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Gestern — 21. April 2026

„Wir haben mit keinem anderen westlichen Land eine solche Partnerschaft wie mit Deutschland gehabt.“

21. April 2026 um 12:30

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Russlands Botschafter Sergej Netschajew diskutierte am 17. April 2026 im ausverkauften Berliner „Theater Ost“ in einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Verständigung zwischen Ost und West: Mehr Diplomatie wagen“ gemeinsam mit Gabriele Krone-Schmalz und Petra Erler. Tilo Gräser moderierte die Veranstaltung. Der Botschafter erinnerte an die engen und positiven Verbindungen zwischen Deutschland und Russland vor der „Zeitenwende“ und rief die Zuhörer dazu auf, optimistisch zu bleiben.

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Auch die Frage einer Mitverantwortung Russlands an der Konfrontation wurde diskutiert. Der Botschafter erklärte die Hintergründe aus seiner Sicht. Gabriele Krone-Schmalz, ehemalige ARD-Korrespondentin in Moskau, kritisierte auch die Ideologisierung der Medienlandschaft und erinnerte an das Schicksal des Berliner Journalisten Hüseyin Doğru. Petra Erler, ehemalige Staatssekretärin für Europafragen, verwies auf die Verantwortung der EU für die konfrontative Russlandpolitik und die Gefahr, abweichende Meinungen im Rahmen der EU-Sanktionspolitik fast wie Kriegsverbrechen zu behandeln. Dann ging es um die Kontroversen zur Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg und die Pflege der Kriegsgräber und sowjetischen Ehrenmale. Die Diskutierenden machten auch konkrete Vorschläge für Beiträge der Bevölkerung zu Entspannung und Völkerverständigung. Die Diskussion verstand sich als Beitrag zu Frieden und Diplomatie in diesen schwierigen Zeiten.

Titelbild: NachDenkSeiten; Video und Foto: Valeri Schiller

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„Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“ – ja, im Interesse der Rüstungsindustrie


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Kriegstüchtig heißt: Es betrifft alle – die einen früher, die anderen später. Das verdeutlicht ein weiteres Mal eine aktuelle Nachricht. Der Chef des Reservistenverbandes will die Altersgrenze für Reservisten anheben. „Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“, so Bastian Ernst gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der 39-jährige CDU-Politiker, der bei den Rüstungsunternehmen Rheinmetall und Dynamit Nobel Defence tätig war, sagte: „Das Renteneintrittsalter steigt ja auch sonst. Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden.“ Medien quer durch die Republik greifen das Interview auf – wieder einmal bleibt eine kritische Einordnung aus. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Vorstoß des Chefs des Reservistenverbandes ist politisch. Er passt zur politischen Linie, das Land kriegstüchtig zu machen. Das müssen Journalisten erkennen – und mit der entsprechend gebotenen Kritik berichten. Stattdessen ist zu beobachten: Spiegel, Tagesspiegel, ntv, Bild und viele weitere Medien berichten lediglich nachrichtlich – eine kritische Einordnung und Kommentierung fehlt weitestgehend. Ein von den Füßen auf den Kopf gestellter Journalismus kommt zum Vorschein. Die Abwesenheit von Kritik steht in einem krassen Gegensatz zu dem Verhalten der Medien, das sonst zu beobachten ist.

Bei unliebsamen politischen Themen und Meinungen überschlagen sich Medien gleich reihenweise vor lauter „Einordnung“. Wir alle wissen: Was als „journalistische Pflicht“ dem Mediennutzer verkauft wird, ist oft genug nichts Anderes als die politisch opportune Weltanschauung – journalistisch verpackt. Das Etikett „umstritten“, das Medien oft genug jedem in ihrer „Berichterstattung“ ankleben, der die „falsche“ Meinung hat, zeugt davon.

Bei der Nachricht, die Altersgrenze für Reservisten anzuheben, findet sich keine kritische Einordnung – und schon gar kein Empörungsgetue.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Selbst die ungeheuerlichsten „Nachrichten“ vermelden Medien vordergründig „neutral“ im Nachrichtenstil – sofern diese Informationen im Sinne der vorherrschenden Politik sind. Die vorherrschende Politik ist derzeit: das Land kriegstüchtig zu machen. Medien ziehen, von Ausnahmen abgesehen, mit. Die Politik forciert weiter einen Kurs der Militarisierung. Journalisten schießen nicht quer, sondern schieben die Politik der Aufrüstung und Konfrontation mit an – direkt durch publizistischen Applaus, indirekt durch Ignoranz und Feigheit.

Dabei bieten die Äußerungen des Chefs des Reservistenverbandes wahrlich genug Raum für Kritik.

Wer spricht da überhaupt?

Da spricht einer, der aus der Rüstungsindustrie kommt. Da spricht einer, der bei Rheinmetall war und bei Dynamic Defense Nobel den Posten des Head of Business Development Digital innehatte.

Da spricht ein mit einem Alter von 39 Jahren noch zumindest relativ junger CDU-Politiker über das, was Alte angeblich noch leisten können (sollen).

Da sagt ein Politiker wie selbstverständlich, dass das Renteneintrittsalter ja auch steige, weshalb auch eine Erhöhung des Reservistenalters „Sinn“ ergebe.

Da sagt ein CDU-Mann im Hinblick darauf, wie man an die Reservisten rankommen könne: „Da wird man mit den Einwohner-Meldeämtern zusammenarbeiten müssen – selbst wenn das Datenschutz-Probleme aufwirft.“

Da sagt Ernst, ohne funktionierende Reservisten werde es „eng mit der Abschreckung“, und gewiss fordert der Ex-Mitarbeiter der Rüstungsindustrie eine „adäquate“ Ausstattung der Soldaten mit „Uniformen, Fahrzeuge und weiterem Material“.

Alleine diese Aussagen und Hintergründe würden bei einer im demokratischen Sinne funktionierenden Presse die Tastaturen glühen lassen. Von der grundlegenden Sinnfrage dieses Vorstoßes ganz zu schweigen.

Warum braucht es angeblich eine „Abschreckung“? Wie kommt der CDU-Abgeordnete dazu, von einer Erhöhung des Rentenalters auf die Erhöhung des Alters der Reservisten zu schließen? Ergibt das eine nicht so wenig Sinn wie das andere, zumindest, wenn das Wohl der Bürger im Vordergrund steht?

Warum ist überhaupt ein Politiker, der bei der Rüstungsindustrie war, nun Chef des Reservistenverbandes?

Wie kann es sein, dass Ernst hier von einer „Zusammenarbeit“ mit den Meldebehörden spricht, „selbst wenn das Datenschutz-Probleme aufwirft“?

Journalisten, die an dieser Stelle schlafen, haben vermutlich noch nicht verstanden: Das Vorhaben Kriegstüchtigkeit wird auch ihre Kinder, ihnen nahestehende Menschen und am Ende sie selbst betreffen.

Titelbild: Mo Photography Berlin / Shutterstock

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Berlin: NOlympia-Bündnis startet Volksbegehren gegen Olympiabewerbung

21. April 2026 um 11:00

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Auf den ersten Blick könnte man den Eindruck gewinnen, Berlin sei so etwas wie das Zentrum der direkten Demokratie. Quasi permanent gibt es diverse Initiativen für Volksbegehren mit dem Ziel, die Landesregierung zur Übernahme der formulierten Forderungen zu bewegen oder andernfalls einen Volksentscheid darüber anzustreben. Derzeit laufen Unterschriftensammlungen für die eher merkwürdigen Kampagnen „Berlin autofrei” und „Berlin werbefrei“. Viele dieser Initiativen scheitern auf dem Weg zu einem Volksentscheid an den relativ hohen Zulassungshürden, andere haben bei dem Plebiszit entweder das Beteiligungsquorum verfehlt oder keine Mehrheit erhalten, aber einige waren durchaus erfolgreich. Wie etwa die Volksentscheide zum Verbot der Randbebauung des ehemaligen Flughafens Tempelhofs und zuletzt für die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände im September 2021, der aber vom Senat schlicht nicht umgesetzt wurde. Von Rainer Balcerowiak.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Am Mittwoch (22. April) präsentiert sich nach akribischer Vorbereitung eine neue Volksinitiative, und die Chancen, dass diese erfolgreich verläuft, stehen ziemlich gut. Das Bündnis “„NOlympia“ startet an diesem Tag mit einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus ab 11 Uhr offiziell die Sammlung der für die erste Stufe eines Volksbegehrens notwendigen 20.000 Unterschriften, was angesichts der bereits im Vorfeld erkennbaren breiten Unterstützung für die Forderungen keine sonderlich hohe Hürde sein sollte. Ist dieses Quorum erreicht, muss sich das Abgeordnetenhaus mit dem Anliegen beschäftigen. Führt dies zu keinem akzeptablen Ergebnis, kann die 2. Stufe gezündet werden, für die dann 177.000 Unterschriften gesammelt werden müssten. Wenn auch das gelingt, könnte es zu einem Volksentscheid kommen.

Berlin ist pleite und kaputt, aber die Party soll weitergehen

Mit dem Begehren wird der Berliner Senat aufgefordert, „die von ihm beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereichte Bewerbung Berlins um die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044 unverzüglich zurückzuziehen”. In der Kurzbegründung heißt es: „Die Bewerbung und Durchführung von Olympischen Spielen durch die Stadt Berlin würde finanzielle, materielle, personelle, ökologische und kulturelle Ressourcen der Stadt binden, die dringend für die Bewältigung anderer Aufgaben und Herausforderungen gebraucht werden.“

In der Tat mutet der bereits im vergangenen Jahr gefällte Beschluss des Berliner Senats, sich offiziell für die Spiele zu bewerben, einigermaßen grotesk an. Denn die strukturell hochverschuldete Stadt pfeift etwa in Bezug auf Infrastruktur, Wohnungsmarkt und Armutsentwicklung auf dem letzten Loch, woran sich angesichts der anstehenden massiven Kürzungen im Landeshaushalt auch wenig ändern wird – im Gegenteil. Sich angesichts dieser Ausgangslage das neben der Fußball-WM teuerste und korrupteste Großevent der globalen Profisport-Branche in die Stadt holen zu wollen – koste es, was es wolle -, ist schlicht ein Stück aus dem Tollhaus.

