NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Heute — 14. April 2026

Warum Pakistan Kampflugzeuge in Saudi-Arabien stationiert hat

14. April 2026 um 09:00

Vorschau ansehen
Die Atommacht Pakistan und Saudi-Arabien haben im September ein Militärbündnis geschlossen, das kaum Schlagzeilen gemacht hat, obwohl es die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten und auch weltweit verändern kann. Nun hat Pakistan, das den Iran als Gegner betrachtet, mit dem es im Januar 2024 sogar einen militärischen Konflikt hatte, demonstrativ Kampfflugzeuge in Saudi-Arabien stationiert. Pakistan hatte […]
(Auszug von RSS-Feed)
Ältere Beiträge

TICKER | Trump kündigt US-Seeblockade der Straße von Hormus an

12. April 2026 um 13:38

Vorschau ansehen
Die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans zogen sich bis in die frühen Morgenstunden. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Hier fortlaufend die neuesten Entwicklungen.
(Auszug von RSS-Feed)

TICKER | Saudi-Arabien: Wichtige Ost-West-Pipeline ist repariert - es fließt wieder Öl

12. April 2026 um 04:19

Vorschau ansehen
Die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans zogen sich bis in die frühen Morgenstunden. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Hier fortlaufend die neuesten Entwicklungen.
(Auszug von RSS-Feed)

TICKER | Gespräche gescheitert: Pakistan ruft USA und Iran zu Einhaltung von Waffenruhe auf

12. April 2026 um 04:19

Vorschau ansehen
Die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans zogen sich bis in die frühen Morgenstunden. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Hier fortlaufend die neuesten Entwicklungen.
(Auszug von RSS-Feed)

Wie sich der Waffenstillstand zwischen Iran und den USA auf die Ölmärkte ausgewirkt hat

11. April 2026 um 07:00

Vorschau ansehen
Ein Energieexperte hat für die TASS in einem Artikel erklärt, warum die Ölpreise nach dem Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA so stark schwanken und wie sich die Preise in der Zukunft entwickeln dürften. Ich habe den Artikel übersetzt. Beginn der Übersetzung: Preisschwankungen: Wie sich der Waffenstillstand zwischen Iran und den USA auf die […]
(Auszug von RSS-Feed)

Was über die für morgen geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan bekannt ist

10. April 2026 um 16:15

Vorschau ansehen
Die Positionen der USA und des Iran liegen jetzt offenbar noch weiter voneinander entfernt, als vor dem Krieg. Für Samstag sind in Pakistan trotzdem die ersten direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geplant, wobei noch immer fraglich ist, ob beide Seiten überhaupt von dem gleichen Text des Waffenstillstandsabkommens ausgehen, das die Basis für […]
(Auszug von RSS-Feed)

Erste russische Analysen über den Irankrieg

09. April 2026 um 05:00

Vorschau ansehen
Die TASS hat eine russische Analyse über die bisherigen Ergebnisse des Irankriegs veröffentlicht, die ich übersetzt habe, um zu zeigen, wie die Lage in Russland eingeschätzt wird. Beginn der Übersetzung: „Öffnet die verdammte Straße von Hormus!“: Die USA verlieren im Krieg gegen den Iran an Wut, Gewicht und ihr Gesicht Die ersten Ergebnisse der vor […]
(Auszug von RSS-Feed)

Was im Waffenstillstandsabkommen steht und was das bedeutet

08. April 2026 um 16:07

Vorschau ansehen
Die Freude über den Waffenstillstand im Nahen Osten ist groß. Aber es stellt sich die Frage, ob die USA wirklich einen Waffenstillstand und anschließenden Frieden wollen, oder ob sie nur eine zweiwöchige Atempause erreichen wollten, um frische Waffen und Truppen in die Region zu verlegen und den Krieg dann wieder aufzunehmen. Die Frage ist mehr […]
(Auszug von RSS-Feed)

Was über den Waffenstillstand zwischen Iran und den USA und Israel bekannt ist

08. April 2026 um 11:09

Vorschau ansehen
Die gute Nachricht ist, dass der Iran und die USA einen zweiwöchigen Waffenstillstand verkündet haben, dem sich auch Israel anschließen will. Allerdings soll der Waffenstillstand laut iranischen Meldungen auch den Libanon einschließen, aber Israel hat nach der Verkündung des Waffenstillstands ausdrücklich erklärt, seine Angriffe auf den Libanon fortzusetzen. Und auch andere Bedingungen, die im Iran […]
(Auszug von RSS-Feed)

Zweiwöchiger Waffenstillstand im Iran-Krieg verkündet

07. April 2026 um 23:52

Vorschau ansehen
US-Präsident Trump hat auf TruthSocial verkündet, er habe einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran ausgehandelt, dem Israel sich angeschlossen hat. Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hat die Meldung bestätigt. Die New York Times meldet, das US-Militär habe die Angriffe auf den Iran eingestellt. Den Meldungen zufolge hat Pakistan den Waffenstillstand vermittelt. Laut Trump soll die […]
(Auszug von RSS-Feed)

Energieschock und Umverteilung des Marktes?

03. April 2026 um 07:10

Vorschau ansehen
Eine Expertin hat für die TASS einen lesenswerten Artikel über die kommenden Veränderungen der weltweiten Energiemärkte und ihre Folgen geschrieben, den ich übersetzt habe. Beginn der Übersetzung: Die „Hormus-Falle“: Energieschock und Umverteilung des Marktes? Irina Gaida, Dozentin an der Fakultät für Geographie und Geoinformationstechnologien der Nationalen Forschungsuniversität für Wirtschaft, erörtert die möglichen Folgen für die […]
(Auszug von RSS-Feed)

Sprit-Schock und Zwangs-Fahrverbote: Südkorea plant den radikalen Auto-Lockdown

31. März 2026 um 10:00

Vorschau ansehen

Wegen der explodierenden Energiepreise und Einschränkungen bei den Öllieferungen bereitet die südkoreanische Regierung drastische Einschnitte in die persönliche Freiheit ihrer Bürger vor. Der Plan: Ein knallhartes Fahrverbot für den Normalbürger. Und ganz nebenbei platzt auch noch die große grüne Lebenslüge.

Zum ersten Mal seit 35 Jahren – zuletzt passierte dies 1991 während des Golfkriegs – drohen in Südkorea wieder staatlich verordnete Fahrverbote für die breite Öffentlichkeit. Der Auslöser: die eskalierende Lage im Nahen Osten. Weil die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen (Ansar Allah) im Jemen ihre Angriffe ausweiten und Katar als wichtiger Flüssiggas-Lieferant (LNG) ausfällt, schießen die Ölpreise in die Höhe. Die Antwort der Regierung in Seoul auf die Krise lautet: Verzicht und Verbote für die Bürger. Finanzminister Koo Yun Cheol machte unmissverständlich klar: Sobald der Ölpreis die Marke von 120 bis 130 US-Dollar pro Barrel knackt (aktuell kratzt er bereits an der 115-Dollar-Marke), soll der private Autoverkehr massiv eingeschränkt werden.

Für Staatsbedienstete gilt der Auto-Lockdown bereits. Wer mit dem Auto zu Regierungsgebäuden fahren will, darf das nur noch an bestimmten Tagen – abhängig von der Endziffer des Nummernschilds. Ein rotierendes Zwangs-System, das nun auf das ganze Land ausgeweitet werden soll. Ein ähnliches System galt während der Corona-Lockdowns beispielsweise auf den Philippinen, wo viele Städte und Provinzen die Bewegungsfreiheit von Fahrzeugen auf diese Weise einschränkten.

“Wir prüfen, ob wir das System auf den privaten Sektor ausweiten, um die öffentliche Kooperation zu fördern”, verkündete der Finanzminister eiskalt im Sender KBS. Auf gut Deutsch: Wenn die Krise sich verschärft, wird der Bürger gezwungen, sein Auto stehen zu lassen. Koo droht offen: “Wenn sich die Lage im Nahen Osten verschlechtert, müsste die Krisenwarnstufe auf ‚Warnung‘ hochgesetzt werden, und ab diesem Punkt müssten wir den Konsum drosseln.” Südkorea, das wie Taiwan und Singapur extrem abhängig von Energieimporten aus dem Nahen Osten ist, steht mit dem Rücken zur Wand.

