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Gestern — 05. Juni 2026

„Das ist Material für ein Nürnberger Tribunal“ – Top-Onkologe erhebt schwere Vorwürfe gegen mRNA-Impfstoffe

05. Juni 2026 um 05:33

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Ein hochrangiger britischer Krebsforscher sorgt derzeit mit explosiven Aussagen für internationales Aufsehen. Professor Angus Dalgleish, Onkologe der Universität London und Mitentdecker des CD4-Rezeptors bei HIV, spricht offen von „krimineller Fahrlässigkeit“, „medizinischem Versagen“ – und sogar von „Nürnberger Tribunal-Material“.

In einem langen Interview schildert Dalgleish detailliert, warum er nach eigenen Angaben bereits zu Beginn der COVID-Krise überzeugt gewesen sei, dass die mRNA-Impfstoffe massive Risiken bergen würden. Besonders brisant: Er behauptet, Warnungen von Wissenschaftlern seien bewusst ignoriert und kritische Stimmen systematisch zum Schweigen gebracht worden.

„Wir wussten von Anfang an, dass es gefährlich war“

Dalgleish erklärt, dass er und Kollegen bereits unmittelbar nach Veröffentlichung der Virus-Sequenz schwere Bedenken bezüglich des Spike-Proteins hatten. Laut ihm hätte dieses niemals als Grundlage eines Impfstoffs verwendet werden dürfen. Trotzdem hätten Regierungen und Pharmaunternehmen genau darauf gesetzt.

Besonders alarmierend seien aus seiner Sicht:

  • Herzprobleme,
  • Schlaganfälle,
  • Autoimmunerkrankungen,
  • Immunsuppression,
  • und aggressive Krebsverläufe nach Booster-Impfungen.

Er beschreibt Fälle von Patienten, deren Krebs nach Jahren plötzlich „explosionsartig“ zurückgekehrt sei. Ärzte hätten dafür später den Begriff „Turbo-Krebs“ geprägt.

„Die Leute wurden angewiesen zu schweigen“

Noch brisanter sind seine Aussagen zur Reaktion der Institutionen. Laut Dalgleish habe er interne Warnungen an britische Regierungsstellen geschickt – darunter Hinweise auf mögliche Risiken des Spike-Proteins und der Impfstrategie. Die Reaktion:
Ignorieren, Schweigen und Druck.

Wörtlich schildert er:
„Ich wurde aufgefordert, den Mund zu halten.“

Er behauptet weiter, Universitäten hätten Diskussionen über einen möglichen Laborursprung des Virus unterbunden, weil dies als „zu sensibel“ oder gar „rassistisch“ eingestuft worden sei.

WHO, Pharma und der „medizinisch-industrielle Komplex“

Dalgleish spart auch nicht mit Kritik an der WHO, Pharmaunternehmen und Gesundheitsbehörden. Die WHO sei „nicht zweckmäßig“ und „vollkommen inkompetent“.

Besonders hart geht er mit dem aus seiner Sicht entstandenen „pharmazeutisch-industriellen Komplex“ ins Gericht. Er wirft der Branche vor, primär Märkte ausweiten zu wollen, statt echte Heilung anzustreben.

Dabei kritisiert er auch die Umklassifizierung der mRNA-Technologie:
Was ursprünglich als Gentherapie galt, sei während der Pandemie plötzlich als „Impfstoff“ neu definiert worden.

Krebswelle nach den Boostern?

Besonders erschütternd wirken seine Schilderungen aus der Onkologie. Dalgleish berichtet von Patienten, die jahrelang krebsfrei gewesen seien und kurz nach Booster-Impfungen aggressive Rückfälle erlitten hätten. Mehrere Kollegen hätten ihm ähnliche Beobachtungen gemeldet.

Er schildert Fälle von:

  • metastasierenden Krebserkrankungen,
  • explosionsartigem Tumorwachstum,
  • schweren Immunstörungen,
  • und Patienten, die innerhalb kurzer Zeit verstarben.

Dalgleish sieht darin keinen Zufall mehr. Er spricht offen von einer möglichen Unterdrückung der T-Zell-Immunität durch wiederholte Booster.

„Warum wurde niemand verhaftet?“

Im vielleicht heftigsten Moment des Interviews fragt Dalgleish:
„Warum wurde dafür noch niemand verhaftet?“

Für ihn sei das Ausmaß der Vorgänge „unfassbar ernst“. Entweder handle es sich um extreme Inkompetenz – oder um etwas weit Dunkleres.

Die Aussagen des Professors dürften die Debatte um die Langzeitfolgen der COVID-Impfkampagnen weiter anheizen. Während Kritiker darin den Beweis für systematische Vertuschung sehen, weisen viele Fachgesellschaften weiterhin darauf hin, dass die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe durch große Studien gestützt werde.

Doch eines zeigt dieses Interview deutlich:
Der Streit um die Aufarbeitung der Pandemie ist längst nicht vorbei.

(Auszug von RSS-Feed)
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Videogespräch NDS-Herausgeber Albrecht Müller mit Diether Dehm

04. Juni 2026 um 09:30

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Der Musikproduzent, Liedermacher, Politiker und Autor Diether Dehm wirbt wie auch die NachDenkSeiten für ein friedliches und produktives Verhältnis zu Russland. Deshalb wurde er jetzt von t-online heftig attackiert. Das war der Anstoß für ein Gespräch mit Diether Dehm. Dieses Video geben wir den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern heute zur Kenntnis. Im Gespräch wird dann eine Reihe anderer Fragen angesprochen, die von Interesse für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser sein könnten – vom Mangel an Auseinandersetzung über die sozialen Verhältnisse bis hin zur Nutzung unseres Landes als „Flugzeugträger“ der USA in Europa – für militärische Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika.

Externer Inhalt

Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.

Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten

(Auszug von RSS-Feed)

In Schweden waren 80 % der „minderjährigen Flüchtlinge“ lügende Erwachsene

03. Juni 2026 um 15:00

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In Schweden herrschte lange eine linkswoke Politik, unter der Fakten der politischen Korrektheit weichen mussten. Ein Zahnhygieniker auf Gotland deckte auf, dass viele angeblich „unbegleitete minderjährige Asylwerber“ in Wahrheit Erwachsene waren. Dafür wurde er dann verurteilt und gefeuert. Heute hat Schweden seinen Kurs radikal geändert.

Jahrelang bestimmten in Schweden linksgrüne Wokoharam die Politik des Landes, die jede Kritik an der illegalen Masseneinwanderung als moralisches Vergehen verfolgte. Unter ihrer Ägide zogen in schwedischen Stadtteilen Zustände ein, die eher an den Libanon erinnern. Schusswaffeneinsätze und Handgranatenexplosionen in von Asylanten dominierten Vierteln inklusive. Gleichzeitig wurde jeder, der das vorherrschende Narrativ von den wertvollen Schutzsuchenden, die ja meist noch schutzbedürftige Kinderlein seien, systematisch verfolgt und beruflich zerstört.

Wie im Fall des Zahnhygienikers Bernt Herlitz aus Gotland. Herlitz arbeitete bei der öffentlichen Zahnklinik Folktandvården in Visby. Während der Migrationswelle 2015/2016 behandelte er zahlreiche sogenannte „unbegleitete minderjährige Asylwerber“. Ihm fiel auf, dass bei bis zu 80 Prozent seiner Patienten die Weisheitszähne bereits voll ausgebildet waren, ein klares Indiz für ein Alter von deutlich über 18 Jahren. Er informierte Frau Åsa Carlander Hemingway von der Migrationsbehörde Migrationsverket. Diese riet ihm ausdrücklich dazu, Verdachtsfälle zu melden. Herlitz folgte dem Rat und übersandte mehrere E-Mails mit konkreten Patientendaten und seiner Einschätzung. Wenige Wochen später wurde er suspendiert und schließlich gefeuert – wegen angeblichen Verstoßes gegen die ärztliche Schweigepflicht.

Die Behörde hatte einen seiner Berichte an einen „god man“, einen gesetzlichen Vertreter eines der Lüge überführten Betroffenen (bei uns heißt das Asylanwalt), weitergeleitet. Dieser beschwerte sich bei Herlitz’ Arbeitgeber. Die Region Gotland kündigte ihm fristlos. Herlitz klagte gegen die Kündigung, er hatte ja nur der Aufforderung der Migrationsbehörde Folge geleistet. Das Arbeitsgericht bestätigte im Jahr 2018 die Rechtmäßigkeit der Entlassung und verurteilte ihn zur Zahlung von über 400.000 Kronen Prozesskosten. Eine Crowdfunding-Kampagne rettete ihn finanziell, innerhalb weniger Tage kamen mehr als 500.000 Kronen zusammen. Herlitz selbst resümierte, er habe vor Gericht verloren, aber „das Volk gewonnen“.

Der Fall zeigt das Ausmaß der Wirklichkeitsverdrängung in der früheren schwedischen Politik und Justiz. Herlitz hatte nur beobachtet, dass die Zähne seiner Patienten den Angaben der Patienten zu ihrem Alter widersprachen. Statt gegen den Asylmissbrauch vorzugehen, schützte man das offizielle Narrativ. Später bestätigten forensische Altersuntersuchungen des Schwedischen Nationalamts für Rechtsmedizin, dass ein erheblicher Anteil der als minderjährig registrierten Asylanten tatsächlich volljährig war. Viele dieser Erwachsenen waren in Schulen und Einrichtungen für Minderjährige untergebracht worden.

Scharfe Kurskorrektur 2022

Der Regierungswechsel 2022 beendete die schwedische Politik der offenen Grenzen. Die neue Mitte-rechts-Regierung unter Ulf Kristersson, gestützt von den nationalkonservativen Schwedendemokraten, verkündete einen Paradigmenwechsel. Die Asylmigration sollte reduziert und Integration von den Asylanten konsequent eingefordert werden. Im Jahr 2025 erreichten die Asylanträge in Schweden den tiefsten Stand seit 1985.

Asyl- oder schutzberechtigte Personen erhalten in Schweden jetzt in der Regel nur noch befristete Aufenthaltstitel statt dauerhafter. Die Möglichkeit permanenter Zuwanderung unter dem Asyldeckmantel wurde weitgehend abgeschafft. Gleichzeitig wurde das Rückkehrprogramm massiv ausgebaut, die bei uns verteufelte Remigration. Ab Januar 2026 erhalten volljährige Personen bis zu 31.000 Euro, wenn sie freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren, eine Verfünfunddreißigfachung des bisherigen Betrags. Wem das hoch erscheint – wenn die Asylanten im Land bleiben, kosten sie die schwedischen Steuerzahler ein Vielfaches dieses Betrags. Vom Risiko für die öffentliche Sicherheit nicht erst zu reden. Die Regierung handelt also auch wirtschaftlich logisch und im Interesse des schwedischen Volkes, wenn sie versucht, möglichst viele illegale Migranten außer Landes zu schaffen.

Die Abschiebung von Asylanten wurde erleichtert, insbesondere bei Straftätern. Für Staatsanwälte gilt die Pflicht, bei relevanten Delikten automatisch die Ausweisung zu beantragen. Gültige Aufenthaltstitel sind etwa bei Sozialbetrug oder Nichtkooperation mit den Behörden widerrufbar. Für die Einbürgerung gelten ab Juni 2026 strengere Regeln. Statt fünf Jahren Aufenthalt sind nun acht Jahre erforderlich, ergänzt um Sprach- und Gesellschaftskenntnisse, die Selbsterhaltungsfähigkeit und ein einwandfreies Führungszeugnis. Wer in Schweden wohnen will, muss sprechen wie die Schweden, leben wie die Schweden, darf sich nicht von den Schweden aushalten lassen und auch nicht das allerkleinste Verbrechen begehen. Eine grundvernünftige Asyl- und Migrationspolitik, an der sich unsere Regierung ein Beispiel nehmen sollte.

Der großangelegte Altersbetrug unter den schwedischen Asylanten lässt darauf schließen, dass auch an unseren Schulen und auf unseren Straßen viele illegale Migranten unterwegs sind, die über ihr Alter gelogen haben. Was zum Beispiel im Falle von Straftaten sehr relevant wäre. So wie für den Schutz unserer Kinder vor erwachsenen, kulturfremden Asylanten, mit denen sie gemeinsam den Klassenraum teilen müssen. Aber bei uns geht es derzeit zu wie damals in Schweden. Gewisse Dinge will unsere Politik lieber gar nicht erst wissen.

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Mammografie – Das Screening-Paradox — und was Frauen darüber wissen sollten

03. Juni 2026 um 09:55

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Wenn die Diagnose zur Krankheit wird

Stellen Sie sich vor, Sie gehen gesund zum Arzt. Sie haben keine Beschwerden, keinen Schmerz, kein tastbares Knötchen. Zwei Wochen später sitzt Ihnen ein Onkologe gegenüber und spricht über Chemotherapie. Was dazwischen liegt, ist ein Röntgenbild — und eine Kette von Entscheidungen, die das Leben einer Frau für immer verändern kann. Manchmal zu Recht. Manchmal nicht.

Die Mammografie gilt als Goldstandard der Brustkrebsfrüherkennung. In der Schweiz werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zum Screening eingeladen. Das Versprechen: früh erkennen, früh behandeln, Leben retten. Doch hinter diesem Versprechen verbirgt sich eine unbequeme statistische Wahrheit, über die in

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Nicht-Nachricht der Woche – Jeffrey Sachs’ Offener Brief an Friedrich Merz

03. Juni 2026 um 10:00

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Jeffrey Sachs ist nicht irgendwer. Der Starökonom von der Columbia University war einst als Sonderberater der UN und für den IWF, die Weltbank, die OECD sowie die WTO tätig und beriet zahlreiche Staaten des ehemaligen Ostblocks wirtschaftspolitisch – ein Schwergewicht der internationalen Diplomatie. Nun hat ebenjener Jeffrey Sachs sich in einem dramatischen Offenen Brief an Bundeskanzler Merz gewandt, in dem er eine sofortige diplomatische Initiative gegenüber Russland fordert, um eine weitere Eskalation des Ukrainekriegs bis hin zu einem direkten Krieg zwischen Europa und Russland zu verhindern. Ein wichtiger, eindringlicher Text, der der Deutungshoheit des Mainstreams widerspricht. Von Jens Berger.

Eigentlich sollte man ja meinen, ein solcher Vorgang sei zumindest berichtenswert. Doch genau das Gegenteil ist geschehen. Mit löblicher Ausnahme von Berliner Zeitung und Weltwoche – die jedoch beide nicht dem Mainstream zuzuordnen sind – wurde Sachs’ lesenswerter Text von den großen deutschsprachigen Medien schlichtweg ignoriert. Ob man Sachs zustimmt oder nicht, ist dabei vollkommen nebensächlich. Die eigentliche Frage lautet: Warum erfährt die deutsche Öffentlichkeit davon praktisch nichts?

Die Antwort führt direkt ins Herz des deutschen Mediensystems. Die klassische Aufgabe von Journalisten besteht darin, relevante Informationen zu vermitteln und gesellschaftliche Debatten abzubilden. Gerade in Fragen von Krieg und Frieden sollten unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht werden. Stattdessen erleben wir seit Jahren das Gegenteil. Bestimmte Positionen werden verstärkt, andere verschwinden aus dem öffentlichen Raum. Nicht durch offene Zensur, sondern durch Ignorieren.

Der Offene Brief von Jeffrey Sachs stellt für viele Redaktionen offenbar ein Problem dar. Nicht weil sein Verfasser unbedeutend wäre. Nicht weil seine Argumente irrelevant wären. Sondern weil sie dem dominierenden Narrativ widersprechen. Sachs beschreibt den Krieg nicht als einfachen Kampf zwischen Gut und Böse. Er kritisiert westliche Entscheidungen, fordert Diplomatie und stellt die derzeitige Eskalationsstrategie infrage. Damit verlässt er den schmalen Meinungskorridor, den große Teile der deutschen Medienlandschaft in den vergangenen Jahren selbst errichtet haben.

Die Folgen dieser Einseitigkeit sind gravierend. Wer die Informationskanäle kontrolliert, bestimmt auch, welche Fragen überhaupt gestellt werden dürfen. Der Gatekeeper entscheidet nicht nur darüber, was berichtet wird. Er entscheidet vor allem darüber, was nicht berichtet wird. Und genau diese Macht wird heute in bemerkenswerter Geschlossenheit ausgeübt.

Dabei wäre gerade die Position von Sachs für eine demokratische Debatte unverzichtbar. Seine Argumente könnten kritisiert, widerlegt oder diskutiert werden. Doch dazu müssten sie zunächst einmal bekannt sein. Stattdessen entsteht für viele Mediennutzer der Eindruck, als gäbe es weltweit nur eine ernstzunehmende Sicht auf den Konflikt. Wer davon abweicht, wird entweder ignoriert oder als Außenseiter dargestellt. Dies ist kein Journalismus mehr, der Debatten ermöglicht. Es ist Journalismus, der Debatten verwaltet.

Anhang: Offener Brief von Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,

als ich Ihnen vor einem halben Jahr einen offenen Brief schrieb, habe ich an Deutschland appelliert, die Diplomatie gegenüber Russland zu suchen, anstatt den Krieg zu normalisieren. Sechs Monate später hat sich die Lage in Europa dramatisch verschlechtert. Europa und Russland schlittern in einen offenen Krieg. In dieser Situation tragen Sie, Herr Bundeskanzler, eine einzigartige Verantwortung. Kein anderer europäischer Staats- und Regierungschef – weder in Paris, noch in Warschau, noch in Rom – verfügt über das Gewicht Deutschlands oder hat die Macht, die Sie persönlich besitzen, diese Katastrophe zu verhindern. Werden Sie sich für den Frieden einsetzen?

Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre.

Die vergangenen Tage haben eine gefährliche Eskalation mit sich gebracht, die alle Europäer aufrütteln sollte. Beide Hauptstädte stehen nun unter anhaltendem Beschuss: Ukrainische Langstreckendrohnen haben tief in Moskau eingeschlagen, darunter auch zivile Ziele. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew haben sich massiv verstärkt. Ukrainische Drohnen sind in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und haben damit die unmittelbare Gefahr eines Zwischenfalls geweckt, der Europa direkt in den Krieg hineinziehen könnte. Ein entsetzlicher ukrainischer Angriff auf eine Jungenschule in Luhansk hat die letzten Reste der Zurückhaltung weiter untergraben. Am 25. Mai informierte Außenminister Sergej Lawrow auf Anweisung von Präsident Putin den US-Außenminister offiziell darüber, dass die russischen Streitkräfte nun „systematische und anhaltende Angriffe“ auf Einrichtungen und Entscheidungszentren in Kiew durchführen. Das russische Außenministerium riet den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, „die Evakuierung ihres diplomatischen Personals und ihrer Staatsbürger aus der ukrainischen Hauptstadt sicherzustellen“. Diese Nachricht ist der Auftakt zu einer massiven Eskalation. Diplomatie ist dringender denn je.

Der Weg zur Verteidigung der Ukraine ist nicht die Fortsetzung des Gemetzels, sondern ein Frieden zu Bedingungen, die für alle Parteien akzeptabel sind. Stattdessen droht uns eine Eskalation mit noch mehr Toten, noch mehr Zerstörung und der realen Gefahr eines Krieges, der sich über die Ukraine hinaus ausweitet. Indem Sie immer mehr Waffen, immer größere Kriegskapazitäten und immer lautere Demonstrationen von „Entschlossenheit“ fordern und signalisieren, dass Deutschland sich auf einen Krieg vorbereitet, anstatt an dessen Beendigung zu arbeiten, haben Sie Berlin zum Beschleuniger statt zur Bremse eines europaweiten Krieges gemacht.

Deutschlands Verantwortung: Sechs Punkte

Deutschland trägt eine erhebliche Verantwortung für die gegenwärtige Situation. Bevor die deutsche Politik auf Frieden ausgerichtet werden kann, muss Deutschlands Vergangenheit ehrlich aufgearbeitet werden. Im Folgenden führe ich sechs schwerwiegende Versäumnisse der deutschen Außenpolitik gegenüber Russland seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 auf.

Erstens – der 2+4-Vertrag und die Osterweiterung der NATO

Am 12. September 1990 unterzeichnete Deutschland in Moskau den Vertrag über die endgültige Regelung der Angelegenheiten Deutschlands – den „2+4-Vertrag“ –, der die deutsche Wiedervereinigung vollendete. Dieser Vertrag kam zustande, weil Michail Gorbatschow von Hans Dietrich Genscher, Helmut Kohl, James Baker und anderen westlichen Staats- und Regierungschefs die feierliche Zusicherung erhielt, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde. Die freigegebenen Akten – darunter die nun öffentlich zugänglichen Memoranden des National Security Archive der George Washington University – sind eindeutig: Diese Zusicherungen wurden gegeben und sollten sich, wie damals klar formuliert, über das Gebiet der ehemaligen DDR hinaus auf Osteuropa erstrecken. Sie wurden 1990 und 1991 bekräftigt. Der 2+4-Vertrag beschränkt die Stationierung von NATO-Truppen in der ehemaligen DDR und erinnert an die Grundsätze der Schlussakte von Helsinki, die betont, dass die Sicherheit keiner Nation auf Kosten der Sicherheit einer anderen gehen darf. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass die Sowjetunion westliche Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ablehnte, aber NATO-Armeen in Warschau, Vilnius oder Kiew gleichgültig gegenüberstand? Natürlich nicht. Die NATO-Erweiterung wurde ausführlich erörtert, und Deutschland gab der sowjetischen Führung ausdrückliche Zusicherungen, die Erweiterung nach Osten zu verweigern – und brach diese später. Deutschland profitierte am meisten von diesen Zusicherungen, die die Gegenleistung für die deutsche Wiedervereinigung darstellten. Doch bereits 1993 begannen deutsche Politiker, diese Zusicherungen zu brechen.

Zweitens – Bundeskanzlerin Merkels eigene Aussage

In ihren Memoiren schreibt Angela Merkel mit bemerkenswerter Offenheit, dass sie zum Zeitpunkt des Bukarester Gipfels 2008 verstand, dass die Einladung der Ukraine und Georgiens in die NATO einer Kriegserklärung an Russland gleichkäme. Sie kannte Russlands rote Linie. Und dennoch gab sie dem amerikanischen Druck nach und akzeptierte die Kompromisserklärung, wonach die Ukraine und Georgien irgendwann NATO-Mitglieder „werden können“. Dieser eine Satz setzte die Katastrophen von 2014 und 2022 in Gang. Merkels spätere Offenheit ist ein Geschenk an ihre Nachfolger: Sie hat Ihnen klar und deutlich gesagt, was damals klar war. Deutschland sollte jetzt nicht so tun, als ob nicht.

Drittens – der Verrat am Abkommen vom 21. Februar 2014

Am 21. Februar 2014 vermittelte der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Kiew gemeinsam mit seinen polnischen und französischen Amtskollegen ein Abkommen zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition. Das Abkommen sah die Wiedereinführung der Verfassung von 2004, die Bildung einer nationalen Einheitsregierung und vorgezogene Präsidentschaftswahlen vor. Präsident Putin wurde konsultiert; das Abkommen wurde bestätigt. Es war ein bedeutender diplomatischer Erfolg in einer Situation heftiger Spannungen und offener Gewalt. Doch innerhalb von 24 Stunden wurde Janukowitsch durch einen gewaltsamen Putsch gestürzt. Deutschland bestand nicht auf dem Abkommen, das es gerade noch garantiert hatte. Stattdessen unterstützte Deutschland, dem Beispiel der USA folgend, die neue Regierung, als ob es nie ein Abkommen gegeben hätte. Diese Entscheidung bestärkte Moskau in der Annahme, dass westlichen Unterschriften nicht zu trauen sei.

Viertens – Minsk II

Im Februar 2015 verhandelte Bundeskanzlerin Merkel persönlich das Minsker Abkommen II im Normandie-Format und sicherte in der am 12. Februar 2015 in Minsk verabschiedeten Unterstützungserklärung Deutschlands politische Unterstützung zu. Sieben Jahre lang wurde die zentrale politische Bestimmung – die Autonomie der Donbass-Regionen innerhalb einer souveränen Ukraine – von Kiew nicht umgesetzt. Deutschland übte keinen Druck auf Kiew aus, die von ihm selbst geforderte Autonomiebestimmung umzusetzen. Merkel räumte später ein, dass das Abkommen als Druckmittel genutzt worden war, um der Ukraine die Wiederbewaffnung zu ermöglichen. Präsident Hollande äußerte sich ähnlich. Die Garantie war also in Wirklichkeit keine Garantie. Sie war eine Strategie – wiederum auf Geheiß Washingtons. Wieder einmal lautete die Botschaft an Moskau: Westlichen Unterschriften kann man nicht trauen.

Fünftens – Nord Stream

Am 7. Februar 2022 verkündete Präsident Biden im East Room des Weißen Hauses – in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz: „Wenn Russland (in der Ukraine) einmarschiert, wird es Nord Stream 2 nicht mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen.“ Auf die Frage nach dem Wie antwortete er: „Ich verspreche Ihnen, wir werden dazu in der Lage sein.“ Sieben Monate später wurden die Pipelines durch einen Sabotageakt in der Ostsee zerstört. Die vorliegenden Beweise – investigative Recherchen in den USA und Deutschland, die Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft und öffentliche Aussagen ehemaliger Beamter – deuten überwältigend auf eine gemeinsame ukrainisch-amerikanische Operation hin. Die deutsche Bundesregierung wusste dies schon lange. Und dennoch hat Deutschland zugelassen, dass die öffentliche Schuld entgegen den eindeutigen Beweisen Russland zugeschoben wird, während ein Akt industrieller Sabotage gegen die deutsche Wirtschaft ungestraft und unbeantwortet blieb.

Sechstens – das Istanbul-Abkommen vom April 2022, das zum Greifen nah war

Nur wenige Wochen nach Russlands Invasion im Februar 2022 trafen sich russische und ukrainische Unterhändler in Istanbul, um die Bedingungen eines Friedensabkommens auszuhandeln: Neutralität der Ukraine außerhalb der NATO, multilaterale Sicherheitsgarantien, vereinbarte Truppenbegrenzungen und die schrittweise politische Lösung der Donbass- und Krim-Frage. Das Abkommen stand kurz vor der Unterzeichnung. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett, einer der Vermittler, bestätigte öffentlich, dass die Einigung kurz bevorstand und dass der Westen – insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien – versucht hatte, sie zu verhindern. Die Mission von Premierminister Boris Johnson nach Kiew im April 2022, um die Ukraine anzuweisen, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, ist aktenkundig. Hunderttausende ukrainische und russische Menschenleben sowie die gesamte europäische Ordnung haben den Preis für diese US-amerikanisch-britische Intervention bezahlt. Deutschland hat dazu geschwiegen – obwohl Deutschland wie kein anderes europäisches Land die wirtschaftlichen Folgen zu tragen hatte.

Deutschlands wirtschaftliche Selbstzerstörung

Ihre oberste Priorität muss der Frieden sein. Die aktuellen Nachrichten aus Moskau verdeutlichen die Dringlichkeit der Lage. Doch parallel zur ersten Katastrophe bahnt sich eine zweite an: die vorsätzliche Zerstörung der deutschen Wirtschaft, wobei Berlin sowohl Urheber als auch Opfer ist.

Deutschlands Industrie basierte auf dem Handel mit Russland. Die Zerstörung von Nord Stream und der darauffolgende Abbruch der deutsch-russischen Handelsbeziehungen haben dazu geführt, dass Deutschland Erdgas aus den USA zu Preisen kauft, die um ein Vielfaches höher sind als die Preise des russischen Pipelinegases, welches es ersetzt. Dies ist industrieller Selbstmord. Deutschlands Chemieindustrie, Stahlindustrie, Glasindustrie, energieintensive Hersteller – das Fundament des Mittelstands – verlieren Tag für Tag an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Qualifizierte Arbeitsplätze verschwinden aus der deutschen Wirtschaft. Und der deutsche Steuerzahler und der deutsche Verbraucher transferieren nationales Vermögen in einem in der Nachkriegszeit Europas beispiellosen Ausmaß von Deutschland zu amerikanischen Gasproduzenten.

Darüber hinaus plant die Bundesregierung nun einen massiven Rüstungsausbau – Hunderte von Milliarden Euro im kommenden Jahrzehnt –, um sich für einen Krieg zu rüsten, der durch Diplomatie leicht hätte verhindert werden können. Dies ist eine eklatante Fehlallokation nationaler Ressourcen. Die zentrale Herausforderung für Deutschland in diesem Jahrzehnt ist die Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter. Jeder Euro, der für Panzer, Raketen und Artilleriegranaten ausgegeben wird, fehlt Deutschlands KI-Kapazitäten, seine Chipentwicklung und -fertigung, seine Energieinfrastruktur und die Hochgeschwindigkeits-Digitalnetze, die es benötigt, um eine führende Wirtschaftsmacht zu bleiben.

Die bittere Realität, Herr Bundeskanzler, ist: Mit diesen Waffen lässt sich jene Sicherheit nicht erkaufen, die durch Diplomatie zu einem Bruchteil der Kosten erreicht werden könnte. Und ohne die Investitionen in Digitalisierung und Energie, die durch diese Aufrüstung verdrängt werden, ist kein Wohlstand zu erzielen.

Mein Appell: Herr Bundeskanzler, mehr als jeder andere europäische Staats- und Regierungschef sind Sie gefragt, wenn es darum geht, ob Europa in einen allgemeinen Krieg abgleitet oder zu Verhandlungen und wirtschaftlicher Vernunft zurückkehrt. Es ist höchste Zeit zu handeln. Die aktuelle offizielle Botschaft Moskaus an Washington belegt dies eindeutig. Bitte nehmen Sie den Dialog mit Präsident Putin auf. Bitte entsenden Sie Ihren Außenminister nach Moskau oder laden Sie den russischen Außenminister nach Berlin ein. Bitte öffnen Sie die OSZE-Kanäle wieder, die Deutschland verkümmern ließ. Bitte fordern Sie Kiew auf, die Angriffe auf zivile Ziele einzustellen.

