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Heute — 14. April 2026

Netanyahu: U.S.-Israel Strike on Iran Turned ‘Never Again’ into Reality, Dealt ‘Regime of Terror’ Hardest Blow

14. April 2026 um 05:25

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Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu declared Monday that the joint U.S.-Israel campaign against Iran has turned the longstanding pledge of “Never Again” into reality, saying the strikes dealt the regime “the hardest blow in its history” and prevented a second Holocaust.

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Gestern — 13. April 2026

Hunderttausende Iraner demonstrierten gegen US-Deal mit den Mullahs

13. April 2026 um 13:00

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Iraner gingen weltweit vor US-Botschaften auf die Straße und fordern anhaltenden Druck auf das Regime in Teheran. Sie richteten eine gemeinsame Botschaft an Washington und appellierten an die politischen Entscheidungsträger, keine Abkommen mit Teheran zu schließen, sondern im Kampf gegen das Regime standhaft zu bleiben.

von Eric Angerer

Hunderttausende Iraner aus der Diaspora demonstrierten am Samstag vor US-Botschaften und -Konsulaten in über 20 Ländern und riefen die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf die Islamische Republik aufrechtzuerhalten und das iranische Volk zu unterstützen.

Weltweite Demos gegen Mullahs

Die koordinierten Demonstrationen fanden in mindestens 34 Städten in Europa, Asien und Nordamerika statt und folgten einem Aufruf des iranischen Exil-Oppositionsführers Kronprinz Reza Pahlavi.

Aufnahmen aus verschiedenen Orten zeigten Menschenmengen, die sich unter anderem in London, Paris, Berlin, Rom, Stockholm, Seoul, Wien, Toronto, Los Angeles und Washington, D.C. versammelten. Die Teilnehmer trugen Schilder und skandierten Parolen gegen das iranische Regime.

Berlin, München und Wien

In Berlin-Mitte trugen die Exiliraner neben den Landesfahnen auch israelische und amerikanische. Eine Rednerin sagte, der israelische und amerikanische Angriff auf den Iran habe vielen Menschen dort Hoffnung gegeben. Er habe das Regime geschwächt. „Unser Ziel ist ein Iran, der die Menschenrechte achtet“, sagte sie. Auf Plakaten war „Freiheit für den Iran“ zu lesen, Teilnehmer skandierten „Demokratie für Iran!“ und „Die Mullahs müssen weg!“.

In München demonstrierten die Iraner auf dem Königsplatz. Viele der Teilnehmer hatten iranische Flaggen dabei, die das bis 1979 offizielle Motiv mit Löwe und Schwert zeigten. Häufig waren auch Bilder von Reza Pahlavi zu sehen, dem Sohn des letzten Schahs. Die Demonstranten zogen dann zum Prinz-Carl-Palais, wo vor dem Konsulat der USA die Abschlusskundgebung stattfand.

Eine ähnliche Demonstration fand in Frankfurt am Main statt. In Wien zogen die Exiliraner vom Heldenplatz bis zur US-Botschaft in der Bolzmanngasse.

Kein Abkommen mit den Mullahs!

Die Demonstranten richteten eine einheitliche Botschaft an Washington und forderten die politischen Entscheidungsträger auf, keine Abkommen mit Teheran zu schließen, sondern im Kampf gegen das Regime standhaft zu bleiben.

Sie argumentierten, die Islamische Republik sei geschwächt, und warnten davor, dass eine Lockerung des Drucks ihr ermöglichen könnte, sich neu zu formieren und die interne Repression zu verschärfen. Am Sonntag wurde dann bekannt gegeben, dass die Gespräche zwischen den beiden Parteien in Islamabad, Pakistan, ergebnislos beendet wurden.

Die Teilnehmer forderten zudem anhaltende internationale Maßnahmen gegen den iranischen Sicherheits- und Justizapparat angesichts der zunehmenden Hinrichtungen und der fortgesetzten Repression gegen Andersdenkende.

Erklärung von Schah-Sohn Pahlavi

Laut den Organisatoren sollten die Kundgebungen auch den Iranern im Land Gehör verschaffen, wo die Kommunikation aufgrund der anhaltenden Internetsperre weiterhin stark eingeschränkt ist – der Internet-Blackout dauert im Iran nun schon über 40 Tage an.

In einer Erklärung sagte Pahlavi, die Demonstrationen würden den Druck im Kampf gegen das Regime weiter erhöhen.

„Die Botschaft Hunderttausender Iraner weltweit ist unmissverständlich: Dies ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und den Kampf für die Freiheit – das iranische Volk wird das Überleben dieses mörderischen Regimes nicht hinnehmen“, sagte er und fügte hinzu: „Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, ihren Kurs beizubehalten und das iranische Volk in seinem Kampf für die Freiheit zu unterstützen.“

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Trump Says He Doesn’t Care if Iran Returns to Talks — ‘If They Don’t Come Back, I’m Fine’

13. April 2026 um 07:21

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President Donald Trump said Iran is “in very bad shape” and vowed it “will not have a nuclear weapon” as he signaled indifference to renewed negotiations, saying he “doesn’t care” if Tehran returns to talks, while confirming a U.S. blockade of Iranian oil flows set to take effect Monday morning.

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Trump ‘Optimistic’ on Iran Talks — Warns U.S. Warships Reloading with 'Best Weapons' if Diplomacy Fails

11. April 2026 um 00:37

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President Donald Trump said Friday he is “optimistic” a deal with Iran is “within reach” ahead of high-stakes negotiations in Pakistan, while warning the United States is “loading up” its warships in the region and is prepared to resume military action if diplomacy collapses.

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House Intel. Chair: New Iran Leaders 'Exacerbating' Issues

10. April 2026 um 01:38

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During an interview with CBS’s “The Takeout” on Thursday, House Intelligence Committee Chairman Rep. Rick Crawford (R-AR) said that Iran’s regime “definitely has changed. A changing regime does not necessarily equal regime change.” And “there are various challenges being presented

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CENTCOM Chief: ‘Iran Has Suffered a Generational Military Defeat’ — 40-Year Military Build-Up ‘Crushed in Under 40 Days’

09. April 2026 um 23:31

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U.S. Central Command Commander Adm. Brad Cooper said Thursday the United States has achieved its core military objectives under Operation Epic Fury, declaring Iran “has suffered a generational military defeat” after its more than four-decade military buildup was systematically destroyed in under 40 days.

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Nachruf auf Mario Adorf Mach et jut, Legende!

09. April 2026 um 16:16

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Mit dem Schauspieler Mario Adorf starb ein ganz Großer des deutschen Kinos.

Mit Mario Adorf stirbt ein ganz Großer des deutschen Kinos. Manchmal charmant, manchmal brutal – immer authentisch. Dabei wurde dem Deutschitaliener vom Leben nichts geschenkt. Eine Huldigung.

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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?

09. April 2026 um 05:37

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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?
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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?

Zwischen Eskalation und vorsichtiger Entspannung: Nach scharfen Drohungen von Donald Trump gegen den Iran scheint eine fragile Waffenruhe erstmals Raum für Diplomatie zu schaffen. Doch wie belastbar ist diese Pause – und kann sie tatsächlich der Anfang vom Ende eines gefährlichen Konflikts sein?

Im Interview analysiert der Militär- und Sicherheitsexperte Ralph Bosshard die strategische Lage: von Irans harten Forderungen über die innenpolitischen Spannungen in Washington bis hin zu möglichen militärischen Szenarien und den globalen Folgen eines regionalen Flächenbrands. Dabei geht es nicht nur um die Zukunft des Iran-Konflikts, sondern auch um die Rolle Israels, die Interessen der USA und die Auswirkungen auf Großmächte wie Russland und die BRICS-Staaten.

Das Interview führte Flavio von Witzleben.

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„Ein Angriff auf den Iran ist ein Angriff auf die BRICS und die multipolare Welt“

07. April 2026 um 12:00

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Nach Auffassung von Mohammad Marandi, Professor für englische Literatur an der Universität Teheran und politischer Analyst, versuchen die USA verzweifelt, ihr Imperium zu erhalten. Das brasilianische Onlineportal Brasil de Fato sprach mit ihm über die aktuellen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, die jüngsten Proteste im Land, das politische System im Iran sowie die Folgen der jahrzehntelangen Sanktionen und die dennoch erreichten Errungenschaften für die Bevölkerung und die Entwicklung des Landes. Das Gespräch führte Marco Fernandes.

Kurz nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores Anfang des Jahres richtete das Weiße Haus seine „Regime Change“-Maschinerie auf eine weitere Energiemacht: den Iran.

Die Islamische Revolution war schon immer ein Dorn im Auge der USA und insbesondere Israels. Teheran ist der größte Unterstützer der palästinensischen Sache weltweit und in der Praxis das größte Hindernis für das zionistische Projekt „Groß-Israel”, das die Vertreibung oder Auslöschung des palästinensischen Volkes aus seinem Land voraussetzt. Aus diesem Grund gehörte der Sturz der iranischen Revolutionsregierung zu den Prioritäten Washingtons und Tel Avivs.

Wie Kuba war auch der Iran seit der Revolution, die die Diktatur von Schah Reza Pahlevi stürzte, Ziel harter Sanktionen des Westens, die in mehreren Wellen verhängt wurden. Diese Sanktionen haben der Wirtschaft und der Bevölkerung des Landes unermesslichen Schaden zugefügt und wurden seit Oktober 2025 durch eine neue Runde von Sanktionen verschärft, die über die UNO verhängt wurden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die USA eingeräumt haben, in den letzten Monaten finanzielle Angriffe durchgeführt zu haben, um die iranische Währung abzuwerten, was einen enormen wirtschaftlichen Druck verursacht hat. Dieser löste zunächst legitime und friedliche Proteste der Bevölkerung aus. Nach einigen Tagen wurden diese Proteste jedoch von Kräften infiltriert, die von den USA und Israel organisiert wurden – wie beide Länder öffentlich zugegeben haben. Dies führte zu Zerstörungen und Todesfällen auf den Straßen des Landes und wurde von den iranischen Sicherheitskräften hart unterdrückt. Am 12. Januar fanden massenhafte Straßendemonstrationen zur Unterstützung der Regierung statt.

Seitdem haben die USA zahlreiche Streitkräfte in die Region entsandt, und Trump hat mehrfach damit gedroht, den Iran zu bombardieren. Doch nach iranischen Warnungen, ein Angriff der USA würde zu einem regionalen Krieg führen, scheint er einen Rückzieher gemacht zu haben. Eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran fand am 6. Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt, offenbar ohne nennenswerte Ergebnisse. Beide Länder haben jedoch erklärt, dass sie die Möglichkeit weiterer Verhandlungsrunden diskutieren.[*]

Um diese Situation einzuschätzen, sprach der geopolitische Analyst Marco Fernandes von Brasil de Fato mit Mohammad Marandi, Professor für englische Literatur an der Universität Teheran und einer der führenden Experten für geopolitische Analysen des Iran in westlichen Medien.

Marco Fernandes: In den letzten Tagen haben die USA ihre Marine in die Persische Golfregion entsandt und Trump hat mit einem Angriff auf den Iran gedroht, um Verhandlungen zu erzwingen. Iran soll sein Atomprogramm einstellen, seine ballistischen Raketen aushändigen und die Unterstützung des palästinensischen Widerstands in der Region einstellen. Wie stehen die Chancen für Verhandlungen unter diesen Bedingungen? Worüber ist die iranische Regierung bereit zu verhandeln?

Mohammad Marandi: Die iranische Position ist ganz klar. Tatsächlich ist völlig klar, dass der Iran nicht über seine militärischen Kapazitäten verhandeln wird. Daher steht sein Raketenprogramm außer Frage. Auch über seine regionalen Allianzen wird er nicht verhandeln. Daher stehen auch diese außer Frage. Das Atomprogramm ist etwas, worüber der Iran bereit ist, zu diskutieren, aber nicht die Anreicherung selbst. Auch das steht außer Frage. Verhandelt werden kann ein Mechanismus, der sicherstellt, dass das iranische Atomprogramm friedlich ist. Dies haben wir bereits zuvor getan, und Trump selbst hat es zunichtegemacht.

Das Atomabkommen von 2015 (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) ist das, worüber der Iran bereit ist, zu verhandeln. Selbstverständlich wird der Iran am Verhandlungstisch ein deutlich besseres Abkommen als das von 2015 erwarten. Denn der Iran hat sich seitdem weiterentwickelt und wurde durch den Verstoß der USA gegen dieses Abkommen getäuscht. Und der Iran hat darunter gelitten. Daher ist das Einzige, worüber wirklich verhandelt werden kann, ein Rahmen, in dem das iranische Urananreicherungsprogramm funktionieren kann und der die Bedenken oder potenziellen Bedenken der westlichen Länder berücksichtigt.

Die iranische Regierung hat in den letzten Tagen gewarnt, dass jeder Angriff auf das Land mit einem regionalen Krieg gegen die USA und ihre Verbündeten beantwortet wird. Wenn das passiert, was sind dann die möglichen militärischen und wirtschaftlichen Folgen eines regionalen Konflikts? Laut einem Artikel des Wall Street Journal hat Trump aufgrund unzureichender Verteidigungsmöglichkeiten für seine Verbündeten in der Region im Falle eines iranischen Gegenschlags von einem Angriff zum jetzigen Zeitpunkt Abstand genommen hat. Wie schätzen Sie diese Aussage ein?

Ja, diese Position vertreten die Iraner, und sie werden definitiv das tun, was sie angekündigt haben. Wenn die USA den Iran angreifen, selbst wenn es sich um einen begrenzten Angriff handelt, werden die Iraner mit voller Kraft reagieren. Der Iran wird keine Aggression akzeptieren und nicht zulassen, dass die USA ermutigt werden, eine Aggression zu begehen. Sollten sich die USA also entscheiden, den Iran anzugreifen, besteht kein Zweifel daran, dass die USA einen sehr starken Angriff erleiden werden.

Die jüngsten Proteste, die aufgrund eines legitimen wirtschaftlichen Problems – der Abwertung des Rial – begannen, wurden eindeutig von externen Kräften wie dem Mossad ausgenutzt, um die Regierung der Islamischen Revolution zu destabilisieren. Dies haben sowohl Mike Pompeo als auch israelische Behörden bestätigt. Die westlichen Medien haben einen „Skandal“ um die angeblich Tausenden von Todesfällen im Zusammenhang mit der Niederschlagung der Proteste inszeniert, aber über die Zahl der von ausländischen Geheimdienstagenten ermordeten Polizisten und Beamten wird mit keinem Wort berichtet. Was ist in diesen Tagen wirklich passiert?

Es ist ganz klar, was passiert ist. Der Westen erfindet eine Geschichte. Sie haben eine Verschwörung gegen das Land angezettelt, zuerst, indem sie Druck auf den Rial ausgeübt haben, was der US-Finanzminister bereits zweimal zugegeben und womit er sogar geprahlt hat. Dann gab es friedliche Proteste, die nicht zu Verhaftungen oder polizeilicher Verfolgung führten.

Aber nach ein paar Tagen der Proteste, die nicht sehr groß waren, sahen wir einen plötzlichen Zulauf von sehr gut trainierten Demonstranten, Provokateuren und Terroristen. Sie töteten in der Nacht vom Donnerstag, dem 8. Januar, eine große Anzahl von Polizisten. Und am 9. Januar kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei, den Sicherheitskräften und ihnen. 3.117 Menschen wurden getötet, unter ihnen Polizisten und viele unbeteiligte Passanten, die von diesen Terroristen ins Visier genommen wurden, weil sie die Zahl der Opfer erhöhen wollten, um eine US-Intervention zu rechtfertigen.

Und wie Sie richtig bemerkt haben, hat der Mossad seine Rolle zugegeben. In einer Erklärung auf Persisch gab er bekannt, dass er vor Ort ist. Mike Pompeo [ehemaliger Außenminister in Trumps erster Amtszeit] erklärte zweimal in einem Tweet und auch im israelischen TV-Sender Kanal 13, dass die USA und Israel mit den Demonstranten auf den Straßen sind. Er sagte, dass die USA involviert sind. Darüber hinaus berichtete Israels Channel 14, dass sie Waffen in den Iran gebracht haben, was zum Tod von Hunderten von Polizisten geführt hat.

Danach sahen wir diese westliche Medienkampagne mit lächerlichen Zahlen, im Grunde genommen sollte damit der Krieg gerechtfertigt werden. Aber die iranische Regierung veröffentlichte die Zahl der Opfer und die Namen jeder einzelnen Person zusammen mit ihren Identitätsangaben. Im Allgemeinen ignorierten die westlichen Medien dies, sie hatten auch keine Antwort darauf. Aber die USA und der Westen sind nicht in der Lage, alternative Zahlen zu liefern, weil sie diese einfach erfinden.

