NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Heute — 14. April 2026

Selenskyj kündigt deutsch-ukrainisches Raketenabwehrsystem an

14. April 2026 um 17:32

Vorschau ansehen
Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Waffensystemen soll weiter ausgebaut werden, kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin an.
(Auszug von RSS-Feed)
Gestern — 13. April 2026

Rheinmetall will künftig auch ballistische Raketen bauen

13. April 2026 um 13:49

Vorschau ansehen
Rheinmetall plant den Einstieg in den Bau ballistischer Raketen und gründet dazu ein Joint Venture mit Destinus.
(Auszug von RSS-Feed)
Ältere Beiträge

CNN: Noch 50 Prozent der iranischen Abschussrampen seien intakt

03. April 2026 um 17:00

Vorschau ansehen

Informationen über über die Vernichtungserfolge der US- und israelischen Streitkräfte scheinen weit übertrieben zu sein. Heute wurde über dem Iran ein US-Kampfflugzeug abgeschossen.

Der Beitrag CNN: Noch 50 Prozent der iranischen Abschussrampen seien intakt erschien zuerst auf .

(Auszug von RSS-Feed)

Hisbollah startet ersten Scud-Raketenangriff auf wichtige israelische Raketen- und Weltraumbasis

03. April 2026 um 13:31

Vorschau ansehen

Mehrere israelische Quellen berichteten, dass die libanesische Widerstandsbewegung Hisbollah einen Scud-Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Palmachim in Israel gestartet habe. Angenommen wird der Einsatz einer Scud-D oder einer ähnlichen modernisierten Scud-Variante. Nach Vereinbarung eines "Waffenstillstands" mit Israel war die Hisbollah völlig von der Bildfläche verschwunden. Auf die hunderten Verletzungen der der Waffenruhe, die Bombardierungen durch Israel [...]

Der Beitrag Hisbollah startet ersten Scud-Raketenangriff auf wichtige israelische Raketen- und Weltraumbasis erschien zuerst unter tkp.at.

(Auszug von RSS-Feed)

Den USA droht im Krieg mit dem Iran eine kritische Waffenknappheit | Von Thomas Röper

01. April 2026 um 08:36

Vorschau ansehen
Den USA droht im Krieg mit dem Iran eine kritische Waffenknappheit | Von Thomas Röper
Tagesdosis 20260401 apolut
0:00
/576.47425
Den USA droht im Krieg mit dem Iran eine kritische Waffenknappheit | Von Thomas Röper

Die USA scheinen sich im Iran-Krieg massiv verrechnet zu haben. Ihr Verbrauch nicht nur an knapp werdenden Luftabwehrraketen, sondern auch an Tomahawks hat zu einer kritischen Knappheit an wichtigen Waffen geführt.

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Ich habe bereits berichtet, dass den USA demnächst eine massive Knappheit an Luftabwehrraketen droht und dass die USA nicht in der Lage sind, die Produktion kurzfristig hochzufahren. Das Gleiche gilt auch für die Tomahawk-Marschflugkörper, von denen die USA bisher 850 auf den Iran abgefeuert haben, wobei die Gesamtbestände der USA vor dem Krieg bei 4.000 Tomahawks lagen, die vor allem weltweit auf die Schiffe der US-Marine verteilt sind. Und auch bei den Tomahawks gilt, dass die USA derzeit nur etwa hundert Stück davon pro Jahr produzieren können.

Das erklärt die Verärgerung und die fast schon hysterischen Reaktionen von US-Präsident Trump, der die NATO und ihre Mitgliedsstaaten inzwischen wüst beschimpft, weil die USA tatsächlich deren Hilfe brauchen, wenn sie den Krieg gegen den Iran nicht in Kürze verlieren wollen.

Ein Analyst der TASS hat über den den USA drohenden Mangel an Raketen einen informativen Artikel geschrieben, den ich übersetzt habe.

BEGINN DER ÜBERSETZUNG:

Tomahawks kommen wie ein Bumerang zurück: Die USA am Rande einer kritischen Waffenknappheit

Nikolaj Gaponenko, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlicher Professor am Institut für Recht und Nationale Sicherheit, darüber, warum der minimale Bestand an Raketen die Handlungsfreiheit der USA einschränken wird und warum das Pentagon seinen Verbündeten keine sofortige Feuerunterstützung wie in den Vorjahren garantieren kann.

Die Washington Post berichtete unter Berufung auf Quellen, dass die USA innerhalb von vier Wochen mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper auf den Iran abgefeuert haben, die meisten davon in den ersten Tagen der Operation.

Der Tomahawk-Marschflugkörper ist die wichtigste präzisionsgelenkte Langstreckenwaffe der US-Marine. Er wird von Zerstörern, Kreuzern und U-Booten aus gestartet und dient zu Erstschlägen gegen Luftverteidigungssysteme, Hauptquartiere, Lager und kritische Infrastruktur.

850 Marschflugkörper sind eine gewaltige Zahl für einen modernen Konflikt mittlerer Intensität. Der Verbrauch einer so großen Menge Munition in relativ kurzer Zeit deutet darauf hin, dass die USA intensive nicht-nukleare Kampagnen durchgeführt haben, um die Verteidigung pro-iranischer Kräfte oder des Irans selbst zu schwächen. Das lässt darauf schließen, dass der Konflikt ein Niveau erreicht hat, das mit großen regionalen Kriegen der Vergangenheit vergleichbar ist, und nicht mehr nur aus gezielten Operationen besteht.

Zum Vergleich: Während der Operation Desert Storm 1991 gegen den Irak verbrauchten die USA über mehrere Monate hinweg etwa 288 Tomahawk-Marschflugkörper, 2011 während der Intervention in Libyen etwa 200 und in den ersten 24 Stunden der Angriffe auf Syrien 2018 wurden 66 Raketen eingesetzt.

Leere Lager

Durch das Zusammenwirken zweier Faktoren entsteht ein kritischer Mangel: die Produktionsrate und der erforderliche Reservebestand.

Die Produktion von Tomahawk-Marschflugkörpern liegt in Friedenszeiten zwischen einigen Dutzend und etwas über hundert Raketen pro Jahr. US-Militärfabriken werden nicht auf Kriegsbetrieb umgestellt und die Produktionskette erfordert einen langen Fertigungszyklus. Das ist einfache Mathematik. Wenn beispielsweise in ein bis zwei Monaten eines Konflikts 850 Raketen verbraucht werden und die Fabriken beispielsweise 100 bis 120 pro Jahr produzieren, dauert die Wiederauffüllung dieses Vorrats 7 bis 8,5 Jahre, vorausgesetzt, neue Munition wird nicht in anderen Konflikten verschwendet.

Bezüglich der Mindestreserve gelten im Pentagon strenge Standards. So muss beispielsweise für den Fall eines unvorhergesehenen größeren Konflikts stets ein bestimmter Prozentsatz an Raketen in Reserve bleiben. Wenn der Verbrauch 850 Raketen übersteigt, fallen die Marine und das US Central Command unter diesen Wert. Das bedeutet erstens, dass die Kommandeure ihre Handlungsfreiheit verlieren. Admiräle auf Flugzeugträgern und im Pentagon können den Abschuss von Tomahawk-Raketen auf Ziele nicht mehr anordnen, da jeder einzelne Abschuss die strategische Reserve untergräbt. Zweitens bedeutet das die Unmöglichkeit der Rotation. Das heißt, wenn eine Flugzeugträgerkampfgruppe, in unserem Fall die USS Gerald R. Ford, ihre Munition verbraucht hat, stehen ihr auf See keine Ersatzraketen zur Verfügung. Die Ankunft eines „neuen“ Flugzeugträgers ohne volle Raketenmagazine mindert seinen Kampfwert.

