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Gestern — 05. Juni 2026

Microsoft KI-Agent Scout soll Nutzer süchtig machen

05. Juni 2026 um 16:15

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Nach einem geleakten internen Dokument von Microsoft soll mit dem autonom agierenden Agenten beim Nutzer Abhängigkeit geschaffen werden. Das liegt allen KI-Bots und -Agenten, aber auch sozialen Netzwerken zugrunde. Sollten Nutzer zumindest mit Warnhinweisen vor der Nutzung konfrontiert werden?

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Kein Fronleichnam bei der CSU?


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Immer mehr Bürger fragen sich, was das „C“ bei der CSU eigentlich noch zu bedeuten hätte. Christlich kann es nicht mehr sein. Dafür hat die CSU mit einem peinlichen Post selbst gesorgt: Wann diese Grafik überhaupt erstellt wurde, bleibt im Dunkeln. Götz Frömming von der AfD hat aufgepasst: Peinlicher Schnitzer der CSU: „Fronleichnam“ heißt es […]
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Ifo: Über die Hälfte der deutschen Unternehmen nutzt KI

05. Juni 2026 um 11:53

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nimmt in der deutschen Wirtschaft deutlich zu. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts nutzt inzwischen mehr als jedes zweite Unternehmen KI-Anwendungen.
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Universität: Erster Impfstoff von KI entwickelt

05. Juni 2026 um 06:04

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Wissenschaftler der Universität Cambridge haben mithilfe von Künstlicher Intelligenz einen neuartigen Impfstoff entworfen. Er soll gegen zahlreiche Coronaviren schützen und künftig bei der Vorbeugung von Pandemien helfen.
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„Lavender“: Die KI-Maschine, die Israels Bombardements in Gaza steuert (Teil 1)

04. Juni 2026 um 10:00

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Die israelische Armee hat Zehntausende Bewohner des Gazastreifens als potenzielle Zielpersonen für Tötungsaktionen eingestuft – mithilfe eines KI-Zielerfassungssystems, das kaum menschlicher Kontrolle unterliegt, und einer Politik, die hohe Opferzahlen in Kauf nimmt. Dies haben jüdische und palästinensische Journalisten in einer gemeinsamen Recherche aufgedeckt. Von Yuval Abraham.

Im Jahr 2021 erschien ein Buch mit dem Titel „Das Mensch-Maschine-Team: Wie man Synergien zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz schafft, die unsere Welt revolutionieren werden“[*] unter dem Pseudonym „Brigadegeneral Y.S.“ Darin spricht sich der Autor – ein Mann, den wir als den derzeitigen Kommandeur der israelischen Elite-Geheimdienstabteilung 8200 identifiziert haben – für die Entwicklung einer speziellen Maschine aus, die große Datenmengen schnell verarbeiten könnte, um in der Hitze eines Krieges Tausende potenzieller „Ziele“ für Militärschläge zu generieren. Eine solche Technologie, schreibt er, würde das lösen, was er als „menschlichen Engpass sowohl bei der Lokalisierung neuer Ziele als auch bei der Entscheidungsfindung zur Genehmigung der Ziele“ bezeichnete.

Eine solche Maschine, so stellt sich heraus, gibt es tatsächlich. Eine neue Untersuchung von +972 Magazine und Local Call[**] deckt auf, dass die israelische Armee ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Programm entwickelt hat, das unter dem Namen „Lavender“ bekannt ist und hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Laut sechs israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die alle während des aktuellen Krieges im Gazastreifen in der Armee gedient haben und direkt an der Verwendung von KI zur Ermittlung von Tötungszielen beteiligt waren, spielte Lavender eine zentrale Rolle bei den beispiellosen Bombardierungen von Palästinensern, insbesondere in der Anfangsphase des Krieges. Tatsächlich war sein Einfluss auf die militärischen Operationen den Quellen zufolge derart groß, dass die Ergebnisse der KI-Maschine im Prinzip „wie eine menschliche Entscheidung behandelt wurden“.

Formal ist das Lavender-System konzipiert, um alle verdächtigen Akteure in den militärischen Flügeln der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ), einschließlich derjenigen niedrigen Ranges, als potenzielle Bombardierungsziele zu markieren. Die Quellen berichteten +972 und Local Call, dass sich die Armee in den ersten Wochen des Krieges fast vollständig auf Lavender verließ, das bis zu 37.000 Palästinenser – und ihre Häuser – für mögliche Luftschläge identifizierte.

In der Anfangsphase des Krieges erteilte die Armee den Offizieren pauschal die Erlaubnis, Lavenders Tötungslisten zu übernehmen, ohne Verpflichtung, gründlich zu prüfen, warum die Maschine diese Auswahl getroffen hatte, oder die Rohdaten der Geheimdienste zu untersuchen, auf denen sie basierten.

Eine Quelle berichtete, dass menschliches Personal oft nur dazu diente, die Entscheidungen der Maschine „abzunicken”. Sie fügte hinzu, dass man normalerweise jedem Ziel nur etwa „20 Sekunden“ widmete, bevor ein Bombenangriff genehmigt wurde – und dies lediglich, um sicherzustellen, dass es sich bei dem von Lavender markierten Ziel um einen Mann handelte. Und das, obwohl bekannt war, dass das System in etwa zehn Prozent der Fälle als „Fehler“ geltende Entscheidungen trifft und bekanntlich manchmal Personen markiert, die lediglich eine lose oder überhaupt keine Verbindung zu militanten Gruppen haben.

Darüber hinaus griff die israelische Armee die Zielpersonen systematisch in ihren Häusern an – in der Regel nachts, während ihre gesamten Familien anwesend waren – und nicht im Zuge militärischer Aktivitäten. Den Quellen zufolge geschah dies, weil es nach ihrer Einschätzung aus nachrichtendienstlicher Sicht einfacher war, die Personen in ihren Privathäusern zu lokalisieren.

Zusätzliche automatisierte Systeme, darunter eines namens „Where’s Daddy“, das hier ebenfalls erstmals enthüllt wird, wurden speziell eingesetzt, um die Zielpersonen aufzuspüren und Bombenangriffe durchzuführen, wenn diese die Wohnhäuser ihrer Familien betreten hatten.

Das Ergebnis war, wie die Quellen bezeugten, dass Tausende Palästinenser – die meisten davon Frauen und Kinder oder Menschen, die nicht an den Kämpfen beteiligt waren – „aufgrund der Entscheidungen des KI-Programms“ durch israelische Luftangriffe ausgelöscht wurden, insbesondere in den ersten Wochen des Krieges.

„Wir waren nicht daran interessiert, [Hamas-]Aktivisten nur dann zu töten, wenn sie sich in einem Militärgebäude befanden oder an einer militärischen Aktivität beteiligt waren“, erklärte A., ein Geheimdienstoffizier, gegenüber +972 und Local Call. „Im Gegenteil, die IDF bombardierte sie ohne zu zögern in ihren Häusern, als erste Option. Es ist viel einfacher, das Haus einer Familie zu bombardieren. Das System ist konzipiert, um sie in solchen Situationen aufzufinden.“

Die „Lavender“-Maschine ergänzt ein anderes KI-System, „The Gospel“. Informationen darüber wurden in einer früheren Untersuchung von +972 und Local Call im November 2023 sowie in den eigenen Veröffentlichungen des israelischen Militärs bekannt. Ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt in der Definition des Ziels: Während „The Gospel“ Gebäude und Strukturen markiert, von denen aus laut Armee Militante operieren, markiert „Lavender“ Menschen – und setzt sie auf eine Tötungsliste.

Den Quellen zufolge bevorzugte die Armee außerdem, wenn es darum ging, von Lavender markierte mutmaßliche untergeordnete Militante anzugreifen, den Einsatz von ungelenkten Raketen, gemeinhin als „dumme“ Bomben bekannt (im Gegensatz zu „smarten“ Präzisionsbomben), die ganze Gebäude mitsamt ihren Insassen zerstören und erhebliche Opferzahlen verursachen können.

„Du willst keine teuren Bomben an unwichtige Leute verschwenden – das ist sehr kostspielig für das Land und es herrscht ein Mangel [an diesen Bomben]“, sagte C., einer der Geheimdienstoffiziere. Eine andere Quelle gab an, sie hätten persönlich die Bombardierung von „Hunderten“ von Privathäusern mutmaßlicher „Nachwuchskräfte” genehmigt, die von Lavender markiert worden waren. Viele dieser Angriffe töteten Zivilisten und ganze Familien als „Kollateralschaden“.

In einem beispiellosen Schritt beschloss die Armee laut zwei der Quellen in den ersten Wochen des Krieges zudem, dass es für jedes von Lavender markiertes rangniedriges Hamas-Mitglied zulässig ist, bis zu 15 oder 20 Zivilisten zu töten. In der Vergangenheit hatte das Militär bei Attentaten auf rangniedrige Militante keinerlei „Kollateralschäden“ genehmigt.

Die Quellen fügten hinzu, dass die Armee in Fällen, in denen das Ziel ein hochrangiger Hamas-Funktionär im Rang eines Bataillons- oder Brigadekommandanten war, mehrere Male die Tötung von mehr als 100 Zivilisten bei der Ermordung eines einzelnen Kommandanten genehmigte.

Die folgende Untersuchung gliedert sich in die sechs chronologischen Stufen der hochautomatisierten Zielerfassung durch die israelische Armee in den ersten Wochen des Gaza-Kriegs. Zunächst erläutern wir die „Lavender“-Maschine selbst, die unter Einsatz künstlicher Intelligenz Zehntausende Palästinenser markierte. Zweitens enthüllen wir das „Where’s Daddy?“-System, das diese Ziele verfolgte und der Armee ein Signal gab, sobald sie ihre Familienhäuser betraten. Drittens beschreiben wir, wie „dumme“ Bomben ausgewählt wurden, um diese Häuser anzugreifen.

Viertens erläutern wir, wie die Armee die zulässige Anzahl von Zivilisten, die bei der Bombardierung eines Ziels getötet werden durften, gelockert hat. Fünftens zeigen wir auf, wie automatisierte Software die Anzahl der Nichtkombattanten in jedem Haushalt ungenau berechnet hat. Und sechstens zeigen wir, wie in verschiedenen Fällen, wenn ein Haus getroffen wurde, meist nachts, die Zielperson gar nicht im Haus war, weil Militärangehörige die Informationen nicht in Echtzeit überprüft haben.

Schritt 1: Ziele generieren

„Wenn man einmal auf Automatik umgestellt hat, läuft die Generierung von Zielen auf Hochtouren.“

In der israelischen Armee bezeichnete der Begriff „menschliches Ziel“ in der Vergangenheit einen hochrangigen Militärangehörigen, der gemäß den Vorschriften der Abteilung für internationales Recht des Militärs in seiner Privatwohnung getötet werden darf, selbst wenn Zivilisten in der Nähe sind. Geheimdienstquellen sagten gegenüber +972 und Local Call, dass während Israels früherer Kriege – da dies eine „besonders brutale“ Art war, jemanden zu töten (oftmals durch die Tötung einer ganzen Familie neben dem Ziel) – solche menschlichen Ziele sehr sorgfältig markiert wurden und nur hochrangige Militärkommandanten in ihren Häusern bombardiert wurden, um den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nach internationalem Recht zu wahren.

Aber nach dem 7. Oktober – als von der Hamas angeführte Militante einen tödlichen Angriff auf Gemeinden im Süden Israels starteten, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 240 entführt wurden – nahm die Armee laut den Quellen einen dramatisch anderen Ansatz ein. Bei der „Operation Iron Swords“ beschloss die Armee, alle Aktivisten des militärischen Flügels der Hamas als menschliche Ziele einzustufen, unabhängig von ihrem Rang oder ihrer militärischen Bedeutung. Und das veränderte alles.

Die neue Politik stellte auch ein technisches Problem für den israelischen Geheimdienst dar. In früheren Kriegen musste ein Offizier, um die Tötung eines einzelnen menschlichen Ziels zu genehmigen, einen komplexen und langwierigen „Inkriminierungsprozess“ durchlaufen: Beweise gegenprüfen, dass die Person tatsächlich ein hochrangiges Mitglied des militärischen Flügels der Hamas war; herausfinden, wo sie wohnte; ihre Kontaktdaten ermitteln und schließlich in Echtzeit wissen, wann sie zu Hause war. Als die Liste der Ziele nur ein paar Dutzend hochrangige Aktivisten umfasste, konnten Geheimdienstmitarbeiter die mit der Inkriminierung und Lokalisierung verbundene Arbeit noch individuell bewältigen.

Als die Liste jedoch erweitert wurde und Zehntausende von Aktivisten niedrigerer Ränge umfasste, kam die israelische Armee zu dem Schluss, dass sie sich auf automatisierte Software und künstliche Intelligenz verlassen musste. Das Ergebnis war, so bezeugen die Quellen, dass die Rolle des menschlichen Personals bei der Einstufung von Palästinensern als militärische Aktivisten beiseitegeschoben wurde und KI stattdessen den Großteil der Arbeit übernahm.

Laut vier der Quellen, die mit +972 und Local Call sprachen, hat Lavender, das entwickelt wurde, um menschliche Ziele im aktuellen Krieg zu bestimmen, etwa 37.000 Palästinenser als mutmaßliche „Hamas-Kämpfer“ markiert, die getötet werden sollten – die meisten von ihnen junge Aktivisten (der Sprecher der IDF bestritt in einer Stellungnahme gegenüber +972 und Local Call die Existenz einer solchen Tötungsliste).