Vor allem aber: Sagen Sie der deutschen Öffentlichkeit die Wahrheit. Ein auf der Neutralität der Ukraine basierender Verhandlungsfrieden ist der realistische Weg aus der Katastrophe, und die Wiederherstellung normaler Wirtschaftsbeziehungen mit Russland ist der realistische Weg aus dem industriellen Niedergang Deutschlands.

Die Bedingungen eines akzeptablen Abkommens, das Deutschland vorschlagen könnte, sind klar: Die Kämpfe werden an einer Waffenstillstandslinie eingestellt. Alle Seiten verzichten auf jegliche zukünftige Gewaltanwendung in Grenzfragen. Die Ukraine stellt ihre Neutralität wieder her, die NATO verzichtet dauerhaft auf eine weitere Osterweiterung. Europa und Russland nehmen ihre Wirtschaftsbeziehungen wieder auf und beenden die Kriegstreiberei. Die OSZE wird wieder zum zentralen Forum für europäische Sicherheit, mit dem Grundsatz, dass europäische Sicherheit unteilbar ist und nicht auf militärischen Blöcken beruht, die Europa spalten. In einem solchen Szenario des Friedens kann Deutschland seine nationalen Ressourcen auf die Investitionen in Digitalisierung, KI, Halbleiter und Energie konzentrieren, die Deutschlands wirtschaftliche Zukunft erfordert.

Die Geschichte wird sich daran erinnern, was Sie in den kommenden Wochen tun und was Sie unterlassen. Dasselbe gilt für die deutsche Öffentlichkeit, die Völker Russlands, der Ukraine und ganz Europas. Es ist Zeit für Diplomatie, Herr Bundeskanzler. Sie haben die Wahl.

Hochachtungsvoll,

Jeffrey D. Sachs
Professor an der Columbia University

Titelbild: Screenshot NDS

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Das Macht-Netzwerk der SPD Wenig Wähler, viele Ämter: So funktioniert die SPD-Republik

03. Juni 2026 um 15:45

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Ein riesiges Netzwerk: Thorsten Schäfer-Gümbel, Frank-Walter Steinmeier, Yasmin Fahimi und Andrea Nahles (von oben links im Uhrzeigersinn) sind nur vier von zahlreichen SPD-Politikern, die Schlüsselpositionen in Deutschland besetzen.

Die SPD ist zur Kleinpartei geschrumpft. Doch sie ist mächtiger als alle anderen. Auch jenseits der Bundesregierung sitzen an Schlüsselpositionen Genossen. Die JF präsentiert das sozialdemokratische Macht-Netzwerk.

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Bas fordert Rentensystem für alle: Beamtenprivilegien auf dem Prüfstand

02. Juni 2026 um 12:13

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Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat sich bei einem Auftritt in Düsseldorf erneut für ein einheitliches Rentensystem ausgesprochen. Die SPD-Politikerin stellte bestehende Sonderregelungen für Beamte und bestimmte Berufsgruppen infrage, sprach über die Zukunft der gesetzlichen Rente und berichtete zugleich von persönlichen Anfeindungen und Hassnachrichten.
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Ostseeraum – die Lunte am Pulverfass wird kürzer


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Der Ostseeraum wird unter Sicherheitsexperten als derzeit potenziell explosivstes Konfliktgebiet zwischen der NATO und der Russischen Föderation betrachtet. Eine Vielzahl von Konfliktpotenzialen konzentriert sich auf diesen Raum. Bereits im Oktober 2025 hatte ich auf den NachDenkSeiten einen Beitrag über den Gefahrenherd Ostseeraum veröffentlicht. Seitdem hat sich die Lage in diesem Raum weiter zugespitzt. Vor wenigen Tagen habe ich die polnisch-russische Grenzregion besucht. Eine gespenstische Stille, nur wenig grenzübergreifender Verkehr mit langen Wartezeiten. Es drängte sich mir der Satz der berühmten „Ruhe vor dem Sturm“ geradezu auf. Im Folgenden sollen einige dieser Konfliktpotentiale skizziert werden. Von Alexander Neu.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Begriff Ostseeraum soll als Raum nicht ausschließlich auf die baltische See begrenzt, sondern auch um die ländlichen Räume weit hinter der Küstenlinie der Anrainerstaaten verstanden werden, da nur so die gesamten Konfliktpotenziale erfasst werden können.

Geopolitische Daten

Das Baltische Meer wird im deutschen Sprachgebrauch Ostsee genannt. Es handelt sich um ein nahezu geschlossenes Binnengewässer mit einer Wasserfläche von ungefähr 413.000 Quadratkilometern und schwachem Salzgehalt. Die Küstenlänge beträgt etwa 8.000 Kilometer. Mittlerweile gehören mit Ausnahme der Russischen Föderation alle Ostseeanrainerstaaten der NATO an: Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland. Russland selbst verfügt lediglich über zwei kleine Meereszugänge, über die Exklave Kaliningrad und über St. Petersburg. Damit entfallen etwa 7.340 Kilometer Küstenlinie auf die NATO-Staaten und etwa 660 Kilometer auf Russland.

Dementsprechend kontrolliert die NATO rund 92 Prozent der Küstenlinie und Russland knapp acht Prozent. Den einzigen Zugang zum Atlantik stellen die Meerengen in Dänemark und zwischen Dänemark und Schweden dar (Großer und Kleiner Belt und der Öresund). Dänemark und Schweden und somit die NATO kontrollieren auch diese Nadelöhre. Faktisch ist die Ostsee im Kontext der NATO-Osterweiterung zum „NATO-Meer“ geworden. Wie sehr sich die Einflusssphären durch die NATO-Erweiterung verändert haben, wird deutlich, wenn man reflektiert, dass während der Ost-West-Konfrontation der Ostseeraum quasi ein Gewässer des von der Sowjetunion geführten Warschauer Paktes gewesen ist. Die Anrainerstaaten des sowjetischen Machtblocks umfassten: Die DDR, Polen und die Sowjetunion – die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland gehörten zur Sowjetunion. Damit war der südliche und östliche Ostseebereich sowjetisch kontrolliert. Der Norden war neutral angesichts der offiziellen Neutralität Finnlands und Schwedens. Lediglich am äußersten westlichen Rand der Ostsee grenzten die BRD und Dänemark an die Ostsee.

Der strategische Zugang zu beiden russischen Küsten ist angesichts des Endes des Kalten Krieges und der massiven NATO-Osterweiterung ihrer jeweiligen Lage nicht sonderlich vorteilhaft.

St. Petersburg

War die geographische Lage von St. Petersburg zu früheren Zeiten von strategischem Vorteil, so ist spätestens mit der NATO-Osterweiterung um die baltischen Staaten und Finnland St. Petersburg in eine strategische Falle geraten:

St. Petersburg liegt am östlichen Ende des sich um die 400 Kilometer erstreckenden finnischen Meerbusens. Der Zugang wird im Norden von Finnland und im Süden von Estland, also der NATO kontrolliert. Die Distanz zwischen den beiden Gegenküsten variiert zwischen 40 und 120 Kilometer. Dort, wo die Gegenküsten des Finnischen Meerbusens zu russischem Territorium werden, verengt sich der Meerbusen bis zu einem Kanal, an dem Sankt Petersburg liegt.

Damit unterliegt der Finnische Meerbusen mit den NATO-Gegenküsten in Teilen den ausschließlichen Hoheitsrechten Finnlands und Estlands. Das heißt, dass in Teilen „NATO-Hoheitsgebiet“ durchschifft werden muss. Eine Ausfahrt der russischen Kriegsmarine aus dem Finnischen Meerbusen könnte im Kriegsfall wahrscheinlich mit militärischen Mitteln verhindert werden.

Die Baltische Flotte der Russischen Föderation, die in erheblichen Teilen in Kaliningrad stationiert ist, könnte die Ostsee im Konfliktfall angesichts der dänischen Meerengen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht verlassen, ohne dass sie durch die NATO versenkt werden würde. Insgesamt ist die strategische Lage Kaliningrads nicht vorteilhafter.

NATO und die „Herausforderung“ Kaliningrad

Die Exklave Kaliningrad ist der westlichste Vorposten der Russischen Föderation. Es handelt sich um einen überschaubaren Raum (rund 15.000 Quadratkilometer), der vom russischen Mutterland durch Litauen abgetrennt ist (Exklave). Die Versorgunglinien per Bahn und Straße können von Litauen und Polen unterbrochen werden, und die Versorgungslinien durch Schiffe oder Flugzeuge via St. Petersburg können ebenfalls seitens der NATO abgeschnitten werden. Allein diese Tatsache machte die Region Kaliningrad abhängig vom Wohlverhalten der Transitländer. Als Litauen jedoch der NATO und der EU beitrat, wurde die geographische Lage Kaliningrads zur „Herausforderung“ für die NATO.

„Mitten“ im NATO-Gebiet liegt eine russische und somit feindliche Exklave – ein unsinkbarer Flugzeugträger. Auch ist dort die Baltische Flotte der Russischen Föderation angesiedelt. Die Existenz der russischen Exklave stellt für die NATO nun ein Problem dar. Nur, um die Chronologie und damit die gewöhnungsbedürftige Argumentation zu verdeutlichen: Die russische Exklave Kaliningrad existiert seit 1991. Zuvor war die Gesamtregion sowjetisch. Die NATO-Erweiterung um das Baltikum und somit Litauen fand 2004 statt. Und nun deklariert die nach Osten vorgerückte NATO die Existenz der Exklave als sicherheitspolitisches Problem – ein schon sehr eigenartiges und selbstbewusstes Verständnis: Dort, wo die NATO ist, sind andere Akteure ein sicherheitspolitisches Problem, so die eigentümliche Logik.

Im Kontext der zugespitzten Lage erklärte der US-Oberbefehlshaber für Europa und Afrika, General Christopher T. Donahue, im Juli 2025, die NATO sei in der Lage, Kaliningrad „vom Boden aus in einem bisher unerreichten Zeitrahmen und schneller zu zerstören, als wir es jemals konnten. Wir haben dies bereits geplant und haben es bereits entwickelt“ (mit „entwickelt“ dürfte die Planung gemeint sein, A. Neu)

Der litauische Außenminister Budrys forderte jüngst in einem NZZ-Interview, womöglich inspiriert durch die Aussagen des US-Oberbefehlshabers Donahue, sogar unverhohlen die Notwendigkeit eines Angriffs der NATO auf Kaliningrad:

Wir müssen den Russen zeigen, dass wir in die kleine Festung eindringen können, die sie in Kaliningrad aufgebaut haben. Die NATO hat die Mittel, um russische Luftverteidigungsbasen und Raketensysteme dort zu zerstören, wenn nötig.

Schwieriges Verhältnis – Baltikum und Russland

Es ist schon erstaunlich oder besser gesagt erschreckend, mit welcher Leichtigkeit ein Krieg mit Russland geradezu herbeigeredet wird. Ausgerechnet die baltischen Staaten profilieren sich mit einer auffällig bellizistischen Haltung, ganz so, als seien sie auf jeden Fall durch die NATO geschützt. Die Durchflüge ukrainischer Drohnen durch baltisches Hoheitsgebiet Richtung St. Petersburg und die Region Leningrad heben die Spannungen auf ein neues Niveau. Ob es sich dabei „nur“ um eine geduldete oder eine zwar nicht akzeptierte, indes nur wenig kritisierte Nutzung für den Durchflug ukrainischer Drohnen durch den baltischen Luftraum handelt oder die Drohnen sogar von baltischem Boden aus gestartet werden, entzieht sich meinem Kenntnisstand. Bemerkenswert ist jedoch, dass es schon eine erstaunliche technische Leistung wäre, Langstreckendrohnen zu entwickeln, die von der Ukraine aus starten, über den polnischen und baltischen Lauftraum fliegen, um dann im Norden Russlands energieinfrastrukturelle Ziele anzugreifen. Wie auch immer, in Moskau steigt der Druck auf Präsident Putin, die Balten für die aus Sicht Moskaus ukrainische Nutzung ihres Luftraums zur Rechenschaft zu ziehen.

Unter völkerrechtlichem Aspekt ist zu konstatieren, dass der Neutralitätsstatus eines Staates durch seine Bereitschaft oder auch nur Duldung, sein Staatsgebiet – einschließlich des Luftraumes – für fremdes Militär nutzbar zu machen – mithin dessen Machtprojektion zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen – nicht mehr automatisch gesichert ist. Der „Gastgeberstaat“ kann sich nicht mehr auf seinen Neutralitätsstatus berufen, er ist faktisch Kriegspartei, sofern er die militärisch-operative Nutzung seines Staatsgebietes durch fremdes Militär nicht unterbindet oder glaubhaft zu unterbinden bemüht ist. Und das scheint man in NATO-Brüssel so auch verstanden zu haben. Denn kürzlich wurde eine ukrainische Drohne von einem NATO-Jet im estnischen Luftraum abgeschossen, da der NATO die immense Eskalationsgefahr durchaus bewusst ist.

Der anerkannte US-amerikanische Politikwissenschaftler und Osteuropaexperte des Quincy Institute for Responsible Statecraft, Anatol Lieven, hat hierzu kürzlich einen in einem Aufsatz gekleideten Notruf mit dem Titel: „Washington muss handeln, um das baltische Pulverfass zu entschärfen“, veröffentlicht. Und auch der berühmte US-Ökonom Jeffrey Sachs schrieb vor wenigen Tagen einen Offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz als dringenden Appell, zu handeln, um einen europäischen Krieg abzuwenden. Dieser Brief wurde in der Berliner Zeitung veröffentlicht und ist sehr lesenswert. Zugleich eskaliert der stellvertretende Chef des russischen Sicherheitsrates und ehemalige Präsident der Russischen Föderation am 29. Mai per X die Lage mit folgender Erklärung, wonach Europa sich nun im Krieg mit Russland befinde und die europäischen Gesellschaften sich nicht über Schläge wundern sollten:

Bürger der EU-Länder: Ihr solltet euch darüber im Klaren sein, dass eure Regierungen einseitig einen Krieg mit Russland begonnen haben. Seid also wachsam und lasst euch von nichts überraschen. Der friedliche Schlaf ist vorbei. Aber ihr wisst, wen ihr fragen müsst, warum!“

Die baltischen Staaten als Frontstaaten gehen mit dem bisherigen Kurs ein gewaltiges Risiko für sich und ganz Europa ein: Dabei sind sie es, die in einem Kriegsfall wohl zuerst zerstört werden würden. Ein nüchterner – frei jeglicher ideologischer Borniertheit – Blick auf eine Osteuropakarte kann schon hilfreich sein, die eigene Lage adäquat zu beurteilen.

Bei allem Verständnis für die negativen historischen Erfahrungen der Balten mit Moskau gilt es, drei Tatsachen zu benennen, die auch die baltischen Staaten berücksichtigen und aufarbeiten müssten, um Dampf aus dem Kessel zu nehmen:

Erstens: Als extrem kleiner und schwacher Nachbar sollte man in Tallinn, Riga und Vilnius bestrebt sein, mindestens das Verhältnis der friedlichen Koexistenz mit Moskau zu erzielen und nicht bei jeder Gelegenheit den Russen einen mitzugeben und damit die NATO und sodann insbesondere die Europäer in einen Krieg gegen Russland hineinzuziehen.

Hinzu kommt: Ob die USA tatsächlich für das Baltikum in einen Weltkrieg eintreten würden, ist zumindest zweifelhaft. Und ob auch die europäischen NATO-Staaten – mit Ausnahme Deutschlands, Polens und möglicherweise Großbritanniens und Frankreichs – zumindest geschlossen diesen desaströsen Schritt wagen würden, ist eher unsicher als sicher. Historische Parallelen sind naheliegend: Polen hatte sich auch 1939 auf den Beistand Paris und Londons verlassen – und wurde dann auch verlassen. Neben den formalen Kriegserklärungen Frankreichs und Großbritanniens am 3. September gegen das faschistische Deutschland geschah mit Blick auf die materielle Kriegsführung sehr wenig – Polen war buchstäblich allein zu Haus.

Zweitens: Auch die drei baltischen Staaten verfügen über eine wenig rühmliche Kollaborationsgeschichte mit Hitler-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Bis heute werden die baltischen NS-Veteranen gehuldigt und geehrt. Das sollte auch in Westeuropa Fragen aufwerfen, statt die Augen vor NS-Nostalgie zu verschließen. Welches Geschichtsbild wird damit auch in der EU verbreitet? Hinzu kommt, dass das Staatsbürgerschafts- und Sprachenrecht in Lettland und Estland die dort lebenden russischen Minderheiten ausgrenzt statt integriert. Eine geschickte Integrationspolitik würde Moskaus Argumentation, die Auslandsrussen im Zweifel auch mit Gewalt schützen zu wollen, zumindest im Baltikum gegenstandslos machen.

Drittens: Bei allen, ob berechtigten oder simulierten, Befürchtungen einer erneuten russischen Invasion darf nicht vergessen werden, dass die Sowjetunion ihre Sicherheitskräfte 1990/91 aus dem bis dahin sowjetischen Baltikum abzog wie auch in den Folgejahren aus allen osteuropäischen ehemaligen „Bruderstaaten“. Diese Maßnahme hätte seitens der Balten auch konstruktiv aufgenommen werden können, d.h. Moskau die Hand zur Versöhnung zu reichen – zumindest wäre es einen Versuch wert gewesen.

Suwalki-Lücke

Die Suwalki-Lücke beschreibt den geographischen Raum zwischen Weißrussland und der Exklave Kaliningrad und erstreckt sich über rund 100 Kilometer. Die beiden NATO-Staaten Polen und Litauen grenzen in diesem Raum aneinander. Der Begriff Suwalki-Lücke leitet sich von der dort liegenden polnischen Stadt Suwalki ab. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass in einem Konfliktfall Russland versuchen würde, die Suwalki-Lücke zu schließen, d.h. die Landverbindung zwischen der Exklave Kaliningrad und dem verbündeten Weißrussland herzustellen, um so die logistische Verbindung zu Kaliningrad abzusichern. Eine Schließung der Lücke durch Russland würde sinnlogisch die Schaffung einer neuen „Suwalki-Lücke“ bedeuten, nämlich der räumlichen Trennung Litauens von Polen. Damit wäre die Landverbindung zwischen den baltischen NATO-Staaten und dem Rest der europäischen NATO-Staaten gekappt. Für beide Seiten ist die Suwalki-Lücke in der einen wie in der anderen Version aus strategischer Sichtweise eine wenig akzeptable Option.

Angesichts dessen kann nur eine verbale und materielle Demilitarisierung der Region sowie eine ungehinderte Verkehrsverbindung per Bahn und Straße zwischen Weißrussland/Russland und der Exklave Kaliningrad eine gewisse Mindeststabilität, vielleicht sogar eine gutnachbarschaftliche Normalität schaffen.

Die „russische Schattenflotte“ in der Ostsee

Die EU oder die NATO bzw. einzelne EU- oder NATO-Mitgliedsstaaten sind bestrebt, die von ihnen deklarierte russische „Schattenflotte“ festzusetzen (zu kapern) oder gar den Zugang dieser Schiffe zur Ostsee zu blockieren (Seeblockade). Zur rechtlichen Frage der „Schattenflotte“ siehe hier.

Damit bewegte man sich nicht mehr in einem völkerrechtlichen Graubereich, sondern eindeutig rechtswidrig. Es wäre tatsächlich ein offener Bruch des Völkerrechts. Die Navigationsfreiheit (Artikel 17, 58, 87 und 90 des Seerechtsübereinkommens), ein hohes Gut im Völkerrecht, würde außer Kraft gesetzt. Mehr noch: Es wäre ein Verstoß gegen das Gewaltverbot der UNO-Charta (Artikel 2 Abs. 4), da die unter russischer Flagge fahrenden Schiffe die russische Staatszugehörigkeit (Art. 91, Seerechtsübereinkommen) innehaben. Die russische Seite wäre dann berechtigt, entsprechend darauf zu reagieren, und hat bereits vorsorglich Schritte angedroht. Tatsächlich wurden in der letzten Zeit immer wieder unter russischer Flagge fahrende Handelsschiffe auch in der Ostsee gekapert. Russland verstärkt derweil den Schutz seiner Handelsflotte u.a. mit Begleitschiffen der baltischen Flotte und Show-of-force-Demonstrationen der russischen Luftwaffe. Das Eskalationspotenzial ist enorm.

Eine Seeblockade der Ostsee in der dänischen Meerenge für russische Schiffe oder eine Seeblockade vor Kaliningrad oder/und Sankt Petersburg wäre der ultimative casus belli. Eine militärische Nichtreaktion wäre nur bei Selbstaufgabe der russischen Souveränität denkbar. Die aktualisierte Nukleardoktrin der Russischen Föderation hat hierzu Antworten formuliert.

Fazit

Die Gefahr des Explodierens des Pulverfasses ist in allen aufgeführten Fällen ähnlich hoch einzuschätzen. Egal, welcher Hotspot zuerst explodiert, alle übrigen würden unmittelbar folgen, da sie alle nur Puzzleteile eines Gesamtbildes sind: des Weltneuordnungskriegs des frühen 21. Jahrhunderts.

Die Europäischen Entscheidungseliten müssen in ihrer Verantwortung für ihre Völker aufwachen und die Diplomatie wiederentdecken, statt gesinnungsethisch in den Krieg zu schlafwandeln. Dieser Weg ist nicht demokratisch legitimiert.

Titelbild: travelarium.ph / Shutterstock

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Der neue Kalte Krieg

01. Juni 2026 um 09:00

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In Trumps zweiter Amtszeit kämpft Washington um die Dominanz im 21. Jahrhundert. Sieben Schauplätze zeichnen die Spuren im Konflikt mit China nach.  

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Geschlechterdebatte Wenn niemand mehr da ist

01. Juni 2026 um 04:36

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Niemand da. Frauen und Männer finden nicht mehr zueinander. Die wahren Auswirkungen der Dating-Krise werden sich aber erst in ein paar Jahren zeigen. Immer mehr Menschen altern schon jetzt alleine. Symbolbild: picture alliance / Zoonar | Iuliia Zavalishina

Die Zahl der Singlehaushalte wächst, die Geburtenrate sinkt. Doch die entscheidende Frage lautet nicht, warum immer mehr Menschen allein bleiben, sondern wer sich später um sie kümmern wird.

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Pflege, Steuern, Gesundheit Die CDU raubt ihre Stammwähler aus, und die merken es langsam

01. Juni 2026 um 12:00

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Programm zur Vertreibung der CDU-Stammwähler: Bundeskanzler Friedrich Merz.

Die CDU will auf Eigenheime und Einkommen erwachsener Kinder zurückgreifen, um die Pflege zu finanzieren. Nach Steuern und Gesundheit ist das der nächste Angriff auf ihre treuesten Anhänger. Ein Kommentar.

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Medien Amann mag nicht, wie der Ben das macht

31. Mai 2026 um 12:23

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Ex-Spiegel Journalistin Melanie Amann gestikuliert mit den Armen

Melanie Amann hält Ben ungeskriptets Podcast für „gefährlich“ – und diskutiert ausgerechnet dort dreieinhalb Stunden über Journalismus, AfD-Interviews und die vermeintliche Pflicht zur Einordnung. Am Ende bekennt sie gar: Neid.

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Kältereport Nr. 22 /2026

31. Mai 2026 um 12:00

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Eine Meldung vom 25. Mai 2026:

Nord-Amerika: Rekord-Kälte in vielen Gebieten

Eine Kältewelle Ende Mai drückte die Tagestemperaturen in Pennsylvania, Maryland, Virginia, West Virginia und North Carolina und führte zu einer Reihe von Rekord-Tiefstwerten bei den Tageshöchsttemperaturen.

Zentral-Pennsylvania war besonders betroffen: Harrisburg erreichte nur 12,2 °C und stellte damit seinen Rekord für die niedrigste Höchsttemperatur aus dem Jahr 1982 ein. Auch Williamsport blieb bei 12,2 °C stehen und brach damit seinen bisherigen Rekord für den 23. Mai. Altoona schaffte gerade einmal 10 °C, während State College bei 10,6 °C blieb; beide Orte stellten damit neue Rekordtiefstwerte auf.

Die gleiche Luftmasse zog auch über die Region Baltimore-Washington hinweg.

In Hagerstown wurden nur 11,7 °C gemessen, in Martinsburg 11,1 °C, in Annapolis 13,9 °C, in Baltimore 12,8 °C nd in Washington Dulles 12,8 °C. Alle stellten neue Rekordtiefwerte für die Höchsttemperaturen am 23. Mai auf.

Virginia schloss sich an.

Charlottesville erreichte nur 12,8 °C, Roanoke 13,3 °C, Lynchburg 12,8 °C und Blacksburg 11,7 °C, wobei jede Stadt einen Rekordtiefstwert für die Höchsttemperatur an diesem Tag aufstellte. Die Aufzeichnungen für Roanoke reichen bis ins Jahr 1912 zurück, während die für Lynchburg und Blacksburg bis ins Jahr 1893 zurückreichen.

Im Norden weigert sich Alaska nach wie vor, endgültig in den Frühling überzugehen. Am Ted Stevens Anchorage Airport sank die Tiefsttemperatur am 24. Mai auf 0 °C und stellte damit einen neuen Tagesrekord auf, der die bisherigen Bestmarken von 1,1 °C aus den Jahren 1957 und 1952 übertraf.

Bemerkenswert ist vor allem, dass dies nun der späteste Frost ist, der jemals am Anchorage International Airport gemessen worden ist und damit den bisherigen Rekord vom 22. Mai 1964 übertrifft.

Link: https://electroverse.substack.com/p/weather-is-weather-until-its-politically?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 26. Mai 2026:

Nordindien: Ende Mai kehrt der Schnee zurück

Diese Woche hat es auf der Kaschmir-Ladakh-Autobahn im Norden Indiens erneut geschneit.

Am Montag bedeckte Schneefall Teile von Minamarg, Drass und dem Zoji-La-Abschnitt, wodurch die höher gelegenen Streckenabschnitte weiß wurden und die Temperaturen stark sanken.

Schneefall Ende Mai ist hier bemerkenswert, insbesondere entlang einer wichtigen Verkehrsachse.

Es wurden zunächst keine größeren Schäden oder Verkehrsbeeinträchtigungen gemeldet, doch die Behörden beobachten die Lage weiterhin.

Leider konnte ich die Höhenlage nicht ausmachen, aber egal wo, um diese Jahreszeit dürfte es schon ungewöhnlich sein. Hierzu gibt es ein Video:

https://youtu.be/V5H8HvyqqVY

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Nordhemisphäre: Seltene Spitze der Schneemasse

Die Schneemasse der nördlichen Hemisphäre ist laut den neuesten FMI/GlobSnow-Messwerten vom 24. Mai erneut gestiegen.

Dieser Anstieg erfolgt weit in der Schmelzsaison, in der die Schneemasse der Hemisphäre normalerweise rasch abnimmt.

Ausschlaggebend dafür scheinen die tiefer gelegenen Gebiete Eurasiens zu sein (die GlobSnow-Daten berücksichtigen keine Gebirgsregionen).

In Burjatien in der Nähe des Baikalsees im südlichen Zentral-Sibirien fiel Ende Mai starker Schnee, wobei aus Teilen der Region Neuschnee gemeldet wurde. Auch die Mongolei war betroffen, wobei der Aimag Uvs unter Schneestürmen litt. Weiter westlich gab es im Osten Kasachstans Ende Mai Schneefall, als kältere Luft über Zentralasien hinwegzog.

Dies sind die Arten von großflächigen Schneefällen in der Spätsaison, die in den FMI-Schneemassendaten für die nördliche Hemisphäre noch erfasst werden können.

Die Schmelzsaison ist bereits in vollem Gange, doch die Schneedecke der nördlichen Hemisphäre hat gerade (vorübergehend) um einige hundert Gigatonnen zugenommen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-may-snow-returns-to-northern?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 27. Mai 2026:

USA: Der Winter lässt in Kalifornien weiterhin nicht locker

Die Tioga Road durch den Yosemite-Nationalpark wurde am Dienstag, dem 26. Mai, gesperrt, als ein für diese Jahreszeit ungewöhnlicher Schneesturm über die Sierra Nevada zog.

Die Straße war gerade erst für die Saison wieder geöffnet worden. Am 14. Mai durften erstmals Radfahrer die Strecke befahren, am 15. Mai folgten die Fahrzeuge. Weniger als zwei Wochen später gab es erneut Schneefall, und die Hochgebirgsroute wurde wieder gesperrt.

Für die zentrale und südliche Sierra wurde Schneefall vorhergesagt, wobei die Schneefallgrenze auf etwa 1.670 m sinken sollte. Auch andere hohe Pässe, darunter Sonora, Monitor und Ebbetts, mussten geschlossen werden, als die Kaltfront durchzog.

In den gesamten USA verlangsamt sich die Wetterentwicklung. Nach dem Regen am Mittwoch wird sich voraussichtlich ein Omega-Block bilden, der für milde Nachmittage, kühle Nächte und unterdurchschnittliche Temperaturen sorgt.

Ende Mai bringt keinen klaren Übergang in den Sommer, insbesondere im Westen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/winter-keeps-nipping-california-nasas?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 28. Mai 2026:

Global: Die Kälte Ende Mai auf beiden Hemisphären

In Indien wird es in den nächsten Tagen deutlich kühler.