Doch der eigentliche Hammer, der die ganze Absurdität der modernen Energiepolitik entlarvt, versteckt sich in einem Nebensatz der Krisen-Pläne: Südkorea stoppt den Ausstieg aus der Kohle! Während in Ländern wie Deutschland ideologiegetrieben funktionierende Kraftwerke abgeschaltet werden, zwingt die harte Realität des Öl- und Gas-Schocks die Südkoreaner zu einer 180-Grad-Wende. Die geplante Stilllegung von Kohlekraftwerken wird kurzerhand auf Eis gelegt. Wenn es hart auf hart kommt und die Energieversorgung eines ganzen Industrielandes auf dem Spiel steht, rettet eben nicht der Windpark die Wirtschaft, sondern die verlässliche Kohle.

Deutschland mag zwar nicht Südkorea sein, doch angesichts der gravierenden Produktions- und Lieferausfälle bei Öl, Benzin und Diesel könnte das Angebot bald schon weltweit knapp werden. Die Reserven reichen nämlich nur für einige Wochen. Im Ernstfall sprechen wir dann nicht mehr nur von massiven Preiserhöhungen, sondern vielmehr von Rationierungsmaßnahmen. Und wie das Beispiel Südkorea zeigt, trifft es die Autofahrer dann als Erstes.

(Auszug von RSS-Feed)

Mullah-Regime greift US-Truppen an – Trump schickt Tausende Marines!

29. März 2026 um 13:16

Vorschau ansehen

Das islamistische Terror-Regime in Teheran hat amerikanische Soldaten ins Visier genommen. Die Antwort der USA rollt bereits an – und sie ist gewaltig. Tausende Marines sind in der Region angekommen und dürften bald schon an umfangreichen Operationen teilnehmen.

Bei einem massiven Angriff mit sechs ballistischen Raketen und 29 Kamikaze-Drohnen auf die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien wurden mindestens 15 US-Soldaten verwundet, fünf davon schwer. Die Reaktion Washingtons ließ nicht lange auf sich warten. Mehr als 3.500 US-Soldaten, darunter 2.500 Marines, sind in der Golfregion eingetroffen. Ihr Flaggschiff: Die USS Tripoli, vollbeladen mit modernsten F-35 Tarnkappenbombern und Angriffsflugzeugen. Auch die USS Boxer und weitere Kriegsschiffe sind aus San Diego auf dem Weg direkt in die Konfliktzone.

Die Bilanz der US-Vergeltung unter dem Namen “Operation Epic Fury” ist schon jetzt für das Mullah-Regime verheerend. Über 11.000 iranische Ziele wurden bereits in Schutt und Asche gelegt und mehr als 150 iranische Schiffe versenkt. Weiters erschütterten gewaltige Explosionen die Hauptstadt Teheran, direkt neben dem wichtigen Mehrabad-Flughafen. Trump lässt keinen Zweifel daran, wie es weitergeht. Zwar habe er noch nicht final über den Einsatz von Bodentruppen entschieden – aktuell sind 7.000 US-Soldaten, darunter die legendäre 82. Luftlandedivision, in Stellung gebracht -, doch der Präsident kündigte an, dass noch 3.500 Ziele im Iran auf der Abschussliste stehen. Und das werde man “ziemlich schnell erledigen”. US-Außenminister Marco Rubio betonte, man könne die Ziele auch ohne Bodentruppen erreichen, aber Trump habe die maximale Handlungsfreiheit für jedes erdenkliche Szenario.

Während der Iran weiterhin massiv unter Beschuss liegt, setzen die Mullahs die gesamte Region in Brand. So greifen nun auch die vom Iran gesteuerten Huthi-Terroristen (Ansar Allah) aus dem Jemen offiziell in den Krieg ein und feuern Raketen auf Israel ab. Das ist ein absoluter Albtraum für die ohnehin schon gefährdete weltweite Handelsschifffahrt im Roten Meer. Gleichzeitig attackiert das Regime gezielt die Wirtschaft der Nachbarstaaten: Im Wüstenstaat Abu Dhabi schlug eine iranische Drohne in die gigantische Aluminiumfabrik von Emirates Global Aluminium ein, was zu Verletzten, massiven Schäden und weltweit in die Höhe schießenden Aluminiumpreisen führte. Auch der Raketen-Hagel am Golf reißt nicht ab. Kuwait und Bahrain, die Heimat der 5. US-Flotte, werden ununterbrochen attackiert, während die Luftabwehrsysteme im Dauertakt gegen iranische Raketen und Drohnen feuern müssen.

Das ultimative Ziel rückt derweil immer stärker in den Fokus: die nukleare Bedrohung durch das islamistische Regime ein für alle Mal zu beenden. Zum dritten Mal in nur zehn Tagen schlug es bei den iranischen Atomanlagen bei Buschehr ein. Israel und die USA erhöhen den Druck auf die nukleare Infrastruktur der Mullahs. Eines ist klar: Die USA sind bereit, das Mullah-Regime den ultimativen Preis für seinen jahrzehntelangen Terror in der Region zahlen zu lassen.

(Auszug von RSS-Feed)

Der Preis der Eskalation

28. März 2026 um 09:45

Vorschau ansehen

Wie der Angriff auf Energieinfrastruktur den Krieg im Nahen Osten auf eine neue Stufe hebt.

Der Beitrag Der Preis der Eskalation erschien zuerst auf .

(Auszug von RSS-Feed)

Tacheles #198 ist online

27. März 2026 um 22:14

Vorschau ansehen
Und wieder zeigen wir bei Tacheles mit Röper und Stein den ganz normalen Wahnsinn der deutschen, europäischen und internationalen Politik der letzten Woche, wobei das erste Thema natürlich auch wieder der Iran war. Aber wie immer ging es auch um den Krieg in der Ukraine und um den Wahnsinn, den die EU veranstaltet. Sollte YouTube […]
(Auszug von RSS-Feed)

Trump ist nicht verrückt geworden, es gibt tatsächlich Verhandlungen mit dem Iran

27. März 2026 um 19:25

Vorschau ansehen
Ich habe aus quasi erster Hand Informationen über die hinter den Kulissen laufenden Verhandlungen zwischen den USA, den arabischen Staaten und dem Iran bekommen, die einiges von dem, was derzeit passiert – vor allem Trumps wirr erscheinende Posts und Aussagen – erklärt. Bevor ich dazu komme, will ich zuerst erklären, woher ich diese Informationen habe, […]
(Auszug von RSS-Feed)

„So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt“, sagen Analysten

26. März 2026 um 09:00

Vorschau ansehen
Die TASS hat in einem Artikel die aktuellen Auswirkungen der neuen Ölkrise zusammengefasst und auch Experten und Analysten befragt. Demnach steht die Welt vor der größten Ölkrise der Geschichte. Ich habe den TASS-Artikel übersetzt. Beginn der Übersetzung: „Solche Einbrüche hat es noch nie gegeben“: Wie die Ölkrise die Welt erfasst Die durch die Eskalation im […]
(Auszug von RSS-Feed)

Vom Kollateralschaden zum Doppelschlag – Kriegsverbrechen als Routine

24. März 2026 um 09:34

Vorschau ansehen

Was vor etlichen Jahren weltweit für Entsetzen sorgte, wird heute hingenommen. Die absichtliche Tötung von Zivilisten und die absichtliche Zerstörung ziviler Infrastruktur sind Kriegsverbrechen und brechen internationales und humanitäres Recht. Die Länder und Regierungen, die Kriegsverbrecher nicht isolieren und ächten – wie das internationale Recht und die UN-Charta es vorsehen, sind Mittäter. Das gilt für den Völkermord gegen die Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland, das gilt auch für den aktuellen Angriff auf Iran und Libanon. Von Karin Leukefeld.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Am 28. Februar 2026 griffen Israel und die USA den Iran an. Der Angriff ist völkerrechtswidrig und illegal. Iran hatte die beiden Staaten weder bedroht noch angegriffen. Im Gegenteil: Iran und die USA hatten durch die Vermittlung des Oman am 26. Februar eine weitere Verhandlungsrunde in Genf beendet, die zu weitreichenden Ergebnissen geführt hatte. Ein neues Treffen war für den 2. März in Wien am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geplant.