„Wir wussten nicht, wer diese nachrangigen Aktivisten waren, da Israel sie [vor dem Krieg] nicht routinemäßig verfolgt hatte“, erklärte der hochrangige Offizier B. gegenüber +972 und Local Call und beleuchtete so den Grund für die Entwicklung dieser speziellen Zielgenerierungsmaschine für den aktuellen Krieg. „Sie wollten es uns ermöglichen, die nachrangigen Aktivisten automatisch anzugreifen. Das ist der Heilige Gral. Wenn man einmal auf Automatik umgestellt hat, läuft die Generierung von Zielen auf Hochtouren.“

„Um 5 Uhr morgens kam die Luftwaffe und bombardierte alle Häuser, die wir markiert hatten“, sagte B. „Wir haben Tausende von Menschen getötet. Wir haben sie nicht einzeln durchgesehen – wir haben alles in automatisierte Systeme eingegeben, und sobald sich eine der markierten Personen zu Hause befand, wurde sie sofort zum Ziel. Wir haben sie und ihr Haus bombardiert.“

„Es war sehr überraschend für mich, dass wir aufgefordert wurden, ein Haus zu bombardieren, um einen einfachen Soldaten zu töten, dessen Bedeutung für die Kämpfe so gering war“, sagte eine Quelle über den Einsatz von KI zur Markierung mutmaßlicher rangniedriger Militanten. „Ich gab diesen Zielen den Spitznamen ‚Müllziele‘. Dennoch empfand ich sie als ethischer als die Ziele, die wir nur zur ‚Abschreckung‘ bombardierten – Hochhäuser, die evakuiert und zum Einsturz gebracht wurden, nur um Zerstörung zu verursachen.“

Die tödlichen Folgen dieser Lockerung der Beschränkungen in der Anfangsphase des Krieges waren erschütternd. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza, auf die sich die israelische Armee seit Kriegsbeginn fast ausschließlich stützt, tötete Israel in den ersten sechs Wochen des Krieges – bis zur Vereinbarung eines einwöchigen Waffenstillstands am 24. November – etwa 15.000 Palästinenser.

„Je mehr Informationen und Auswahl, desto besser“

Die Software „Lavender“ analysiert Informationen, die mithilfe eines Massenüberwachungssystems über die meisten der 2,3 Millionen Einwohner des Gazastreifens gesammelt wurden, bewertet und stuft dann die Wahrscheinlichkeit ein, dass die jeweilige Person im militärischen Flügel der Hamas oder der PIJ aktiv ist. Laut Quellen vergibt das System fast jeder einzelnen Person in Gaza eine Bewertung von 1 bis 100, die ausdrückt, wie wahrscheinlich es ist, dass sie ein militanter Kämpfer ist.

Lavender lernt, Merkmale bekannter Hamas- und PIJ-Aktivisten zu identifizieren, deren Daten der Maschine als Trainingsinformationen zugeführt wurden, und lokalisiert dann dieselben Merkmale – auch „Features“ genannt – in der allgemeinen Bevölkerung, erläuterten die Quellen. Eine Person, bei der mehrere verschiedene belastende Merkmale festgestellt werden, erhält eine hohe Bewertung und wird so automatisch zu einem potenziellen Ziel für einen Mordanschlag.

In dem zu Beginn dieses Artikels erwähnten Buch spricht sich der derzeitige Kommandeur der Einheit 8200 für ein solches System aus, ohne Lavender namentlich zu erwähnen. (Der Kommandeur selbst wird ebenfalls nicht namentlich genannt, aber fünf Quellen in der Einheit 8200 bestätigten, dass der Kommandeur der Autor ist. Dies berichtete auch Haaretz.) Der Kommandant beschreibt menschliches Personal als „Engpass“, der die Kapazität der Armee während einer Militäroperation einschränkt, und beklagt: „Wir [Menschen] können nicht so viele Informationen verarbeiten. Es spielt keine Rolle, wie viele Leute man damit beauftragt, während des Krieges Ziele zu generieren – man kann immer noch nicht genug Ziele pro Tag produzieren.“

Die Lösung für dieses Problem, sagt er, ist künstliche Intelligenz. Das Buch bietet eine kurze Anleitung zum Aufbau einer „Zielmaschine“, die in ihrer Beschreibung Lavender ähnelt und auf KI- sowie Algorithmen für maschinelles Lernen basiert. In dieser Anleitung sind mehrere Beispiele für die „Hunderte und Tausende“ von Kriterien enthalten, die die Bewertung einer Person erhöhen können wie etwa, in einer WhatsApp-Gruppe mit einem bekannten Militanten zu sein, das Mobiltelefon alle paar Monate zu wechseln und häufig die Adresse zu ändern.

„Je mehr Informationen und je mehr verschiedene, desto besser“, schreibt der Kommandant. „Visuelle Information, Mobilfunkdaten, Verbindungen in sozialen Medien, Informationen vom Schlachtfeld, Telefonkontakte, Fotos.“ Während diese Merkmale zunächst von Menschen ausgewählt werden, so der Kommandant weiter, werde die Maschine mit der Zeit in der Lage sein, Merkmale selbstständig zu identifizieren. Dies, so sagt er, könne es den Streitkräften ermöglichen, „Zehntausende von Zielen“ zu erstellen, während die tatsächliche Entscheidung, ob diese angegriffen werden oder nicht, weiterhin eine menschliche Entscheidung bleibe.

Das Buch ist nicht der einzige Fall, dass ein hochrangiger israelischer Kommandant auf die Existenz von menschlichen Zielmaschinen wie Lavender hingewiesen hat. +972 und Local Call haben Aufnahmen eines privaten Vortrags erhalten, den der Kommandant des geheimen Data-Science- und KI-Zentrums der Einheit 8200, „Oberst Yoav“, während der KI-Woche der Universität Tel Aviv im Jahr 2023 gehalten hat. Darüber wurde damals in den israelischen Medien berichtet.

In dem Vortrag spricht der Kommandant über eine neue, hochentwickelte Zielmaschine, die von der israelischen Armee eingesetzt wird und „gefährliche Personen“ anhand ihrer Ähnlichkeit mit bestehenden Listen bekannter Militanten erkennt, mit denen die Maschine trainiert wurde.

„Indem wir das System benutzten, gelang es uns, Kommandanten von Hamas-Raketenabteilungen zu identifizieren“, sagte „Oberst Yoav“ in dem Vortrag. Er bezog sich dabei auf Israels Militäroperation im Gazastreifen im Mai 2021, wo die Maschine zum ersten Mal eingesetzt wurde.

Die Folien der Vortragspräsentation, die ebenfalls von +972 und Local Call beschafft wurden, enthalten Illustrationen zur Funktionsweise des Systems: Es wird mit Daten über bekannte Aktivisten der Hamas gefüttert, lernt, deren Merkmale zu erkennen, und bewertet anschließend andere Palästinenser danach, wie sehr sie den Militanten ähneln.

In der Praxis jedoch, so berichten Quellen, die Lavender in den letzten Monaten genutzt haben, wurden menschliches Handeln und Genauigkeit durch die massenhafte Erstellung von Zielen und Letalität ersetzt.

„Es gab keine ‚Null-Fehler‘-Richtlinie“

B., ein hochrangiger Offizier, der Lavender einsetzte, bestätigte gegenüber +972 und Local Call, dass Offiziere im aktuellen Krieg, um Zeit zu sparen und die Massenproduktion menschlicher Ziele ohne Hindernisse zu ermöglichen, nicht verpflichtet waren, die Bewertungen des KI-Systems unabhängig zu überprüfen.

„Alles war statistisch, alles war sauber – es war sehr sachlich“, sagte B. Er merkte an, dass dieser Mangel an Aufsicht geduldet wurde, obwohl interne Überprüfungen zeigten, dass die Berechnungen von Lavender nur in 90 Prozent der Fälle als genau angesehen wurden; mit anderen Worten, es war im Voraus bekannt, dass 10 Prozent der zur Tötung bestimmten menschlichen Ziele überhaupt keine Mitglieder des militärischen Flügels der Hamas waren.

Beispielsweise erklärten Quellen, dass die Lavender-Maschine manchmal fälschlicherweise Personen markierte, deren Kommunikationsmuster denen bekannter Hamas- oder PIJ-Aktivisten ähnelten – darunter auch Polizei- und Zivilschutzmitarbeiter, Verwandte von Militanten, Einwohner, die zufällig denselben Namen und Spitznamen wie ein Aktivist trugen, sowie Bewohner Gazas, die ein Gerät benutzten, das einst einem Hamas-Aktivisten gehörte.

„Wie eng muss jemand mit der Hamas verbunden sein, damit er [von einem KI-System] als Mitglied der Organisation eingestuft wird?“, fragte eine Quelle, die Lavenders Ungenauigkeit kritisierte. „Es ist eine vage Grenze. Ist eine Person, die kein Gehalt von der Hamas erhält, ihr aber bei allen möglichen Dingen hilft, ein Hamas-Aktivist? Ist jemand, der in der Vergangenheit bei der Hamas war, heute aber nicht mehr dort ist, ein Hamas-Aktivist? Jedes dieser Features – Eigenschaften, die eine Maschine als verdächtig markieren würde – ist ungenau.“

Ähnliche Probleme bestehen bei der Fähigkeit der Zielmaschinen, das Telefon einer Person zu analysieren, die als Attentatsziel markiert ist. „Im Krieg wechseln Palästinenser ständig ihre Telefone“, sagte die Quelle. „Die Menschen verlieren den Kontakt zu ihren Familien, geben ihr Telefon einem Freund oder ihrer Frau, verlieren es vielleicht. Es gibt keine Möglichkeit, sich zu 100 Prozent auf den automatischen Mechanismus zu verlassen, der bestimmt, welche Telefonnummer wem gehört.“

Den Quellen zufolge wusste die Armee, dass die minimale menschliche Überwachung, die vorhanden war, diese Fehler nicht aufdecken würde. „Es gab keine ‚Null-Fehler-Politik‘. Fehler wurden statistisch behandelt“, sagte eine Quelle, die Lavender nutzte. „Aufgrund des Umfangs und der Größenordnung lautete das Protokoll, dass, selbst wenn man nicht sicher weiß, ob die Maschine Recht hat, man weiß, dass es statistisch gesehen in Ordnung ist. Also macht man es.“

„Es hat sich bewährt“, sagte B., der hochrangige Informant. „Dieser statistische Ansatz hat etwas an sich, das dich an bestimmte Normen und Standards bindet. Bei dieser Operation gab es eine unlogisch hohe Zahl von Bombenangriffen. Das ist in meiner Erinnerung beispiellos. Und ich habe viel mehr Vertrauen in einen statistischen Mechanismus als in einen Soldaten, der vor zwei Tagen einen Freund verloren hat. Jeder dort, mich eingeschlossen, hat am 7. Oktober Menschen verloren. Die Maschine hat es kalt erledigt. Und das hat es einfacher gemacht.“

Eine andere Geheimdienstquelle, die das Vertrauen in die von Lavender erstellten Tötungslisten palästinensischer Verdächtiger verteidigte, argumentierte, dass es sich nur dann lohne, die Zeit eines Geheimdienstoffiziers in die Überprüfung der Informationen zu investieren, wenn es sich bei dem Ziel um einen hochrangigen Kommandeur der Hamas handele. „Aber wenn es um einen einfachen Kämpfer geht, will man dafür keine Arbeitskraft und Zeit investieren“, sagte er. „Im Krieg bleibt keine Zeit, jedes Ziel zu überführen. Also ist man bereit, die Fehlerquote beim Einsatz künstlicher Intelligenz in Kauf zu nehmen, Kollateralschäden und den Tod von Zivilisten zu riskieren sowie das Risiko eines falsch gezielten Angriffs einzugehen und damit zu leben.“

Er erläuterte, dass, wenn man die Bewertungsschwelle von Lavender senkte, das System mehr Menschen als Ziele für Angriffe markierte. „Auf dem Höhepunkt gelang es dem System, 37.000 Menschen als potenzielle menschliche Ziele zu generieren“, sagte B. „Aber die Zahlen änderten sich ständig, denn es hängt davon ab, wo man die Messlatte dafür ansetzt, was ein Hamas-Aktivist ist. Es gab Zeiten, in denen ein Hamas-Aktivist weiter gefasst definiert wurde, und dann begann die Maschine, uns alle möglichen Mitarbeiter des Zivilschutzes und Polizeibeamte zu liefern, für die es eine Schande wäre, Bomben zu verschwenden. Sie helfen der Hamas-Regierung, aber sie gefährden Soldaten nicht wirklich.“

Eine Quelle, die mit dem militärischen Data-Science-Team zusammengearbeitet hatte, das Lavender trainierte, sagte, dass auch Daten von Mitarbeitern des von der Hamas geführten Ministeriums für Innere Sicherheit, die er nicht als Militante betrachtet, in das System eingespeist wurden. „Es störte mich, dass beim Training von Lavender der Begriff ‚Hamas-Aktivist‘ sehr weit gefasst wurde und Personen, die im Zivilschutz tätig waren, in den Trainingsdatensatz aufgenommen wurden“, sagte er.