Der Indische Wetterdienst rechnet damit, dass die Temperaturen in Nordindien vom 28. bis 30. Mai bis zu 8 °C sinken werden, wenn ein neues Wettersystem von EWesten her aufzieht. Für die Einheimischen ist dies eine willkommene Erleichterung. Auf der Karte ist ein starker Temperaturrückgang Ende Mai zu erkennen:

ECMWF-Temperaturabweichungen in 2 m Höhe (°F) für den 31. Mai.

Russland warnt vor Spätfrost.

Laut Warnmeldungen des Hydromet-Dienstes ist diese Woche in Karelien mit Frost zu rechnen.

Aus Krasnojarsk, Chakassien und Tuwa wurden lokal Temperaturen bis -2 °C gemeldet. Für Irkutsk gilt bis zum 29. Mai eine Frostwarnung, wobei die Nachttemperaturen auf -3 °C sinken.

Auch im Nordwesten Russlands bleibt es kalt. In Murmansk fiel nasser Schnee. Frostwarnungen gelten am 28. und 29. Mai auch für Leningrad, Pskow und Nowgorod, wo die Temperaturen erneut auf -2 °C sinken.

Kalifornien erlebt einen weiteren Wintereinbruch zum Saisonende.

Die Tioga Road durch den Yosemite-Nationalpark wurde wegen Schneefallsgefahr gesperrt. Auch die nahegelegenen Pässe in der Sierra, darunter Sonora, Monitor und Ebbetts, wurden vorübergehend gesperrt. In den höheren Lagen werden weiterhin frostige Nächte vorhergesagt.

Nun ein kurzer Blick auf die südliche Hemisphäre…

Auch in Chile wird auf Frost geachtet.

Offizielle chilenische Frostwarnungen gelten ab dem 28. Mai, einschließlich „Kahlfrost“.

Für das südliche Afrika ist erneut Schnee in den Vorhersagen angekündigt.

Und schließlich warnt „Snow Report South Africa“ vor möglichen Schneefällen vom 3. bis 5. Juni in den Eastern Cape Highlands, auf den Gipfeln der Drakensberge und in Lesotho, einschließlich der höher gelegenen Gebiete um Rhodes und Barkly East.

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Großbritanniens Klimanotstand dauerte drei Tage

Anmerkung: Dies ist eine Ergänzung zu der Schummelei des Met. Office, die Cap Allon in diesem Beitrag aufgedeckt hatte.

Am Montag wurden in Kew Gardens 34,8 °C gemessen, womit der alte britische Mai-Rekord von 32,8 °C aus den Jahren 1922 und 1944 gebrochen wurde. Am Dienstag wurden in Kew 35,1 °C gemessen, während Heathrow 35 °C erreichte. Kew Gardens und Heathrow. Schon wieder.

Der eine Ort liegt inmitten der riesigen städtischen Wärmeinsel Londons. Der andere ist ein Flughafen, umgeben von Asphalt, Verkehr, Gebäuden, Zufahrtsstraßen und Flugverkehr. Die Messwerte waren nicht gerade gefälscht, aber der Kontext wurde fast sofort ausgeblendet.

Ein kurzes Hochdruckgebiet Ende Mai brachte Hitze nach England. Klarer Himmel, absinkende Luft und heiße kontinentale Luftmassen taten ihr Übriges. Im Süden und Südosten stiegen die Temperaturen sprunghaft, die üblichen Messstationen lieferten die erwarteten Werte, und die Schlagzeilen stellten dieses Wetterphänomen als Beweis für eine Katastrophe dar, wobei sie in schändlicher Weise neun tragische Ertrinkungsfälle in die Berichterstattung über die Hitzewelle einfließen ließen.

Zum Vergleich: In UK gibt es in der Regel etwa 200 bis 250 Unfall-Ertrinkungsfälle pro Jahr – also etwa 17 bis 21 pro Monat, wobei die Zahl in den wärmeren Monaten höher liegt. Im Mai 2024 gab es 28 derartige Todesfälle im Zusammenhang mit Wasser. Vorbehaltlich der offiziellen Bestätigung durch WAID/NWSF liegt die Zahl für Mai 2026 bislang bei 12, einschließlich der neun Todesfälle, die während der Hitzewelle dieser Woche gemeldet worden waren. Dennoch nutzt die BBC diese jüngsten Tragödien als emotionalen Treibstoff für ihre Darstellung der Klimakrise, ohne den grundlegenden Kontext der Ertrinkungsfälle zu berücksichtigen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-may-cold-still-showing-up-britains?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 29. Mai 2026:

Europa: Die kalte Hälfte wird ignoriert

Die aktuelle 7-Tage-Karte des ECMWF zu den Temperaturabweichungen in 2 m Höhe zeigt, dass Europa in zwei Teile gespalten ist:

Vom 28. Mai bis zum 4. Juni ist es in Westeuropa warm.

Spanien, Frankreich, die Benelux-Länder, Teile Deutschlands und Großbritannien liegen über dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020.

In Osteuropa ist es deutlich kalt.

Das Kältegebiet erstreckt sich vom Baltikum über Weißrussland, die Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, den Balkan, Westrussland, die Türkei und die Schwarzmeerregion. Die größten Abweichungen liegen bei etwa 15 °C unter dem Normalwert.

Damit liegt ein riesiger, dicht besiedelter Streifen Europas zumindest für die nächste Woche unter dem Normalwert. Grob geschätzt sind im Westen 250 bis 300 Millionen Menschen von der Wärme betroffen, während im Osten und Südosten etwa 350 bis 400 Millionen unter der für die Jahreszeit ungewöhnlichen Kälte leiden.

Das sind 100 Millionen Menschen mehr auf der kalten Seite als auf der warmen.

Die Medien werden nur den Teil davon berichten, der in ihr Bild passt.

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Antarktis: Concordia meldet -76.1°C

An der Concordia-Station in der Antarktis sank die Temperatur am 28. Mai auf -76,1 °C – das erste Mal in dieser Saison, dass die Temperatur unter -75 °C fiel.

Das ist selbst für Dome C extrem kalt.

Im tiefsten Winter können die Temperaturen bis auf -80 °C sinken, doch Ende Mai ist es noch früher Winter. Die typischen Tiefstwerte im Mai liegen bei etwa -65 °C.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-cold-half-is-ignored-concordia?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 23 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 29. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Kältereport Nr. 22 /2026 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Vertuschung der Impfnebenwirkungen durch Politik und Pharma verhindert die Heilung

28. Mai 2026 um 09:45

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Der Allgemeinmediziner Dr. Ralf Tillenburg hat sich zu einem Spezialisten für die Behandlung der verheerenden Folgen der COVID-19-Spritzstoffe entwickelt. „Long Covid“ ist für ihn die perfekte Vertuschung der Impfschäden durch Pharmaindustrie und Politik. Am 1. März 2025 hielt er auf dem  WHO-Symposium in Winterthur zusammen mit der Impfgeschädigten Katharina König einen aufsehenerregenden Vortrag. Mit klaren wissenschaftlichen Fakten und erschütternden Erfahrungsberichten gingen sie den zerstörerischen Wirkungen der „Giftspritze“ auf den Grund. Nachfolgend übernehmen wir einen Bericht von Nicole Hammer und den Link zum Vortrags-Video. (hl) 

Von Nicole Hammer, Wissensgeist.TV:

Impfgeschädigte sind keine verlorenen Fälle: Wie die Vertuschung durch Politik und Pharmaindustrie die Heilung verhindert

Die Einführung der mRNA-Impfstoffe: Ein Experiment auf Kosten der Gesundheit

Die mRNA-Impfstoffe wurden als technologische Revolution gefeiert. Während die Menschheit noch immer unter den Massnahmen der COVID-19-Plandemie litt, wurden diese Präparate in einer Rekordzeit entwickelt und auf den Markt gebracht. Politiker und Pharmaunternehmen versprachen der Öffentlichkeit, dass diese „sicheren und effektiven“

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Wehrdienst: Steinmeier bezweifelt, ob Freiwilligkeit „ausreicht“


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„Ich zweifle, ob die Freiwilligkeit ausreicht“ – das sagt Frank-Walter Steinmeier in einem Podcast des Portals t-online. Ausreicht? Was heißt hier denn „ausreicht“? Es kann und darf doch nicht in der derzeitigen Situation darum gehen, ob ein freiwilliger Wehrdienst „ausreicht“! Vom einem Bundespräsidenten ist zu erwarten, dass er vom Grundsatz den angestrebten „Aufwuchs“ bei der Bundeswehr auf seine Sinnhaftigkeit hinterfragt – und dem Vorhaben Kriegstüchtigkeit mit der Kraft seines Amtes entgegentritt. Kann oder will er das nicht, ist er für das Amt ungeeignet. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Spätestens seit Steinmeiers berühmt-berüchtigter Aussage aus der Coronazeit, wonach „der Spaziergang seine Unschuld verloren“ habe, ist klar, dass hier ein Bundespräsident agiert, der mit der Politik mitschwimmt.

Noch immer ist Steinmeier im Amt. Noch hätte er die Chance zu beweisen, dass es auch anders geht. Stattdessen ist von ihm zu hören, er zweifle daran, ob die Freiwilligkeit im Hinblick auf den neuen Wehrdienst „ausreicht“.

Man muss es sich vor Augen halten: Die Republik soll kriegstüchtig werden. Die Rede ist davon, dass deutsche Soldaten in einen Krieg gegen Russland ziehen könnten. Die Politik schielt bereits mit beiden Augen auf die jungen Staatsbürger für den Dienst an der Waffe. Und in dieser Situation fällt dem Bundespräsidenten nichts anderes ein, als Zweifel daran zu haben, dass die derzeitige Freiwilligkeit beim Wehrdienst ausreichen werde?

Für diese Vermutung braucht es nicht die Stimme des Bundespräsidenten. Jeder mit einem Funken Verstand kann sich denken, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht längst beschlossene Sache ist. Politiker, die ein Land kriegstüchtig machen wollen, werden früher oder später auch eine Wehrpflicht einführen.

Gerade ist zu lesen, dass sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer im ersten Quartal dieses Jahres verdreifacht hat. Verständlich: Junge Menschen haben keine Lust, sich den Gefahren eines von der Politik heraufbeschworenen Krieges auszusetzen.

Wo sind die erbauenden Worte des Bundespräsidenten für jene jungen Menschen, die gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen? Wo sind die mahnenden Worte von Steinmeier in Richtung der Feindbildbauer? Wo die Grundsatzkritik an der Militarisierung Deutschlands? Irgendwo im Garten von Schloss Bellevue vergraben?

Titelbild: Verleihung eines neuen Fahnenbandes an das Wachbataillon – © Bundesregierung/Kugler

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Entkernen, Umfunktionieren und (feindlich) Übernehmen – Warum die heutige Bundesrepublik Deutschland (so gut wie) nichts mehr mit der ‚Bonner Republik‘ zu tun hat


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Die wiedervereinte Bundesrepublik Deutschland hat mit dem Land gleichen Namens, das zwischen 1949 und 1990 existierte, nur noch den Namen gemeinsam. Auf den ersten Blick fällt das allerdings nicht auf – weil die Fassaden noch stehen. Die heutige Bundesrepublik ist nichts anderes als ein komplett entkernter Altbau. Von Leo Ensel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Ich habe lange gebraucht, bis es mir langsam dämmerte. Und auch jetzt tue ich mich immer noch schwer, mental und – vor allem! – gefühlsmäßig in der neuen Realität, in der ich mich eher tastend voranbewege, anzukommen. Aber im Millimetertempo wird mir immer deutlicher, dass dieses Land, das sich nach wie vor „Bundesrepublik Deutschland“ nennt, mit dem Land gleichen Namens, in dem ich die Hälfte meines Lebens – von 1954 bis 1990 – verbracht habe, kaum noch identisch ist.

Hälfte des Lebens

Aufgewachsen als „Kind des Rheines“ bin ich mit einer dort nicht untypischen Mentalität. Ulrike Guérot hat sie für sich selbst einmal so auf den Punkt gebracht: „Rheinisch, katholisch und europäisch“. Wobei „europäisch“ für mich, ich vermute: wie für Frau Guérot, sich außenpolitisch in erster Linie auf den nahen ehemaligen „Erbfeind“ bezog, innenpolitisch aber auch eine Skepsis – nein: ein starkes mentalitätsmäßiges Fremdeln bis hin zur emotionalen Abneigung – gegenüber jeglichem „Preußentum“ signalisierte. (Paris war – und ist – uns Rheinländern nicht nur geographisch näher als Berlin.)

Natürlich lebten wir in der alten Bundesrepublik nicht auf einer ‚Insel der Seligen‘: Alte Nazis, geläutert oder auch nicht, waren lange noch präsent – als Lehrer, Ärzte, Richter, Professoren, Städteplaner, Journalisten, höhere Verwaltungsbeamte und Politiker. (Manchmal kam es per Zufall raus, oft auch gar nicht – jedenfalls bis zum Tod der betreffenden Personen.) Ab 1972, noch unter Bundeskanzler Willy – „mehr Demokratie wagen!“ – Brandt, legte sich der sogenannte „Radikalenerlass“ für anderthalb Jahrzehnte wie Mehltau über mehrere Generationen von Hochschulabsolventen. Die terroristische RAF auf der einen sowie Bundesregierung, Polizeiapparat und Bundesbehörden auf der anderen Seite verkrallten sich in den Siebzigerjahren, mit Klimax im ‚Deutschen Herbst‘ 1977, dramatisch zu einer blutigen ‚Folie à deux‘. Um Atomkraftwerke wurden zwischen Polizei und Demonstranten wahre Schlachten ausgetragen, und die Stationierung von atomar bestückten Mittelstreckenraketen trieb in den Achtzigerjahren zeitweise über eine Million Menschen, darunter auch mich, auf die Straßen.

Trotz alledem hatte ich aber, bei aller Kritik, im tiefsten Winkel meiner Seele doch ein nahezu unausrottbares ‚politisches Urvertrauen‘ in unseren Staat: Ein vernünftiges Grundgesetz, mit dem ich mich identifizieren konnte; ein im Prinzip funktionierender Rechtsstaat, bei dem die Chancen, am Ende doch Recht zu bekommen, nicht gering waren; nicht zuletzt eine in den Siebziger- und Achtzigerjahren immer stärker angewachsene Zivilgesellschaft in Gestalt der (damals) Neuen Sozialen Bewegungen, besonders der Friedens- und Umweltbewegung – und das Problem der alten Nazis würde sich ja früher oder später eh von selbst, sprich: biologisch, erledigen.

Als die Mauer fiel, Deutschland völlig unerwartet wiedervereinigt war und parallel dazu die tödlichen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen abgezogen und restlos verschrottet wurden, als der Kalte Krieg (wie es schien) beendet war, als die neue Bundesrepublik Deutschland sich auf einmal „von Freunden umzingelt“ in einem völlig veränderten Europa wiederfand, da spürte ich in mir eine große Euphorie: Jetzt, nachdem der Kalte Krieg so glücklich beendet ist, jetzt bauen wir das Gorbatschow‘sche ‚Gemeinsame europäische Haus‘ auf! Jetzt versöhnen wir uns – wie damals mit unserem ‚Erbfeind im Westen‘ – auch mit den Völkern im Osten. Jetzt ist ja vielleicht sogar Kants „Ewiger Frieden“ in Reichweite gerückt …

Tableau.

Ein irritierter Blick nach dreieinhalb Jahrzehnten

Machen wir einen kühnen – und reichlich kühlen – Sprung in die Gegenwart! Und schauen wir uns dieses Land nochmals mit altbundesrepublikanischen Augen an.

Da ist zunächst die Parteienlandschaft. Alle sind sie noch da. (Zwei, davon eine täglich größer werdende, sind noch hinzugekommen.) Schaut man allerdings genauer hin, so stellt man irritiert fest:

„Die CDU ist nicht mehr christlich, die SPD ist nicht mehr die Partei der Arbeiter. Die Liberalen sind nicht mehr liberal und die Grünen schon lange nicht mehr grün im Sinne einer ehrlichen Umweltpolitik [und erst recht nicht mehr antimilitaristisch]. Und die in Gendersprache, Cancel-Culture und ‚offene Grenzen für alle‘ verliebte Linke ist alles Mögliche, nur nicht links in der Tradition der Arbeiterbewegung.“

So hat es Oskar Lafontaine neulich auf den Begriff gebracht. (Am eklatantesten trifft dies natürlich auf die um exakt 180-Grad gewendete ehemalige Ökopax-Partei zu, die sich heute an Kriegsgeilheit von niemandem übertreffen lässt.)

Als Zweites ein Blick auf die Medienlandschaft. Auch hier sind alle Leitmedien der alten Bundesrepublik nach wie vor präsent: vom Bayernkurier, Welt und FAZ über Süddeutsche und Frankfurter Rundschau bis hin zur antiautoritären taz. „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ präsentieren sich wie einst im charakteristischen Blau, „heute“ und „heute journal“ senden immer noch zu denselben Tageszeiten. Schaut und hört man aber auch hier schärfer hin, so realisiert man verblüfft: Eine tatsächliche Meinungsvielfalt existiert nicht mehr! Ob FAZ oder taz – was die wirklich relevanten Themen angeht, so steht überall dasselbe. (In der taz lediglich einen Tick salopper und – selbstverständlich! – streng gegendert.)

Es gibt auch noch eine linke Szene. (Zumindest ein Milieu, das sich ‚irgendwie‘ als links versteht und so präsentiert.) Der genauere Blick offenbart allerdings, dass man sich hier fast nur noch mit Identitätsfragen oder der skurrilsten Inszenierung der exotischsten erotischen Neigung beschäftigt. Die Eigentumsfrage und Fragen der sozialen Gerechtigkeit dagegen spielen so gut wie keine Rolle mehr. Dementsprechend erscheint diese – jeglichem Antimilitarismus abholde – Lifestyle-Linke (wie deren alt gewordene Hauspostille) auch nur bei oberflächlicher Betrachtung als aufmüpfig. In Wirklichkeit ist sie genau die „Linke“, die dem globalisierten Kapital nicht gefährlich wird, ihr Habitus geradezu die unabdingbare Voraussetzung, um in diesem Staat Karriere zu machen.

Einen Lift auf dem schnellen Weg nach oben – zumindest aber ein komfortables Zwischenlager für sonst arbeitslose Geistes- und Sozialwissenschaftler – bilden (neben den zahlreichen transatlantischen Organisationen) sogenannte Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Ja, die gibt es nicht nur noch – sie sind in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten sogar wie Pilze aus dem Boden geschossen! Wo allerdings in den Achtzigerjahren noch erbittert über „Staatsknete“ gestritten wurde, stellen sie sich heute allesamt als staatlich, nein: oft sogar regierungsamtlich, alimentiert heraus.

Und nicht nur das: Viele von ihnen betreiben nicht allein eine, mit rund 200 Millionen Euro jährlich geförderte, Fortsetzung der Regierungspolitik mit anderen Mitteln. Sie entpuppen sich vielmehr als der – nur notdürftig getarnte – verlängerte Arm der Staatsgewalt fürs Grobe, sprich: sie operieren, vorsichtig gesprochen, schlicht am Rande der Legalität. Sogenannte „Antifeministische Meldestellen“ sammeln, staatlich gefördert, „Fälle, unabhängig davon, ob sie angezeigt wurden und unabhängig davon, ob sie einen Straftatbestand erfüllen oder unter der sogenannten Strafbarkeitsgrenze liegen.“ Ähnliches gilt für sogenannte „Anti-Hate Speech“- und andere Vereinigungen. (In Summa die neubundesrepublikanische Version des ehemaligen Vereins „Horch & Guck“ – kurz: eine, diesmal ‚zivilgesellschaftlich‘ outgesourcte, „Stasi 2.0“.) Und selbsternannte, mit bundesdeutschen oder EU-Gütesiegeln geadelte „NGOs“ verbreiten unter dem Etikett „Bekämpfung von Fake News“ selber Desinformation. – Mit einem Wort: Der Begriff „Nichtregierungsorganisation“ erweist sich als klassischer Etikettenschwindel, der umgehend durch „GONGO“ (Government-Organized Non-Governmental Organization) ersetzt werden sollte!

Ob der Rechtsstaat im Großen und Ganzen noch funktioniert, das wage ich nicht zu beurteilen. Wohl aber, dass ein Grundprinzip jeglicher Demokratie gerade höchst elegant ausgehebelt wird: die Meinungsfreiheit! Und damit kommen wir zur atemberaubenden Degeneration jener supranationalen Institution, die einst Hoffnung aller weitsichtigen und friedliebenden Geister auf diesem Kontinent war. Die Europäische Union, gegründet als Friedensprojekt, als nationenübergreifende Lehre aus zwei blutigen Weltkriegen, ist nicht nur nach außen zu einer rasenden Kriegsfurie verkommen. Sie verwandelt zudem nach innen unliebsame Staatsbürger völlig willkürlich in aller Rechte beraubte Paria und katapultiert sie somit – alle geheiligten Werte und sämtliche Prinzipien der vom europäischen Kontinent ausgegangenen Aufklärung ignorierend – schnurstracks zurück ins Mittelalter! Als Vogelfreie. Der geniale Trick: Bei den Willkürmaßnahmen des „Rats der Europäischen Union“ handelt es sich nicht etwa um Strafen (selbst wenn die Sperrung der Konten, die Beschränkung der Bewegungsfreiheit und das Verbot der Unterstützung durch Dritte im Worst Case auf eine ‚Todesstrafe auf Raten‘ hinauslaufen), sondern um „außenpolitische Abwehrmaßnahmen“ – weshalb ihnen auf dem nationalen Rechtsweg, sollte er noch funktionieren, auch gar nicht beizukommen ist!

Kurze Kinderfrage: Ist ein Staat, in dem (genauer: über den und dessen Bürger hinweg) die Meinungsfreiheit (bekanntlich immer die ‚Freiheit der Andersdenkenden‘) par ordre du mufti einfach suspendiert werden kann, indem supra-nationale Akteure diejenigen, die sie in Anspruch nehmen, schlicht kaltstellen – ist ein solcher Staat eigentlich noch eine Demokratie?

Und was ist mit dem Grundgesetz, einer dezidiert dem Frieden verpflichteten Verfassung, wenn dieses Land, Totalverweigerung in Sachen Diplomatie betreibend, sich nun fröhlich zur größten konventionellen Militärmacht auf dem westeuropäischen Kontinent aufschwingt, deren Politiker und Leitmedien tagtäglich schriller in Richtung Krieg blasen – und dies in einem zusehends kriegstüchtiger werdenden Bündnis, das noch zu altbundesrepublikanischen Zeiten ausschließlich der Verteidigung verpflichtet war?

Entkernt

Warum fällt all das auf den ersten Blick so wenig auf? Warum sieht die neue Bundesrepublik Deutschland, oberflächlich betrachtet, der Bonner Republik immer noch so ähnlich?

Weil die entsprechenden Institutionen eben nicht abgerissen, sondern entkernt wurden! Das Land, in dem ich mittlerweile die zweite Hälfe meines Lebens verbracht habe, kommt mir immer mehr vor wie ein komplett entkernter Altbau: Die Fassaden stehen noch. Aber wer wissen will, was sich hinter ihnen tatsächlich verbirgt, darf sich davon nicht blenden lassen.

Oder in einem anderen Bild: Die meisten Institutionen und Organisationen – allen voran unsere privaten und öffentlich-rechtlichen Leitmedien, Arm in Arm mit einer einstmals pazifistischen Partei, sogenannte Nichtregierungsorganisationen, die sich als ‚links‘ präsentierende Szene, nicht zu vergessen die von Tag zu Tag aggressiver auftretenden realen Institutionen der Macht: Armee, NATO und Europäische Union – alle kommen sie mir vor, als seien sie zwischenzeitlich geräuschlos umfunktioniert und (feindlich) übernommen worden. Mein einstiges ‚politisches Urvertrauen‘ ist mir jedenfalls restlos abhandengekommen.

Wie gesagt: Es sieht manchmal noch fast so aus wie früher. Weil die Fassaden noch stehen. Wohlgemerkt, die Fassaden!

Mit freundlicher Genehmigung von Globalbridge.

Titelbild: Etikettenschwindel – und (noch vergleichsweise harmloses) Symbol für die neue Bundesrepublik Deutschland: Das Braunschweiger Schloss. Hinter der historischen Fassade verbirgt sich nicht etwa ein Schloss, sondern ein Einkaufszentrum! Quelle: Marc Venema / shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

Importierte Gewalt: Migranten missbrauchen Schwedens Senioren in Pflegeheimen

24. Mai 2026 um 09:00

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Eine Welle sexueller Gewalt überrollt Schwedens Altenpflege. Mehr als 140 betagte Frauen wurden laut offiziellen Zahlen in den vergangenen Jahren Opfer von Übergriffen durch Pflegekräfte. Akten und Gerichtsverfahren belegen, dass die Täter auffällig oft aus dem arabischen und afrikanischen Raum stammen.

Die eigentlich sichere Umgebung von Pflegeheimen und der häuslichen Pflege verwandelt sich für viele Senioren in einen Albtraum. Laut Berichten von schwedischen Medien wie „SVT“ und „Expressen„, verzeichnete die schwedische Polizei allein zwischen 2022 und 2026 insgesamt 143 Anzeigen wegen Vergewaltigung von Frauen über 60 Jahren. Diese brutalen Sexualdelikte finden mitten in staatlichen Einrichtungen oder in den eigenen vier Wänden der wehrlosen Patienten statt. Kriminologen und Experten warnen vor einer massiven Dunkelziffer, da viele der hochbetagten Opfer aus nackter Angst oder extremer Scham schweigen.

Oft handelt es sich bei den Tätern um junge Männer, die nach Schweden eingewandert sind und ohne echte Qualifikation auf wehrlose Senioren losgelassen werden. Ein anschaulicher Fall ist der des 29-jährigen Basir Yusuf. Er missbrauchte eine 85-jährige Frau in deren Wohnung und filmte seine Taten mit, während er eigentlich für ihre Pflege bezahlt wurde. Ein Gericht verurteilte ihn zu neun Jahren Haft. Das Absurde daran ist, dass eine Abschiebung unmöglich war, da man dem Mann längst die schwedische Staatsbürgerschaft hinterhergeworfen hatte.

Ebenso bestürzend ist der Fall aus Eskilstuna. Dort verging sich der aus Eritrea stammende 34-jährige Pflegehelfer Melsh Keleta an einer demenzkranken Patientin unter der Dusche. Ein Kollege ertappte ihn auf frischer Tat, doch die politisch korrekte Heimleitung zog es vor, den Vorfall zu vertuschen. Erst die empörten Angehörigen schritten Wochen später ein. Der Lohn der Justiz bestand in milden dreieinhalb Jahren Haft, während er dank seines Flüchtlingsstatus vor einer Abschiebung geschützt wurde.

Die Spur des sexuellen Missbrauchs von Senioren zieht sich durch das ganze Land, wie weitere Vorfälle um Täter wie Ali Hassan Zada oder Mohammed Karrar dokumentieren. Auch in der Gemeinde Solna wurde kürzlich ein wegen Drogengeschäften vorbestrafter Eritreer überführt, der sein Opfer missbrauchte. Doch anstatt die Bürger zu schützen, blockiert der Staatsapparat die Aufklärung. Der zuständige Kriminologe der Polizei, Anders Östlund, erklärte die Herkunft der Täter allen Ernstes für irrelevant, weshalb die Polizei diese unbequemen Daten bei Sexualdelikten gezielt unterdrückt.

Diese erschütternden Vorfälle sind ein weiteres Beispiel dafür, welche negativen Auswirkungen mit einer liberalen Migrationspolitik einhergehen. Und wenn man die erwarteten demografischen Verschiebungen (mehr alte Einheimische, mehr junge Zuwanderer) für die nächsten Jahrzehnte in den europäischen Ländern betrachtet, kann man sich ausmalen, wie sich das auf die Lebensqualität der Senioren in den Alters- und Pflegenheimen auswirken könnte. Vor allem dann, wenn es auch hierzulande zu „schwedischen Zuständen“ kommt.

(Auszug von RSS-Feed)

Kältereport Nr. 21 /2026

24. Mai 2026 um 06:00

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Meldungen vom 18. Mai 2026:

Kanada: 108 Jahre alter Kälterekord in der Stadt Saskatoon

Das lange Victoria-Day-Wochenende in Kanada war kalt.

In Alberta bedeckte Neuschnee Canmore und das Bow Valley, wobei in den nahegelegenen Bergregionen bis zu 30 cm fielen.

In den Prärien lag die vorläufige Tageshöchsttemperatur in Saskatoon am 17. Mai bei etwa 3 °C. Sollte sich diese Messung bestätigen, hätte die Stadt ihren 108 Jahre alten Rekord für die niedrigste Tageshöchsttemperatur zumindest angegriffen oder möglicherweise sogar gebrochen.

Auch in Regina hatte es geschneit mit Höchsttemperaturen von gerade einmal 3 °C bis 4 °C rund 15 °C unter dem Normalwert.

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Xinjiang, China: Mitte-Mai-Blizzard in der Region Hami

Hami in Xinjiang gab am Wochenende eine Schneesturmwarnung der höchsten Stufe [rot] heraus.

Der Wetterdienst von Hami stufte seine gelbe Schneesturmwarnung am 16. Mai um 5:01 Uhr morgens auf orange hoch, hob sie jedoch kurz darauf erneut auf rot an – Chinas höchste Stufe –, nachdem für Baishitou und die umliegenden Berggebiete 45 cm Schnee vorhergesagt worden waren.

Konkret wurde in der Warnung mit bis zu 45 mm Schneewasser-Äquivalent gerechnet, was nach Chinas 24-Stunden-Schneefallskala als „特大暴雪“[= Gewaltiger Schneesturm] gilt, was üblicherweise mit „extremer Schneesturm“ oder „außergewöhnlicher Schneesturm“ übersetzt wird.

Bei einem groben Verhältnis von 10:1 würden 45 mm SWE etwa 45 cm Schnee ergeben (wobei unter kälteren, trockeneren Bedingungen in den Bergen höhere Gesamtmengen möglich sind).