Kürzlich prahlte US-Finanzminister Scott Bessent öffentlich mit einem finanziellen Angriff auf die iranische Währung, der zu einer starken Abwertung des Rial geführt habe. Abgesehen von diesem mutmaßlichen „Finanzangriff”: Haben die neuen Sanktionen, die die USA und die EU über die UNO im Rahmen des Snapback-Mechanismus im Zusammenhang mit dem Ende der JCPOA-Verhandlungen seit Oktober verhängt haben, irgendwelche Auswirkungen gehabt und den Außenhandel für den Iran noch schwieriger gemacht? Wie sehr hat der vom Westen verhängte Wirtschaftskrieg der iranischen Wirtschaft geschadet?

Der Snapback-Mechanismus scheiterte vor allem daran, dass Russland und China sich weigerten, ihn anzuerkennen. Die USA und die Europäer koordinieren sich untereinander und auch mit bestimmten Ländern in der Region, um Druck auf andere Akteure, andere Länder auszuüben. Wir haben also jahrzehntelange Sanktionen und Sanktionen mit maximalem Druck, die gibt es auch schon seit Jahren.

Aber dies war eine koordinierte Maßnahme, um die Währung plötzlich abstürzen zu lassen mit dem Ziel, gewalttätige Unruhen auszulösen und anzufachen. Wie ich bereits sagte, verhielten sich Demonstranten während dieser Unruhen wie ISIS [Islamischer Staat]. Sie verbrannten 15 Menschen bei lebendigem Leib. Sie zerstörten Hunderte von Banken. Innerhalb von 48 Stunden zerstörten sie buchstäblich Hunderte sehr kostspielige Krankenwagen und Feuerwehrautos, öffentliche Busse, Hunderte von Bildungszentren und Bibliotheken sowie Hunderte von Moscheen. Es war außergewöhnlich, wie schnell und wie gut ausgebildet sie waren, um diese Operation durchzuführen.

Warum bestehen die USA darauf, die Islamische Revolutionsregierung nach fast 50 Jahren stürzen zu wollen, obwohl sie bisher dabei gescheitert sind?

Tatsächlich gibt es zwei Gründe. Der eine ist, dass der Iran nach der Revolution sowohl vom westlichen als auch vom östlichen Block unabhängig wurde, und diese Unabhängigkeit gefiel weder dem von den USA angeführten Block noch der Sowjetunion und ihrem Block. Deshalb kooperierten sie gemeinsam gegen das Land. Nach dem Fall der Sowjetunion setzten die USA ihre Feindseligkeiten gegenüber dem Iran fort. Ein weiterer wichtiger Grund für ihre Feindseligkeit ist die Unterstützung des Iran für Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt gewesen, sei es in Südafrika, Lateinamerika oder natürlich Palästina. Die Befreiungsbewegung, die den US-Amerikanern am meisten zu schaffen macht, ist die des palästinensischen Volkes.

Sowohl westliche Regierungen als auch Medien haben den Sohn des ehemaligen Schahs Reza Pahlavi als „Option” für eine eventuelle Operation zum Regime Change propagiert. Herr Pahlavi ist seit der Revolution nicht mehr im Iran. Wie beliebt ist er heute im Land?

Er ist bei den Iranern nicht beliebt. Er hat in den letzten 50 Jahren nie im Land gelebt. Sein Vater und sein Großvater waren extrem korrupt, und sein Vater gründete die gefürchtete Geheimpolizei SAVAK. Als die Revolution stattfand, stahlen sie Milliarden von Dollar und brachten sie ins Ausland.

Heute ist er regelmäßig mit Netanjahu zu sehen und ruft die Israelis und Amerikaner dazu auf, den Iran zu bombardieren. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Person keine Unterstützung in der Bevölkerung findet.

Er ist auch eine etwas lächerliche Figur, und seine Familie hat viele Probleme, über die sich normale Iraner ständig lustig machen. Daher hat er keine Legitimität und keine Unterstützung in der Bevölkerung. Er ist nur ein Werkzeug des Imperiums, um seine Ressourcen gegen das Land zu mobilisieren.

Welche Rolle spielen die strategischen Partner des Iran, China und Russland, in den letzten angespannten Wochen der Angriffe durch die USA und Israel? Unterstützen sie den Iran wirtschaftlich oder militärisch? Inwieweit kann ein Angriff auf den Iran zum jetzigen Zeitpunkt als Angriff auf die BRICS-Staaten interpretiert werden?

Die Russen, Chinesen und Iraner arbeiten eng zusammen. Sie unterhalten umfangreiche Handels- und Geschäftsbeziehungen. Sie leisten keine Unterstützung in dem Sinn, dass sie dem Iran etwas kostenlos zur Verfügung stellen. Der Iran kauft das, was er braucht, von Russland und China, zu einem großen Teil vor allem von Russland. Die Zusammenarbeit ist sehr eng. Russland kauft ebenfalls, was es braucht, von den Iranern – sowohl militärische als auch zivile Güter. Handelswege zwischen den drei Ländern werden ebenfalls ausgebaut, wie der Nord-Süd-Korridor zwischen Iran und Russland und die Neue Seidenstraße mit China. All dies schreitet voran.

Die Beziehungen zu Russland haben sich in mancher Hinsicht schneller entwickelt, da beide Länder umfassenden Sanktionen unterliegen, und das erleichtert die Zusammenarbeit. Aber aufgrund des Gewichts Chinas sind die Beziehungen zu China ganz offensichtlich sehr wichtig.

Und ja, es besteht kein Zweifel daran, dass ein Angriff auf den Iran ein Angriff auf die BRICS ist. Es ist ein Angriff auf eine multipolare Welt. Die USA versuchen verzweifelt, ihr Imperium zu erhalten.

Eine häufige Kritik am Iran aus progressiven und antiimperialistischen Kreisen in Lateinamerika besteht darin, das Land als sogenannte „Theokratie“ zu bezeichnen, da das Staatsoberhaupt der Oberste Führer, ein Ayatollah ist. Gleichzeitig gibt es im Iran demokratische Wahlen sowohl für den Präsidenten – mit einem Wechsel verschiedener politischer Orientierungen – als auch für das Parlament. Wie würden Sie das iranische politische System charakterisieren?

Ich denke, dass die Linke in Lateinamerika oft von westlichen Narrativen beeinflusst ist. Und deshalb irren sie sich in Bezug auf den Iran sehr. Der Iran ist eine Islamische Republik und daher keine Theokratie, sondern eine islamische Demokratie. Alle Demokratien haben ihre Begrenzungen, und die islamische Demokratie hat sie auch. Ich halte westliche Länder natürlich nicht für demokratisch. Und ich denke, seit Epstein ist sehr deutlich geworden, dass der Westen von der „Epstein-Klasse“ regiert wird – und Demokratie nur eine Fassade ist.

Aber im Iran wird der Oberste Führer selbst von einem Expertenrat gewählt. Und er kann vom Expertenrat abgesetzt werden. Wir haben den Präsidenten und das Parlament, die vom Volk gewählt werden, und wir haben Lokalwahlen für Städte und Gemeinden.

Es ist kein Utopia, aber der Iran ist viel offener und demokratischer als die Verbündeten der USA in unserer Region. Und wie ich bereits sagte, hat sich der Westen als das entlarvt, was er wirklich ist, insbesondere seit Epstein.

Die Revolution im Iran begeht ihr 47-jähriges Bestehen. Sie ist seit dem ersten Tag der Volksbewegung, die zur Revolution führte, von den USA ins Visier genommen worden und hat eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit gezeigt. Nehmen wir zum Beispiel die Entwicklung der Wissenschaft, wo der Iran trotz der harten Sanktionen des Westens viele wichtige Erfolge erzielt hat (Pharmazeutika, Militär, Atomprogramm usw.). Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Errungenschaften der Revolution für die iranische Bevölkerung nach fast einem halben Jahrhundert des Widerstands und der Bemühungen, einen souveränen Weg für ihr Land zu gehen?

Der Iran hat unter den härtesten Sanktionen und dem Krieg, den die USA und der Westen dem Land durch Saddam Hussein und in jüngerer Zeit durch Israel aufgezwungen haben, und trotz des Terrorismus, den der Westen dem Land auferlegt hat, viel erreicht.

Wir sehen, dass das Land große Fortschritte in Bereichen der Hochtechnologie gemacht hat, und ich denke, seine Verteidigungsfähigkeiten spiegeln dies wider. Die Tatsache, dass der Iran sich gegen die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels verteidigen und sie zum Rückzug zwingen konnte, zeigt meiner Meinung nach die weitreichenden Fähigkeiten des Iran als technologisch fortschrittliches Land.

Die allgemeine Bildung im Iran, die insbesondere für Frauen vor der Revolution sehr niedrig war, gehört heute weltweit zu den höchsten, sowohl auf Schul- als auch auf Universitätsebene. Und wenn es keine Sanktionen gäbe, läge der Iran heute wahrscheinlich vor den meisten der weiter entwickelten Länder im Globalen Süden und sogar vor vielen Ländern im Westen. Unter den Bedingungen von Krieg, Terrorismus und Sanktionen hat der Iran dies erreicht.

Ich denke daher, dass die kommenden Jahre mit dem Aufstieg der BRICS und dem Niedergang des westlichen Imperiums für die Iraner einfacher sein werden, um sich weiterzuentwickeln. Und wir hoffen, dass wir die Möglichkeit haben werden, die Missstände zu beheben, die wir heute aufgrund der Feindseligkeit globaler Mächte haben.

Der Beitrag erschien im Original im brasilianischen Onlineportal Brasil de Fato. Übersetzung aus dem Englischen von Marta Andujo.

Titelbild: Yau Ming Low / Shutterstock


[«*] Ergänzung durch die Redaktion der NachDenkSeiten: Nach Angaben eines Mitarbeiters des Außenministeriums des Oman sowie Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi (siehe auch NachDenkSeiten O-Töne Nr. 76) existierte am 26. Februar 2026 ein unterschriftsreifes Abkommen zwischen dem Iran und den USA. Trotzdem griffen zwei Tage später Israel und die USA den Iran militärisch an.

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Der Iran-Krieg und die Berichterstattung im deutschen Mainstream

26. März 2026 um 13:00

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Die Berichterstattung zum Iran-Krieg 2026 offenbart eine deutliche mediale Schieflage. Während deutsche Leitmedien vor allem Eskalation, Opferzahlen und wirtschaftliche Folgen betonen, rückt die grundlegende Frage nach dem Charakter des iranischen Regimes in den Hintergrund. Begriffe wie Verteidigung westlicher Interessen werden kaum verwendet. Gleichzeitig entsteht ein Narrativ, das militärisches Eingreifen primär problematisiert und politische sowie ideologische Hintergründe nur unzureichend einordnet.

Gastbeitrag von Tom Stahl

Der deutsche Mainstream (ARD, ZDF, ntv, Welt, aber auch Teile der alternativen Medien) berichtet über den Iran-Krieg 2026 vorwiegend weinerlich und klagend: Statt von Befreiung von einem religiös faschistischen Regime oder der Verteidigung der westlichen Werte (auch im Vergleich zur Ukraine) oder der Freiheit ist ständig von „Krieg im Nahen Osten“, „Eskalation“, „asymmetrischem Desaster“ und „globalem Leid“ die Rede.

Der Fokus liegt auf Zivilopfern im Iran, explodierenden Ölpreisen, Energiekrise in Europa und humanitären Kosten, während US- und israelische Soldaten kaum als Helden, sondern als Teil einer „riskanten Trump-Operation“ dargestellt werden. Typische Schlagzeilen: „Hat sich Trump verrechnet?“ (ZDF), „Trumps Zick-Zack-Kurs“ (tagesschau), „Mullahs halten stand“ (ntv) oder Zweifel am Regime-Sturz. Politiker wie Steinmeier kritisieren die Angriffe als „dubios“ und fordern Diplomatie, Umfragen zeigen breite Ablehnung – die Medien verstärken das.

Subtil schwingt die Hoffnung mit, Trump scheitere: „Regime-Sturz nicht in Sicht“, „Trump gefangen im asymmetrischen Krieg“, man wartet auf explodierende Preise und Rückzug. Der allgegenwärtige Antisemitismus ist nie offen, sondern getarnt in Pazifismus und Völkerrecht: Iranische Vernichtungsrhetorik gegen Israel wird relativiert („Iran reagiert nur“). Israel wird als alleiniger Aggressor hingestellt, die jahrzehntelange iranische Terror- und Kriegsführung heruntergespielt.

Wir sehen selektive Empörung über Zerstörungen in Teheran, fast nichts über iranische Judenverfolgung, Massenhinrichtungen oder Frauenunterdrückung. Es ist der „neue Antisemitismus“, der das Regime entlastet und Anti-Israel-Haltung als Moral verkauft.

Es ist auch jetzt dieselbe Haltung wie 1979, als Linke Khomeini feierten – nur jetzt als „kritische Berichterstattung“.

(Lesen Sie auch: Wie Linke 1979 Khomeini an die Macht brachten – und bis heute nichts gelernt haben)

Im krassen Kontrast zum deutschen Mainstream berichten Fox News und konservative US-Medien über den Iran-Krieg 2026 klar, patriotisch und freiheitlich: Das islamistische Terror-Regime wird seit 1979 als existenzielle Bedrohung für Amerika, Israel und die freie Welt benannt – ohne jede Relativierung. Berichte feiern „decisive steps“, „largest strike package yet“, „Mullahs tremble!“ und „7000 Ziele zerstört“. Präsident Trumps Ansagen gelten als notwendig und stark. US-Truppen und israelische Piloten werden als Helden der Freiheit geehrt, mit Videos von Präzisionsschlägen, Soldaten-Interviews und Lob für „Operation Epic Fury“ – Kosten? „Ein kleiner Preis für die Sicherheit der Welt“. Die Chance auf einen echten Regime-Change und die Befreiung der Iraner von der Theokratie werden positiv hervorgehoben.

Es ist die einfache Erkenntnis: Schwäche lädt Terror und das Böse ein. Im links geprägten Europa hat man jahrzehntelang diese Schwäche ausgiebig gelebt, in der katastrophalen Fehleinschätzung, dass man nur tolerant genug sein müsse, damit es die „anderen“ irgendwann auch wären. Der Iran ist ein Feind der Freiheit und der Demokratie, der seit Jahrzehnten Amerikaner tötet und über seine Proxys Israelis umbringt – und der ganz nebenbei auch Europa immer weiter zu destabilisieren versucht.

Die Vernichtung Israels, die Ermordung aller Juden und der Hass gegen die USA und den Westen sind Staatsdoktrin – also die offizielle Linie seit der Staatsgründung. Ohne die Warnungen und Verhinderungsmaßnahmen israelischer und US-amerikanischer Geheimdienste hätten wir hierzulande noch viel mehr islamistische Anschläge erlebt, die am Ende vom iranischen Mullah-Regime finanziert oder gefördert wurden.

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Putins Plan für Kuba

22. März 2026 um 11:00

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Russische und US-Medien berichten über geheime Gespräche der Regierung Trump mit dem Enkel Raúl Castros. Präsident Wladimir Putin wird sich nicht auf das Wagnis einlassen, das Präsident Donald Trump rund um Kuba eingegangen ist, und die russische Marine damit beauftragen, unter russischer Flagge fahrende Tanker zu eskortieren, die Rohöl und Erdölprodukte nach Havanna liefern. Von John Helmer. Übersetzung: Rico Espinoza.

Als Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla im Kreml zu Gesprächen zusammentraf, bat er um „eine nachdrücklich demonstrierte Solidarität Ihrerseits, der russischen Regierung und des Außenministers angesichts der immer enger werdenden Blockade gegen Kuba und der jüngsten energiepolitischen Belagerung“. Putin entgegnete: „Genug ist genug.“

Er machte damit deutlich, dass Solidarität mit Kuba das eine sei, nicht jedoch um den Preis einer militärischen Auseinandersetzung mit der Regierung Trump und ihren Seestreitkräften in der Karibik.

Das sei eher der Ton Michail Gorbatschows als der Nikita Chruschtschows, hieß es beim kremlnahen sicherheitspolitischen Analyseportal Vzglyad.