Der Angriff wurde und wird bis heute von der Bundesregierung und anderen europäischen Regierungen, auch von der EU-Kommission oder im EU-Parlament nicht verurteilt. Bundesminister und andere deutsche Politiker erklären, „fest an der Seite Israels“ zu stehen. Dessen Regierung droht neben der anhaltenden Zerstörung des Iran mit Einmarsch und Besetzung des Libanon, der trotz einer Waffenruhe mit Israel Ende November 2024 täglich von Israel bombardiert wurde. Dabei wurden täglich Menschen getötet.

Trotz der aggressiven Drohungen, die israelische Minister gegen den Libanon richten, werden deutsche Waffen und deutsches Geld an die israelische Regierung nicht gestoppt. Das Auswärtige Amt bestellt nicht die Vertreter von Israel und den USA ein, um gegen deren Angriffe zu protestieren. Kein Wort darüber, dass der libanesischen Bevölkerung damit gedroht wird, ihre Lebensgrundlagen in Grund und Boden zu bomben. Südbeirut – dass auch in deutschen Medien als „Hochburg der Terrororganisation Hisbollah“ bezeichnet wird – werde bald „aussehen wie Khan Younis und Rakka“, so das israelische Regierungsmitglied Smotrich. Und die israelische Armeeführung ordnet die komplette Zerstörung von Dörfern im südlichen Libanon an.

Leben unter Bomben

Seit drei Wochen beherrscht nun der völkerrechtswidrige US-israelische Krieg das Leben der Menschen zwischen dem östlichen Mittelmeer und weit über die Persische Golfregion hinaus. Obwohl klar ist, dass der Krieg von Israel und den USA begonnen wurde, während Iran sein Recht auf Verteidigung ausübt und vor jedem neuen US-israelischen Angriff warnt, man werde auf gleicher Ebene zurückschlagen, wurde unmittelbar nach Kriegsbeginn der Iran für den Krieg verantwortlich gemacht. Diese Anschuldigung wird von EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und von England (E3) verbreitet, auf Antrag des Golfkooperationsrates wurde diese Anschuldigung in einem Resolutionsentwurf dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt. Die Resolution wurde – bei Enthaltung von China und Russland – angenommen. 130 UN-Mitgliedsstaaten sollen die Resolution unterstützt haben. Der Iran wies die Resolution zurück und betonte sein Recht, sich gegen die US-israelischen Angriffe zu verteidigen.

Die dort lebenden Muslime feiern das Ende des Fastenmonats Ramadan, die Christen befinden sich in der vorösterlichen Fastenzeit, und im Iran und angrenzenden Gebieten wird das Neujahrsfest Newroz oder Newruz gefeiert.

Millionen Menschen in der Region sind auf der Flucht. Mehr als 1,2 Millionen Inlandsvertriebene sind im Libanon registriert, mehr als drei Millionen Vertriebene werden aus dem Iran gemeldet. Die zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen und Zehntausende Vertriebene im besetzten Westjordanland finden kaum noch Erwähnung in westlichen Medien.

Die Zahl der Toten steigt täglich. Mehr als 1.500 Tote werden offiziell im Iran gemeldet, darunter hochrangige Politiker und Militärs. Wissenschaftler, Journalisten, Rettungshelfer, Feuerwehrleute, Angehörige des Zivilschutzes und der Rote-Kreuz/Rote-Halbmond-Organisationen wurden getötet. Ärzte, Krankenhelfer und ihre Gesundheitszentren und Kliniken werden bombardiert. In Schulen sterben Kinder und Lehrer.

Im Libanon werden die Menschen von den israelischen Bomben- und Drohnenangriffen in ihren Häusern, Höfen, Dörfern und Wohnungen getötet, die Israel als „Hisbollah-Stellungen“ beschreibt. Mehr als 1.000 Tote wurden bisher gemeldet, darunter Rettungshelfer, Zivilschutz, Journalisten, Ärzte, Universitätsprofessoren und Familien mit ihren Kindern, die von Israel als „Hisbollah“ bezeichnet werden. Der stellvertretende Leiter von UNICEF-Libanon erklärte, die „Eskalation hat so viele getötet oder verletzt“, als töte man „eine Schulklasse Kinder jeden Tag“.

Die mehr als 72.000 Toten, die von Israel in Gaza getötet worden sind, scheinen vergessen. Unklar ist, wie viele Tote unter den Trümmern der zivilen Infrastruktur verschüttet sind, 11.000 Menschen wurden aus Gaza von der israelischen Armee verschleppt und werden in israelischen Gefängnissen und Lagern vermisst.

Lebensgrundlagen werden zerstört, wenige Tage vor dem Eid al-Fitr Fest hat die israelische Besatzungsarmee die Al-Aksa-Moschee in Ostjerusalem für die Gebete am Ende des Ramadans gesperrt. Die Moschee gilt als das drittwichtigste Heiligtum für die Muslime nach Mekka und Medina.

Die Drohungen der angreifenden US-israelischen Koalition überschlagen sich täglich in Wort und Tat. Nach der Zerstörung von Öldepots im Norden von Teheran bombardiert Israel das iranische Pars-Gasfeld im Persischen Golf. Die USA bombardieren die Khargh Insel, Flughäfen und einen Ölverladehafen vor der Westküste des Irans. US-israelische Raketen bombardieren die Atomanlagen Busheir und Natanz im Iran.

US-Präsident Donald Trump droht schließlich, sämtliche Energieanlagen des Iran zu zerstören, sollte dieser die Straße von Hormus nicht für die Schifffahrt freigeben. Der Iran erklärt, Schiffe befreundeter Staaten hätten freie Fahrt durch die Meerenge, andere müssten die Durchfahrt mit Iran verhandeln, wenn sie nicht beschossen werden wollten. 20 Prozent des weltweiten Nachschubs von Öl und (Flüssig-)Gas werden täglich durch die Straße von Hormus transportiert.

Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaventum, Nichtwissen ist Stärke (1984, George Orwell)

Israel bezeichnete den Luftangriff auf den Iran als „präventiven Schlag”: Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Ziel der Operation sei es, „Bedrohungen gegen den Staat Israel zu beseitigen“. Mittlerweile haben zahlreiche US-Politiker, darunter auch Außenminister Marco Rubio und der Leiter der Anti-Terror-Abteilung Joe Kent, erklärt, die USA hätten sich dem Angriff angeschlossen, weil Israel ihn sowieso geplant habe. Eine konkrete Gefahr aus dem Iran habe nicht vorgelegen.

Der Angriff besiegelt das Scheitern der Diplomatie. In der UN-Charta gibt es ein „Nichtangriffsgebot“, dass Israel nie respektiert hat. Mehr als ein Jahr hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die USA zu dem Angriff auf den Iran gedrängt. In der ersten Trump-Amtszeit konnte Israel erfolgreich durchsetzen, dass die USA 2018 aus dem lange verhandelten Atomabkommen mit dem Iran (JCPOA) ausstiegen.

Wiederholt hatte Israel die Verhandlungen torpediert und verurteilt. Netanjahu kritisierte nicht nur die Verhandlungen über das israelische Atomprogramm, er wollte auch die Agenda möglicher Verhandlungen bestimmen. Dazu gehörten neben dem Atomprogramm die Einstellung des iranischen Raketenprogramms sowie ein Ende der iranischen Kooperation mit regionalen Verbündeten. Bei dem aktuellen Angriff handelt es sich um das zweite Mal, dass Iran aus bilateralen Verhandlungen mit den USA heraus angegriffen wurde.