Neue Gewohnheiten

Die USA sind es gewohnt, nach dem Prinzip der Feuerüberlegenheit zu kämpfen, also den Feind mit präzisionsgelenkter Munition zu beschießen, um das Risiko für die Piloten zu minimieren. Der Verbrauch von 850 Tomahawk-Raketen zeigt, dass dieser Ansatz in dem Konflikt mit einem technologisch gerüsteten Gegner zur Erschöpfung des Arsenals geführt hat. In den kommenden Monaten werden die USA, sofern der Kongress keine Notfallmittel für eine beschleunigte Beschaffung bereitstellt, gezwungen sein, Raketen für wirklich wichtige Ziele aufzubewahren, Flugzeuge häufiger aus größerer Entfernung einzusetzen – was aufgrund der Luftverteidigung riskanter ist – und Verbündete zur Kompensation der Feuerkraft zu mobilisieren.

Die USA haben ihr Militär auf der Idee aufgebaut, dass teure und „intelligente“ Munition durch schiere Masse den Sieg bringt. Die Situation mit den Tomahawks zeigt, dass die US-amerikanische Industriebasis nicht auf einen langwierigen Konflikt mit einem ebenbürtigen Gegner vorbereitet ist. Sollte der Konflikt länger dauern oder noch höhere Ausgaben erfordern, würden den USA schlichtweg die primären Langstreckenraketen ausgehen, bevor dem Gegner die billigen Drohnen und die im Inland produzierten ballistischen Raketen ausgehen.

Die Hände gebunden

Der Antrag des Pentagons auf 200 Milliarden Dollar ist nicht einfach nur ein Ersatz für 850 Raketen, sondern ein Versuch, die Lieferketten wieder in Gang zu bringen.

Der Verbrauch von 850 Raketen ist ein Signal. Normalerweise sind solche Bestände für zwei bis drei Wochen intensiver Kriegsführung ausgelegt. Wenn der Kongress die Mittel nicht schnell bewilligt, wird das Militär gezwungen sein, entweder eine kampfbereite Flotte im Nahen Osten zu unterhalten oder für einen möglichen Konflikt im Pazifik bereit zu bleiben. Die USA können nicht mehr beides gleichzeitig leisten.

Die USA haben ihren operativen Bestand an ihrer wichtigsten Langstreckenwaffe in der Region erschöpft.

Daher die Konsequenzen:

  1. Taktisch: Die Kampfgruppen der US-Marine im Konfliktgebiet verfügen entweder nur noch über leere Startrampen oder lediglich über Munition, die hauptsächlich aus Flugabwehrraketen zur Selbstverteidigung besteht.
  2. Operativ: Jede neue Eskalation erfordert von den USA entweder den Einsatz von Luftstreitkräften von Stützpunkten in der Region, was aufgrund iranischer Drohnen und ballistischer Raketen riskant ist, oder eine mehrmonatige Pause, um Reserven aus Depots in den USA und Europa zu transferieren.
  3. Strategisch: Das Pentagon kann seinen Verbündeten wie Israel oder Saudi-Arabien nicht mehr die einst verfügbare sofortige Feuerunterstützung garantieren. Das schwächt die US-Abschreckung in der Region, bis die Fabriken ihre Reserven wieder aufgefüllt haben, was Jahre dauern wird.

Der Konflikt hat die Unfähigkeit der USA gezeigt, einen groß angelegten Krieg in einer fernen Region zu führen, ohne zuvor eine lange Phase der Wiederbewaffnung einzuplanen.

ENDE DER ÜBERSETZUNG

+++

Dieser Beitrag erschien zuerst am 01.04.2026 auf anti-spiegel.ru.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Tomahawk-Marschflugkörper vor US-Flagge
Bildquelle: e-crow / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Die Illusion vom schnellen Krieg: Warum Luftangriffe kein Regime stürzen

20. März 2026 um 14:03

Vorschau ansehen

Der Krieg gegen Iran begann mit der alten Illusion vom schnellen Schlag: ein paar Tage Bombardierung, einige ausgeschaltete Führungspersonen, zerstörte Anlagen – und am Ende soll ein politisch gefügigeres Land stehen. Dahinter stand die Vorstellung, man könne ein politisches Problem militärisch abkürzen. Doch schon nach wenigen Wochen zeigt sich: Die Angriffe treffen Ziele und fordern Opfer, aber sie bringen keine tragfähige politische Entscheidung näher. Sichtbare militärische Treffer und erreichbare politische Ziele fallen auseinander. Von Detlef Koch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Ablauf ist in seinen Grundzügen bekannt: Ende Februar 2026 begannen koordinierte Angriffe der USA und Israels, auf die Iran mit Gegenangriffen reagierte. Die Vereinten Nationen warnten früh vor einer Eskalation, die außer Kontrolle geraten könnte.[1] Entscheidend ist seither nicht mehr nur, wer mehr zerstören kann, sondern wer länger durchhält – wirtschaftlich, politisch und institutionell.

Genau hier kippt die Bilanz. Militärische Überlegenheit ist sichtbar. Strategischer Gewinn dagegen bleibt fragil. Iran verfügt über genug Mittel, um die Kosten dieses Krieges weit über das eigentliche Schlachtfeld hinauszutragen: auf Energiepreise, Schifffahrt, Versicherungen, Wasser- und Stromversorgung, auf die Nervosität ganzer Regionen. Die Aggressoren USA und Israel können töten und zerstören. Aber sie können ihre zentralen politischen Ziele nicht schnell erzwingen. Das ist der Kern ihres Problems.

Militärische Selbstüberdehnung

Die militärtheoretische Grundidee hinter Luftangriffen ist einfach: Wenn man Führung, Luftabwehr, Raketenstellungen und wichtige Industrieanlagen hart genug trifft, wird der Gegner irgendwann nachgeben. Diese Logik ist nicht völlig falsch. Sie funktioniert aber nur unter eng definierten Voraussetzungen:

  • wenn die politischen Ziele begrenzt sind,
  • wenn es klar erkennbare Schwachstellen gibt und
  • wenn sich Erfolge auch ohne dauerhafte Kontrolle sichern lassen.

Genau daran fehlt es beim Überfall auf den Iran.

Luftangriffe stoßen dort an Grenzen, wo Ziele über ein Land verteilt sind, das 4,61-mal so groß ist wie die Bundesrepublik – wo Ziele verlegbar, verborgen oder schlicht ersetzbar sind. Im Iran erschweren hohe Berge, weite wüstenhafte Ebenen, Großstädte, unterirdische Anlagen und ein verzweigtes Wegenetz schon die Auswahl der Ziele. Noch schwieriger ist die Frage, was tatsächlich dauerhaft ausgeschaltet wurde und was nur verlegt ist. Bombardierung kann viel zerstören, sie kann aber selten verlässlich klären, ob ein System als Ganzes außer Funktion gesetzt wurde.

Dazu kommt die historische Erfahrung. Regierungen brechen durch Luftangriffe allein nur selten zusammen. Studien zu solchen Kriegen zeigen: Angriffe aus der Luft wirken am ehesten dort, wo konkrete militärische Schwächen ausgenutzt werden. Sobald aber Regimewechsel, totale Entwaffnung oder dauerhafte Kontrolle angestrebt werden, sinken die Erfolgschancen. Wer von außen bombardiert, aber nicht dauerhaft vor Ort ist, kann ein Land verwüsten – aber er kann es politisch nicht nach Belieben neu ordnen.[2]

Hinzu kommt ein zweites Problem: Moderne Verteidigung wird selbst zum Erschöpfungsfaktor im Krieg. Der Iran kann vergleichsweise billige Mittel wie Drohnen oder koordinierte Raketenangriffe einsetzen, während Abwehrsysteme wie „Iron Dome“[3] in Israel dagegen extrem teuer sind. Viele kostengünstige Drohnen- und Raketenangriffe treffen auf wenige kostspielige Abfangsysteme. In Tel Aviv zeigt sich schon jetzt, dass die hochentwickelte Abwehr „Iron Dome“[4] für immer mehr Menschen immer weniger Schutz bietet. Aktuelle US-Haushaltsdaten zeigen, dass der Nachschub für Raketenabwehrsysteme wie ‚Iron Dome‘ weder billig noch unbegrenzt skalierbar ist. Seit Oktober 2023 wurden Milliardenbeträge allein für Raketenabwehr und die Wiederauffüllung verbrauchter Bestände bereitgestellt – darunter rund 4,4 Mrd. $ für die Auffüllung aus US-Beständen.[5]

Ein naheliegendes Gegenargument lautet, diese Engpässe würden verschwinden, wenn Iran nach und nach militärisch ausgeblutet werde. Auf der operativen Ebene ist daran etwas richtig: Die laufende Kampagne zielt genau darauf. Strategisch bleibt das Dilemma dennoch bestehen. Selbst deutlich reduzierte iranische Restkapazitäten reichen aus, um dauerhaft Druck zu erzeugen – solange wichtige Infrastruktur verwundbar bleibt und solange der Konflikt auf Wirtschaft, Schifffahrt und Versorgung übergreift. Hinzu kommt die politische Grenze: Mehrere europäische Staaten lehnen eine Beteiligung an Einsätzen in der Region ausdrücklich ab. Auch das ist ein Zeichen von Überdehnung: hohe Lasten für die Hauptakteure, begrenzte Bereitschaft bei den Partnern.