Zunächst müsste sich die Hauptstadt im nationalen Auswahlverfahren durchsetzen, denn auch München, Hamburg und die Köln-Rhein-Ruhr-Region haben sich um die Ausrichtung der Spiele beworben. Dort endeten am Sonntag die Briefwahl-Bürgerentscheide in den 17 Kommunen, die für die Bewerbung als Austragungsorte vorgesehen sind. Wahlberechtigt waren rund 4 Millionen Bürger, von denen sich rund 1,4 Millionen beteiligten. In allen Städten gab es mehr oder weniger deutliche Mehrheiten für die Bewerbung. In Herten wurde allerdings das Mindestquorum von 15 Prozent Wahlbeteiligung nicht erreicht, für die dort geplanten Mountainbike-Wettkämpfe soll zeitnah ein neuer Standort benannt werden, möglicherweise im benachbarten Recklinghausen.

In Hamburg steht die Bewerbung noch auf der Kippe. Dort wird es am 31. Mai ein von der Landesregierung angesetztes Referendum zur Olympiabewerbung geben. Auch in der Hansestadt gibt es ein recht breit aufgestelltes NOlympia-Bündnis, das derzeit mittels einer Volksinitiative durchsetzen will, dass die Argumente der Olympiagegner in die Wahlunterlagen zum Referendum aufgenommen werden. Laut den aktuellen Umfragen ist nicht mit einer Mehrheit für die Olympia-Bewerbung zu rechnen. Bereits 2015 war eine von der Landesregierung geplante Bewerbung am Votum der Bevölkerung gescheitert.

Aber München hat kräftig vorgelegt. Denn am 26. Oktober 2025 stimmten die Wähler bei einem Bürgerentscheid mit satten 66,4 Prozent für eine Bewerbung der bayrischen Landeshauptstadt. Was wiederum der Berliner Senat und der von ihm als Olympia-Beauftragter berufene Sportmanager Kaweh Niromaand seitdem als „Ansporn“ verstehen, die eigenen Bemühungen zu verstärken. So setzt Niromaand auf einen „umfassenden Dialog mit der Stadtgesellschaft“. Als Vorteile von Berlin sieht er – und das ist leider kein Witz – das Berliner Verkehrsnetz und die städtische Infrastruktur.

In dieses Horn bläst auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU): „Die Begeisterung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland ist groß. Olympia gehört aber nach Berlin. Keine andere deutsche Stadt steht so sehr für Internationalität, für Begeisterung und Leidenschaft für Sport“, so Wegner im rbb. Zudem habe man „die Erfahrung, die Infrastruktur und die Menschen“, um die Spiele erfolgreich auszurichten. Für die erste Phase der Bewerbung wurden schon mal 6 Millionen Euro lockergemacht, während gleichzeitig viele wichtige soziale Projekte angesichts der Kürzungsvorgaben des Senats vor dem Aus stehen – von maroden Turnhallen und Sportplätzen für den Breitensport ganz zu schweigen. Ohnehin macht Berlin ja derzeit weniger als „Sportstadt” von sich reden, sondern eher als Metropole der bröselnden Brücken, der chaotischen Verhältnisse bei S- und U-Bahnen und der dramatischen Wohnungslosigkeit, die laut offiziellen Zahlen des Senats von derzeit knapp 60.000 bis 2030 auf voraussichtlich knapp 100.000 Betroffene ansteigen wird.

Viel Zuversicht bei Berliner Olympiagegnern

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird voraussichtlich am 26. September die finale Entscheidung treffen, mit welcher Stadt bzw. Region Deutschland in die internationale Bewerbung um die Spiele gehen wird. Ein Timing, das bei den Protagonisten der Berliner NOlympia-Kampagne für mehr als nur verhaltene Zuversicht sorgt. Denn der DOSB wird wohl kaum das Risiko eingehen wollen, mit einer Stadt in die Bewerbung zu ziehen, in der sich ein möglicherweise erfolgreicher Volksentscheid gegen Olympia anbahnt. Zumal kurz vor der Entscheidung auch die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus stattfinden und es eher unwahrscheinlich ist, dass der derzeit amtierende Pro-Olympia-Senat aus CDU und SPD danach weiterregieren kann.

Zum Lager der Berliner Olympia-Befürworter gehören neben CDU und SPD (mit Ausnahme der Jusos) noch die AfD, die (allerdings weitgehend bedeutungslose) FDP, die großen Wirtschaftsverbände, der Landesportbund und merkwürdigerweise der Sozialverband Volkssolidarität. Dagegen positioniert haben sich die Linke und die Grünen, beide unterstützen auch offiziell das NOlympia-Bündnis. Beim BSW war und ist die eigene Haltung umstritten. Einige, auch führende Vertreter haben sich für die Bewerbung ausgesprochen, andere explizit dagegen. Im Entwurf für das Landeswahlprogramm steht eine eher lauwarme Ablehnung einer Bewerbung „unter den jetzigen Bedingungen“, aber eine direkte Unterstützung für das Volksbegehren gibt es nicht.

Zu den bisherigen offiziellen Unterstützern des Bündnisses zählen neben den genannten Parteien unter anderem auch alle größeren Natur- und Umweltverbände, die Berliner Mietergemeinschaft (BMG e.V.) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Und es ist laut den Initiatoren damit zu rechnen, dass es im Zuge der jetzt startenden Kampagne noch deutlich mehr werden, vor allem aus dem Bereich der Sozialverbände und der Gewerkschaften. Dort haben bereits mehrere Untergliederungen entsprechende Beschlüsse gefasst.

Aber jetzt heißt es erst mal schnell und fleißig Unterschriften zu sammeln. Beteiligen wird sich daran auch so manch „NOlympia-Veteran“, der bereits in den frühen 1990er-Jahren dabei war, als es um die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele im Jahr 2000 ging. Zwar konnte die von zahlreichen Skandalen begleitete Bewerbung nicht verhindert werden, denn Volksentscheide auf Landesebene gab es damals noch nicht. Doch die Protestbewegung gegen Olympia sorgte für mächtigen Budenzauber, was auch den Hohen Herren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht verborgen blieb. Am 23. September 1993 um 16:34 Uhr verkündete IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch dann in Monte Carlo die von vielen ersehnte Entscheidung: „And the winner is Sydney”. Nur 9 der 88 IOC-Mitglieder hatten Berlin ihre Stimme gegeben. Leider gibt es keine validen Schätzungen der in den darauffolgenden Minuten knallenden Sektkorken in der Hauptstadt. Doch es werden sehr viele gewesen sein.

Titelbild: peter jesche/shutterstock.com

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„Ahnungslos oder frech?“ – O-Töne zu „Tankrabatt“-Plänen der Bundesregierung

21. April 2026 um 10:00

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Mit ihren Vorschlägen, wie die Bürger angesichts der steigenden Spritpreise entlastet werden könnten, hat die Bundesregierung eine riesige Welle von Empörung ausgelöst. Kritik war dabei nicht nur von der Opposition, sondern auch aus den Reihen der Koalition zu vernehmen. Schlimmer noch: Kanzler Merz wurde schnell dabei ertappt, faktisch dieselbe „Tankrabatt“-Idee verkaufen zu wollen, für die er selbst, 2022 noch als Spitzenfigur der Opposition, die Regierung von Olaf Scholz angeprangert hatte. Eine neue Ausgabe der O-Töne. Zusammenfassung von Valeri Schiller.


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Sarna Röser, Unternehmerin, am 15. April 2026

„Da wacht man heute Morgen auf und ist immer noch am Kopfschütteln. Ich frage mich: Hat man in Berlin eigentlich nichts gehört? Wir reden gerade von einer Situation in Deutschland, in der alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmeldet. Und die Unternehmer wissen nicht mehr, ob sie ihre Mitarbeiter überhaupt noch halten können, ob sie in den nächsten sechs Monaten noch da sind. Und die Bundesregierung kommt gerade in so einer Situation mit der Idee um die Ecke, ‚Ihr dürft jetzt pro Mitarbeiter noch 1.000 Euro Krisenbonus drauflegen.‘ Freiwillig, ist klar. Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: Das ist keine Entlastung, das ist eine Frechheit.“

(Quelle: WELT , ab Minute 0:23)


Bundeskanzler Friedrich Merz am 13. April 2026

„Wir werden die Energiesteuer, das ist die Mineralölsteuer, bei Diesel und Benzin um circa 17 Cent pro Liter für zwei Monate senken. Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die Betriebe im Land verbessern und vor allem für diejenigen, die vor allem aus beruflichen Gründen sehr viel mit dem Auto unterwegs sind. Das gilt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch für die Betriebe, die Mineralölsteuer betrifft alle.“

(Quelle: WELT, ab Minute 2:59)


Jörg Zajonc, RTL West Chef, am 15. April 2026

„Keine 24 Stunden hielt die Entlastung. 17 Cent weniger sollten es sein bei der Energiesteuer. Jetzt sind es plötzlich nur noch gut 14 Cent, denn man müsse ja noch die Umsatzsteuer draufrechnen. So aber rechnen nur Kaufleute, keine Privatmenschen. Ich weiß gar nicht, was das ist: ahnungslos oder frech. Beides ist schlimm und zeigt, wie es um unser Land steht: nicht gut, und das ist noch höflich ausgedrückt. Aber doppelt gemoppelt hält besser. Also kommt gleich Aufreger Nummer zwei hinterher: 1.000 Euro steuerfrei für Arbeitnehmer – zahlt aber nicht der Staat, zahlen sollen die Arbeitgeber, sagt die Regierung.“

(Quelle: RTL.de, ab Minute 0:03)


Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche am 11. März 2026

„Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die Häufigkeit der Preisänderungen einzuschränken, und uns dabei am sogenannten österreichischen Modell orientiert. Tankstellen dürfen nur einmal am Tag ihre Preise für Kraftstoffe erhöhen. Dagegen sind Preissenkungen jederzeit zulässig.“

(Quelle: BR24, ab Minute 4:51)


Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, am 16. April 2026

„Vor gut einem Monat hatten Sie ja schon mal so eine richtig brillante Idee. Da haben Sie gesagt, dass die Spritpreise nur einmal am Tag erhöht werden dürfen. Das haben Sie sich damals von Österreich abgeschaut. Und Österreich hat, und das ist so toll, das kann ich mir überhaupt nicht ausdenken, just an dem Tag, an dem Sie uns mit diesem Vorschlag beglückt haben, verkündet: Naja, diese Maßnahme, die bringt so ziemlich gar nichts.“ (…)