„Bitte richten Sie dem Präsidenten von Kuba und dem Armeegeneral [Raúl] Castro meine besten Wünsche aus“, erklärte Putin gegenüber dem Außenminister. „In diesem Jahr gedenken wir gemeinsam des hundertjährigen Jubiläums der Geburt Fidel Castros.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Putin sagte, es gebe nichts als historische Erinnerung, die Kuba und Russland teilen, und dass er Russlands Militärstützpunkte auf Kuba gegen wirtschaftliche Interessen mit den USA eintauschen würde. In einem Treffen mit Präsident George W. Bush am 21. Oktober 2001 erklärte sich Putin bereit, die russische Militärgeheimdienstbasis in Kuba aufzulösen. „Ich will hier nicht feilschen oder um jeden Cent streiten oder darüber diskutieren, wer was bekommt“, sagte Putin zu Bush in einem kürzlich freigegebenen Gesprächsvermerk. Genau das tat Putin am Ende – doch der Handel scheiterte, weil Bush nicht entgegenkam.

Bei seinem Treffen mit Rodríguez sprach Außenminister Sergej Lawrow öffentlich klarer über das, was die russische Linie bedeutet. „Wir rufen die USA auf, Vernunft zu zeigen und verantwortungsvoll zu handeln“, sagte er. „Und ihre Pläne für eine Seeblockade der Insel der Freiheit nicht umzusetzen. Wir weisen die weit hergeholten Behauptungen über Russland und Kuba sowie deren Zusammenarbeit entschieden zurück, wonach diese angeblich die Interessen der USA oder anderer Länder bedrohe. Alle Streitfragen sollten ausschließlich durch Dialog auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und einer ausgewogenen Abwägung der jeweiligen Interessen beigelegt werden. Wir wissen, dass unsere kubanischen Freunde stets zu ehrlichen Verhandlungen bereit sind. Wir werden von unserer Seite aus Kuba und das kubanische Volk weiterhin konsequent beim Schutz ihrer Souveränität und der Sicherheit des Landes unterstützen.“

„Ich möchte unsere uneingeschränkte Solidarität mit unseren kubanischen Freunden bekräftigen. Ich teile voll und ganz die Einschätzungen zu unseren Beziehungen und unserer strategischen Partnerschaft, die Sie [Rodríguez] geäußert haben. Zugleich möchte ich erneut betonen, dass die Maßnahmen der USA, die, wie Sie soeben in Erinnerung gerufen haben, Kuba per Dekret als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA eingestuft haben, völlig inakzeptabel sind. In diesem Dokument heißt es außerdem, diese angebliche Bedrohung werde durch Kubas Zusammenarbeit mit Russland verschärft, das dort als ‘feindlicher’ und ‘bösartiger’ Akteur bezeichnet wird. Wir sind überzeugt, dass alle Staaten ihre nationalen Interessen so definieren sollten, dass sie auch die nationalen Interessen anderer Länder anerkennen und respektieren.“

Zwischen den Zeilen, die sowohl Lawrow als auch Rodríguez als ironisch und falsch erkennen, lautet die russische Botschaft an die Castro-Familie, dass sie mit der Trump-Regierung die bestmöglichen Bedingungen aushandeln soll. Und an die Trump-Familie sowie an die Familie des Außenministers Marco Rubio lautet die Botschaft, dass sie die Blockade der Insel ohne russische militärische Gegenmaßnahmen fortsetzen können, bis Kuba den US-Bedingungen zustimmt.

In Putins Verweisen auf Fidel und Raúl Castro deutete er auf eine russische Unterstützung für Raúl Guillermo Rodríguez Castro hin, den Enkel von Raúl, auch „Raulito“ genannt, und auf seine halbgeheimen Gespräche mit Rubio. Details dieser Gespräche „für die nächste Delcy in Kuba“ wurden von Axios zeitgleich mit den Treffen des Außenministers in Moskau veröffentlicht. Der Miami Herald bestätigte die Angaben unter Berufung auf eine „mit der Angelegenheit vertraute Quelle, die anonym bleiben wollte, um über dieses sensible Thema zu sprechen“.

In der Wiederholung dieser Details, um zu bestätigen, dass der russische Geheimdienst den Axios-Bericht für zutreffend hält, kommentierte Vzglyad in einem Leitartikel, dass Russland der kubanischen Regierung nahelege, die „Delcy-Lösung“ zu akzeptieren, solange es keine US-Invasion auf Kuba gebe. „Die mögliche Unterstützung, die befreundete Länder, vor allem Russland und China, Kuba bieten können, ist äußerst wichtig“, schrieb Jewgeni Krutikow. „Selbst wenn wir davon ausgehen, dass ein Regimewechsel unvermeidlich ist, muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass er schmerzlos und sicher vonstattengeht.“

Es folgt die Übersetzung des genannten Artikels von Vzglyad, der ursprünglich auf Russisch von Evgeny Krutikov verfasst wurde. Krutikov ist ein ehemaliger Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Enkel eines sowjetischen Handelskommissars. Die englische Version erschien als Teil des hier übersetzten Beitrags von MR-Online:

Die US-amerikanischen Medien behaupten, dass die USA heimlich mit einem der Enkelkinder von Raúl Castro über die „Zukunft Kubas diskutieren“. Wer ist dieser Mann, welche Ziele verfolgt Washington bei solchen geheimen Verhandlungen, und warum ist es wahrscheinlich, dass der Versuch des Weißen Hauses, einen „kubanischen Gorbatschow“ zu finden, scheitert?

US-Außenminister Marco Rubio führt laut US-amerikanischen Medien geheime Gespräche mit Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel und Leibwächter des ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Gespräche unter Umgehung der offiziellen Kanäle der kubanischen Regierung stattfinden und zeigen, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump den betagten Raúl Castro für denjenigen hält, der tatsächlich die Entscheidungen auf der Insel trifft.

Gerüchte über diese Gespräche tauchten kurz nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Entführung von Nicolás Maduro auf. Viele Experten sehen Kuba als nächstes Ziel Washingtons. Das „Kuba-Problem“ in den USA fällt in den Zuständigkeitsbereich des Außenministers Marco Rubio. Er stammt aus einer Familie kubanischer Einwanderer der „alten“ Welle, die vor der Revolution nach Florida kamen.

Auch Mario Díaz-Balart, ein Abgeordneter aus Florida und Neffe der ersten Ehefrau Fidel Castros, verfügt ebenfalls über beträchtlichen Einfluss. Sein älterer Bruder, Lincoln Diaz-Ballart, war langjähriger Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses aus Florida.

Quellen des Portals Axios glauben, es gehe weniger um „Verhandlungen“ als um eine „Diskussion über die Zukunft“. Die USA bestehen darauf, dass sich das politische System in Kuba ändern müsse. Unklar ist jedoch, wie das geschehen soll und was auf einen solchen Regimewechsel folgen würde, falls er in irgendeiner Form stattfinden sollte. Es wird angenommen, dass Donald Trump zwar noch keine Entscheidung getroffen hat. Er selbst jedoch versichert, dass eine Militäraktion gegen Kuba nicht notwendig sei. Außerdem gebe es in Havanna keine bestimmte Person, die bei Trump die gleiche Abneigung wie Maduro hervorrufen würde und durch deren Entführung oder Beseitigung der US-amerikanische Präsident das „Problem“ für sich lösen könnte.

Bisher setzt Washington auf eine wirtschaftliche, finanzielle und energiepolitische Strangulierung Kubas, während es gleichzeitig komplexe Verhandlungsspiele hinter den Kulissen zur berüchtigten „Diskussion über die Zukunft“ beginnt. Es gibt Grund zu der Annahme, dass sich diese Strategie mittelfristig als vorteilhaft erweisen könnte und der „Countdown“ für Kuba somit bereits begonnen hat.

Gleichzeitig kann Castro junior, wenn auch Lieblingsenkel Raúls, kaum als politische Figur des Übergangs betrachtet werden. In Kuba ist er kaum bekannt und verfügt über keine politische oder Führungserfahrung. Er gehört weder dem Zentralkomitee der Partei noch dem Parlament an und und bekleidet nicht einmal ein hochrangiges Amt.

Allerdings steht er dem militärisch-industriellen Konglomerat Gaesa [Grupo de Administración Empresarial S.A.] nahe. Und in Kuba ist dies weit mehr als nur ein militärisch-industrieller Komplex. Als Teil der Revolutionären Streitkräfte Kubas kontrolliert Gaesa bis zu 37 Prozent des kubanischen Bruttoinlandsprodukts, unter anderem über die Gaviota-Gruppe, den staatlichen Tourismussektor – den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes – sowie über den Außenhandel, das Bankwesen und den Einzelhandel. Möglicherweise glaubt Washington deshalb, dass Castro Junior dem Unternehmertum zugeneigt ist, was in den USA als Tugend gilt und als Grundlage für den Beginn einer großen Freundschaft angesehen wird.

In naher Zukunft dürfte es um die Suche nach einer Übergangsfigur innerhalb der Führung der Kommunistischen Partei gehen, die bekannter ist als Castro junior und geeignet erscheint, die Rolle eines „kubanischen Gorbatschow“ zu übernehmen. Castro junior könnte dabei im Hintergrund stehen, als Garantie dafür, dass die Vereinigten Staaten nicht physisch in die Ereignisse in Kuba eingreifen.

Hier lässt sich nicht einmal die „Option Venezuela“ erkennen, sondern vielmehr die Strategie Washingtons gegenüber der Sowjetunion in den achtziger Jahren.

Insgesamt erinnert die Lage in Kuba an die letzten Jahre der Sowjetunion – sowohl in Bezug auf die Wirtschaft als auch auf die Ideologie und die sozialen Verhältnisse. Abgesehen von der Desintegration des Landes in nationale „Einheiten“, die Kuba so nicht hat, ist die Entwicklungsvorhersage leider mehr oder weniger dieselbe.

Die Wirtschafts- und Konsumkrise ist eine sich anbahnende Katastrophe. Die Generation, die mit revolutionären Ideen aufgewachsen ist, ist mittlerweile auf natürliche Weise verschwunden und es gibt keine Anhaltspunkte zu der Annahme, dass die kubanische Armee einem US-Angriff in wirksamer Weise widerstehen könnte.

Trotzdem kann die Option einer militärischen Invasion fast vollständig ausgeschlossen werden. Tatsächlich lässt sich hier auch eine weitere direkte Analogie zur Krise der Sowjetunion ziehen. Die kubanische Bevölkerung scheint moralisch bereit für Veränderungen, aber nur unter Wahrung der eigenen Würde. Vom Standpunkt der kubanischen Eliten sind Verhandlungen mit den USA, auch weitreichende Zugeständnisse, möglich, solange sie mit Washington auf Augenhöhe geführt werden und nicht aus der Position der Gedemütigten und Besiegten heraus.

Politische Veränderungen, wirtschaftliche Reformen und eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA können nicht auf Kosten der nationalen Erniedrigung erreicht werden. Die Kubaner mögen bereit sein, Ideologie, Regierung und Regime abzulegen, aber sie sind keineswegs darauf erpicht, ihr eigenes Land vollständig zu zerstören, wie es unter den Sowjetbürgern in den achtziger Jahren weit verbreitet war.

Möglicherweise werden Reformen von Vertretern der Armee, des Gaesa-Konzerns und der Sicherheitsdienste angeführt, die sich vielleicht besser als viele andere darüber im Klaren sind, was gerade geschieht und wohin dies führen kann. Teile dieser militärischen und geheimdienstlichen Eliten sind bereits im Wirtschaftssektor tätig, was die Grundlage für den Wandel des Landes bilden könnte, ohne grundlegende soziale Errungenschaften wie kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung aufzugeben.

In diesem Zusammenhang ist die mögliche Unterstützung, die befreundete Länder, vor allem Russland und China, Kuba bieten können, äußerst wichtig. „Selbst wenn wir davon ausgehen, dass ein Regimewechsel unvermeidlich ist, muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass er schmerzlos und sicher vonstattengeht.“

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der jüngste Besuch des russischen Innenministers Wladimir Kolokoltsev in Havanna. Er besprach dort „aktuelle Fragen der Kriminalitätsbekämpfung“ mit zuständigen Vertretern der Insel. Beide Seiten bewerteten zudem den Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit im Bereich der Strafverfolgung. Dabei sollte man berücksichtigen, dass in Kuba das Innenministerium fast alle Sonderdienste außer dem Auslandsgeheimdienst in sich vereint – es handelt sich also um eine Superbehörde, die für alle Sicherheitsbereiche zuständig ist, nicht nur für die Kriminalpolizei. Und die russische Erfahrung ist hier sicherlich nicht von Nachteil.

Die Kubaner müssen aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine weitere Lehre ziehen. Würde eines der Instrumente eines Wandels des politischen Systems in Kuba die vollständige Aufgabe der staatlichen Wirtschaft und die Diskreditierung der Sicherheitskräfte sein, würde das Land schnell in denselben Zustand zurückfallen, in dem Russland in den neunziger Jahren war. Ein erheblicher Teil der Wirtschaft würde in die Hände von Untergrundhändlern und Kriminellen fallen. Auf den Straßen würde es viele Bewaffnete geben, Banden würden entstehen. Kuba könnte in das typische kriminelle Chaos Lateinamerikas abrutschen, das weder das Vertrauen der kubanischen Bevölkerung in die USA noch in diejenigen, die diese Reformen durchführen, erheblich stärken würde.

Jede Intervention würde die kubanische Gesellschaft nur zusammenschweißen. Deshalb betont Präsident Trump, dass es keine Pläne für einen militärischen Sturz des herrschenden Systems in Havanna gibt. Der Hass auf Interventionisten und „Gringos“ würde für die Kubaner wichtiger sein als leere Ladenregale. Das Weiße Haus versucht vielmehr, eine Spaltung innerhalb der kubanischen Eliten herbeizuführen, insbesondere unter jenen, die einer Annäherung an die USA offen gegenüberstehen, möglicherweise auch aus persönlichem Gewinnstreben. Dabei geht es nicht unbedingt um Geld, sondern um Karriere, einen Namen und den Ruhm als „neuer Gorbatschow“. Der Preis für diese Karriere wäre die neue Errichtung eines US-amerikanischen Protektorats über Kuba.

Wir wagen es jedoch, anzunehmen, dass es unmöglich sein wird, einen „kubanischen Gorbatschow“ in vergleichbarer Form zu finden. Für die Kubaner ist ihr Selbstverständnis eng mit der revolutionären Ideologie verbunden. Das sowjetische Volk trennte sich vom Sozialismus, aber der kubanische Sozialismus ist Teil der nationalen Identität.

Die Revolution, die Fidel Castro an die Macht brachte, war nicht in erster Linie eine kommunistische oder sowjetische Revolution, sondern das Ergebnis des Kampfes der Kubaner um nationale Unabhängigkeit von amerikanischer Unterdrückung. Selbst der Zusammenbruch der kommunistischen Ideologie kann daran nichts ändern. Wer auch immer an der Macht ist, wird zwangsläufig die Unabhängigkeit der Insel in der einen oder anderen Form verteidigen und damit Kubas Status als Insel der Freiheit bewahren.

John Helmer, geboren 1946 in Australien, lebt seit 1989 in Moskau und arbeitet seitdem als westlicher Auslandskorrespondent über Russland. Er führt ein eigenes, unabhängiges Büro.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Amerika21.

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(Auszug von RSS-Feed)

Die Illusion vom schnellen Krieg: Warum Luftangriffe kein Regime stürzen

20. März 2026 um 14:03

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Der Krieg gegen Iran begann mit der alten Illusion vom schnellen Schlag: ein paar Tage Bombardierung, einige ausgeschaltete Führungspersonen, zerstörte Anlagen – und am Ende soll ein politisch gefügigeres Land stehen. Dahinter stand die Vorstellung, man könne ein politisches Problem militärisch abkürzen. Doch schon nach wenigen Wochen zeigt sich: Die Angriffe treffen Ziele und fordern Opfer, aber sie bringen keine tragfähige politische Entscheidung näher. Sichtbare militärische Treffer und erreichbare politische Ziele fallen auseinander. Von Detlef Koch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Ablauf ist in seinen Grundzügen bekannt: Ende Februar 2026 begannen koordinierte Angriffe der USA und Israels, auf die Iran mit Gegenangriffen reagierte. Die Vereinten Nationen warnten früh vor einer Eskalation, die außer Kontrolle geraten könnte.[1] Entscheidend ist seither nicht mehr nur, wer mehr zerstören kann, sondern wer länger durchhält – wirtschaftlich, politisch und institutionell.