Die Frage, warum die USA sich dem Krieg angeschlossen haben, wird vielfältig beantwortet. Das oder zumindest ein Ziel ist, die komplette Kontrolle über Westasien zu erlangen. Das iranische Atomprogramm ist ein Vorwand, zumal es bereits beim Angriff im Juni 2025 hieß, man habe sämtliche Kapazitäten des Iran, Atomwaffen zu entwickeln, zerstört. Der Iran hat unter dem obersten Revolutionsführer Ali Khamenei immer betont, keine Atomwaffen anzustreben. Die Urananreicherung sei ein Recht des Iran, zumal das Land den Nichtverbreitungspakt unterschrieben und seitens der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA auf Druck der USA und der israelischen Partner Deutschland, Frankreich und Großbritannien (E3) intensive Überwachung und Kontrollen durchgeführt wurden. Das unterscheidet den Iran vollständig von Israel, der einzigen Atommacht in der Region. Israel schweigt über sein Atomwaffenprogramm, dementiert aber nicht, Atomwaffen zu haben.

Israel will sich zu einem „Groß-Israel“ auf ein Gebiet ausweiten, das mit dem Kerngebiet eines „Größeren Mittleren Ostens“ übereinstimmen soll. Als „jüdischer Staat“ sei man „auserwählt“, über den anderen Völkern der Region zu stehen. Die EU-Kommission und europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien bewaffnen und finanzieren Israel und dessen Armee, um „die Drecksarbeit zu erledigen“. Der Plan, Westasien unter westlich-israelische Kontrolle zu bringen, ist ein Griff nach den Rohstoffen der Region und richtet sich politisch gegen China und Russland, die in Westasien – mit BRICS und dem neuen Seidenstraßenprojekt – eine erfolgreiche Politik der Kooperation begonnen hatten.

Gemäß der Kriegsregeln

Was vor 20 Jahren weltweit für Entsetzen sorgte, wird heute hingenommen. Die absichtliche Tötung von Zivilisten und die absichtliche Zerstörung ziviler Infrastruktur sind Kriegsverbrechen und brechen internationales und humanitäres Recht. Beispiel: Der völkerrechtswidrige Krieg gegen den Irak 2003.

Bagdad, 12. Juli 2007. Zwei US-Kampfhubschrauber der Marke Hughes AH-64 ‚Apache‘ flogen an diesem Morgen Angriffe auf eine Gruppe von bis zu zwölf Männern, die eine Straße im Stadtteil Neu-Bagdad, Baghdad al Jedideh, entlangliefen.

Die Soldaten an Bord der Hubschrauber feuerten mit 30-Millimeter-Bordkanonen und töteten die Männer, darunter der Fotograf Namir Nour El Deen und der Fahrer Saeed Chmagh, zwei irakische Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Später sollten die Soldaten sagen, sie hätten die Kameras, die die beiden Journalisten auf der Schulter trugen, für Granatwerfer, eine RPG (rocket-propelled grenade) gehalten. Eine Bordkamera nahm das Geschehen auf. Kommentar der Soldaten: „Diese toten Bastarde. Schön.“

Einer der beiden Mitarbeiter von Reuters überlebte schwer verletzt. Er bewegte sich, versuchte aufzustehen. Die Hubschrauberkamera zeichnete das auf. Kommentar der Soldaten: „Trägt er eine Waffe? Ich habe noch keine gesehen. Hey Leute, seht ihr den Typen, der da am Bordstein entlangkriecht? Ja, ich habe ihn.“

Das Zielkreuz der Hubschrauberkamera schob sich langsam über den Verletzten. Dann hörte man einen der Soldaten sagen: „Wir haben hier einen schwarzen Van, der den Typ einsammelt. Bitte um Erlaubnis, anzugreifen.“

Die Kamera des Hubschraubers schwenkte, und zu sehen ist, wie der Fahrer des Vans versuchte, den Verletzten zu bergen. Ein anderer Mann half ihm, beide trugen den Verletzten zur Seitentür des Fahrzeugs, legten ihn hinein. Zu hören ist die Stimme eines Soldaten: „Ja, Roger, greift an.“ „Verstanden“, sagte ein anderer Soldat.

Gerade, als der Van losfahren wollte, griff der US-Kampfhubschrauber den Wagen an und feuerte 120 Schuss Munition auf das Fahrzeug und auf die zwei Männer, die versuchten, sich nahe einer Mauer in Sicherheit zu bringen. Die Hubschrauberkamera hielt alles fest. Die Soldaten verständigten sich: „Ich habe sie verloren. Ich habe sie. Oh ja, schaut Euch das an. Direkt in die Windschutzscheibe.“

Die Hubschrauberkamera hielt das Bild fest. Der Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters, der gerettet werden sollte, lag leblos am Boden. Der Van war vermutlich durch den Druck der Geschosse rückwärts gegen eine Mauer gedrückt worden. Die beiden Männer lagen tot daneben. Die US-Armee erklärte später, die beiden Hubschrauber hätten eine „Gefahr für die Truppen“ identifiziert, gesichert und sich den „Kriegsregeln entsprechend“ verhalten.

„Collateral Murder“

Whistleblower aus der US-Armee hatten die Aufnahmen Wikileaks zugespielt, veröffentlicht wurde das Video unter dem Titel „Collateral Murder“ (Kollateralmorde), im April 2010, drei Jahre nach dem eigentlichen Vorfall.

Das militärische Vorgehen wurde schon damals als „Doppelschlag“, als Double Tap bezeichnet. Der erste Angriff attackiert dabei das eigentliche Ziel – ein Gebäude, Personen oder eine Personengruppe. Der zweite, zeitlich verzögerte Angriff gilt Ersthelfern, Rettungskräften, hinzugeeilten Angehörigen, möglichen Überlebenden des ersten Angriffs, die helfen wollen. Nach Einschätzung der juristischen Fachzeitschrift Florida Law Review handelt es sich bei Double Taps „wahrscheinlich“ um Kriegsverbrechen, da sie grob gegen das Humanitäre Internationale Recht und die Genfer Konventionen verstoßen. Diese verbieten, Zivilisten, Verwundete oder solche, die nicht mehr kämpfen können, anzugreifen.

Als der Film „Collateral Murder“ 2010 veröffentlicht wurde, war die internationale Öffentlichkeit schockiert über die Brutalität, mit der die US-Soldaten in den US-Kampfhubschraubern wehrlose Menschen angriffen und töteten. Die aufgezeichneten Kommentare zeigten zudem eine tiefe Verachtung für die Opfer und eine Überheblichkeit der US-Soldaten nicht nur gegenüber diesen Opfern, sondern auch gegenüber dem Humanitären Internationalen und dem Kriegsrecht, wonach Zivilisten nicht getötet werden dürfen. Unbekannt blieb, ob die Soldaten davon schon jemals gehört hatten. Keiner wurde angeklagt, keiner wurde verurteilt.

Auch die US-Administration war über die Veröffentlichung schockiert. Nicht wegen des Verhaltens ihrer Soldaten, sondern weil jemand es gewagt hatte, die Kriegsverbrechen, die die US-Armee verübte, in aller Öffentlichkeit anzuprangern. Es war nicht das erste Mal, denn zuvor waren bereits Informationen über das US-Gefangenenlager Guantanamo veröffentlicht worden.

Damals hatte Wikileaks internationale Medienpartner, die die Veröffentlichungen unterstützten und davon profitiert hatten. Auf der Wikileaks-Internetseite finden sich u.a. die Namen von The Washington Post, McClatchy Company, El Pais, The Telegraph, Der Spiegel, Le Monde, Aftonbladet, La Repubblica, L’Espresso. Genannt wird auch Andy Worthington, Journalist und Aktivist, der die „Guantanamo Files“ in einem Buch veröffentlichte, das 2007 von Pluto Press veröffentlicht wurde. Später folgte der Film „Außerhalb des Rechts“, in dem die Geschichten einiger Guantanamo-Gefangenen dokumentiert werden. Worthington setzte sich nicht nur für die Freilassung der Gefangenen, sondern auch für die Schließung des Guantanamo-Gefängnisses ein. Anfang 2025 ließ die US-Regierung noch einmal elf Gefangene frei, die mehr als 20 Jahre ohne Anklage in Guantanamo festgehalten worden waren. Sie wurden an den Oman überstellt. In dem Gefängnis auf der US-Marinebasis Guantanamo Bay werden bis heute noch 15 Gefangene ohne Anklage seit mehr als 20 Jahren festgehalten.

