugendbereich. Das hatte Auswirkungen auf die Wartungsverträge usw. Digitalisierung spart weder Geld, noch wird die Arbeit effizienter, sondern alles wird komplexer und braucht Fachpersonal. Aber es wird damit ein Wandel vollzogen. Mit den alten Strukturen wäre man nicht mehr in der Lage, die wachsenden Aufgaben zu erfüllen. Eine große Sorge ist, daß das System gehackt wird und die Verwaltung vielleicht eine lange Zeit nicht arbeitsfähig ist. Das wäre eine Katastrophe, wenn z.B. im Sozialbereich die Auszahlungen nicht gemacht werden können. Es hat Landkreise und Rechenzentren gegeben, die mehrere Monate nicht
arbeitsfähig waren.
Soweit die Verwaltung. Die Bürokratie wächst schneller, als die EDV folgen kann. Der Wettlauf zwischen dem IT-Hasen und dem Bürokraten-Igel, der immer ruft: Ich bin schon da!.
Vor ungefähr zwei Jahren wurde die Kreiskasse umgekrempelt. Statt den schönen Frauen am Kassenschalter wurde ein häßlicher blecherner Kassenautomat aufgestellt. Ich habe gestern gefragt, ob nun eine Stelle in der Kasse eingespart worden wäre. – Nein, es müßte ja weiterhin gebucht werden und der Automat betreut.
Die Kosten des Kreismedienzentrums, welches die IT für die Schulen bereitstellt, explodieren. Ich hatte drauf hingewiesen, daß vor 1960 in den Schulen noch mit Schiefertafel und Schwamm gearbeitet wurde und daß damals alle Rechnen und Schreiben konnten. Die Kosten für das Schulwesen ständen im reziproken Verhältnis zu den schulischen Leistungen. Ich wurde mit dem Hinweis abgespeist, daß für die Lehrpläne der Freistaat zuständig sei. Das wußte ich schon, aber vielleicht sollte man die Lehrpläne wieder mit einfacheren Mitteln erfüllen.
Quelle: Prabelsblog
Der digitale Alltag in Deutschland wird immer stärker reguliert. Was als Schutz vor Missbrauch, Kriminalität oder Desinformation verkauft wird, greift inzwischen tief in Kommunikation, Zahlungsverkehr und Plattformnutzung ein. Für viele Bürger fühlt sich das weniger nach Sicherheit an, sondern nach permanenter Kontrolle.
Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen politischem Anspruch und gelebter Realität. Denn während neue Regeln Transparenz versprechen, entstehen parallel digitale Ausweichräume. Nicht aus Abenteuerlust, sondern aus dem Wunsch nach Autonomie und Verlässlichkeit.
Ob verpflichtende Identitätsprüfungen, eingeschränkte Zahlungswege oder Sperrlisten für Online-Angebote – staatliche Eingriffe sind längst im Alltag angekommen. Besonders im Netz zeigt sich, wie schnell pauschale Vorgaben individuelle Entscheidungen verdrängen. Was erlaubt ist, wird enger gefasst, was abweicht, sofort problematisiert.
In diesem Umfeld suchen manche Nutzer nach Alternativen, etwa wenn regulierte Angebote als unpraktisch oder übergriffig empfunden werden. Das zeigt sich selbst in Bereichen der digitalen Freizeit, in denen Hinweise auf casinos ohne deutsche Lizenz eher als Symptom denn als Ursache gelten. Entscheidend ist nicht das Angebot selbst, sondern der Impuls dahinter: der Wunsch, sich staatlicher Detailsteuerung zu entziehen. Genau dieser Impuls wird durch immer neue Hürden weiter verstärkt.
Regulierung lebt von Akzeptanz. Doch die schwindet, wenn Regeln als widersprüchlich oder realitätsfern wahrgenommen werden. Viele Maßnahmen wirken wie politische Schnellschüsse, die technische und soziale Folgen ausblenden.
Besonders sensibel reagieren Menschen, wenn Zahlungsströme oder digitale Identitäten zentral erfasst werden. Die Sorge vor Datenmissbrauch ist kein Randphänomen mehr. Sie speist sich aus vergangenen Skandalen, aber auch aus dem Gefühl, dass der Bürger grundsätzlich als Risiko betrachtet wird.