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Europa: Mai-Kälte hielt Einzug, und auf den Gletschern fielen 60 cm Schnee

Die Kältewelle Mitte Mai in Europa schlug sich in Rekordwerten, Frostperioden und der Schneedecke nieder.

Schweden verzeichnete in Satenas in Västergötland einen neuen Tiefsttemperaturrekord für den Monat Mai: Mit -3,1 °C wurde der bisherige Mai-Rekord der Messstation von -2,7 °C unterboten.

Mehrere andere schwedische Messstationen verzeichneten ihre niedrigsten Mai-Temperaturen seit Jahrzehnten. In Sveg sank die Temperatur auf -10,1 °C, den niedrigsten Wert seit 1981. Auch Hallum und Sunne stellten mit -4,9 °C bzw. -6,4 °C neue Mai-Tiefstwerte auf.

Auch Zypern verzeichnete einen neuen Tiefsttemperaturrekord für den Monat Mai: In Prodromos wurden 0,2 °C gemessen.

Knapp daneben lag der Chromios-Berg, wo -1 °C gemessen wurden – nur 0,2 °C mehr als der 1990 aufgestellte nationale Mai-Tiefsttemperaturrekord Zyperns (in Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1959 zurückreichen).

Es wurde auch Schnee gemeldet, wobei der bisherige Schneefall im Mai auf der Insel Berichten zufolge am 6. Mai 1995 stattfand.

Frankreich erlebte gerade die kühlste Phase Mitte Mai seit mindestens 16 Jahren. Laut Météo Express muss man bis ins Jahr 2010 zurückgehen, um eine vergleichbare Kältewelle zu finden.

In den italienischen Alpen wurden auf der Capanna Regina Margherita am Monte Rosa -22,2 °C gemessen, womit sich eine dreitägige Kälteperiode mit Temperaturen unter -22 °C vollendete (nach -22,2 °C am 14. Mai und -22,1 °C am 15. Mai). Soweit bekannt ist, hat es eine solche Kälteperiode noch nie so spät in der Saison gegeben.

Die Kälte erreichte auch Nordspanien. In Navarra kam es am 17. Mai zu seltenen Spätfrösten, darunter -1,4 °C in Belagua Borda Marengo und -1,2 °C in Remendia, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch die Schneelage in Navarra beeindruckte: In La Contienda, in Larra-Belagua, fielen 28 cm – außergewöhnlich für diese späte Jahreszeit.

Ebenso meldete der Glencoe Mountain in Schottland am 18. Mai Neuschnee im Main Basin mit einer Schneehöhe von 90 cm im oberen Bereich. Zum Vergleich: In der dritten Maiwoche fallen in Glencoe durchschnittlich nur etwa 1 cm Schnee.

Die Alpen waren am stärksten betroffen.

J2Ski meldete in den vergangenen Tagen bis zu 61 cm Neuschnee am österreichischen Stubaier Gletscher, im Kaunertal waren es 40 cm. WeatherToSki berichtete am 17. Mai nach einer ungewöhnlich kalten und schneereichen Phase von hervorragenden Gletscherbedingungen, wobei für den 18. und 19. Mai weiterer Schneefall vorhergesagt wurde.

Link: https://electroverse.substack.com/p/saskatoon-challenges-108-year-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 19. Mai 2026:

Süd-Amerika: Früh-saisonaler Frosteinbruch

Eine Luftmasse antarktischen Ursprungs zieht nach Norden durch Argentinien und bringt Schnee in Teilen von Córdoba, San Luis und dem südlichen Mendoza, bevor sie sich in einer noch schädlicheren Form niederlässt: weit verbreiteter Frost.

Bis Montag, dem 18. Mai, hatte sich die Kälte über den zentralen Gürtel Argentiniens ausgebreitet. Meteored Argentina warnte vor starkem Frost in Córdoba, Santa Fe, Entre Ríos und Buenos Aires, wobei die ländlichen Gebiete im Norden von Buenos Aires und Teile der Pampa mehrere aufeinanderfolgende Nächte mit Temperaturen unter 0 °C zu erwarten hatten.

Ruralnet bezog sich auf den argentinischen Wetterdienst und gab an, dass die kälteste Phase zwischen Dienstag, dem 19. Mai, und Donnerstag, dem 21. Mai liegen werde. In mindestens 15 Provinzen wurde Frost erwartet.

Bereits jetzt hatten Salta, Jujuy, Santiago del Estero, Chaco, Formosa, Corrientes und Misiones ungewöhnlich kalte Morgen zu verzeichnen, wobei der Frost weit in den Norden vordrang. Zu den gemeldeten Tiefstwerten gehörten -8,5 °C in Chapelco, -8,4 °C in Maquinchao, -7,6 °C in Uspallata und -7 °C in Esquel.

Die gleiche Kaltluftmasse ist bis nach Uruguay, Paraguay, Bolivien und Südbrasilien vorgedrungen, wo MetSul vor weit verbreiteten Minuswerten in ganz Rio Grande do Sul warnte.

Auch Chile war betroffen. Die Dirección Meteorológica de Chile gab am 18. Mai eine Frühfrostwarnung für Maule und Ñuble heraus, wobei für Tal- und Küsten-Kordillerengebiete -3 °C vorhergesagt wurden.

Dies ist ein weitreichender Kälteeinbruch zu Beginn der Saison für Südamerika, der mindestens bis zum 24. Mai andauern wird.

Link: https://electroverse.substack.com/p/early-season-frosts-sweep-south-america?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 20. Mai 2026:

USA: Rekord-Kälte nach Frühlings-Wärme

Eine intensive Kaltfront zieht über die Vereinigten Staaten hinweg und lässt die zentralen, nördlichen und schließlich auch die östlichen Bundesstaaten von frühlingshafter Wärme in späten Frost umschlagen.

Das Wettervorhersagezentrum prognostiziert bis zum Ende der Woche starke Abkühlung, die sich von den südlichen Ebenen über den Mittleren Westen bis in den Nordosten ausbreitet, während eine sehr kalte Luftmasse einströmt und die Rocky Mountains, die Ebenen und in den oberen Mittleren Westen wieder in Schnee, Frost und eisige Temperaturen bringt.

Staaten wie Wyoming war es bereits soweit.

Am Dienstag sank die Temperatur in Rawlins auf -13,3 °C und brach damit den seit 1951 geführten Mai-Tiefsttemperaturrekord von -12,2 °C, der am 2. Mai 2013 aufgestellt worden war. Der NWS Cheyenne erwartet dort für Mittwoch, den 20. Mai, zudem einen weiteren Tages-Tiefstwert.

Frostwarnungen gelten für Teile des Südostens von Wyoming und des Westens von Nebraska. Der NWS Riverton warnte vor Temperaturen von -3,9 °C bis -1,1 °C in Teilen von Zentral-Wyoming, mit lokalen Werten nahe -6,7 °C dort, wo noch Schnee auf dem Boden liegt.

Die Kälte hat bereits nördlich der Grenze Einzug gehalten.

Der Flughafen Winnipeg beispielsweise erlebte gerade eines der kältesten Mai-Wochenenden seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1872. Die Höchsttemperatur am Wochenende erreichte nur 10,6 °C und war damit gemeinsam mit dem Jahr 1882 das kälteste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur lag bei 9,3 °C und war damit die zweitkälteste. Der Dreitagesdurchschnitt lag bei 5,2 °C – das kälteste Mai-Wochenende seit 1997.

Es wurde auch Schneefall gemeldet, was zwar am Mai-Wochenende nicht ungewöhnlich ist, aber im Mittel nur etwa einmal pro Jahrzehnt vorkommt.

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Südamerika: Intensivierung der Kältewelle

Chile ist am stärksten von dem für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Kälteeinbruch in Südamerika betroffen; Frost macht sich mittlerweile bis zum zentralen Agrargürtel des Landes bemerkbar.

In der Region Maule sank die Temperatur am Montag laut lokalen Berichten aus Talca bis -3,5 °C, was als „Rekordtief“ bezeichnet wurde. Eine polare Luftmasse war über den Kontinent nach Norden vorgedrungen; klarer Himmel und schwacher Wind ließen die Temperaturen über Nacht stark absinken, was in Zentralchile zu schädlichem Strahlungsfrost führte.

Chiles Katastrophenschutzbehörde hatte am Montag für mehrere Regionen eine Warnung vor niedrigen Temperaturen und Frost ausgegeben, und am Dienstag, dem 19. Mai, zeigten offizielle DMC-Daten, dass dies gerechtfertigt war. Die Kälte hatte sich weit über die zentralen und südlichen Regionen ausgebreitet: In Balmaceda sank die Temperatur auf -3,9 °C, in Chillán auf -1,8 °C, Coyhaique auf -1,6 °C, Temuco auf -0,9 °C und Valdivia auf -0,2 °C.

Weiter nördlich warnte Perus SENAMHI, dass ein zweiter „Friaje“ die Temperaturen im Dschungel bis zum 22. Mai senken würde. Südbrasilien meldete unterdessen Frostgefahr und eine Reihe kalter Morgenstunden.

Argentinien hat nach dem Beginn des Ereignisses am 17. Mai weiterhin mit Schnee und Frost zu kämpfen.

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Der kalte Mai in Europa

In Frankreich war es, wie in weiten Teilen Europas, in den ersten zwei Dritteln des Monats Mai kühl.

Die landesweite Temperaturabweichung lag in den ersten rund 20 Tagen bei -0,4 °C gegenüber dem Normalwert. Ein Großteil des Kontinents erlebte zu Monatsbeginn kühle, unbeständige Wetterbedingungen mit wiederholten späten Schneefällen in den Bergen und unterdurchschnittlichen Temperaturen in weiten Teilen des Landes:

[Météo Express]

Das wird sich nun ändern, zumindest für die Länder im Zentrum und Westen (im Osten bleibt es kalt).

Das letzte Drittel des Monats Mai dürfte warm genug sein, um Frankreichs Defizit vom Monatsanfang auszugleichen.

Also genießt es.

Nach Wochen voller Kälte, Wolken, Frostgefahr und Schnee in den Bergen steht Europa endlich vor verspäteter Frühlingswärme. Die Strände werden sich füllen. Die Grills werden hervorgeholt. Aber achtet auf die Darstellung in den Medien.

Die gleichen Mainstream-Medien, welche die kühlen ersten drei Maiwochen in Europa ignoriert haben, bereiten sich darauf vor, das warme Ende als Beweis für deren „Zusammenbruch“ hochzuspielen. Das ist das Standardrepertoire der Klima-Schadensvermarkter: die Kälte ignorieren, auf die Wärme warten, dann die Schlagzeilen hinaus posaunen und den Notstand ausrufen.

Eine warme letzte Maiwoche ist keine Katastrophe. Es ist vielmehr das, worauf die meisten Menschen gewartet haben.

Link: https://electroverse.substack.com/p/record-cold-follows-us-front-south?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 21. Mai 2026:

Nordamerika: Kälte breitet sich aus – Ende Mai

Eine Kaltluftmasse zieht über die kontinentalen Vereinigten Staaten (CONUS) nach Süden, bringt Schnee in den höheren Lagen und lässt die Temperaturen von Wyoming bis Colorado auf Rekordtiefstwerte sinken.

Rawlins (WY) hatte bereits am 19. Mai mit -13,3 °C seinen historischen Mai-Tiefstwert gebrochen und damit den alten Monatsrekord von -12,2 °C aus dem Jahr 2013 unterboten. Die Kälte hielt dann an. Am 20. Mai fiel die Temperatur in Rawlins erneut auf -8,3 °C und brach damit den Tagesrekord von -6,7 °C aus dem Jahr 2001. Die Wetteraufzeichnungen dort reichen bis ins Jahr 1959 zurück.

Colorado reihte sich am 21. Mai in die Liste ein, als die Temperatur am Grand Junction Regional Airport auf 0 °C sank und damit den alten Tagesrekord von 0,6 °C aus dem Jahr 1974 (Aufzeichnungen reichen bis 1893 zurück) unterbot.

Weiter südlich stellte Oklahoma City seinen Rekord für die kälteste Höchsttemperatur am 20. Mai ein und erreichte nur 17,2 °C, was dem Wert von 1942 entspricht. Kein Rekordtief, aber dennoch eine unterdurchschnittliche Höchsttemperatur für den späten Frühling tief in den Ebenen.

Die winterlichen Bedingungen wirkten sich auch auf Kanada aus.

Im Norden von Quebec fielen am Flughafen La Grande-Rivière in der Nähe von Radisson vom 20. bis 21. Mai fast 13 cm Neuschnee, wodurch sich die monatliche Gesamtmenge auf 34 cm erhöhte. Der Meteorologe Patrick Duplessis sagte, dies sei ein neuer Mai-Schneefallrekord in den Aufzeichnungen seit 1977.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-may-cold-sweeps-north-america?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 22. Mai 2026:

Sibirien: Rückfall in den Winter

Große Gebiete Sibiriens sind wieder in den Winter zurückgefallen.

Am 22. Mai erstreckten sich Frostwarnungen über einen breiten Gürtel Russlands, von Omsk und Nowosibirsk bis nach Kemerowo, in die Region Altai und nach Orenburg. Es wurde erwartet, dass die Tiefsttemperaturen in der Nacht auf -5 °C sinken würden – kalt genug, um frühe Ernten, Gärten und die Frühjahrsvegetation zu gefährden.

Im Gebiet Kemerowo herrschte seit Tagen beißende Kälte. An lokalen Messstationen fielen die Temperaturen auf etwa -4 °C, während die Tagestemperaturen bei etwa 4 °C verharrten. In Kemerowo fiel Schnee. Die Straßen in Kusbass waren bedeckt. Die Sicht verschlechterte sich.

Die Kälte breitete sich auch in die Berge und die weiter östlich gelegenen Republiken aus.

Tuwa hatte mit nassem Schnee, Gewittern, Hagel und zerstörerischen Winden zu kämpfen. Burjatien wurde von nassem Schnee in den Bergen und einem Temperatursturz von mindestens 10 °C heimgesucht. Rund um Irkutsk und den Baikalsee lag in den höheren Lagen weiterhin Schnee, wobei bis mindestens zum 25. Mai mit weiteren Frostperioden gerechnet wird.

Laut lokalen Berichten wurden in sibirischen Gemeinden die Heizungen wieder eingeschaltet.

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USA: Kältewelle hält sich bis Ende Mai

Seit einer Woche hält sich eine ausgedehnte Kaltluftmasse über weiten Teilen der Vereinigten Staaten.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai erstreckte sie sich von den Rocky Mountains über die Prärie, die Region der Großen Seen und die Appalachen bis in den Nordosten.

Die Kälte beschränkte sich nicht nur auf die Berge oder den hohen Norden. In Topeka wurden am Donnerstag nur 18,9 °C gemessen, rund 6 °C unter dem Normalwert.

In Michigan machen Frost und Frostwarnungen Schlagzeilen, darunter auch in Teilen der nördlichen Lower Peninsula.

Der Westen von New York schloss sich der Frostzone an, mit Warnungen für die Landkreise Allegany, Jefferson und Lewis. In ganz Vermont und den Adirondacks wurden Frostwarnungen ausgegeben, mit Tiefsttemperaturen niedrig genug, um die frühen Ernten zu schädigen.

In Pennsylvania hielt die Kälte bis in den Tag hinein an. Der NWS-Standort State College beschrieb die Wetterlage als „geradezu trostlos und rau, für diese Jahreszeit ungewöhnlich kühl und ziemlich unangenehm“, wobei Regen, Bewölkung und Ostwind [vom kalten Atlantik landeinwärts, A. d. Übers.] die Kälte festhielten.

Die Kälte hat auch im Süden der Grenze erreicht, vor allem das Hochland Mexikos.

Am frühen Morgen des 22. Mai meldete SMN/Conagua -5 °C in den Bergen von Durango und Chihuahua sowie 0 °C in den Höhenlagen von Baja California, Sonora, Puebla und dem Estado de México – deutliche negative Abweichungen für diese Jahreszeit.

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Antarktis: Unter – 100°F

Das Antarktische Plateau wartet schon jetzt mit extremer Kälte auf.

Am 20. Mai sank die Temperatur am Südpol auf -68,9 °C und erreichte damit den bislang niedrigsten Wert der Saison. In Wostok fiel die Temperatur sogar noch tiefer und erreichte -72,7 °C. Einen Tag später sank die Temperatur in Concordia auf -74,3 °C.

Zum Vergleich: Der winterliche Mittelwert am Südpol liegt bei etwa -60 °C, der Mai-Durchschnitt in Vostok bei etwa -65,8 °C, womit der Wert vom 20. Mai fast 7 °C darunter liegt. Das typische Mai-Minimum in Concordia liegt bei etwa -68,7 °C.

Die Antarktis bleibt ein riesiger, unberechenbarer, extrem kalter Kontinent, der sich weigert, sich nahtlos in das Klischeebild der Alarmisten einzufügen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/siberia-slips-back-to-winter-us-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 22 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 22. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Kältereport Nr. 21 /2026 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

(Auszug von RSS-Feed)

Windräder – mit der Energieerzeugung zurück ins Mittelalter (Teil 1)


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Gesendet am 17. Mai 2026 im Kontrafunk „Audimax“

Windräder in Deutschland

Seit undenklichen Zeiten nützen Menschen die Windenergie. So machten große Segelschiffe ab Ende des 15. Jahrhunderts die Entdeckung der neuen Welt möglich. Erst der überlegene Motorantrieb ließ sie verschwinden. Die Nutzung von Windmühlen ist ab dem 7. Jahrhundert in Persien historisch belegt. Im Gegensatz zu großen Segelschiffen erlebten Windmühlen eine Renaissance als riesige Windturbinen zur Stromerzeugung. Die Gründe dafür waren nicht technisch-wirtschaftlich, sondern irrational. Windräder konnten in Deutschland nur eingeführt werden mit künstlich erzeugter Furcht vor Klimaschädigung durch menschgemachtes CO2, mit der Ersetzung neutraler Energiefachleute durch fachfremde Aktivisten, mit hohen Subventionen für Windradinvestoren und schließlich mit Hilfe der Planwirtschaft.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die großen Medien wie FAZ, Süddeutsche, SPIEGEL und weitere halfen dabei kräftig mit. Anstatt kritisch zu berichten, machten sie sich in freiwilliger Selbstgleichschaltung zu Regierungsmedien und propagierten die Energiewende. Großstadt-Journalisten brauchten schließlich kein Riesenwindrad vor ihrer Haustür zu befürchten. Deswegen wird hier im Folgenden mit ÖRR die Gesamtheit aller voreingenommenen Medien bezeichnet. Erwartungsgemäß konnte die Energiewende ihre Versprechen nicht einhalten, und ein tiefer Graben klafft nun zwischen Windrad-Profiteuren, naiven Klimagläubigen, rot-grünen Revolutionären und dem ÖRR auf der einen Seite und neutralen Energiefachleuten, echten Naturschützern und geschädigten Windrad-Anrainern auf der anderen Seite.

In diesem Streit werden unzählige Argumente für und gegen Windräder und die Energiewende vorgebracht. Stellvertretende Beispiele für pro: Die Energiewende und insbesondere Windräder seien unabdingbar für „Klimaschutz“, weil sie CO2 einsparen; die Energiewende würde einen deutschen Haushalt monatlich nur eine Kugel Eis kosten; der Wind stelle keine Rechnung; die deutsche Energiewende würde weltweit Vorbild werden. Und nun Beispiele für kontra: Kein Land der Welt würde die deutsche Energiewende kopieren; Windräder erzeugten weltweit den teuersten Strom; Wetterabhängiger Windradstrom sei für unser Stromnetz ungeeignet; der Materialaufwand von Windrädern stünde in keinem akzeptablen Verhältnis zu ihrer erzeugten Energie; Windräder würden Landschaften entstellen,  viele Insekten, Fledermäuse und Vögel töten, und Anrainer durch Infraschall gesundheitlich schädigen.

Im Gegensatz zu den umstrittenen Windturbinen wurden die Einführung des Motorantriebs für Schiffe und die Nutzung von Kohle-, Gas und Mineralöl generell als Fortschritt begrüßt. Technische Verbesserungen wurden dem Markt überlassen, weil dessen Urteilskraft unerreichbar ist – nur Sozialisten wollen das nicht wahrhaben. Bei auftauchenden Fehlern erzwang der Markt schnelle Abhilfe wie im Ruhrgebiet vor 40 Jahren als Alarm wegen gesundheitsschädlichen Smogs aus Kohlekraftwerken ausgerufen wurde. Man baute unverzüglich moderne Filter in die Schornsteine von Kohlekraftwerken ein und erließ Vorschriften zur industriellen Rauchgasentschwefelung. Danach sank der Ausstoß von Staub und Schadstoffen dramatisch ab und ist heute kein ernsthaftes Thema mehr.

Jede technische Methode hat Vor- und Nachteile. Energiepolitische Entscheidungen, die diese nicht sorgfältig abwägen und nur eine einzige Sicht vertreten, sind auf Dauer nicht erfolgreich. Daher bevorzugt diese Vorlesung zur Bewertung von Windrädern die Vergleiche mit anderen Methoden der Stromerzeugung, wobei die Kriterien „technische Eignung“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Umweltschutz“ sind. Vertreten wird dann die Bevorzugung derjenigen Methoden, die bei rationaler Abwägung ihrer Vor- und Nachteile positive Höchstwerte ergeben. So hatte es auch die deutsche Energiepolitik bis noch vor wenigen Jahrzehnten gehalten und deshalb Deutschland zu einem der erfolgreichsten Industrieländer weltweit gemacht.

Über lange Zeit fast unbemerkt änderte sich in den westlichen Ländern die Einstellung zur technisch-naturwissenschaftlichen Vernunft. Ab der Jahrtausendwende wurde der Paradigmenwechsel sichtbar. Ideologien, faktenbefreites Wunschdenken, Moralismus, und platter Unsinn wurden zur Regel. So wurde die Dekarbonisierung Deutschlands zum grundgesetzbewehrten Staatsziel. Sie ist wegen der nur 1,5 % weltweiten CO2-Emissionen Deutschlands zwar physikalisch unwirksam, wird uns bis 2045 aber sehr wirksame Zehntausend Milliarden oder 10 Billionen Euros kosten (hier). Ein entsprechendes Schicksal ereilte auch die deutsche Energieinfrastruktur. Sorgfältige Planung und Praxistests von neuen Verfahren wurden unterlassen, und faktenfreies Wunschdenken leitete eine bis jetzt anhaltende Zerstörungsphase ein. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz setzte 2000 die Energiewende in Gang. Alle deutschen Kernkraftwerke, unsere wertvollsten Grundlastkraftwerke, wurden mit entsprechenden Beschlüssen von 2002, 11 und 13 zu festgelegten Zeiten abgeschaltet und zur Verhinderung späterer Weiternutzung konsequent zerstört. Dabei gingen insgesamt mehr als ein Drittel der deutschen Stromleistung verloren. Wollte man sie in Form von Gas-und-Dampfkraftwerken wieder ersetzen, würde dies realistisch weit mehr als ein Jahrzehnt dauern.

Bei der Abschaffung der Kernkraftwerke wurde die Sicherheitsliste „Todesfälle pro Terawattstunde Strom“ von Methoden der Stromerzeugung ignoriert. Am sichersten sind „Solar, Kernenergie, Wind und Wasserkraft“ mit Kernenergie auf Platz zwei – zu finden in „our world in data“ der Oxford Universität (hier), beim Schweizer Paul Scherrer Institut (hier), der Fachpublikation von The lancet 370.9591 (2007): 979-990 und schließlich in Statista (hier). Die CO2-Freiheit von Kernkraftwerken wurde ebenfalls ignoriert. Mit unzähligen Falschbehauptungen über die Kernenergie spielte der ÖRR eine unwürdige Hauptrolle. Der Höhepunkt der ÖRR-Propaganda war eine assoziative Montage, welche die 18.500 Opfer des japanischen Tsunami von 2011 der Havarie des Kernkraftwerks von Fukushima in die Schuhe schob, obwohl es keinen einzigen Strahlentoten gab.

Im Sommer 2020 begann schließlich der Ausstieg aus der Kohlenutzung mit dem Ziel schrittweise die wirtschaftlichste Methode der Stromerzeugung Deutschlands zu zerstören. Das bereits an Größenwahn grenzende Endziel der Energiewende ist CO2-freier Strom im Wesentlichen nur aus Windrädern und Solarzellen, der über Sektorenkoppelung den gesamten deutschen Energieverbrauch stemmen soll. Dabei kann die Energiewende noch nicht einmal Strom bedarfsgerecht liefern. Ohne Nachbarländer die uns bei Strommangel mit Strom aus Kernkraftwerken versorgen und ihn uns bei Stromschwemme gegen Aufpreis abnehmen, wären in Deutschland längst die Lichter ausgegangen.

Unübersehbare Ergebnisse dieser absurden Entwicklung gibt es bereits: Wie von allen unabhängigen Fachleuten vorhergesagt, funktioniert die Energiewende nicht und ist zu einem bodenlosen Kostenloch von aktuell über 36 Milliarden Euro pro Jahr für das Energiewende-Gesamtsystem geworden. Diese Zahl nannte am 7. April 2026 die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche in einem FAZ-Gastbeitrag. Als Folge von Klimaschutz und Energiewende fiel Deutschland von den weltweit höchsten Plätzen der globalen Wettbewerbsskala erfolgreicher Industrienationen herunter ins Mittelmaß. Der Abstieg, verursacht durch CO2-Bepreisung, Energiewende und einer erstickenden Bürokratie wie jeder Planwirtschaft, geht stetig weiter. An der Chimäre „Klimaschutz durch Dekarbonisierung“ wird dennoch festgehalten.

Stellvertretendes Beispiel von Dysfunktionalität ist die Subventionierung von Windrädern. Sie betrug 2025 16,5 Milliarden Euro als Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. 20 Jahre lang erhält jeder Windradinvestor für seinen Strom eine Einspeisevergütung zwischen 6 und 12 Cent/kWh. Verrückt wird es, wenn zuviel Windenergie eingespeist wird und der Strompreis auf Null oder negativ geht. Dann wird dem Windrad-Betreiber trotzdem die Differenz zur Einspeisevergütung aus dem Klima- und Transformationsfond des Bundes erstattet. Geschädigt ist der wehrlose Wohnungsmieter über den CO2-Preis beim Betrieb seiner Öl- oder Gasheizung und der Autofahrer beim tanken. Oft wertlosen, weil überschüssigen Windstrom zu subventionieren ist ein Musterbeispiel für die planwirtschaftliche Umverteilung von Verbrauchern mit knapper Kasse hin zu kapitalstarken Investoren und lässt an die berühmten Schildbürgerstreiche denken. Eine weitaus umfangreichere Zusammenstellung solcher Inkonsequenzen, Schäden und schlichten Irrsinns der Energiewende bietet der empfehlenswerte Youtube-Kanal des emeritierten Professors Dr. Andreas Schulte für Forstwirtschaft und Waldökologie der Uni Münster. Seine Vorträge finden sich im Internet beim googeln von „Cum tempore Andreas Schulte“.

Heute lehnen 85 % der Weltbevölkerung Klimaschutz und vor allem eine Energiewende nach deutschem Vorbild ab. Nur noch 15 % mit Deutschland als Vorreiter setzen auf Deindustrialisierung, genauer auf industriellen Selbstmord. Deutsche Bemühungen die Welt von Windrädern zu überzeugen hatten statt Resonanz nur nachsichtigen Humor. Sogar der ÖRR kann den Niedergang der deutschen Industrie, die hohe Zahl an Firmenpleiten, die massive Verlagerung von Unternehmen ins Ausland und die Arbeitsplatzverluste nicht mehr verschweigen.

Laut einer im Februar 2026 veröffentlichten Allensbach-Umfrage im Auftrag der FAZ ist der Rückhalt für die Energiewende in Deutschland deutlich gesunken. Befürworteten bis 2022 noch etwa die Hälfte der Bürger den schrittweisen Ersatz fossiler Energieträger, ist es Anfang 2026 nur noch rund ein Drittel. Gemäß einer Studie der Bertelsmann Stiftung, ebenfalls 2026, stieg der Anteil von Unternehmen, die „Klimaschutz“ eine immer geringere Priorität beimessen, in einem Jahr von 14 % auf aktuell 60 %.

Eine rationale Energiepolitik, die die erstickende CO2-Bepreisung, die Energiewende und 90 % unnützer Bürokratie unverzüglich beendet, wäre mit einem einfachen Federstrich sofort möglich, die deutsche Politik müsste es nur wollen. Damit wäre sogar die EU einverstanden, weil es sie ohne Deutschland nicht gäbe. Historisch setzt sich irgendwann immer die Vernunft durch. Ein „Zur-Vernunft-zurück“ ist daher nur eine Frage der Zeit. Ob aber dann die angerichteten Schäden in Deutschland noch zu beheben sind, ist keineswegs sicher.

Nach diesen Vorinformationen zur deutschen Energiewende im Allgemeinen und Windrädern im Besonderen geht es in der Vorlesung jetzt zu den physikalischen und technischen Fakten von Windrädern und ihren Auswirkungen auf Stromerzeugung, Wirtschaft und Umwelt. Es wird sich zeigen, dass Windräder an insgesamt drei Fundamentalmängeln leiden, von denen zwei naturgesetzlich und daher unbehebbar sind. Nur der verbleibende dritte Mangel könnte in Zukunft mit noch ungewisser Technologie etwas abgemildert, aber nicht völlig beseitigt werden.