Rally-Effekt und Stabilisierung des Regimes

Die Hoffnung, Krieg und Leid würden ein unpopuläres Regime automatisch von innen sprengen, ist eingängig – aber nur schwach belegt. Gut belegt ist vielmehr das Gegenteil: Wenn ein Land von außen angegriffen wird, rücken viele Menschen zunächst hinter Staat und Führung zusammen. Zustimmung steigt oft kurzfristig, selbst dort, wo zuvor Unzufriedenheit herrschte.[6]

In autoritären Systemen kommt ein weiterer Effekt hinzu. Der äußere Angriff liefert der Führung eine starke Rechtfertigung nach innen. Der Ausnahmezustand erleichtert Repression, stärkt Polizei, Militär und Geheimdienste und drängt Gegner des Regimes in die Defensive. Studien zu Sanktionen und Krieg zeigen seit langem, dass äußerer Druck solche Systeme oft stabilisieren kann, statt sie zu schwächen.

Im Iran spricht derzeit vieles genau dafür. Der Krieg stärkt kurzfristig vor allem die Sicherheitsapparate. Hinweise aus westlichen Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere die Revolutionsgarden (IRGC) an Einfluss gewinnen und das System trotz schwerer Verluste handlungsfähig bleibt.[7] Die bittere Pointe lautet: Militärischer Druck kann die politische Beweglichkeit des Gegners verkleinern, statt ihn zu öffnen. Kompromisse werden riskanter, Hardliner werden stärker.

Das heißt nicht, dass dieser Effekt ewig trägt. Schwere Niederlagen, Versorgungskollaps oder Machtkämpfe an der Spitze können ein Regime sehr wohl destabilisieren. Aber genau diese Entwicklung ist derzeit weder erkennbar noch erwartbar. Ebenso wenig führen gezielte Tötungen von Führungspersonen automatisch zu einem prowestlichen Aufbruch. Sie können Entscheidungen stören, aber sie können ebenso gut dazu beitragen, dass sich ein System verhärtet und noch stärker unter die Kontrolle seiner Sicherheitsapparate gerät.

Hormus und Wasser als Achillesferse

Wenn Luftangriffe keinen schnellen politischen Erfolg bringen, verlagert sich der Konflikt auf die Verwundbarkeit ganzer Systeme. Im Fall Iran betrifft das vor allem die Straße von Hormus und die Wasserfrage am Persischen Golf. Die Straße von Hormus ist kein optionaler Schifffahrtsweg, sondern ein realer Engpass der Weltwirtschaft. Im ersten Halbjahr 2025 liefen dort täglich rund 20,9 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte sowie große Mengen verflüssigten Erdgases hindurch.[8] Wer diesen Engpass bedroht, trifft nicht nur Tanker, sondern Preise, Lieferketten und politische Handlungsspielräume weit über die Region hinaus.

Es gibt Ausweichrouten, aber sie ersetzen Hormus nicht. Die U.S. Energy Information Administration (EIA) beziffert die gemeinsamen Umgehungskapazitäten der saudischen Ost-West-Pipeline und der Pipeline von Abu Dhabi auf rund 4,7 Millionen Barrel pro Tag.[9] Das dämpft, ersetzt aber nicht. Für verflüssigtes Erdgas gibt es praktisch keine schnelle Umleitung in vergleichbarer Größenordnung. Genau deshalb reicht oft schon die glaubhafte Drohung, um Schifffahrt und Versicherungsmärkte zu erschüttern.

Diese Logik ist längst sichtbar. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) warnt vor anhaltenden Risiken, Branchenakteure stufen das Gebiet als Hochrisikozone ein, Versicherer berichten von drastisch sinkendem Verkehr.[10] Der Punkt ist simpel: Nicht erst die formelle Sperre wirkt, sondern schon die glaubhafte Aussicht auf Feuer an Bord, Schäden und unkalkulierbare Kosten. In solchen Lagen verhält sich der Markt, als sei die Route bereits halb geschlossen.

Noch heikler ist die Wasserfrage. Mehrere Golfstaaten decken einen großen Teil ihres Bedarfs durch Meerwasserentsalzung. Das ist lebenswichtige Infrastruktur und fällt sie aus, lässt sich Wasser nicht wie Öl kurzfristig auf dem Weltmarkt ersetzen. Moderne Städte am Golf hängen an wenigen großen Anlagen, oft eng gekoppelt an die Stromversorgung. Gerade hier liegt eine Verwundbarkeit, die militärisch nur begrenzt neutralisierbar ist. Wer von Sicherheit am Golf spricht, muss deshalb über Wasser ebenso reden wie über Öl.

Institutionelle Resilienz und Grenzen gezielter Tötungen

Die Tötung führender Personen wirkt auf den ersten Blick wie die Abkürzung zum Sieg: Man nimmt dem Gegner den Kopf, und der Rest fällt auseinander. In Staaten mit gewachsenen Institutionen und klaren Nachfolgeregeln geht diese Rechnung jedoch selten auf. Die iranische Verfassung enthält ausdrücklich Regelungen für den Fall eines Führungsausfalls. Das macht solche Tötungen nicht folgenlos, aber es bedeutet, dass das System darauf vorbereitet ist, selbst unter Schock weiterzufunktionieren.[11]

Hinzu kommt eine Sicherheitsstruktur, die nicht an einer einzelnen Person hängt. Neben der regulären Armee existieren die Revolutionsgarden als eigenständige Macht mit eigenen Truppen, regionalen Strukturen, paramilitärischen Netzwerken und erheblichem politischem Einfluss. Diese Parallelität stabilisiert. Aufgaben können verlagert, Entscheidungen dezentral getroffen und Loyalitäten aufrechterhalten werden – auch dann, wenn zentrale Figuren fehlen.

Die Forschung zu gezielten Tötungen bestätigt dieses Bild. In lose organisierten Gruppen können solche Schläge Wirkung entfalten. In stärker strukturierten Organisationen werden Verluste oft aufgefangen. Häufig tritt sogar das Gegenteil ein: Nachfolger sind kompromissloser, weil moderatere Stimmen fehlen. Für Staaten gilt diese zweite Logik meist stärker als die erste.[12]

Auch deshalb ist die präzisere Schlussfolgerung ernüchternd: Solche Tötungen können kurzfristig Wirkung entfalten, aber sie verändern selten die strategische Grundlage des Konflikts. Mehr noch: Sie können den Gegner verhärten, Entscheidungsräume verengen und den Einfluss der Sicherheitsapparate weiter vergrößern. Der Staat wird dann nicht schwächer im politischen Sinn, sondern oft härter.