Genau hier kippt die Bilanz. Militärische Überlegenheit ist sichtbar. Strategischer Gewinn dagegen bleibt fragil. Iran verfügt über genug Mittel, um die Kosten dieses Krieges weit über das eigentliche Schlachtfeld hinauszutragen: auf Energiepreise, Schifffahrt, Versicherungen, Wasser- und Stromversorgung, auf die Nervosität ganzer Regionen. Die Aggressoren USA und Israel können töten und zerstören. Aber sie können ihre zentralen politischen Ziele nicht schnell erzwingen. Das ist der Kern ihres Problems.

Militärische Selbstüberdehnung

Die militärtheoretische Grundidee hinter Luftangriffen ist einfach: Wenn man Führung, Luftabwehr, Raketenstellungen und wichtige Industrieanlagen hart genug trifft, wird der Gegner irgendwann nachgeben. Diese Logik ist nicht völlig falsch. Sie funktioniert aber nur unter eng definierten Voraussetzungen:

  • wenn die politischen Ziele begrenzt sind,
  • wenn es klar erkennbare Schwachstellen gibt und
  • wenn sich Erfolge auch ohne dauerhafte Kontrolle sichern lassen.

Genau daran fehlt es beim Überfall auf den Iran.

Luftangriffe stoßen dort an Grenzen, wo Ziele über ein Land verteilt sind, das 4,61-mal so groß ist wie die Bundesrepublik – wo Ziele verlegbar, verborgen oder schlicht ersetzbar sind. Im Iran erschweren hohe Berge, weite wüstenhafte Ebenen, Großstädte, unterirdische Anlagen und ein verzweigtes Wegenetz schon die Auswahl der Ziele. Noch schwieriger ist die Frage, was tatsächlich dauerhaft ausgeschaltet wurde und was nur verlegt ist. Bombardierung kann viel zerstören, sie kann aber selten verlässlich klären, ob ein System als Ganzes außer Funktion gesetzt wurde.

Dazu kommt die historische Erfahrung. Regierungen brechen durch Luftangriffe allein nur selten zusammen. Studien zu solchen Kriegen zeigen: Angriffe aus der Luft wirken am ehesten dort, wo konkrete militärische Schwächen ausgenutzt werden. Sobald aber Regimewechsel, totale Entwaffnung oder dauerhafte Kontrolle angestrebt werden, sinken die Erfolgschancen. Wer von außen bombardiert, aber nicht dauerhaft vor Ort ist, kann ein Land verwüsten – aber er kann es politisch nicht nach Belieben neu ordnen.[2]

Hinzu kommt ein zweites Problem: Moderne Verteidigung wird selbst zum Erschöpfungsfaktor im Krieg. Der Iran kann vergleichsweise billige Mittel wie Drohnen oder koordinierte Raketenangriffe einsetzen, während Abwehrsysteme wie „Iron Dome“[3] in Israel dagegen extrem teuer sind. Viele kostengünstige Drohnen- und Raketenangriffe treffen auf wenige kostspielige Abfangsysteme. In Tel Aviv zeigt sich schon jetzt, dass die hochentwickelte Abwehr „Iron Dome“[4] für immer mehr Menschen immer weniger Schutz bietet. Aktuelle US-Haushaltsdaten zeigen, dass der Nachschub für Raketenabwehrsysteme wie ‚Iron Dome‘ weder billig noch unbegrenzt skalierbar ist. Seit Oktober 2023 wurden Milliardenbeträge allein für Raketenabwehr und die Wiederauffüllung verbrauchter Bestände bereitgestellt – darunter rund 4,4 Mrd. $ für die Auffüllung aus US-Beständen.[5]

Ein naheliegendes Gegenargument lautet, diese Engpässe würden verschwinden, wenn Iran nach und nach militärisch ausgeblutet werde. Auf der operativen Ebene ist daran etwas richtig: Die laufende Kampagne zielt genau darauf. Strategisch bleibt das Dilemma dennoch bestehen. Selbst deutlich reduzierte iranische Restkapazitäten reichen aus, um dauerhaft Druck zu erzeugen – solange wichtige Infrastruktur verwundbar bleibt und solange der Konflikt auf Wirtschaft, Schifffahrt und Versorgung übergreift. Hinzu kommt die politische Grenze: Mehrere europäische Staaten lehnen eine Beteiligung an Einsätzen in der Region ausdrücklich ab. Auch das ist ein Zeichen von Überdehnung: hohe Lasten für die Hauptakteure, begrenzte Bereitschaft bei den Partnern.

Rally-Effekt und Stabilisierung des Regimes

Die Hoffnung, Krieg und Leid würden ein unpopuläres Regime automatisch von innen sprengen, ist eingängig – aber nur schwach belegt. Gut belegt ist vielmehr das Gegenteil: Wenn ein Land von außen angegriffen wird, rücken viele Menschen zunächst hinter Staat und Führung zusammen. Zustimmung steigt oft kurzfristig, selbst dort, wo zuvor Unzufriedenheit herrschte.[6]

In autoritären Systemen kommt ein weiterer Effekt hinzu. Der äußere Angriff liefert der Führung eine starke Rechtfertigung nach innen. Der Ausnahmezustand erleichtert Repression, stärkt Polizei, Militär und Geheimdienste und drängt Gegner des Regimes in die Defensive. Studien zu Sanktionen und Krieg zeigen seit langem, dass äußerer Druck solche Systeme oft stabilisieren kann, statt sie zu schwächen.

Im Iran spricht derzeit vieles genau dafür. Der Krieg stärkt kurzfristig vor allem die Sicherheitsapparate. Hinweise aus westlichen Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere die Revolutionsgarden (IRGC) an Einfluss gewinnen und das System trotz schwerer Verluste handlungsfähig bleibt.[7] Die bittere Pointe lautet: Militärischer Druck kann die politische Beweglichkeit des Gegners verkleinern, statt ihn zu öffnen. Kompromisse werden riskanter, Hardliner werden stärker.

Das heißt nicht, dass dieser Effekt ewig trägt. Schwere Niederlagen, Versorgungskollaps oder Machtkämpfe an der Spitze können ein Regime sehr wohl destabilisieren. Aber genau diese Entwicklung ist derzeit weder erkennbar noch erwartbar. Ebenso wenig führen gezielte Tötungen von Führungspersonen automatisch zu einem prowestlichen Aufbruch. Sie können Entscheidungen stören, aber sie können ebenso gut dazu beitragen, dass sich ein System verhärtet und noch stärker unter die Kontrolle seiner Sicherheitsapparate gerät.

Hormus und Wasser als Achillesferse

Wenn Luftangriffe keinen schnellen politischen Erfolg bringen, verlagert sich der Konflikt auf die Verwundbarkeit ganzer Systeme. Im Fall Iran betrifft das vor allem die Straße von Hormus und die Wasserfrage am Persischen Golf. Die Straße von Hormus ist kein optionaler Schifffahrtsweg, sondern ein realer Engpass der Weltwirtschaft. Im ersten Halbjahr 2025 liefen dort täglich rund 20,9 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte sowie große Mengen verflüssigten Erdgases hindurch.[8] Wer diesen Engpass bedroht, trifft nicht nur Tanker, sondern Preise, Lieferketten und politische Handlungsspielräume weit über die Region hinaus.

Es gibt Ausweichrouten, aber sie ersetzen Hormus nicht. Die U.S. Energy Information Administration (EIA) beziffert die gemeinsamen Umgehungskapazitäten der saudischen Ost-West-Pipeline und der Pipeline von Abu Dhabi auf rund 4,7 Millionen Barrel pro Tag.[9] Das dämpft, ersetzt aber nicht. Für verflüssigtes Erdgas gibt es praktisch keine schnelle Umleitung in vergleichbarer Größenordnung. Genau deshalb reicht oft schon die glaubhafte Drohung, um Schifffahrt und Versicherungsmärkte zu erschüttern.

Diese Logik ist längst sichtbar. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) warnt vor anhaltenden Risiken, Branchenakteure stufen das Gebiet als Hochrisikozone ein, Versicherer berichten von drastisch sinkendem Verkehr.[10] Der Punkt ist simpel: Nicht erst die formelle Sperre wirkt, sondern schon die glaubhafte Aussicht auf Feuer an Bord, Schäden und unkalkulierbare Kosten. In solchen Lagen verhält sich der Markt, als sei die Route bereits halb geschlossen.

Noch heikler ist die Wasserfrage. Mehrere Golfstaaten decken einen großen Teil ihres Bedarfs durch Meerwasserentsalzung. Das ist lebenswichtige Infrastruktur und fällt sie aus, lässt sich Wasser nicht wie Öl kurzfristig auf dem Weltmarkt ersetzen. Moderne Städte am Golf hängen an wenigen großen Anlagen, oft eng gekoppelt an die Stromversorgung. Gerade hier liegt eine Verwundbarkeit, die militärisch nur begrenzt neutralisierbar ist. Wer von Sicherheit am Golf spricht, muss deshalb über Wasser ebenso reden wie über Öl.

Institutionelle Resilienz und Grenzen gezielter Tötungen

Die Tötung führender Personen wirkt auf den ersten Blick wie die Abkürzung zum Sieg: Man nimmt dem Gegner den Kopf, und der Rest fällt auseinander. In Staaten mit gewachsenen Institutionen und klaren Nachfolgeregeln geht diese Rechnung jedoch selten auf. Die iranische Verfassung enthält ausdrücklich Regelungen für den Fall eines Führungsausfalls. Das macht solche Tötungen nicht folgenlos, aber es bedeutet, dass das System darauf vorbereitet ist, selbst unter Schock weiterzufunktionieren.[11]

Hinzu kommt eine Sicherheitsstruktur, die nicht an einer einzelnen Person hängt. Neben der regulären Armee existieren die Revolutionsgarden als eigenständige Macht mit eigenen Truppen, regionalen Strukturen, paramilitärischen Netzwerken und erheblichem politischem Einfluss. Diese Parallelität stabilisiert. Aufgaben können verlagert, Entscheidungen dezentral getroffen und Loyalitäten aufrechterhalten werden – auch dann, wenn zentrale Figuren fehlen.

Die Forschung zu gezielten Tötungen bestätigt dieses Bild. In lose organisierten Gruppen können solche Schläge Wirkung entfalten. In stärker strukturierten Organisationen werden Verluste oft aufgefangen. Häufig tritt sogar das Gegenteil ein: Nachfolger sind kompromissloser, weil moderatere Stimmen fehlen. Für Staaten gilt diese zweite Logik meist stärker als die erste.[12]

Auch deshalb ist die präzisere Schlussfolgerung ernüchternd: Solche Tötungen können kurzfristig Wirkung entfalten, aber sie verändern selten die strategische Grundlage des Konflikts. Mehr noch: Sie können den Gegner verhärten, Entscheidungsräume verengen und den Einfluss der Sicherheitsapparate weiter vergrößern. Der Staat wird dann nicht schwächer im politischen Sinn, sondern oft härter.

Ein Schlusskommentar

Das bislang belastbarste Zwischenfazit ist unbequem. Dieser Krieg hat militärische Macht demonstriert, aber die strategische Lage der Angreifer nicht entscheidend verbessert. Er produziert hohe Kosten, offene Enden und eine Dynamik, die sich nicht sauber kontrollieren lässt. Luftangriffe können Anlagen zerstören und Menschen töten. Sie können aber nicht zugleich das Atomprogramm verlässlich kontrollieren, das Regime ersetzen, die Straße von Hormus sichern und die Wasser- und Energieversorgung einer ganzen Region dauerhaft schützen

Man kann einwenden, dass sich am Ende dennoch eine neue Abschreckungslage einstellen könnte – falls der Iran militärisch so weit geschwächt wird, dass weder die Straße von Hormus noch kritische Infrastruktur ernsthaft bedroht werden können. Doch dieser Weg wäre lang, teuer und politisch riskant. Er verlangte enorme Schutzanstrengungen, eine ausgeweitete Rüstungsproduktion und breite Unterstützung der Verbündeten. Genau daran fehlt es bislang.

Für Israel wäre auf zynische Weise selbst ein halber Sieg strategisch brauchbar. Nicht erst ein Regimewechsel, schon ein auf Jahre paralysierter, wirtschaftlich verwüsteter, kulturell verletzter und seelisch verwundeter Iran könnte als Erfolg verkauft werden – ein Iran, der nicht fällt, aber auf absehbare Zeit kein regionales Gegengewicht mehr bildet – eine hochstehende Kultur mit freundlichen Menschen in den Staub getreten durch westlich imperiale Anmaßung. Wer das für Strategie hält, verwechselt sinnlose Zerstörung mit politischem Erfolg.

Nachtrag:

Bei allem Abscheu für die iranische Regierung, ihre Gräueltaten und die bedrohliche Menschenrechtslage müssen wir festhalten, dass der letzte eindeutig von Persien begonnene, groß angelegte Angriffskrieg auf das Jahr 602 n. Chr. datiert, als das Sassanidenreich den Krieg gegen Byzanz eröffnete und weite Teile des Nahen Ostens eroberte. Dafür verdient das iranische Volk Respekt.

Titelbild: StreetOnCamara_Comeback / Shutterstock


[«1] Nach den iranischen Angriffen warnt der Generalsekretär den Sicherheitsrat vor einem umfassenderen Konflikt im Nahen Osten und fordert Deeskalation und einen sofortigen Waffenstillstand.

[«2] Reine Luftkampagnen können Staaten erheblich zerstören, aber ohne Kontrolle am Boden lassen sich politische Ordnungen nicht nachhaltig verändern.

[«3] IRON DOME AIR DEFENSE SYSTEM: BASIC CHAR ACTERISTICS, LIMITATIONS, LOCAL AND REGIONAL IMPLICATIONS

[«4] Iron Dome Performance: Critique and Response

[«5] Kosten des Krieges: Ausgaben der Vereinigten Staaten für israelische Militäroperationen und damit verbundene US-Operationen in der Region, 7. Oktober 2023 – 30. September 2024

[«6] Das Phänomen der „Rally-‘Round-the-Flag“-Bewegung und der ablenkende Einsatz von Gewalt

[«7] Assessing the Domestic Roles of Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corps

[«8] Im Jahr 2024 betrug der durchschnittliche Öldurchfluss durch die Straße von Malakka 20 Millionen Barrel pro Tag.

[«9] Die saudische und die VAE-Pipeline könnten „about 4.7 million b/d“ an Hormus vorbeileiten

[«10] Informationen zum Thema Schifffahrt und Seeleute – Straße von Hormuz und Naher Osten.

[«11] Verfassung der islamischen Republik Iran – Article 111  [Leadership Council], Abs. 2

[«12] Johnston, P.B. (2012) ‘Does Decapitation Work? Assessing the Effectiveness of Leadership Targeting in Counterinsurgency Campaigns’, International Security, 36(4), pp. 47–79.

(Auszug von RSS-Feed)

Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

19. März 2026 um 13:23

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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka
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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

Wie der Angriffskrieg gegen den Iran die Weltwirtschaft untergräbt

Der Angriffskrieg gegen den Iran eskaliert immer weiter, zieht immer weitere Kreise, jetzt findet er im Irak und im Libanon statt. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch gar nicht abzusehen, die Warnungen des Irans, der Ölpreis werde von 60 auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen, scheint sich zu bewahrheiten.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der US-Präsident Donald Trump soll Peking zu einem hochrangigen Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Anfang April besuchen. Aber Donald Trump hat schon "angedroht", nicht zu kommen, sollte China nicht seine Marine schicken, um den Iran zu zwingen, die Meerenge von Hormus für pro-israelische und pro-amerikanische Schiffe zu öffnen.

Durch die Destabilisierung der gesamten Region stellt der US-israelische Angriffskrieg ein großes wirtschaftliches Risiko nicht nur für China, sondern für die ganze Welt dar, insbesondere für die Energieimporteure im globalen Süden.

Trotz der aktuellen Energieversorgung stellt diese Krise auch für die USA enorme Risiken dar, bedingt durch gestiegene Energiepreise, die wahrscheinliche Rückkehr der Stagflation, die tägliche Milliardenrechnung für die teuren Raketen, Flugzeuge und den Betrieb der Flotte, und die schnell steigende Schulden. Daher berichtete das Pentagon die Bitte, den Kongress um weitere 50 Milliarden Dollar zu bitten, um den Krieg mit dem Iran zu finanzieren, offen ist, ob das zusätzlich zu einem Budget von 1,5 Billionen Dollar sein soll. Offiziell liegen die Kriegskosten bei 1 Milliarde US-Dollar, inoffiziell wird von mehr als dem Doppelten geflüstert. Deshalb sollen die jährlichen Kriegsausgaben der USA, das Budget der Regierung, auf eintausendfünfhundertmilliarden US-Dollar, also 1,5 Billionen, anwachsen. Natürlich basierend auf neuen Schulden.