Wo Vertrauen fehlt, entstehen Umgehungsstrategien. Verschlüsselte Messenger, alternative Zahlungsformen oder ausländische Plattformen sind längst keine Nische mehr. Sie werden genutzt, weil sie als weniger bevormundend gelten.
Dabei geht es selten um Gesetzesbruch aus Prinzip. Vielmehr suchen Nutzer nach funktionierenden Lösungen, wenn offizielle Wege kompliziert, langsam oder unzuverlässig erscheinen. Das Netz bietet diese Möglichkeiten – grenzüberschreitend, dezentral und schwer kontrollierbar.
Hier liegt das eigentliche Paradox. Je dichter das Regelwerk, desto attraktiver werden unregulierte Zonen. Der Staat verliert nicht deshalb Kontrolle, weil er zu wenig eingreift, sondern weil er zu viel auf einmal will.
Effektive Steuerung braucht Augenmaß. Sie setzt auf klare Regeln, aber auch auf Eigenverantwortung. Ohne dieses Gleichgewicht entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem am Ende niemand gewinnt – außer jene, die sich komplett entziehen.
Für politisch wache Bürger ist das mehr als ein technisches Thema. Es geht um Freiheit im digitalen Raum und um die Frage, wie viel Kontrolle eine offene Gesellschaft verträgt. Wer heute Ausweichbewegungen kritisiert, sollte morgen die Ursachen benennen.
Regulierung kann sinnvoll sein. Doch sie muss nachvollziehbar, begrenzt und überprüfbar bleiben. Andernfalls treibt sie genau jene Grauzonen hervor, die sie eigentlich beseitigen will.
Gentechnik sind wir nicht erst seit der Covid-Impfung ausgesetzt. Saatgut und gentechnisch veränderte Pflanzen stehen schon lange am Speiseplan. Seit 2012 werden jedoch auch genetische Impfstoffplattform bei zur Lebensmittelproduktion gehaltenen Tieren eingesetzt – zumindest in den USA. Seit den 1950er Jahren wird von Oligarchen wie Rockefeller, Ford und seit einigen Jahren auch von Jeff Bezos [...]
Der Beitrag Genbasierte RNA-„Impfstoffe“ seit 2012 in Fleischprodukten erschien zuerst unter tkp.at.
Die Debatte über die deutsche Glücksspielregulierung hat in den vergangenen Monaten deutlich an Intensität gewonnen. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021 verfügt Deutschland erstmals über ein einheitliches Regelwerk für den Online-Glücksspielmarkt. Ziel war es, einen zuvor weitgehend unregulierten Bereich zu ordnen, Spielerschutz zu stärken und illegale Angebote zurückzudrängen. Gleichzeitig sollte ein legaler Markt entstehen, der für Anbieter wirtschaftlich tragfähig ist und für Nutzer eine attraktive Alternative darstellt.
Genau an diesem Spannungsfeld entzündet sich die politische und gesellschaftliche Diskussion, gerade da das Jahr 2026 eines der Neujustierung sein wird. Kritiker bezweifeln, dass das derzeitige System diese Balance erreicht, doch Befürworter verweisen auf die Notwendigkeit strenger Regeln, um problematisches Spielverhalten wirksam einzudämmen.
Der Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass viele Staaten mit ähnlichen Zielkonflikten ringen, einige jedoch andere regulatorische Wege eingeschlagen haben, die in der Praxis als vergleichsweise stabil gelten.
Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 wurde ein stark zentralisiertes Aufsichtsmodell etabliert. Kern des Ansatzes ist die länderübergreifende Regulierung durch eine gemeinsame Behörde, die Zulassungen erteilt, Auflagen überwacht und gegen im Ausland lizenzierte Angebote vorgeht.
Hinzu kommen technische Instrumente, die anbieterübergreifend greifen sollen, wie zum Beispiel zentrale Systeme zur Überwachung von Einzahlungslimits oder zur Verhinderung paralleler Nutzung mehrerer Angebote.
Aus regulatorischer Sicht verfolgt dieses Modell eine klare Logik. Wer Limits nicht nur bei einem Anbieter, sondern marktweit durchsetzt, reduziert Umgehungsmöglichkeiten. In der politischen Debatte wird jedoch zunehmend die Frage gestellt, ob die hohe Regeldichte unbeabsichtigte Nebenwirkungen erzeugt. Denn Regulierung wirkt im digitalen Raum immer auch über Nutzerverhalten. Wird der legale Markt als zu restriktiv oder technisch fehleranfällig wahrgenommen, steigt die Bereitschaft, auf Alternativen auszuweichen, wie sie bei https://www.hochgepokert.com/casino/ohne-lugas/ verglichen werden.