„Aber von den gleichen HeldInnen, die diesen Hit gelandet haben, kommt jetzt ein bisschen Tankrabatt und 1.000 Euro Krisenbonus – also vielleicht, für manche. Haben Sie da auch so ein Déjà-vu wie ich? Das klingt so ein bisschen nach einem Aufguss der Ampelmaßnahmen von 2022. Sie, Herr Merz, damals waren Sie ja noch Möchtegern-Bundeskanzler, nannten das übrigens ‚Flickwerk‘. Ich muss sagen, das trifft es ziemlich genau. Und dass Sie das jetzt auch noch schlecht kopieren, das ist wirklich das Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit.“

(Quelle: Phoenix, ab Minute 0:23 und ab Minute 0:56)


CDU-Fraktionschef Friedrich Merz am 28. Juni 2022

„Ich befürchte, dass die Bundesregierung innenpolitisch das gleiche Flickwerk fortsetzt, das sie in den letzten Wochen gezeigt hat. Wir haben diesen 300-Euro-Tankrabatt oder Klima-Rabatt gehabt, oder Klima-Zahlung. Das scheint sich jetzt fortzusetzen mit dem nächsten Vorschlag, den der Bundeskanzler macht, indem er die Tarifvertragsparteien einlädt, sich da auf solche Einmalzahlungen einzulassen. Ich halte das Ganze nicht für wirklich ausgegoren, das ist kein Konzept, das ist wirklich Flickwerk.“

(Quelle: ZDF Heute, ab Minute 7:31)


Katharina Dröge, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, am 16. April 2026

„Was ist das für eine Schnapsidee? Ausgerechnet die Neuauflage des Tankrabatts, die schon von Christian Lindner krachend vor die Wand gefahren wurde. Ausgerechnet diese wollen Sie jetzt wieder auflegen und fahren mit Vollgas noch einmal vor dieselbe Wand?“

(Quelle: Phoenix, ab Minute 1:31)


Titelbild: Screenshots WELT, RTL West, BR24, Phoenix, ZDF

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„Kriegsprofiteure in den Redaktionsstuben“: Julian Röpcke (BILD) wechselt zu ukrainisch-deutschem Drohnen-Hersteller


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Nachdem er in seiner Rolle als Redakteur bei der BILD-Zeitung massiv für die Bewaffnung der Ukraine getrommelt hat, wechselt Julian Röpcke demnächst zu einer ukrainisch-deutschen Waffenschmiede, die genau diese Bewaffnung verkauft. Bis dahin will er weiter so tun, als sei er ein unabhängiger Journalist. Diese Farce sagt viel über die deutsche Medienlandschaft. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

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Julian Röpcke, der elf Jahre für die BILD-Zeitung gearbeitet hat, wechselt zu einem ukrainisch-deutschen Drohnen-Fabrikanten. Das hat der bei BILD zuletzt als „leitender Redakteur Sicherheitspolitik und Konflikte“ beschäftigte Röpcke am Montag auf seinem X-Account erklärt. Dort schreibt er:

„In eigener Sache, da mich dazu heute zahlreiche Anfragen erreicht haben: Es trifft zu, dass ich @BILD noch in diesem Jahr verlassen werde. Ich selbst wollte das jedoch erst in einigen Monaten bekannt geben, um mich bis dahin weiter voll auf die journalistische Arbeit am #Lagezentrum und darüber hinaus konzentrieren zu können. Was ansteht, ist der Wechsel zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer, der seit 2023 operiert und zu den größten Lieferanten für die Ukraine gehört. Das Unternehmen entwickelt Lösungen, die bei den Streitkräften der Ukraine wesentlich zur Verteidigung des Landes beitragen. Das Unternehmen betreibt seine Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz seiner Mitarbeiter in Deutschland und der Ukraine bewusst zurückhaltend, daher ist eine zeitnahe Nennung des Firmennamens nicht vorgesehen. Dass ich BILD nach mehr als elf Jahren im Unternehmen sehr dankbar bin, versteht sich von selbst. Mehr dazu, wenn es soweit ist. Zurück zur Arbeit.”

Röpcke will einfach weiter so tun, als sei er unabhängig …

Halten wir fest: Ein einflussreicher Medienakteur hat mit seinen Berichten auch die hiesige Stimmung bezüglich Waffenlieferungen an bzw. Waffenproduktionen mit der Ukraine beeinflusst. Nun wechselt er zu einer Fabrik, die genau die Waffen herstellt, für deren Akzeptanz er als Medienschaffender (mindestens indirekt) getrommelt hat. Außerdem sagt Röpcke ganz offen, dass er diesen massiven Interessenkonflikt gerne geheimgehalten hätte, um sich bis zu dem Wechsel zur Rüstungsschmiede „weiter voll auf die journalistische Arbeit konzentrieren“ zu können. Will er also bis zu seinem mutmaßlich dann nahtlosen Wechsel weiterhin die Rolle des „unabhängigen“ Berichterstatters vorgaukeln, der keine persönlichen Interessen verfolgt?

Dreister kann man journalistische Prinzipien wie Distanz, Unabhängigkeit und Vermeidung von persönlichen (möglicherweise gar finanziellen) Interessenkonflikten nicht missachten – so sieht es aber heute teilweise aus mit dem Berufsethos mancher Medienschaffender in Deutschland. In der Politik gibt es für solche Situationen immerhin eine Karenzzeit.

„Ich will das Drecksregime in Blut und Asche untergehen sehen“

Andererseits passt sowohl sein Wechsel zur Waffenfabrik als auch sein Umgang mit dem Bekanntwerden des Schrittes gut zu Röpcke: Er kannte beim Thema Ukrainekrieg noch nie seriöse Distanz, hat sich immer schon leidenschaftlich für die ukrainische Kriegspartei engagiert – insofern kann der geplante Wechsel und das Verhalten dazu nicht wirklich überraschen. Bereits 2024 hat Röpcke breitbeinig verkündet:

„Was ich mir wünsche: Dass Russlands Armee so dramatisch an Menschen und Material verliert, dass der Wahnsinnige im Kreml seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine endlich beendet – und wenn möglich kurz darauf gestürzt wird. Also: Verwechselt nicht Objektivität mit Neutralität. Ich bin nicht neutral. Ich will das Drecksregime in Blut und Asche untergehen sehen. Besser heute als morgen.”

Warum eine solche Tirade zwar nicht neutral, aber doch „objektiv“ sein sollte, müsste Röpcke nochmal erklären. Und er könnte dann auch gleich erklären, ob er sich bei all den (mit keiner Kriegspartei oder Waffenschmiede direkt verbundenen) Menschen entschuldigen möchte, denen von pro-ukrainischen Propagandisten indirekt vorgeworfen wurde, „im Dienste Russlands“ zu stehen, nur weil sie sagen, dass man den Ukrainekrieg im Vorfeld leicht hätte verhindern können. Denn wer stellt sich denn nun tatsächlich in den (mutmaßlich gut bezahlten) Dienst einer der Kriegsparteien bzw. eines ihrer Rüstungskonzerne, Herr Röpcke?

Perspektivische berufliche Angebote können theoretisch bereits lange vor dem tatsächlichen Wechsel innere Gefolgschaft oder gar direkte Gefälligkeiten auslösen, sie können also unter Umständen auch als eine Form der Korruption bezeichnet werden. Einen früheren Einblick in sein Seelenleben offenbarte Röpcke mit folgenden Äußerungen von 2022, die das Medium Express zitiert:

„Die ukrainische Armee hat auch diesen Angriff zurückgeschlagen und Hunderte Russen zu Dünger gemacht.“

Auf die sprachliche Verrohung, die aus solchen Sätzen spricht, sind die NachDenkSeiten damals in diesem Artikel eingegangen. Und eine so radikal parteiische Haltung zugunsten der Ukraine hatte die ukrainische Führung dann auch bereits 2022 zu würdigen gewusst: In dem Jahr bekam Röpcke gemeinsam mit Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt den ukrainischen Verdienstorden verliehen, wie Medien berichteten. Der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, gratulierte: „Durch Eure mutige Berichterstattung habt Ihr der Bundesrepublik die Augen eröffnet, dass dieser Krieg jeden Deutschen betrifft“, schrieb er damals an Röpcke. Poschardt habe dazu beigetragen, dass die deutsche Ampel-Koalition die Ukraine mit Waffenlieferungen unterstütze. Hier würdigt eine Kriegspartei ganz offen, wie die angesprochenen Journalisten die deutsche Politik in ihrem Sinne beeinflusst habe.

„Kriegsprofiteure in den Redaktionsstuben!“

Röpcke hat sich nun, nach Bekanntwerden seines Wechsels zur Waffenschmiede, anscheinend für eine sture Flucht nach vorne entschieden, um den peinlichen Verdacht abzumildern, ein indirekter (mutmaßlich auch finanzieller) Profiteur seiner eigenen „journalistischen“ Arbeit sein zu können. So hat er die oben zitierte antirussische Tirade aktuell noch einmal selber in Erinnerung gerufen.

Der BSW-Politiker Fabio de Masi ist auf seinem X-Account auf die Causa Röpcke eingegangen:

„Kriegsprofiteure in den Redaktionsstuben! Dieser BILD-‚Journalist‘ hat dem BSW immer wieder Putin-Nähe unterstellt, weil wir den Abnutzungskrieg kritisierten! Nun wird bekannt er wechselt zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer. Zuvor will er aber noch weiter für BILD berichten. Alles was man über den Zustand des deutschen Journalismus im Bereich der Sicherheitspolitik wissen muss. Es trieft vor Interessenkonflikten!”

In den Kommentaren unter dieser Äußerung schäumen entsprechend so manche Fanboys des ukrainischen Regimes. Anscheinend müssen sie durch unflätige Formulierungen gegen de Masi kompensieren, dass nun ihr Held Röpcke genau das macht, was sie dem BSW immer fälschlich unterstellen: Dass er künftig Geld von der Waffenschmiede einer Kriegspartei bekommt.