Zum Windradprinzip

Es gibt zwei Typen von Windrädern, den Widerstandsläufer und den Auftriebsläufer. Beim Widerstandsläufer erzeugt meist die Öffnung einer Kugelhalbschale, dem Wind entgegengestellt, eine nutzbare Widerstandskraft. Solche Halbschalen, ausgerichtet und kreisförmig um eine Drehachse montiert, ergeben einen Halbschalenrotor, der Rotationsenergie aus Wind erzeugt. Die älteste bekannte Windenergieanlage in Persien verwendete dieses Prinzip.

Moderne Windräder nutzen dagegen die wirksamere Auftriebskraft eines Flugzeugflügels, dessen charakteristisches Profil mit breiter Abrundung an der Vorderseite, scharfer Rückkante und besonderen Kurven für die Ober- und Unterseite aus Abbildungen bekannt ist. Die Auftriebskraft basiert auf dem um 1902 erstellten Theorem des deutschen Mathematikers Martin W. Kutta und des russischen Physikers Nikolai J. Joukowski zusammen mit dem dritten Newtonschen Gesetz (Actio = Reactio) und ist gleichermaßen für Flugzeugflügel wie für Windradflügel gültig. Speziell beim Windrad kommt noch ein weiteres Gesetz hinzu, auf das später noch eingegangen wird. Das Windrad mit seinen drei Flügeln macht aus Wind Rotationsenergie. Daraus erzeugt der angeschlossene Generator Strom, drei Flügel, weil dies der beste Kompromiss von Windausbeute, Stabilität und Kosten ist.

Nun zum Strom aus Wind: Die 50 Hz Frequenz in unserem Wechselstromnetz muss in engsten Grenzen verbleiben, ansonsten droht Blackout. Weil Wind extrem fluktuiert, sorgt bei jedem Windrad eine aufwendige Elektrotechnik dafür, dass der erzeugte Flatterstrom, wenn schon nicht bedarfsgerecht, so doch zumindest technisch passend ins Netz eingespeist wird. Der vom Windrad-Generator erzeugte Wechselstrom wird dabei zuerst in Gleichstrom umgewandelt und anschließend in einem Zwischenkreis geglättet. Ein Inverter wandelt ihn wieder in Wechselstrom zurück, dessen Frequenz, Phase und Spannung exakt aufs Stromnetz abgestimmt sind. Dazu wird eine Phasenregelung verwendet, die kontinuierlich die Werte des angeschlossenen Netzes misst. Schließlich wird der phasensynchrone 50 Hz Strom hochtransformiert und ins Mittelspannungsnetz eingespeist. Diese Kette macht Windrädern jedoch Netzstabilisierung durch Rückspeisung der Rotationsenergie ihrer sich drehenden Flügel unmöglich. Bei den klassischen Dampfturbinen-Kraftwerken als Grundlastkraftwerken, zu denen auch Kernkraftwerke gehören, erfolgt dagegen die wichtige Netzstabilisierung physikalisch von selbst durch die extrem hohe Rotationsenergie ihrer Dampfturbinen. Mit jedem Windrad und jeder Photozelle mehr und jedem Grundlastkraftwerk weniger verliert daher das Stromnetz an überlebenswichtiger natürlicher Trägheit. Auf diese wichtige Problematik wird später noch einmal eingegangen.

Kenngrößen von Windrädern und von Windradstrom

Bevor es weitergeht zuerst die wichtigsten Daten zur Erzeugung und Verbrauch von Energie, speziell von elektrischer Energie und insbesondere der aus Windrädern: Weltweit kommen in allen Industrieländern wie auch in Deutschland etwa 80 % der verbrauchten Gesamtenergie aus Kohle, Erdöl und Erdgas. Das wird sich langfristig auch nicht ändern. Erst nach vielen Jahrzehnten wird der jetzt noch relativ kleine Urananteil immer größer geworden sein und die fossilen Energieträger zurückdrängen. Weltweit kommen aktuell nur 1 % der Gesamtenergie aus Wind und ebenfalls nur 1 % aus Photovoltaik. 2024 und 2025 in Deutschland war Windstrom mit 4,5 % an der Gesamtenergie nur wenig höher. Dieser kleine Wert könnte irritieren, weil der ÖRR viel größere 30 % nennt. Diese 30 % beziehen sich aber nur auf den elektrischen Strom und nicht auf die Gesamtenergie Deutschlands. Strom hat weltweit, so auch in Deutschland, nur etwa 15 % Anteil an der Gesamtenergie. Die 4,5 % Stromanteil an der Gesamtenergie werden daher zu 30 % Anteil am Strom. Leider überlesen die meisten bei den Zahlenangaben des ÖRR, was sie genau bedeuten, so dass heute fast jeder irrtümlich glaubt, dass etwa 30 % der deutschen Gesamtenergie aus Wind kämen. Vom ÖRR wird es zudem auffällig vermieden die maßgebenden Zahlen von 4,5 % Wind und 2 % Photovoltaik an der Gesamtenergie zu nennen.

Bis jetzt war hier von Energie die Rede. Verwendet man die Energiedichte als Energie pro Gewicht sind in der Vorlesung bevorzugte Vergleiche einfach wie zum Beispiel der eines E-Autos mit einem Diesel-Auto: Eine Ionen-Lithium Batterie hat die Energiedichte von 0,2 Kilowattstunden Energie pro Kilogramm, Dieseltreibstoff hat dagegen den Wert 5,3 unter Berücksichtigung des Carnot-Verlustes des Dieselmotors. Das ist das 26-fache der Batterie bei gleichem Tankgewicht und erklärt die geringe Reichweite von E-Autos. Die 5,3 Energiedichte von Diesel werden später noch einmal benötigt.

Bei strömender Flüssigkeit und Gasen sind Vergleiche etwas umständlicher, weil dort nicht die Energie, sondern die Leistung als Energie pro Zeit in Watt die maßgebende Größe ist. Weil leider oft Energie mit Leistung verwechselt wird, ist erst einmal dieser Irrtum zu beseitigen.

Die Bewegungsenergie eines festen Körpers ist proportional zu seiner Masse und zum Quadrat seiner Geschwindigkeit. Die Leistung von Fluiden in Rohrströmungen ist dagegen proportional zur Fluid-Dichte, zum Rohrquerschnitt und zur dritten Potenz der Strömungsgeschwindigkeit. Das gilt für alle Strömungsmaschinen, von Windrädern über Wasserturbinen bis hin zu Ventilatoren. Zur besseren Wahrnehmung wird die Leistung von Fluiden hier kurz als „v-hoch-3-Gesetz“ bezeichnet. Die von einer Strömungsmaschine gelieferte elektrische Energie ist schließlich das Produkt ihrer Leistung-mal-Zeit. Weil sich die Flügel von Windrädern nicht in einem Rohr sondern in freier Luft drehen, weisen nur Windräder noch die weitere Besonderheit auf, dass sich ihre Leistung aus dem v-hoch-3-Gesetz mindestens um den Faktor 0,59 verringert. Der deutsche Strömungsforscher Albert Betz veröffentlichte 1920 diesen oberen Grenzfaktor, der heute als Betzsches Gesetz bezeichnet wird.

Auch der Verwirrung stiftende Begriff „Nennleistung von Windrädern“ ist zu erläutern, denn Windradhersteller und auch der ÖRR sprechen immer nur von der Nennleistung. Bei Nennleistung würde man vielleicht an eine zeitgemittelte Windradleistung denken. Die Nennleistung ist aber etwas ganz Anderes, nämlich die Höchstleistung des Windrads bei maximaler Windgeschwindigkeit von stürmischen knapp 50 km/h, wobei diese Grenze vom Windrad-Generator gesetzt wird. Bereits ab etwa 30 km/h Windgeschwindigkeit fängt man damit an die Windrad-Leistung zu drosseln. Die Nennleistung kommt im wirklichen Betrieb kaum vor. Neben der Nennleistung ist man vermutlich auch von der einzig wirklich wichtigen Leistung eines Windrads überrascht, ihrer jahresgemittelten Leistung. Windräder liefern bei Flaute nämlich keinen Strom, sondern verbrauchen sogar ein wenig für die Aufrechterhaltung ihrer Hilfssysteme. Die jahresgemittelte Windradleistung Onshore und gemittelt über ganz Deutschland beträgt nur etwa 20 % der Nennleistung, Offshore kann sie bis zu 40 % erreichen.

Das v-hoch-3-Gesetz erklärt, warum die jahresgemittelte Windradleistung so klein ist. Beim halben Wert der Windgeschwindigkeit liefert das Windrad nicht, wie man irrtümlich vermuten könnte, die halbe Leistung, sondern nur ein Achtel oder 12,5 % von ihr, weil die dritte Potenz von 1/2 ein Achtel ist. Das v-hoch-drei-Gesetz belohnt große Windgeschwindigkeiten extrem und bestraft kleine Windgeschwindigkeiten ebenso extrem. Windräder in Schwachwindgebieten wie etwa dem Odenwald sind daher absolut widersinnig.

Bevor es mehr in die Details von Windrädern geht, einige anschauliche Vergleiche: So wird man kaum vermuten, dass bereits das Betanken eines Dieselautos im Vergleich mit der Leistung eines Windrads interessante Erkenntnisse liefert. Ein großes Standard Windrad wie die E 126 mit 7,6 Megawatt Nennleistung liefert Onshore nur 1,5 Megawatt reale gemittelte Leistung als die bereits erwähnten 20 % der Nennleistung. Die E 126 wiegt rund 3500 Tonnen, dazu kommt ihr Stahlbetonsockel etwa gleichen Gewichts. Sieben E 126 liefern 7 x 1,5 = 11 Megawatt bei insgesamt 50.000 Tonnen Aufwand an Stahl, Beton und weiterem Material. Auf der anderen Seite fördert der Zapfhahn einer Tankstelle etwa 0,7 Liter Diesel pro Sekunde oder 2000 Kilogramm pro Stunde. Multipliziert mit der bereits erwähnten Energiedichte des Dieseltreibstoffs von 5,3 Kilowattstunden-pro-Kilogramm (inklusive Carnot-Verlust des Dieselmotors), ergeben sich die gleichen 11 Megawatt Leistung wie von sieben E 126 Windrädern, bloß ohne 50.000 Tonnen Material in Landschaft und Waldböden.

Weitere anschaulichen Vergleiche: Um die 100 km Windräder im Mindestabstand hintereinander liefern die gleiche jahresgemittelte Leistung wie ein einziges großes Kohle- oder Kernkraftwerk, letztere aber wetterunabhängig. Die inzwischen mehr als 30.000 Windräder hierzulande enthalten so viel Stahl wie 20 Millionen PkW. Kraftwerke werden über 60 Jahre alt, Windräder nur 20 Jahre.

Für die nun vorgenommenen genaueren Vergleiche von Windrädern mit anderen Methoden der Stromerzeugung ist die Leistungsdichte als Leistung pro Fläche der passende Schlüssel. In den meisten Fachveröffentlichungen und auch hier wird als Fläche die von der jeweiligen Methode benötigte Bodenfläche genommen. Wie groß ist aber die Bodenfläche eines Windrads? Bei der Antwort ist zu beachten, dass Windräder fast nie alleine sondern immer zu mehreren in sogenannten Windparks aufgestellt werden, um den verfügbaren Platz optimal zu nutzen und die Unterbodenverlegung von Elektrokabeln zu optimieren. Die gegenseitigen Abstände von Windrädern dürfen dabei wegen Leistungsminderung durch gegenseitigen Windkannibalismus nicht zu klein werden. Der Platzbedarf jedes Einzelwindrads als optimaler Kompromiss ist dabei die achtfache Länge des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung mal der fünffachen Länge senkrecht dazu. Dies sind bei der schon erwähnten E 126 mit ihren 127 m Rotordurchmesser rund 600 Tausend Quadratmeter oder 60 Hektar als sogenannte „geschützte“ Bodenfläche des Windrads. Es sei vorab schon einmal der überraschend kleine Wert der Windradleistungsdichte von grob 3,6 Watt pro Quadratmeter Bodenfläche genannt, gültig für 2024, Onshore Deutschland, jahres- und ortsgemittelt. Er wird hier später noch belegt.

Noch eine Anmerkung zum Begriff Windpark: Diese vermutlich von Herstellern und dem ÖRR durchgesetzte Bezeichnung ist angesichts der von Windrädern zerstörten Landschaften und angesichts von Windrad-Anrainern, deren Häuserwerte in den Keller rauschen, nicht akzeptabel. Man sollte die sprachliche Vergewaltigung der Realität, Windräder mit einem Erholungspark zu assoziieren nicht akzeptieren, sondern zutreffend den Begriff Windindustrie-Fläche verwenden.

Weil zur korrekten sachlichen Beurteilung von Windrädern der ungewohnte Begriff Leistungsdichte kaum vermieden werden kann, ist die allgemeine Unkenntnis über Windradfakten nachvollziehbar und leider nur schwer zu beheben. Die letzte Instanz, die diese Beurteilung aber immer liefern wird, ist die Triade von extremen Stromkosten, Landschafts- und Naturzerstörung sowie Blackout-Gefahr. Leider macht es eine erhebliche technische Unkenntnis der Bevölkerung den Windradprofiteuren und dem ÖRR zu leicht, der Bevölkerung nicht vorhandene positive Eigenschaften von Windrädern vorzugaukeln und ihre Schäden herunterzuspielen.

Die Sonne macht den Wind  

Woher kommt eigentlich die Windenergie?  Sie ist umgewandelte Sonnenenergie, oder genauer, eine atmosphärische Wärmekraftmaschine erzeugt den Wind. Sie nutzt die unterschiedliche Aufheizung der Erdoberfläche durch die Sonne. Dabei entstehen zwei Wärmereservoire, die Tropen als warmes Reservoir und die beiden Erd-Pole als das kalte. Die Wärmekraftmaschine wird durch den Wärmetransport zwischen den Tropen und den beiden Erd-Polen angetrieben. Die zugehörigen physikalischen Details liefert die Thermodynamik und insbesondere der Carnot-Prozess.

Es ergeben sich nun drei Fragen: Welcher Anteil der auf die Erdoberfläche ankommenden Sonnenenergie ist Windenergie, welcher Anteil davon kann höchstens von Windrädern genutzt und wieviel davon wiederum kann höchstens zu elektrischer Energie umgewandelt werden? In einigen Fachveröffentlichungen wird dabei die gesamte Erdoberfläche betrachtet, ohne lokale und meteorologische Unterschiede zu berücksichtigen. Aus den Energiewerten, den 8760 Jahresstunden und der Gesamtoberfläche der Erde erhält man dann die jahres- und ortsgemittelten Leistungsdichten in Watt pro Quadratmeter Bodenfläche. Die Fachpublikation von Alex Kleidon, MPI für Biochemie in Jena, „Physical limits of wind energy within the atmosphere and its use as renewable energy: From the theoretical basis to practical implications.“ arXiv preprint arXiv:2010.00982 (2020), wählte diesen Weg und kam zu folgenden Ergebnissen: Die Sonne erzeugt 342 Watt Leistung pro Quadratmeter Boden, davon werden nur 0,006 % dieser 342 Watt zu Wind, und aus Windrädern bleiben schließlich nur noch 0,5 Watt pro Quadratmeter elektrische Leistung übrig. Die zweite Fachveröffentlichung  von Lee Miller und Mitautoren, Miller, Lee M., et al. „Two methods for estimating limits to large-scale wind power generation.“ Proceedings of the National Academy of Sciences 112.36 (2015): 11169-11174. kommt dagegen auf 1,1 Watt elektrische Leistung pro Quadratmeter Boden aus Windrädern, weil dort nur über eine große Region in den USA gemittelt wurde und auch etwas andere Voraussetzungen als die von Kleidon verwendet wurden. Die Ergebnisse beider Publikationen stützen sich auf theoretische Berechnungen, Simulationen mit Atmosphären-Modellen und auf Messungen. Speziell für Deutschland kann man es sich aber sehr einfach machen, weil alle erforderlichen Leistungsdaten aus den bereits vorhandenen Windrädern und ihren Stromlieferungen vom Umweltbundesamt und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme frei herausgegeben werden. Man erhält dann für Deutschland-Onshore-2024 die schon erwähnte orts- und jahreszeitgemittelte Windrad-Leistungsdichte von grob 3,6 Watt pro Quadratmeter. Grob, weil die Gesamtgröße der deutschen Windenergie-Flächen nicht genau bekannt ist.

 

Der Beitrag Windräder – mit der Energieerzeugung zurück ins Mittelalter (Teil 1) erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Der Bernie Sanders der 1940er-Jahre

22. Mai 2026 um 16:45

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Die Weltgeschichte hätte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglicherweise einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn der US-Politiker Henry Wallace Nachfolger von Präsident Franklin Delano Roosevelt geworden wäre.

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Merkel fordert mehr Zensur: „Weiter regulieren!“

22. Mai 2026 um 05:48

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Die Ex-Kanzlerin ruft die EU zur Verschärfung der Kontrolle über Social Media und KI auf. Das hat Angela Merkel in ihrer ersten großen europäischen Rede seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft offen gefordert anlässlich der Verleihung des Europäischen Verdienstordens im Europäischen Parlament in Straßburg am 21. Mai 2026. Die EU soll die Regulierung sozialer Medien und [...]

Der Beitrag Merkel fordert mehr Zensur: „Weiter regulieren!“ erschien zuerst unter tkp.at.

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EU erreicht 100 von 100 auf der Orwell-Skala: Die Demokratie ist nur noch Fassade

18. Mai 2026 um 14:00

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Ursula von der Leyen und ihre Kommission betreiben derzeit eine der dreistesten Propagandakampagnen der jüngeren europäischen Geschichte. Während sie mit Steuergeldern ein technokratisches Kontrollsystem errichtet, das alle Freiheiten Schritt für Schritt aushöhlt, lässt sie ebenfalls mit Steuergeldern auf Europas Straßen, in Kinos und Medien Werbung machen, die das Gegenteil behauptet.

Ein Kommentar von Chris Veber

Die Europäische Kommission treibt seit Jahren mehrere ineinandergreifende Maßnahmen voran, die zusammen ein System schaffen, in dem ungewählte Funktionäre über den Zugang zu Internet und Information, die Legalität von Meinungen und in Endausbau über unser aller Leben bestimmen. Die EU Digital Identity Wallet soll bis Ende 2026 in allen Mitgliedstaaten scharfgestellt werden. Sie dient als zentrale digitale Brieftasche für persönliche Daten, Altersnachweise, Dokumente und künftig auch Zahlungen. Was als bequem und sicher verkauft wird, ermöglicht in der Praxis die Verknüpfung unserer Identität mit allen Lebensbereichen. Behörden können künftig nachverfolgen, wer was tut, sagt oder kauft. Und im Falle einer „Krise“ auch bestimmen, was gesagt, getan und gekauft werden darf. Die verpflichtende Altersverifikation, welche die Kommission mit einer eigenen App bis Jahresende einführen will, soll mittels Altersprüfung unter dem Vorwand des Kinderschutzes die breite Einführung der Wallet vorantreiben. Wer nicht mitmacht, verliert den Zugang zum digitalen Raum.

Gleichzeitig will die Kommission VPNs als „Umgehungswerkzeuge“ künftig verbieten. Vizepräsidentin Henna Virkkunen sprach nach dem Start der Altersverifikations-App von der Bekämpfung solcher Umgehungen als „nächsten Schritten“. Ein Regime, das Identitätsprüfungen und Inhaltskontrolle durchsetzen will, darf keine Schlupflöcher dulden. Der Digital Services Act liefert dabei das rechtliche Werkzeug zur „Moderation“ der Inhalte. Mit „Trusted Flaggern“, „Faktencheckern“ und der verpflichtenden Löschung von „Desinformation“ oder „schädlichen Inhalten“ wie „Hass und Hetze“ können alle kritischen Stimmen mundtot gemacht werden. Bei Orwell hießen „Trusted Flagger“ und „Faktenchecker“ noch Wahrheitsministerium.

Der Durchsetzung der Kommissions-„Wahrheit“ dient auch die Möglichkeit der Sanktionierung einzelner Bürger. Der Schweizer Ex-Oberst Jacques Baud etwa wurde im Dezember 2025 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt, weil er in alternativen Medien auftrat und abweichende Analysen zum Ukraine-Krieg veröffentlichte. Ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und ohne Verteidigungsmöglichkeit folgten Vermögenssperre, Reiseverbot und Arbeitsverbot. Jaques Baud wurde per ordre de mufti für vogelfrei erklärt. So wie inzwischen 69 weitere kritische Bürger. Die Maßnahme soll weit über den Einzelfall hinaus abschreckend wirken. Wie von der Leyens offensichtliches Vorbild Mao Zedong schon sagte: „Bestrafe einen, erziehe hundert.“ Jeder Bürger kann ohne Verfahren ruiniert werden, wenn er die offizielle Linie verlässt.

Während die Kommission all das umsetzt, wirbt dieselbe Kommission mit 30 Millionen Euro Steuergeld für die Kampagne „Protect what matters: our democracy“. Seit dem 20. April 2026 werden Plakate in EU-Städten mit Slogans wie „We protect what matters most“ aufgehängt, gefolgt von „Free Speech“, „Free Media“ oder „Free Science“. Die gleiche Kommission, die kritische Journalisten sanktioniert und ein absolutes, digitales Kontrollsystem aufbaut, inszeniert sich als letzte Bastion der Freiheit. Dazu passt auch das AgoraEU-Programm. Für die Jahre 2028 bis 2034 sollen bis zu weiteren zehn Milliarden Euro an „NGOs“, Medien, Meldestellen und Faktenchecker fließen. Natürlich nur zur Stärkung UnsererDemokratie™ und der Bekämpfung von „Desinformation“. Im Klartext bedeutet das: Die EU-Kommission bezahlt die Antifa und Meldestellen für die Jagd auf Andersdenkende, während bezahlte Medien und „Faktenchecker“ dafür sorgen sollen, dass nur der Kommission genehme Meinungen veröffentlicht werden.

Da passt das feierliche Bekenntnis der Kommission zur Pressefreiheit zum World Press Freedom Day Anfang Mai wie die Faust aufs Auge. Medienfreiheit gilt in der EU aber nur für jene, die den richtigen, der EU-Kommission genehmen, Ton treffen. Der Rest wird verfolgt und sanktioniert. Die EU hat damit einen Zustand erreicht, in dem Demokratie zur formalen Hülle geworden ist. Ungewählte Kommissare und ihre Apparate entscheiden über erlaubte Meinungen und in Zukunft dank digitaler Wallet auch über erlaubte Reisen, Einkäufe und sonst alle Aspekte des Lebens. Orwell schrieb einst: „Die Partei lehrte einen, der Erkenntnis seiner Augen und Ohren nicht zu trauen. Das war ihr entscheidendes, wichtigstes Gebot.“ Heute reicht es, wenn die Bürger nicht mehr laut aussprechen, was sie sehen. Die EU-Kommission hat Orwells Prinzip perfektioniert und feiert sich dafür auf Steuerzahlerkosten. Frau von der Leyen lässt sogar überlebensgroß „Demokratie“ am EU-Parlament plakatieren, begleitet von den ebenso unsäglichen wie unvermeidlichen „Pride“-Flaggen, um zu zeigen, wie „freely“ wir in der EU leben können.

Frau von der Leyen, wer „Demokratie“ überlebensgroß plakatieren lassen muss, hat offenbar Angst, dass die Bürger einem das Bekenntnis zur Demokratie nicht abnehmen. Völlig zu Recht übrigens. Frau von der Leyen, wir wissen, was Sie planen. Sie wissen, dass wir wissen, was Sie planen. Sie wissen, dass wir wissen, dass Sie wissen, dass wir wissen, was Sie planen. Und trotzdem lügen Sie uns weiter über Ihre Pläne ins Gesicht. Beleidigen Sie nicht unsere Intelligenz und ersparen Sie uns Ihre Propaganda. Europa kann nur überleben, wenn diese EU abgeschafft wird. Unsere Freiheit kann nur überleben, wenn diese EU abgeschafft wird. Afuera!

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Kältereport Nr. 20 /2026

17. Mai 2026 um 17:00

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Vorbemerkung: Natürlich steht die Kältewelle in Europa an ziemlich zentraler Stelle in diesem Report, deren Dauer über den Zeitraum der „Eisheiligen“ inzwischen hinaus geht. Da kann es in der kommenden Woche eigentlich nur wärmer werden und wird es wohl auch, aber bemerkenswerterweise ist auch bei der Simulation eines Höhenhochkeiles im 500-hPa-Niveau zur Wochenmitte weit und breit im 850-hPa-Niveau nirgendwo in Mitteleuropa die 20°C-Isotherme zu sehen. Sommerliche Hitze ist bei uns also weiter Fehlanzeige.

Meldungen vom 11. Mai 2026:

Die „Eisheiligen“ in Europa

Europas alte „Eisheiligen“-Periode steht wie erwartet vor der Tür.

Zwischen dem 11. und 15. Mai warnt die Volksüberlieferung in ganz Mitteleuropa davor, dass der Frühling noch einmal mit kalten Nächten, Spätfrost und Schnee in den Bergen zurückkehren kann. MeteoSchweiz weist darauf hin, dass diese Tradition Jahrhunderte zurückreicht, wobei die Eisheiligen vom 11. bis zum 14. Mai fallen und die „Kalte Sophie“ die Reihe am 15. Mai abschließt.

In diesem Jahr zeichnet sich ein ähnliches Muster ab.

Kalte Luft breitet sich von Nordwesten her über Europa in Richtung Südosten aus und sorgt in weiten Teilen des Kontinents für unterdurchschnittliche Temperaturen. Die wichtigsten Auswirkungen sind Spätfröste am Boden, ein deutlicher Temperaturrückgang in West-, Mittel- und Osteuropa sowie Neuschnee in den Bergen.

Auch das Mittelmeer bleibt davon nicht verschont. Dies folgt auf eine bereits winterliche Wetterphase Anfang Mai in Ländern wie Griechenland und der Türkei, wo die Temperaturen stark sanken und in den Anti-Taurus-Bergen wieder Neuschnee fiel.

Weiter nördlich haben die Eisheiligen bereits ihre Spuren hinterlassen.

In Værnes in Norwegen, wo seit 1946 Messungen durchgeführt werden, wurde gerade ein 67 Jahre alter Kälterekord für den Mai eingestellt, nachdem in der dritten Nacht in Folge Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen worden waren. Eine solche Kälteperiode von drei Nächten in Folge so spät im Frühling hat es an dieser Messstation bisher nur zweimal gegeben: vom 6. bis 8. Mai 1959 und vom 6. bis 8. Mai 1974.

Nun verlagert sich der Schwerpunkt der Kältewelle auf ganz Europa.

Es wird erwartet, dass Hunderte von Rekorden gebrochen werden.

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Nordwest-Sibirien, Russland: Mai-Schneesturm in Noyabrsk

Ein heftiger Mai-Schneesturm hat Noyabrsk im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen in Nordwestsibirien unter einer Schneedecke begraben.

Die offizielle Schneehöhe stieg innerhalb von 12 Stunden von 0 cm auf 31 cm und erreichte am frühen Morgen des 11. Mai schließlich 37 cm.

Die Straßen wurden unpassierbar, Schulen stellten auf Fernunterricht um, und am Flughafen Noyabrsk kam es zu Flugverspätungen, während die Besatzungen die Landebahn räumten.

Auch die umliegenden Gebiete waren betroffen.

Behörden meldeten Beeinträchtigungen in den Bezirken Murawlenko, Gubkinski und Purowski, wo mehrere Straßen gesperrt wurden. Gubkinski gab zudem Warnungen heraus, als im Mai Schneestürme auftraten und die Autobahn Surgut–Salekhard vorübergehend gesperrt wurde.

Die Katastrophenschutzbehörden hatten vor Schnee, Nieselregen, Schneesturm, Glatteis, schlechter Sicht und Windböen von bis zu 90 km/h in Teilen von Jamal-Nenzen gewarnt.

Es wird weiterer Kälteeinbruch und Schneefall erwartet, während sich das Zentrum des Tiefdruckgebietes von West nach Ost über Russland bewegt.

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Eine Meldung vom 12. Mai 2026:

Europa: Kältewelle verschärft sich

Die „Eisheiligen“-Periode hat mit Schnee, Hagel und Frost in einem breiten Gürtel quer durch Europa begonnen.

Prognosen zeigen, dass sich im Laufe dieser Woche ungewöhnlich niedrige 500-hPa-Werte über Deutschland, Dänemark, die Benelux-Länder, Nordfrankreich und Südostengland ausbreiten werden, wobei Teile der Region in das unterste 1 % des historischen Bereichs fallen werden:

Das bedeutet für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalte Luft in der Höhe.

Im Osten Englands sinken die Temperaturen im 500-hPa-Niveau auf Werte nahe -32 °C. Da die Maisonne die Oberfläche erwärmt, nimmt der vertikale Temperaturgradient immer mehr zu. Das Ergebnis ist kein warmes Frühlingswetter, sondern heftige Schauer, Hagel, Gewitter und lokal winterliche Bedingungen.

In Frankreich wurde am Dienstag Frost beobachtet, wobei in Mourmelon-le-Grand -1,7 °C gemessen worden sind.

Modellprognosen zeigen, dass sich die Kältewelle von Frankreich aus nach Dänemark, in die Benelux-Länder, nach Deutschland und Polen ausbreitet, was für Landwirte die Sorge vor Spätfrost mit sich bringt. Außerdem wird mit starken orographisch bedingten Regenfällen und Schnee in den Bergen gerechnet.

Die Alpen sind bereits stark betroffen.

Am 12. Mai wurde in Teilen der Alpen, darunter in Deutschland und der Nordostschweiz, Schnee bis auf 500 bis 700 m hinab gemeldet, wobei sich auch das auf nur 781 m gelegene Wolfhalden weiß färbte.

Mit Blick auf die kommende Woche bleibt es in den Alpen die ganze Woche über kalt, wobei Schnee bis unterhalb von 1.000 m fällt. In den nördlichen Alpen könnte sich oberhalb von 2.200 m eine Schneehöhe von 30 cm ansammeln, lokal sogar bis zu 60 cm.