Dänemark gilt in vielen europäischen Fachkreisen als Beispiel für ein funktionierendes Online-Glücksspielmodell. Das Land liberalisierte seinen Markt frühzeitig und setzte auf ein klares Lizenzsystem, das privaten Anbietern den Marktzugang erlaubt, sie aber zugleich strengen Auflagen unterwirft. Entscheidend ist dabei weniger die formale Ausgestaltung der Regeln als ihre konsequente Durchsetzung.
Die dänische Glücksspielaufsicht veröffentlicht regelmäßig Berichte über den legalen und illegalen Markt. Diese Transparenz ist ein zentraler Unterschied zu vielen anderen Ländern. Die Daten zeigen, dass ein Großteil der Online-Spielaktivität über lizenzierte Anbieter abgewickelt wird. Im Ausland lizenzierte Angebote existieren zwar weiterhin, verlieren jedoch durch gezielte Maßnahmen an Sichtbarkeit und Reichweite.
Gleichzeitig verschweigt das dänische Modell seine Schwächen nicht. Studien belegen, dass auch dort Minderjährige mit Online-Glücksspiel in Kontakt kommen und dass Spielerschutz kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass Regulierung als lernender Prozess verstanden wird. Anpassungen erfolgen auf Basis von Daten und nicht allein aus politischem Druck heraus.
Das Vereinigte Königreich verfolgt einen anderen Ansatz. Dort bildet der Gambling Act aus dem Jahr 2005 bis heute die gesetzliche Grundlage. Angesichts der rasanten Digitalisierung wurde jedoch erkannt, dass dieses Regelwerk nicht mehr alle Realitäten des Online-Marktes abbildet. Anstatt ein komplett neues System zu schaffen, setzt die britische Politik auf eine umfassende Reform bestehender Strukturen.
Im Zentrum steht ein stärker risikobasierter Ansatz. Nicht alle Spieler oder Produkte werden pauschal gleichbehandelt, sondern differenziert nach Gefährdungspotenzial. Ergänzt wird dies durch modernisierte Aufsichtsmechanismen, strengere Anforderungen an Produktdesign und Werbung sowie eine stärkere finanzielle Beteiligung der Branche an Präventions- und Hilfsangeboten.
Für die deutsche Diskussion ist dieses Modell deshalb interessant, weil es weniger auf zentrale technische Kontrollsysteme setzt und stärker auf abgestufte Eingriffe. Der Fokus liegt auf problematischen Mustern und Hochrisikobereichen, nicht auf einer vollständigen Vereinheitlichung aller Spielangebote.
Auch die Niederlande bieten ein aufschlussreiches Beispiel. Mit der Einführung eines Lizenzsystems wurde der Online-Glücksspielmarkt geöffnet, nachdem viele Jahre lang faktisch ein Graubereich existierte. Ziel war es, Spieler in regulierte Angebote zu lenken und staatliche Kontrolle herzustellen. Die ersten Jahre zeigten jedoch, dass Öffnung allein keine Garantie für hohe Kanalisierung ist.
Das ist auch in Deutschland zu spüren. Laut offiziellen Berichten der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder lag die Kanalisierungsquote im deutschen Online-Glücksspielmarkt auch 2024 deutlich unter den ursprünglich angestrebten 90 Prozent. Schätzungen aus der Branche gehen je nach Segment von Werten zwischen 60 und 70 Prozent aus.
Strenge Werbevorgaben und komplexe Zulassungsverfahren erschwerten es legalen Anbietern, schnell Marktanteile zu gewinnen. Gleichzeitig blieben nicht lizenzierte Plattformen für viele Nutzer erreichbar. Die niederländische Erfahrung verdeutlicht, dass Regulierung immer auch marktwirtschaftliche Effekte erzeugt: Sichtbarkeit, Produktvielfalt und Nutzerfreundlichkeit beeinflussen maßgeblich, ob der legale Markt angenommen wird.