Titelbild: Screenshot/Bild

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Alles wieder ruhig um das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz


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Nach der Aufregung Anfang April um das neue Wehrdienst-Modernisierungsgesetz und insbesondere die neu eingeführte Pflicht aller deutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren, sich Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen zu müssen, ist es wieder ruhig um das Thema geworden. Aber zu Unrecht. Ein Kommentar von Maike Gosch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Kurz zur Erinnerung: Das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ trat zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft und führte die verpflichtende Musterung für junge Männer ab Jahrgang 2008 erstmals seit der Abschaffung der Wehrpflicht wieder ein. Ziel des Gesetzes war es, auf diese Art Freiwillige für einen massiven zahlenmäßigen Ausbau der Truppe (von ca. 180.000 aktuell auf bis zu 270.000 Soldatinnen und Soldaten) zu finden. Ein zunächst übersehener Passus – den dankenswerter Weise die aufmerksame Frankfurter Rundschau Anfang April entdeckte – regelt darüber hinaus, dass männliche Personen ab der Vollendung des 17. Lebensjahres auch ohne Vorliegen eines Spannungs- oder Verteidigungsfalles zukünftig verpflichtet sind, Auslandsaufenthalte, die länger als drei Monate dauern, vorab beim zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr genehmigen zu lassen. Dieser massive Grundrechtseingriff, insbesondere in die Reisefreiheit, führte nach dem verspäteten Bekanntwerden zu einer großen Empörungswelle. Auch international wurde das Thema diskutiert, so berichteten der Guardian und die BBC darüber. Plötzlich wurde es sehr konkret für die männliche Bevölkerung und ihre Familien. Und da die Regelung besonders für bürgerliche und akademische Kreise relevant war, (Auslandsjahr, Auslandsstudium, Sabbatical), war der Gegenwind für die Politik erheblich.

Zunächst war viel von einem handwerklichen Fehler des Gesetzgebers die Rede, der diese Rechtsfolge nicht beachtet hatte, als er viele Regelungen, die bisher nur für den Spannungs- und Verteidigungsfall galten, durch das neue Gesetz als auch in Friedenszeiten für anwendbar erklärte.

Wie der Jurist Matthias Kneissl in der Legal Tribune Online aus der Entstehungsgeschichte der ursprünglichen Norm zur Ausreisegenehmigung im Wehrpflichtgesetz ableitet, ist aber eine solche Genehmigungspflicht nur im Rahmen einer bestehenden Wehrpflicht sinnvoll und legitimiert:

Die Genehmigungspflicht wurde ausdrücklich als Instrument der Wehrüberwachung konzipiert. Ihr Zweck bestand darin, die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit der Wehrpflichtigen im Rahmen einer aktiven Wehrpflicht sicherzustellen. Die Vorschrift war damit funktional an das Bestehen einer tatsächlich vollzogenen Wehrpflicht geknüpft. In einem System, in dem, wie gegenwärtig, lediglich ein freiwilliger Wehrdienst besteht und keine Einberufung erfolgt, entfällt der Überwachungszweck, der die Genehmigungspflicht ursprünglich legitimierte. Die unveränderte Übernahme dieser Regelung in das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz ist vor diesem Hintergrund systematisch fragwürdig. Sie schreibt eine Maßnahme vor, deren sachliche Rechtfertigung unter den gegenwärtigen Bedingungen weitgehend entfallen ist.“

Das ist das Problem, wenn man versucht, in Zwischenschritten eine Wehrpflicht einzuführen, ohne offen zugeben zu wollen, dass man es tut – dann kommt es leicht zu solchen Baufehlern. Angelehnt an den Spruch „Ein bisschen schwanger gibt es nicht“, könnte man hier sagen: „Ein bisschen Wehrpflicht geht nicht.“

Aufgrund der großen Empörungswelle ruderte das Bundesministerium für Verteidigung schnell zurück. Aber anstatt das Gesetz zu ändern, griff man zu einem Vorgehen, das nur auf den ersten Blick eine befriedigende Lösung des Problems darstellt:

Am 9. April 2026 erließ das Bundesministerium für Verteidigung eine Allgemeinvorschrift, nach der Männer, die aufgrund von § 3 Abs. 2 S. 1 Wehrpflichtgesetz (WPflG) einer solchen Genehmigungspflicht unterliegen, wieder von dieser ausgenommen werden.

Verteidigungsminister Pistorius beruhigte die Gemüter: „Derzeit ändert sich für die Männer nichts: Ob 17 oder 45 Jahre oder dazwischen – alle dürfen selbstverständlich verreisen und brauchen derzeit dafür auch keine Genehmigung“. Das doppelte „derzeit“ zeigt dabei schon, wohin die Reise (!) geht.

Seitdem ist es wieder ruhig um das Thema geworden und in der Berichterstattung wird so getan, als hätte sich das Thema damit praktisch erledigt.

Ich halte dieses Vorgehen aber weiterhin für problematisch, denn das Gesetz bleibt durch die Allgemeinverfügung unverändert. Vor allem kann die pauschale Erlaubnis im Falle einer veränderten Sicherheitslage leicht widerrufen werden. Denn eine Allgemeinverfügung ist gerade kein Gesetz und kann daher vom Bundesministerium für Verteidigung jederzeit ohne großen Aufwand widerrufen oder geändert werden. Es genügt hierfür eine politische Entscheidung. Das heißt, der „Schutz“ vor der massiven Einschränkung der Reisefreiheit ist nur sehr schwach und kann wieder aufgehoben werden, und zwar – und das ist entscheidend – ohne das Parlament zu involvieren und auch, ohne dass ein Spannungs- oder Verteidigungsfall vorliegt.

Hier werden also nach und nach die Grenzsteine verschoben und Grundrechte gesetzlich massiv eingeschränkt – und dann wird in der Kommunikation dazu den Bürgern über das Vorgehen, die Entwicklung und die Rechtslage Sand in die Augen gestreut.

Ich glaube daher auch nicht mehr an ein Versehen oder einen handwerklichen Fehler – wie ich es zunächst wohlwollend annahm. Denn wenn es sich um einen solchen handelt, warum dann das Gesetz nicht entsprechend korrigieren? Oder will man das „Fass“ nicht wieder „aufmachen“, nachdem man im letzten Jahr das Modernisierungsgesetz so erfolgreich und schnell durch Bundestag und den Bundesrat gebracht hat?

Wie dem auch sei, die Einschränkung der Reisefreiheit bleibt weiterhin wie ein Damoklesschwert über den deutschen Männern hängen, und die Regierung hat den rechtlichen und tatsächlichen Spielraum für ihre Kriegsvorbereitung noch einmal vergrößert.

Laut einer aktuellen Umfrage ist Friedrich Merz der unbeliebteste (demokratisch gewählte) Regierungschef der Welt – zusammen mit dem französischen Präsident Emmanuel Macron. Danach sind 75 Prozent der Deutschen unzufrieden mit seiner Arbeit. Laut einer Umfrage von Forsa, die Ende März/Anfang April durchgeführt wurde, sind dies sogar 78 Prozent der Deutschen.

Die Menschen in Deutschland, insbesondere die hier besonders betroffenen jungen Menschen, zeigen berechtigterweise immer größere Skepsis gegenüber der geopolitischen Einschätzung der Bundesregierung und den darauf basierenden Entscheidungen wie die massive Aufrüstung und die Bemühungen um „Kriegstüchtigkeit“ durch Verstärkung der Bundeswehr. Durch solche Manöver, wie die um die Ausreisegenehmigung, wird das Vertrauen der Bevölkerung immer weiter zerstört.

Titelbild: DesignRage / Shutterstock

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Krieg im Kopf, Diplomatie unerwünscht: über einen Tweet des Außenministers


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„Putin testet tagtäglich unsere Entschlossenheit. Er will unsere Demokratien beschädigen“ – das sind die Worte von Johann Wadephul, veröffentlicht in einem mehrteiligen Tweet auf der Plattform X am vergangenen Freitag. Umrahmt von militärischen Bildern, sind die Aussagen Dokument einer deutschen Politik, die sich in ihrem eigenen Feindbild verrannt hat – und daran regelrecht festhalten will. Die Schlussfolgerung drängt sich auf: Auf der politischen Ebene herrscht Krieg im Kopf. In den Aussagen Wadephuls ist der Konfrontationskurs Programm. Für Entschärfung, Entspannung und Diplomatie ist in einer Sprache, die das Feindbilddenken in jedem Satz erkennen lässt, kein Platz mehr. Die NachDenkSeiten dokumentieren kommentierend den Thread. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

#Russland testet die @NATO immer wieder – auch unter der Schwelle eines bewaffneten Angriffs: Sei es durch Eindringen von Drohnen ins Baltikum, durch Provokationen in der #Ostsee oder durch staatlich gesteuerte Desinformation, die unseren Zusammenhalt schwächen soll. 1/4

So beginnt der erste Tweet eines vierteiligen Threads auf der Plattform X, den Johann Wadephul am Freitag veröffentlicht hat. Unter diesen Zeilen befinden sich vier Fotos von Bundeswehrsoldaten, die in Litauen stationiert sind.

Allein die ersten Zeilen des Tweets lassen tief blicken. Doch der Reihe nach.

Provokation, Gegenprovokation, Test, Gegentest: Reibereien in Grenzbereichen zwischen Russland und der NATO sind kein neues Phänomen – Wadephul spricht das nicht an.

Ein Eindringen in den Luftraum des Gegners, Militärflüge, Abfangmanöver: Sie sind seit über 70 Jahren ein Stück Realität. Genauso wie im Ostseebereich – man denke nur etwa an die U-Boot-Jagden in den 70er- und 80er-Jahren oder an das Incidents at Sea Agreement (INCSEA) aus dem Jahr 1972, das die USA und die Sowjetunion genau aus dem Grund schlossen, weil es immer wieder zu wechselseitigen Vorfällen auf dem Wasser kam.

Damals wie heute gilt: Bei Vorfällen dieser Art geht es um gegenseitige Aufklärung, es geht um bewusste Grenzprovokationen und nicht zuletzt auch Abschreckung. Diese Vorgehensweisen praktizieren sowohl Russland als auch die NATO seit Jahrzehnten. Im Kalten Krieg waren immer wieder Scheinangriffe zu beobachten, es ging um das An- und Austesten des Gegners. Es war und ist das altbekannte Katz-und-Maus-Spiel zwischen NATO und Russland. Die Taktzahl und Intensität des Austestens, der Scheinangriffe, der Provokationen war schon immer auch bestimmt von der Anspannung oder Entspannung der geopolitischen Lage. Nach 1991, also in Zeiten der Annäherung zwischen Ost und West, entspannte sich das „Katz-und-Maus-Spiel“. Ab 2014 mit dem Tauziehen zwischen Russland und dem Westen um die Ukraine nahmen auch die Provokationen in der Luft und auf See wieder zu.