Afghanische Tagebücher

Nach der Veröffentlichung der Guantanamo Files folgte die Veröffentlichung der Afghan War Diaries, im April 2010 folgte „Collateral Murder“. Die US-Regierung war besonders wegen geheimer Unterlagen zu Afghanistan alarmiert und warnte vor weiteren Veröffentlichungen. In deutschen Medien folgten kritische Berichte nach dem Motto: „Wikileaks und Afghanistan – Pressefreiheit oder Kampagne?“

Dann wurde Wikileaks gejagt. Julian Assange als Stimme und Gesicht von Wikileaks wurde mit konstruierten Vorwürfen diffamiert und in Schweden angeklagt, es folgte ein EU-Haftbefehl. Sieben Jahre verbrachte Assange im Exil in der Botschaft von Ecuador in London. Dort sagte man ihm politisches Asyl in Ecuador zu. Die US-Administration forderte seine Auslieferung wegen „Spionage und Geheimnisverrat“. 2019 wurde Assange von der britischen Polizei aus der ecuadorianischen Botschaft verschleppt, nachdem die neue Regierung Ecuadors die Asylzusage zurückgenommen hatte. Assange wurde in das britische Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh gebracht. Wiederholt wurde über das US-Auslieferungsverfahren verhandelt. Das wurde schließlich vom australischen Ministerpräsidenten Anthony Albanese gestoppt, der Julian Assange, einen Staatsbürger Australiens, nach Australien zurückholte.

Im Juni 2024 kam Assange frei. Nach einer Pro-forma-Verhandlung vor einem US-Gericht auf der Insel Saipan im Pazifik konnte er nach Australien zurückkehren. Er hatte sich der Spionage schuldig bekannt mit den Worten, er sei davon ausgegangen, dass seine Arbeit für Wikileaks vom ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschützt gewesen sei, dem Recht auf Meinungsfreiheit. In den NachDenkSeiten hieß es damals, die Freiheit von Assange sei „das Ergebnis des Engagements von Menschen auf der ganzen Welt“.

Die libanesische Tageszeitung Al Akhbar feierte die Freiheit von Julian Assange mit einem ganzseitigen Titelbild und dem Satz: „Einer der besten Wege, Gerechtigkeit zu erreichen, ist es, Ungerechtigkeit aufzudecken.“ Heute muss man allerdings vielen Medien weitgehend Versagen bescheinigen, wenn es um die Aufdeckung von Ungerechtigkeit geht. Die Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak, in Afghanistan, die Menschenrechtsverbrechen an Gefangenen in Guantanamo, die vor 16 Jahren für einen internationalen Aufschrei sorgten, sind heute Routine.

Israel hat die Liste der Kriegsverbrechen noch mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz ausgeweitet. Für den Angriff auf mehr als 3.000 Personen im Libanon, die 2024 bei der gleichzeitigen Explosion von Funksprechgeräten schwer verletzt oder getötet wurden, gab es mancherorts etwas wie Anerkennung für einen „kühnen und einfallsreichen Angriff“. Die Ermordung von politischen Führungspersonen gehört schon lange zum Arsenal israelischer Sonderkommandos. In deutschen Medien wird das inzwischen als „Enthauptungsschlag“ bezeichnet. Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn erklärte dazu in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, das Völkerrecht dürfe „für gezielte Tötungen im Iran gebrochen werden“. Der Bruch des internationalen Rechts – und das sind „gezielte Tötungen“ – soll offenbar „normalisiert“ werden und im Alltag ankommen.

Der „Doppelschlag“

Sucht man über diese militärische „Taktik“ Informationen im Internet, wird man auf Artikel gelenkt, die von der russischen und der syrischen Armee im Syrienkrieg (seit 2011) berichten. Beide Armeen hätten „Doppelschläge“ gegen die bewaffnete dschihadistische Opposition verübt, heißt es.

Die Autorin erinnert sich allerdings daran, dass diese Taktik von der Nusra Front, damals Al-Qaida-Vertretung in Syrien, eingesetzt wurde. Einer der ersten dieser Angriffe fand in Damaskus im Januar 2012 statt. Damals war die russische Armee gar nicht in Syrien aktiv. Ziel des Anschlags war ein Bus mit Polizei- und Geheimdienstangehörigen im Ortsteil Al Midan, kurz darauf folgte eine zweite Detonation. Ähnlich ein Anschlag auf ein Polizeikrankenhaus außerhalb der Hauptstadt. Als Rettungssanitäter eintrafen, folgte der nächste Anschlag.

Der Gründer und Führer der Nusra Front – Abu Mohamed Al Jolani, heute bekannt als Ahmed al Sharaa – hatte die Taktik offenbar aus dem Irak-Krieg übernommen und nach Syrien gebracht. Im Irak hatte der Islamische Staat im Irak Autobomben per Fernzündung auf Märkten, an Busbahnhöfen, vor Kirchen oder Moscheen explodieren lassen. Fast immer folgte ein zweiter Anschlag, eine zweite Explosion, wenn Menschen herbeieilten, um Verletzten zu helfen.

In Gaza, im Libanon und im Iran gehören diese militärischen „Doppelschläge“ inzwischen zu den alltäglichen Angriffen der israelischen und US-Armee.

25. August 2025, Gaza. Kameras halten einen israelischen Angriff auf das Al Nasser Hospital in Gaza fest. Der erste Angriff tötet einen Journalisten von Reuters. Als Journalisten und Sanitäter kommen, um zu helfen, wird eine zweite Rakete auf die Gruppe gefeuert. Bei diesem „Doppelschlag“ sterben 20 Menschen, darunter fünf Journalisten.

28. Februar 2026, Minab. Zu Beginn des Angriffs auf den Iran wurde Revolutionsführer Ali Khamenei in seinem Wohn- und Amtssitz getötet. Am gleichen Tag wurde im Süden des Iran in der Stadt Minab, Provinz Hormozghan, die Shajar-e Tayyeb Grundschule für Mädchen mit einer US-Tomahawk-Bombe zerstört. 168 Kinder seien getötet worden, hieß es in einem Schreiben des iranischen Justizministers Amin Hosein Rahimi an UNICEF am 11. März 2026. Als Angehörige und Rettungssanitäter helfen wollten, folgte eine zweite Rakete. Über diesen „Doppelschlag“ wurde in deutschen Medien tagelang so berichtet, als handele es sich um eine Propagandameldung der iranischen Führung. Selbst die Bilder der frisch ausgehobenen Gräber und der großen Menschenmenge, die den Särgen folgte, wurden als „Fake“ dargestellt. Seit dem 28. Februar seien bereits 50 Schulen direkt angegriffen worden, hieß es in dem Schreiben an UNICEF. Die Angriffe seien ein „klares Beispiel für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

12. Februar 2026, Beirut. Im Libanon attackiert die israelische Luftwaffe Zelte von Inlandsvertriebenen im Ortsteil Ramle el Baida. Es ist ein Strand an der Beiruter Uferpromenade. Später heißt es, das Ziel sei ein Fahrzeug gewesen. Es war früh am Morgen und noch dunkel, als Dalal, eine von Hunderten Menschen, Essen vorbereitete, das im Ramadan vor Beginn der Morgendämmerung eingenommen wird. Dalal sei nicht der richtige Name, heißt es in dem Bericht der Zeitung The National. Plötzlich bebte der Boden und die Luft füllte sich mit Rauch. Ein Angriff, erinnerte sich die Frau. Sie lief los, um ihre Kinder zu finden, und sah viele Körper auf dem Boden liegen, berichtete sie. „Ein Mann lebte noch, konnte aber nicht aufstehen. Er kroch … Dann gab es einen zweiten Angriff und er wurde getötet. Immer, wenn ich meine Augen schließe, sehe ich ihn vor mir, wie er am Boden kriecht.“ Kinder wurden durch die Wucht des Einschlags in die Luft geschleudert, berichtet Dalal. „Es war so wie das, was wir in Gaza gesehen haben.“ Zwölf Personen wurden getötet, 28 weitere wurden verletzt.