Kalte Luft in der Höhe, Spätfrost, Hagel, Gewitter und Schnee bis hinunter in die tiefer gelegenen Gebirgsregionen.

Und es kommt noch mehr. Rekorde sind in Reichweite.

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Eine Meldung vom 13. Mai 2026:

Die Kälte in Europa

Die Kältewelle Mitte Mai in Europa ist kein Modellphänomen. Sie schlägt sich nun in den Beobachtungsdaten nieder.

In Norwegen sank die Temperatur am Dienstagmorgen am Flughafen Røros auf -7,8 °C. Nur zwei Messwerte waren zu diesem späten Zeitpunkt im Frühling kälter. In Trondheim-Voll wurden am Dienstagmorgen -0,7 °C gemessen. In den Aufzeichnungen seit 1965 gab es nur ein Jahr, in dem zu diesem späten Zeitpunkt eine niedrigere Temperatur gemessen wurde: 2020, mit -1 °C sowohl am 13. als auch am 14. Mai.

Die winterlichen Bedingungen beschränken sich nicht nur auf Skandinavien.

In den Alpen fallen selbst in Lagen unterhalb von 700 m noch beträchtliche Schneemengen für diese Jahreszeit. Der europäische Überblick von J2Ski vom 13. Mai zeigt, dass die Sieben-Tage-Gesamtmenge in den Alpen in Arosa Lenzerheide 61 cm, in Mayrhofen 45 cm und in Kaltenbach 39 cm erreicht hat (um nur drei Orte zu nennen).

In Hintertux liegt die Schneehöhe immer noch bei 305 cm.

Mit Blick auf die Zukunft steht dem Gebirge weiterer Schneefall Mitte Mai bevor. Die Vorhersage von Ventusky vom 13. Mai simuliert starken Schneefall in der zweiten Wochenhälfte, wobei in höheren Lagen bis zu 100 cm möglich sind.

Die offizielle österreichische Vorhersage vom 13. Mai listete 54 Skigebiete auf, in denen in den nächsten zwei Tagen Schnee erwartet wird.

Weiter östlich erreichte die Kälte den Balkan.

In der kroatischen Skistation Puntijarka fielen am 13. Mai ungewöhnliche 7,6 cm Schnee. Das slowenische Kranjska Gora meldete am 12. Mai 13 cm Neuschnee, obwohl es dort Mitte Mai im Durchschnitt „keine Pulvertage“ gibt. In der serbischen Skistation Kopaonik sank die Temperatur am 13. Mai auf seltene -3 °C, und für die kommenden Tage ist sogar noch seltenerer Schneefall vorhergesagt.

Wie oben bereits angedeutet – es wird noch mehr kommen.

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Eine Meldung vom 14. Mai 2026:

Die Kältewelle in Europa

Keraunos gibt für den 14. Mai eine Kaltluftmasse im 500 hPa-Niveau von -32 °C über West- und Mitteleuropa an.

Für den Monat Mai ist dies die viertkälteste Konstellation dieser Art seit Beginn der Aufzeichnungen vor 30 Jahren. Der Rekord liegt weiterhin bei Mai 2012, als die ERA5-Reanalyse einen Wert von -33 °C ergab.

Ein hoch reichender Trog liegt fest über dem Kontinent, wobei eine Blockade über dem Nordatlantik es polarer Luft ermöglicht, weit nach Süden vorzudringen. Diese kalte Luft in der Höhe verstärkt die Temperaturabnahme mit der Höhe, destabilisiert die Atmosphäre und verwandelt die milde Frühlingsluft am Boden in Schauer, Hagel, Gewitter, Schnee in den Bergen und Frostgefahr.

Die Kälte macht sich bereits bemerkbar.

In Kroatien hat Puntijarka auf der Medvednica bei Zagreb zum erst sechsten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1981 Schnee im Mai verzeichnet.

In den Alpen werden auf den Gipfeln Schneehöhen von 1 m vorhergesagt.

Auch in den Pyrenäen wird Neuschnee erwartet.

Länder wie Frankreich und Belgien haben die konvektive Seite dieses Wetterphänomens zu spüren bekommen; in Teilen Frankreichs wird erwartet, dass die Schneefallgrenze in den Vogesen, den Nordalpen und im Zentralmassiv auf etwa 1.000 m sinkt.

Als Nächstes ist der Mittelmeerraum an der Reihe.

Italien, die Adria und der westliche Balkan sehen sich mehreren Tagen mit instabilen Wetterbedingungen und ungewöhnlicher Kälte gegenüber.

Im Osten sind auch weite Teile Russlands betroffen.

Laut den Aufzeichnungen von „Pogoda i Klimat“ wurden in Tatarsk am 13. Mai -5 °C gemessen, womit der bisherige Tiefstwert von -4,3 °C aus dem Jahr 1951 unterboten wurde.

Auch im benachbarten Kasachstan warnte Kazhydromet vor „negativen Nachttemperaturen“ und Schneefall in den nördlichen, östlichen und zentralen Regionen bis hinunter auf -6 °C, wobei auch im Südosten Frost erwartet wurde.

Eine Blockierung im Westen, nach Süden drängende Polarluft, ein Kaltluftkörper in der Höhe und instabiles Wetter darunter.

Es fühlt sich derzeit in Europa nicht wirklich wie Mitte Mai an.

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Meldungen vom 15. Mai 2026:

Schottland: In Cairngorm fielen 40 cm Schnee – Mitte Mai!

Der Winter hat die schottischen Highlands noch nicht losgelassen.

Cairngorm oberhalb von Aviemore wurde am 14. Mai von einem Schneesturm heimgesucht, bei dem 40 cm Schnee fielen.

Arktische Luft drang mit einer kalten Nordströmung nach Süden vor, wodurch die Temperaturen in ganz Schottland gesunken sind und die Schneesaison in den Cairngorms weit länger als gewöhnlich dauerte, was die Aktivitäten der warmen Jahreszeit verzögerte.

In höheren Lagen kann der Schnee natürlich bis weit in den Frühling hinein liegen bleiben. Aber 40 cm Neuschnee Mitte Mai sind eine ganz andere Sache.

Überall in UK herrschte in letzter Zeit polare Kälte vor.

Die gleiche Kaltluft hat auch das europäische Festland erfasst…

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Alpen und Pyrenäen: Weitere Schneefälle

Mitte Mai sorgt in den Alpen und Pyrenäen weiterhin für winterliche Bedingungen.

Es hat bis in ungewöhnlich tiefe Lagen geschneit, es wurde von Schneestürmen berichtet, und starke Schneefälle in den Bergen haben die Skiorte zurück in den Winter versetzt.

In Les Saisies in den französischen Alpen beispielsweise lag am 14. Mai frischer Schnee im Ortszentrum, wobei die Sichtweite bei heftigen Schneeböen stark abnahm und sich 20 cm Schnee ansammelten. Die Aufzeichnungen für Les Saisies weisen für die zweite Maiwoche nur 3 cm Schnee und durchschnittlich 0,6 Schneetage aus.

Ähnliche Bedingungen herrschen in den Pyrenäen.

Am 15. Mai verzeichnete Ax 3 Domaines in Ariege am Morgen starken Schneefall. Mitte Mai ist Neuschnee auf der Höhe von Skigebieten kein alltägliches Wetter mehr. Er signalisiert, wie weit die kalte Luft nach Süden vordringt.

Dieselbe polare Tiefdruckrinne dringt nun in den Norden der Iberischen Halbinsel vor.

Die kantabrische Region erwartet ein rauer, winterlicher Freitag, wobei die Schneefallgrenze bis 1.000 m sinkt.

Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Normalwert, nämlich um für diese Jahreszeit etwa 10 °C unter dem Durchschnitt.

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Marokko: Seltene Schneefall-Warnung

Für das marokkanische Atlasgebirge gilt eine Schneewarnung für die späte Saison; von Freitag auf Samstag werden in Teilen des Hohen und Mittleren Atlas bis zu 25 cm Schnee erwartet.

Die Warnung gilt für die Berggebiete in Ouarzazate, Azilal, Midelt, Tinghir, Taroudant und Al Haouz. Die Wetterdienste warnen vor starkem Schneefall, starken Winden, Schneeverwehungen und einem intensiven Kälteeinbruch.

Starker Schneefall im Atlasgebirge ist für Mitte Mai ungewöhnlich. Marokko befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits mitten im Frühling, doch in den höheren Lagen fallen derzeit beträchtliche Schneemengen, die selbst mitten im Winter bemerkenswert wären.

Auf der anderen Seite des Kontinents verzeichnete Südafrika kürzlich während eines plötzlichen Kälteeinbruchs eine Vielzahl von Rekorden für die niedrigsten Höchsttemperaturen im Mai.

Zu den neuen Monatsrekorden gehören: Aliwal North Plaatkop mit 7,5 °C, womit der Wert von 8,1 °C vom 28. Mai 1997 (Aufzeichnungen seit 1989) unterboten wurde; Orania mit 9,4 °C, womit die 9,5 °C vom 5. Mai 2001 (Aufzeichnungen seit 1994) unterboten wurden; und Lephalale mit 13,3 °C, womit die 14,3 °C vom 30. Mai 2004 (in Aufzeichnungen seit 1982) übertroffen wurden.

Das gleiche Tiefdruckgebiet brachte Schnee in Teilen Südafrikas und Lesothos.

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Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 21 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 15. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Kältereport Nr. 20 /2026 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

(Auszug von RSS-Feed)

Kältereport Nr. 19 /2026

10. Mai 2026 um 10:00

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Meldungen vom 4. Mai 2026:

Griechenland: Kältester Mai-Tag in Athen seit 1890

Der Mai hat mit einem Wintereinbruch im Südosten Europas begonnen.

Eine Kaltfront ist von Russland her nach Süden gezogen und hat ungewöhnlich niedrige Temperaturen nach Griechenland, in die Türkei und auf den gesamten Balkan gebracht. In den Bergen liegt wieder Schnee, in den höher gelegenen Becken im Landesinneren ist Frost aufgetreten, und die für Anfang Mai typische Wärme wurde von einem Wettergeschehen verdrängt, das eher für den Spätwinter als für den Frühling typisch ist.

Die griechische Hauptstadt verzeichnete den kältesten 1. Mai seit Beginn der Aufzeichnungen.

In Athen wurden am 1. Mai nur 14 °C gemessen, was kälter ist als die 16 °C aus dem Jahr 1944 und die 17 °C aus dem Jahr 1987. Laut den Aufzeichnungen berichtet Naftemporiki, dass es sich um den kältesten 1. Mai in Athen seit 1890 handelt.

Die Kälte beschränkte sich nicht nur auf die Hauptstadt.

In weiten Teilen Griechenlands stiegen die Tageshöchsttemperaturen nur mühsam auf 12 °C bis 14 °C. Bis zum 2. Mai waren die Tiefsttemperaturen in einigen Gebieten unter den Gefrierpunkt gefallen. In Seli sank die Temperatur auf -3,2 °C, in Ochyro Neurokopiou auf -1,4 °C, in Vevi Florina auf -1,4 °C und in Perithori Neurokopiou auf -0,8 °C.

Dann kam der Schnee.

Auf dem Olymp fiel Neuschnee, ebenso wie in den meisten höher gelegenen Gebieten Zentralgriechenlands und auf dem Peloponnes.

Am 3. Mai erreichte der Winter sogar die Tore Athens.

In den Bergen oberhalb der Stadt wurde Schnee bis auf etwa 800 m Höhe gemeldet, der sich auf dem Parnitha und dem Penteli (beide am nördlichen Rand der Hauptstadt) niederschlug, woraufhin die Behörden vorsichtshalber den Verkehr auf der Parnithos-Allee sperrten.

Die Türkei und weite Teile Südosteuropas waren von der gleichen Kältewelle betroffen.

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China: an 31 Mersspunkten neue Kälterekorde

Chinas Frühlingskälte endete nicht mit dem April. Nachdem Shanghai sich mit einer Tageshöchsttemperatur von nur 11,7 °C begnügen musste – der niedrigsten Tageshöchsttemperatur Ende April seit 1939 –, begann der Mai mit einer weiteren Rekord-Kälteserie.

Offizielle Messstationen zeigen, dass am 1. Mai an 31 Standorten die Tiefsttemperaturrekorde für den Monat Mai gebrochen oder eingestellt worden sind, wobei die stärksten Abweichungen in den Provinzen Jiangxi, Zhejiang, Anhui, Hubei und Guangdong zu verzeichnen waren.

In Guangde in der Provinz Anhui sank die Temperatur auf 5,7 °C und unterbot damit einen seit 1966 bestehenden Mai-Rekord. In Zhenhai sank die Temperatur auf 6,5 °C und lag damit unter dem Wert von 2023. Pan’an brach einen Rekord aus dem Jahr 2013, Qingtian einen aus dem Jahr 1987, Xuancheng einen aus dem Jahr 1965, und in An’yi in Jiangxi fiel die Temperatur unter einen Rekord, der seit 1961 Bestand hatte.

Um noch einige weitere zu nennen: Jiujiang unterbot ein Mai-Tief aus dem Jahr 1960, Shicheng aus dem Jahr 1961 und Guangchang aus dem Jahr 1965, und Shangrao fiel unter 10 °C und unterbot damit einen Mai-Reckord, der zuletzt 1990 erreicht und erstmals 1981 aufgestellt worden war.

Es handelte sich um eine ausgedehnte, rekordverdächtige Luftmasse, die im Mai tief in den Süden Chinas vordrang – zu einer Jahreszeit, in der Hitze und Luftfeuchtigkeit normalerweise rasch zunehmen.

Neben der Kälte meldete CCTV Schneefall in Teilen von Zentral-Tibet, im Osten und Süden von Qinghai sowie im Nordwesten des Sichuan-Plateaus, wobei in einigen Gebieten große, möglicherweise rekordverdächtige Schneemengen fielen.

Mit Blick auf die kommende Woche geht das Nationale Meteorologische Zentrum Chinas davon aus, dass die Wetterlage auf dem Plateau auch in der neuen Woche aktiv bleibt, wobei für weite Gebiete mäßiger bis starker Schneefall prognostiziert wird und lokal Schneestürme möglich sind.

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Kanada: Winter lässt nicht locker

Der April 2026 war in weiten Teilen Kanadas erneut ein kalter Monat.

Yellowknife lag rund 3,7 °C unter dem monatlichen Durchschnitt für April. Churchill lag 3,3 °C unter dem Normalwert. Rankin Inlet lag 3,4 °C darunter, Iqaluit um 4,2 °C unter dem Normalwert. In Wabush lag die Temperatur 3,5 °C unter dem Durchschnitt. In Saskatoon waren es -3 °C, in Regina -2,6 °C, in Winnipeg -1,5 °C und in Kenora -2,2 °C.

Höhere Temperaturen waren selten und auf einzelne Regionen beschränkt.

Dieser Kälteeinbruch im April kam nicht aus heiterem Himmel. Bereits im Dezember war der Winter wieder richtig hart geworden.

In Braeburn, Yukon, fiel die Temperatur schnell auf -55,7 °C, den niedrigsten Dezemberwert seit 1975. In Mayo und Dawson lagen die Temperaturen mehr als zwei Wochen lang unter -40 °C. Whitehorse erlebte wiederholt Nächte mit Temperaturen unter -30 °C. Von Yukon bis Neufundland herrschten im Dezember unterdurchschnittlich kalte Bedingungen.

Januar und Februar brachten dann Kanadas zweiten und dritten ungewöhnlich kalten Monat in Folge.

Der März hielt den Norden im tiefen Winter gefangen. Im Yukon beispielsweise wurde der kälteste März seit 1950 verzeichnet. Die Nordwest-Territorien verzeichneten den zweitkältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen. Nunavut erlebte den drittkältesten.

Das gleiche arktische Wetter erstreckte sich bis nach Alaska, wo der zweitkälteste März seit 1972 gemessen worden war.

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Meldungen vom 5. Mai 2026:

Südost-Europa: Intensivierung der Kälte

Nachdem Athen den kältesten 1. Mai seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet hatte, hielt die Kälte über Nacht bis zum 4. Mai an und führte in ganz Griechenland und auf dem gesamten Balkan zu historischen Tiefstwerten für den Monat Mai.

Mehrere Messstationen stellten Mai-Rekorde auf oder näherten sich diesen, darunter auch Werte um den Gefrierpunkt in relativ niedrigen Höhenlagen.

Der tiefste Wert wurde am Flughafen Tripolis im Zentrum des Peloponnes in Griechenland gemessen. Auf einer Höhe von rund 650 m sank die Temperatur an dieser Messstation auf -1,2 °C – die niedrigste jemals im Mai gemessene Temperatur. In der Umgebung von Tripolis fielen die Werte sogar auf -2 °C, was einen neuen Rekordwert für den Mai in Südgriechenland darstellt.

Zahlreiche griechische Messstationen brachen am 4. Mai Monatsrekorde: In Florina sank die Temperatur auf -1,5 °C, in Kastoria auf -1,4 °C, in Lamia auf 2,8 °C, in Serres auf 2,9 °C und auf Zakynthos auf 5,8 °C.

Die Kälte beschränkte sich nicht nur auf Griechenland.

In Nordmazedonien fiel die Temperatur am Flughafen Skopje auf -1,6 °C und erreichte damit den Mai-Rekordwert. In Bulgarien sank die Temperatur am Musala-Gipfel auf -15,5 °C – die niedrigste Mai-Temperatur des Landes seit den -15,6 °C im Jahre 1935.

Kaltluft aus Russland strömte über den Balkan nach Süden, brachte Frost in die Becken und Täler zurück und bedrohte Obstgärten, Weinberge und Frühkulturen.

Weiter östlich zog das gleiche Wetterphänomen die Türkei zurück in den Winter. Izmir verzeichnete eine Tageshöchsttemperatur von nur 10,8 °C und brach damit den bisherigen Mai-Kälterekord der Stadt von 14,8 °C, der am 2. Mai 1944 aufgestellt worden war.

Auch ab einer Höhe von etwa 800 m fiel wieder Schnee, wobei laut den türkischen Verkehrsbehörden „plötzliche starke Schneefälle“ wichtige Strecken für Lkw und Sattelzüge unpassierbar machten.

Das allgemeine Wettergeschehen ist in der gesamten Region gleich: Ein Tiefdruckgebiet zieht kältere, feuchte Luft vom Schwarzen Meer nach Süden, hält die Temperaturen weit unter dem Normalwert und bringt in höheren Lagen späten Schneefall.

Für den 4. und 5. Mai wird im Anti-Taurus-Gebirge eine Schneehöhe von 30 cm erwartet.

Für den Monat Mai ist dies ein außergewöhnlicher regionaler Kälteeinbruch.

Anmerkung des Übersetzers dazu: Kaltluftvorstöße kommen natürlich immer wieder mal vor, gerade auch im Frühjahr. Bemerkenswert ist hier also nicht der Vorgang als solcher, sondern die ungewöhnliche Intensität desselben.

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Fernost-Russland: Mai-Schnee in Kamtschatka

Ein Wintereinbruch ist auch im russischen Fernen Osten zu verzeichnen.

Petropawlowsk-Kamtschatski, die Hauptstadt von Kamtschatka, wurde am 5. Mai von starken Schneefällen heimgesucht.

Die Behörden warnten vor Schneeverwehungen in den Bergen und im Vorgebirge sowie vor vereisten Straßen. Die Wetterbedingungen in der Stadt waren so beeinträchtigend, dass die Behörden den Unterricht für Schüler der Klassen 1 bis 4 absagten.

Dieser späte Schneefall folgt auf eine besonders harte Saison für Kamtschatka. Bereits im Januar verzeichnete die Halbinsel laut dem russischen Wetterdienst den stärksten Schneefall seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die offiziellen Schneefallaufzeichnungen für Kamtschatka reichen bis ins Jahr 1879 zurück.

An mehreren Orten hat sich innerhalb weniger Tage (9. bis 15. Januar) die Schneemenge mehrerer Monate angesammelt, was zu meterhohen Schneeverwehungen führte, Fahrzeuge und Gebäude unter sich begrub, Straßen und Flughäfen lahmlegte und Notfallmaßnahmen zur Dachräumung erforderlich machte, um Einstürze zu verhindern.

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Meldungen vom 6. Mai 2026:

Östliches Mittelmeer: Schnee auf Zypern und in Israel

Die gleiche Kaltluftmasse, die auf dem Balkan und in der Türkei für ungewöhnlichen Schneefall gesorgt hatte, ist nun in den östlichen Mittelmeerraum vorgedrungen, wobei aus den Bergen Zyperns und Israels von seltenem Schneefall im Mai berichtet wird.

Zypern erwachte am 4. und 5. Mai zu Schneefall im Troodos-Gebirge – ein Ereignis, das weit außerhalb der für die Insel üblichen Normwerte für Anfang Mai liegt.

Seit Montag wurde das Skigebiet Troodos von starken Schneefällen heimgesucht, wobei die Schneehöhe auf mindestens 10 cm stieg. Lokalen Berichten zufolge nähert sich die Schneehöhe in Chionistra 20 cm, wobei es weiterhin schneit, und solche Szenen werden im Mai als äußerst selten beschrieben.

Der gleiche Kälteeinbruch erreichte auch den Berg Hermon in Israel.

Auf den höheren Hängen des Berges fiel diese Woche in einer Höhe von etwa 2.000 m Schnee, was laut einem Bericht der Zeitung „The Times of Israel“ den ersten Schneefall im Mai dort seit mindestens 15 Jahren darstellt.

Die kalten Wetterbedingungen werden für den Rest der Woche auf dem Balkan, in der Türkei und weiter östlich anhalten.

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Indien: Weiter ungewöhnlich kühl im Norden

Noch weiter östlich hat eine westliche Strömung die Temperaturen in weiten Teilen Indiens deutlich unter den Normalwert gesenkt, wobei in den höheren Lagen von Jammu und Kaschmir erneut Spätschnee fiel.

In dieser Woche wurde die Mughal Road bei Pir Ki Gali, dem Hochpass, der Shopian mit den Distrikten Rajouri und Poonch verbindet, durch Neuschnee gesperrt, wodurch rund 180 Fahrzeuge festsaßen.

Die Kälte war nicht auf den Gebirgspass beschränkt.

Sowohl die Höchst- als auch die Tiefsttemperaturen lagen in weiten Teilen Indiens, insbesondere im Norden, deutlich unter dem Normalwert, und es gab keine wirklichen Anzeichen für die drückende Hitze, die sich in dieser Jahreszeit normalerweise im Land aufbaut.

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Japan: Kälte-Rekord auf Okinawa

Mehrere Wetterstationen in Okinawa im Süden Japans haben die niedrigsten Mai-Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen.

Besonders hervorzuheben ist Tokashiki, wo die Tiefsttemperatur auf 13,7 °C fiel und damit den bisherigen Mai-Tiefstwert von 14 °C aus dem Jahr 1991 unterbot. Zum Vergleich: Die JMA gab die durchschnittliche monatliche Tiefsttemperatur in Tokashiki im Mai mit 20,4 °C an.

Lokalen Berichten zufolge verzeichneten vier Messstationen in Okinawa Rekordtiefstwerte für den Mai: wie bereits erwähnt Tokashiki, der Flughafen Kumejima mit 14,9 °C, die Insel Miyagi in Uruma mit 14,9 °C und der Flughafen Naha mit 15,4 °C.

Die Okinawa Times beschrieb die Kälte als eher typisch für Mitte Februar als für Anfang Mai.

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Meldungen vom 7. Mai 2026:

Europa: Kälte auch hier

Von starkem Frost in den nordischen Ländern über Neuschnee in den Alpen bis hin zu einem weiteren Wintereinbruch im Südosten – ein Großteil Europas friert in diesem Mai.

In der Nähe von Tampere in Finnland sanken die Temperaturen in der Nacht zum Mittwoch auf -6,9 °C und stellten damit den lokalen Mai-Rekord ein (der zuvor im Jahr 2021 erreicht worden war).

Die Kälte herrscht auch in Norwegen.

In Trondheim-Voll fielen die Temperaturen die zweite Nacht in Folge unter 0 °C – zum ersten Mal seit 2021 verzeichnete die Station so spät im Jahr zwei oder mehr Frostnächte. Diese Entwicklung dürfte noch mindestens einige Tage anhalten. (Der Rekord liegt weiterhin bei den 10. bis 16. Mai 2020, als sieben aufeinanderfolgende Frostnächte verzeichnet worden waren.)

Weiter südlich kehrte am Mittwoch starker Schneefall in die Westalpen zurück.

In Tignes fiel im Zentrum des Skigebiets Schnee, während Les 2 Alpes auf seinem Gletscher beachtliche 50 cm meldete. Die Schneefallgrenze sank hier während der Kältewelle bis 1.600 m.

Der Schnee betraf auch Höhenrouten in der Schweiz, darunter den Simplonpass im Wallis.

Dies folgt auf mehrere Tage mit strengen winterlichen Bedingungen weiter südöstlich.

Griechenland begann den Mai mit historischer Kälte, wobei Athen den kältesten 1. Mai seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnete, während starker Schneefall die Höhenlagen in weiten Teilen des Balkans, der Türkei, Zyperns und auch des israelischen Hermon-Berges traf.

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Indien: Die übliche Sommer-Hitze lässt auf sich warten

Der Mai ist in Indien der Höhepunkt der Hitze vor der Monsunzeit, der „Sommerhöhepunkt“, bei dem die Temperaturen im Landesinneren meist über 40 °C steigen. In diesem Jahr hat sich die Hitze jedoch verzögert.

Eine Nachmittagsaufnahme zeigte, dass keine indische Wetterstation die 38 °C-Marke überschritt – ein für den Mai bemerkenswerter Vorgang:

Der indische Wetterdienst IMD bestätigt, dass am 6. Mai in weiten Teilen Zentral- und Nordindiens, darunter Uttar Pradesh, Uttarakhand, Haryana, Rajasthan, Madhya Pradesh, Jharkhand, Chhattisgarh, Bihar und das an den Ganges angrenzende Westbengalen, deutlich niedrigere Höchsttemperaturen herrschten.

„Der kälteste Sommer, den ich je erlebt habe“, schrieb ein Beobachter. „Es sind 24 Grad (C)!“

In Himachal Pradesh trug Neuschnee dazu bei, die Temperaturen zu senken. In Tabo beispielsweise fiel die Temperatur auf nur 0,8 °C, während sie in Shimla auf ungewöhnlich niedrige 9 °C sank.

Die allgemeine Vorhersage des IMD für Mai deutet auf anhaltend unterdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen des Landes hin, bei überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen.

An einigen Orten wird es wieder heiß werden. Es ist Indien. Es ist Mai. Doch vorerst wurde die übliche Hitze vor dem Monsun unterbrochen. Die Hitze der Hochsaison wird durch wiederholte Einbrüche kühler Luft aus dem Norden gedämpft.

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USA: Ungewöhnliche Mai-Schneemassen

Der Winter hat über der Front Range wieder Einzug gehalten.

In Denver wurden am 6. Mai nur 3 °C gemessen, während der Normalwert bei 19 °C liegt. Nachts sank die Temperatur in der Stadt sogar auf -1 °C – eine für Anfang Mai ungewöhnlich starke Abkühlung, die möglicherweise Schäden verursachen könnte.

Der Schnee war das größere Ereignis.

Am Denver International Airport fielen rund 15 cm Schnee, was diesen Sturm zu einem der stärksten Mai-Schneestürme in der Geschichte Denvers und wahrscheinlich zum stärksten Mai-Ereignis seit 2003 macht. Im Durchschnitt fallen in der Stadt im gesamten Monat Mai nur etwa 2,8 bis 4,3 cm Schnee.

In Boulder fiel fast doppelt so viel Schnee wie in Denver.

Die Stadt verzeichnete rund 28 cm Schnee, was diesen Sturm zum drittgrößten Mai-Schneesturm in der Geschichte von Boulder macht. Nur der 5. und 6. Mai 1978 mit 58 cm und der 1. und 2. Mai 2013 mit 31 cm liegen noch darüber.

Daten des NWS zeigten am späten Nachmittag 48 cm in der Nähe des St. Mary’s Glacier, während AP von 76 cm rund um Estes Park berichtete, was deutlich über dem Monatsdurchschnitt von 10 cm liegt. Der Sender Denver7 berichtete unter Berufung auf NWS-Meldungen, dass in den Bergen im Norden Colorados bis Mittwochmittag fast 91 cm Schnee gefallen seien.

Der Schnee war nass, schwer und zerstörerisch.

Voll belaubte Bäume bogen sich unter der Last und rissen Stromleitungen quer über die Front Range mit sich. Xcel teilte mit, dass seit Mitternacht mehr als 75.000 Haushalte wieder mit Strom versorgt worden seien, wobei sich die Reparaturarbeiten bis in den Donnerstag hinein erstreckten.

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Meldungen vom 8. Mai 2026:

Australien: Frühe Kälte und Schnee im Südosten

Eine Luftmasse antarktischen Ursprungs sorgt in Victoria, New South Wales, dem Australian Capital Territory und Tasmanien für frühsaisonalen Schnee, Hagel, eisige Winde und Frost.

In den Skigebieten fielen einen Monat vor der geplanten Eröffnung der Lifte mehr als 15 cm Neuschnee.

In Victoria erreichte der Schnee Teile von Kinglake, Pheasant Creek, Marysville, den Yarra Ranges und dem Mount Dandenong; laut dem Bureau of Meteorology fiel der Schnee in einigen Gebieten bis auf eine Höhe von etwa 400 m.

Mt Buller meldete am Donnerstagmorgen einige Zentimeter Neuschnee.

Was die Temperaturen angeht, so sank die Temperatur am Mt Hotham auf etwa -6,5 °C, während am Flughafen Melbourne um 9 Uhr morgens nur 6,2 °C gemessen worden sind – allesamt deutlich unter dem Normalwert.