Ironischerweise könnte der Iran-Krieg Pekings Verhandlungsposition in den Handelsgesprächen stärken. China könnte versuchen, seine Reaktion auf die US-Angriffe zu nutzen, um einen dauerhafteren "Waffenstillstand" zu sichern.

USA und Israel, unterschiedliche Ziele

China schickt einen Sondergesandten Zhai Jun in den Nahen Osten, um die Lage zu deeskalieren. Chinas Gesandter wird einen Weg zur Deeskalation suchen. Dies ist seit langem die konsequente chinesische Haltung. Doch die US-Haltung und sicherlich die Sichtweise von Premierminister Netanjahu deuten darauf hin, dass die Feindseligkeiten bestehen werden, bis Irans militärische Kapazitäten demontiert sind oder das Regime kapituliert. Schließlich begannen die beiden den Krieg, als die Friedensgespräche in Oman kurz vor dem Erfolg standen. Was nicht nur der omanische Vermittler, sondern nun auch ein diplomatischer britischer Beobachter bestätigte. Die Angreifer behaupten, "eine Frist" sei abgelaufen gewesen, um zu einer diplomatischen Einigung zu kommen, deshalb seien sie zu dem Krieg "gezwungen" gewesen.

Das Weiße Haus hat die Operation gestartet und erklärt, dass die Ziele – Zerstörung von Raketen, Marine, Proxy-Netzwerken und Verhinderung einer iranischen Atombombe – unverändert bleiben, bis sie erfüllt sind. Die US-Haltung und Netanjahu deutet eher auf Fortsetzung der Feindseligkeiten bis zur "Demontage iranischer Militärkapazitäten oder Kapitulation des Regimes" hin, Netanjahu spricht von einem "Regimewechsel von Innen".

Aber genau genommen haben weder Präsident Trump noch die israelische Regierung die Ziele ihrer massiven Anschläge klar genannt. Jedoch kann man erkennen, dass ihre strategischen Ziele unterschiedlich sind. Das Ziel der US-Regierung scheint es zu sein, die iranische Führung abzubauen und die Kontrolle über Irans massive ungenutzte Energiereserven zu erlangen. Während Premierminister Netanjahu lange versucht hat, Iran als Nation zu fragmentieren, zu zerschlagen.   

Operation Epischer Fehler? 

Operation Epic Fury der USA ist Israels "Operation Roaring Lion" getarnt. Sie spiegelt die Interessen der Regierung Netanjahu wider, die eine Begründung für das Endspiel hat. Was natürlich vom Weißen Haus dementiert wird. Aber viele US-Amerikaner, insbesondere frühere Trump Unterstützen sehen es so und große Teile der MAGA (Make America Great Again) haben sich von der Regierung entfremdet, Was natürlich im Westen bestritten wird. Deshalb nennen die iranischen Führungskräfte die US-israelische Operation "den epischen Fehler" oder haben ähnliche Ausdrücke dafür bereit.

Im Iran gab es bereits Tausende Tote und Zehntausende Verletzte, mit 3,2 Millionen Binnen-Vertriebenen und 800.000 im Libanon. Die Zahl von fast 4 Millionen Vertriebenen wird sogar im Westen kolportiert. Mitten im Nebel des Krieges versucht Israel, seine Auslöschungsdoktrin – die in der Vernichtungsdoktrin (2025) beschrieben wird – von Gaza und dem Südlibanon auf den Iran auszuweiten.

Die US-israelischen Angriffe verstoßen gegen Artikel 2 (4) der UN-Charta, der den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität eines anderen Staates verbietet. Laut Amir Saeid Iravani, Irans Botschafter, haben US-israelische Luftangriffe fast 10.000 zivile Orte zerstört oder beschädigt, darunter Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Der gezielte Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur stellt einen groben Verstoß gegen das Völkerrecht und Kriegsverbrechen dar. Westliche Faktenchecker sagen: "Eine endgültige juristische Klärung steht aus."

Unterdessen herrscht in den besetzten palästinensischen Gebieten Terror im Gazastreifen, während ethnische Säuberungen im Westjordanland eingesetzt werden, um "neue Fakten vor Ort" zu schaffen. Und natürlich sagen westliche Faktenchecker, dass Palästina und der Krieg gegen den Iran nichts miteinander zu tun hätten, außer dass der Iran ja "Terroristen", auch bekannt als von der UN legitimierte bewaffnete Widerstandskämpfer, unterstütze.

Drohende riesige Verluste für die Weltwirtschaft

Mit der Störung in der Straße von Hormus könnten die wichtigsten kurzfristigen Nutznießer jene Energieexporteure sein – Russland, die USA, möglicherweise Turkmenistan, Kasachstan und Australien –, die Engpässe im Nahen Osten durch Pipelines oder alternative Seewege umgehen können.

Um das zu verhindern haben einige EU-Länder in den letzten 2 Wochen vermehrt russische Tanker völkerrechtlich illegal aufgebracht, und Russland begonnen, zwei staatliche Sicherheitsbeamte auf den Schiffen mitreisen zu lassen. Angeblich soll einer aus der alten Wagner-Truppe stammen, ein anderer geheimdienstliche Aufgaben haben, vielleicht die Kommunikation zu Lufteinheiten Russlands organisieren.

Langfristig werden alle Beteiligten verlieren. Da sind sich praktisch alle Ökonomen einig. In Handelskriegen, "kalten" Kriegen und ungerechtfertigten heißen Kriegen gibt es keine Gewinner. Sieht man von den Aktieninhabern der Rüstungsindustrie einmal ab. Und dieser Krieg gegen Iran könnte weit, viel schlimmere langfristige Folgen haben als die Stellvertreterkriege in der Ukraine und Gaza. Wenn Präsident Trump davon ausging, es würde Venezuela-Déjà-vu sein, wird das Erwachen brutal sein.

Schlimmer noch: Trumps Befehl, Militärziele auf der Insel Kharg, dem Herzen der iranischen Ölindustrie, zu bombardieren, und seine Drohung, Irans Ölanlagen "beim nächsten Mal" anzugreifen sowie seine Aussage "just for fun", haben die Einsätze im Golf drastisch erhöht.

Der frühe Schaden ist bereits entstanden. Die langfristigen Auswirkungen hängen von der Dauer des Konflikts ab und davon, ob er zu einem größeren regionalen Krieg eskaliert. Es wird erst besser, wenn es schlimmer wird.

Dramatische Auswirkungen auf Asien          

Das Jahr 2026 wird voraussichtlich zunehmende wirtschaftliche Spaltung in Asien mit sich bringen. Technologiegetriebene Volkswirtschaften könnten widerstandsfähig bleiben. Diejenigen, die auf traditionelle Fertigung angewiesen sind, sehen sich starkem Konkurrenz- und Handelsdruck ausgesetzt. Im Gegenzug werden rohstoffabhängige Volkswirtschaften, die auf Ölimporte angewiesen sind, von allen Seiten betroffen sein.

Thailand, Indonesien und die Philippinen werden wahrscheinlich unterdurchschnittlich abschneiden. Länder mit einer "China+1"-Strategie (z. B. Vietnam, Malaysia, Thailand) müssen mit neuen Risiken und höheren Betriebskosten umgehen.

Exportabhängige fortschrittliche Industriewirtschaften wie Taiwan, Singapur, Korea und Malaysia könnten jedoch widerstandsfähig bleiben, getrieben von KI-bezogener Nachfrage, fortschrittlicher Elektronik und FDI.

Auswirkungen auf China

Der Iran-Schock stellt eine wirtschaftliche Bedrohung für China dar, hauptsächlich durch einen Anstieg der Ölpreise. Peking importiert 90 % des iranischen Rohöls und 50 % seiner gesamten Energie aus dem Nahen Osten. Mit den unterbrochenen Routen in der Straße von Hormus führt der Konflikt zu höheren Transportkosten.

Doch im Gegensatz zum Westen hat China sich auch lange auf die Iran-Krise vorbereitet. Bis zu einem gewissen Grad können die großen Ölvorräte und der Wechsel zu Elektrofahrzeugen dazu beitragen, die Wirtschaft vor Lieferstörungen zu schützen. Es wird spannend sein zu sehen, ob China sein Wachstumsziel von 4-5% wird halten können.

Die Fähigkeit des Binnenmarktes, Handelsprobleme zu bewältigen oder auszugleichen, ist die wichtigste wirtschaftliche Herausforderung für 2026. Mitten in einer langen Immobilienkrise sehen sich Unternehmen mit erhöhten Handelsrückständen (US-Spannungen, Irankrieg), vorsichtigem Konsum, struktureller Neuausrichtung hin zu Hightech (KI, grüne Energie) und Dienstleistungen konfrontiert.

Eine längere globale Energiekrise würde eine globale Herausforderung darstellen. Je länger dieser Krieg andauert, desto mehr werden die zukünftigen Aussichten aller großen Volkswirtschaften benachteiligt. 

Asiatische Märkte schon jetzt schwer getroffen

In Asien sind die Börsen bereits im Rückwärtsgang. In den letzten zwei Wochen ist der MSCI AC Asia Pacific Index um 8,6 % gefallen. Das ist 2,5-mal mehr als der MSCI World Index. Der starke Rückgang wird hauptsächlich durch regionale Energieabhängigkeiten und eine plötzliche Umkehr des Technologiesektors verursacht.

Als der Angriff der USA und Israel Iran zur Schließung der Straße von Hormus führte, verdunkelte sich der Himmel in Asien. Südkorea, Japan und Thailand importieren fast ihr gesamtes Rohöl und Erdgas durch diesen Engpass.

Der weltweite Schiffsverkehr durch diese Region ist bereits stark zurückgegangen. Ein voller Monat Schließung würde die "Just-in-Time"-Bestände für die Elektronik- und Automobilsektoren in Asien und Europa erschöpfen.

Die Brent-Preise erreichten am Montag, den 9. März, ihren Höchststand bei etwa 120 US-Dollar; der größte Anstieg in einer Woche in modernen Aufzeichnungen. Die Freigabe der Notfall-Reserven verschafft Zeit, aber wenn diese Zeit nicht gut investiert wird, werden die Preise wieder in die Höhe schnellen. Wir erinnern uns: Iran versprach einen Höhenflug des Ölpreises auf 200 US-Dollar.

Szenarien für Brent-Rohöl werden vom Status der Straße von Hormus bestimmt. Selbst der Basisfall kostet jetzt etwa 95–100 Dollar pro Fass, CNN spricht von 110-140 US-Dollar. Eine anhaltende Blockade würde die Preise über 150 Dollar treiben.

Was in Asien passiert, trifft zeitversetzt den Rest der Welt

Die kombinierte Wirkung des Nahost-Konflikts und eines globalen Zollrahmens durch Donald Trump von 10–15 % könnte sich in einen äußerst schädlichen Versorgungsschock verwandeln – im schlimmsten historischen Moment. Man könnte fast meinen, Donald Trump will die Weltwirtschaft bewusst in eine Untergangsstimmung treiben.

In einem geopolitischen und Handels- "Doppelschock" treffen Inflationsdruck und Wachstumsstagnation gleichzeitig aus zwei verschiedenen Richtungen. Je länger die Dauer der Krise ist, desto zerreißender wäre die Stagflationswirkung. Also eine hohe Inflation trotz einer Rezession, oder anders ausgedrückt, steigende Preise bei schrumpfender Wirtschaft und Einkommen.

Schlimmer noch: Was in Asien passiert, bleibt nicht dort. Da Schwellenländer in Asien etwa 60 % des globalen Wachstums ausmachen, wird alles, was ihre wirtschaftliche Expansion untergräbt, die ohnehin schon düsteren globalen Aussichten benachteiligt. 

Da sind ganz offensichtlich Genies am Werk, oder doch Fünfdimensional-Schachspieler?

Quellen und Anmerkungen

Hinweis: Der Artikel wurde inspiriert durch Veröffentlichungen von Dan Steinbock, auch Autor von "Der Untergang Israels".

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Iran: Israel-US Krieg
Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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„Politisch und humanitär kann Deutschland sofort handeln“: Lage in Kuba

14. März 2026 um 11:00

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Die US-Regierung hat die Sanktionen gegen Kuba erneut verschärft und droht Ländern, die die Insel mit Erdöl beliefern, mit hohen Strafzöllen. Die Blockade löst international Proteste aus. Vinzenz Hans Glaser ist Mitglied des Deutschen Bundestages für die Partei Die Linke. Der studierte Erzieher und Friedenspädagoge ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Sprecher für antikoloniale Außenpolitik der Linksfraktion. Im Interview mit amerika21 spricht er über die geopolitischen Hintergründe der Verschärfung der US-Blockade gegen Kuba, die Auswirkungen der Rohstoffknappheit, den Umgang der kubanischen Bevölkerung damit und benennt Forderungen an die Bundesregierung. Von Benjamin Roth.

Wie ordnen Sie die Verschärfung der US-Blockade gegen Kuba ein?

Die Verschärfung der US-Blockade gegen Kuba ist ein klarer Bruch des Völkerrechts und trifft unmittelbar die Bevölkerung, die bereits seit über 60 Jahren unter der Blockade leidet. Bereits vorher war die wirtschaftliche Situation angespannt. Ende Januar erklärte die US-Administration, die kubanische Regierung stelle eine „ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der USA dar, ohne eine nachvollziehbare Begründung zu liefern. Damit wird eine Erzählung konstruiert, die den Weg für eine aggressive und unilaterale Politik freimacht. Dieser Schritt reiht sich ein in eine seit Jahrzehnten bestehende Regime-Change-Politik gegen unliebsame Regierungen. Ähnliche Strategien sahen wir bereits Anfang des Jahres in Venezuela, wo unter dem Vorwand einer angeblichen Bedrohung Maduro völkerrechtswidrig entführt wurde. Wir verurteilen als Linke aufs Schärfste das imperialistische Großmachtstreben der USA, das Lateinamerika als Einflussgebiet betrachtet und offen mit militärischer und wirtschaftlicher Gewalt droht, um seine Regime-Change-Politik durchzusetzen.

Die Auswirkungen der Verschärfungen sind dramatisch. Kuba wird von Erdöl- und Treibstofflieferungen abgeschnitten und die USA drohen auch Drittstaaten mit Sanktionen, die legal Handel mit Kuba treiben. Dieses Vorgehen gefährdet Millionen Menschenleben und nimmt bewusst die Not und das Hungern der Zivilbevölkerung in Kauf. Durch den Druck der USA wird Kuba nicht nur wirtschaftlich weiter isoliert: Mehrere Staaten beenden auch medizinische Kooperationsprogramme, die für Kuba eine wichtige Quelle von Deviseneinnahmen darstellen. Zudem verschärft sich die diplomatische Isolation auf Druck der USA, etwa durch die Aussetzung diplomatischer Beziehungen durch Ecuador.

Besonders erschreckend ist das anhaltende Schweigen der Bundesregierung. Trotz eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages im Auftrag der Fraktion die Linke, das die US-Blockade eindeutig als völkerrechtswidrig einordnet, hat die Bundesregierung die jüngsten Verschärfungen bis heute nicht verurteilt.

Wie schätzen Sie die Lage in Kuba ein?

Ich selbst war nicht in Kuba, ich stehe jedoch mit mehreren Personen im Austausch, die mir aus erster Hand berichten. Sie zeichnen ein Bild extremer Not: Die Treibstoffknappheit beeinträchtigt nahezu alle Lebensbereiche. Transport, Arbeit, Lebensmittelversorgung, Gesundheitswesen, Bildung und Energieversorgung sind stark eingeschränkt. Viele Tankstellen und Geschäfte sind geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel fahren nur sporadisch, und private Transportmittel sind für die meisten unerschwinglich. Autos und Tourist:innen sind kaum zu sehen, dafür stehen Menschen an den Straßen, um Mitfahrgelegenheiten zu bekommen. Müllberge und regelmäßige Stromabschaltungen prägen das Stadtbild, doch die Bevölkerung hat Strategien entwickelt, damit umzugehen, und die Regierung priorisiert produktive und systemrelevante Sektoren, während andere Tätigkeiten reduziert oder pausiert werden.

Die Lebensmittelversorgung ist ebenso schwierig: Jeder Haushalt verfügt über ein zugeteiltes Kontingent an Grundnahrungsmitteln, das oft nicht zum Leben ausreicht, und außerhalb der Hauptstadt ist die Lage vermutlich noch angespannter. Auch andere Lebensbereiche sind stark betroffen. Im Gesundheitswesen werden nicht unbedingt notwendige Operationen verschoben, Schulen und Universitäten arbeiten eingeschränkt oder hybrid, und lokale Lernzentren werden eingerichtet.