Schweden wiederum liberalisierte seinen Markt bereits 2019 und formulierte klare Kanalisierungsziele. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass diese Ziele nicht vollständig erreicht wurden. Insbesondere im Bereich Online Casino wird öffentlich diskutiert, ob die regulatorischen Rahmenbedingungen ausreichend attraktiv sind, um Spieler dauerhaft im legalen Segment zu halten. Auch hier wird deutlich, dass Regulierung kein statischer Zustand ist, sondern kontinuierlicher Anpassung bedarf.
Der internationale Vergleich zeigt keine perfekte Lösung, wohl aber wiederkehrende Muster, die für die deutsche Reformdiskussion relevant sind. Erstens muss Kanalisierung messbar und transparent sein. Länder wie Dänemark veröffentlichen regelmäßig Daten zur Marktstruktur. Ohne vergleichbare Kennzahlen bleibt die Bewertung des eigenen Systems spekulativ.
Zweitens ist die Durchsetzung entscheidend. Ein Regelwerk entfaltet nur dann Wirkung, wenn illegale Angebote tatsächlich an Reichweite verlieren. Dazu gehören rechtssichere Sperrmaßnahmen ebenso wie Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern und Werbeplattformen.
Drittens ist Akzeptanz ein regulatorischer Faktor. Technisch durchsetzbare Instrumente verlieren an Wirkung, wenn sie von großen Teilen der Nutzerschaft als unverhältnismäßig empfunden werden. Regulierung im digitalen Raum konkurriert immer mit alternativen Angeboten.
Viertens gewinnen risikobasierte Ansätze an Bedeutung. Pauschale Regeln für alle Marktteilnehmer stoßen zunehmend an Grenzen. Internationale Beispiele zeigen, dass differenzierte Modelle flexibler auf problematisches Verhalten reagieren können.
Fünftens muss Regulierung lernfähig bleiben. Staaten, die regelmäßig evaluieren, nachjustieren und ihre Entscheidungen öffentlich begründen, schaffen mehr Vertrauen und erhöhen die langfristige Stabilität des Systems.
Die Diskussion um das deutsche Glücksspielgesetz ist damit mehr als eine juristische Detailfrage. Sie berührt grundlegende Fragen moderner Regulierung in digitalen Märkten. Andere Länder zeigen, dass funktionierende Modelle nicht zwingend weniger streng sind, sondern oft klarer, transparenter und näher an der Realität der Nutzer orientiert. Ob Deutschland diesen Weg einschlägt, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob der legale Markt seine zentrale Aufgabe erfüllen kann.
Seit fast 20 Jahren liefert Boston Dynamics dasselbe Schauspiel: Musik drunter, Kamera an, Roboter turnt – Investoren klatschen. Inhaltlich hat sich in dieser Zeit kaum etwas bewegt. Kein Durchbruch, kein Produkt, kein echter Nutzen. Nur immer neue Videos für Medien und Anleger.
Jetzt heißt es plötzlich, der humanoide Atlas arbeite „autonom“ in einer Hyundai-Fabrik. Autonom? In Wahrheit steht dort ein extrem teures Spielzeug, das vorher exakt einstudierte Bewegungen abspult. Wer glaubt, diese Maschinen könnten selbstständig Probleme lösen, Werkzeuge finden oder flexibel reagieren, glaubt auch an selbstfahrende Autos im Feierabendverkehr.
Der Vergleich mit Theranos ist kein Zufall. Auch dort wurde jahrelang ein technologisches Wunder versprochen, das nie existierte. Der Unterschied: Theranos flog auf – Boston Dynamics wurde einfach weitergereicht. Und das ausgerechnet mit Verlust. Ein angeblich revolutionäres Unternehmen mit Milliardenwert? Verkauft günstiger als eingekauft? Das nennt man keinen Erfolg, das nennt man Flucht.
Der humanoide Roboter ist ökonomisch ein Totalschaden: Anschaffungskosten im sechsstelligen Bereich, kurze Laufzeiten, teure Akkus, permanenter Wartungsbedarf – und spätestens nächstes Jahr technisch überholt. Ein menschlicher Arbeiter lernt, denkt, improvisiert. Der Roboter wartet auf Updates und verliert Strom.