Wichtig zu wissen ist:

Diese Reibereien zwischen Russland und NATO im Luftraum gibt es tatsächlich. Sie können allerdings oft nicht so einfach ohne weitere Recherchen unabhängig verifiziert werden. Das gilt vor allem auch für die genauen Gründe für die jeweiligen „Zwischenfälle“.

Und, besonders wichtig: Bei diesen Vorkommnissen gibt es nicht nur einen handelnden Akteur. Sowohl Russland als auch die NATO testen sich wechselseitig aus.

Wadephul zeigt mit dem Finger nur auf Russland. Diese Einseitigkeit lässt darauf schließen, dass hier Propaganda eine Rolle spielt.

In dem Tweet fällt noch etwas anderes auf. Selbst wenn diese Vorwürfe gegenüber Russland der Wahrheit entsprechen: Was sollen diese Feststellungen des, sagen wir: obersten Diplomaten der Bundesrepublik?

Politisch sind Aussagen wie diese unklug – wenn man denn an Diplomatie und an einer Deeskalation interessiert ist. Auch wenn der Außenminister das Verhalten Russlands anprangert, müsste an irgendeiner Stelle sprachlich deeskaliert und Möglichkeiten der Verständigung angesprochen werden. Das bleibt aus. In keinem der vier Tweets findet sich auch nur im Ansatz eine Art „offene Tür“ der Diplomatie.

Hinzu kommt: Wadephul spricht von „staatlich gesteuerter Desinformation, die unseren Zusammenhalt schwächen soll“. An dieser Stelle geht es in die Tiefen der Propaganda.

Richtig ist: Staaten mischen sich aus diversen Gründen in die Angelegenheiten anderer Staaten ein. Diese Einmischung geschieht offen, aber auch verdeckt. Insbesondere die Manipulation der Bevölkerung steht dabei oft im Vordergrund (man denke nur an die sogenannten „Farbenrevolutionen“ und die damit verbundenen massiven Einmischungen von außen). Auch hier gilt festzuhalten: Russland hat ein Interesse, Einfluss auf westliche Bevölkerungen auszuüben – so wie auch die NATO-Staaten ein Interesse daran haben, Einfluss auf die russische Bevölkerung auszuüben. Erneut wird deutlich, wie einseitig der Außenminister hier gegenüber der Öffentlichkeit spricht.

Die Rede ist davon, dass „unser“ „Zusammenhalt“ „geschwächt“ werden soll.

Wer hier mit „unser“ gemeint ist, unterliegt der Interpretation. Wadephul kann damit nur die NATO meinen, aber auch den Zusammenhalt der deutschen Bevölkerung sowie den Zusammenhalt der Bevölkerungen der anderen NATO-Staaten.

Eine altbekannte Propagandamethode kommt zum Vorschein: Ein angeblich existierendes „Kollektiv“, das angeblich zusammenhält, wird als von außen durch einen Feind bedroht dargestellt.

Allein durch das Aussprechen dieser angeblichen Tatsache wird versucht, auf der manipulativen Ebene zweierlei zu bewirken. Der angebliche Zusammenhalt soll gestärkt und das Feindbild verfestigt werden.

Schmutzig ist die Propaganda, weil hier auf tief in die Menschen eingeschriebene psychologische Verhaltensweisen gezielt wird, die sie in ihrem Wesen als „Gruppenzugehörige“ ansprechen. Fast schon reflexhaft neigen Menschen dazu, jene „Gruppe“, der sie angehören, zu verteidigen. Antriebe werden aktiviert und Reaktionsweisen kommen zum Vorschein, die sich oft der rationalen Ebene entziehen.

Dies ist mit der Grund, warum Politiker im Kampf gegen einen äußeren Feind versuchen, Einheit zu beschwören. Der einzelne Staatsbürger soll am besten seinen Verstand ausschalten und am besten nur noch im Programm evolutionspsychologischer Verhaltensweisen agieren.

Runtergebrochen lautet die veranschlagte Formel: Angriff auf Gruppe = Kampf!

Dass ein deutscher Außenminister im Jahr 2026 auf diese Weise kommuniziert, sagt sehr viel über den Zustand der deutschen Außenpolitik aus.

Der nachfolgende Tweet baut auf den gesetzten Propagandagrundstein auf.

#Putin testet tagtäglich unsere Entschlossenheit. Er will unsere 🇪🇺Demokratien beschädigen. Er will unsere Unterstützung der #Ukraine brechen – und Angst verbreiten. Auch durch völlig inakzeptable Drohungen gegen 🇩🇪. Für uns ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern. 2/4

Nun folgt, was in der Propaganda wichtig ist: Personalisieren. Ein vager, unbestimmter Feind ist aus propagandistischer Sicht durchaus brauchbar. Aber noch besser ist es, wenn ein Feind konkret benannt werden kann.

„Putin“ – hier ist der Feind. Und dieser Feind ist nicht statisch, nein, er ist in Bewegung (größere Gefahr). Er macht etwas. Er „testet“, und zwar „testet“ er „unsere“ „Entschlossenheit“. Und nicht nur das, Putin will auch noch „unsere“ „EU-Demokratien“ „beschädigen“. Er will „unsere“ „Unterstützung“ „brechen“, er will „Angst verbreiten“.

In propagandistischer Manier setzt sich die Einseitigkeit der Erzählung fort.

Hier Putin, der „testen“, „beschädigen“, „brechen“ und „Angst verbreiten“ will, da „wir“, die voller „Entschlossenheit“ sind, die „unterstützen“ und die sich „nicht einschüchtern“ lassen werden.

Wer in diesem Bild den schwarzen und wer den weißen Hut trägt, versteht sich von selbst.

Diese Sprache hat nichts – wirklich nichts mehr! – mit einer Politik zu tun, die einer auf Frieden und Deeskalation bauenden Demokratie gerecht wird. Was soll das für eine Politik sein als eine Politik des Feindbildaufbaus?

Unsere Präsenz im #Baltikum ist eine notwendige und richtige Antwort auf eine reale Bedrohung durch #Russland. Wir bleiben fest verankert in der #NATO. Wir arbeiten daran, die Lasten neu zu verteilen und noch mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit zu übernehmen. 3/4

Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Wadephul ausdrücklich sagt, es handele sich um eine „reale Bedrohung“. Unaufhörlich sind Aussagen dieser Art immer wieder auch von anderen deutschen Politikern und ergebenen „Experten“ zu hören. Immer wieder warnen sie vor den „realen“ Gefahren durch Russland.

Um eine Art „Gegenprobe“ zu machen: Wenn es im Sommer 40 Grad heiß ist, spricht die Politik auch nicht ständig davon, dass es „real“ heiß ist – das spürt einfach jeder.

Wäre Russland der böse, Deutschland bedrohende Feind: Man müsste es der Bevölkerung nicht ständig ohne Unterlass sagen.

Wadephul spricht auch davon, dass „wir“ daran arbeiten würden, die „Lasten neu zu verteilen“ und „noch mehr Verantwortung“ zu übernehmen.

Für diese Aussagen braucht es keine hermeneutische Analyse. Konkret bedeuten sie: Deutschland wird noch tiefer und weiter in den Ukraine-Krieg verstrickt, gigantische Summen fließen in die Rüstung, und parallel heißt es, die Axt an den Sozialstaat anzusetzen:

Merz-Regierung plant massive Einschnitte für Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung (Frankfurter Rundschau)

Danke an die Kameraden der 18. Rotation der @mnbg_lithuania & die Panzergrenadierbrigade 41. Ihre Entschlossenheit, Stärke & unbedingter Wille zur Verteidigung unseres Bündnisses sind unverzichtbar. Es war mir eine Ehre, heute in #Neubrandenburg zu ihnen sprechen zu dürfen. 4/4

Im letzten Tweet gebraucht Wadephul Begriffe, die im militärischen Bereich immer wieder ihre propagandistische Aufladung erfahren.

„Entschlossenheit“, „Stärke“, „unbedingter Wille zur Verteidigung“, „Ehre“: Wenn ein Politiker mit Begriffen dieser Art hantiert, ist Vorsicht geboten. Wie vielen Politikern sind derartige Wörter schon – mit reichlich Pathos – aus dem Mund geflossen, während die „Entschlossenheit“, die „Stärke“, die „Ehre“ und der „unbedingte Wille zur Verteidigung am Ende für die Soldaten bedeutete, zerfetzt von Granaten auf dem Schlachtfeld zu liegen. Hinzu kommt: Sollten Soldaten der Bundeswehr tatsächlich einmal in die Situation gebracht werden, wo sie mit „Entschlossenheit“ und „Stärke“ in einem Krieg Russland gegenüberstehen, dann wäre eine katastrophale Politik der Grund.

Für die Geschichtsbücher: Da hat der Außenminister im April 2025 gesagt, „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“ – und jetzt spricht er von „Entschlossenheit“, „Stärke“, dem „unbedingten Willen zur Verteidigung“ und „Ehre“ in Richtung der Bundeswehrsoldaten.