Auch in New South Wales herrschte eisige Kälte.

An der Thredbo Top Station sank die Temperatur auf -6,5 °C. Der Schnee erreichte Cooma auf rund 800 m Höhe und fiel bis auf Seehöhe in Jindabyne, wo Schnee selbst mitten im Winter selten ist.

Auch das ACT wurde davon erfasst: Am Mt Ginini wurden -4,2 °C gemessen. In Tasmanien wurden am Mt Wellington -3 °C und in Liawenee -0,9 °C gemessen.

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Kanada: Immer noch winterlich in den Prärien

Die kanadischen Prärien hatten gerade einen kalten Winter hinter sich, doch der Frühling brachte kaum Abwechslung. Nun sorgt der Mai erneut für starken Frost.

In Saskatchewan bestätigte Environment Canada eine Reihe von täglichen Tiefsttemperaturrekorden für den 6. und 7. Mai: In Rosetown sank die Temperatur auf -11,2 °C und brach damit den alten Rekord von -9,4 °C aus dem Jahr 1929. In Coronach sank die Temperatur auf -11 °C und übertraf damit die alte Bestmarke von -5 °C aus dem Jahr 1982. Weyburn erreichte -9,3 °C und übertraf damit die -8,7 °C aus dem Jahr 2019. Lucky Lake stellte mit -8,4 °C einen neuen Rekord auf, während Leader mit -8,3 °C seinen Rekord von 1929 einstellte.

Die umfassendere Liste der Messstationen zeigt, wie weitreichend der Kälteeinbruch war: -11,1 °C in Val Marie, -10,1 °C in Yellow Grass, -9,5 °C in Bratts Lake und Mankota, -8,1 °C in Regina und -7,9 °C in Saskatoon.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Tiefstwert für Saskatoon im Mai im Zeitraum 1981–2010 liegt bei 5,9 °C, während der niedrigste in diesem Datensatz aufgeführte Mai-Wert -9,5 °C beträgt, gemessen am 8. Mai 1996. Ein Wert von knapp -8 °C liegt somit etwa 14 °C unter dem nächtlichen Normalwert für den Mai und nahe der Untergrenze des historischen Mai-Spektrums der Stadt.

Auch in Manitoba sank die Temperatur: In Brandon auf -9,3 °C, Wasagaming auf -8,8 °C, Deerwood auf -8,4 °C, Gretna auf -8,3 °C , Carberry auf -8 °C und Winnipeg auf -6 °C.

Die typische Tiefsttemperatur im Mai in Brandon liegt bei etwa 3 °C, womit -9,3 °C etwa 12 °C unter dem Normalwert liegen. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen in Winnipeg Anfang Mai liegen bei etwa 4 °C bis 6 °C, was -6 °C zu einem heftigen Spätfrühlings-Kälteeinbruch macht, viel mehr als eine gewöhnliche Kältewelle.

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Grönland: Eisverlust verlangsamt sich

Satellitendaten zeigen eine deutliche Verlangsamung des jährlichen Netto-Eisverlusts in Grönland.

Die nachstehende Grafik zeigt die jährliche Massenbilanz Grönlands von 2006 bis 2025.

Höhere Balken stehen für größere Verluste. Niedrigere Balken stehen für geringere Verluste. Die gestrichelte Linie stellt den linearen Trend über diesen Zeitraum dar und verläuft nach oben, sind doch die Verluste im Laufe der Zeit immer weniger stark ausgefallen.

Wie auf Electroverse berichtet, hat die Oberflächen-Massenbilanz (SMB) Grönlands in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs verzeichnet. Die SMB entspricht jedoch nicht der Gesamtbilanz der Eiskappe. Sie umfasst Schneefall, Oberflächenschmelze, Sublimation und Abfluss. Die Gesamtbilanz umfasst auch den Eisabfluss in den Ozean. Offizielle GRACE-FO-Daten berücksichtigen all diese Faktoren und zeigen, dass die Verluste in Grönland seit Jahren rückläufig sind – das genaue Gegenteil des einseitigen Beschleunigungsszenarios, das vom Klima-Establishment nach wie vor propagiert wird.

Link: https://electroverse.substack.com/p/australias-southeast-hit-by-early?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 20 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 8. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Bemerkung: Der ständige Wechsel der Schrifttypen ist ein technischer Fehler und bislang nicht beeinflussbar.

Der Beitrag Kältereport Nr. 19 /2026 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

(Auszug von RSS-Feed)

Die Strategie der Zersplitterung: Über den imperialen Niedergang und die Dynamiken des Staatszerfalls – Teil 1


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Wer bei der bloßen Diagnose eines plötzlichen Zusammenbruchs der westlichen Vorherrschaft stehenbleibt, übersieht die neue Machtarchitektur, die genau jetzt – in diesem Interregnum, dieser Phase des gefährlichen Übergangs – errichtet wird. Dieses Imperium zerfällt Stück für Stück, und auf seinem Weg in den Abgrund greift es gewaltsam nach allem, was sich in seiner Reichweite befindet. Ein Essay von Nel Bonilla.

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Der Krieg gegen den Iran hat bestätigt, was die meisten geopolitischen Beobachter bereits wussten: Das von den USA geführte Imperium befindet sich im Zerfallsprozess. F-35-Tarnkappenjets gingen verloren, Raketenabwehrsysteme wurden zerstört, US-Stützpunkte evakuiert. Der Dollar wird durch die BRICS-Staaten, den Handel in Yuan und die allmähliche globale Abkehr vom Dollar (De-Dollarisierung) herausgefordert. Europa deindustrialisiert sich. Das militärische Bild ist geprägt von einer Überdehnung und dem Verschleiß von Ressourcen; das strategische Gesamtbild zeigt den allmählichen Verlust der Vorherrschaft einer einzigen Supermacht – und der globalen Hegemonie. Dieser Essay vertritt jedoch die These: Wer bei der bloßen Diagnose eines plötzlichen Zusammenbruchs stehenbleibt, übersieht die neue Machtarchitektur, die genau jetzt – in diesem Interregnum, dieser Phase des gefährlichen Übergangs – errichtet wird. Dieses Imperium zerfällt Stück für Stück, und auf seinem Weg in den Abgrund greift es gewaltsam nach allem, was sich in seiner Reichweite befindet.

Denn während die USA in der Golfregion ausbluten, unterzeichnen die europäischen Hauptstädte 20-jährige Verträge über Flüssiggas (LNG) mit Washington, welche ihre Energieverbindungen zu Russland dauerhaft kappen. Während die unterirdischen Raketenbasen des Iran unbeschadet bleiben, ist ein Wiederaufbaufonds der Weltbank für den Gazastreifen bereits einsatzbereit. Dieser Fonds lenkt jeden einzelnen Dollar der Hilfsgelder durch ein Netz von Auflagen, bei deren Ausarbeitung die lokale Bevölkerung kein Mitspracherecht hatte.

Während ukrainische Staatsanleihen aufgrund von Friedensspekulationen einen Kurssprung von 19 auf 76 Cent hinlegen, verankert ein EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro neue digitale Vergabestandards und regulatorische Rahmenbedingungen tief in der ukrainischen Staatsinfrastruktur – Strukturen, die noch lange nach der Auszahlung der letzten Tranche fortbestehen werden. Und während die iranische Zentralbank vom internationalen Zahlungsverkehrssystem SWIFT abgeschnitten bleibt, wird für Gaza eine an den US-Dollar gekoppelte digitale Währung (ein sogenannter Stablecoin) entwickelt, die jede einzelne darüber getätigte Transaktion lückenlos überwacht und nachverfolgt.

Diese Entwicklungen zeigen, dass ein zerfallendes Imperium bedauerlicherweise keineswegs tatenlos ist. Es ist vielmehr ein Imperium, das seine Ziele nicht mehr allein durch militärische Gewalt erreichen kann und deshalb den Einsatz aller anderen ihm zur Verfügung stehenden Instrumente drastisch forciert.

Dieser Essay benennt die zentrale Strategie, welche die geopolitische Ausrichtung der USA seit dem Ende des Kalten Krieges bestimmt. Diese Strategie wird derzeit mit enormer Geschwindigkeit vorangetrieben, und zwar gerade weil die traditionellen militärischen und industriellen Instrumente des Imperiums versagen. Sie wurden von genau jener finanzkapitalistischen Funktionselite ausgehöhlt, die heute die uneingeschränkte Vorherrschaft ausübt. Dieser finanzielle Flügel der Funktionseliten nutzt das Militär nur noch als Vollstreckungsorgan, um jedes Aufkeimen von staatlicher Autonomie gewaltsam zu zerschlagen.

Bislang wurde diese Strategie kaum beim Namen genannt, da sie in einem internationalen System, das theoretisch auf der souveränen Gleichheit der Staaten beruht, schlichtweg ein Tabu ist. Dennoch ist sie an jedem Schauplatz sichtbar und lässt sich in jedem Kontext nachweisen: Das beginnt beim Versuch, große geopolitische Konkurrenten – etwa Russland, China und Iran – zu zersplittern. Es reicht über die Durchtrennung globaler Energie-Versorgungslinien und die Bemühungen, das wirtschaftliche Zusammenwachsen zwischen dem Globalen Süden (der Peripherie) und dem eurasischen Raum zu sabotieren. Und es gipfelt in den Versuchen, die nationalen Funktionseliten in diesen Zielländern durch Geheimdienstoperationen und wirtschaftlichen Zwang, wie etwa Sanktionen, von innen heraus zu spalten.

Der wichtigste Aspekt ist jedoch: Diese Strategie installiert technische und finanzielle Kontrollstrukturen (wie SWIFT, digitale Währungen oder EU-Vergabestandards), welche die gegenwärtige Phase der militärischen Eskalation um Jahre – und im Falle von tiefen Abhängigkeiten um Jahrzehnte – überdauern werden. Sobald diese Leitplanken erst einmal in globale Zahlungs-, Beschaffungs- und Zertifizierungssysteme eingebettet sind, bleiben sie selbst dann bestehen, wenn die eigentliche Ordnungsmacht schwächer wird. (Es sei denn, es kommt zu einem plötzlichen, globalen Systemkollaps, wie er in komplexen Systemen durchaus auftreten kann – doch das ist ein völlig anderes Szenario.)

Wer die Strategie der Zersplitterung begreifen will, muss verstehen, was in diesem Interregnum gerade errichtet wird: Es ist eine globale Herrschaftsarchitektur, die darauf ausgelegt ist, genau jene Staaten zu überdauern, die sie erschaffen haben. Gesteuert wird sie von Funktionseliten, die nicht im Geringsten die Absicht haben, gemeinsam mit ihrem eigenen Imperium unterzugehen.

Imperium ohne Territorium

Beginnen wir in den 1990er-Jahren, in der Phase unmittelbar nach dem Ende des Kalten Krieges. In dieser historischen Epoche kam die bekannte These vom „Ende der Geschichte“ auf. Der ideologische Rivale, der Staatssozialismus, war zusammengebrochen. Die NATO – jenes Bündnis, das angeblich nur zur Eindämmung der Sowjetunion gegründet worden war – hätte sich nach dem Wegfall der Bedrohung logischerweise auflösen müssen. Stattdessen expandierte die NATO immer weiter und führte ihre militärischen Interventionen weitaus aggressiver durch als je zuvor.

Auf einer grundlegenden Ebene geschah dies aus einem einfachen Grund: Die schiere geografische Größe und die zunehmende Vernetzung anderer Länder stellen von Natur aus eine Bedrohung für ein US-geführtes transatlantisches Imperium dar, dessen gesamte Existenzgrundlage auf der Unipolarität beruht.

Bevor wir tiefer in dieses scheinbar simple Argument eintauchen – das viele vielleicht mit einem schnellen „Das ist doch einfach nur Teile und Herrsche (Divide et impera)“ abtun werden –, möchte ich dem Folgenden eine wichtige Klarstellung voranstellen: Ich behaupte nicht, dass die US-geführten Funktionseliten einem buchstäblichen, geheimen Masterplan namens „Zersplitterung“ folgen.

Alle hier präsentierten Dokumente – darunter offizielle militärische Doktrinen und Weißbücher – und die darauf aufbauenden Argumente beruhen vielmehr auf der Prämisse, dass der US-Hegemon auf eine historische Zwangslage reagiert: den Verlust einer fragilen Hegemonie, den geopolitischen Aufstieg anderer Staaten, schrumpfende wirtschaftliche Überschüsse, einen steigenden energetischen Aufwand zur Systemerhaltung und die militärische Überdehnung. Seine Reaktionen auf diese Krise laufen schlichtweg auf die Zersplitterung als Handlungslogik hinaus. Die Strategien in diesen Dokumenten sind somit lediglich die Konsequenzen und Symptome seiner „Krankheit“.

Wenn ich hier von einer „strukturell gewachsenen Handlungslogik“ spreche, meine ich genau das: Diese Zersplitterungsstrategie ist ein Handlungsmuster, das sich geradezu zwangsläufig aus der geopolitischen Position, den Interessen und den Zwängen der USA als Zentrum dieses Imperiums ergibt. Die Schlüsselakteure innerhalb dieses Washingtoner Machtapparats rationalisieren dieses Muster im Nachhinein, gießen es in offizielle Strategien und verfolgen es von da an teilweise bewusst weiter.

Vor diesem Hintergrund wollen wir nun dokumentieren, wie diese Perspektive – nämlich allein schon die bloße Größe eines anderen Landes als Bedrohung zu begreifen – vom US-geführten Imperium seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in die Praxis umgesetzt wurde.

Kolonialismus ohne formelle Besatzung

Obwohl das gegenwärtige Imperium der unbestreitbare Erbe früherer Kolonialmächte ist, lassen sich die Mechanismen imperialer Herrschaft nicht einfach weitervererben. Sie passen sich vielmehr permanent an übergeordnete strukturelle Kräfte an – wie etwa die Verfügbarkeit von Ressourcen, die vorherrschende Ideologie, die Entstehung geopolitischer Konkurrenten und die technologische Entwicklung. Daher beobachten wir beim US-geführten Imperium eine Abkehr von der traditionellen territorialen Eroberung hin zu dem, was der Historiker Daniel Immerwahr als „pointillistisches Imperium“ bezeichnet – ein Imperium, das nicht mehr Landmassen besetzt, sondern die Welt wie ein Gemälde mit unzähligen kleinen Punkten überzieht: einem globalen Netz aus Militärstützpunkten und strategischen Knotenpunkten.

Diese Handlungslogik – die Kontrolle und Einflussnahme über weltweit verstreute, kleine Punkte – bildet das geografische Fundament für die Strategie der Zersplitterung.

Wie der Anthropologe David Vine akribisch dokumentiert hat, überzog die US-amerikanische Funktionselite den Globus mit Militärstützpunkten, um strategische Nadelöhre zu kontrollieren und Knotenpunkte der militärisch-imperialen Eindämmung zu errichten. Dieser globale militärische Fußabdruck entstand, um den kolonialen Herrschaftsmodus zu verewigen: Er ermöglicht es dem Imperium, die immensen Verwaltungslasten einer direkten territorialen Besatzung abzuwerfen und gleichzeitig eine allgegenwärtige, militärische Drohkulisse aufrechtzuerhalten – ein System, das im Grunde wie ein globales Panoptikum der totalen Überwachung und Disziplinierung funktioniert.

Und dieser Prozess ist keineswegs zum Stillstand gekommen. Hier ist eine Liste von Ländern, in denen in den letzten drei Jahren neue US-Stützpunkte, vergleichbare militärische Anlagen, Produktionsstätten für Rüstungsgüter oder sogenannte Zugangsabkommen in Planung oder im Aufbau waren (bei Letzterem handelt es sich um rechtliche Rahmenbedingungen, die schnelle militärische Interventionen und den logistischen Zugriff auf bestehende Einrichtungen der jeweiligen Gastländer ermöglichen): Philippinen, Guam, Australien, Papua-Neuguinea, Japan, Indien, Rumänien, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Kenia, Peru, Panama, Ecuador, El Salvador, Paraguay und die Dominikanische Republik.

Jenseits der Realität von Militärstützpunkten hat der Historiker Andrew Bacevich in seinem Buch „American Empire“ (2002) herausgearbeitet, dass US-Regierungen nach dem Kalten Krieg (Bush sen., Clinton, Bush jr.) eine kohärente „Strategie der Öffnung“ verfolgten. Dies war ein Projekt mit dem klaren Ziel, ein globales Imperium durch wirtschaftliche Expansion, die Beseitigung von Handels- und Kapitalbarrieren und den Einsatz militärischer Gewalt zur Brechung jeglichen Widerstands zu errichten. Auch bei dieser „Öffnung“ geht es im Kern um ein Imperium ohne formelle Besatzung; um Hegemonie ohne direkte Kontrolle.

Bacevich führt diese Ambition ausdrücklich auf Woodrow Wilson zurück:

Die Strategie der Öffnung greift jenes revolutionäre Projekt wieder auf, das Präsident Woodrow Wilson während und unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg skizzierte: die Welt als Ganzes in Einklang mit amerikanischen Prinzipien und amerikanischer Politik zu bringen.“

Genau das ist die Kernformel des US-geführten imperialen Projekts: globale Hegemonie, erreicht durch eine Mischung aus künstlich erzeugter Zustimmung – der sogenannten Konsensfabrikation – und latentem Zwang. Diese duale Architektur, die sowohl materieller als auch immaterieller Natur ist, schreibt zwingend vor, dass die jeweiligen Gastländer nicht als souveräne, gleichberechtigte Staaten existieren dürfen; das System zwingt sie strukturell dazu, lediglich gefügige Knotenpunkte zu sein.

Die imperiale Logik dokumentieren

Nachdem wir die Merkmale dieses zerfallenden Imperiums nun in groben Zügen skizziert haben, können wir den Blick vom strukturellen Rahmen auf die Primärquellen selbst richten. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren hatte sich die neue makroökonomische Realität bereits unaufhaltsam in Gang gesetzt. Die US-Wirtschaft befand sich im Prozess einer radikalen Finanzialisierung, ihre industrielle Basis wurde massiv ausgehöhlt, und das Überleben des Dollars hing nunmehr von der Kontrolle der globalen Energie-Handelswege ab.

Die Aufgabe der sogenannten Meso-Ebene – also der Strategen, Planer und Verfasser jener Positionspapiere – besteht nun darin, diese strukturellen Zwänge zu analysieren und in einen Katalog umsetzbarer Maßnahmen zur Aufrechterhaltung ihres Imperiums zu übersetzen. Indem sie auf die ihnen zur Verfügung stehenden ideologischen und institutionellen Ressourcen zurückgreifen – unter anderem den Neokonservatismus, die Logik des Petrodollars und die eigene militärische Überlegenheit (zumindest, solange diese noch andauert) –, entwickeln sie ihre strategischen Optionen.

Mit anderen Worten: Die Dokumente dienen dazu, die strukturelle Handlungslogik im Nachhinein zu rationalisieren, sie schriftlich zu fixieren und institutionell zu verankern. Da die Logik des US-Imperiums derart unglaublich starr und unflexibel ist, ist es in der Tat erstaunlich einfach, 20 oder 30 Jahre in die Zukunft zu planen. Diese Strategen wissen ganz genau: Das Imperium wird niemals freiwillig den Weg einer friedlichen Integration in eine multipolare Weltordnung wählen.

Die nun folgende, beispielhafte Auswahl an Strategiepapieren belegt genau diesen Prozess.

Die Verhinderung großer, autonomer Rivalen

Das deutlichste dokumentarische Beispiel für diese Bedrohungswahrnehmung nach dem Kalten Krieg – also die Erkenntnis, dass allein schon die schiere geografische Größe eines Landes sowie die Konsolidierung mehrerer Staaten zu einem Block als strukturelle Gefahr betrachtet werden – wurde 1992 in der Defense Planning Guidance (den verteidigungspolitischen Richtlinien der USA) schriftlich fixiert. Verfasst von Paul Wolfowitz und I. Lewis Libby unter dem damaligen Verteidigungsminister Dick Cheney im Pentagon, besagte dieses an die Öffentlichkeit geleakte Dokument unmissverständlich: Die USA müssen jede rivalisierende Macht daran hindern, maßgeblichen Einfluss in irgendeiner strategisch wichtigen Region der Welt zu erlangen, um sich so die eigene Fähigkeit zum militärischen Alleingang (Unilateralismus) zu erhalten:

Das dritte Ziel besteht darin, zu verhindern, dass eine feindliche Macht eine für unsere Interessen kritische Region dominiert, und dadurch die Barrieren gegen das Wiederaufleben einer globalen Bedrohung für die Interessen der USA und unserer Verbündeten zu stärken. Zu diesen Regionen gehören Europa, Ostasien, der Nahe Osten/Persische Golf und Lateinamerika. Eine konsolidierte, nicht-demokratische Kontrolle über die Ressourcen einer solch kritischen Region könnte eine erhebliche Bedrohung für unsere Sicherheit darstellen.“

Wenn man diese Zeilen genau liest, wird klar, dass die eigentliche Angst hier keineswegs ideologischer Natur ist. Der ideologische Rivale hatte sich zu diesem Zeitpunkt ja bereits aufgelöst. Die Bedrohung ist rein strukturell. Jede Macht oder Koalition von Kräften, deren schiere Größe und Ressourcenreichtum die US-Vormachtstellung herausfordern und den imperialen Zugriff auf diese Ressourcen blockieren könnte, ist schlichtweg inakzeptabel. Innerhalb dieses unipolaren Rahmens ist die tatsächliche Ideologie eines Rivalen völlig nebensächlich.

Was uns zu unserem nächsten berühmten Dokument führt. Zbigniew Brzezinski, der Inbegriff des transatlantischen Sicherheitsstrategen, schrieb in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ (Original: „The Grand Chessboard“, 1997, S. 35):

Die Reichweite der globalen amerikanischen Hegemonie ist zugegebenermaßen groß, aber ihre Verankerung ist oberflächlich und durch innere wie äußere Zwänge begrenzt. Amerikanische Hegemonie bedeutet die Ausübung entscheidenden Einflusses, aber, anders als bei Imperien der Vergangenheit, keine direkte Kontrolle. Allein die schiere Größe und Vielfalt Eurasiens sowie die Macht einiger seiner Staaten begrenzen die Tiefe des amerikanischen Einflusses und das Ausmaß der Kontrolle über den Lauf der Dinge. Dieser Megakontinent ist schlicht zu groß, zu bevölkerungsreich, kulturell zu vielfältig und besteht aus zu vielen historisch ehrgeizigen und politisch energischen Staaten, als dass er sich selbst der wirtschaftlich erfolgreichsten und politisch herausragendsten globalen Macht gegenüber gefügig zeigen würde.‘

Bezeichnenderweise räumt Brzezinski hier ein, dass die US-Hegemonie „oberflächlich“ ist und sich eher auf Einflussnahme als auf direkte Kontrolle stützt. Wenn wir diesen Gedankengang jedoch konsequent zu Ende denken, führt er unweigerlich zu einer bestimmten Schlussfolgerung: Wenn dieser fragile Einfluss bei territorialen Gebilden versagt, die schlichtweg zu groß sind, um gefügig zu sein, wird dieses nach Hegemonie strebende System zwangsläufig auf die Strategie der Zersplitterung zurückgreifen.

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass dieses System große Gebilde in kleinere Teile zerschlagen muss, damit sein oberflächlicher Einfluss wieder funktionieren kann.

Auf der operativen Handlungsebene empfahl Brzezinski, die Ukraine gezielt als eigenständiges Gebilde aufzubauen, Osteuropa in die NATO zu integrieren und Russland konsequent daran zu hindern, den postsowjetischen Raum wieder zu festigen. Und in der Tat löste sich die NATO nicht auf; stattdessen vereinnahmte sie Osteuropa und stellte so sicher, dass West-, Mittel- und Osteuropa fest in der imperialen Einflusssphäre der USA verankert wurden.

Spätestens im Jahr 2016 räumte Brzezinski selbst das Schwinden des unipolaren Moments ein. Er erkannte an, dass die USA nicht länger ein allumfassendes globales Imperium darstellten, und plädierte stattdessen dafür, dass Washington einen Keil zwischen Russland und China treiben müsse – mit dem einen paktieren, um den anderen einzudämmen. Nur so ließe sich die eigene wirtschaftliche und finanzielle Vormachtstellung bewahren. Er gab unumwunden zu:

Wenngleich in naher Zukunft wohl kein Staat mit der wirtschaftlich-finanziellen Überlegenheit Amerikas wird gleichziehen können, könnten neue Waffensysteme bestimmten Ländern schlagartig die Mittel an die Hand geben, in einer fatalen militärischen Umklammerung mit den Vereinigten Staaten kollektiven Selbstmord zu begehen oder gar die Oberhand zu gewinnen. Ohne mich in spekulative Details verlieren zu wollen: Sollte irgendein Staat plötzlich die Fähigkeit erlangen, Amerika in eine Position militärischer Unterlegenheit zu drängen, würde dies das Ende der globalen Rolle Amerikas besiegeln.“

Dies führt uns zu einer interessanten Frage: Wenn die NATO tatsächlich expandierte, um einen Frieden nach dem Kalten Krieg zu sichern – warum hat sie Russland dann nicht einfach aufgenommen?

Während die offizielle Fachliteratur vor ideologischen und historischen Vorwänden nur so strotzt, liegt einer der entscheidenden Gründe auf der strukturellen Ebene: Russland wurde explizit deshalb aus der NATO ausgeschlossen, weil es schlicht zu groß ist.

Man betrachte beispielsweise einen Bericht der National Defense University aus dem Jahr 1995 (James W. Morrison, NATO Expansion and Alternative Future Security Alignments), in dem es unmissverständlich heißt:

Russland ist zu groß. Russland ist weitaus größer als jedes andere europäische NATO-Mitglied, und eine Aufnahme Russlands in die NATO würde das Gleichgewicht verändern.“

In ähnlicher Weise äußerte sich der ehemalige US-Verteidigungsminister Harold Brown, der 1995 eine unabhängige Task Force des Council on Foreign Relations leitete (Should NATO Expand?). Er schrieb im selben Jahr in einem transatlantischen Sicherheitspapier unumwunden:

Russland wird fast sicher niemals NATO-Mitglied werden; seine Größe, Geografie und Geschichte machen es ungeeignet als Teil einer transatlantischen Sicherheitsorganisation.“

Doch warum stellt Größe eine derart inhärente Bedrohung für diese spezifische imperiale Architektur dar? Einfach gesagt: Größe garantiert Ressourcen. Und wenn ein gewaltiger Staat seine politische Autonomie bewahrt – indem er seine Bevölkerung als Staatsbürger behandelt und nicht als unpolitische Masse –, kann er den imperialen Zugriff auf diese Ressourcen blockieren. Er ist zudem in der Lage, ausreichende Mittel zu seiner eigenen Verteidigung zu generieren (genau wie Brzezinski es vorhersah).

Wenn sich solche Staaten darüber hinaus erfolgreich innerhalb ihrer eigenen, souveränen Finanz- und Wirtschaftsstrukturen entwickeln, üben sie zwangsläufig eine enorme Gravitationskraft aus. Andere Nationen werden unvermeidlich mit ihnen kooperieren wollen. Das Ergebnis ist die Geburt einer konkurrierenden Weltordnung – einer Ordnung, welche die Unipolarität faktisch beendet.

Weitere wichtige Belege

Eine umfassende Geschichte der US-amerikanischen Zersplitterungsstrategie würde ganze Bände füllen, doch einige Schlüsseldokumente, Doktrinen und „historische Labore“ verdienen es, hier besonders hervorgehoben zu werden. Obwohl sie unterschiedliche Jahrzehnte und Schauplätze abdecken, weisen sie alle auf exakt dieselbe strukturelle Logik hin: Das zerbröckelnde Imperium kann Größe nicht tolerieren – und es begegnet dieser Bedrohung durch die gezielte Auflösung und Zerstückelung seiner (potenziellen) Rivalen.

Die Geburtsstunde der Unipolarität

Den ideologischen Startschuss für diese Strategie gab Charles Krauthammer – einer der einflussreichsten Publizisten der USA und einer der geistigen Väter des Neokonservatismus – 1990 in seinem Essay „Der unipolare Moment“ (The Unipolar Moment). Als führender Vordenker für die Washingtoner Eliten proklamierte er darin ein kurzes, einzigartiges Zeitfenster, in dem die USA die internationale Ordnung aggressiv nach ihren Vorstellungen umgestalten müssten, noch bevor ein neuer Rivale entstehen könne:

Uns stehen außergewöhnliche Zeiten bevor. Unsere beste Hoffnung auf Sicherheit in solchen Zeiten liegt, wie schon in schwierigen Phasen der Vergangenheit, in der Stärke und dem Willen Amerikas – der Stärke und dem Willen, eine unipolare Welt anzuführen, ungeniert die Regeln der Weltordnung festzulegen und bereit zu sein, diese auch durchzusetzen.“

Diese Ideologie wurde ein Jahrzehnt später vom „Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert“ (PNAC) in dessen Grundsatzpapier „Wiederaufbau der amerikanischen Verteidigung“ (Rebuilding America’s Defenses, 2000) in die Tat umgesetzt. Verfasst wurde dieses Dokument von genau jenen Sicherheitsstrategen, die kurz darauf die Schlüsselpositionen der Bush-Regierung besetzen sollten: Dick Cheney (als Vizepräsident), Donald Rumsfeld (als Verteidigungsminister) und Paul Wolfowitz (als dessen Stellvertreter). Diese personelle Kontinuität garantierte, dass die Forderungen des PNAC – die Aufrechterhaltung der weltweiten US-Vormachtstellung, der massive Ausbau globaler Militärstützpunkte und die gezielte Abschreckung jedes potenziellen „neuen Großmacht-Rivalen“ – zur obersten Priorität der US-Außenpolitik wurden.