Trotz dieser Einschränkungen zeigt die Bevölkerung große Resilienz. Menschen unterstützen sich gegenseitig, teilen Ressourcen und organisieren ihr Alltagsleben kollektiv. Ein Kollaps oder Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung ist momentan nicht spürbar. Gleichzeitig verstärken die wirtschaftlichen Schwierigkeiten die bestehenden sozialen Unterschiede. Wer Zugang zu Devisen oder Auslandskontakten hat, kann die Versorgung besser sichern als andere. Politisch sind die Meinungen gemischt. Viele betonen die Bedeutung der nationalen Souveränität und machen die USA für die Verschärfung der Lage verantwortlich, während andere Kritik an wirtschaftlichen Fehlentscheidungen oder Korruption der eigenen Regierung üben. Die Bevölkerung versucht, durchzuhalten, doch im öffentlichen Leben spitzt sich die Versorgungskrise von Tag zu Tag weiter zu und die Gefahr einer humanitären Katastrophe wächst.

Was fordern Sie von der Bundesregierung?

Die Bundesregierung muss alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen, damit die Versorgung Kubas gesichert wird. Jahr für Jahr verurteilt die UN-Vollversammlung die US-Sanktionen. Am 29. Oktober 2025 haben zuletzt 165 Staaten – darunter auch Deutschland – erneut für ein Ende der Blockade gestimmt. Dass die US-Regierung ihre aggressive Politik gegen Kuba nun weiter vorantreibt und US-Präsident Donald Trump bereits eine “friedliche Übernahme” Kubas ins Spiel gebracht hat, müsste bei der Bundesregierung Alarmglocken läuten lassen. Doch bislang scheut Merz jede Konfrontation mit Washington und schweigt zu den jüngsten Verschärfungen der Blockade.

Wer eine regelbasierte Ordnung verteidigen will, kann Völkerrechtsverstöße nicht nur dort benennen, wo es politisch bequem ist. Der russische Angriffskrieg wird zu Recht verurteilt. Doch wenn bei Iran, Venezuela oder in Gaza gezögert oder relativiert wird, untergräbt das die eigene Glaubwürdigkeit. Das Völkerrecht verliert als Maßstab deutscher Außenpolitik an Bedeutung, sobald Verbündete betroffen sind. Indem sie schweigt, trägt die Bundesregierung zur politischen Legitimierung von Trumps Machtpolitik bei und unterwirft sich den extraterritorialen Ansprüchen der USA.

Doch bisher bleibt die Bundesregierung untätig. Auf eine schriftliche Frage antwortete mir die Bundesregierung: Seit der Verschärfung der US-Blockade wurde keinerlei humanitäre Hilfe für Kuba geleistet.

Politisch und humanitär kann Deutschland sofort handeln. Wie Spanien könnten wir humanitäre Hilfe in Form von Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff bereitstellen. Dies wäre ein deutliches Signal, dass Berlin sich von der destabilisierenden US-Politik absetzen möchte. Der Aufruf der Afrikanischen Union, die Blockade zu beenden und Kuba von der Liste der angeblichen Terrorförderer zu streichen, zeigt, dass internationale Solidarität möglich ist. Kuba kann den Wirtschaftskrieg der USA überstehen, wenn die internationale Gemeinschaft aktiv wird. Hierzu ist konkrete Unterstützung gegen die Politik des Aushungerns notwendig. Humanitäre Hilfe darf dabei nicht als politisches Instrument durch die USA kontrolliert oder an Bedingungen geknüpft werden. Länder wie Spanien, Mexiko, Chile und China unterstützen Kuba bereits und weltweit nimmt auch die Solidarität innerhalb der Zivilgesellschaft zu.

Als Linke dürfen wir uns nicht nur auf völkerrechtliche Appelle und diplomatische Forderungen beschränken, denn sie reichen nicht aus, um globale Machtverhältnisse zu verändern. Eine linke Vision muss die strukturellen Ursachen von Krieg, Unterdrückung und globaler Ungleichheit ins Zentrum rücken und konkrete Wege finden, um lokale, nationale und globale Kämpfe für Frieden und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden. Deshalb müssen wir uns entschieden gegen das imperialistische Großmachtstreben Washingtons stellen und konsequent an der Seite der Menschen stehen, die unter der anhaltenden Blockade tagtäglich leiden. In den kommenden Wochen wird es entscheidend sein, ob die internationale Gemeinschaft der US-Regierung offenen Widerstand entgegensetzt oder sich weiterhin den Interessen Washingtons unterordnet.

Das Interview erschien zuerst auf Amerika21.

Titelbild: Montage NachDenkSeiten, Maxim Studio/shutterstock.com, Die Linke im Bundestag

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„Nein zur US-Blockade – Solidarität mit Kuba!“ – Matinee in Mitte

12. März 2026 um 12:00

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Am 8. März sprachen bei der „Matinee in Mitte“ die Politikerin Sevim Dağdelen (BSW), Juana Martínez González (Botschafterin der Republik Kuba in der Bundesrepublik Deutschland) und Professor Norman Paech (Professor für Öffentliches Recht an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik) über die zunehmende Konfrontationspolitik der USA, die Rolle von Sanktionen und die Gefahr weiterer Interventionen in der westlichen Hemisphäre. Die NachDenkSeiten stellen hier einen Ausschnitt des Gesprächs als Videomitschnitt zur Verfügung.

Während die Aufmerksamkeit der Welt aktuell auf den Krieg im Mittleren Osten gerichtet ist, geht die Blockade der Republik Kuba durch die USA ungehindert weiter. Hierdurch wird die gesamte Wirtschaft auf der Insel stranguliert, was nach Einschätzung von Sevim Dağdelen (BSW) einer Strategie des Aushungerns der Bevölkerung gleichkommt.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem CNN-Interview, Kuba werde „bald fallen“ und kündigte an, seinen Außenminister Marco Rubio dorthin zu schicken, weil „Kuba reif ist – nach 50 Jahren.“ Die Aussagen stehen im Kontext einer verschärften US-Politik gegenüber der Insel und wachsender Spannungen in der Region. Was bedeutet diese Eskalation für die internationale Ordnung, für Lateinamerika – und für Europa?

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Titelbild: NachDenkSeiten

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Epstein oder die Anarchie der Macht


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Die Genealogie eines Regimes ohne Moral.

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apolut fragt! 10 Fragen an Willy Wimmer

09. März 2026 um 09:36

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apolut fragt! 10 Fragen an Willy Wimmer
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apolut fragt! 10 Fragen an Willy Wimmer

TAGESDOSIS Spezial mit Willy Wimmer.

28. Februar 2026, kurz nach Mitternacht.

Während in Oman noch verhandelt wird, während Diplomaten in Hotelzimmern sitzen und Texte redigieren, fallen die ersten Bomben auf Teheran. Keine UN-Resolution. Kein Sicherheitsratsbeschluss. Kein bewaffneter Angriff, der Gegenwehr nach Art. 51 der UN-Charta rechtfertigen würde. Nur Luftüberlegenheit, politischer Wille – und die Gewissheit, dass niemand die Angreifer zur Rechenschaft ziehen wird.

Aber halt. Bevor man weiterliest, muss man wissen, was auf dem Tisch lag. Denn das ist der eigentliche Skandal.

Der omanische Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi – der Mann, der die Fäden in der Hand hielt – sprach noch am 27. Februar von einem Durchbruch und erklärte, ein erfolgreicher Abschluss sei sehr wahrscheinlich. Der Iran habe angeboten, kein nukleares Material mehr zu lagern, was den Bau einer Atombombe unmöglich machen würde, und den IAEA-Inspektoren vollen Zugang zu gewähren. Das ist nicht irgendein Angebot. Das ist das Kernstück jedes denkbaren Abkommens – Null-Lagerung, volle Transparenz.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi nannte die Genfer Runde die bisher „beste und ernsthafteste“ und kündigte technische Folgegespräche für die nächste Woche in Wien an.

Besser als Obama. Besser als der JCPOA 2015. Der Frieden war zum Greifen nah.

Unterdessen hatte US-Sondergesandter Witkoff nach eigenen späteren Angaben bereits beim zweiten Treffen gewusst, dass eine Einigung unmöglich sei – die Verhandlungen aber dennoch fortgesetzt. Die Operation „Epic Fury“ begann weniger als 48 Stunden nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf.

Klartext: Während Oman Vertrauen aufbaute, während Iran sein weitreichendstes Angebot aller Zeiten auf den Tisch legte, während Inspektoren der IAEA für Wien eingeflogen wurden – lud Washington die Bomben. Die Diplomatie war Tarnung. Zeitgewinn für die Angriffsvorbereitungen.

Washington nennt es Präventivschlag. Tel Aviv nennt es Selbstverteidigung. Dieselben Regierungen, die Putins Einmarsch in die Ukraine als Angriffskrieg, als Bruch des Völkerrechts, als zivilisatorischen Rückfall brandmarken – führen selbst einen Krieg ohne Mandat gegen einen souveränen Staat. Mitten in laufenden Verhandlungen. Mit einem historischen Einigungsangebot auf dem Tisch. Der Doppelstandard ist nicht subtil. Er ist die Botschaft.

Die Menschheit hat nach 1945 einen Werkzeugkasten gebaut. Instrument für Instrument, Trauma für Trauma. Aus 70 Millionen Toten, aus dem Holocaust, aus Hiroshima, aus Ruanda, aus Srebrenica. Jedes dieser Werkzeuge war die Antwort auf ein konkretes Versagen. Und jetzt, 2026, werden diese Werkzeuge nicht einfach ignoriert – sie werden von ihren eigenen Schöpfern demontiert.

Hier sind die zehn Fragen, die sich daraus ergeben.

apolut stellte sie Willy Wimmer.

Willy Wimmer (CDU) gehörte von 1976 bis 2009 dem Deutschen Bundestag an und war einer der langjährigen Sicherheitspolitiker seiner Fraktion. Von 1985 bis 1992 diente er als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung unter Manfred Wörner und Gerhard Stoltenberg. In diese Phase fiel die sicherheitspolitisch entscheidende Umbruchzeit Europas: das Ende des Kalten Krieges, die deutsche Wiedervereinigung und die Neuordnung der militärischen Strukturen in Deutschland.

Politisch und administrativ war das Umfeld geprägt durch die Prozesse der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, später OSZE) sowie durch die Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag, der 1990 die außen- und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der deutschen Einheit regelte. Parallel dazu erfolgte die militärische Integration der Streitkräfte der DDR: Die Nationale Volksarmee (NVA) wurde nach der Wiedervereinigung in Teilen in die Bundeswehr übernommen, während ein Großteil der Strukturen aufgelöst wurde. Dieser Transformationsprozess prägte die deutsche Verteidigungspolitik der frühen 1990er Jahre.

Später war Willy Wimmer auch auf Bündnisebene aktiv. Von 1994 bis 2000 fungierte er als Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO und arbeitete im Verteidigungsausschuss des Bundestages, wo er zeitweise als Obmann der CDU/CSU-Fraktion tätig war. Seine politische Laufbahn bewegte sich damit über Jahrzehnte im Kernbereich deutscher Sicherheits- und Bündnispolitik – von der Phase der deutschen Wiedervereinigung bis zur Neuorientierung der NATO nach dem Kalten Krieg.

Willy Wimmer

Schon die Einleitung zum Fragenkatalog verlangt eine Antwort. Man hat den Eindruck, es hat sich bei den bestimmenden Kräften in Washington seit dem Vorgehen gegen die Indianerstämme zur Erreichung eigener Ziele nichts verändert. Warum sollte man auch? Wenn man die von den Vereinigten Staaten geführten Kriege durchnummeriert, gewinnt man einen Eindruck. Das amerikanische Geschäftsmodell heißt: Krieg. Selbst die Briten oder Franzosen kommen nicht auf eine derartige Gesamtzahl von Kriegen. Die oben angesprochenen Verhandlungen in Sachen Iran dienten zu keinem Zeitpunkt der Lösung zweifelsohne vorhandener Streitfragen. Die Vereinigten Staaten waren von Anfang an von der Frage geleitet, ob und inwieweit bei den Verhandlungen, in welchem Format auch immer, das amerikanische Geschäftsmodell „Krieg“ in seiner Funktionsfähigkeit erhalten bleiben würde.

Die Vereinigten Staaten wollen eines nicht. Sie wollen nicht handeln müssen, weil eine internationale Ordnung ihnen das vorgibt. Sie wollen handeln, weil sie das wollen, und die Entscheidung wird in Washington oder Chicago getroffen und nicht in New York, Brüssel oder Wien. Bislang hat die Welt daraus Konsequenzen gezogen und in vielfacher Weise versucht, die Vereinigten Staaten einzubinden. Wir erleben jetzt einen amerikanischen Präsidenten, der sein Land aus jeder internationalen Ordnung herausführt. Nicht nur das, wie man am europäischen Beispiel sieht. Die Staaten, die an einer internationalen Ordnung weben, werden in aller Öffentlichkeit zu Satrapien degradiert, zum Handkuss ins Oval Office nach Washington vorgeladen und über Handelszwänge zum Plünderungsgebiet degradiert. Wer will unter diesen Umständen noch einen Beitrag aus Europa dazu liefern, die Vereinigten Staaten in eine internationale Struktur einzubinden?

Das Beispiel des britischen Premiers Starmer zeigt eines: Man steht schneller am Pranger, als einem lieb sein kann. Das Geschäftsmodell „Krieg“ hat die Welt so im Griff wie „Shareholder Value“ die Wirtschaft. Die Omanis können erfolgreich sein, wie sie wollen. Vor dem Thron in Washington gibt es zwei Fragen, nach denen man sich verhält: Was muss getan werden, um dieses Geschäftsmodell „Krieg“ scharf geschaltet zu haben, und was muss getan werden, um friedensbezogene Erfolgsmodelle nachhaltig so zu sabotieren, dass die Welt – aus welchen Gründen auch immer – die Finger davon lässt?

Der Friede ist für diese Vereinigten Staaten die größte Bedrohung. Dabei waren es die Vereinigten Staaten, die das erste semiglobale Friedensmodell, die KSZE, offenbar gegen ihren Willen zum weltweit beachteten Erfolg geführt hatten. Strukturell können die Vereinigten Staaten Frieden, aber diese Fähigkeit wurde 1999 mit dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen Belgrad auf Wiedervorlage gelegt.

apolut

  1. UN-Charta 1945: Das Fundament
    Art. 2(4) verbietet Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit eines Staates absolut. Art. 51 erlaubt Selbstverteidigung – aber nur bei einem bewaffneten Angriff, nicht präventiv, nicht hypothetisch. Der Sicherheitsrat ist die einzige Instanz, die Gewalt legitimieren darf
    .

Frage: Wenn das absolute Gewaltverbot gilt – warum greift eine Vetomacht einen souveränen Staat an, mitten in laufenden Verhandlungen, ohne Mandat, ohne Konsequenzen – und nennt es Selbstverteidigung?

Willy Wimmer

"Die internationale Ordnung, die derzeit hinter dem Horizont verschwindet, ist entweder das Führungsmittel der Führungsmacht oder so gestaltet, dass eine Großmacht nicht anders gesehen werden muss wie Monaco. Wenn wir uns die Weltgeschichte ansehen, kommt man wohl kaum zum Monaco-Modell aus Einsicht, vielleicht eher wegen einer Katastrophe. Die Frage ist heute aktuell. Man muss nicht spekulieren, um eines zu sehen: Es fehlt nicht viel und wir stehen vor der Selbstauslöschung. Ist da das Monaco-Modell nicht attraktiver?

Wenn die Vereinigten Staaten wider besseren Wissens akzeptierte Rechtsregeln verbiegen, macht das mehreres deutlich. In den Vereinigten Staaten ist eine Korrektur unmöglich, weil beide großen Parteien dem beschriebenen Geschäftsmodell verpflichtet sind. Global stimmt nichts mehr, Pressefreiheit ist eine Schimäre, Institutionen sind Randerscheinungen und das demokratische Gewissen hängt an der Garderobe eines Globalkonzerns. Wie wir an der Schweiz sehen: In der westlichen Welt gibt es nichts, was neben der Schweiz bestehen könnte. Demokratie eben – solange man den Prozess der Selbstentleibung nicht fortsetzt."

apolut

  1. Nürnberger Prinzipien 1946: Die individuelle Schuld
    1946 wurde erstmals in der Geschichte festgestellt: Angriffskrieg ist das schwerste internationale Verbrechen. Nicht der Staat – der Mensch, der den Befehl gibt – ist strafbar. Hermann Göring wurde gehängt. Das Prinzip war klar: Kein Amt schützt vor Strafverfolgung.