Titelbild: ercanevcimen / Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Wie die Folgen des Iran-Krieges die Länder Asiens treffen

24. März 2026 um 08:00

Vorschau ansehen
Die deutschen Medien und Politiker erwecken den Eindruck, als sei die durch den Iran-Krieg ausgelöste globale Energiekrise zwar ein Problem, aber keines, um das man sich ernsthaft Sorgen machen müsste. Obwohl die verfügbaren Mengen an LNG auf dem Weltmarkt stark gesunken sind und aufgrund der Schäden an katarischen LNG-Anlagen auch für Jahre geringer bleiben werden, […]
(Auszug von RSS-Feed)

Der Iran-Krieg läutet den Niedergang der Golfstaaten ein

23. März 2026 um 11:00

Vorschau ansehen
In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen einen sehr interessanten Beitrag über Details des Krieges und vor allem über dessen Folgen für den Nahen Osten ausgestrahlt, den ich übersetzt habe. Beginn der Übersetzung: Die Länder des Persischen Golfs befinden sich in einer Phase des strategischen Niedergangs Der amerikanisch-israelische Krieg hat eine sehr wichtige Erkenntnis […]
(Auszug von RSS-Feed)

Ein Bericht über die Zerstörungen in Israel

23. März 2026 um 07:00

Vorschau ansehen
Man hört, dass es in Israel teilweise bei Strafe verboten sei, detailliert über die Folgen der iranischen Angriffe zu berichten. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es würde Sinn machen, da der Iran keine Satelliten hat, um sich selbst ein Bild von den Erfolgen oder Misserfolgen seiner Angriffe auf Israel zu machen. Das Verbot […]
(Auszug von RSS-Feed)

Nach schweren Schäden an der Öl- und Gasindustrie werden nun auch Nuklearanlagen angegriffen

23. März 2026 um 05:00

Vorschau ansehen
Vor allem Israel eskaliert den Iran-Krieg um jeden Preis. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der USA hat Israel mehrmals die iranische Öl- und Gasindustrie angegriffen, worauf der Iran mit Angriffen auf die Öl- und Gasindustrie der arabischen Länder reagiert hat. Nun hat der Iran nach israelischen Angriffen auf iranische Nuklearanlagen die israelische Stadt Dimona, in der […]
(Auszug von RSS-Feed)

Am Set: Nein zum Krieg gegen den Iran

22. März 2026 um 15:00

Vorschau ansehen
Am Set: Nein zum Krieg gegen den Iran
Am set nein zum krieg gegen den iran apolut
0:00
/955.248
Am Set: Nein zum Krieg gegen den Iran

An vergangenen Samstag, dem 21. März 2026, feierte die iranische Gemeinde das Neujahrsfest Nouruz.

Es fanden auch zahlreiche Veranstaltungen in Berlin statt, die auf den Krieg im Iran aufmerksam machten.

Der rbb (Rundfunk Berlin Brandenburg) berichtet von einer Demo mit tausenden Teilnehmern, die auf dem Kurfürstendamm Bilder ihres Hoffnungsträgers Reza Pahlavi hochhielten. Er ist der in den USA lebende Sohn des letzten iranischen Schahs.

Das BSW (Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft, ehemals Bündnis Sahra Wagenknecht) veranstaltete derweil am Potsdamer Platz eine Kundgebung, bei der sich unter dem Motto „Nein zum Krieg gegen den Iran“ knapp zweitausend Menschen versammelten.

Das Jahr 2026 hatte mit Aggression begonnen. Bereits am 3. Januar wurde der venezolanische Präsident Maduro in einer US-Militäroperation seines Postens enthoben und entführt.

Danach wurde spekuliert, ob Trump nun in Kanada oder Grönland einmarschiert? Letzteres konnte durch das beherzte Eingreifen von 15 Bundeswehrsoldaten verhindert werden.

Vor drei Wochen starteten die USA dann gemeinsam mit Israel ihren Angriff auf den Iran.

Damit erfüllt sich, was General Wesley Clarke bereits vor Jahrzehnten leakte: der Iran stand auf der berühmten Liste von sieben Ländern, die innerhalb von fünf Jahren ausgeschaltet („take out“) werden sollten. Es hat länger gedauert und ist traurig, dass die Menschheit sich von der Geisel des Krieges nicht befreien kann.

Man gilt inzwischen als verdächtig, wenn man sich für Frieden einsetzt. Auch die „alternativen Medien“ sind gespalten bezüglich Israel und Donald Trump. Das BSW verurteilt geschlossen als einzige namhafte deutsche Partei den Angriffskrieg gegen den Iran als klaren Bruch des Völkerrechts.

Zurecht weisen die Redner Amira Mohamed Ali, Michael Lüders und Fabio De Masi neben den humanitären auch auf die wirtschaftlichen Folgen hin, die eine anhaltend unterbrochene Energieversorgung aus der Golfregion für die ganze Welt bedeutet.

Die Veranstaltung versteht sich als Auftakt und zeigt Alternativen zum aktuellen Kurs der Bundesregierung.

(Auszug von RSS-Feed)

Fünf Schritte, um den Krieg im Nahen Osten zu beenden


Vorschau ansehen

Wenn dieser Krieg nicht bald gestoppt wird, könnte er leicht zu einem globalen Flächenbrand, praktisch zu einem Dritten Weltkrieg, eskalieren.

Der Beitrag Fünf Schritte, um den Krieg im Nahen Osten zu beenden erschien zuerst auf .

(Auszug von RSS-Feed)

Der Preis der Eskalation | Von Günther Burbach

19. März 2026 um 19:50

Vorschau ansehen
Der Preis der Eskalation | Von Günther Burbach

Wie der Angriff auf Energieinfrastruktur den Krieg im Nahen Osten auf eine neue Stufe hebt

Ein Meinungsbeitrag von Günther Burbach.

Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten markieren einen Wendepunkt, der in seiner Tragweite weit über die Region hinausreicht. Innerhalb weniger Tage hat sich ein militärischer Konflikt, der bereits seit Wochen eskaliert, in eine neue Phase entwickelt. Mit dem Angriff auf zentrale Energieinfrastruktur ist eine Grenze überschritten worden, die lange als rote Linie galt. Was bislang vor allem militärische Ziele betraf, richtet sich nun gegen die wirtschaftlichen Lebensadern ganzer Staaten, mit unmittelbaren Folgen für die globale Versorgung und die Stabilität internationaler Märkte.

Im Zentrum dieser Eskalation steht das South-Pars-Gasfeld im Persischen Golf, das gemeinsam von Iran und Katar genutzt wird. Es handelt sich um das größte bekannte Erdgasvorkommen der Welt und ist für beide Länder von existenzieller Bedeutung. Für Iran deckt es einen Großteil des eigenen Energiebedarfs, für Katar bildet es die Grundlage seines Status als einer der wichtigsten Flüssiggasexporteure weltweit. Dass dieses Feld nun Ziel eines militärischen Angriffs geworden ist, verändert die Logik des Konflikts grundlegend.

Nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien wurde die Anlage durch israelische Angriffe beschädigt. Damit ist erstmals im aktuellen Konflikt nicht nur militärische Infrastruktur getroffen worden, sondern gezielt ein Knotenpunkt der globalen Energieversorgung. Die unmittelbaren Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Produktionsausfälle, unterbrochene Lieferketten und ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise zeigen, wie eng regionale Konflikte inzwischen mit der Weltwirtschaft verknüpft sind. Die Reaktion Irans folgte schnell und zielte ebenfalls auf die Energieinfrastruktur der Region. Angriffe auf Anlagen in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien verdeutlichen, dass sich die Eskalation nicht mehr auf einzelne Schauplätze beschränkt. Vielmehr entsteht ein Szenario, in dem zentrale Versorgungssysteme bewusst in den militärischen Konflikt einbezogen werden. Damit verschiebt sich der Charakter des Krieges. Es geht nicht mehr nur um territoriale oder strategische Ziele, sondern zunehmend um wirtschaftliche Destabilisierung.