Der Bauplan für den Nahen Osten

Im Falle Westasiens ist das Vorhaben, die Region systematisch zu zersplittern, längst aktenkundig. Den Grundstein legte der sogenannte Yinon-Plan von 1982. Dabei handelt es sich um einen Aufsatz von Oded Yinon, einem ehemaligen Beamten des israelischen Außenministeriums, der in der Fachzeitschrift Kivunim („Richtungen“) veröffentlicht wurde. Seine Kernidee war prägend: Israels Sicherheit ließe sich dauerhaft nur garantieren, wenn die großen, zentralisierten arabischen Nachbarstaaten (wie der Irak, Syrien oder Ägypten) in kleine, schwache und nach ethnischen oder religiösen Kriterien getrennte Kleinststaaten zerbrechen.

Diese Logik der Zersplitterung wurde Mitte der 90er-Jahre direkt in die US-Politik exportiert. Das Bindeglied war das sogenannte „Clean Break“-Memo von 1996. Ursprünglich als Strategiepapier für den israelischen Premierminister Netanjahu verfasst, plädierte es für einen „sauberen Bruch“ mit dem bisherigen Friedensprozess. Stattdessen sollte eine aggressive Destabilisierung von Gegnern wie Syrien und dem Irak erfolgen. Dass dieses Denken kurz darauf zum offiziellen Programm des PNAC in Washington wurde, ist kein Zufall. Es war exakt derselbe Kreis neokonservativer Strategen – darunter Richard Perle und Douglas Feith –, der erst das israelische Memo und kurz darauf die US-Kriegsstrategien für das Pentagon entwarf. Diese personelle Basis sorgte dafür, dass die Strategie der Zersplitterung zur offiziellen Leitlinie der US-Außenpolitik im Nahen Osten aufstieg.

Eine aktuelle Untersuchung der Byline Times dokumentiert zudem, wie sich dasselbe neokonservative Netzwerk heute in der Vandenberg Coalition neu organisiert hat – einem einflussreichen Think Tank, der als personelles Reservoir für die Trump-Administration dient, um diese in der Iran-Frage auf einen harten Konfrontationskurs einzuschwören.

Wir sehen exakt dieselbe Logik in der berüchtigten „Blood Borders“-Landkarte (Blutgrenzen) von US-Oberstleutnant Ralph Peters aus dem Jahr 2006, die eine Neuziehung der Grenzen in Westasien entlang ethnischer und religiöser Trennlinien vorschlug.

Ebenso findet sie sich in den berühmten Enthüllungen des ehemaligen NATO-Oberbefehlshabers General Wesley Clark wieder. Dieser berichtete 2007 öffentlich von einem Gespräch im Pentagon kurz nach den Anschlägen vom 11. September: Ein hochrangiger Offizier habe ihm damals ein internes Memo gezeigt, das vorsah, innerhalb von fünf Jahren insgesamt „sieben Länder auszuschalten“ – beginnend mit dem Irak, gefolgt von Syrien, dem Libanon, Libyen, Somalia, dem Sudan und abschließend dem Iran.

Durch diese Linse betrachtet, besteht das wahre „Verbrechen“ des Iran weder in seiner Ideologie noch in seiner Theologie. Wie der Council on Foreign Relations (CFR), eine der einflussreichsten privaten US-Denkfabriken für Außenpolitik, bereits 1997 feststellte:

Im Iran sind die Vereinigten Staaten mit einem Land konfrontiert, das über potenziell beträchtliche militärische und wirtschaftliche Kapazitäten sowie eine imperiale Tradition verfügt; zudem nimmt es eine entscheidende Position sowohl für den Golf als auch für die künftigen Beziehungen zwischen dem Westen und Zentralasien ein. Während der Irak eine klare und relativ einfache unmittelbare Bedrohung darstellt, repräsentiert der Iran eine geopolitische Herausforderung von weitaus größerem Ausmaß und größerer Komplexität.“

Diese Einschätzung hallte erst kürzlich, Anfang März 2026, in einer Rede von Pete Hegseth wider, die als „Tod und Zerstörung vom Himmel“-Rede traurige Berühmtheit erlangte. Hegseth brachte es auf den Punkt:

Dies ist ein riesiger Kampfraum mit enormen Kapazitäten – das ist einer der Gründe, warum er [der Iran] eine solche Bedrohung für uns darstellt.“

Der Balkan: Das Laboratorium der 1990er-Jahre

Noch vor den Interventionen in Westasien diente der Balkan in den 1990er-Jahren als Testgelände für diese Strategie. Die gezielte Anwendung einer ökonomischen „Schock-Therapie“ (wie sie Naomi Klein in ihrem Standardwerk „Die Schock-Strategie“ („The Shock Doctrine“) detailliert beschreibt) führte ab 1980 zum Zerfall des Industriesektors und zur schrittweisen Demontage des Sozialstaats. Gepaart mit kalkulierten militärischen Interventionen gelang es so, den multiethnischen jugoslawischen Staat zu zerschlagen. Wie es in dem 2019 erschienenen Buch „Balkanisierung und globale Politik“ („Balkanization and Global Politics“) treffend analysiert wurde:

Kolonialmächte balkanisieren zuerst die Welt und absorbieren dann die neu geschaffenen Zonen politisch und sozioökonomisch durch die Ausbeutung von Arbeitskraft und Ressourcen.“

Jugoslawien lieferte dem US-geführten Sicherheitsapparat eine makellose Blaupause: Indem man den Nationalismus in den Randgebieten als Waffe einsetzte und künstlich herbeigeführte Finanzkrisen als Hebel nutzte, konnte ein widerspenstiger geopolitischer Block in leicht verdauliche, gefügige Kleinststaaten zertrümmert werden.

Die Unterordnung Europas durch die NATO

Während Europa nicht territorial zersplittert wurde – schließlich besteht es bereits aus kleinen bis mittelgroßen Nationalstaaten –, folgt seine Eingliederung in die NATO einer identischen Logik der Abtrennung. Um das Entstehen eines gefestigten, autonomen eurasischen Machtpols zu verhindern, musste die strategische, finanzielle, digitale und energetische Autonomie Europas chirurgisch von der Nutzung russischer Ressourcen getrennt werden.

Wie der renommierte US-Politikwissenschaftler Christopher Layne in seinem Werk „Der Friede der Illusionen“ („The Peace of Illusions“, 2006) dokumentiert, zielte die große Strategie (Grand Strategy) der USA seit 1940 konsequent auf eine „extraregionale Hegemonie“ ab. Damit ist der vorbeugende Einfluss auf jede wichtige Weltregion gemeint, um die Entstehung eigenständiger Machtzentren bereits im Keim zu ersticken.

In diesem Rahmen fungiert die NATO-Osterweiterung als Mechanismus zur Vereinnahmung. Die Politikwissenschaftler Rajan Menon und William Ruger (2020) argumentierten, dass die NATO-Vergrößerung sicherstelle, dass Europa ein „strategischer Untergebener“ bleibt. Europa wird strukturell von Washington abhängig gemacht, um laut Menon und Ruger zu unterbinden, dass es „zu einem rivalisierenden Machtzentrum wird – sei es als Kollektiv oder dadurch, dass ein einzelner Staat die Dominanz auf dem Kontinent erlangt“.

Die strategische Zähmung Europas

Diese Logik wurde von US-Strategen offen als Werkzeug propagiert, um sowohl Russland als auch Westeuropa gleichermaßen zu beeinflussen. Bereits 1993 skizzierten Ronald Asmus, Richard Kugler und F. Stephen Larrabee in einem Artikel für Foreign Affairs – der weltweit einflussreichsten Fachzeitschrift für Außenpolitik, die quasi als Sprachrohr des US-Establishments gilt –, wie die NATO-Osterweiterung Washington eine unverzichtbare Kontrolle ermöglichte. Das Ziel war es, sicherzustellen, dass das militärische Druckmittel Amerikas stets schwerer wiegen würde als die wirtschaftliche Integration Europas. Durch die Aufnahme osteuropäischer Staaten sollte das politische Zentrum Osteuropas faktisch in die USA verlagert werden, anstatt sich an Ländern wie Deutschland oder Frankreich zu orientieren. In dem Artikel hieß es unmissverständlich:

Ihre Ansichten zu Sicherheitsfragen stimmen eng mit denen der Vereinigten Staaten und anderer atlantisch orientierter Mitglieder wie Großbritannien, Portugal und den Niederlanden überein. Ihre Aufnahme in die NATO würde die atlantische Ausrichtung des Bündnisses stärken und eine größere interne Unterstützung für die Positionen der USA in wichtigen Sicherheitsfragen gewährleisten.“

Die Dringlichkeit dieser institutionellen Vereinnahmung entsprang der tiefen Furcht vor einer späteren eurasischen Konsolidierung. Bereits 1994 plädierten Schlüsselfiguren wie Henry Kissinger und Zbigniew Brzezinski für eine rasche NATO-Osterweiterung. Ihr Kalkül: Russlands Schwäche nach dem Kalten Krieg wurde lediglich als vorübergehender Zustand begriffen. Die Strategie bestand darin, dieses Zeitfenster auszunutzen, um die geopolitische Landkarte dauerhaft zugunsten Washingtons umzugestalten.

Der bekannte Kolumnist der New York Times, William Safire, brachte diesen imperialen Opportunismus 1996 auf den Punkt:

In den kommenden Jahrzehnten wird Russland – mit seiner gebildeten Bevölkerung und seinen reichen Ressourcen, befreit vom Kommunismus – wieder auferstehen. Seine Führer werden irredentistische Ziele verfolgen [Anm. d. Red.: d.h. Gebietsansprüche geltend machen] unter dem Vorwand, ihr ‚nahes Ausland‘ zu schützen. Der einzige Weg, künftige Aggressionen ohne Krieg abzuschrecken, ist die kollektive Verteidigung. Und nur in den nächsten Jahren, solange Russland schwach ist, haben wir die Chance, die ‚Verwundbaren‘ fest an uns zu binden.“

Durch das aggressive Vorgehen, den Osten „festzubinden“, gelang dem US-Sicherheitsapparat eine meisterhafte Doppelstrategie der Zersplitterung: Er zerbrach einerseits geografisch die postsowjetische Einflusssphäre und stellte gleichzeitig sicher, dass der industrielle und technologische Kern Westeuropas niemals mit der Ressourcenbasis des Ostens verschmelzen würde.

Die Kontinuität des Siedlerkolonialismus

Auch wenn ich argumentiere, dass die Strategie der Zersplitterung nach dem Zusammenbruch der UdSSR ihre reinste und offenste Form annahm, so ist sie auf einer tieferen historischen Ebene doch das globalisierte Spiegelbild des US-amerikanischen Siedlerkolonialismus.

Wie die Wissenschaftler Patrick Wolfe und Glen Coulthard theoretisiert haben, funktioniert der Siedlerkolonialismus nach einer „Logik der Eliminierung“ und nicht nach bloßer Ausbeutung. Er erfordert die absolute und dauerhafte Auslöschung jeglicher indigener Souveränität und Autonomie, um das Land als Voraussetzung für die kapitalistische Akkumulation (Anhäufung von Kapital) zu sichern.

Die Logik dahinter ist simpel: Damit westliches Kapital ungehindert überall hinfließen kann, darf es keine Hindernisse geben. Deshalb wird jeder Staat und jedes große Unternehmen, das versucht, eigene Regeln aufzustellen oder den Zugriff des Westens zu begrenzen, systematisch zersplittert oder geschwächt.

Dahinter verbirgt sich eine einfache, aber unerbittliche Logik: Wenn ein Land über ein riesiges Territorium verfügt, seine Entscheidungen unabhängig trifft und zudem an einem strategisch wichtigen Ort der Weltkarte liegt, dann wird es für das westliche Imperium automatisch zu einer strukturellen Bedrohung. Es besitzt dann das Potenzial, strukturell eine neue, konkurrierende Ordnung aufzubauen und zu einem Machtzentrum zu werden, das sich dem hegemonialen Einfluss entzieht.

Allein die Fähigkeit, autonom zu sein – also das Potenzial, das ein großes Territorium mit sich bringt, um sich unabhängig zu ernähren, mit Energie zu versorgen, zu finanzieren und zu verteidigen –, ist in den Augen des Imperiums bereits das Verbrechen und die Bedrohung.

Im nächsten Abschnitt (Teil 2) werden wir sehen, warum diese Logik der Zersplitterung für das US-geführte transatlantische Imperium, das sich derzeit in einem Zustand des Erosionsprozesses befindet, so essenziell geworden ist.

Ende Teil 1

Dieser Essay erschien ursprünglich in englischer Sprache auf dem Substack der Autorin. Die vorliegende Fassung ist eine von der Autorin selbst übersetzte und leicht überarbeitete Version.

Titelbild: KI generiert mit DALL-E 3 von OpenAI

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Gesund durch Selbstbestimmung – Dr. Walter Weber im Gespräch

04. Mai 2026 um 18:18

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Gesund durch Selbstbestimmung – Dr. Walter Weber im Gespräch

Aus dem Klappentext:

Ganz besonders in den letzten vier Jahren wurde ersichtlich, dass Selbstbestimmung und die damit einhergehende Eigenverantwortung des Einzelnen nicht gewünscht sind. Vorwiegend im Bereich Gesundheit.

Doch: „Jede Heilung fängt mit Selbstliebe, Selbstwertschätzung und Selbstbestimmtheit an. 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, 24h Stunden am Tag.“ Das sagt unser heutiger Gast, Dr. Walter Weber. Vielen ist er bereits durch die „Ärzte für Aufklärung“ bekannt. Als praktizierender Arzt in Hamburg sind Psychosomatik und Krebsbehandlung seine Schwerpunkte.

In einer Welt, wo wir alle konditioniert wurden unsere Verantwortung und häufig auch das Gehirn an der Rezeption abzugeben, zeigt seine Erfahrung ein anderes Bild: Das Wichtigste für einen gesunden Körper, Geist und Seele sind Selbstwertschätzung, Selbstliebe und Selbstbestimmung.

Als Autor von u.a. „Gesundheit aus eigener Kraft“ oder „Hoffnung bei Krebs – Der Geist hilft dem Körper“ ist seine Intention den Patienten auf ihrem Weg der Gesundheit und Heilung zu helfen.

Das Interview erschien erstmals im August 2024.

Weitere Informationen:

https://www.drwalterweber.de/

https://aerzte-fuer-aufklaerung.de/

https://www.wch-germany.de/


Dr. Heidi Wichmann
Web: https://dr-wichmann.shop/
Telegram: https://t.me/drheidiwichmann

Rüdiger Lenz
Telegram: https://t.me/NichtkampfPrinzip

Buch: "Das Nichtkampf-Prinzip" von Rüdiger Lenz
https://c.kopp-verlag.de/kopp,verlag_...

Buch "Endlich Frieden" u. a. von Rüdiger Lenz
https://c.kopp-verlag.de/kopp,verlag_...

Buchempfehlung: "Geimpft-Gestorben" von Dr. Ute Krüger
https://c.kopp-verlag.de/kopp,verlag_...

Disclaimer:

Die in diesem Video dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der Information und allgemeinen Weiterbildung/Meinungsfreiheit. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Inhalt erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Inhalt dieses Videos ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir, sowie die Moderatoren, übernehmen keine Haftung für evtl. Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

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Dieser Beitrag wurde am 03.05.2026 auf dem YouTube-Kanal „Eigeninitiative Gesundheit“ veröffentlicht.

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Bildquelle: Eigeninitiative Gesundheit

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Gedanken über Krieg und Frieden

03. Mai 2026 um 16:34

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Auf den Spuren der geopolitischen „Grammatik“.

Der Beitrag Gedanken über Krieg und Frieden erschien zuerst auf .

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Kältereport Nr. 18 /2026

03. Mai 2026 um 10:00

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Meldungen vom 27. April 2026:

Frühjahrs-Frost in Osteuropa

Über der östlichen Hälfte Europas hat sich kalte Luft festgesetzt.

Die Vorhersagen simulieren für die kommende Woche Temperaturen deutlich unter dem Durchschnitt, wobei eine weitere Kaltfront die Abweichungen vom Normalwert noch verstärken wird.

Der Frost hält sich bis weit in den Frühling hinein, sogar in Frankreich, wo die Temperaturen in tief gelegenen Regionen wie Mourmelon-le-Grand am Sonntagmorgen auf -2,3 °C fielen – ein weiterer Schlag für die Frühsaison-Ernten.

Je weiter man nach Osten blickt, desto stärker wird die Kälte.

Am 26. April strömte arktische Luft nach Weißrussland und verwandelte Regen in weiten Teilen des Landes in Schnee. Städte wie Grodno, Nesvizh und Slutsk berichteten von Szenen, die eher für Januar als für Ende April typisch sind.

Der Wind nahm stark zu und führte zu Schneesturmbedingungen und schlechter Sicht.

Die Kältewelle erfasste auch den Osten der Türkei, wobei in Sarıkamış bei stark sinkenden Temperaturen Schneehöhen von fast 30 cm gemessen wurden. Der Straßenverkehr kam zum Erliegen und die Fahrbahnen wurden schnell rutschig. Die Einheimischen sind an strenge Winter gewöhnt, doch selbst hier ist Schneefall Ende April ungewöhnlich.

In den höheren Lagen der Region wird weiterer Schneefall erwartet, während für Teile Westrusslands sogar in tieferen Lagen Schneefall vorhergesagt wird, da sich die Kaltluft weiter ausbreitet.

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Schottland: 10 m Schneewehe in Cairn Gorm

Am Cairn Gorm in Schottland wurde in dieser Saison eine Schnee- und Eisverwehung beobachtet, deren Tiefe auf etwa 10 Meter geschätzt wird. Laut lokalen Berichten wurden Verwehungen dieser Größenordnung seit Jahren nicht mehr gesehen.

[Graeme Pringle]

Diese riesige Eisplatte, Ergebnis einer anhaltenden Akkumulation während der gesamten Saison, steht im Widerspruch zu den wiederholten Behauptungen, der Schnee in Schottland verschwinde.

Eine 10 Meter hohe Schneeverwehung passt nicht in dieses Bild.

Die Prozesse, die in Schottland für die Bildung und den Erhalt von Schnee sorgen, sind nach wie vor zugange.

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Extreme Kälte in der Antarktis

Während es in Teilen der Ostantarktis mild ist, herrscht fast überall sonst ungewöhnliche Kälte, insbesondere am Ross-Schelfeis.

Am 26. April verzeichnete Margaret AWS ein Tiefstwert von -58,9 °C – kälter als sogar am Südpol. Und in McMurdo sanken die Temperaturen auf -37 °C – der niedrigste Wert für April dort seit dem 26. April 2021.

Auch wenn sich Panikmacher auf Berichte über eine Warmluftblase im Osten stürzen werden, ist die vorherrschende Situation doch von bitterer Kälte geprägt. Und es gibt kein Zurück mehr: Der Ross-Sektor befindet sich fest im Wintermodus, wobei Strahlungskühlung und die Dynamik der Eisschicht die Temperaturen mit nachlassendem Sonnenlicht immer schneller sinken lassen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/spring-freeze-tightens-grip-on-eastern?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 28. April 2026:

Grönland: Rekord-Zuwachs der Oberflächen-Massenbilanz

Die Oberflächen-Massenbilanz (SMB) Grönlands ist in den letzten Tagen stark gestiegen, wobei der 27. April den Spitzenwert erreichte – am Montag wurden rund 8 Gigatonnen akkumuliert, was deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010 für Ende April liegt.

Die tägliche Akkumulation hat seit Mitte des Monats wiederholt den oberen Bereich erreicht:

Die Saison 2025/26 verläuft derzeit leicht über dem langjährigen Durchschnitt:

Ende April beginnt in der Regel der Übergang zu einer Phase, in der die Schneeschmelze überwiegt. Starke Neuschneefälle in dieser Phase bilden einen Puffer – mehr Schneedecke, um die frühe Schneeschmelze aufzufangen und das Freilegen des darunterliegenden, dunkleren Eises zu verzögern.

Das derzeit immer noch vorhandene Defizit der Gesamt-Massenbilanz dürfte sich damit weiter verringern. A. d. Übers.

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Moskau: Rekord-Schneefälle für Ende April

Am Montag kehrte der Winter untypisch spät im Jahr nach Moskau zurück: In der Hauptstadt fielen rund 12 cm Schnee – der stärkste Schneefall, der jemals für diesen Tag verzeichnet worden ist.

Der russische Meteorologe Jewgeni Tischkowetz (Phobos-Wetterzentrum): „Noch nie in der gesamten Geschichte der meteorologischen Beobachtungen [~150 Jahre] gab es am 27. April so viel Schnee.“

Ventusky bezeichnet die Gesamtmengen als „für Ende April außergewöhnlich“ und verweist auf über 20 cm in den umliegenden Gebieten.

Das Unwetter war so heftig, dass eine Wetterwarnung der Stufe Orange ausgelöst wurde. Die Straßen wurden durch eine Schicht aus festgefahrenem Schnee und Eis rutschig, und über 200 Bäume wurden entwurzelt.

Am Montagmorgen wurden mehr als 50 Flüge verspätet oder gestrichen, und auch der Bahnverkehr kam zum Erliegen, da das Verkehrssystem der Hauptstadt Mühe hatte, mit den Wetterbedingungen fertig zu werden, die eher für den Winter als für Ende April typisch sind.

(Ausschnitt)

Ende April liegen die Durchschnittstemperaturen in der Regel deutlich über dem Gefrierpunkt, was eine anhaltende Schneebildung erschwert. Für dieses Ereignis waren eine zum richtigen Zeitpunkt eintreffende Kaltluftmasse, ausreichend Feuchtigkeit und günstige Bodenbedingungen erforderlich – eine Kombination, die so spät im Frühling nur selten vorkommt.

Hinzufügung des Übersetzers: Im Wetter-Radarbild sah die zugehörige Wolkenspirale des dafür ursächlichen Tiefdruckwirbels wirklich eindrucksvoll aus:

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenlands-record-smb-gains-late?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 29. April 2026:

Höhere Lagen: Schnee von Schottland bis nach Sizilien

Es ist Ende April, und der Winter hält sich immer noch hartnäckig.

In Schottland bietet das Cairngorm-Gebirge im Ptarmigan Bowl weiterhin Skifahren mit Liftunterstützung an, wobei im oberen Teil des Gebirges noch genügend Schnee für die letzten Abfahrten der Saison liegt.

In Glencoe ist die normale Pistenzeit zwar vorbei, doch der Zubringerlift bleibt für Skitourengeher geöffnet, die in höheren Lagen noch befahrbaren Schnee finden.

Skifahren Ende April ist nach wie vor bemerkenswert, insbesondere nach jahrelangen Behauptungen, der Schnee in Schottland sei verschwunden.

Weiter südlich ist der Kontrast noch deutlicher.

Auf dem Ätna haben starke Schneefälle in den ersten Monaten des Jahres 2026 zu gewaltigen Schneemassen in der Nähe des Gipfels geführt. Die Betreiber haben Zufahrtswege durch den Schnee gebahnt, damit Fahrzeuge höhere Lagen erreichen können.

Der Ätna ist mit einer Höhe von über 3.300 m hoch genug für lang anhaltenden Frühlingsschnee. Doch die Schneedecke ist in diesem Jahr weitaus umfangreicher als nur ein paar vereinzelte Reste in den Höhenlagen: Selbst in der Nähe von 2.000 m am Südhang des Ätna werden die geräumten Zufahrtswege von bis zu 6 m hohen Schneewänden flankiert.

Von Schottland bis Sizilien hält der bedeutende Spätschnee bis in den Mai hinein an.

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Osteuropa: Befürchtungen von Ernte-Einbußen wegen anhaltender Kälte

Ein Kälteeinbruch Ende April breitet sich über Osteuropa aus und bringt Nachtfrost, Schnee in den Bergen und die Befürchtung von Ernteausfällen zum ungünstigsten Zeitpunkt mit sich.

Die Ukraine ist bereits schwer getroffen worden.

Lokalen Berichten zufolge wurden Tiefsttemperaturen bis -8 °C gemessen und Schäden an den Ernten verzeichnet, wobei die genauen Verluste noch ermittelt werden. Aprikosen und Pfirsiche scheinen besonders gefährdet zu sein, nachdem wiederholte Kälteeinbrüche von Februar bis April die Blüten und Knospen geschädigt hatten. Erste Schätzungen deuten hier auf potenzielle Verluste von 40–60 % bei Aprikosen und 30–50 % bei Pfirsichen hin, wobei die zentralen und südlichen Regionen am stärksten betroffen sind.

Es wurden auch Rekordtiefstwerte verzeichnet.

Am 27. April sank die Temperatur am Berg Pip Ivan in den Karpaten auf -10 °C. In Lemberg fiel sie auf -5,3 °C und unterbot damit den bisherigen Tiefstwert für den 27. April von -2,2 °C aus dem Jahr 1954.* Uschhorod erreichte -2,2 °C und stellte damit ebenfalls einen neuen Tiefstwert auf.

*Hier muss man etwas relativieren. Der Tagesrekord wird zwar so stimmen, aber Cap Allon macht keine Angaben dazu, ob es nicht in anderen Jahren noch nach diesem Termin noch kälter war. Das ändert jedoch nichts an der extremen Ausprägung dieser Kältewelle. A. d. Übers.

Auch anderswo wurden diese Woche Frostwarnungen in Moldawien ausgegeben, wo die Temperaturen auf -3 °C sanken.

Auch in Rumänien werden anhaltender Frost, Schnee in den Bergen und Temperaturen bis -6 °C in den Senken der Ostkarpaten vorhergesagt, wobei sich der Frost sogar bis nach Osttranssilvanien ausbreiten soll.

Bulgarien hat ebenfalls weitreichende Frostwarnungen herausgegeben. Zwischen dem 29. April und dem 3. Mai sollen die Temperaturen 12 °C unter dem Normalwert liegen, wobei selbst in den Tieflagen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen werden. Bulgarische Meteorologen warnen vor Ertragseinbußen, gerade jetzt, wo das Wachstum im Frühling an Fahrt gewinnt.

Was die Türkei betrifft, so wird die nächste heftige Kältewelle für den 1. Mai erwartet, wobei die Temperaturen um 15 °C unter den Normalwert fallen werden. In den Bergen ist Schnee wahrscheinlich, während ländliche Gebiete von Frostschäden in der Landwirtschaft bedroht sind. Blühende Obstbäume sind erneut die offensichtliche Schwachstelle.

Das Gesamtbild zeigt ein „Omega-Block“-Muster, bei dem sich der Jetstream stark krümmt: Westeuropa genießt die aus dem Süden herangeführte Wärme, während der Osten mit eisiger arktischer Luft zu kämpfen hat, die aus dem Norden herabweht.

Dieser Kälteeinbruch ist heftig und kommt spät. In den letzten Apriltagen stehen die Obstbäume in Blüte, das Gemüse treibt aus und die Winterkulturen wachsen. Frost, der im Februar noch als normal gilt, verursacht Ende April erhebliche Schäden.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-snow-holds-from-scotland-to?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 30. April 2026:

China: Extremer Kälteeinbruch im Osten

Ostchina wurde Ende April von einem heftigen Kälteeinbruch heimgesucht.

In Shanghai, wo es um diese Zeit normalerweise schon richtig frühlingshaft warm ist, wurden am 29. April nur 11,7 °C als Tageshöchsttemperatur gemessen – das war die niedrigste Tageshöchsttemperatur im April seit 1939.

Die ausgedehnte Kaltluftmasse erreichte auch den Südwesten Chinas.

In Yunnan warnten die Behörden die Provinz vor sinkenden Temperaturen, Regen, Gewittern, starken Winden, Hagel und lokalen Temperaturstürzen von mehr als 10 °C in dieser Woche.

In den frühen Morgenstunden des 29. April wurde in den nördlichen Bergregionen um Kunming und Qujing starker Schneefall verzeichnet – ein seltenes Phänomen so spät im Jahr.

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Kalter Mai in den USA steht bevor

Ein Großteil der zentralen und östlichen USA startet mit unterdurchschnittlichen Temperaturen in den Mai.

Das Climate Prediction Center der NOAA rechnet bis zum 13. Mai mit kühleren Bedingungen als üblich östlich der Rocky Mountains. Modellberechnungen zeigen tägliche Abweichungen von 8°C unter dem Normalwert in Teilen des Mittleren Westens und des Ohio-Tals.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cold-shot-hits-eastern-china-us-faces?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung aus der Antarktis vom 1. Mai 2026:

Antarktis: Monats-Rekorde an der Station Concordia

Die Antarktis ist dieses Jahr besonders früh in den Winter eingetreten.

An der Concordia-Station auf dem ostantarktischen Plateau sanken die Temperaturen am 30. April auf -75,2 °C und fielen am 1. Mai vorläufig weiter auf -75,9 °C.

Die Daten von ClimAntarctide deuten darauf hin, dass beide Messwerte die Monatsrekorde für Concordia bedrohen: einer für April, unmittelbar gefolgt von einem für Mai. Der Wert für den 1. Mai ist noch vorläufig, sodass die endgültige Zahl noch angepasst werden kann.

Concordia liegt am Dome C auf rund 3.233 m über dem Meeresspiegel und ist eine der kältesten dauerhaft besetzten Forschungsstationen der Erde. Das öffentliche ClimAntarctide-Archiv identifiziert Concordia als PNRA/IPEV-Station, an der seit 2005 automatische Wetterbeobachtungen durchgeführt werden.

Die Antarktis versinkt in extreme Kälte, während die Sonne verschwindet und das Plateau Wärme ins All abstrahlt. Von hier aus geht es nur noch weiter nach unten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/concordia-sets-back-to-back-monthly?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 19 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 1. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Kältereport Nr. 18 /2026 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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