Ein Schlusskommentar

Das bislang belastbarste Zwischenfazit ist unbequem. Dieser Krieg hat militärische Macht demonstriert, aber die strategische Lage der Angreifer nicht entscheidend verbessert. Er produziert hohe Kosten, offene Enden und eine Dynamik, die sich nicht sauber kontrollieren lässt. Luftangriffe können Anlagen zerstören und Menschen töten. Sie können aber nicht zugleich das Atomprogramm verlässlich kontrollieren, das Regime ersetzen, die Straße von Hormus sichern und die Wasser- und Energieversorgung einer ganzen Region dauerhaft schützen

Man kann einwenden, dass sich am Ende dennoch eine neue Abschreckungslage einstellen könnte – falls der Iran militärisch so weit geschwächt wird, dass weder die Straße von Hormus noch kritische Infrastruktur ernsthaft bedroht werden können. Doch dieser Weg wäre lang, teuer und politisch riskant. Er verlangte enorme Schutzanstrengungen, eine ausgeweitete Rüstungsproduktion und breite Unterstützung der Verbündeten. Genau daran fehlt es bislang.

Für Israel wäre auf zynische Weise selbst ein halber Sieg strategisch brauchbar. Nicht erst ein Regimewechsel, schon ein auf Jahre paralysierter, wirtschaftlich verwüsteter, kulturell verletzter und seelisch verwundeter Iran könnte als Erfolg verkauft werden – ein Iran, der nicht fällt, aber auf absehbare Zeit kein regionales Gegengewicht mehr bildet – eine hochstehende Kultur mit freundlichen Menschen in den Staub getreten durch westlich imperiale Anmaßung. Wer das für Strategie hält, verwechselt sinnlose Zerstörung mit politischem Erfolg.

Nachtrag:

Bei allem Abscheu für die iranische Regierung, ihre Gräueltaten und die bedrohliche Menschenrechtslage müssen wir festhalten, dass der letzte eindeutig von Persien begonnene, groß angelegte Angriffskrieg auf das Jahr 602 n. Chr. datiert, als das Sassanidenreich den Krieg gegen Byzanz eröffnete und weite Teile des Nahen Ostens eroberte. Dafür verdient das iranische Volk Respekt.

Titelbild: StreetOnCamara_Comeback / Shutterstock


[«1] Nach den iranischen Angriffen warnt der Generalsekretär den Sicherheitsrat vor einem umfassenderen Konflikt im Nahen Osten und fordert Deeskalation und einen sofortigen Waffenstillstand.

[«2] Reine Luftkampagnen können Staaten erheblich zerstören, aber ohne Kontrolle am Boden lassen sich politische Ordnungen nicht nachhaltig verändern.

[«3] IRON DOME AIR DEFENSE SYSTEM: BASIC CHAR ACTERISTICS, LIMITATIONS, LOCAL AND REGIONAL IMPLICATIONS

[«4] Iron Dome Performance: Critique and Response

[«5] Kosten des Krieges: Ausgaben der Vereinigten Staaten für israelische Militäroperationen und damit verbundene US-Operationen in der Region, 7. Oktober 2023 – 30. September 2024

[«6] Das Phänomen der „Rally-‘Round-the-Flag“-Bewegung und der ablenkende Einsatz von Gewalt

[«7] Assessing the Domestic Roles of Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corps

[«8] Im Jahr 2024 betrug der durchschnittliche Öldurchfluss durch die Straße von Malakka 20 Millionen Barrel pro Tag.

[«9] Die saudische und die VAE-Pipeline könnten „about 4.7 million b/d“ an Hormus vorbeileiten

[«10] Informationen zum Thema Schifffahrt und Seeleute – Straße von Hormuz und Naher Osten.

[«11] Verfassung der islamischen Republik Iran – Article 111  [Leadership Council], Abs. 2

[«12] Johnston, P.B. (2012) ‘Does Decapitation Work? Assessing the Effectiveness of Leadership Targeting in Counterinsurgency Campaigns’, International Security, 36(4), pp. 47–79.

(Auszug von RSS-Feed)

Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp

13. März 2026 um 10:07

Vorschau ansehen
Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp
Tagesdosis 20260313 apolut
0:00
/551.232
Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Am sechsten Tag nach Beginn des zweiten brutalen, unprovozierten und völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Iran wurden die US/zionistischen Kriegsverbrecher bereits von westlichen Medien bejubelt. Für sie war die komplette, baldige Niederlage Teherans eine beschlossene Sache. Als handfesten Beweis dafür verwiesen sie auf die Tatsache, dass die Intensität der iranischen Drohnen- und Raketenangriffe in den letzten Tagen dramatisch nachgelassen habe. 

Pro-westliche Kommentatoren interpretieren diesen Rückgang als Zeichen dafür, dass der Iran bereits militärisch erschöpft war. Gegen die überlegenen amerikanisch-israelischen Streitkräfte, die mächtigsten der Welt, hätte ein unterentwickeltes Land keine Chance und Teheran würde schon in den nächsten Tagen aufgeben müssen. Dieser fantastische Krieg sei ohne allzu großen materiellen Schaden für den Westen bald zu Ende, war die einhellige Meinung der TV-Show-Strategen in den selbsternannten „Qualitätsmedien“. 

Diese oberflächliche Interpretation westlicher Ignoranten war jedoch von Anfang an falsch, weil sie in den beeindruckenden, anfänglichen iranischen „Eröffnungssalven“ nicht deren symbolische Warnung erkannten. Denn Iran feuerte fast die gesamte Bandbreite seiner Drohnen- und Raketentypen mit durchschlagendem Erfolg auf Israel und auf die 27 US-Basen in der Region ab und zeigt damit seine Fähigkeiten. Die Tatsache, dass Teheran nach dieser Eröffnungsdemonstration auf einen „normalen“, dauerhaften Operationsrhythmus umstellte, bedeutete jedoch nicht, dass die „Eröffnungssalven“ eine Eintagsfliege war. Denn seither wurde der „normale“ Rhythmus punktuell immer wieder mal von Spitzen unterbrochen, wie jüngst in dieser Woche von Mittwoch auf Donnerstag.

Laut Teherans eigenen Angaben und denen von Kennern der Materie wie z.B. der in Libanon lebende Alastaire Crooke hat der Iran in seinen unendlich langen unterirdischen Galerien genügend fertige Raketen-Vorräte, um das „normale“ Tempo des Beschusses von Israel und den regionalen US-Basen ohne Unterbrechung mindestens ein halbes Jahr durchzuhalten. Dagegen neigen sich inzwischen die Vorräte der israelischen und amerikanischen Raketenabwehrwaffen dem Ende zu. Zudem hat sich die dreifach gestaffelte israelische Raketenabwehr, vom „Iron Dome“ (Eisernen Dom) bis zu „David‘s Sling“ (David‘s Schleuder), wegen der iranischen Übersättigung mit Drohnenangriffen und wegen Teherans neuer, weiter verbesserter Hyperschallraketen weitgehend als ineffizient erwiesen.

Vor allem eine neu eingesetzte ballistische Hyperschallrakete macht Israel zu schaffen. Sie kann Nutzlast bis zu 1800 Kg tragen und beim Wiedereintritt in die Atmosphäre z.B. 80 Streubomben mit jeweils 2 Kilogramm hochexplosivem Sprengstoff ausstoßen, wobei jede einzelne Raketenladung flächendeckend Industrieanlagen, Flugplätze oder Industriehallen zerstören kann.

Vor diesem Hintergrund ist das iranische Kalkül so einfach wie genial. Ihm liegt die realistische und durch jüngste Ereignisse bestätigte Annahme zugrunde (nämlich die überhastete Verlegung von Patriot Batterien aus Süd-Korea nach Israel): dass die Tage gezählt sind, bis die US/israelischen Vorräte an Luftabwehr-Raketen aufgebraucht sind. Um die super-teuren und komplexen US-Raketen wie Thaad (Stückpreis 11 Mio.$) und Patriot (2 bis 3 Mio.) in Volumen von einigen Hundert Stück zu ersetzen, werden Jahre vergehen. Aber auch dann können sie nur geliefert werden, wenn die Amerikaner auch die für die Produktion notwendigen „Seltenen Erden“ von China oder Russland bekommen. 