Diese Entwicklung ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Zum einen zeigt sie, wie stark moderne Kriegsführung von der Kontrolle über Ressourcen abhängt. Energie ist nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern ein strategisches Instrument. Wer die Energieversorgung seines Gegners beeinträchtigt, trifft ihn nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich. Zum anderen wird deutlich, wie verwundbar global vernetzte Systeme sind. Ein Angriff auf ein Gasfeld im Persischen Golf kann innerhalb weniger Stunden Auswirkungen auf Preise und Versorgung in Europa oder Asien haben.

Die aktuelle Eskalation ist jedoch nicht isoliert zu betrachten. Sie steht im Zusammenhang mit einer Reihe von militärischen Aktionen, die seit Ende Februar zu beobachten sind. Luftangriffe, gezielte Operationen gegen militärische Einrichtungen und eine zunehmende Ausweitung des Konfliktraums haben die Spannungen in der Region bereits zuvor deutlich erhöht. Der Angriff auf Energieinfrastruktur stellt nun eine neue Qualität dar, weil er bewusst auf die wirtschaftlichen Grundlagen abzielt.

Dabei bleibt die Frage nach der politischen Verantwortung zunächst offen. Offiziell wird die Eskalation von den beteiligten Akteuren unterschiedlich dargestellt. Während israelische Stellen ihre militärischen Aktionen als notwendige Sicherheitsmaßnahmen begründen, sieht Iran darin eine gezielte Aggression, die eine entsprechende Antwort erforderlich mache. Die Vereinigten Staaten wiederum bewegen sich in einer ambivalenten Position. Einerseits betonen sie ihre Rolle als Partner Israels, andererseits versuchen sie, eine direkte Beteiligung an bestimmten Aktionen nicht offen einzugestehen. Diese Unklarheit ist Teil der politischen Dynamik solcher Konflikte. Sie ermöglicht es den beteiligten Akteuren, Handlungsspielräume zu erhalten und gleichzeitig die eigene Position gegenüber der internationalen Öffentlichkeit zu steuern.

Für die Bewertung der Lage bedeutet dies jedoch, dass viele Entscheidungen und Abstimmungen im Hintergrund stattfinden, ohne dass sie transparent nachvollziehbar sind. Unabhängig von diesen politischen Feinheiten ist die Wirkung der aktuellen Ereignisse jedoch bereits deutlich spürbar. Die Energiepreise reagieren empfindlich auf jede Störung der Versorgung. Unternehmen sehen sich mit steigenden Kosten konfrontiert, Verbraucher mit höheren Preisen für Strom, Gas und Treibstoffe. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit auf den Märkten, weil nicht absehbar ist, wie weit die Eskalation noch gehen wird.

Diese Entwicklung trifft auf eine ohnehin fragile wirtschaftliche Situation. Viele Staaten kämpfen bereits mit den Folgen vergangener Krisen, mit Inflation, steigenden Lebenshaltungskosten und unsicheren Lieferketten. Der aktuelle Konflikt verschärft diese Probleme zusätzlich. Er wirkt wie ein Katalysator, der bestehende Spannungen verstärkt und neue Risiken schafft. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Grenzen in diesem Konflikt überhaupt noch gelten. Wenn Energieinfrastruktur zum legitimen Ziel erklärt wird, eröffnet dies eine Vielzahl weiterer Angriffspunkte.

Häfen, Pipelines, Stromnetze oder Transportwege könnten ebenfalls in den Fokus geraten. Jede dieser Infrastrukturen ist Teil eines komplexen Systems, das für die Funktionsfähigkeit moderner Gesellschaften unerlässlich ist. Die Gefahr besteht darin, dass sich eine Spirale der Eskalation entwickelt, in der jede Seite versucht, den Gegner durch immer weitergehende Maßnahmen unter Druck zu setzen. In einem solchen Szenario verliert der Konflikt zunehmend an Kontrolle. Entscheidungen werden unter Zeitdruck getroffen, Reaktionen erfolgen schneller und möglicherweise weniger kalkuliert. Das Risiko von Fehlentscheidungen oder unbeabsichtigten Eskalationen steigt.

Was sich derzeit im Nahen Osten abzeichnet, ist daher mehr als ein regionaler Konflikt. Es ist ein Beispiel dafür, wie moderne Kriegsführung zunehmend wirtschaftliche und infrastrukturelle Dimensionen einbezieht. Die Grenzen zwischen militärischen und zivilen Zielen verschwimmen. Die Folgen betreffen nicht nur die unmittelbar beteiligten Staaten, sondern die internationale Gemeinschaft insgesamt. Vor diesem Hintergrund stellt sich eine grundlegende Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, eine weitere Eskalation zu verhindern?

Diplomatische Initiativen, internationale Vermittlungsversuche und politische Gespräche spielen in solchen Situationen eine zentrale Rolle. Doch ihre Erfolgsaussichten hängen davon ab, ob die beteiligten Akteure bereit sind, den Konflikt zu begrenzen. Derzeit gibt es dafür nur begrenzte Anzeichen. Die Ereignisse der letzten Tage zeigen vielmehr, dass die Dynamik in eine andere Richtung weist. Der Preis dieser Eskalation ist bereits jetzt sichtbar. Er zeigt sich nicht nur in den unmittelbaren Schäden vor Ort, sondern auch in den wirtschaftlichen Verwerfungen, die sich weltweit bemerkbar machen. Und er wirft die Frage auf, wie weit dieser Konflikt noch gehen wird, bevor eine Grenze erreicht ist, die nicht mehr ohne Weiteres zurückgenommen werden kann.

Vom Militärschlag zur globalen Krise

Was sich derzeit im Nahen Osten vollzieht, ist mehr als eine militärische Eskalation. Es ist die bewusste Verschiebung eines Krieges in die ökonomische Sphäre mit Folgen, die weit über die Region hinausreichen. Mit den Angriffen auf Energieinfrastruktur wird nicht nur ein Gegner getroffen, sondern ein globales System destabilisiert, von dem Milliarden Menschen abhängig sind. Das macht diesen Konflikt so gefährlich und so verantwortungslos. Denn eines ist offensichtlich: Wer Gasfelder, LNG-Terminals und Energieanlagen angreift, führt keinen begrenzten Krieg mehr. Er nimmt bewusst in Kauf, dass sich die Auswirkungen weltweit ausbreiten.

Energiepreise steigen nicht nur in Teheran oder Doha, sondern in Berlin, Paris und Tokio. Unternehmen geraten unter Druck, Haushalte verlieren Kaufkraft, ganze Volkswirtschaften werden in Schieflage gebracht. Es ist ein Krieg, der nicht mehr nur mit Raketen geführt wird, sondern über Preise, Versorgung und wirtschaftliche Stabilität.

Gerade für Europa ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Die Energiekrisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie empfindlich moderne Volkswirtschaften auf Störungen reagieren. Steigende Gaspreise schlagen sich direkt in Produktionskosten nieder, treiben die Inflation und verschärfen soziale Spannungen. Der aktuelle Konflikt wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Er trifft auf eine Situation, die ohnehin angespannt ist und verschärft sie weiter. Dabei ist die strategische Bedeutung der Region kaum zu überschätzen.

Die Straße von Hormus bleibt einer der zentralen Knotenpunkte der globalen Energieversorgung. Ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports passiert diese Meerenge. Jede militärische Eskalation in unmittelbarer Nähe dieses Korridors erhöht das Risiko, dass der Schiffsverkehr beeinträchtigt wird. Schon jetzt zeigen erste Entwicklungen, wie schnell sich Unsicherheit in konkrete wirtschaftliche Folgen übersetzt: steigende Transportkosten, höhere Versicherungsprämien, zunehmende Zurückhaltung von Reedereien.