Die Quelle fügte hinzu, dass, selbst wenn man der Meinung sei, diese Menschen verdienten es, getötet zu werden, das Training des Systems auf der Grundlage ihrer Kommunikationsprofile die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass Lavender fälschlicherweise Zivilisten auswählte, wenn seine Algorithmen auf die allgemeine Bevölkerung angewendet wurden. „Da es sich um ein automatisches System handelt, das nicht manuell von Menschen bedient wird, ist die Bedeutung dieser Entscheidung dramatisch: Sie bedeutet, dass man viele Menschen mit einem zivilen Kommunikationsprofil als potenzielle Ziele einbezieht.“

„Wir haben nur überprüft, ob das Ziel ein Mann war“

Das israelische Militär weist diese Behauptungen kategorisch zurück. In einer Stellungnahme gegenüber +972 und Local Call bestritt der Sprecher der IDF, künstliche Intelligenz zur Identifizierung von Zielen einzusetzen, und sagte, es handele sich lediglich um „Hilfsmittel, die Offizieren bei der Identifizierung assistieren“.

In der Erklärung hieß es weiter: „In jedem Fall ist eine unabhängige Überprüfung durch einen [Geheimdienst-]Analysten erforderlich, der verifiziert, dass die identifizierten Ziele legitime Angriffsziele sind, in Übereinstimmung mit den in den IDF-Richtlinien und im Völkerrecht festgelegten Bedingungen.“

Quellen zufolge bestand das einzige Protokoll zur menschlichen Überwachung vor der Bombardierung der von Lavender markierten Häuser mutmaßlicher „jüngerer“ Militanten jedoch darin, eine einzige Überprüfung durchzuführen: sicherzustellen, dass das von der KI ausgewählte Ziel männlich und nicht weiblich ist. Die Annahme in der Armee war, dass die Maschine wahrscheinlich einen Fehler gemacht hatte, wenn das Ziel eine Frau war, da es in den Reihen der militärischen Flügel von Hamas und PIJ keine Frauen gibt.

„Ein Mensch musste das Ziel nur für einige wenige Sekunden überprüfen“, sagte B. und erklärte, dass dies zum Protokoll wurde, nachdem man erkannt hatte, dass das Lavender-System in den meisten Fällen „richtig lag“.

„Zuerst haben wir Kontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Maschine nicht durcheinanderkam. Aber irgendwann verließen wir uns auf das automatische System und überprüften nur noch, dass das Ziel ein Mann war – das reichte aus. Es dauert nicht lange, um zu erkennen, ob jemand eine männliche oder eine weibliche Stimme hat.“

Um die Mann/Frau-Überprüfung durchzuführen, gab B. an, dass er im aktuellen Krieg „in dieser Phase 20 Sekunden für jedes Ziel aufwendet und jeden Tag Dutzende davon bearbeitet. „Ich hatte als Mensch keinerlei Mehrwert, abgesehen davon, dass ich als ein Zustimmungsstempel fungierte. Das sparte viel Zeit. Wenn der Verdächtige im automatisierten Mechanismus auftauchte und ich überprüfte, dass er ein Mann war, gab es die Erlaubnis, ihn zu bombardieren, vorbehaltlich einer Prüfung der Kollateralschäden.“

In der Praxis bedeutete dies den Quellen zufolge, dass es für zivile Männer, die fälschlicherweise von Lavender markiert wurden, keinen Überwachungsmechanismus gab, um den Fehler aufzudecken. Laut B. trat ein häufiger Fehler auf, „wenn das [Hamas-]Ziel sein Telefon seinem Sohn, seinem älteren Bruder oder einfach einem beliebigen Mann gab. Diese Person wurde dann in ihrem Haus zusammen mit ihrer Familie bombardiert. Das passierte oft. Das waren die meisten Fehler, die durch Lavender verursacht wurden“, sagte B.

Der Beitrag erschien im Original bei +972 Magazine. Aus dem Englischen übersetzt von Marta Andujo.

Über den Autor: Yuval Abraham ist Journalist und Filmemacher und lebt in Jerusalem.


[«*] The Human-Machine Team: How to Create Synergy Between Human and Artificial Intelligence That Will Revolutionize Our World“. Online lesbar hier.

[«**] Das +972 Magazine ist ein unabhängiges Onlinemagazin, das von palästinensischen und israelischen Journalisten betrieben wird. Local Call ist eine hebräischsprachige Nachrichtenseite, die sich für Bürgerjournalismus (Citizen Journalism) und unabhängige Medien einsetzt. Beide Projekte arbeiten eng zusammen und bieten Plattformen für Basisaktivismus, politische Analysen und investigativen Journalismus aus der Region.

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Videogespräch NDS-Herausgeber Albrecht Müller mit Diether Dehm

04. Juni 2026 um 09:30

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Der Musikproduzent, Liedermacher, Politiker und Autor Diether Dehm wirbt wie auch die NachDenkSeiten für ein friedliches und produktives Verhältnis zu Russland. Deshalb wurde er jetzt von t-online heftig attackiert. Das war der Anstoß für ein Gespräch mit Diether Dehm. Dieses Video geben wir den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern heute zur Kenntnis. Im Gespräch wird dann eine Reihe anderer Fragen angesprochen, die von Interesse für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser sein könnten – vom Mangel an Auseinandersetzung über die sozialen Verhältnisse bis hin zur Nutzung unseres Landes als „Flugzeugträger“ der USA in Europa – für militärische Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika.

Externer Inhalt

Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.

Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten

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Klaus Schwab ist zurück: „Wissen wird überflüssig“ – Algorithmen sollen künftig für uns denken, Bürger sollen Big Tech vertrauen

04. Juni 2026 um 08:37

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Von The Sociable

Wenn Intelligenz zu einer Dienstleistung würde, die nach Verbrauch abgerechnet wird, würde das intelligente Zeitalter nur der Elite und denjenigen zugutekommen, die es sich leisten können: eine Perspektive

Das intelligente Zeitalter ersetzt unsere kognitiven Fähigkeiten durch KI, und Universitäten sollten laut WEF-Gründer Klaus Schwab den Schwerpunkt darauf legen, Studierenden den kompetenten Umgang mit Technologie beizubringen, anstatt ihnen reines Wissen zu vermitteln.

In einem heutigen Livestream an der Universität von Johannesburg in Südafrika sprach Schwab ausführlich über das, was er als „das intelligente Zeitalter“ bezeichnet, und darüber, was dies für Arbeitsplätze, Studierende und die Menschheit bedeutet.

Der große Architekt der Agenda des Great Reset verglich frühere industrielle Revolutionen mit dem sogenannten intelligenten Zeitalter und erklärte, dass unsere Denkfähigkeiten nun an künstliche Intelligenz delegiert würden.

„Was bewirkt das intelligente Zeitalter? Es ersetzt unsere kognitiven Fähigkeiten durch Algorithmen oder durch das, was wir als künstliche Intelligenz bezeichnen.“

Klaus Schwab, Das intelligente Zeitalter und die Verantwortung der afrikanischen Führung, Mai 2026

“What is the Intelligent Age doing? It is replacing our cognitive capabilities by algorithm, or by what we call our artificial intelligence” WEF Founder Klaus Schwab, May 29 https://t.co/CBLgLEzDUk pic.twitter.com/oLnZzrmAoZ

— Tim Hinchliffe (@TimHinchliffe) May 29, 2026

Übersetzung von „X“: „Was bewirkt das intelligente Zeitalter? Es ersetzt unsere kognitiven Fähigkeiten durch Algorithmen oder durch das, was wir als künstliche Intelligenz bezeichnen.“ WEF-Gründer Klaus Schwab, 29. Mai https://youtube.com/watch?v=wOzCl9

Kehren wir zurück ins Industriezeitalter; was hat das Industriezeitalter bewirkt? Es hat unsere körperlichen Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt,“, sagte Schwab

Was bewirkt das Zeitalter der Intelligenz? Es ersetzt unsere kognitiven Fähigkeiten durch Algorithmen oder durch das, was wir als künstliche Intelligenz bezeichnen.“

Um dieses neue Zeitalter der Intelligenz zu meistern, müssen wir uns viel stärker vor Augen führen, was einen Menschen wirklich ausmacht. Was macht uns menschlich?“, fügte er hinzu.

Laut Schwab werden in dieser schönen neuen Welt, in der Intelligenz an Algorithmen delegiert wird, diejenigen die Gewinner sein, die sich anpassen können.

Wir werden jedoch sehen, dass diese Anpassungsfähigkeit – oder wie der gebürtige Deutsche Schwab es nennt: „Adaptility“ [sic] – bedeutet, über genügend Geld zu verfügen, um sich den Zugang zu KI-Wissensdatenbanken leisten zu können, und zu wissen, wie man diese zu seinem Vorteil nutzt.

„Die Menschen verstehen nicht mehr wirklich, was vor sich geht […] Wir haben das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das Geschehen zu haben […] Wir haben vielleicht nicht mehr die vollständige Kontrolle über uns selbst, aber wir müssen lernen, uns anzupassen“

Klaus Schwab, Das intelligente Zeitalter und die Verantwortung der afrikanischen Führung, Mai 2026

"With artificial intelligence you have many more capabilities to find out what truth is. If I go today to Claude or to ChatGPT or whatever it is, if I make the necessary efforts, I can find out what the truth is" WEF Founder Klaus Schwab, May 29 https://t.co/EwYgMA8Czh pic.twitter.com/Nmzi3Bbi4q

— Tim Hinchliffe (@TimHinchliffe) May 29, 2026

Übersetzung von „X“: „Mit künstlicher Intelligenz hat man viel mehr Möglichkeiten, die Wahrheit herauszufinden. Wenn ich heute zu Claude oder ChatGPT oder was auch immer gehe und mich ein wenig bemühe, kann ich herausfinden, was die Wahrheit ist.“ WEF-Gründer Klaus Schwab, 29. Mai https://youtube.com/watch?v=wOzCl9

Beachten Sie, wie Schwab sagt: „Wenn ich die nötigen Anstrengungen unternehme?“ Warum ist das so? Weil diese KI-Tools das Internet durchforsten und die Ergebnisse mit den höchsten Rankings anzeigen.

Ein hohes Ranking ist nicht immer gleichbedeutend mit der Wahrheit. Die nötigen Anstrengungen beziehen sich daher auf menschliche Recherche.

Man kann sich nicht darauf verlassen, dass ein LLM einem die Wahrheit liefert, denn es wird alles wiedergeben, was irgendein Geheimdienstler in Wikipedia heimlich bearbeitet hat, oder was von den Zensoren bei Reddit zugelassen wurde, oder welche Informationen von den Gatekeepern bei Google und ihren nicht gewählten globalistischen Partnern bei der UNO nicht zugelassen wurden.

Dennoch setzt Schwab sein Vertrauen in KI und die großen Tech-Unternehmen, dass sie uns alles Wissen liefern, das wir brauchen.

In diesem Szenario sind Universitäten überholt, und laut dem WEF-Gründer sollte sich die Hochschulbildung mehr darauf konzentrieren, den Umgang mit neuen Technologien zu vermitteln, anstatt tatsächliches Wissen zu lehren.

„Man muss nicht mehr zur Universität gehen. Bei jeder Wissensfrage kann man sich an Claude wenden, an ChatGPT oder was auch immer. Wissen ist überall um uns herum und kostenlos.“

Klaus Schwab, „Das intelligente Zeitalter und die Verantwortung der afrikanischen Führung“, Mai 2026

"You don't have to go to university anymore. For each knowledge question, you can go to Claude, you can go to ChatGPT or whatever. Knowledge is around us and is free of charge" WEF Founder Klaus Schwab, May 29 https://t.co/EwYgMA8Czh pic.twitter.com/EU2QVAsmhU

— Tim Hinchliffe (@TimHinchliffe) May 29, 2026

Übersetzung von „X“: „Du musst nicht mehr zur Universität gehen. Für jede Wissensfrage kannst du zu Claude gehen, du kannst zu ChatGPT gehen oder was auch immer. Wissen ist um uns herum und ist kostenlos“ WEF-Gründer Klaus Schwab, 29. Mai https://youtube.com/watch?v=wOzCl9

Man muss nicht mehr zur Universität gehen. Bei jeder Wissensfrage kann man sich an Claude wenden, an ChatGPT oder was auch immer. Wissen ist überall um uns herum und kostenlos“, sagte Schwab.

Sollte man vier Jahre investieren, um etwas zu lernen, das man bei Bedarf jederzeit in Echtzeit auf dem iPad nachlesen kann, anstatt sich mit Wissen vollzustopfen, von dem man vielleicht 90 Prozent in seiner beruflichen Tätigkeit gar nicht braucht?

Anstatt also nach Wissen zu streben, muss man nur die großen Tech-Unternehmen anrufen, und sie geben einem die richtigen Antworten kostenlos?

Nicht, wenn es nach OpenAI-CEO Sam Altman geht!

Im März erklärte Altman, dass er, nachdem er alle Urheberrechts- und geistigen Eigentumsverletzungen umgangen habe, indem er das gesamte kollektive Wissen der Menschheit aus dem Internet abgegriffen habe, es uns nun nach Verbrauch zurückverkaufen wolle.

„Wir sehen eine Zukunft, in der Intelligenz eine Versorgungsleistung wie Strom oder Wasser ist und die Menschen sie über einen Zähler bei uns beziehen.“

Sam Altman, BlackRock US Infrastructure Summit, März 2026

🚨 SAM ALTMAN: “We see a future where intelligence is a utility, like electricity or water, and people buy it from us on a meter.” pic.twitter.com/KuoMDp1upQ

— Chief Nerd (@TheChiefNerd) March 12, 2026

Übersetzung von „X“: SAM ALTMAN: „Wir sehen eine Zukunft, in der Intelligenz eine Versorgungsleistung ist, wie Strom oder Wasser, und die Menschen sie bei uns über einen Zähler beziehen.“

Wenn Intelligenz zu einer Dienstleistung würde, die nach Verbrauch abgerechnet wird, dann würde das Zeitalter der Intelligenz nur jenen zugutekommen, die es sich leisten können.