Ganz anders sieht das in Iran aus. Selbst seine fortschrittlichen Hyperschall-Raketenwaffen, eine Waffenart, bei der die USA um mindestens zwei technologische Generationen zurückliegen, werden vom Iran in seinen weitläufigen unterirdischen Rüstungsfabriken selbst produziert und die dazu notwendigen wichtigen Kleinteile - wie z.B. „seltene Erden“ – werden problemlos von China und Russland geliefert. Das heißt, Irans Raketenreserven werden kontinuierlich aufgefüllt und Teheran kann seinen „normalen Rhythmus“ der Angriffe viel länger als ein halbes Jahr aufrechterhalten. 

Wenn erstmal die US/israelische Raketenabwehr darniederliegt, dann werden sogar weniger komplexe, somit billigere Drohnen und ältere Modelle iranischer Raketen weitaus unbehinderte ihre Ziele in Israel und auf US-Basen in der Region finden. Ihre einzigen Gegner werden die US-produzierten israelischen und amerikanischen Kampfjets des Typs F-35 sein, die versuchen werden, die Drohnen rechtzeitig abzufangen. Das aber wird nicht mehr so einfach sein wie im Juni letzten Jahres, während des ersten brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen Iran. Denn diesmal hat der Iran als ersten Vergeltungsschritt alle amerikanischen Frühwarn-Radarsysteme auf den US-Basen in der Region in die Luft gejagt. Das wird die Aufgabe der Drohen-Jagd für die F-35 nicht einfacher machen. Nebenbei angemerkt: Jede F-35, die mit iranischen Drohnen beschäftigt ist, wird weder den Nordwesten des Irans noch Irak und Libanon bombardieren können.

Wenn die Reserven der US-amerikanischen und israelischen Luftabwehr-Raketen erschöpft sind, braucht Iran nur zwischen 20 bis 30 Raketen und 50 Drohnen gegen Israel abzufeuern, um Israel langsam, aber stetig in die Knie zu zwingen. Ins Visier genommen würden dabei u.a.:

Militärisch: die systematische Zerstörung militärischer Objekte; Militärbasen, Flug- und Seehäfen, militärische Hauptquartiere, Objekte der Rüstungsindustrie, Anlagen der Geheimdienste, Anlagen der militärischen Telekommunikation, Daten-Zentren und militärwissenschaftliche Institute und Designbüros. 

Wirtschaftlich: Raffinerien, Verteilerstationen der Gas-Leitungen, Dual-Use Industrieanlagen, Kraftwerke und elektrische Umspannungsanlagen, Knotenpunkte von Transportwegen, Busbahnhöfe, zivile Flughäfen, Banken, zivile wissenschaftliche Institute und Universitäten, Krankenhäuser, etc. 

Im Grunde genommen ist für Teheran all das ein legitimes Ziel, was Israel zuvor an zivilen Objekten in Teheran und anderen iranischen Städten zerstört hat. Bisher haben die Iraner gezeigt, dass sie es dem Gegner eins zu eins heimzahlen und ihn seine eigene Medizin schmecken lassen. Und je mehr Iran die Oberhand bekommt, desto schlimmer wird es für Israel und seine jüdische Bevölkerung werden. 

Etwa 85 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels lebt in drei Städten, die zudem eng beieinander liegen und die großen Versorgungsanlagen, Wasser, Energie, Telekommunikation, etc. miteinander verbunden sind. Umfragen einige Tage nach Beginn des brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran haben ergeben, dass über 80 Prozent der jüdischen Bevölkerung den Überfall auf Iran unterstützten. Damals glaubten die Befragten noch an die Kriegspropaganda eines schnellen Sieges. Meines Wissens gibt es keine neueren Umfragen. Aber wir wissen, wie schon im Juni letzten Jahres Hundert Tausende von Israelis fluchtartig das Land verlassen haben, um den ständigen iranischen Vergeltungsschlägen und dem Leben in Schutzbunkern zu entkommen. Und damals war es bei weitem nicht so schlimm wie jetzt. Und es kann noch schlimmer kommen.

Man bedenke nur, was nach einem Monat iranischer Zermürbung alles passieren könnte. Bei täglich einigen Duzend iranischen Raketen- und Drohen-Angriffen, verteilt über 24 Stunden, müssten die Bewohner der 3 großen israelischen Städte Tag und Nacht in den Schutzbunkern verbringen. Denn die Frühwarnzeit bis zum iranischen Raketeneinschlag ist in diesem Krieg von 20 und mehr Minuten auf maximal 5 Minuten zusammengeschrumpft. Diese Zeit reicht nicht, um vom eigenen Apartment selbst einen nah gelegenen Luftschutzbunker zu erreichen. Und dann könnte das passieren, wovor sich die „Erez-Israel“, die Groß-Israel-Kriegsverbrecher am meisten fürchten, nämlich vor einer Massenflucht der einheimischen jüdischen Familien zu Verwandten in die USA und nach Europa. 

Wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, dann stünde die Existenz des zionistischen Apartheit-Regimes und seiner Führungselite auf dem Spiel, die von der UNO des Genozids in Gaza beschuldigt wird. Dann aber würde es für die Region und die ganze Welt wirklich gefährlich werden, denn in dieser Situation trauen nicht wenige Analysten den zionistischen Verbrechern gegen die Menschlichkeit auch den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran zu.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.youtube.com/watch?v=pJRmkd3H4DY

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Raketenabwehrrakete des "Iron Dome" startet.

Bildquelle: Hamara/ Shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

Panik im Weißen Haus? | Von Rainer Rupp

06. März 2026 um 11:03

Vorschau ansehen
Panik im Weißen Haus? | Von Rainer Rupp
Tagesdosis 20260306 apolut
0:00
/586.632
Panik im Weißen Haus? | Von Rainer Rupp

Iran kämpft erfolgreich weiter 

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Die Regierung von Präsident Donald Trump soll Gerüchten zufolge in Panik geraten sein, denn angesichts ihrer entschlossenen und erfolgreichen militärischen Reaktion hat die neue iranische Führung einen dicken Strich durch Trumps feste Erwartung eines höchstens ein paar Tage dauernden Krieges und eines triumphalen US-Sieges gemacht. 

Ähnlich wie zu Beginn des 12-tägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres sind die brutalen US-zionistischen Enthauptungsschläge gegen die politische und militärische Führung fehlgeschlagen. Zwar gelang es den US-Zio-Völkerrechtsverbrechern erwartungsgemäß, einige Persönlichkeiten der obersten iranischen Führungsebene zu ermorden, aber die wurden schnell durch nicht weniger effiziente, jüngere Leute ersetzt, die nun einen über Jahrzehnte ausgearbeiteten Plan umsetzen und mit tödlicher Wucht auf die Angreifer zurückschlagen. Der Unterschied zum Juni 2025 besteht darin, dass 

  • a) die Iraner nun keine Rücksicht mehr nehmen (für sie handelt es sich um einen existentiellen Krieg, während es für die USA um einen willkürlich vom Zaun gebrochenen Krieg ihrer Wahl geht), und 
  • b) Hardline-Generäle das Kommando übernommen haben. Was sich derzeit abzeichnet – im Gegensatz zu dem, was die US-amerikanische und israelische Propagandamaschinerie darstellt – deutet darauf hin, dass Iran einen Plan umsetzt, der nicht nur darauf abzielt, die US-Streitkräfte mit ihren Basen aus der Region zu vertreiben, sondern auch das israelische Regime, nicht das israelische Volk! zu zerstören. Und nicht wenige Nah- und Mittelost-Experten räumen Iran dabei durchaus Erfolgschancen ein.