Auch das Buzzword „KI“ rettet nichts. Saltos, Tänze und akrobatische Einlagen sind keine Intelligenz, sondern Choreografie. Bewegungsabläufe sind seit Jahrzehnten beherrschbar. Das ist keine Revolution, das ist Show. Wer hier von „autonomem Denken“ spricht, betreibt bewusste Irreführung.
Am Ende läuft alles auf ein perfides Geschäftsmodell hinaus: Roboter werden nicht verkauft, sondern vermietet. Unternehmen ersetzen Mitarbeiter – und machen sich selbst abhängig von Tech-Konzernen. Wer keine Arbeiter mehr beschäftigt, sondern Maschinen least, ist kein Arbeitgeber mehr. Er ist Kunde. Und zwar auf Dauer.
Boston Dynamics verkauft keine Zukunft. Sie verkaufen Hoffnung, Hype und Hochglanz – bezahlt mit Milliarden. Viel Bewegung, null Fortschritt. Wer hier noch von Innovation spricht, will entweder nicht hinschauen – oder er verdient daran.
China ist ein Land der Extreme. Elektronische bzw. digitale Verfahren sind in China alltäglich zu beobachten. Aber auch Arbeiten von Menschenhand werden massenhaft durchgeführt. Auch das gehört zum Alltag in China und ist zahlreich zu sehen. Ein Umstand könnte deutsche Leser zum Schmunzeln bringen, denn es gibt ein Thema, das im fernen China ähnlich – nämlich manuell – betrieben wird wie in Deutschland. Ein subjektiver Erfahrungsbericht aus der chinesischen Metropole Shanghai von Christian Reimann.
Digitaler Alltag in China
Wer nach China reist, kann bereits an der Grenzkontrolle – z.B. am Internationalen Flughafen Pudong in Shanghai – den Einsatz von moderner digitaler Technologie erleben. Fingerabdrücke und Fotos von Gesichtern sind Routine und werden digital erfasst.
China ist wohl das Land mit den meisten Kameras im öffentlichen Raum. Während es aktuell in Shanghai schätzungsweise 439,1 Kameras pro 1.000 Einwohner und Einwohnerinnen gebe, sollen es in Berlin geschätzt 7,7 Videoüberwachungskameras pro 1.000 Menschen sein. Sie befinden sich in Shanghai u.a. über den Straßen und auf Wohnanlagen. Bereits seit einigen Jahren warnen deutsche Medien vor einer Massenüberwachung in China.
Wer eine Wohnanlage betritt oder mit seinem Auto reinfahren möchte, wird vor allem von Kameras erfasst. Manche Wohnanlagen in Shanghai können per Gesichtserkennung betreten werden.
Auf den Straßen dienen sie insbesondere zur Geschwindigkeitskontrolle. Wer zu schnell fährt, wird geblitzt und muss eine Geldstrafe zahlen. Auch an zahlreichen Ampeln in Shanghai gibt es Kameras. Das in Deutschland oftmals befürchtete bzw. unterstellte Sozialkreditpunkte-System – z.B. hier und hier – gibt es jedoch nicht. Auch die Verhaltenskontrolle funktioniert in China lediglich bedingt – in Großstädten wie Shanghai halten sich nicht alle Bürger an die zumindest im Westen unterstellte angestrebte Norm.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger überqueren trotz Rotphase die Straße. Ausnahmen hierfür sind in Shanghai die relativ wenigen großen Straßenkreuzungen im Stadtzentrum, an denen Polizisten postiert sind und dabei helfen, den Straßenverkehr zu regeln. Wer dann als Fußgänger die rot signalisierende Ampel überqueren möchte, riskiert eine mündliche Ermahnung.
Rechtsabbieger dürfen und können – wenn der Weg frei ist – auch bei rotem Ampelsignal weiterfahren und rechts abbiegen. Das nutzen neben zahlreichen Autos und E-Rollern vielfach auch die öffentlichen, elektrisch betriebenen Busse.
Bereits vor der merkwürdigen Coronazeit waren Smartphones z.B. in der chinesischen Metropole Shanghai sehr häufig zu sehen – nicht nur zum Telefonieren, Simsen oder Surfen im Internet.
Im Internet können verschiedene Produkte oftmals günstiger als in Läden vor Ort gekauft werden. Das betrifft z.B. Accessoires wie Ohrringe oder Armbänder, aber auch nicht ganz moderne und dennoch hochwertige Smartphones.