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Hinweise des Tages

21. April 2026 um 06:46

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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Deutschland-Ukraine: Warum diese Partnerschaft?
  2. Regime Change im Himmelreich
  3. Apartheid in den besetzten Gebieten und Israel – Teil 1
  4. Die Standpauke des Pedro Sanchez
  5. „Ein Partner zerstört nicht meine Pipeline“ – Interview der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung mit mir
  6. „Nicht der Kaiser der Welt“
  7. Baut VW bald chinesische Autos in seinen Werken?
  8. Wie viel Wasser das Rechenzentrum verbraucht? Ist ein Geheimnis.
  9. Chef der Betrugsbekämpfung: EU-Rüstungsausgaben sind “Magnet für Kriminelle”
  10. Prozess gegen Lafarge-Chefs: die große Heuchelei
  11. Reservistenverband fordert Anhebung der Altersgrenze auf 70 Jahre
  12. Vom Vernichtungskrieg ins Klassenzimmer: Die wahre Geschichte der Jugendoffiziere
  13. Koalitionsstreit: Droht die Bafög-Reform vorerst zu scheitern?
  14. Ministerpräsident Söder will an den Kündigungsschutz ran
  15. Warum sich die Verfassungsänderung gegen die AfD richtet

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Deutschland-Ukraine: Warum diese Partnerschaft?
    Deutschland vereinbart eine strategische Partnerschaft mit der Ukraine. Warum eigentlich? […]
    Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft pochte der ukrainische Präsident Selensky auf einer Pressekonferenz auf eine vollwertige Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in der NATO. Sein Land brauche weder ein „EU-light“ noch eine „NATO-light“. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein ukrainischer Amtskollege Mychailo Fedorow unterzeichneten die Vereinbarungen über die aufgeführten Waffensysteme und zusätzlich einen Vertrag über die Finanzierung einer Lieferung von „mehreren Hundert Patriot-Raketen“.
    Quelle: Jürgen Hübschen auf Overton Magazin

    Anmerkung unserer Leserin S.B.: Fico, der Präsident der Slowakei, sagte kürzlich in einer Rede, Selenskyj beherrsche die EU. „Gefühlt“ kann ich ihm nur zustimmen. Was hier an Hilfe vereinbart wurde, lässt mich daran zweifeln, dass Deutschland überhaupt an einem Frieden interessiert ist.

  2. Regime Change im Himmelreich
    Geht es nach Donald Trump, so hat Jesus in der Gegenwart einen würdigen Nachfolger gefunden: ihn selbst.
    „Stellvertreter Christi auf Erden“ — mit diesem Anspruch sind Päpste in der Geschichte oft aufgetreten. US-Präsidenten gaben sich meist damit zufrieden, „God’s own country“ in ständiger Funkverbindung mit dem Herrn zu regieren. Nicht so Donald Trump: Der inszenierte sich in einer bekannt gewordenen KI-Grafik als Heiland — eine Mischung aus Heilpraktiker und Heilsbringer, aufgemotzt durch visuellen Schwulst. Ich, Donald, bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Die Angst, lächerlich wirken zu können, scheint den MAGA-Berserker nicht anzufechten. Sind diese peinlichen Vorgänge für uns überhaupt relevant? Nun, es kann mal passieren, dass ein älterer Herr austickt. Dafür aber gibt es Psychiatrien und Medikamente. Hat der Patient dagegen Macht und sind alle Kontrollinstanzen in seinem Land zahnlos geworden, so ist höchste Gefahr im Verzug. Der Atomkoffer in den Händen eines Kindes mit akut schizophrenem Schub. Fast niemand mehr in den USA und außerhalb tritt dem offensichtlich verwirrten US-Präsidenten entgegen. Da ist die beherzte Kritik, die ausgerechnet von Papst Leo kam, lobenswert.
    Quelle: Manova
  3. Apartheid in den besetzten Gebieten und Israel – Teil 1
    Die jüngste Gesetzesänderung zur Todesstrafe ist ein weiterer Beleg für Israels Apartheid. Dr. Arne Andersen legt in diesem zweiteiligen Beitrag dar, dass dies lediglich die Spitze des Eisbergs eines längst bestehenden Systems darstellt. Im ersten Teil befasst sich der Autor mit der systematischen Diskriminierung und Vertreibung von Palästinensern in der Westbank. Sein 2024 erschienenes Buch »Apartheid in Israel – Tabu in Deutschland?« ist neuerdings auch in englischer Übersetzung erhältlich.
    Quelle: etos.media
  4. Die Standpauke des Pedro Sanchez
    Bundespräsident Steinmeier bezeichnet den Irankrieg als völkerrechtswidrig, Spaniens Regierungschef Sanchez wird grundsätzlich.
    Unabhängig davon, ob, wann und wie der Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu Ende geht oder ob er sich weiter ausbreitet: Der Angriff ist klar völkerrechtswidrig. Doch die Staatsspitzen der EU- und der Nato-Staaten haben ihn nie als solchen bezeichnet; eine klare juristische Verurteilung ist bisher ausgeblieben. Stattdessen übt man sich in diplomatischer Zurückhaltung und spricht höchstens Warnungen vor einer Eskalation aus. Es gibt aber zwei bemerkenswerte Ausnahmen: den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez.
    Quelle: Infosperber
  5. „Ein Partner zerstört nicht meine Pipeline“ – Interview der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung mit mir
    Wird es gerechter – gerade in Ostdeutschland?
    Ich glaube nicht. Viele leben hart an der Kante, ohne Beamtenstatus und ohne große Arbeitgeber. Steigende Kosten treffen Existenzen. Psychologisch kommt das Gefühl hinzu: Es gibt keine verlässliche Richtung. Nicht dieses „Wir arbeiten hart, wissen, wo wir in zehn Jahren stehen“. Das Gegenteil. Junge Leute spüren schlechtere Aussichten. Löhne im Osten sind rund 20 Prozent niedriger, Vermögen konzentriert sich. „Geld arbeitet“ nicht – Menschen arbeiten. Diese alte Klassenanalyse drängt sich auf. Ich sage: Das Geld ist da – für Bildung, Renten, verlässliche Gesundheitsversorgung. Es steckt nur an der falschen Stelle. […]
    Ihnen und Ihrer Partei wird eine generelle USA-Skepsis vorgeworfen. Ist dem so?
    Wir wollen die Verbindung – aber partnerschaftlich. Nord Stream war für mich ein Vertrauensbruch, nachdem Joe Biden angekündigt hatte, die Pipeline werde im Falle eines russischen Angriffs „aufhören zu existieren“. Ein Partner zerstört nicht meine Energiesouveränität. Trump ist unberechenbar, Mittelstreckenraketen in Deutschland wären fatal. Aber es liegt nicht nur an Trump: Auch unter Biden sehe ich problematische Kontinuitäten. Viel wichtiger sind aber deutsche Politiker, die nicht alles mit sich machen lassen. Strategisch sollte sich Deutschland stärker dem eurasischen Raum und den BRICS-Staaten zuwenden.
    Quelle 1: Nico Rudolph (BSW Sachsen)
    Quelle 2: Ostdeutsche Allgemeine (Bezahlschranke)
  6. „Nicht der Kaiser der Welt“
    Deutschland und Brasilien bauen ihre Kooperation aus und nehmen neue gemeinsame Projekte insbesondere auf dem Rohstoffsektor sowie in der Rüstungsbranche in den Blick. Dies ist ein Ergebnis der Gespräche, die Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Brasiliens Präsident Luis Inácio Lula da Silva am gestrigen Montag in Hannover führten. Unter anderem wird Brasiliens Marine, die schon vier Fregatten bei dem deutschen Kriegsschiffbauer TKMS in Auftrag gegeben hat, vier weitere Exemplare kaufen. Den Rahmen der Verhandlungen bildeten die Hannover Messe, deren diesjähriges Gastland Brasilien ist, sowie die dritten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen. Ursache für die Intensivierung der Zusammenarbeit ist nicht zuletzt, dass US-Präsident Donald Trump Brasília massiv unter Druck setzt. Zum einen fordert er exklusiven Zugriff auf die Vorräte des Landes an Seltenen Erden. Zum anderen sucht seine Regierung direkten Einfluss auf die Präsidentschaftswahl in Brasilien im Oktober zu nehmen. Lula ist um Rückendeckung gegen die US-Übergriffe bemüht, plädiert explizit für Multilateralismus und protestiert: „Trump wurde nicht zum Kaiser der Welt gewählt.“
    Quelle: German Foreign Policy
  7. Baut VW bald chinesische Autos in seinen Werken?
    Während chinesische Autobauer immer stärker nach Europa drängen, bringt Niedersachsens Ministerpräsident Lies eine ungewöhnliche Option ins Spiel. Er regt an, den Bau chinesischer Autos bei VW zu prüfen.
    Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies spricht sich dafür aus, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen. Man könne nicht verhindern, dass chinesische Autobauer verstärkt in den europäischen Markt drängen, sagte der SPD-Politiker der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Für ihn stehe aber auch im Fokus, die Beschäftigung in deutschen VW-Werken zu sichern und Produktionsstätten auszulasten. “Wir müssen für die Beschäftigten eine Antwort finden, wie das gelingen kann.”
    Der Regierungschef, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, sagte der Zeitung weiter, bald kämen neue Modelle auf den chinesischen Markt, die VW in China sowohl mit chinesischen Partnern als auch allein entwickelt habe. “Da stellt sich ganz automatisch die Frage, welche Perspektiven sich daraus ergeben und ob man auch in Europa zusammenarbeiten könnte”, sagte Lies.
    Quelle: n-tv
  8. Wie viel Wasser das Rechenzentrum verbraucht? Ist ein Geheimnis.
    Europa will mehr Rechenzentren. Welche Folgen haben sie für die Umwelt? Die EU-Kommission weiß das. Aber es bleibt geheim – auch wegen Microsoft-Lobbyisten.
    Rechenzentren sind die Orte, an denen künstliche Intelligenz (KI) entsteht. Um in dem Wettrennen um die Technologie mitzuhalten, sollen in Europa immer mehr davon gebaut werden. Gleichzeitig brauchen die riesigen Hallen voller Computerchips enorm viel Platz und Energie.
    Wie viel genau? Und wie effizient gehen sie mit dieser Energie um? Es wäre für die öffentliche Debatte entscheidend, solche Details über europäische Rechenzentren zu erfahren. Die Informationen gibt es sogar. Aber sie bleiben unter Verschluss – weil Techkonzerne es so wollen. Das zeigt eine Recherche, die von dem europäischen Journalistenteam Investigate Europe koordiniert wurde und mit Partnern wie der ZEIT europaweit erscheint.
    Die Geheimhaltungspflicht, die in der Europäischen Union gilt, stammt demnach fast wortgleich von Microsoft und der Lobbyvereinigung DigitalEurope, der unter anderem Amazon, Google und Meta angehören. Sie möchten offenbar nicht, dass die Öffentlichkeit weiß, welche Auswirkungen ihre Rechenzentren auf die Umwelt haben.
    Quelle: Zeit Online

    Anmerkung Christian Reimann: Wenn es um US-Interessen zulasten der eigenen Bevölkerung geht, haben insbesondere die deutsche Präsidentin der EU-Kommission und der BlackRock-Kanzler bisher keine Probleme zu erkennen gegeben. Transparenz ist auch bei anderen Fragen nicht immer erwünscht – z.B. bei den Pfizer-SMS. Vermutlich ist es auch reiner Zufall, dass die EU Deutschland den Industriestrompreis “genehmigt” hat.