„Den Verstand verloren?“

Die Sperrung der Straße von Hormus ist in praktischer Hinsicht vollständig umgesetzt. Berichten zufolge dürfen nur noch chinesische und russische Schiffe passieren. Nur einen Tag nach der aufgeplusterten Erklärung von Präsident Trump, dass US-Kriegsschiffe Öltanker-Konvois bei der Passage durch die Straße von Hormus schützen würden, wurde diese Anweisung vom Hauptquartier der US-Marine klugerweise widerrufen. Die Marineführung war sich der schweren Verluste bewusst, welche die Umsetzung dieser gefährlich unüberlegten präsidialen Idee für die USA mit sich gebracht hätte. Kritiker Trumps bezeichneten seinen Konvoi-Vorschlag als weiteres Zeichen dafür, dass er „den Verstand verloren“ habe.

Tatsächlich haben sich in letzter Zeit zunehmend Dinge ereignet, die nahelegen, dass Trumps kognitive Fähigkeiten zu versagen scheinen. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass Trump in einer kritischen Situation er eine katastrophale Fehlentscheidung trifft, mit verheerenden Folgen nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt. Dagegen hoffen „Optimisten“, dass die wirtschaftliche Katastrophe, die sich derzeit vor allem für die westlichen Volkswirtschaften abzeichnet, ausreichend Druck auf Washington ausübt, um Trump politisch zu neutralisieren.

Am Mittwochabend erreichte Washington eine Nachricht aus dem Iran, die die Panik im Weißen Haus über den weiteren Kriegsverlauf weiter angeheizt haben dürfte. Es wurde berichtet, dass die IRGC (Iranische Republikanische Garde Corps) die meisten US-Frühwarnradars in der ganzen Region zerstört habe. Ein mit der IRGC verbundener Telegram-Kanal vermerkte, dass die iranische Führung ein Kommuniqué veröffentlicht habe, in dem es hieß, Israel und die USA würden „blind“ sein. Die erste Reaktion im Westen war ungläubiges Staunen. Denn westlichen Medienberichten zufolge liegen die Iraner längst geschlagen und in den letzten Zügen am Boden. Folglich wurde diese Nachricht von westlichen Eliten als eine verrückte Durchhalteparole der auf dem letzten Loch pfeifenden iranischen Führung abgetan.

Doch dann schienen immer mehr Quellen – aus dem Iran und von außerhalb – die Informationen über die systematische Zerstörung der sündhaft teuren US-Radar- und Kommunikationssysteme auf den 27 US-Stützpunkten in der Region zu bestätigen, die bereits erfolgreich von iranischen Raketen angegriffen worden waren. Zudem häuften sich Berichte, wonach der Iran eine wachsende Zahl amerikanischer und israelischer Drohnen in zunehmend hohem Tempo abschießt.

US-Abfangraketen blind

Aber es war weder ein Telegram-Kanal, noch ein russisches Medium noch ein Iran-freundlicher Pressekonzern, sondern die alt-ehrwürdige Tante New York Times (NYT), die am Dienstag, den 3. März Satellitenbilder veröffentlicht, die bestätigen, was Iran die ganze Zeit behauptet hatte, was aber niemand im Westen glauben wollte. Während Washington offenbar vollauf damit beschäftigt war, der Weltöffentlichkeit sein Narrativ von einem schnellen, - allerdings realitätsfernen - Sieg über Iran zu verkaufen, hatte Iran mit seinen Raketen und Drohnen jede größere US-Basis in der Region systematisch und methodisch angegriffen.

Der NYT-Artikel mit dem Titel „Iran Strikes U.S. Military Communication Infrastructure in Mideast“ (Iran greift US-Militär-Kommunikationsinfrastruktur im Nahen Osten an) ist deshalb so wichtig, weil er Satellitenbilder veröffentlichte, welche Schäden durch iranische Angriffe auf US-Militärbasen in der Golfregion bestätigen. Der Artikel analysiert die Satellitenbilder und verifizierte Videos und beschreibt detailliert die iranischen Vergeltungsangriffe vom letzten Wochenende und vom Montag, welche Strukturen sie beschädigten oder zerstörten und welche militärischen Funktionen sie hatten. Dabei fällt auf, dass alle zerstörten Ziele Teil des US-Kommunikations- und Radarsystems auf mindestens sieben US-Militärstandorten im Nahen Osten waren, darunter Basen in Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Obwohl der Text des NYT-Artikels nicht explizit „jede große US-Basis“ aufzählt und betont, dass die Kommunikationsinfrastruktur hochgradig klassifiziert ist, zeigt die systematische Zielauswahl (über mehrere Länder hinweg) ein methodisches Vorgehen. Die Analyse deutet darauf hin, dass Iran mit seinem systematischen Vorgehen das Ziel verfolgt, die US-Fähigkeit zur Kommunikation und Koordination zu zerstören, etwa durch Treffer auf Radome, Satellitenschüsseln und andere kritische Ausrüstung.

Jede einzelne größere US-Basis jenseits des Golfs – von Iran systematisch und methodisch zerlegt:

  • Bahrain. Das Herz der Fünften Flotte. Das pulsierende Nervenzentrum amerikanischer Seemacht im gesamten Nahen Osten – getroffen.  
  • Al Udeid, Katar. Der 1,1-Milliarden-Dollar-teure AN/TPY-2-Radar – das Auge, das alles sieht – mit einem Schlag ausgelöscht.  
  • Camp Arifjan, Kuwait. Ali Al Salem. Prince Sultan in Saudi-Arabien. Die Stützpunkte in den Emiraten.  
  • SATCOM-Terminals in Schutt und Asche. Radome aufgerissen wie Eierschalen. Satellitenschüsseln einfach weggefegt.  
  • Die gesamte Infrastruktur zu Erfassung und Verfolgung feindlicher Raketen, die AN/TPY-2-Systeme, die jede Patriot- und jede THAAD-Batterie im ganzen Operationsgebiet miteinander synchronisieren – mit chirurgischer Präzision zerstört. Kein Zufall. Kein Glückstreffer. Sondern ein meisterhaftes architektonisches Zerlegen.

Iran hat nicht bloß US-Basen bombardiert. Iran hat das Nervensystem kartiert, das die amerikanische Raketenabwehr überhaupt erst zu einem einzigen, atmenden Organismus macht – und hat es dann, Basis um Basis, über fünf Länder gleichzeitig, mit kaltblütiger Methodik auseinandergenommen. 

Das ist keine Vergeltung, sondern Doktrin

Drei Jahrzehnte akribisches Studium über die Art und Weise des Funktionierens der US-amerikanischen Kriegsmaschine? Wie sie läuft, wie sie sieht und wie sie mit ihren Teilen kommuniziert und diese koordiniert. Und als der Moment kam, hat Teheran nicht gezögert – sondern der US-Maschine direkt in die Augen gestochen. Die alte Führung hätte vor diesem entscheidenden Schritt wahrscheinlich noch gezögert, aber die neue, jüngere Führung, wollte endlich die Entscheidung. 

Das vorläufige Resultat ist, dass die US-Abfangraketen blind sind. Zudem neigen sich die US-Reserven an Abfangraketen bereits dem Ende zu. Die Magazine sind leer geschossen.  

Die US-Marine kann keine Konvois durch die Straße von Hormus eskortieren – ohne Selbstmord zu begehen. Und Südkorea, das sich bis jetzt ja auch durch US-Raketenabwehrsysteme beschützt glaubte, muss sich jetzt recht nackt und schutzlos fühlen.

Die US-Vasallenstaaten am Persischen Golf, die bisher glaubten, dass die US-Basen ihnen den ultimativen Schutz geboten haben, müssen angesichts ihrer brennenden Ölanlagen und zerstörten US-Basen zu dem ernüchternden Schluss kommen, dass das US-Militär in ihren Ländern weder Schutz noch Sicherheit bietet, sondern das Gegenteil provoziert, nämlich iranische Vergeltungsschläge gegen Aggressor und Schurkenstaat USA. Washington hat die teuerste, komplexeste, unzerstörbar geglaubte militärische Architektur der Menschheitsgeschichte errichtet. Iran hat gerade innerhalb weniger Tagen die Blaupause dafür vorgelegt, wie man sie demontiert.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Blitz über dem Weißen Haus in Washington DC, USA. Dramatische Sturmflucht

Bildquelle: Artem Avetisyan / Shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

Abnutzungskrieg mit dem Iran: Gehen USA und Israel bald die Raketen und Bomben aus?