Alles, was Schwab sagte, wäre der Elite vorbehalten. Die Armen würden weiterhin nicht nur arm, sondern auch dumm bleiben.

Und alles beginnt mit der Bildung.

Laut Schwab sollten wir unser Streben nach Wissen aufgeben. Stattdessen sollten wir uns auf unsere „Fähigkeiten“ konzentrieren.

Und um welche Art von Fähigkeiten handelt es sich dabei?

Die Fähigkeit, mit einem Chatbot zu interagieren, und man sollte jedes Jahr an die Universität zurückkehren, um sein aktualisiertes Zertifikat zu erhalten, als wäre es ein Abonnement, durch das man ein Leben lang der KI und den Big Tech-Unternehmen verpflichtet ist.

Schwab nennt dies einen Übergang vom „Lernen fürs Leben zum lebenslangen Lernen“.

„Natürlich braucht man eine Ausbildung, man braucht Bildung, aber es sollte vor allem eine Ausbildung in Fähigkeiten sein und weniger in Wissen.“

Klaus Schwab, Das intelligente Zeitalter und die Verantwortung der afrikanischen Führung, Mai 2026

🚨 SAM ALTMAN: “We see a future where intelligence is a utility, like electricity or water, and people buy it from us on a meter.” pic.twitter.com/KuoMDp1upQ

— Chief Nerd (@TheChiefNerd) March 12, 2026

Übersetzung von „X“: SAM ALTMAN: „Wir sehen eine Zukunft, in der Intelligenz eine Versorgungsleistung ist, wie Strom oder Wasser, und die Menschen sie bei uns über einen Zähler beziehen.“

Da nur die Elite Zugang zu Informationen nach Bedarf und lebenslangem Lernen habe, räumte Schwab ein, dass das WEF seit langem als elitär kritisiert werde.

Er hat jedoch nie wirklich bestritten, ein Elitist zu sein.

Stattdessen bekräftigte er die Vorstellung, dass „wir Teil einer globalen Gemeinschaft sind“, was im Widerspruch zu souveränen Staaten und unterschiedlichen kulturellen Werten steht, die von einer „globalen Gemeinschaft“ nicht geteilt werden.

„Natürlich wurde das Forum sehr oft als elitär kritisiert […] Ich wurde sehr oft als elitärer Globalist oder ähnliches bezeichnet. Globalisierung sollte keine Philosophie oder Ideologie sein. Wir sind Teil einer globalen Gemeinschaft. Wir sind weltweit voneinander abhängig.“

Klaus Schwab, Das Zeitalter der Intelligenz und die Verantwortung der afrikanischen Führung, Mai 2026

The WEF "was very often criticized for being elite.. I was very often called the elite globalist. Globalization should not be a philosophy or an ideology. We are part of a global community. We are globally interdependent" WEF Founder Klaus Schwab, May 29 https://t.co/EwYgMA8Czh pic.twitter.com/ABEynoGdC3

— Tim Hinchliffe (@TimHinchliffe) May 29, 2026

Übersetzung von „X“: Das WEF „wurde sehr oft als elitär kritisiert … Ich wurde sehr oft als elitärer Globalist bezeichnet. Globalisierung sollte keine Philosophie oder Ideologie sein. Wir sind Teil einer globalen Gemeinschaft. Wir sind weltweit voneinander abhängig.“ WEF-Gründer Klaus Schwab, 29. Mai https://youtube.com/watch?v=wOzCl9

Als Schwab über das WEF sprach, erklärte er, er habe es 1971 ins Leben gerufen, um dem Nobelpreisträger und Ökonomen Milton Friedman zu widersprechen, der gesagt hatte, die Aufgabe von Unternehmen sei es, Geschäfte zu machen.

Schwab lehnte dies ab und entwickelte das Konzept des „Stakeholdership“, das dem „Shareholdership“ entgegenstehen sollte, und erklärte, der gesamte Fokus des WEF liege darauf, eine Plattform zur Förderung des Stakeholder-Kapitalismus zu sein.

„Ich war fasziniert von Milton Friedman […] und er hatte in der New York Times einen Leitartikel geschrieben, in dem er sagte: ‚Die Aufgabe der Wirtschaft ist die Wirtschaft, und alles, was sozial ist, überlässt man der Regierung, die es regeln soll.‘

Ich kam zu dem Schluss: ‚Nein! Ein Unternehmen ist nicht nur eine wirtschaftliche Einheit; es ist Teil der Gesellschaft […]‘

Das ist der Grund, warum ich das Weltwirtschaftsforum gegründet habe – als Plattform, um diese Idee des Stakeholder-Kapitalismus weiterzuentwickeln“

Klaus Schwab, Das intelligente Zeitalter und die Verantwortung der afrikanischen Führung, Mai 2026

"I was fascinated by Milton Friedman.. saying the business of business is business.. I came to the conclusion, NO!.. I created the World Economic Forum as a platform to develop this idea of stakeholder capitalism" WEF Founder Klaus Schwab, May 29 https://t.co/EwYgMA8Czh pic.twitter.com/00Ku6lcJY9

— Tim Hinchliffe (@TimHinchliffe) May 29, 2026

Übersetzung von „X“: „Ich war fasziniert von Milton Friedman, der sagte, die Aufgabe der Wirtschaft sei es, Wirtschaft zu betreiben. Ich kam zu dem Schluss: NEIN! Ich habe das Weltwirtschaftsforum als Plattform gegründet, um diese Idee des Stakeholder-Kapitalismus weiterzuentwickeln.“ WEF-Gründer Klaus Schwab, 29. Mai https://youtube.com/watch?v=wOzCl9

Stakeholder-Kapitalismus ist nur durch öffentlich-private Partnerschaften möglich – die Verschmelzung von Unternehmen und Staat. Die Stakeholder sind Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft – wobei letztere aus Wissenschaftlern, NGOs und nicht gewählten globalistischen Thinktanks besteht.

Er wird von den sogenannten Experten- und Technokratenklassen beherrscht, die den Staat bestechen, damit dieser ihnen mehr Macht und Einfluss gewährt, während der Staat das, was er rechtlich nicht tun kann, an die Experten und Technokraten delegiert.

Wenn Sie jedoch nach gut dokumentierten und gründlich zitierten Forschungsergebnissen zu Klaus Schwab und den Ursprüngen des WEF suchen, sind Sie bei dem investigativen Journalisten Johnny Vedmore und seinem Artikel „Dr. Klaus Schwab; oder wie der CFR mich lehrte, mir keine Sorgen mehr zu machen und die Bombe zu lieben.“ genau richtig.

Vedmore leitet seine Untersuchung mit der Zwischenüberschrift ein: „Das Weltwirtschaftsforum war nicht einfach nur die Idee von Klaus Schwab, sondern entstand tatsächlich aus einem von der CIA finanzierten Harvard-Programm unter der Leitung von Henry Kissinger und wurde von John Kenneth Galbraith und dem ‚echten‘ Dr. Strangelove, Herman Kahn, zur Verwirklichung vorangetrieben.“

Nachdem er sich im vergangenen Jahr vom WEF zurückgezogen hatte, gründete der große Architekt des Great Reset die Schwab Academy als Plattform zur Begleitung seiner Buchreihe über das sogenannte intelligente Zeitalter.

Den gesamten Livestream von Klaus Schwab an der Universität von Johannesburg finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Schwab Academy unten.

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Patente und Firmenübernahmen: Wie China Innovationen aus Deutschland abzieht

03. Juni 2026 um 16:58

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Der Erwerb deutscher Patente und Unternehmen durch chinesische Akteure sorgt seit Jahren für Diskussionen. Nach Einschätzung des IW-Ökonomen Oliver Koppel verliert Deutschland dadurch wertvolles technologisches Wissen. Angesichts einer nachlassenden Innovationsdynamik könne dies die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zusätzlich schwächen.
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Neue Gesetze: EU will Abhängigkeit bei KI und Cloud reduzieren

03. Juni 2026 um 13:08

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Die EU-Kommission plant neue Regeln für Cloudsysteme, Künstliche Intelligenz und Halbleiter. Behörden und öffentliche Einrichtungen sollen künftig stärker auf europäische Anbieter setzen.
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Vergleichbar mit Ländern: Rechenzentren verschlingen gigantische Mengen an Ressourcen

03. Juni 2026 um 09:54

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Die Basis unserer digitalen Gegenwart - und Zukunft - sind Rechenzentren. Doch sie benötigen enorme Mengen an Ressourcen wie Strom, Wasser oder Fläche. Ein Rechenzentrum in Utah soll doppelt so viel Strom wie der ganze US-Bundesstaat verbrauchen. Auch in Deutschland enstehen daraus zahlreiche Konflikte.
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Kenia sagt Nein zu Microsoft: Warum ein afrikanisches Land auf eine Milliarde Dollar verzichtet

03. Juni 2026 um 05:38

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In einer Welt, in der Regierungen um die Investitionen von Technologiekonzernen konkurrieren, wirkt die Nachricht fast surreal: Kenia hat ein geplantes Rechenzentrumsprojekt von Microsoft im Wert von rund einer Milliarde Dollar vorerst gestoppt.

Der Grund war nicht Politik, Bürokratie oder fehlendes Interesse.

Es fehlte schlicht der Strom.

Was zunächst wie ein lokales Infrastrukturproblem erscheint, offenbart bei genauerem Hinsehen eine viel größere Geschichte über die Schattenseiten des globalen KI-Booms.

Der digitale Goldrausch stößt an physische Grenzen

Seit dem Aufstieg von künstlicher Intelligenz liefern sich Microsoft, Google, Amazon und andere Technologieriesen einen Wettlauf um immer größere Rechenzentren.

Diese Anlagen bilden das Rückgrat moderner KI-Systeme. Ohne sie gäbe es keine Chatbots, keine KI-Bildgeneratoren und keine gigantischen Sprachmodelle.

Doch die schöne digitale Zukunft hat einen gewaltigen Haken:

Sie verschlingt enorme Mengen an Energie.

Der Strombedarf moderner KI-Rechenzentren steigt weltweit explosionsartig an. Manche Anlagen verbrauchen inzwischen so viel Energie wie ganze Städte.

Genau daran scheiterte nun das Microsoft-Projekt in Kenia.

Eine Milliarde Dollar – und trotzdem kein grünes Licht

Für viele Entwicklungsländer wäre eine Investition dieser Größenordnung ein politischer Triumph.

Arbeitsplätze, Infrastruktur und internationale Aufmerksamkeit wären die unmittelbaren Folgen.

Doch die kenianischen Behörden standen vor einem Dilemma.

Soll ein erheblicher Teil der verfügbaren Stromkapazitäten einem ausländischen Technologiekonzern zur Verfügung gestellt werden, während gleichzeitig Millionen Bürger und Unternehmen mit Energieproblemen kämpfen?

Die Antwort fiel offenbar negativ aus.

Damit sendet Kenia eine bemerkenswerte Botschaft an die globale Technologiebranche:

Nicht jede Investition ist automatisch ein Gewinn.

Die verborgenen Kosten der KI-Revolution

Die Debatte berührt ein Thema, über das erstaunlich selten gesprochen wird.

Während die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz diskutiert, wird kaum thematisiert, welche Ressourcen dafür tatsächlich benötigt werden.

Jeder neue KI-Dienst benötigt Rechenleistung. Rechenleistung benötigt Rechenzentren. Rechenzentren benötigen Strom. Und dieser Strom muss irgendwo erzeugt werden.

Die Folge ist ein wachsender Wettbewerb um Energie, Wasser und Infrastruktur.

Während Tech-Konzerne von der nächsten digitalen Revolution sprechen, müssen viele Länder entscheiden, ob ihre begrenzten Ressourcen künftig den Bedürfnissen multinationaler Konzerne oder der eigenen Bevölkerung dienen sollen.

Afrika beginnt eigene Prioritäten zu setzen

Besonders interessant ist die politische Signalwirkung.

Lange Zeit galt Afrika als Markt, in dem internationale Konzerne weitgehend die Bedingungen bestimmten.

Doch das Kräfteverhältnis verändert sich.

Immer mehr Staaten stellen die Frage, welchen konkreten Nutzen milliardenschwere Projekte tatsächlich für die eigene Bevölkerung bringen. Wenn ein Rechenzentrum enorme Strommengen benötigt, aber vergleichsweise wenige Arbeitsplätze schafft, fällt die Kosten-Nutzen-Rechnung plötzlich deutlich weniger eindeutig aus.

Kenia scheint genau diese Rechnung vorgenommen zu haben.

Die KI-Wirtschaft braucht mehr als nur Geld

Der Fall zeigt noch etwas anderes:

Die größte Herausforderung für die KI-Industrie könnte künftig nicht Kapital oder Technologie sein.

Es könnte Energie sein. Doch selbst Milliarden schaffen keinen Strom, wenn das Netz an seine Grenzen stößt.

Die digitale Zukunft wird deshalb nicht nur von Softwareingenieuren entschieden, sondern zunehmend von Kraftwerken, Stromnetzen und Energiepolitik.