  9. Chef der Betrugsbekämpfung: EU-Rüstungsausgaben sind “Magnet für Kriminelle”
    Die von der EU für den Bau von Waffenfabriken und die Beschaffung militärischer Ausrüstung vorgesehenen Milliarden Euro seien ein “Magnet für Kriminelle”, warnte Petr Klement, Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF).
    Die EU-Verteidigungsindustrie habe Probleme mit “Manipulation bei öffentlichen Ausschreibungen, überhöhten Preisen, Klientelismus und Korruption”, sagte Klement laut einem Bericht der Financial Times vom Montag.
    Brüssel drängt auf einen raschen Ausbau des Militärs, finanziert durch Kredite in Höhe von rund 150 Milliarden Euro, die auf einen hypothetischen Krieg mit Russland vorbereiten sollen. Moskau bezeichnet Brüssels Kriegshysterie als Ablenkungsmanöver von den sinkenden Lebensstandards in der EU, die auf falschen Behauptungen über eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung durch Russland beruhen.
    Quelle: RT DE

    Anmerkung Christian Reimann: Korruption in der EU – das ist nichts Neues: “So läuft es seit Jahrzehnten”. Mit dem deutschen Militär dürfte die deutsche Präsidentin der EU-Kommission immer noch bestens vertraut sein. Erinnert sei an das System McLeyen bei der Bundeswehr. Und wegen der Pfizer-SMS hatte auch die EU-Staatsanwaltschaft gegen von der Leyen ermittelt. Inzwischen kann gefragt werden, ob sich die Ukraine an die EU anpassen soll oder ob die Anpassung nicht vielmehr umgekehrt vollzogen wird. Jedenfalls haben Korruption und Beteiligung an Nord-Stream-Sprengung keinen Einfluss auf Ukraine-Hilfe der Bundesregierung.

  10. Prozess gegen Lafarge-Chefs: die große Heuchelei
    Der Westen hat in Syrien islamistische Terrorgruppen unterstützt, um Assad zu stürzen. Kein Magistrat eines NATO-Staates musste sich dafür jemals verantworten. Jetzt werden in Paris ein paar Manager eines Zement-Unternehmens ins Gefängnis geschickt, weil sie den gleichen Extremisten Schutzgeld zahlten, damit ein Zementwerk in Syrien weiterarbeiten konnte.
    Quelle: Globalbridge
  11. Reservistenverband fordert Anhebung der Altersgrenze auf 70 Jahre
    Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Um diese Zahl zu erreichen, macht der Präsident des Verbandes einen Vorschlag.
    Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, hat sich für eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre ausgesprochen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) begründete er den Vorstoß mit der Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
    Ernst verwies auf das steigende Renteneintrittsalter als Vergleich. „Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden“, sagte er dem RND. Angesichts des Nachwuchsproblems bei den jüngeren Jahrgängen müsse auch am oberen Ende der Alterspyramide nachgebessert werden.
    Quelle: Berliner Zeitung
  12. Vom Vernichtungskrieg ins Klassenzimmer: Die wahre Geschichte der Jugendoffiziere
    Ein Wehrmachtsgeneral baut die Jugendoffiziere auf, ohne öffentliche Debatte, ohne demokratische Kontrolle. Jahrzehnte später stehen sie in Klassenzimmern, erreichen Hunderttausende Jugendliche und prägen das Bild von Krieg, Sicherheit und Militär. In ihrem Beitrag zeigt Nicole Gohlke, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, dass das kein Zufall ist, sondern System: politisch gewollt, institutionell abgesichert und bis heute ausgebaut. Während die Bundeswehr privilegierten Zugang zu Schulen hat, bleibt Friedensbildung marginalisiert. Wer von neutraler Bildung spricht, sollte sich fragen, wessen Perspektive hier eigentlich vermittelt wird.
    Quelle: etos.media
  13. Koalitionsstreit: Droht die Bafög-Reform vorerst zu scheitern?
    Zum Wintersemester hat die Bundesregierung eine große Bafög-Reform versprochen. Doch aktuell streiten die Koalitionspartner um die Finanzierung. Soll die Neuregelung noch im Oktober greifen, wird die Zeit knapp. […]
    Eigentlich hat die Bundesregierung eine »große Novelle« des Bafög im Koalitionsvertrag angekündigt: Zum Wintersemester 2026/27 soll die Wohnkostenpauschale von aktuell 380 auf 440 Euro pro Monat erhöht werden. Die Freibeträge sollen zudem dynamisiert und der Grundbedarfssatz schrittweise von 475 auf 563 Euro steigen – auf Grundsicherungsniveau. Soweit der Plan. Das Ziel sei es, das Bafög digitaler, einfacher und bekannter zu machen, betonte Forschungsministerin Dorothee Bär im vergangenen Jahr.
    Doch aktuell steckt die Reform seit Monaten im Bundeskabinett fest, weil sich die Koalitionspartner nicht auf ihre Finanzierung einigen können. Während die CSU-Politikerin Bär der »taz« zufolge fordert, dass das Finanzministerium die Erhöhung allein trägt, besteht Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf einer Kostenteilung. Demnach gehe es schätzungsweise um rund eine Milliarde Euro zusätzlich in dieser Legislaturperiode.
    Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) drängt nun auf eine Einigung. Dass die Novelle seit Monaten im Bundeskabinett feststecke, sei ein »Trauerspiel«, kritisierte das DSW in einer Erklärung.
    Quelle: DER SPIEGEL

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Endlich mal eine Reform, die diesen Namen verdient und wenigstens die Wohnkostenpauschale auf ein etwas realistischeres Niveau anheben würde. Aber hier geht es nur um die Zukunft von ein paar Hunderttausenden jungen Menschen, da kann man den Zeitplan schon mal schleifen lassen, vor allem bei so unbezahlbaren Summen von eine Milliarde Euro in der Legislaturperiode oder 300 Millionen Euro jährlich. Sicher, bei der Aufrüstung werden mal schnell 50 oder 80 Milliarden Euro im Jahr *zusätzlich* locker gemacht, da spielen 5 Milliarden mehr oder weniger keine Rolle.

  14. Ministerpräsident Söder will an den Kündigungsschutz ran
    “Der Kündigungsschutz gehört reformiert und auch beim Arbeitslosengeld sollten stärkere Anreize geschaffen werden, schneller wieder Arbeit anzunehmen”, sagte der bayerische Ministerpräsident der “Augsburger Allgemeinen”. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit habe “oberste Priorität”. Die Bundesregierung müsse möglichst rasch die versprochenen Reformen angehen, sagte Söder. “Wir müssen etwas länger arbeiten, das Gesundheitssystem effizienter machen und vor allem die Bürokratie massiv abbauen.” Datenschutz, Dokumentationspflichten und Klagen von Nichtregierungsorganisationen würden die Wirtschaft belasten. “Wir brauchen weniger Vorschriften und stattdessen bessere Kontrollen.”
    Quelle: n-tv
  15. Warum sich die Verfassungsänderung gegen die AfD richtet
    Die AfD ist mit 24 Abgeordneten im neuen [rheinland-pfälzischen] Landtag so stark, dass sie mit eigener Mehrheit einen Untersuchungsausschuss beschließen könnte. Sie hat auch schon angekündigt U-Ausschüsse einzurichten – einen zur Corona-Politik zum Beispiel. Das wollen CDU, SPD und Grüne verhindern, indem die Hürde erhöht wird. Bisher ist ein Fünftel der Abgeordneten nötig, in Zukunft soll es ein Viertel sein. Alle anderen Fraktionen im neuen Landtag wollen die AfD hier ausbremsen, CDU und SPD, die ja voraussichtlich die neue Landesregierung stellen werden, und auch die Grünen, die in Zukunft in der Opposition sein werden. CDU, SPD und Grüne haben ihren Plan gestern gemeinsam in einer Mitteilung bekannt gegeben. Darin erwähnen sie zwar die AfD nicht, aber sie unterstellen ihr indirekt, U-Ausschüsse missbrauchen zu wollen.
    Quelle: tagesschau
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Bundesregierung einigt sich auf Notfallreform

21. April 2026 um 20:21

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Mit einer umfassenden Reform will die Bundesregierung die Notfallversorgung modernisieren - durch einheitliche Ersteinschätzungen, integrierte Zentren und vernetzte Rettungsdienste und Ärzte, auch ohne Transport vergütet.
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Armin Laschet bricht sich bei E‑Scooter‑Unfall die Schulter

21. April 2026 um 20:07

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Der CDU‑Außenpolitiker Armin Laschet hat sich bei einem E‑Scooter‑Unfall die Schulter gebrochen - wie er gegenüber RTL bestätigt hat, geht es ihm „den Umständen entsprechend gut“.
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Klage gegen Gasbohrungen vor Borkum ohne Erfolg

21. April 2026 um 19:54

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Darf der Energiekonzern One-Dyas in der Nordsee vor Borkum unter deutschem Staatsgebiet nach Erdgas bohren? Darum gibt es seit Jahren Streit - nun hat ein niedersächsisches Gericht entschieden.
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Abschied von Mario Adorf in München, Grab an der Riviera

21. April 2026 um 19:46

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Mario Adorf gehörte über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern. Nach dem Tod des 95-Jährigen wird es in zwei Ländern Trauerfeiern geben.
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Selenskyj lobt Merz - vor EU‑Abstimmung über 90‑Milliarden‑Euro‑Kredit für die Ukraine

21. April 2026 um 19:39

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Selenskyj dankt Bundeskanzler Merz für dessen starke Unterstützung der Ukraine - kurz vor einer EU‑Abstimmung über ein 90‑Milliarden‑Euro‑Darlehen. Dabei ging es auch um den EU‑Beitritt der Ukraine und die Wiederinbetriebnahme der Druschba‑Pipeline.
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Ab 6 Uhr bei NIUS Live: So redet das ZDF die Kriminalstatistik schön

21. April 2026 um 19:01

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Ab 6 Uhr bei NIUS Live: So redet das ZDF die Kriminalstatistik schön

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EU dringt nach Druschba-Reparatur auf schnelle Freigabe der Ukraine-Hilfen

21. April 2026 um 19:00

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Die EU fordert, dass Ungarn die Ukraine‑Hilfen schnell freigibt. Außenminister Wadephul spricht von „ungebührlichen Blockaden“, die enden müssten. Der 90‑Milliarden‑Euro‑Kredit soll nicht erst nach dem Regierungswechsel in Budapest kommen.
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Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober

21. April 2026 um 18:49

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Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate?
(Auszug von RSS-Feed)

Mexiko: Angriff auf Touristen - eine Tote

21. April 2026 um 18:21

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Eine Kanadierin stirbt, 13 weitere Menschen werden verletzt: Ein 27-Jähriger greift an Mexikos berühmten Pyramiden Touristen an und soll nach dem Vorbild eines US-Massakers getötet haben.
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Basketball-WM: Gutes Los für deutsche Frauen

21. April 2026 um 18:05

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Die deutschen Basketballerinnen haben für die Heim-WM eine gute Auslosung erwischt. Das Minimalziel Viertelfinale scheint auf jeden Fall möglich.
(Auszug von RSS-Feed)

Leserbriefe, COMPACT Intern Mai

21. April 2026 um 18:00

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Vorabdruck aus der Maiausgabe von COMPACT-Magazin. Zu COMPACT allgemein Es ist soweit: Die Mächtigen treiben skrupellos zum Krieg! Die Proteste auf der Straße sind zwar da, aber letztlich doch überschaubar. Dabei gibt es allen Grund zum lauten Widerstand. Ein Hoffnungsschimmer in dunklen Zeiten ist Euer Magazin. Es hält Kurs und tritt ohne Wenn und Aber [...]