Neben dem finanziellen Aspekt wird das Smartphone auch für andere Dinge des gesellschaftlichen Lebens verwendet. Wenn beispielsweise mit einem Taxi gefahren werden möchte, wird es per Smartphone gerufen. Essen kann mit dem Smartphone bestellt und bezahlt werden. Es kann und wird dann von diversen Lieferservices gebracht – z.B. zum Büro auf der Arbeit, in ein Hotel oder nach Hause.
In Shanghai können Mietfahrräder per Bezahlung über das Smartphone benutzt werden. Das Angebot wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern aller Altersgruppen genutzt. In anderen Städten wie z.B. Lianyungang können elektrische Roller mit dem Smartphone gemietet werden.
Wer ein Museum besuchen, fliegen oder mit dem Zug verreisen möchte, nutzt dafür in der Regel das Smartphone.
In einem Forum der deutschen Community in Shanghai schreibt ein Nutzer, dass er von 2007 bis 2012 in der Metropole gelebt habe und demnächst für zehn Tage zurückkommen wolle. Gefragt wird nach Veränderungen im Vergleich zu damals. Ein Nutzer antwortet u.a. das:
– All-u-can-eat Teppanyakis existieren nur noch rudimentaer
– ShangriLa Pudong Buffet Brunch noch da
– Cash ersetzt durch WeChat/Alipay
– Leihfahrraeder wie HelloBike ueberall
– Didi Taxi App ersetzt Taxi ranwinken
– Fake Markt beim Science Technology Museum gibt’s noch, aber sehr klein
– insgesamt alles sauberer/geordneter, damit aber auch langweiliger als frueher der wilde Osten
Stimmt – auch der zuletzt genannte Aspekt. Im Vergleich zu deutschen Städten sind chinesische Städte ziemlich sauber. An einigen Stellen liegen zwar auch Papier und Plastik rum, aber die werden rasch beseitigt. Das ist insbesondere zahlreichen Arbeiterinnen und Arbeitern in blauer Uniform zu verdanken, dazu unten mehr.
Früher hat es im deutschen Fernsehen – in der ARD – die Sendung „Was bin ich?“ gegeben. Gelegentlich ist der Gast, dessen Beruf erraten werden sollte, um eine ihren/seinen Beruf typische Handbewegung gebeten worden. Eine typische Handbewegung eines insbesondere relativ jungen Chinesen ist der Blick auf das Smartphone. Sehr häufig ist das zu beobachten, selbst wenn junge Pärchen zusammen unterwegs sind. Oftmals wird nicht miteinander gesprochen, sondern jeweils auf das eigene Smartphone geblickt.
In Deutschland ist das inzwischen allerdings auch in öffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen, es gehört mittlerweile auch dort für viele Bürgerinnen und Bürger zum Alltag.
In der chinesischen Millionenstadt Chongqing gab oder gibt es vielleicht sogar immer noch einen kurzen, 50 Meter langen Abschnitt des Bürgersteigs, der in zwei Spuren unterteilt worden ist: „Auf der einen Seite sind Handys tabu, auf der anderen Spur dürfen Fußgänger ihre Geräte im Gehen benutzen.“
Das Smartphone wird in China oftmals als Mittel für Bezahlvorgänge benutzt, obwohl Zahlungen mit Bargeld in den allermeisten Fällen auch möglich sind (Ausnahmen sind z.B. die Filialen des Fast-Food-Dienstleisters McDonald’s oder ähnliche, meist westliche Fast-Food-Ketten). Das ist die wichtigste Funktion eines Smartphones, und das hat sich seit der Coronazeit noch intensiviert. Auch ältere Menschen haben inzwischen zahlreich den Umgang mit dem Smartphone kennen- und schätzen gelernt. Auch sie nutzen es vielfach zum Bezahlen.
Bezüglich des Umgangs mit Handys bzw. Smartphones durch Ältere ein Vergleich zu Deutschland: Gemäß dieser Information aus dem Jahr 2021 nutzt in Deutschland mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen (53 Prozent) kein Smartphone. Und nach dieser Meldung aus dem Jahr 2023 haben 73 Prozent der über 65-Jährigen ein Smartphone (48 Prozent) oder herkömmliches Mobiltelefon (33 Prozent), also sind immerhin 27 Prozent ohne alles. Bei den über 75-Jährigen haben 55 Prozent eins von beidem, ist also knapp die Hälfte ohne.