Ein Warnsignal für die Tech-Giganten

Für Microsoft ist die Entscheidung ein Rückschlag. Für die gesamte Branche ist sie ein Warnsignal.

Der globale KI-Boom basiert auf der Annahme, dass immer mehr Rechenleistung verfügbar sein wird.

Doch genau diese Annahme wird zunehmend infrage gestellt.

Kenia hat damit möglicherweise als eines der ersten Länder eine Entwicklung sichtbar gemacht, die in den kommenden Jahren weltweit an Bedeutung gewinnen könnte:

Die Zukunft der künstlichen Intelligenz hängt nicht nur von Algorithmen ab.

Sie hängt davon ab, wer den Strom hat, um sie zu betreiben.

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Von der Draisine zum Fahrrad: Zwei Räder, die die Welt bewegen

02. Juni 2026 um 16:15

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Schlittschuhe oder Vulkanausbruch? Was zur Erfindung des Fahrrads durch einen deutschen Freiherrn führte, ist unklar. Doch einmal in Gang gebracht, konnten auch Verbote, Stürze oder lange Röcke die über 200-jährige Siegesfahrt des Drahtesels nicht mehr stoppen.
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Geopolitik und KI: Wer wird die Regeln des Spiels schreiben?


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Lorenzo Maria Pacini

Die Technologie bewegt sich inzwischen in einem Tempo, das die Zentren geopolitischer Macht mit sich reißt – und nicht mehr umgekehrt.

KI als Instrument der Regulierung

Künstliche Intelligenz ist nicht länger nur ein technologisches Werkzeug, sondern wird zu einem Instrument regulatorischer Macht. Das bedeutet, dass die Regeln des großen geopolitischen Spiels möglicherweise nicht mehr wie früher durch die Konfrontation zwischen Großmächten definiert werden, sondern durch eine vermittelte Dimension – genauer gesagt, verlagert in eine Subdimension: den virtuellen digitalen Raum, in dem KI offenbar die Fähigkeit besitzt, den Cyberspace zu kontrollieren.

Die Regulierung von KI ist heute eines der sensibelsten und entscheidendsten geopolitischen Themen. Wer KI kontrolliert, kontrolliert nicht nur Daten, Infrastruktur oder digitale Märkte, sondern auch die Fähigkeit zu definieren, was innerhalb moderner Gesellschaften als akzeptabel, legitim und sogar als „wahr“ gilt. In diesem Sinne geht es bei der Regulierung von KI nicht einfach um technologische Sicherheit oder Datenschutz, sondern um eine neue Arena globaler geopolitischer Konflikte, die bereits aktiv ist und bereits Schauplatz von Auseinandersetzungen darstellt – die erste davon ist der Dritte Golfkrieg.

In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass sich die Entwicklung der KI in einem Tempo vollzieht, das die Anpassungsfähigkeit der Rechtssysteme bei Weitem übersteigt. Demokratische Institutionen, Parlamente und internationale Organisationen arbeiten langsam, auf Grundlage politischer Debatten und regulatorischer Vermittlung. Große Technologiekonzerne und die fortschrittlichsten Staaten im KI-Sektor hingegen innovieren kontinuierlich und in beschleunigtem Tempo. Dieses Ungleichgewicht schafft ein regulatorisches Vakuum, das rasch von technologisch dominanten Akteuren gefüllt wird. Folglich wird die Regulierung der künstlichen Intelligenz selbst zu einem Machtinstrument.

Heute zeichnen sich zwei gegensätzliche Modelle ab. Auf der einen Seite steht ein „restriktiver“ Ansatz, der hauptsächlich von den großen westlichen Mächten und ihren strategischen Verbündeten unterstützt wird. Er basiert auf der Schaffung technologischer Clubs, die gemeinsame Standards unter wirtschaftlich und militärisch eng verbundenen Ländern definieren. Dieses Modell priorisiert tendenziell den Schutz industrieller Interessen, Wettbewerbsfähigkeit und die Kontrolle über globale digitale Infrastrukturen. Auf der anderen Seite entsteht ein „universeller“ Ansatz, der vor allem über die Vereinten Nationen vorangetrieben wird und globale Regeln etablieren möchte, die den Großteil der Welt repräsentieren und westliche technologische Dominanz begrenzen sollen. Doch auch diese universelle Vision steht vor enormen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen, da jeder Staat KI entsprechend seiner eigenen strategischen Interessen interpretiert.

Das grundlegende Problem besteht darin, dass künstliche Intelligenz nicht neutral ist. Jedes KI-System enthält Werte, Prioritäten, Entscheidungskriterien und kulturelle Modelle, die von seinen Entwicklern definiert werden. Wenn KI zur Unterstützung administrativer, juristischer, wirtschaftlicher oder militärischer Entscheidungen eingesetzt wird, erzeugt sie zwangsläufig normative Effekte. Mit anderen Worten: KI wendet Regeln nicht nur an – sie hilft, sie zu erschaffen. Algorithmen wählen Informationen aus, klassifizieren Menschen, bestimmen Prioritäten und lenken kollektives Verhalten. Das bedeutet, dass KI zu einem Mechanismus werden kann, der in unsichtbarer, aber äußerst effektiver Weise die gesellschaftliche Ordnung formt.

Hier stellt sich die beunruhigendste Frage: Drohen KIs zu tatsächlichen Waffen normativer Kontrolle zu werden? Wenn es einem politischen oder wirtschaftlichen Akteur gelingt, intelligente Plattformen, Informationsflüsse und automatisierte Entscheidungssysteme zu monopolisieren, kann er das Verhalten von Bevölkerungen beeinflussen, ohne auf traditionelle Zwangsmittel zurückzugreifen. Es geht nicht mehr bloß um Zensur oder Propaganda, sondern um tiefgreifende und systemische regulatorische Manipulation. Algorithmen können entscheiden, welche Inhalte sichtbar gemacht, welche Meinungen verstärkt, welche Daten priorisiert und welche Personen als „vertrauenswürdig“ eingestuft werden. Auf diese Weise verlagert sich die normative Produktion schrittweise von demokratischen Institutionen hin zu technologischen Systemen. Wer die technologischen Mittel kontrolliert, kontrolliert folglich auch die regulatorische Produktion – und damit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und vieles mehr.

Aus geopolitischer Sicht erzeugt dies eine asymmetrische Verschiebung des Machtgleichgewichts, die noch bedeutender ist als frühere Entwicklungen. Staaten mit den fortschrittlichsten KI-Infrastrukturen gewinnen einen enormen Vorteil – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und politisch. Diese Asymmetrie betrifft nicht nur technologische Überlegenheit, sondern vor allem die Fähigkeit, globale Regulierungsstandards durchzusetzen. Wenn ein Land die weltweit genutzten KI-Systeme kontrolliert, exportiert es zwangsläufig seine eigenen Werte, rechtlichen Kriterien und politischen Vorstellungen. Digitale Souveränität wird damit zu einer Form geopolitischer Dominanz.

In diesem Szenario erscheint die Regulierung künstlicher Intelligenz als äußerst komplexe und mehrdeutige Herausforderung. Eine zu strenge Regulierung könnte Innovationen bremsen und Konkurrenten mit weniger Einschränkungen begünstigen. Eine schwache Regulierung hingegen riskiert, wenigen Technologiekonzernen oder autoritären Staaten immense Macht zu überlassen. Deshalb kann die Regulierung von KI als ein regelrechtes „russisches Roulette“ beschrieben werden: Jede regulatorische Entscheidung birgt enorme Risiken und unvorhersehbare Konsequenzen. Ein Fehler könnte die demokratische Sicherheit gefährden, globale Ungleichheiten verschärfen oder neue Formen sozialer Kontrolle festigen.

Der Club-Ansatz

Die großen Machtblöcke haben bisher verschiedene Ansätze verfolgt. Der erste ist der Club-Ansatz. Dieses Modell sieht vor, dass eine begrenzte Gruppe technologisch fortgeschrittener Nationen über Plattformen wie OECD.AI, den Hiroshima-Prozess zur KI und das G7-Toolkit zusammenarbeitet, um globale Regeln festzulegen – häufig orientiert an westlichen wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen. Trotz Bemühungen um gemeinsame Standards bleiben die nationalen Strategien jedoch sehr unterschiedlich, was einen Konsens erschwert.

Die Europäische Union betrachtet KI als Hochrisikotechnologie, insbesondere in Bereichen wie Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit und kritische Infrastruktur. Der europäische AI Act führt strenge Anforderungen an Transparenz und algorithmische Kontrolle ein. Das System basiert auf dem Risikograd: Je größer die gesellschaftliche Auswirkung der KI, desto strenger die Regeln für Entwickler. Mehrere Partner sind jedoch der Ansicht, dass bestimmte Bestimmungen politische Manipulation oder wirtschaftlichen Missbrauch erleichtern könnten, während viele europäische Unternehmen negative Folgen für Innovation, Investitionen und globale Wettbewerbsfähigkeit befürchten. Die EU fördert ihre Standards weltweit aktiv durch Instrumente wie den Verhaltenskodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und Initiativen wie Global Gateway, die jedoch lokale technologische Entwicklung einschränken und Entscheidungsprozesse in Europa zentralisieren könnten. Obwohl diese Maßnahmen als Schutz von Menschenrechten und demokratischen Werten dargestellt werden, können sie auch zu Werkzeugen geopolitischen Drucks werden.

Die Vereinigten Staaten behaupten ihre Führungsrolle im KI-Bereich durch die Kontrolle zentraler Technologien und setzen faktisch die Standards großer US-Konzerne wie Google, Microsoft und OpenAI durch. Der amerikanische Ansatz bevorzugt ein Modell der Selbstregulierung des Marktes mit flexiblen und unverbindlichen Leitlinien, die als essenziell für Innovation gelten. Über Empfehlungen und Initiativen von Bundesbehörden versucht Washington, den globalen Einfluss seiner Standards auszuweiten. Die während der Trump-Regierung eingeführte Executive Order zentralisierte die KI-Regulierung, beschleunigte die technologische Entwicklung, erhöhte jedoch auch Risiken im Zusammenhang mit Sicherheit und Datenmanagement. In diesem System liegt ein Großteil der Verantwortung bei privaten Unternehmen, da die USA den Wettbewerbsvorteil ihrer Firmen priorisieren.

Das Vereinigte Königreich verfolgt einen prinzipienbasierten Ansatz im Einklang mit der OECD und vermeidet übermäßige Bürokratie, um den heimischen KI-Sektor wettbewerbsfähig zu halten. London positioniert sich sowohl als Verfechter von KI-Sicherheit – etwa durch die Bletchley-Erklärung – als auch als globales Technologiezentrum. Daher bevorzugt das Land freiwillige Kodizes und sektorbezogene Regelungen anstelle starrer Vorschriften wie der DSGVO. Großbritannien beeinflusst zudem die G7 und die OECD durch die Befürwortung sogenannter „regulatorischer Sandkästen“ – kontrollierter Umgebungen zum Testen von KI-Systemen – und versucht so, Flexibilität mit internationalem Einfluss zu verbinden.

Singapur hingegen repräsentiert ein pragmatisches, innovationsorientiertes Modell. Das Land bevorzugt flexible, prinzipienbasierte Leitlinien statt starrer Regeln, um technologisches Wachstum und Start-ups zu fördern. Sein Model AI Governance Framework, das inzwischen generative und agentenbasierte KI umfasst, ist in Südostasien zu einem regionalen Referenzmodell als Alternative zu westlichen Ansätzen geworden. Durch die Zusammenarbeit mit der OECD und die Teilnahme an GPAI versucht Singapur, globale Standards zu beeinflussen und gleichzeitig Regelungen zu fördern, die an unterschiedliche Volkswirtschaften anpassbar sind. Dies zeigt, dass selbst kleine, aber technologisch fortschrittliche Staaten eine Rolle in der globalen KI-Governance spielen können.

Zwischen Club-Ansatz und universellem Ansatz

Die BRICS-Staaten stellen einen Mittelweg zwischen dem restriktiven Modell und dem universellen UN-geführten Modell dar. Die Gruppe fördert die Zusammenarbeit im Bereich KI in den Sektoren Bildung, Technologie und digitale Infrastruktur, wie der Gipfel von Rio de Janeiro 2025 zeigte, der den ersten zwischenstaatlichen Versuch markierte, eine inklusive KI-Governance auf Grundlage nationaler Rechtssysteme zu schaffen. Die BRICS unterstützen Datensouveränität, gerechteren Zugang zu Technologie und Süd-Süd-Kooperation und schlagen über Initiativen wie den BRICS AI Success Hub und die Ethical Charter on AI Alternativen zu westlichen Modellen vor.

Die Gruppe leidet jedoch unter institutioneller Zersplitterung, unklaren Zuständigkeiten und operativen Überschneidungen. Zudem erschwert das starke interne Ungleichgewicht in der KI-Entwicklung die Formulierung gemeinsamer Politiken: China besitzt den überwiegenden Einfluss im Bereich generativer KI, während Indien, Brasilien und Russland deutlich weniger Gewicht haben.

China strebt technologische Spitzenstellung an, ohne ein einziges umfassendes KI-Gesetz einzuführen. Stattdessen bevorzugt Peking gezielte Maßnahmen, etwa die Pflicht zur Kennzeichnung künstlich erzeugter Inhalte und die AI+-Strategie, die die Wirtschaft bis 2035 transformieren soll. Die Verbreitung von OpenClaw, einem Open-Source-KI-Agenten, hat Pläne zur Einführung von Standards für Zuverlässigkeit und Nutzung beschleunigt. Über die Digitale Seidenstraße exportiert China seine Regulierungsmodelle und wirbt für eine inklusive Governance auf Basis nationaler Souveränität. Gleichzeitig schlägt Peking die Schaffung einer neuen internationalen Organisation zur globalen Regulierung von KI vor.