Frage: Wenn Angriffskrieg individuell strafbar ist – warum sitzt kein amerikanischer Präsident, kein israelischer Premier auf der Anklagebank, während dasselbe Prinzip für russische Generäle eingefordert wird?

Willy Wimmer

"Weil die Vereinigten Staaten mit dem Einmarsch in den Niederlanden gedroht haben – für den Fall, dass eigene Staatsbürger vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden sollen. Selbst der deutsche Generalbundesanwalt ist bei Menschheitsverbrechen der Ansicht, nichts zu unternehmen, weil die Vereinigten Staaten ein Rechtsstaat sein würden. Dem sprechen frei herumlaufende Tatverdächtige Hohn."

apolut

  1. Genfer Konventionen 1949: Der Schutz der Zivilisten
    Vier Konventionen, zwei Zusatzprotokolle. Verhältnismäßigkeit. Unterscheidungsgebot. Schutz ziviler Infrastruktur. Das Verbot, Zivilbevölkerung als Mittel der Kriegsführung zu benutzen. Über 4.000 Bomben auf Iran seit dem 28. Februar – darunter, laut unabhängigen Berichten, eine Grundschule im Südiran.

Frage: Wenn Zivilisten geschützt sind und Verhältnismäßigkeit gilt – wer untersucht die getroffene Grundschule, wer wird dafür zur Rechenschaft gezogen und wer hat das Mandat, diese Untersuchung durchzusetzen?

Willy Wimmer

"Alles auf diesem Globus ist einem Gesetz unterworfen: Das Geschäftsmodell muss wirksam bleiben. Blieb nicht Japan die Kapitulation verwehrt, bis die Atombombe fallen konnte? Die junge Bundesrepublik musste dem Gedanken abschwören, alliierte Kriegsverbrechen zu ahnden. Beim Geschäftsmodell „Krieg“ muss man sich fragen, ob damit nicht eine strukturelle Unverwundbarkeit im rechtlichen Sinne festgeschrieben werden soll – Kriege, damit über Siege Konsequenzen verhindert werden."

apolut

  1. KSZE / Helsinkier Schlussakte 1975: Das unterschätzte Meisterwerk
    Drei Körbe. Sicherheit und Grenzen. Wirtschaft. Menschenrechte. 35 Staaten, Ost und West, unterzeichneten. Korb 3 wurde zur Zeitbombe gegen die Sowjetunion – Dissidenten in Moskau, Warschau und Prag beriefen sich darauf. Die KSZE hat den Kalten Krieg nicht durch Raketen gewonnen, sondern durch Normen. Die OSZE, ihr Nachfolger, ist heute das einzige Instrument, das alle einschließt – auch Russland, auch Iran.

Frage: Wenn Normen den Kalten Krieg gewonnen haben – warum zerstören wir das einzige Instrument, das alle Seiten einschließt, statt es zur Grundlage einer neuen Sicherheitsarchitektur zu machen?

Willy Wimmer

"Weil die KSZE/OSZE dem Geschäftsmodell „Krieg“ im Wege steht."

apolut

  1. NPT 1968: Der Atomwaffensperrvertrag
    Das Kerngeschäft: Nichtnuklearstaaten verzichten auf die Bombe. Im Gegenzug: Sicherheitsgarantien und das Versprechen nuklearer Abrüstung. Iran hat unterschrieben. Israel nie. Das iranische Nuklearprogramm wird jetzt durch Bomben zerstört – nicht durch Diplomatie, nicht durch Verifikation, sondern durch Gewalt.

Frage: Was signalisiert der Angriff auf Iran jedem Staat der Welt, der noch keine Atombombe hat – und was bleibt vom NPT-Regime übrig, wenn Abrüstung mit Angriffskrieg beantwortet wird?

Willy Wimmer

"Es ist doch kein Geheimnis, welche Staaten in der Region sich um diese Waffen bemühen. In der Vergangenheit war Indien ein Beispiel, das bis heute nachwirkt. Ich kann nicht ausschließen, dass genau diese Vertragszerstörung eines der Kriegsziele der Koalition ist. Das sichert Vorherrschaft."

apolut

  1. IAEA: Die Inspektoren
    Die Internationale Atomenergiebehörde ist das technische Rückgrat der Nichtverbreitung. Inspektionen, Safeguards, Verifikation. Im JCPOA 2015 – dem Iranabkommen – war die IAEA das entscheidende Instrument. Trump I hat den Deal 2018 zerrissen. Jetzt, 2026, werden Zentrifugen nicht von Inspektoren kontrolliert – sie werden bombardiert.

Frage: Wenn Inspektoren Nuklearprogramme kontrollieren können – warum wurden Bomben eingesetzt statt Verifikation, und was lernt die Welt daraus für künftige Nichtverbreitungsverhandlungen?

Willy Wimmer

"Weil der Krieg her musste und nicht ein Vertrag zur Beilegung von Konflikten."

apolut

  1. ICC 1998: Der Strafgerichtshof
    Das Rom-Statut schuf den ersten permanenten internationalen Strafgerichtshof. Zuständig für Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seit 2018 auch für Aggressionsverbrechen. Putin hat einen Haftbefehl. Netanjahu hat einen Haftbefehl. USA und Israel sind keine Mitglieder des Rom-Statuts.

Frage: Wenn Angriffskrieg vor dem Strafgerichtshof verhandelbar ist – warum sind die mächtigsten Angreifer nicht Mitglied, wer schützt sie davor, und was sagt das über den Universalitätsanspruch des Rechts?

Willy Wimmer

"Es gab mal dieses böse Wort, dass Den Haag etwas für Afrika sein würde. Damit ist jedenfalls klar, woher Bartel den Most holt. Damit ist die westliche Schickeria eingelullt worden – mehr nicht."

apolut

  1. ICJ: Der Internationale Gerichtshof
    Der ICJ fällt Urteile zwischen Staaten. Bindend – aber nicht vollstreckbar. Im Gaza-Verfahren hat der ICJ vorläufige Maßnahmen angeordnet. Ignoriert. Iran könnte den Angriff vor den ICJ bringen. Ein Urteil käme in Jahren. Die Bomben fallen jetzt.

Frage: Was ist Recht wert ohne Vollstreckung – und wie lange trägt ein System, in dem Urteile des höchsten Gerichts folgenlos missachtet werden können?

Willy Wimmer

"Was soll man mit einem zahnlosen Tiger anstellen? Ihn zum Metzger schicken?"

apolut

  1. Responsibility to Protect – R2P 2005
    Auf dem UN-Weltgipfel 2005 verabschiedet: Wenn ein Staat seine Bevölkerung nicht schützt oder selbst angreift, hat die internationale Gemeinschaft die Pflicht einzugreifen. Edel gedacht. In Libyen 2011 zur Farce geworden – aus einem Schutzmandat wurde eine NATO-Regime-Change-Operation. Seitdem ist R2P politisch verbrannt.

Frage: Wenn die Schutzverantwortung Zivilisten schützen soll – wann genau wurde sie zur Legitimationsformel für Regimewechsel, wer darf sie noch ernst nehmen und wer schützt die iranischen Zivilisten jetzt?

Willy Wimmer

"Das war, neben anderen Floskeln, ein Propagandamittel des Westens zur Begründung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Jugoslawien. Als Präsident Putin sich beim Donbass darauf berief, wurde von R2P nie mehr etwas gehört."

apolut

  1. Budapester Memorandum 1994: Die gebrochene Garantie
    Die Ukraine gibt ihre Atomwaffen ab – das drittgrößte Arsenal der Welt. Im Gegenzug: Souveränitätsgarantien von USA, Großbritannien und Russland. 2014 Krim-Annexion. 2022 Vollinvasion. Die Garantien waren wertlos. Nordkorea hat die Lektion sofort gezogen. Jetzt zieht sie die ganze Welt.

Frage: Wenn Sicherheitsgarantien für Atomwaffenverzicht nichts wert sind – was ist die logische Konsequenz für jeden Staat, der heute noch keine Bombe hat, und wie soll künftig irgendjemand zur nuklearen Abrüstung überredet werden?

Willy Wimmer

"Mit der Wolfowitz-Doktrin 1992 wurde jedem klar, dass die Vereinigten Staaten auf dem Weg zur Weltherrschaft waren. Sie mussten diesen Weg noch über internationale Strukturen gehen. Da herrschte das alte rheinische Prinzip: Ablehnung, wenn Annahme gesichert. Alle genannten Verträge müssen vor dem Hintergrund der Gesamtfrage gesehen werden. Treu und Glauben ist etwas für gestern."

apolut

Und dann die Grundfrage, die alle zehn verbindet:

Gibt es überhaupt noch funktionierende Werkzeuge zur Gewaltvermeidung – oder haben wir den Werkzeugkasten so lange ignoriert, missbraucht und demontiert, dass das Faustrecht die einzige verbliebene Sprache ist?

Willy Wimmer

"In den letzten Tagen bin ich auf diese Grundfrage angesprochen worden. Kann man dem Geschäftsmodell „Krieg“ Paroli bieten, bevor nach Armageddon das Ende aller Tage droht? Ja, so wurde mir gesagt, man kann – und zwar sofort. Es gibt dazu mehrere Wege. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wollen wir allerdings abwarten, bis Millionen Seelen tot sind?

Die Staaten aus der UNO, die dem Geschäftsmodell „Frieden“ und nicht dem Geschäftsmodell „Krieg“ verpflichtet sind, müssen das kundtun. Hier sind die Religionen Abrahams besonders in der Verantwortung. Und noch gibt es die UNO und die OSZE. Man muss sie nicht erfinden.

Und es gibt ein Gesicht für das Geschäftsmodell „Frieden“: Es ist der derzeitige kasachische Präsident Tokajew. Als Spitzendiplomat hat er in Almaty nach der Unabhängigkeit seines Landes die Vorbereitungskonferenz für die Übernahme der KSZE auf Asien geführt. Es gab eine Erkenntnis: Wenn das Völkergemisch in der Großregion explodiert, gehen die Staaten in Flammen auf und es gibt das größte vorstellbare Blutbad. Ohne Strukturen zur Konfliktbeilegung geht es nicht – das war das Urteil von Moskau bis Beijing.

Die Vereinigten Staaten sabotierten die Konferenz. Geht es bei allem, was wir derzeit erleben, um das Blutbad am Tien Shan? Sind bestimmte Staaten per se für Frieden und müssen als „Autokraten“ deshalb gemieden werden – und andere per se für das Geschäftsmodell „Krieg“ und halten Hof?

Wir sollten uns alle daran erinnern, dass die erste Farbenrevolution die Farbe „Braun“ trug."

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Willy Wimmer

Bildquelle: apolut

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Ist der 3. Weltkrieg noch abwendbar? | Von Claudia Töpper

03. März 2026 um 10:53

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Ist der 3. Weltkrieg noch abwendbar? | Von Claudia Töpper
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Ist der 3. Weltkrieg noch abwendbar? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am Donnerstag, den 26. Februar 2026 liefen in Genf noch die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, die von beiden Seiten noch als erste Erfolge galten. Dennoch griff Israel, mit der Unterstützung der USA, am Samstagmorgen, den 28. Februar 2026 den Palast und offiziellen Amts- und Regierungssitz in Teheran des Obersten Führers der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chameneis an.(1) Hier soll Chamenei die Revolutionsgarden, den Geheimdienst und das Atomprogramm kontrolliert haben. Während Trump daraufhin bereits vom Tod des iranischen Führers redete, dementierte der Iran dies zunächst. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab der Iran jedoch bekannt, dass nicht nur sein Oberster Führer tot sei, sondern auch Mohammad Pakpour, Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), Abdolrahim Mussawi, Stabschef der Streitkräfte, Ali Shamkhani, Sekretär des iranischen Verteidigungsrates, Aziz Nasirzadeh, Minister für Verteidigung und Mohammad Shirazi, Leiter des Militärbüros.(2)

Nun greift der Iran neben Israel auch sämtliche US-Militärstützpunkte in den Nachbarländern an.(3) Darunter befinden sich die US-Marinebasis Juffair in Bahrain, welche das Hauptquartier der 5. US-Flotte mit rund 9.000 Soldaten ist sowie Al-Udeid in Katar, die mit 10.000 Mann der größte US-Stützpunkt der Region ist.(4) Zusätzlich wurden die US-Militärstützpunkte in Doha/Katar, in Abu Dhabi/ Vereinte Arabische Emirate, sowie in Riad/Saudi-Arabien und Kuwait von den Iranern getroffen.(5) Auch eine britische Militärstation auf Zypern soll getroffen worden sein.(6)

Des Weiteren soll eine iranische Drohne das Luxushotel Burj Al Arab in Dubai getroffen haben.(7) Zudem soll Dubai auch von abgeschossenen Raketenteilen getroffen worden sein.(8)

Während eines Interviews mit ABC News betonte der iranische Außenminister, Abbas Araghtschi am Sonntag, dass

„die militärische Leistungsfähigkeit seines Landes trotz personeller Verluste unvermindert sei.“

Er bezeichnete das Vorgehen der USA als Akt der Aggression.(9) Der Iran hat während der Angriffe verkündet, die Verhandlungen mit den USA nicht mehr weiter zu führen.(10)

Des Weiteren hat der Iran die Straße von Hormus nun vollständig gesperrt.(11) Somit gelangen keine Öltanker mehr hindurch. Die daraus resultierende Öl-Knappheit betrifft nicht nur Europa, sondern auch China und führt unter anderem zu einem erheblichen Anstieg der Benzin- und Dieselpreise.

Während Beobachter davon ausgehen, dass die USA ihre militärischen Waffen zum größten Teil an die Ukraine verkauft haben und somit nicht länger als 10 Tage Krieg überleben wird, verkündet Trump, dass der Krieg gegen den Iran mindestens 4 Wochen andauern wird.(12)

Am Samstag, den 28. Februar 2026 hat der israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanyahu die iranische Bevölkerung dazu aufgerufen, das dortige Regime zu stürzen.(13) Diesen Aufruf unterstützt auch Reza Pahlavi, der Sohn des ehemaligen iranischen Schahs.(14)

Nachdem der Tod von Chamenei offiziell von den iranischen Behörden verkündet wurde, trieb es am Sonntag, den 1. März 2026 viele Menschen im Iran in Trauer auf die Straße. Gleichzeitig demonstrierten sie gegen die Angriffe aus Israel und den USA. Viele verkündeten auch, Rache für den Mord an Chamenei zu nehmen.(15)

Hintergrund

Der Iran soll seit Jahren Atomwaffen bauen. Aus diesem Grund erklärte der US-Präsident, Donald J. Trump, dass er mit der Operation „Epische Wut“:

„die unmittelbare nukleare Bedrohung durch das iranische Regime beseitigen, ihr ballistisches Raketenarsenal zerstören, ihre Stellvertreter-Terrornetzwerke degradieren und ihre Seestreitkräfte lahmlegen wird.“(16)

Der iranische Präsident, Masoud Pezeshkian erklärte am Donnerstag noch in Genf:

„Die Feinde bestehen darauf, dass der Iran keine Atomwaffen anstreben sollte, aber wir haben wiederholt erklärt, dass wir keine Atomwaffen anstreben.“(17)

Die Vermutung liegt nahe, dass Israel dies als Anlass nutzt, um das iranische Regime zu stürzen und einen neuen Führer zu installieren, der sich nicht gegen die Ausbeutung durch den Westen wehrt. Es wird schon länger vermutet, dass es sich hierbei um den Sohn des früheren iranischen Schahs handeln könnte.(18)

Der republikanische US-Abgeordnete, Thomas Massie betont, dass der US-Angriff auf den Iran nicht autorisiert ist, da er vom US-Kongress nicht genehmigt wurde.(19)

Internationale Reaktionen auf den Krieg

Obwohl Russland vor zwei Wochen bereits angekündigt hat, den Iran im Fall eines Angriffs militärisch zu unterstützen, hält sich der russische Präsident, Wladimir Putin bisher zurück.(20) Der Iran ist seit 2024 Mitglied der BRICS-Staaten. Dazu zählen unter anderem Russland, China, Indien und Südafrika. Das Bündnis sieht eine wirtschaftliche und politische Kooperation zwischen den Mitgliedsländern vor.(21)

Im Sender Al Jazeera spricht der Polit-Analyst und Kommentator, Suleiman Al-Aqili darüber, was Saudi Arabien von den Angriffen hält. Es herrsche „eine Art Unmut gegenüber dem Verbündeten, oder besser gesagt: dem amerikanischen Partner“.