05. März 2026 um 17:14

Vorschau ansehen

Die penetrante Behauptung, die USA würden über ausreichend Munition verfügen, um "praktisch ewig" zu kämpfen, nährt den Verdacht, dass die Vorräte ausgehen und der Zeitdruck hoch ist. Iran droht härtere Angriffe mit neuen Raketen an. Angeblich verfügt die Revolutionsgarde über Fattah-2-Hyperschallraketen.

Der Beitrag Abnutzungskrieg mit dem Iran: Gehen USA und Israel bald die Raketen und Bomben aus? erschien zuerst auf .

(Auszug von RSS-Feed)

Die Zeit arbeitet gegen Trump | Von Rüdiger Rauls

04. März 2026 um 17:49

Vorschau ansehen
Die Zeit arbeitet gegen Trump | Von Rüdiger Rauls

Die USA begründen ihren Angriff auf den Iran mit der Bedrohung, die von ihm ausgehen soll. Das entspricht weder den Tatsachen noch den Erkenntnissen der eigenen Geheimdienste. Was also will Trump und vor allem, wie will er wieder aus diesem Konflikt aussteigen können?

Ein Meinungsbeitrag von Rüdiger Rauls. 

Falsche Grundlagen

Aus den fast täglich sich ändernden Aussagen des amerikanischen Präsidenten zu Zielen und Dauer des Krieges entsteht ein Bild von Planlosigkeit. Zuerst wollte man das iranische Atomprogramm vernichten, dann kamen noch auch die Raketen hinzu, später sollte zusätzlich ein Regimewechsel herbeigeführt werden. Inzwischen geht es auch um die Vernichtung der iranischen Flotte. Eine klare Strategie ist daraus nicht zu erkennen. Nicht zuletzt aus den ständig wechselnden Zeitangaben entsteht der Eindruck eines kopflosen Losschlagens, und alles Weitere wird sich dann zeigen.

Vermutlich glaubte man, den Venezuela-Einsatz wiederholen zu können, dass man anfangs nur drei bis vier Tage für den Iran einplante. Jetzt ist immer öfter von vier bis fünf Wochen die Rede, stellt aber auch einen kürzerer Zeitraum in Aussicht wegen der angeblich schnellen Erfolge. Aber auch der Einsatz von Bodentruppen wurde nicht ausgeschlossen, wenngleich das aber den Beteuerungen widersprechen würde, keinen lang anhaltenden Krieg zu wollen.

Dabei waren schon im Vorfeld die von Trump an die Wand gemalten Bedrohungen durch den Iran von den eigenen Geheimdiensten widerlegt worden. In Bezug auf das iranische Atomprogramm hatten diese wie auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und die Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen erklärt, „dass der Iran sein Atomwaffenentwicklungsprogramm im Jahr 2003 eingestellt hat.“(1)

Ähnlich schätzte die US Defense Intelligence Agency noch im Jahr 2025 die angeblichen Gefahren durch iranische Raketen ein, „wonach der Iran bis 2035 benötigen könnte, um aus seinen bestehenden Satelliten-Startrampen eine militärisch einsetzbare Interkontinentalrakete (ICBM) zu entwickeln.“ (2) Selbst wenn China und Nordkorea technische Unterstützung leisten würden, so dürfte das die Entwicklungszeit nicht wesentlich verkürzen. Aber offensichtlich misstrauen Trump und Kriegsminister Hegseth den eigenen Geheimdiensten und glauben, es besser zu wissen.

Auch die nachgeschobene Begründung, der Iran plante einen Erstschlag auf amerikanische Stützpunkte und Verbündete in der Region, konnte von den Geheimdiensten nicht bestätigt werden. Am 1. März, also am zweiten Tag des Krieges, räumten Beamte der Trump-Regierung in Besprechungen mit Kongressmitarbeitern ein, „dass es keine Geheimdiensterkenntnisse gebe, die darauf hindeuteten, dass der Iran einen Erstschlag gegen US-Streitkräfte plane“.(3)

Ungereimtheiten

Neben all diesen widerlegten Behauptungen gibt es grundsätzliche Überlegungen, die die iranische Bedrohung als höchst fragwürdig erscheinen lassen. Während die USA über etwa 5000 Atomsprengköpfe verfügen, hat der Iran bisher keinen einzigen. Dasselbe Missverhältnis besteht auch bei den strategischen Raketen, die das Territorium des jeweils anderen vom eigenen aus erreichen könnten. Die amerikanische Marine hat alleine zwei Flugzeugträger in der Reichweite des Iran im Einsatz. Iran verfügt nicht über einen einzigen.

Neben dieser waffentechnischen Überlegenheit besteht auch eine strategische. Denn während die USA einen Ring von Stützpunkten um den Iran gezogen haben, verfügt das Mullah-Regime bisher über keinen außerhalb des eigenen Landes. Wo soll da eine strategische Bedrohung bestehen, die die Existenz der USA gefährden könnte? Zudem sind die Äußerungen der amerikanischen Regierung insofern sehr widersprüchlich, wenn im Sommer 2025 noch von Trump vollmundig behauptet wurde, dass mit dem Zwölf-Tage-Krieg das iranische Atomprogramm vollkommen vernichtet worden sei.

Es stellt sich die Frage, inwiefern heute von diesem Programm wieder eine solche Gefahr ausgehen soll, dass sich die USA auf der anderen Seite des Ozeans davon existenziell bedroht fühlen. Entweder stimmten die damaligen Aussagen nicht oder die heutigen. In beiden Fällen müssen die Erklärungen aus Washington mit äußerster Vorsicht in Bezug auf ihren Wahrheitsgehalt aufgenommen werden. Solche Widersprüche aber scheinen die Meinungsmacher nicht nachdenklich zu stimmen.

Doch die Staaten des politischen Westens haben sich von ihrer eigenen Propaganda einer iranischen Bedrohung dermaßen selbst ins Bockshorn jagen lassen, dass sie diese Widersprüche nicht mehr sehen oder nicht wahrhaben wollen. Darüber hinaus aber dürften vermutlich auch noch andere Interessen vorliegen, dass man an einer Sichtweise festhält, die keinerlei Grundlage hat. 

Unentschieden

Mit dem Angriff auf den Iran hat man nach Venezuela den nächsten großen Ölförderer ins Visier genommen. Ist er erst einmal in irgendeiner Form unter Kontrolle, kommt man in der Kontrolle der Ölmärkte insgesamt einen guten Schritt voran. Doch der Iran ist nicht Venezuela, wenn er auch militärisch den USA nicht gewachsen ist. Es sieht so aus, als teile er sich seine Kräfte gut ein und spiele auf Zeit. Denn sie ist im Moment sein einziger strategischer Vorteil gegenüber den USA. Zwar beantwortet er die Schläge der Israelis und Amerikaner, eskaliert aber nicht zusätzlich. Es ist Trump, von dem schnelle Ergebnisse erwartet werden: ein schnelles Ende des Krieges und möglichst auch ein schneller Sieg.

Natürlich will auch der Iran ein Ende der Kämpfe – je schneller um so lieber. Doch aufgrund der eigenen Unterlegenheit kann er den Kriegsverlauf nicht beschleunigen außer durch die eigene Kapitulation. Dazu aber scheint im Moment noch kein Grund zu bestehen, denn der Iran verfügt über einen Trumpf: Hyperschallraketen. Diese sollen nach einer Meldung von „The Sunday Guardian“ vom 1.3.2026 gegen amerikanische Streitkräfte bereits eingesetzt worden sein. Damit habe Teheran signalisiert, „bereit zu sein, seine modernsten strategischen Waffen einzusetzen.“ (4)

Ob es sich um eine Reaktion der Amerikaner auf diesen Einsatz handelt, dass am 2.3.2026 kaum über neue Angriffe auf Ziele im Iran berichtet wurde? Noch am 28. Februar, hatten die USA und Israel nach eigenen Angaben deren etwa 1400 geflogen. Bisher haben weder der Iran noch die amerikanische Führung den Angriff durch eine Fattah-Hyperschallwaffe bestätigt. Teheran hat immer nur auf diese Waffen hingewiesen und sie als Drohung gegenüber den USA ins Spiel gebracht.