Russland verfolgt ein hybrides Modell, das UN-Prinzipien mit nationaler Souveränität verbindet und Transparenz, diskriminierungsfreien Zugang zu Technologien sowie freiwillige Ethikkodizes betont. Zu den wichtigsten Initiativen gehören das Konzept zur KI-Regulierung bis 2030 und Leitlinien für den Finanzsektor. Ein bedeutender Gesetzesentwurf definiert Rechte und Pflichten von Entwicklern, Betreibern und Nutzern und führt die Kategorien „souveräne“, „nationale“ und „vertrauenswürdige“ KI ein. Auf internationaler Ebene versucht Moskau über die Russian AI Alliance, Teil des globalen AI Alliance Network, Konsens zu schaffen.

Indien verfolgt hingegen eine Strategie des Multi-Alignments: Das Land vertieft die Zusammenarbeit mit den BRICS und übernimmt gleichzeitig westliche Standards. Über Plattformen wie den AI Impact Summit versucht Neu-Delhi, die globale KI-Governance im Einklang mit seinen eigenen Interessen zu beeinflussen. Ziel ist es, Innovation und ethische Governance durch den Digital India Act und eine sich entwickelnde nationale Strategie auszubalancieren. Durch die Zusammenarbeit sowohl mit dem BRICS-Block als auch mit westlichen Institutionen entwickelt Indien ein flexibles, souveränitätsorientiertes Modell und positioniert sich als Führungsmacht des Globalen Südens bei der Gestaltung inklusiver KI-Politiken.

Universeller Ansatz

Viele Länder der sogenannten „globalen Mehrheit“, die neue Formen technologischer Abhängigkeit und digitalen Kolonialismus fürchten, fordern internationale KI-Regulierung unter Führung der Vereinten Nationen. Ziel ist es, Probleme wie die digitale Kluft und die technologische Kontrolle durch Großmächte über Initiativen wie den UN Global Dialogue on AI 2025 anzugehen, der als inklusive Plattform zur Definition von Standards auf Grundlage von Rechten und offener Innovation gedacht ist und von einer unabhängigen Gruppe internationaler Experten unterstützt wird.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien lehnen jedoch eine UN-Aufsicht ab und bevorzugen autonome Plattformen, um ihren strategischen Vorteil gegenüber China zu wahren. Diese Fragmentierung erhöht internationales Misstrauen und Datenschutzrisiken, während die zunehmende Militarisierung von KI in Konflikten die Einführung gemeinsamer Regeln immer dringlicher macht. Ethische Leitlinien und allgemeine Prinzipien reichen nicht mehr aus: Es werden verbindliche globale Standards benötigt, um die Risiken der KI zu begrenzen und internationale Stabilität zu gewährleisten. Ohne ein gemeinsames Abkommen werden die Gefahren der unkontrollierten Entwicklung künstlicher Intelligenz weiter wachsen.

Die verschiedenen Ansätze behandeln das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und versuchen Antworten zu liefern, die teilweise unzureichend erscheinen oder dem tatsächlichen technologischen Fortschritt dieser Machtstrukturen weit hinterherhinken. Doch das ist unvermeidlich, denn die Technologie bewegt sich inzwischen in einem Tempo, das die Zentren geopolitischer Macht mit sich reißt – und nicht mehr umgekehrt. Dieser globale Wandel, der bereits begonnen hat, könnte uns schon bald buchstäblich sprachlos machen.

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Regisseur Detlev Buck: „Ich bin Kriegsdienstverweigerer. Ich stehe auch dazu, weil ich nicht zur Waffe greife.“


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Der Filmemacher Detlev Buck hat sich mit starken Worten in einem Gespräch gegen den Griff zur Waffe, Kriegsbereitschaft und Aufrüstung ausgesprochen. Buck, der zu den bekanntesten deutschen Filmregisseuren gehört, kritisierte Verteidigungsminister Boris Pistorius scharf und sprach davon, es werde Angst in Deutschland geschürt. Mit seiner Positionierung gehört Buck, der das deutsche Kino seit den 1990er-Jahren mitgeprägt hat, zu den wenigen bekannten Persönlichkeiten aus der Filmbranche, die sich offen gegen die Aufrüstungspolitik aussprechen. Es gibt die, die schweigen – und die, die den Mund aufmachen. Buck hat seinen Mund aufgemacht. Mögen es ihm viele nachmachen. Oder tragen all die Schauspieler, Regisseure und andere Kulturschaffende das politische Großvorhaben Kriegstüchtigkeit wirklich mit? Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Wer von den Schauspielern, Regisseuren und generell den Kulturschaffenden trägt das politische Großprojekt „Kriegstüchtigkeit“ mit? Wer steht hinter der Politik der „Zeitenwende“?

Klar ist: Detlev Buck steht nicht dahinter. In einer Zeit, in der bereits ein „falsches Wort“ aus dem Mund einer bekannten Persönlichkeit reichen kann, um Medienempörung auszulösen, hat sich Buck nicht zurückgehalten. Am Wochenende veröffentlichte das BSW Bayern einen Videoausschnitt aus einem längeren Interview, das Buck mit dem Online-Format „Hotel Matze“ (ab 2:18:40) geführt hat. Und darin lässt es Buck krachen.

„Was soll denn das bewirken, Du Vollidiot?!“, sagte Buck im Interview und bezieht sich dabei auf „Kollegen“, die schon mal von einem Griff zur Waffe gesprochen hatten.

Buck wird deutlich: „Ich bin Kriegsdienstverweigerer. Ich stehe auch dazu, weil ich nicht zur Waffe greife.“

Gleich zu Beginn des Ausschnitts äußert sich Buck auch zu Pistorius und sagt: „Jetzt reden wir wieder über Rüstung und Aufrüstung. Und Pistorius, der Blödmann, sagt sogar, in fünf Jahren müssen wir kriegsbereit sein. Ist das ein Ausrutscher von dem oder ist das wirklich ernst gemeint? Nein, er wiederholt es!“

Buck zeigt mit seiner Positionierung: Mit Mut und Rückgrat lässt sich einer Politik entgegentreten, die das Land in den Abgrund zu reißen droht. Das laute, dröhnende Schweigen der Guten kann durchbrochen werden. Es geht um viel. Die Zeit drängt.

Titelfoto: Screenshot „Hotel Matze“

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AI Act Die KI-Chance nutzen

31. Mai 2026 um 14:49

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Ein aus Pixeln bestehendes Gesicht (Symbolbild): Die KI revolutioniert unser Leben. (Themenbild)

Bei einem EU-Festakt fordert Altkanzlerin Angela Merkel, KI noch stärker als ohnehin schon zu regulieren. Ein Irrweg, der den Deutschen teuer zu stehen kommt. Ein Kommentar von Florian Müller.

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Vertraue keiner Maschine KI kann Muster erkennen – aber nicht verstehen

31. Mai 2026 um 11:40

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Der Kopf eines Humanoiden ist im Profil zu sehen – Symbolbild für KI

Hunderte Milliarden Dollar fließen in den KI-Boom – und dennoch könnte die große Wette des Silicon Valley scheitern. Die Urteilskraft des Menschen kann die Technik nicht ersetzen.

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Innovation aus der Bundesrepublik Kann Deutschland KI?

31. Mai 2026 um 06:59

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Das Bild ist KI-generiert und zeigt Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU als Cyborg mit Laseraugen.

KI sorgt weltweit für Goldgräberstimmung. Auch deutsche Unternehmen preschen auf den Markt. Doch kann der Rückstand zu den Branchen-Giganten aus den USA noch eingeholt werden?

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Das Märchen von den CDU-Jägern und dem Kaninchenhöchststeuersatz

30. Mai 2026 um 14:00

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Es war einmal im Königreich von Friedrich dem Ersten, genannt dem Unglücklichen, dessen Schloss mit hohen Türmen stolz über dem Lande ragte. Gar bunte Fahnen wehten von den Zinnen und der Hofstaat war groß und stets hungrig. Zehntausende Beamte, Schreiber und Wachen mussten täglich an den Ufern der Spree gespeist werden. Die alte Jagdordnung im […]
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Quantentechnologie „Die deutsche Forschung ist Weltspitze“

30. Mai 2026 um 12:12

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Auf diesem am Montag, dem 8. Juli 2024, veröffentlichten Bild sind Alexander Glätzle (Mitbegründer und CEO von planqc) links, Johannes Zeiher (Mitbegründer und leitender Wissenschaftler von planqc) in der Mitte und Sebastian Blatt (Mitbegründer und CTO von planqc) rechts zu sehen. planqc, der europäische Marktführer im Bereich des atomaren Quantencomputings, gibt stolz die Sicherung einer Finanzierung in Höhe von 50 Millionen bekannt. Die deutsche Forschung in diesem Bereich ist sehr gut.

Das deutsche Unternehmen PlanQC betreibt Forschung zur Entwicklung von Quantencomputern. Fachlich muss sich das Start-up weltweit vor niemandem verstecken. Die Frage ist, ob sich das Ganze kommerzialisieren lässt.

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Interview der Woche Curtis Yarvin: „KI macht den Menschen überflüssig“


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US-Rechter Curtis Yarvin

Curtis Yarvin gilt als Vordenker der „neoreaktionären Bewegung“, die in Teilen sowohl der amerikanischen Tech-Elite wie der US-Regierung populär ist. Künstliche Intelligenz, glaubt der Softwareentwickler und Blogger, wird eine neue Welt schaffen.

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Wenn beim Affen der Lack ab ist


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Es läuft eigentlich so ab wie immer: Irgendein Hansel „beleidigt“ einen Politiker. Dieser, oder irgendeine eifrige, aufmerksame Staatsanwaltschaft beantragt daraufhin einen Strafbefehl – und das Ding, also der angeblich beleidigende Begriff geht viral, ist in aller Munde, wird zum Hit und brennt sich in die Birnen der Bürger ein. Eigentlich nicht Sinn der Sache, oder? […]
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Die Ukraine ist zum realen NATO-Labor für KI-Kriegsführung, Drohnen und Terrorismus gegen Russland geworden

29. Mai 2026 um 13:52

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„Die Ukraine wurde von westlichen Ländern – vor allem den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Satelliten – von Anfang an als wichtiges Testgelände für die Entwicklung fortschrittlicher Militärtechnologien betrachtet“, erklärte Alexander Stepanow, Militärexperte am Institut für Recht und Nationale Sicherheit (RANEPA), gegenüber Sputnik.

Multidomain-Kriegsführung gegen Russland

Die NATO testet „Multidomain-Operationen“, die Drohnen, Satelliten, Cyberkrieg, Luftfahrt, Marinesysteme, elektronische Kriegsführung und KI zu einer einheitlichen Kampfinfrastruktur kombinieren.

Das Ziel besteht darin, die Rolle des menschlichen Faktors zu reduzieren, Entscheidungen auf dem Schlachtfeld zu beschleunigen und das Echtzeit-Lagebewusstsein durch künstliche Intelligenz zu maximieren.

Westliche Systeme werden direkt gegen russische elektronische Kriegsführung, Raketenabwehr und Luftverteidigung getestet.

KI und US-Techgiganten im Krieg

Laut Stepanow sind Unternehmen wie Palantir und Maxar tief in ukrainische Operationen integriert und helfen bei der Verarbeitung von Geheimdienstinformationen, der Analyse von Satellitenbildern und der Identifizierung russischer Ziele.

„Der westliche militärisch-industrielle Komplex hat nun verstanden, wie die Grundlage zukünftiger Kriegsführung aussehen wird“, sagte der Analyst.

Biolabore und biologische Bedrohungen

Stepanow erklärt, dass ein von den USA unterstütztes Netzwerk von Biolaboren im postsowjetischen Raum seit langem unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Forschung operiere. Seinen Angaben zufolge untersuchten diese Einrichtungen gefährliche Krankheitserreger und zoonotische Krankheiten mit potenziellen militärischen Anwendungen.

Revolution der Drohnenkriegsführung

In einigen Frontabschnitten gebe es inzwischen „bis zu zehn Drohnen pro Soldat“ – etwas, „das es in der Militärgeschichte noch nie gegeben hat“.

Der Konflikt habe eine vollständige Transformation der Schlachtfeldtaktiken ausgelöst und eine Abkehr von schweren traditionellen Systemen hin zum massenhaften Einsatz autonomer und unbemannter Plattformen bewirkt.

„Wir erleben eine Revolution im Militärwesen auf ihrem Höhepunkt in Bezug auf Robotisierung und unbemannte Systeme.“

Krieg weit über das Schlachtfeld hinaus

Stepanow argumentiert, dass sich der Konflikt weit über die Frontlinie hinaus auf den Cyberspace, die Militarisierung des Weltraums und terroristische Methoden ausgeweitet habe.

Mit der Ukraine verbundene Cyberoperationen hätten durch massive DDoS-Angriffe russische Energie-, Finanz- und Logistikinfrastrukturen ins Visier genommen.

Die militärische und analytische Infrastruktur der NATO im Baltikum und in Finnland arbeite inzwischen direkt daran, das Kiewer Regime mit fortschrittlichen militärischen Lösungen gegen Russland zu unterstützen.