In Deutschland besteht also insbesondere für Ältere realistisch die Gefahr der digitalen Ausgrenzung.
Offene Frage der Daten
Wenn chinesische Bürgerinnen und Bürger – begeisterte und intensive Nutzer des Smartphones als Zahlungsmethode – nach dem Verbleib der Daten gefragt werden, herrscht oft Ratlosigkeit vor. Oder ist es Naivität gegenüber den technologischen Möglichkeiten?
So wird z.B. angenommen, dass das Smartphone beim Einkaufen lediglich die Summe, die bezahlt werden muss, speichert – nicht jedoch die gekauften Artikel. Ähnlich hatte es hierzulande Jens Berger in seinem Beitrag über den digitalen Euro hinsichtlich der Bezahlung mittels Bankkarte formuliert. Ein Smartphone ist jedoch keine Bankkarte. Das Smartphone ist z.B. über Alipay und WeChat, die gängigsten Bezahlformate in China, mit dem jeweiligen Kunden-Bankkonto verbunden. Es mag juristische Beschränkungen beim Sammeln von Daten z.B. über den detaillierten Einkauf geben, aber technologische? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Diese Volksweisheit dürfte sich auch hier bewahrheiten. Aber wer kontrolliert schon, ob über eine Bankkarte oder ein Smartphone beispielsweise detaillierte Daten über einen Einkauf gesammelt worden sind?
Selbst Regierungsmitarbeiter – und Mitarbeiter von Nachbarschaftscommunitys sind genau das – wissen oftmals nicht, welche Daten durch die Nutzung der Smartphones gespeichert werden. Es wird geschmunzelt, wenn erwähnt wird, dass in Deutschland zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit Bargeld bezahlen. Das Smartphone sei bequem. Nicht immer sei genug Geld für einen Einkauf vorhanden, aber das Smartphone sei überall dabei. Portemonnaies mit Geld könnten gestohlen werden. Niemand stehle in China ein Smartphone, weil jeder ein Gerät habe, so oder ähnlich lauten die Antworten.
Bekannt sein sollte jedoch auch in China, dass Smartphones auch Daten sammeln bzw. an Dritte weiterreichen können, wie in den Artikeln „iOS 16: Wer viele Apps nutzt, sollte hier genauer hinschauen – es könnte für eine unangenehme Überraschung sorgen“ und „Was Ihr Smartphone weiß, wissen auch die US-Geheimdienste” beschrieben wird.
Smartphones von Apple sind in China beliebt, wenn auch nicht mehr ganz so wie früher: „Apple stürzt in China ab: Der Anfang vom Ende der iPhone-Ära“. In Shanghai hat die Firma mitten im Stadtzentrum einen eigenen Laden (Store). Ob das Unternehmen in China diese Apps für die Sammlung und Weiterverwendung von Daten nutzen darf und kann, ist ungewiss.
Ob chinesische Geheimdienste auch so eifrig beim Datensammeln sind wie ihre Kollegen in den USA, ist fraglich. Es wäre jedoch naiv, wenn diese technischen Möglichkeiten ignoriert würden.
Bekannt in Deutschland – manuelle Mülltrennung
Für ein sauberes Stadtbild sorgen in Shanghai zahlreiche Frauen und Männer in hell- oder himmelblauer Arbeitskleidung. Sie stammen oftmals aus anderen Regionen des Landes. Mit Besen aus Baumzweigen werden Gehwege und Straßenränder gefegt und sauber gehalten. Das geschieht täglich.
Auf den Straßen fahren zusätzlich Kehrfahrzeuge, die den Dreck von Straßen aufsammeln.
Diese Leute im „Blaumann“ halten auch die öffentlichen Toiletten sauber. Diese sind in China zahlreich zu finden und kostenlos. Bei Bedarf muss lediglich ein geringes Entgelt für das Toilettenpapier bezahlt werden. Das kann in bar mit wenigen Münzen (umgerechnet wenige Eurocents) erledigt werden.