Vielleicht hat deshalb der amerikanische Präsident am 1. März überraschend erklärt, dass der Iran um neue Verhandlungstermine bei ihm nachgesucht habe, und er bereit sei, mit ihnen zu reden. Doch am 2. März machte die neue Führung unter Ali Larijani postwendend deutlich, dass sie weder um solche Termine nachgesucht habe, noch sei sie zu Gesprächen mit den USA bereit. Diese Wendung ist insofern auffällig, da auch die Kampfhandlungen deutlich nachgelassen haben, zumindest was die Anzahl der Meldungen in den Medien angeht. Wirkt da die Drohung mit Hyperschallraketen?

Druck auf Trump kommt auch aus den USA und dem eigenen MAGA-Lager. Hier wächst der Unmut über die verpulverten Milliarden für die Kriege seit Beginn des Jahres, während der Ruf nach der Verbesserung der Lebensbedingungen im eigenen Land immer lauter wird. Zudem gibt es inzwischen auch Tote unter den US-Soldaten zu beklagen. Im November stehen Wahlen zum Kongress an, die über die weitere Handlungsfähigkeit des Präsidenten entscheiden. Betont er deshalb so oft, dass es sich um einen Einsatz von wenigen Wochen handeln soll, nicht um einen lange andauernden Krieg?

Ungedeckte Rechnungen

Noch können nur Vermutungen zur Entwicklung dieses Krieges angestellt werden. Aber vieles deutet darauf hin, dass Trump sich das alles leichter vorgestellt hatte. Das wurde bereits deutlich an seiner Überraschung und Enttäuschung darüber, dass der Iran sich nicht kampflos geschlagen gab angesichts des militärischen Aufgebots vor seiner Küste. Den Regimewechsel, den eigentlich er selbst hatte herbeiführen wollen, legte Trump dann auch sehr schnell in die Hände der Opposition. Er forderte das iranische Volk auf, für seine Freiheit einzutreten, die USA hätten das ihre dazu getan. Dieser Plan ist bisher nicht aufgegangen. Der schnelle Fall des Regime schlug fehl.

Die westlichen Medien haben sich ein Bild von der Opposition gezeichnet, das sie selbst gerne geglaubt haben, das aber nicht den wirklichen Verhältnissen entspricht. Sie kann nicht als geeinte Kraft angesehen werden, die ein Kräftemessen mit dem Staat und seinen Sicherheitsorganen aufnehmen könnte. Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im Januar dürfte sie zusätzlich geschwächt sein. Ob sie Trumps Zusicherungen weiterhin vertraut, dürfte fraglich sein, blauäugig wäre es in jedem Fall.

Denn auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen hatte er die zugesagte Hilfe zurückgezogen. Anscheinend hatte er andere Pläne. Mit diesem Rückzieher hatte Trump aber auch selbst alle Trümpfe für einen Regimewechsel aus der Hand gegeben, wenn diese Gelegenheit denn wirklich bestanden haben sollte. Nun, wo alles zu spät ist, schickt er das Militär. Wenn er in dieser Situation die iranische Führung aufruft, sich zu ergeben, dann wirft das einen Blick von unglaublichem politischem Unvermögen und Wirklichkeitsferne auf den amerikanischen Präsidenten.

Denn wem soll sich diese Führung nach Trumps Vorstellung ergeben? Eine ernst zu nehmende, weil geeinte und organisierte Opposition ist nicht zu erkennen, die in der Lage wäre, die Macht gegen den noch weitgehend intakten Staat zu übernehmen. Und Trump selbst? Er ist weit weg im sicheren Washington jenseits des Ozeans oder auf seinem Goldplatz im warmen Florida. Seine Truppen haben zum Teil die Stützpunkte verlassen aus Vorsicht vor iranischen Angriffen, und schon gar nicht stehen sie im Iran selbst, um die Kapitulation entgegen zu nehmen.

Trump scheint sich Kapitulationen vorzustellen wie die Wochenschauberichte aus dem Deutschland und Japan von 1945. Doch im Moment ist der Iran von diesem Zustand noch weit entfernt, Staat und Armee sind weitgehend intakt. Israel scheint verstärkt wieder den Libanon und die Hisbollah ins Visier zu nehmen, und wer weiß, wie lange Trump noch in seiner Ungeduld und Sprunghaftigkeit dem zunehmenden Druck standhält? Keiner kann vorhersagen, welche Entwicklung dieser Krieg nimmt – außer natürlich den unvermeidlichen Experten der westlichen Nachrichtenformate.

+++

Quellen und Anmerkungen

(1, 2, 3) Reuters 27.2.2026 Trumps Behauptung über iranische Raketen wird laut US-Geheimdiensten nicht gestützt, so Quellen.

(4) Guardian 1.3.2026 Fattah-2-Hyperschallrakete erstmals gegen US-Streitkräfte eingesetzt? Irans hochentwickelte Waffe verschärft den Nahostkonflikt.

+++

Rüdiger Rauls ist Reprofotograf und Buchautor. Er betreibt den Blog Politische Analyse

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Skulptur von Dalí's schmelzender Uhr in Matera (Italien)
Bildquelle: Rebel Red Runner / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

USA kontrollieren iranischen Luftraum nach wenigen Tagen Krieg

04. März 2026 um 17:26

Vorschau ansehen
USA kontrollieren iranischen Luftraum nach wenigen Tagen Krieg

US-Generalstabschef Dan Caine erklärte am Montag, die USA hätten den Luftraum über dem Iran vollständig unter Kontrolle gebracht. Dies ermögliche den Schutz eigener Kräfte und die Fortsetzung von Operationen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte in einer Pressekonferenz am Mittwoch (4.3.2026), dass die USA in vier Tagen den gesamten iranischen Luftraum erobert und die Marine zerstört hätten. „Iran kann nicht länger als wir durchhalten“, sagte er und kündigte weitere Angriffswellen an.

Caine ergänzte, die USA hätten iranische Kriegskapazitäten stark reduziert: Raketenangriffe um 86 Prozent, Drohnen um 73 Prozent. Künftig sollen Ziele im Landesinneren angegriffen werden.

Israel hat parallel den Flughafen Mehrabad in Teheran angegriffen und den Luftraum über der Stadt unter Kontrolle gebracht. Es gibt keine Gegenwehr mehr, militärische Knotenpunkte werden ausgeschaltet.

Hegseth verneinte Bodentruppen-Einsätze, schloss sie aber nicht aus. Ziel ist die Schwächung des iranischen Regimes.

+++

Bild: Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister

Bildquelle: Joshua Sukoff / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Russlands Winterstrategie: Der Erschöpfungskrieg hat begonnen

03. November 2025 um 10:55

Vorschau ansehen

Russlands Strategie ist keine Frage von Blitzkriegen, sondern von Geduld. Während der Westen weiter Durchhalteparolen skandiert, zieht Moskau die Schrauben an – systematisch, unaufhaltsam, zermürbend. …

Der Beitrag Russlands Winterstrategie: Der Erschöpfungskrieg hat begonnen erschien zuerst auf Contra24.

(Auszug von RSS-Feed)

Pentagon im Munitionsloch: USA haben kaum noch Tomahawks für die Ukraine

15. Oktober 2025 um 03:42

Vorschau ansehen

Washingtons Kriegsmaschinerie ächzt unter den globalen Abenteuern. Während die Pentagon-Lager sich leeren und Konflikte von Nahost bis Venezuela eskalieren, wollen US-Kriegstreiber trotzdem Tomahawks an Kiew …

Der Beitrag Pentagon im Munitionsloch: USA haben kaum noch Tomahawks für die Ukraine erschien zuerst auf Contra24.

(Auszug von RSS-Feed)
❌