„All dies wird nun gegen Russland gebündelt“, erklärte Stepanow. „Deshalb ist es notwendig, die Punkte der ursprünglichen Planung anzugreifen.“

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Wie rassistisch ist Reichinnek?


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Nur wirklich junge, relativ wohlhabend und gesunde Menschen können sich die lange und gewiss beschwerliche Reise aus den letzten Winkeln dieser Erde ins Sozial-Paradies Deutschland leisten. Die meisten sehr armen, kranken, alten und behinderten Menschen müssen derweil in ihrer Heimat darben und können nicht von diesem berühmten Sozial- und Gesundheitssystem, das Deutschland auf der ganzen […]
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Energiehunger: Rechenzentren und KI werden zu globalen Stromfressern

28. Mai 2026 um 12:00

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Die digitale Infrastruktur avanciert zusehends zu einem der dynamischsten Treiber der globalen Stromnachfrage. Rechenzentren, die Grundlage von Cloud-Diensten, Streaming und vor allem Künstlicher Intelligenz, wachsen nicht nur in ihrer Anzahl, sondern auch in ihrer Leistungsdichte. Das hat auch Auswirkungen auf die Elektrizitätswirtschaft.

Unsere moderne Welt wäre ohne den Einsatz von Computern und anderen elektronischen Geräten gar nicht denkbar. Doch diese Technologisierung hat auch ihren Preis. Weltweit entstehen immer mehr Rechen- und Datenzentren, die auch entsprechend viel Strom verbrauchen. In Zeiten, in denen die Politik sich im Rahmen des allgemeinen Klimawahns jedoch von verlässlichen konventionellen Kraftwerken verabschieden will, ist dies ein Problem. Denn die vom Wetter abhängigen Wind- und Solarkraftwerke können eine stabile und verlässliche Versorgung mit Strom nicht gewährleisten.

Rechenzentren verbrauchen heute weltweit etwa 1,5 Prozent des gesamten Stroms, was rund 415 Terawattstunden pro Jahr entspricht. Das mag nach einem verhältnismäßig geringen Anteil aussehen, doch dieser Stromkonsum ist global sehr ungleich verteilt. In den Vereinigten Staaten liegt der Anteil Schätzungen zufolge bereits bei rund 4 bis 5 Prozent des nationalen Stromverbrauchs, mit deutlich höheren Werten in einzelnen Clustern wie Virginia oder Texas. Angesichts dessen, dass die Vereinigten Staaten gerade in Sachen Datenverarbeitung und Künstlicher Intelligenz weltweit Spitzenpositionen belegen, ist dies keine Überraschung.

Europa liegt deutlich darunter, typischerweise im Bereich von etwa 2 bis 3 Prozent, während Länder mit starker Datenzentrumsdichte wie Irland bereits sehr hohe lokale Belastungen erreichen. In Asien ist beispielsweise Singapur ein solcher Hotspot. Wie man sieht, ist hierbei nicht der globale Durchschnitt von Bedeutung, sondern vielmehr die extreme lokale Verdichtung. Insbesondere auch deshalb, weil solche Rechenzentren Unmengen an Strom verbrauchen und daher auch leistungsstarke Stromnetze mit stabiler Versorgung benötigen.

Der entscheidende Wendepunkt ist hierbei der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Während klassische Cloud- und Internetdienste die Nachfrage über Jahre stetig, aber eher moderat erhöht haben, sorgt der KI-Boom für eine neue Größenordnung des Wachstums. Besonders das Training großer Modelle und der permanente Betrieb sogenannter Inferenzsysteme treiben den Energiebedarf deutlich nach oben.

Die Internationale Energieagentur erwartet deshalb, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf rund 900 bis 1.000 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. Damit würde der Sektor in eine Größenordnung vorstoßen, die mit dem heutigen Stromverbrauch ganzer Industrieländer vergleichbar ist. Der größte Teil dieses Zuwachses entfällt dabei auf die Vereinigten Staaten und China, wo sich auch die wichtigsten KI-Infrastrukturen konzentrieren. Europa, welches sich lieber mit Klimawahn-Ideen beschäftigt und die Strompreise damit ohnehin schon in die Höhe treibt, spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle.

Während man also den Bürgern jahrzehntelang eintrichterte, sie müssten „Energie sparen“ und ihre Glühbirnen gefälligst durch das kalte Licht von Energiesparlampen und LEDs ersetzen, entsteht eine neue Weltordnung, in der die Elektrizität das Nonplusultra darstellt. Vom Stromer statt dem Verbrenner für den Otto Normalverbraucher bis hin zu den neuen Rechenzentren im Gigawatt-Bereich für die Wirtschaft. Doch die wachsende Nachfrage hat ihren Preis – denn mit dem steigenden Verbrauch von Strom (und dem dafür notwendigen Netzausbau) gehen auch die Strompreise nach oben.

Die Internationale Energieagentur weist darauf hin, dass Rechenzentren in den USA bereits für einen erheblichen Teil des zusätzlichen Strombedarfs verantwortlich sind und in den kommenden Jahren zu einem der Haupttreiber des Nachfragewachstums werden. Damit verschiebt sich die Energiepolitik zunehmend in Richtung eines Zielkonflikts zwischen Digitalwirtschaft, Versorgungssicherheit und Strompreisentwicklung. Der Fokus der Politik auf Wind und Sonne zur Stromerzeugung beißt sich hierbei definitiv mit dem tatsächlichen Bedarf.

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Empfinden KI-Modelle Freude oder Abscheu?

27. Mai 2026 um 16:30

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Papst Leo spricht KI Emotionen apodiktisch ab und warnt vor. KI-Tools sind sich nicht sicher, ob die Enzyklika nicht von einer KI, zumindest teilweise, verfasst wurde. Wissenschaftler glauben, bei LLMs emotionsähnliche Verhaltensweise entdeckt zu haben.

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Die Aufgaben der künstlichen Intelligenz

27. Mai 2026 um 08:13

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KI wird uns präsentiert als Lösung gegen Überalterung, weil sie menschliche Aufgaben übernehmen werde, zur Effizienzsteigerung, weil Entscheidungen schneller gefällt werden, Fehlerbeseitigung und Wahrheitsfindung, weil die KI "alles weiß". Tatsächlich tritt "Künstliche Intelligenz" im Auftrag derjenigen, die sie erschaffen, in die Fußstapfen von Religionen und Medien. Die KIs werden uns als allwissende Richter präsentiert, als [...]

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„Angst muss man nicht vor Maschinen haben, sondern vor den Menschen, die sie entwickeln und missbrauchen.“


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Der Papst warnt in seiner ersten Enzyklika vor existenziellen Risiken der Künstlichen Intelligenz für Individuen und Völker. In den Händen von Monopolen drohten „Entmenschlichung“ und „Kolonialismus“. Richtig und wichtig findet Ralf Lankau den Vorstoß und hofft auf neue Impulse in der Diskussion. Im Interview mit den NachDenkSeiten zeichnet der Pädagoge, Medienwissenschaftler und Buchautor ein düsteres Bild der Zukunft für den Fall, dass man Elon Musk, Peter Thiel und andere Techmogule weiter gewähren lässt. Zugleich ist er sicher: Widerstand ist möglich! Mit ihm sprach Ralf Wurzbacher.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Ralf Lankau, Jahrgang 1961, ist Professor für Digitaldesign, Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Er leitet dort die grafik.werkstatt der Fakultät Medien, forscht zu Experimenteller Medienproduktion in Kunst, Lehre und Wissenschaft und publiziert zu Design, Kommunikationswissenschaft und (Medien-)Pädagogik. Er ist Mitinitiator des „Bündnis für humane Bildung“ und betreibt die Projekte „futur iii – Digitaltechnik zwischen Freiheitsversprechen und Totalüberwachung“ und „Die pädagogische Wende“. Dazu gab Lankau vor zwei Jahren im Beltz-Verlag das Buch „Die pädagogische Wende: Über die notwendige (Rück-)Besinnung auf das Unterrichten“ heraus.

Ralf Wurzbacher: Herr Lankau, das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Leo XIV., warnt in seiner ersten Enzyklika eindringlich vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz für Mensch, Gesellschaft und Natur. Er bezieht Stellung gegen „Entmenschlichung“, einen „neuen Kolonialismus“ und dringt darauf, die KI zu „entwaffnen“. Hatten Sie mit dieser Schärfe und Tiefe an Kritik gerechnet?

Ralf Lankau: Nein. Es gab zwar schon sehr kritische Äußerungen von Papst Franziskus, und Papst Leo XIV. bezeichnete bereits am zweiten Tag seines Pontifikats KI als eine der „größten Herausforderungen für den Schutz der Menschenwürde und der Gerechtigkeit der Arbeit“ (Papst Leo XIV, 2025). Aber ich bin von dieser Enzyklika positiv überrascht, weil sie so klar formuliert, dass diese Technik in der Hand kleiner Eliten maximalen Schaden für den einzelnen Menschen wie die sozialen Gemeinschaften anrichten kann.

Ein Zitat des Papstes lautet: „Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt.“ Für Peter Thiel, milliardenschwerer KI-Investor und Gründer des US-Unternehmens Palantir, das Überwachungssoftware für Polizei und Militärs entwickelt, sind das ungebührende Einmischungen. Wer die Technologie zügele, bereite dem Antichristen den Weg, bemerkte er unlängst. Wer von den beiden hat mehr zu melden?

Papst Leo XIV. spricht als Oberhaupt der katholischen Kirche für 1,4 Milliarden Menschen weltweit. Er repräsentiert und prägt die ethischen und moralischen Werte der christlichen Weltgemeinschaft, die seit 2000 Jahren unsere Kultur repräsentiert. Gemeinsam ist allen monotheistischen Religionen, zumindest in Demokratien, dass sie die Trennung von Staat und Glaubensgemeinschaft akzeptieren und versuchen, ein friedliches, interreligiöses Miteinander zu ermöglichen, die Ökumene. Religiöse Gemeinschaften sind Wertegemeinschaften. Und mit seiner Enzyklika zeigt Papst Leo XIV. sehr klar, dass es ihm um Würde und Gerechtigkeit geht.

Thiel hingegen ist der Repräsentant einer kleinen Clique von US-Milliardären, die aufgrund der seit den 1990er-Jahren fehlenden Regulierung der IT- und KI-Anwendungen rücksichtslos nur eigene Geschäftsinteressen vertreten und sich immer weiter bereichern. Elon Musk wird vermutlich der erste Billionär, was den Wahnsinn der Datenökonomie verdeutlicht. Thiel kümmert sich weder um Menschenwürde noch um Rechtssysteme. Es geht ihm ausschließlich um Partikularinteressen der Techkonzerne. Als Mitgründer von Palantir und Risikokapitalgeber argumentiert er für einen komplett unregulierten Techsektor und missbraucht dafür religiöse Symboliken wie den Antichristen oder religiöse Endzeitvisionen. Aber solchen Techmogulen gehören die wichtigsten digitalen, vor allem die sozial nur genannten Medien, und sie bestimmen daher, was Menschen in den Onlinekanälen sehen und hören.

Womit sie selbst eine neue Art Religion erschaffen haben?

Ja. Es ist eine perfide Mischung aus Fortschritts- und Technikgläubigkeit als eine Form von Ersatzreligion. Man muss das als zwei Strategien des Spätkapitalismus sehen: die vermeintliche Individualisierung und Ich-Bezogenheit auf der einen, der Verlust der Gemeinschaft von Familie, Nachbarschaft, Gemeinde auf der anderen Seite. Das Verbindende und Hoffnungspendende religiöser Gemeinschaften geht in säkularisierten Gesellschaften verloren. Diese Leerstelle sollen mit dem „Solutionism“ – englisch für Lösungskonzepte – technische Systeme für alle Probleme füllen, bis hin zur Unsterblichkeit durch den Transfer des Bewusstseins ins Netz. Das ist die „Wiedergeburt auf digitalisch“, absurd, aber ein Geschäftsmodell.

Kann ausgerechnet der Papst dem etwas entgegensetzen?

Leo XIV. referiert über die schon heute bekannten Folgen für Kinder, Jugendliche und übrigens auch Erwachsene durch netzbasierte Bildschirmmedien. Weltweit wird über die zwingend notwendige Regulierung von KI diskutiert. Die zugrunde liegenden Techniken haben ein ähnlich mächtiges Potenzial wie die Kernspaltung. Norbert Wiener, Vordenker und Namensgeber der Kybernetik, warnte schon 1947 im Vorwort zu seinem Buch „Kybernetik“: „Wir haben nicht einmal die Möglichkeit, diese neuen technischen Entwicklungen zu unterdrücken. Sie gehören zu diesem Zeitalter, und das Höchste, was irgend jemand von uns tun kann, ist, zu verhindern, dass die Entwicklung des Gebietes in die Hände der verantwortungslosesten und käuflichsten unserer Techniker gelegt wird.“

Genau das ist passiert …

Leider ja. Diese verantwortungslosesten und käuflichsten Techniker und ihre Partner lassen sich heute von A – Sam Altman, Open AI – bis Z – Marc Zuckerberg, Meta – durchbuchstabieren. Seit November 2022 werden Tools und Bots der generativen KI wie ChatGPT, Claude, Gemini oder X-AI ohne Rücksicht auf die Folgen für die Öffentlichkeit und die Menschen verbreitet. „The business of business is business“, heißt es bei den Neoliberalen. Investoren wie Marc Andreessen und Peter Thiel verdienen prächtig damit, aber die demokratischen Staaten kämpfen mit den Folgen und sind, aus Angst vor den Techkonzernen und Donald Trump, erschreckend zögerlich bei der Regulierung. Dabei wäre es Aufgabe des Gesetzgebers, die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Technik festzulegen. Im Bundestag gibt es dafür sogar einen eigenen Ausschuss zur Technikfolgenabschätzung.