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Schlupfloch im Klingbeil-Gesetz: 1000-Euro-Bonus auch für Empfänger von Sozialleistungen

21. April 2026 um 16:55

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Schlupfloch im Klingbeil-Gesetz: 1000-Euro-Bonus auch für Empfänger von Sozialleistungen

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Streit in der Koalition um Energiegesetze von Wirtschaftsministerin Reiche (CDU)

21. April 2026 um 16:28

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Im Streit um Energiegesetze hat das Finanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) Vorbehalte gegen Pläne von Katherina Reiche (CDU) wie Heizungsgesetz, EEG und Kraftwerksstrategie angemeldet. Auch das Umweltministerium äußerte Kritik. Die CDU spricht von Blockade, die SPD von inhaltlichen Konflikten.
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Merz-Äußerungen zu Rente sorgen für Zoff in Koalition - SPD kündigt Widerstand an

21. April 2026 um 15:45

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In der Bundesregierung gibt es Streit über die Zukunft der gesetzlichen Rente. Die SPD reagiert auf Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit „erbittertem Widerstand“. Der Konflikt belastet die Koalition und dreht sich um mehr private Vorsorge versus soziale Sicherheit.
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Präsident des Elektroindustrieverbandes Gunter Kegel: „Sozialausgaben von 50 Prozent sind eine Katastrophe“

21. April 2026 um 15:32

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Präsident des Elektroindustrieverbandes Gunter Kegel: „Sozialausgaben von 50 Prozent sind eine Katastrophe“

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Streit um Rente als „Basisabsicherung“: Bärbel Bas stellt sich gegen den Kanzler

21. April 2026 um 15:25

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Streit um Rente als „Basisabsicherung“: Bärbel Bas stellt sich gegen den Kanzler

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Geistig behindertes 8-jähriges Mädchen zweimal missbraucht – Täter bekommt Bewährung, weil er gestanden hat

21. April 2026 um 14:32

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Ein 37-jähriger Mann missbrauchte ein geistig behindertes, acht Jahre altes Mädchen aus seiner Nachbarschaft – zweimal, auf einem Feldweg, weil die Gelegenheit da war. Das Landgericht Halle verurteilte ihn zu zwei Jahren auf Bewährung, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Der Vorsitzende Richter Rüdiger Keizers verabschiedete den Verurteilten mit den Worten: „Sie haben Glück gehabt!“ Das Kind vertraute […]

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Familie in Istanbul vergiftet - Emotionen bei Prozessauftakt

21. April 2026 um 15:05

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Eine vierköpfige Familie stirbt an einer Vergiftung, laut Gutachten durch Insektizide im Hotelzimmer. Nun stehen sechs Angeklagte vor Gericht und weisen die Schuld strikt von sich.
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Jetzt will es keiner gewesen sein: Selbstbedienung im Kanzleramt geplatzt

21. April 2026 um 15:00

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Berlin. Ein besonders dreister Versuch der Politiker-Selbstbereicherung: die schwarz-rote Bundesregierung wollte sich heimlich die Taschen füllen – doch der Coup flog auf. Einem Urteil des […]

Der Beitrag Jetzt will es keiner gewesen sein: Selbstbedienung im Kanzleramt geplatzt erschien zuerst auf ZUERST!.

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Notwehr gegen Politikversagen? Immer mehr Frauen machen Kampfsport

21. April 2026 um 15:00

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Früher ging es bei Sport und Fitness vor allem um Gesundheit und den Ausgleich zum Alltag. Inzwischen rückt ein anderer Aspekt stärker in den Fokus: Sicherheit und Selbstverteidigung. Angesichts schockierender Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 zu sexuellen Übergriffen überrascht es wenig, dass inzwischen auch Frauen vermehrt Interesse an Kampfsport zeigen. Kursanbieter reagieren: Es geht nun vor allem um Alltagstauglichkeit – nämlich die Abwehr von potenziellen Angreifern.

Der folgende Artikel erschien zuerst im Deutschlandkurier:

Schon mehr als jede zehnte Frau in Deutschland wird ausweislich der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2025) Opfer sexueller Belästigung. Angesichts von durchschnittlich 25 Sexualstraftaten, die jeden Tag in Deutschland allein von Migranten verübt werden, entdecken immer mehr Frauen Kampfsportarten für sich. Nach Angaben aus der Fitness-Branche lässt sich ein klarer Trend erkennen: Seit Beginn der Masseneinwanderung vor zehn Jahren ist die Zahl weiblicher Karate-Sportlerinnen um fast 50 Prozent gestiegen!

„Vielfalt“ in Deutschland – es passiert jeden Tag irgendwo zwischen Flensburg und Garmisch, zwischen Dresden und Aachen: Gruppenvergewaltigungen, „normale“ Vergewaltigungen. Dazu kommen Messerattacken und unzählige Grapschereien. Studien bestätigen, dass sich fast jede zweite Frau nachts in öffentlichen Verkehrsmitteln unsicher fühlt.

Nach Recherchen der stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag, Beatrix von Storch, sind Sextäter überproportional häufig Migranten – allen voran Syrer, Afghanen und Irakis. Kein Wunder, dass Selbstverteidigungskurse für Frauen boomen!

Migranten doppelt häufig bei Vergewaltigungen

Den relativ hohen Migrantenanteil nicht nur in dieser Deliktgruppe bestätigte kürzlich auch die Antwort der schwarz-grünen NRW-Landesregierung auf eine Anfrage der Düsseldorfer AfD-Landtagsfraktion. Demnach sind ausländische Tatverdächtige bei Vergewaltigungen deutlich überrepräsentiert sind. Mit einer Vertretung von 34,5 Prozent bei einem Gesamtbevölkerungsanteil von etwa 17 Prozent vergewaltigen sie statistisch gesehen etwa doppelt so oft wie deutsche Staatsangehörige!

Zehn Vergewaltigungen pro Tag allein an Rhein und Ruhr

Insgesamt 1.882 Vergewaltigungen gab es demnach in Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr 2025. Auf 181 Tage macht das durchschnittlich 10,3 dieser Gewaltverbrechen pro Tag allein in NRW – oder anders ausgedrückt: alle 2,5 Stunden eine Vergewaltigung an Rhein und Ruhr!

Raus aus der Opferrolle

Frauenfeindliche Straftaten haben nach für das Jahr 2024 vorliegenden Zahlen um fast 75 Prozent zugenommen. Da wundert es nicht, dass Selbstverteidigungskurse für Frauen boomen. Die Kurse zielen darauf ab, aus der Opferrolle herauszukommen und durch selbstsicheres Auftreten Gefahrensituationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Kurse richten sich an Frauen jeden Alters, oft mit speziellen Angeboten für Frauen mit Behinderungen, um ein Gefühl von Stärke zu vermitteln. Der Fokus der aktiven Abwehrtechniken liegt auf Schmerzpunkten. Beliebt sind u.a. Krav Maga, Taekwondo, Thaiboxen.

Vor allem aber Krav Maga-Kurse, eine israelische Selbstverteidigungstechnik, werden immer häufiger nachgefragt. Krav Maga bedeutet wörtlich „Kontaktkampf“. Diese Technik setzt darauf, Größen- und Gewichtsunterschiede durch möglichst simple, robuste Techniken auszugleichen, um Gegner effizient außer Gefecht zu setzen. Tritte, Griffe und Stöße orientieren sich an natürlichen Bewegungs- und Schutzreflexen und sollen auch unter Stress abrufbar bleiben. Das Programm richtet sich bewusst an Menschen jeden Alters und Fitnessniveaus.

Auch WenDo („Weg der Frauen“) erfreut sich großer Beliebtheit. Diese in Kanada entwickelte Selbstverteidigungstechnik wurde ausschließlich von Frauen an Frauen weitergegeben.

Alltagstaugliche Techniken sind gefragt

Den bundesweiten Trend, dass der Anteil von Frauen auch unter den „Karatekas“ stetig steigt, bestätigt Thomas Prast. Der Kampfsport-Großmeister Träge (7. Dan in Karate) und seine Frau Claudia leiten die Fachakademie für Karate und Tai Ji im Wuppertaler Stadtteil Cronenberg.

Weiße Frauenpower

Die Anzahl der Schwarzgurte in der Fachakademie ist mit 40 Frauen und Männern außergewöhnlich hoch. Die Trägerinnen sind vorwiegend in der Altersklasse über 40 Jahren anzutreffen. Es gibt hier Karate-Gruppen, wo das Verhältnis inzwischen neun zu eins für die Frauen steht. Unter den 14 Braungurten sind aktuell acht Frauen!

In den letzten Jahren habe sich in vielen Schulen auch das Training geändert, berichtet Thomas Prast. Der Schwerpunkt liege auf „Alltagstauglichkeit“, vor allem auf Techniken zur Abwehr eines potentiellen Aggressors.

Die neue weiße Frauenpower sollte Sexgangstern jeglicher Provenienz eine Warnung sein!

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