Was hier sichtbar wird, ist eine gefährliche Dynamik. Der Krieg greift auf die Strukturen über, die das Funktionieren der globalisierten Welt überhaupt erst ermöglichen. Energie, Transport, Versorgung, all das wird zur Zielscheibe. Und mit jedem weiteren Angriff wächst die Wahrscheinlichkeit, dass diese Systeme ernsthaft beschädigt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich zwangsläufig die Frage nach der politischen Verantwortung. Die Rolle der Vereinigten Staaten ist dabei zentral. Washington befindet sich in einer Position, die von Widersprüchen geprägt ist. Einerseits unterstützt man Israel politisch und militärisch, andererseits versucht man, eine direkte Eskalation zu vermeiden.

Diese doppelte Strategie wirkt nach außen zunehmend unglaubwürdig. Denn faktisch führt sie dazu, dass militärische Aktionen ermöglicht werden, ohne dass die Verantwortung klar übernommen wird. Auch Israel selbst trägt eine erhebliche Verantwortung für die aktuelle Entwicklung. Der Angriff auf Energieinfrastruktur ist keine defensive Maßnahme im engeren Sinne. Er ist ein Schritt, der bewusst eine neue Eskalationsstufe eröffnet. Wer solche Ziele auswählt, weiß, dass die Reaktion folgen wird und dass diese Reaktion nicht mehr auf militärische Einrichtungen beschränkt bleiben wird. Die Vorstellung, man könne einen solchen Konflikt kontrolliert eskalieren, wirkt angesichts der aktuellen Entwicklungen zunehmend unrealistisch.

Auf der anderen Seite reagiert Iran mit einer Strategie, die ebenfalls auf Ausweitung und Abschreckung setzt. Angriffe auf Energieanlagen in mehreren Golfstaaten sind nicht nur militärische Antworten, sondern gezielte Signale. Sie zeigen, dass der Konflikt jederzeit regional ausgeweitet werden kann. Damit wird der Druck auf alle Beteiligten erhöht, politisch, wirtschaftlich und militärisch. Diese Konstellation führt zu einer Eskalationsspirale, die sich immer schneller dreht. Jeder Angriff erzeugt einen Gegenschlag, jede Ausweitung schafft neue Ziele. Die Gefahr liegt dabei nicht nur in den einzelnen Aktionen, sondern in der Dynamik selbst. Je weiter sich der Konflikt ausdehnt, desto schwieriger wird es, ihn wieder einzugrenzen. Fehlentscheidungen, Missverständnisse oder technische Zwischenfälle können dann schnell eine Kettenreaktion auslösen.

Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Entwicklung wie ein Beispiel für eine Politik, die ihre eigenen Folgen nicht mehr kontrollieren kann. Militärische Entscheidungen werden getroffen, ohne dass ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen vollständig berücksichtigt werden. Kurzfristige strategische Überlegungen dominieren, während langfristige Stabilität aus dem Blick gerät. Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Es zeigt sich eine Form von Kriegsführung, die keine klaren Grenzen mehr kennt.

Die Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen wird zunehmend aufgeweicht. Infrastruktur, die für das tägliche Leben von Millionen Menschen entscheidend ist, wird Teil militärischer Strategien. Damit verändert sich die Natur des Konflikts grundlegend. Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Wenn Energieversorgung, Transportwege und wirtschaftliche Strukturen zu legitimen Zielen erklärt werden, dann betrifft der Krieg nicht mehr nur Soldaten oder militärische Einrichtungen. Er betrifft ganze Gesellschaften und letztlich die globale Ordnung.

Was bleibt, ist eine Situation, in der die Risiken weiter steigen, während die Möglichkeiten zur Deeskalation schwinden. Diplomatische Lösungen werden schwieriger, je weiter sich der Konflikt ausweitet. Gleichzeitig wächst der Druck auf alle Beteiligten, ihre Positionen zu verteidigen und nicht nachzugeben. In einer solchen Lage wird es immer schwieriger, einen Ausweg zu finden. Am Ende steht eine nüchterne Erkenntnis: Dieser Krieg ist nicht nur ein regionaler Konflikt, sondern ein Faktor globaler Instabilität.

Er zeigt, wie eng militärische Entscheidungen und wirtschaftliche Folgen miteinander verknüpft sind. Und er macht deutlich, dass die Kosten dieser Eskalation längst nicht mehr nur von den unmittelbar Beteiligten getragen werden. Die entscheidende Frage ist daher nicht mehr, wer in diesem Konflikt militärische Vorteile erzielt. Die entscheidende Frage ist, wie hoch der Preis sein wird, den am Ende alle dafür zahlen müssen.

+++

Quellen und Anmerkungen

South Pars ist zentral für die Energieversorgung der Region, mit direkten Auswirkungen auf globale Energiepreise https://www.abc.net.au/news/2026-03-19/what-is-south-pars-iran-israel-war-gas/106471892

Iran griff als Reaktion Energieinfrastruktur in Katar, Saudi-Arabien, UAE und Kuwait an https://www.reuters.com/world/asia-pacific/iran-urges-regional-vigilance-against-us-israeli-destabilisation-state-media-2026-03-19/

Iran startete nach dem Angriff auf South Pars Raketen- und Drohnenangriffe auf Energieanlagen im Golf https://apnews.com/article/52e94398f2432b3aba9b02b51fbe5000

Die Angriffe markieren den Übergang von militärischer Konfrontation zu wirtschaftlichem Energiekrieg https://www.iranintl.com/en/202603181566

Ölpreise stiegen infolge der Angriffe auf über 109 Dollar pro Barrel https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/ueberblick/brent-crude-surges-past-109-as-iran-israel-strikes-hit-south-pars-strait/68850225

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Gasherd mit Skala für Preisanstieg von Erdgas
Bildquelle: Irina Gutyryak / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Israel greift iranische Gasindustrie an, der Iran antwortet mit Angriffen auf arabische Ölindustrie

19. März 2026 um 05:01

Vorschau ansehen
Zwischen dem Iran und Katar liegt das größte Gasfeld der Welt. Im Iran wird es South Pars, in Katar North Field genannt. Beide Länder beuten das Gasfeld aus. Israel hat am Mittwoch die iranischen Förderanlagen des Gasfeldes angegriffen und damit eine vom Iran verkündete rote Linie überschritten. Und auch die USA dürften über den israelischen […]
(Auszug von RSS-Feed)

Wie die arabischen Länder auf den amerikanisch-israelischen Krieg reagieren

18. März 2026 um 16:19

Vorschau ansehen
Da es bisher nicht viele Berichte und Analysen über die Reaktion der arabischen Länder auf den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran gibt, fand ich einen Artikel des Libanon-Korrespondenten der TASS zu dem Thema interessant und habe ihn übersetzt. Beginn der Übersetzung: Die Araber sind enttäuscht von Amerika: Wie die Länder des Nahen Ostens auf die […]
(Auszug von RSS-Feed)

Der wachsende Widerstand gegen den Iran-Krieg beherrscht die US-Innenpolitik

16. März 2026 um 05:00

Vorschau ansehen
In den USA beherrscht der Iran-Krieg das politische Geschehen, weil er Trumps Wahlversprechen, die Preise in den USA zu senken und die Kriege im fernen Ausland zu beenden, ad absurdum führt. Die Demokraten wittern für die Wahlen im Herbst Morgenluft, während im Lager der Republikaner der Streit zwischen den Falken und denen, die an Trumps […]
(Auszug von RSS-Feed)

Welche Produkte neben Öl und Gas der Weltwirtschaft wegen des Iran-Krieges noch fehlen

15. März 2026 um 18:00

Vorschau ansehen
Die Golfstaaten produzieren nicht nur Öl und Gas, sondern sind auch bei der Produktion vieler anderer Rohstoffe führend, für die Gas gebraucht wird. Daher könnte die Sperrung der Straße von Hormus beispielsweise zu einem weltweiten Mangel an Düngemitteln führen, und wenn die zur Aussaat nicht bereitstehen, drohen weltweit empfindliche Ernteeinbußen, die zu einem weltweiten Mangel […]
(Auszug von RSS-Feed)
❌