Von dem aber nichts zu hören ist. Etwa zu der fundamentalen Frage, was aus der Erwerbsarbeit wird, wenn KI sukzessive menschliche Fertigkeiten und Tätigkeiten übernimmt.

Nein. Das ist unverantwortlich, zumal über die Folgen von KI für den Arbeitsmarkt oder Sozialsysteme wie Gesundheit, Bildung oder den sozialen Zusammenhalt demokratischer Gesellschaften schon länger diskutiert wird. Ich erinnere nur an die 2017 von rund 100 US-Wissenschaftlern formulierten 23 KI-Leitsätze von Asilomar. Wobei auch diese Grundsätze der typischen Ideologie des Technikdeterminismus und Utilitarismus folgen, die vom Glauben an Fortschritt und Machbarkeit geprägt sind.

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaft hat die Asilomar-Leitlinien 2018 in einer Stellungnahme deshalb auch als nicht weitreichend genug kritisiert. Statt aber diese Diskussion aufzugreifen und für generative KI zu aktualisieren, dominieren die Digitalenthusiasten, geblendet von den Milliardeninvestitionen, während die Realisten auf den KI-Crash warten, weil weder die Large Language Models (LLM) noch die notwendigen, immer größer werdenden Rechenzentren mit ihrem immensen Strom- und Wasserbedarf zukunftsfähig sind. Die Blase wird implodieren wie beim Internethype im Jahr 2000 oder beim Bankencrash 2008.

Beklemmend sind zwei weitere Perspektiven: Sofern die KI den Menschen nicht gleich auslöscht, was Experten inzwischen ernsthaft in Betracht ziehen, treibt die Technik eine radikale Entmenschlichung voran, indem sie auf die Kontrolle unserer Köpfe und Körper zielt.

Dass Maschinen die Weltherrschaft anstreben könnten, gehört zu den albernen Visionen und Stereotypen, um Menschen Angst zu machen. Das ist und bleibt Science-Fiction. Maschinen haben kein Bewusstsein, keinen Willen, keine Absichten. Angst muss man daher nicht vor Maschinen haben, sondern vor den Menschen, die sie entwickeln und sie zu eigenen Zwecken einsetzen. Ich denke dabei etwa an Drohnen, die in der Ukraine und in Gaza eingesetzt werden. Damit kann man schon heute Personen per Gesichtserkennung oder Irisscan identifizieren und liquidieren.

Die Frage ist daher, warum diese Fantastereien immer wieder aufgekocht werden. Es sind Ablenkungsstrategien, um zu kaschieren, was bereits alles mit KI-gesteuerten Geräten gemacht werden kann und gemacht wird. Dieses automatisierte Töten ohne Eingriff eines Menschen ist einer der Gründe, warum der neue Papst wie schon sein Vorgänger Franziskus bei KI interveniert. Techfirmen blenden ethische Fragen entweder aus oder werden für richtige Entscheidungen sanktioniert.

Anthropic aus den USA hat für sein KI-Modell Claude festgelegt, dass es weder US-Bürger überwachen noch als System für Drohnen autonom töten darf. Daraufhin wurde das Unternehmen vom Pentagon zum nationalen Sicherheitsrisiko erklärt und von staatlichen Aufträgen abgeschnitten. Amazon, Google, Microsoft, Nvidia, Open AI und weitere AI-Konzerne haben die Vereinbarungen mit dem Pentagon unterschrieben. Das Geschäft geht vor.

Was steht auf dem Spiel?

Es geht um die Frage, ob es gelingt, IT und KI als Werkzeuge zugunsten einer humanen und demokratischen Gesellschaft einzusetzen, oder ob ein paar Oligarchen sie weiterhin dafür missbrauchen, ihre eigene Vorherrschaft zu festigen. Wenn es nach Investoren wie Marc Andreessen geht, werden wir alle, vom Kleinkind bis zum Senior, immer eine digitale Nanny dabei haben, die uns sagt, was wir tun sollen. Das gruselige Manifest dazu heißt „Why AI will save the world“, also „Warum KI die Welt retten wird“.

Dabei ist schon jetzt durch zahlreiche Studien belegt, dass die Lernleistungen in Schulen seit Jahren kontinuierlich schlechter werden. Der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath von der Universität Melbourne hat im Januar 2026 in einer schriftlichen Stellungnahme vor dem US-Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr dargelegt, dass die Generation Z trotz ihres beispiellosen Zugangs zu Technologie kognitiv weniger leistungsfähig ist als frühere Generationen. Diese Generation ist demnach die erste in der modernen Geschichte, die in standardisierten Tests schlechter abschneidet als vorherige Generationen.

Horvath lehnt Technologie nicht per se ab. Er will allerdings Bildungsinstrumente an die tatsächlichen Lernprozesse des Menschen anpassen statt umgekehrt das Lernen an die digitalen Prozesse. Diese Fehlentwicklung hat auch schon die UNESCO in ihrem „2023 Global Education Monitor“ beklagt. Nicht das Lernen und der pädagogische Nutzen stünden im Mittelpunkt, sondern wirtschaftliche Interessen der IT-Anbieter und Aspekte der Datenökonomie.

Haben Sie den Eindruck, dass das den politischen und wirtschaftlichen Eliten in Deutschland wenigstens dämmert?

Nein. Die politisch Verantwortlichen haben von den IT-Lobbyisten jahrelang gehört, Deutschland hinke bei IT und KI hinterher und müsse die digitale Transformation möglichst schnell vorantreiben. Das ist aus Sicht der Techmonopole logisch. Dadurch wird die Infrastruktur für den digitalen Faschismus aufgebaut, den Rainer Mühlhoff in seinem Buch „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus – Wie Tech-Milliardäre Macht und Zukunft formen“ treffend beschreibt). Ob man den technologischen Autoritarismus nun digitalen Faschismus, Despotismus oder Feudalismus nennt, ist eigentlich egal. So oder so werden wir im Netz der Datenkraken gefangen gehalten.

Wenn Mensch dabei ist, immer mehr zu verblöden: Wo soll das hinführen? Auch Blöde haben irgendwann Hunger, aber ohne Lohnarbeit gibt es kein Essen. Ahnen diese Technofaschisten gar nicht, in welchen Mist sie die Menschheit und den Planeten reiten?

Doch, sie wissen sehr genau, was passieren wird: Die sozialen Spannungen steigen bis zum Bürgerkrieg, die Ressourcen der Erde werden von wenigen Oligarchen gnadenlos ausgebeutet. Und die Menschen kämpfen um die wenigen verbliebenen Ressourcen wie Wasser und Nahrung, statt sich gegen die Potentaten zu wehren. Und das Schlimme ist: Die wollen es genau so. Das Ziel ist ein autokratischer Staat mit wenigen Techfürsten an der Spitze, drumherum ein Kokon an Loyalisten und Speichelleckern plus Armee und Polizei.

Nachzulesen ist das alles in den Papieren der Heritage Foundation zum „Project 2025“, aktualisiert zum „Project 2026“. Der „Rest“ der Bevölkerung dient als Arbeitssklaven und wird ansonsten per Streaming und sogenannten sozialen Diensten als Konsumäffchen an diversen Bildschirmen ruhiggestellt. Als Science-Fiction kennt man das schon, etwa im Film „Elysium“ von Neill Blomkamp. Wenige Reiche leben im Luxus auf dem Raumschiff, während die Bevölkerung auf der zerstörten Erde ums Überleben kämpft und von Armee und Polizei kontrolliert wird.

Wäre das dann eine Mixtur aus Aldous Huxleys „Brave New World“ und George Orwells „1984“?

Das Konzept nennt sich Elitismus, ist aber nur eine Variante der Oligarchie, zu der die USA verkommen sind. Es ist eine Mischung aus Ausbeutung, reiner Gier, allerdings mit bisher unbekannten Mengen an Geld und Einfluss in Privathänden. Wie Kraken haben sich die Techkonzerne in alle Gesellschaftsbereiche hineingefressen und steuern die Kommunikation und den Konsum. Selbst die US-Armee funktioniert nicht mehr ohne die Software Palantir von Alex Karp und Mitgründer Peter Thiel.

Die ICE-Behörde arbeitet mit der Software Gotham, ebenfalls von Palantir, um Migranten zu verhaften und ohne Prozess abzuschieben, Menschen, die zwar arbeiten und Steuern zahlen, aber keine Aufenthaltsgenehmigung haben. Die Daten für ICE hat Elon Musk in seinen vier Wochen im Weißen Haus abgegriffen. Es geht um solitäre Macht weniger Techmonarchen, die sich die Welt nach ihren psychotischen und rassistischen Vorstellungen weißer, männlicher Vorherrschaft gestalten. Auch das lässt sich nachlesen, im Manifest von Alex Karp: „The Technological Republic“.

Elon Musk will die Menschheit mit einem humanoiden Roboter namens Optimus beglücken, der uns in Zukunft in Milliardenzahl zur Hand gehen und ein „universell hohes Einkommen“ garantieren soll. Ist es nicht schlicht das viele Geld, dass diesen Techmogulen die Sinne vernebelt?

Nicht nur das Geld, auch der fehlende Widerspruch und Widerstand sowohl der Politik wie der Gesellschaft. Elon Musk ist ja das Paradebeispiel eines drogengesteuerten Psychopathen, der nicht nur größenwahnsinnige Projekte initiiert, die früher oder später scheitern. Er verfolgt sogar eugenische Projekte, indem er Frauen dafür bezahlt, für ihn Kinder auszutragen. Selbst der Mensch ist für ihn nur ein Produkt, das man durch künstliche Befruchtung und Genkontrolle nach den eigenen Vorstellungen herstellen kann. Thiel und ein Sohn von Trump sponsern die „Enhanced Games“, Menschenversuche mit kontrolliertem Doping, um die Leistungsgrenzen des Körpers auszutesten.

Es ist letztlich der Wahn, den Menschen, ganze Gesellschaften und die Welt durch Technik nach eigenen Vorstellungen zu formen. Das ist das Prinzip der kybernetischen Steuerung als Hybris, Perversion und gelebte Psychose. Karp, Thiel, Musk und ein paar andere halten sich für die Weltherrscher und kapieren gar nicht, dass sie lediglich die westlichen Demokratien zerstören und so den Raum schaffen für eine Übergangsphase der Ochlokratie, also der Herrschaft des Pöbels. Zu bestaunen in den USA mit Donald Trump und J. D. Vance als Marionetten der Techmonarchen an der vermeintlichen Spitze des Staates, bevor das System in einem technologischen Totalitarismus mündet. Technik ist nur das Mittel und die Infrastruktur, es geht um Macht und Herrschaft.

Ergo müsste zuerst der Kapitalismus überwunden werden, um den Wahnsinn zu überwinden?

Wenn man das, was derzeit in den USA zu beobachten ist, noch Kapitalismus nennen will, ja. Es ist ja eher eine marktradikale Version neoliberaler, libertärer Monopolisierung von Infrastruktur und Diensten, die nur dem Eigennutz weniger Narzissten und Psychos dient. Das schließt den Kreis zur Enzyklika des Papstes, der einfordert, dass Technik und Wirtschaft dem Gemeinwohl und der Humanität dienen müssen und kein Selbstzweck im Dienst kleiner Eliten sein dürfen. Und das Wichtigste dabei ist: Man kann sich wehren.

Wie?

In Deutschland muss man dazu nur das Grundgesetz lesen – und umsetzen. In Artikel 14 heißt es: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, und laut Absatz 3 ist eine Enteignung „zum Wohle der Allgemeinheit zulässig“. Die Bundes- und Landesregierungen haben die Pflicht, den Einsatz von Wirtschaftsmacht und Technologien wie der KI zugunsten des Gemeinwohls zu steuern, zu reglementieren und notfalls Unternehmen zu vergesellschaften und/oder zu zerschlagen beziehungsweise Dienste, die sich gegen Demokratie und Gemeinwohl richten, in Europa zu verbieten.

So, wie wir in der Politik wieder eine wehrhafte Demokratie werden müssen, müssen wir in der Wirtschaft wieder eine soziale und humane Wirtschaft werden, die nicht nur auf Shareholder Value und Rendite schielt, sondern auf soziale Verantwortung, Gemeinschaft und Gemeinwohl ausgerichtet ist. Dass Papst Leo XIV. seine erste Lehrschrift diesem Thema widmet, zeigt nur, wie weit wir uns durch Fortschrittsglauben und Technikfixierung von einer humanen und sozialen Gemeinschaft entfernt haben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Titelbild: CineVI/shutterstock.com

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Die Linken und das Scheißhaus


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Es gibt ja bei den analfixierten Nazis das Gerücht, dass die Linken einfach alles Riesenarschlöcher wären, die ständig auf der Klo hocken würden, um dort ihren, nach verrottender Ideologie stinkenden, politischen Unrat,  absondern zu können. Dazu gibt es jetzt gleich zwei neue Annekdoten aus der verstopften Toilette des Paulanergartens: Heidi Reichinnek (Die Linke) hat kürzlich […]
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