Der Grund ist offenbar die einseitige amerikanische militärische Unterstützung Israels.(22) Zudem reagierte die arabische Stadt Riad auf den iranischen Angriff mit einer scharfen Erklärung:

„Man habe den eigenen Luftraum ausdrücklich nicht für Angriffe auf den Iran freigegeben. Teheran wusste das und hat uns trotzdem angegriffen. Das Königreich verurteile die Attacken auf das Schärfste.“(23)

Aufgrund chinesischer Vermittlungen kam es nach ersten diplomatischen Annäherungen in den letzten Jahren zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zu einem Abkommen, das als historisch galt. Diese Annäherung dürfte nun hinfällig sein. Momentan schießt der Iran auf alle Länder mit US-Militärbasen im näheren Umkreis.(24)

Auch China kritisiert die USA. Das chinesische Außenministerium erklärt:

„Die Vereinigten Staaten sind die größte Quelle von Chaos im internationalen nuklearen System.“(25)

Der Iran ist für China der größte Öllieferant. Auch Venezuela war für China ein wichtiger Öllieferant.

Deutsche Reaktionen auf den Krieg

Am Samstagabend, den 28. Februar 2026 meldete sich der Nius-Chefredakteur, Julian Reichelt in einer Sondersendung zu den Israel-Angriffen zu Wort. Reichelt bewertete den Angriff hier wie folgt:

„Für Millionen Menschen […] ist es ein Anlass zur Freude und zur Hoffnung. Wir sehen bewegende Bilder aus dem Iran, Menschen die dort auf den Straßen tanzen, während um sie herum amerikanische und israelische Bomben einschlagen. Wir sehen solche Bilder aber auch aus all den Städten, in denen das tapfere großartige Volk Exil und Zuflucht gefunden hat. […] Die Hoffnung ist groß, dass dieses blutrünstige und monströse Regime der schlimmste Terrorsponsor, den es auf der Welt in den letzten Jahrzehnten gegeben hat, fällt. Nur eine ist traurig, Annalena Baerbock. Die hat sich gerade geäußert. Die hat nämlich diesen Angriff von der amerikanischen und israelischen Luftwaffe schwer verurteilt und Amerikaner und Israelis aufgefordert, diese Angriffe einzustellen. Friedrich Merz, der Bundeskanzler ist da etwas differenzierter. Er verurteilt vor allem und vornweg, wie es sich gehört, das iranische und islamistische Regime. Fordert dann aber auch, dass man wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren möge. Das, meiner Meinung nach, hat mit der Realität, die wir in den letzten 12 Stunden erlebt haben, rein gar nichts mehr zu tun. Es wird keine Verhandlung mehr mit diesem Regime geben. Dieses Regime befindet sich im Endkampf.“(26)

Der deutsche Bundeskanzler, Friedrich Merz erklärte in seiner Rede zur Lage im Iran am Sonntag, den 1. März 2026:

[...] Das Mullah-Regime ist ein Terrorregime, das für die Jahrzehnte währende Unterdrückung des iranischen Volkes verantwortlich ist. […] Das Regime bedroht den Staat Israel in seiner Existenz, und das Regime ist verantwortlich für den Terror der Hamas und der Hisbollah.“

Weiter fügt er hinzu:

„Die iranischen Nuklear- und Raketenprogramme bedrohen Frieden und Sicherheit. Irans wahllose Angriffe auf direkte Nachbarn und die Golfstaaten destabilisieren die gesamte Region. […] Die Bundesregierung teilt deshalb die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt. […] Mit den Vereinigten Staaten und Israel teilen wir das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes aufhört und die gefährliche nukleare und ballistische Aufrüstung gestoppt wird. Die Militärschläge sollen das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden. Über diese gesamten Entwicklungen werde ich am Dienstag in Washington mit Präsident Trump sprechen.“(27)

Michael Lüders, stellvertretender Bundesvorsitzender des BWS erklärte in seinem Artikel in der Berliner Zeitung vom 28. Februar 2026, dass es sich eindeutig um einen israelischen völkerrechtswidrigen Angriff gegen den Iran handelt.(28) Bisher gibt es auf der offiziellen Seite des BSW noch kein Statement zu dem USA/Israel-Angriff. Jedoch gab die Partei Bündnis Sahra Wagenknecht einen Tag vor dem Angriff ein Statement ab. In diesem heißt es u. a. wörtlich:

„Das Bündnis Sahra Wagenknecht verurteilt jede Nutzung US-amerikanischer Militärbasen in Deutschland (z. B. Ramstein, Spangdahlem oder Grafenwöhr) für logistische, operative oder militärische Unterstützung eines Krieges gegen die Islamische Republik Iran als völkerrechtswidrigen Verstoß gegen die UN-Charta (Art. 2 Abs. 4: Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt) und die Souveränität Deutschlands. Solche Basen dürfen nicht als Ausgangspunkt für Angriffskriege dienen, die die Zivilbevölkerung im Iran treffen und eine Eskalation im Nahen Osten fördern.“ Des Weiteren „lehnt [die Partei] die Nutzung von US-Militärbasen für Kriege im Nahen Osten ab und weist auf den Parteibeschluss vom 19. Juni 2025 hin, der bereits ein Verbot der Unterstützung israelischer Angriffe gegen den Iran fordert.“

Weiter heißt es:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich für eine diplomatische Initiative einzusetzen, die einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahen Osten befördert, Waffenlieferungen an Konfliktparteien stoppt und den Iran von der Liste der Sanktionsstaaten streicht, um Dialog zu ermöglichen und eine weitere Verschlechterung der Lage der Bevölkerung im Iran zu verhindern.“(29)

Die AfD-Spitzenkandidaten der größten Oppositionspartei der Bundesrepublik, Alice Weidel und Tino Chrupalla äußerten sich am Samstag auf der offiziellen Webseite der Partei wie folgt:

„Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und der USA auf den Iran zur Kenntnis genommen. Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen geschützt bleiben. Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.“(30)

Bereits im Juni 2025 äußerte sich die AfD-Partei ausführlicher zu dem Konflikt. Sie erklärte auf ihrer offiziellen Webseite unter anderem:

„Die AfD-Fraktion steht entschieden hinter dem Existenzrecht Israels. Israel hat ein legitimes Recht auf Sicherheit. Eine iranische Atombombe wäre eine Gefährdung des Staates Israel, der regionalen Stabilität sowie des europäischen Kontinents. Der Iran hat ein Recht auf die friedliche, ausschließlich zivile Nutzung der Kernkraft. Der Iran muss aber seine Nuklearanlagen und Nuklearforschungseinrichtungen für unabhängige internationale Organisationen sowie für diplomatische Missionen westlicher Staaten öffnen, um seine Behauptung zu untermauern, nicht an der Herstellung von Kernwaffen zu arbeiten. Israel wäre in seinem Vorgehen gegen den Iran dann gerechtfertigt, wenn die Herstellung iranischer Nuklearwaffen absehbar bevorstünde. Die israelische Regierung ist im Sinne der Transparenz gefordert, alle Fakten, die belegen, dass eine Bedrohung Israels durch das iranische Atomprogramm vorliegt, der internationalen Öffentlichkeit schnellstmöglich – unter Wahrung der Sicherheit seiner Quellen – zu präsentieren.“(31)

Folgen des Krieges?

Da es sich mit dem Angriff von Israel und den USA auf den Iran um den ersten Krieg handelt, den Christen und Juden gemeinsam gegen Muslime führen, steigt die Terrorgefahr in den christlichen Ländern, in denen sich viele Muslime aufhalten, so der Journalist und Autor, Tom-Oliver Regenauer. Dazu gehört allen voran ganz Europa.(32)

Die österreichische Nachrichtenplattform, AUF1 berichtete bereits am Montag, den 2. März 2026 von einem möglichen ersten islamischen Terroranschlag in den USA. Laut Berichten von Fox News soll der 53-jährige Schütze, der auf eine Bar in Texas schoss, ein Unterhemd mit der iranischen Flagge getragen haben.(33)

Kommentar

Auch, wenn es Israel und den USA offenkundig nicht um einen Regimewechsel geht, damit im Iran endlich Demokratie und Freiheit herrscht, wie es das Nius-Portal immer wieder zu betonen versucht, muss noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, dass ein wirklicher nachhaltiger Regimewechsel nur aus dem eigenen Volk heraus passieren kann. Den Völkern etwas von außen bzw. von oben aufzwingen zu wollen, funktioniert weder beim Gendern noch bei einem Regimewechsel.

Man kann sich ziemlich sicher sein, dass dieser Fakt sowohl Israel als auch den USA bekannt ist. Wenn es also nicht um einen Regimewechsel im Iran geht und auch nicht darum, dem Volk Freiheit und Demokratie zu schenken, worum geht es dann?

Nun, zum einen kann man sich durchaus mal die Frage stellen, wie Politiker, die selbst in keinem Land leben, in dem eine echte Freiheit des eigenen Volkes herrscht, diese aber einem Land versprechen, dessen Kultur sie nicht kennen oder verstehen? Es gibt auf dieser Erde nicht ein einziges Land und nicht einen einzigen Kontinent, der ein wahrhaftiges freies Volk beherbergt. Dieses Volk wäre souverän und selbstbestimmt. Es hätte keinen Anführer, Politiker, König und keine Partei, die dem Volk sagt, was es tun darf und was nicht.

Idealerweise hätten die Menschen dieses Volkes ein Gefühl in sich, was man tun sollte oder nicht. Sie wüssten es aus sich heraus, denn sie hätten den Zugang zu sich selbst und der Natur nicht verlernt. Diese Menschen bräuchten keine Regeln und keine Bibel, die ihnen sagt, wie man miteinander umgeht. Sie wüssten, dass es falsch ist, jemanden zu bestehlen, zu schlagen, zu töten. Sie würden einander wahrhaft zuhören, verstehen und einander helfen.

In dieser Welt in der die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen erfüllt wäre, gäbe es keinen Neid, keine Gier und keine Macht über andere. Es gäbe nicht einmal den Drang dazu. In diesem Zusammenhang müsste vielleicht noch hinzugefügt werden, dass mit dem Wort Grundbedürfnisse nicht nur die gemeint sind, die man in der Schule lernt. Denn hier sind nicht mal im Ansatz alle enthalten.

Der Mensch hat nicht nur die Grundbedürfnisse zu trinken, zu essen und zu atmen. Der Mensch hat das Grundbedürfnis, geliebt zu werden und zu lieben, sich geborgen und sicher zu fühlen und sich selbst zu verwirklichen. Etwas zu schaffen mit seiner eigenen Kraft und seinen eigenen Fähigkeiten. Etwas zu tun, was ihn erfüllt. Sind all diese Bedürfnisse erfüllt, hat der Mensch keinen inneren Drang nach Macht, Gier und Neid.

Nun, kommen wir zu den wahren Gründen des Krieges zwischen Israel/USA und dem Iran. Bei genauerer Betrachtung ist zunächst festzustellen, dass der israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanyahu bereits seit 1995 dem Iran den Krieg erklärt hat.(34)

Nur hat er offensichtlich bis zum 28. Februar 2026 niemanden gefunden, der diesen auch tatsächlich umsetzt. Es scheinen mehrere Faktoren eine Rolle bei diesem Krieg zu spielen. Zum einen, dass der US-Dollar immer mehr an Wert verliert. Zum anderen gehen den USA die Ölreserven aus. Letzteres erklärt auch den kürzlich erfolgten völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela.(35)

Und der Iran ist im Besitz von sehr viel Öl. Die USA haben bereits eine sehr lange Vorgeschichte darin, Kriege zu beginnen, um an das Öl aus anderen Ländern zu gelangen. Bereits die Kriege zwischen den USA und Libyen, Afghanistan sowie dem Irak galten einzig und allein dem Ziel, das dortige Öl für die USA nutzen zu können. Auch hier war der vorgeschobene Grund, den Menschen dort Freiheit und Demokratie zu schenken. Was übrig geblieben ist, sind Terrororganisationen, die die Länder nun regieren und Menschen, die noch unfreier leben als zuvor.(36)

Da der Iran sich jedoch bisher geweigert hat, die westlichen Spielchen mitzuspielen, blieb den USA nun nichts anderes mehr übrig, als erneut die Freiheit eines unterdrückten Landes zu versprechen, um an sein geliebtes Öl zu gelangen. Dass die Menschen tatsächlich im Iran unterdrückt werden, ist bekannt. Jedoch kann dies nicht als Grund genommen werden, um diese unfreien Menschen auch noch zu töten, denn genau darauf läuft der Krieg nun hinaus. Laut Michael Lüders wird nun der Iran dem Erdboden gleich gemacht werden und unschuldige Menschen werden sterben, nur, weil die USA unrechtmäßig an das Öl gelangen wollen.(37)

Was momentan nicht thematisiert wird, ist, dass am Freitag, den 27. Februar 2026 ein Krieg zwischen Afghanistan und Pakistan ausgebrochen sein soll.(38) Dies verschärft zusätzlich die Kriegssituation in einer Welt, in der man das Gefühl bekommt, dass wir bereits mitten im 3. Weltkrieg sind. Denn mit Zypern ist im Irankonflikt nun auch ein EU-Mitgliedsstaat direkt involviert.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://de.rt.com/kurzclips/video/271758-peskow-russland-analysiert-ergebnisse-us/; https://t.me/auf1tv/18189

(2) https://www.wsj.com/world/middle-east/u-s-and-israel-exact-heavy-toll-on-irans-leaders-8320addf

(3) https://t.me/auf1tv/18174

(4) https://t.me/auf1tv/18161

(5) https://t.me/auf1tv/18168; https://t.me/auf1tv/18169

(6) https://www.aljazeera.com/news/2026/3/2/british-military-base-in-cyprus-targeted-in-suspected-drone-attack

(7) https://t.me/auf1tv/18183

(8) https://t.me/auf1tv/18178

(9) https://de.rt.com/kurzclips/video/271717-irans-aussenminister-niemand-kann-uns/#

(10) https://www.deutschlandfunk.de/israel-greift-weitere-ziele-in-teheran-an-iran-lehnt-verhandlungen-mit-den-usa-ab-100.html; https://t.me/auf1tv/18208

(11) https://t.me/auf1tv/18170

(12) https://www.youtube.com/watch?si=PUL56pyiJqLcaexQ&v=WA_QUaHT6Wk&feature=youtu.be; https://www.youtube.com/watch?v=f2Kqv3tDHOU; https://www.deutschlandfunk.de/israel-greift-weitere-ziele-in-teheran-an-iran-lehnt-verhandlungen-mit-den-usa-ab-100.html

(13) https://t.me/auf1tv/18171

(14) https://t.me/auf1tv/18191

(15) https://t.me/auf1tv/18184?single; https://t.me/auf1tv/18210

(16) https://www.whitehouse.gov/articles/2026/03/peace-through-strength-president-trump-launches-operation-epic-fury-to-crush-iranian-regime-end-nuclear-threat

(17) https://tass.com/world/2091953

(18) https://www.youtube.com/watch?v=f2Kqv3tDHOU

(19) https://t.me/auf1tv/18148

(20) https://t.me/auf1tv/18194

(21) https://brics.br/en/about-the-brics

(22) https://t.me/auf1tv/18222

(23) https://t.me/auf1tv/18168

(24) https://t.me/auf1tv/18168

(25) https://t.me/auf1tv/18158

(26) https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=moyPmXLUyJE

(27) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kanzler-statement-naher-osten-2409172

(28) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/michael-lueders-die-entscheidung-den-iran-anzugreifen-fiel-schon-vor-monaten-li.10021685

(29) https://bsw-vg.de/beschluss-des-bsw-parteivorstands-zum-iran

(30) https://afdbundestag.de/lage-im-nahen-osten-erfuellt-uns-mit-sorge/

(31) https://afdbundestag.de/positionierung-zum-israelisch-iranischen-krieg/

(32) https://www.youtube.com/watch?v=f2Kqv3tDHOU

(33) https://t.me/auf1tv/18221

(34) https://www.youtube.com/watch?v=f2Kqv3tDHOU

(35) https://www.n-tv.de/politik/Der-US-Angriff-auf-Venezuela-hat-rechtlich-keine-Basis-id30199797.html

(36) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/michael-lueders-die-entscheidung-den-iran-anzugreifen-fiel-schon-vor-monaten-li.10021685

(37) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/michael-lueders-die-entscheidung-den-iran-anzugreifen-fiel-schon-vor-monaten-li.10021685

(38) https://www.dw.com/de/offener-krieg-zwischen-pakistan-und-afghanistan/a-76152167

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Iran-Israel-USA Krieg

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