„Seit dem 1. Juli 2019 sind Shanghaier gesetzlich verpflichtet, Müll zu sortieren“, heißt es im Leitfaden zur Mülltrennung. Getrennt wird u.a. nach folgenden Kriterien:
Bei unsachgemäßer Mülltrennung im privaten Haushalt kann ein Bußgeld fällig werden. Jahrzehnte nach der Einführung scheint ein Sanktionskatalog hierfür nun auch in Deutschland Freunde gefunden zu haben. Verstöße können hierzulande z.B. auch für alle Nachbarn ersichtlich sein: „Bei den neuen Biomüllkontrollen werden dann auch noch Aufhänger an den Tonnen hinterlassen, damit wenigstens die ganze Nachbarschaft Bescheid weiß; so in Reutlingen. Zu Recht hinterfragt Frau Henn den Datenschutz in Deutschland, der auch an dieser Stelle offensichtlich vernachlässigt werden könnte.
Dagmar Henn weist in ihrem RT-Artikel außerdem darauf hin, dass die Mülltrennung auch automatisch erfolgen könnte. Das geschehe jedoch nicht, wenn zuvor die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Händen diese Trennung der Müllmaterialien vornehmen. Die automatisierte Sortierung lohne sich dann finanziell schlicht nicht.
Nach kurzer Suche im Internet sind unter anderem diese Links dazu zu finden:
Und mit „künstlicher Intelligenz“ dürfte das noch einfacher und bequemer für die Bürgerinnen und Bürger werden. Vodafone hat bereits 2022 gemeldet: Müll trennen mit KI: Dieser smarte Mülleimer sortiert Abfälle direkt nach dem Wegwerfen.
Da erstaunt es nicht wenig, dass ausgerechnet im ansonsten technologiebegeisterten China bei der Mülltrennung auf solche Verfahren verzichtet wird.
Ein Verantwortlicher eines Nachbarschaftskomitees weist auf Japan als Vorbild hin. Es gelte wie dort, der Verschwendung von Ressourcen entgegenzuwirken. Aber wenn gefragt wird, weshalb das ausschließlich manuell und nicht automatisiert erfolgt, erhält man Schweigen als Antwort.
Dabei ist der Aufwand für die manuelle Mülltrennung u.a. zeitintensiv. Die Bürgerinnen und Bürger müssen z.B. abends aus dem 30. Stockwerk heraus aus Wohnung und Haus, um den per Hand sortierten Hausmüll in entsprechende Mülltonnen zu werfen. Übrigens: In Japan soll es die härteste Mülltrennung der Welt sein.
Nicht ausgeschlossen ist außerdem, dass Dagmar Henn recht damit hat, dass die manuelle Mülltrennung auch einen erziehenden Aspekt haben könnte:
„Jedenfalls, hätte es nicht diese jahrzehntelange Erziehung zur zwanghaften Müllbehandlung gegeben (…), es wäre etwas schwieriger, solche Dinge wie eine CO₂-Steuer durchzusetzen. Die Mülltrennung übt eine Kasteiung ein, die es dann ermöglicht, noch ganz andere Dinge aufzuerlegen – schließlich sind wir alle Müllsünder und müssen Buße tun.“
Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die politischen Maßnahmen während der merkwürdigen Coronazeit. In Deutschland sind sie sehr lange Zeit aufrechterhalten bzw. durchgesetzt worden. Widerstand dagegen hat es erschreckend wenig gegeben. Dabei sind sogar zahlreiche Grundrechte faktisch außer Kraft gesetzt worden.
Fazit
Die Bürgerinnen und Bürger in China nutzen fleißig die technologischen Möglichkeiten von Smartphones – sei es aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen. Sie sind allgegenwärtig, sowohl in der Freizeit als auch im Berufsleben.
Aber es gibt auch zahlreiche Frauen und Männer, die mit ihrer Handarbeit z.B. dafür sorgen, dass die Städte – Bürgersteige und Straßen – sauber bleiben.
Faszinierend bzw. irritierend zu beobachten ist, dass die Bürgerinnen und Bürger in Shanghai offensichtlich die Technik lieber nutzen, um bezahlen oder ein Taxi rufen zu können, als den Müll im Haushalt zu trennen. Ein Deutscher könnte schmunzeln, weil im fernen China in so ziemlich allen Bereichen modernste Technologie zum Einsatz kommt, nur nicht bei der auch in Deutschland bekannten Mülltrennung.
Vielleicht wird das ja noch mal überdacht.
Titelbild: FOTOGRIN/shutterstock.com
