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Heute — 06. Juni 2026

Gilt deutsches Recht nicht für deutsche Kanzler?

05. Juni 2026 um 21:35

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Von Peter Haisenko (anderwelt)

Kann es ein Gericht einfacher haben als einen Rechtsbruch zur Anklage zu bringen, wenn der Täter die Tat zugegeben hat? Auf die letzten vier Kanzler der BRD trifft dieser Umstand zu: Rechtsbruch oder zumindest Rechtsbeugung. Allen voran Kanzlerin Merkel. Sie hat die Vorbereitung eines Angriffskriegs gegen Russland zugegeben.

Zum 1.1.2017 hat Kanzlerin Merkel den § 80 des Strafgesetzbuchs streichen lassen. Dieser § stellte die Vorbereitung eines Angriffskriegs unter schwere Strafen. Der § 80 StGB lautete: „Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.“ Warum hat sie das getan? Für sie selbst kam das nämlich zu spät. Wie sie selbst und selbstherrlich vor zwei Jahren verkündet hatte, waren die Minsker Abmachungen nicht dafür gedacht, Frieden in die Ukraine zu bringen. Vielmehr dienten diese Abmachungen nur dazu, eingekesselte Einheiten von Kiews Mörderbande zu retten und Zeit zu gewinnen, Kiew für einen Angriffskrieg gegen die Oblaste aufzurüsten, die sich in einem völkerrechtskonformen Verfahren von Kiew losgesagt hatten und der Russischen Föderation beigetreten sind. Das war vor 2017.

Wer jetzt daherkommt und behauptet, dieser Vorgang sei nicht völkerrechtskonform gewesen, der möge sich fragen, warum der Wertewesten nicht in Den Haag Klage eingereicht hat. Allen voran wieder Kanzlerin Merkel, die sich auf Verteidigungskriegsvorbereitungen hätte berufen können, wenn Den Haag die Unrechtmäßigkeit dieses Verfahrens festgestellt hätte.

Der Kanzler trägt immer die Verantwortung

Bundeskanzler, die den Äußerungen ihrer Minister nicht widersprechen, stehen hinter diesen Ansagen, machen sie so zur Regierungspolitik. Kanzler Scholz hat seiner Außenministerin Baerbock nicht widersprochen, als sie sagte, die BRD befinde sich im Krieg mit Russland. Er ging noch weiter, indem er mit England ein Abkommen geschlossen hatte, sich zusammen auf einen Krieg gegen Russland zu verbünden. Das wollte Hitler auch, aber London wollte zuerst Deutschland vernichten und so blieb Hitler diese Allianz verwehrt. Aber es war noch Merkel, die in den letzten Tagen ihrer Kanzlerschaft die Angebote Russlands für Friedensverhandlungen im Dezember 2021 zusammen mit den USA einfach ignoriert und so den Beginn der russischen Sonderoperation im Februar 2022 geradezu zwingend gemacht hat. Es war auch Merkel, die Kiew niemals ermahnt hat, sich an die Vereinbarungen von Minsk zu halten.

Wie ist es zu bewerten, wenn ein Land einer Kriegspartei Waffen liefert, die gegen die andere Seite eingesetzt werden? Waffen, die Soldaten und Zivilisten töten. Ist dieses Land dann schon Kriegsteilnehmer? Oder wenn Geld in immensem Umfang gegeben wird, ohne das dieser Krieg nicht geführt werden kann? Man erinnere sich an WKI und WKII. Alle Staaten, die den Krieg gegen Deutschland unterstützt haben, waren Kriegsparteien. Vergessen wir nicht, die USA haben der UdSSR gigantische Mengen an Kriegsmaterial und Geld geliefert, bevor sich die USA offiziell im Krieg mit Deutschland befanden. Ohne diese Hilfen hätte die SU große Schwierigkeiten gehabt, überhaupt gegen die Wehrmacht bestehen zu können.

Amerika führt Krieg gegen Deutschland ohne Kriegserklärung

Ebenso haben die USA deutsche Schiffe versenkt, so England gerettet, bevor der offizielle Kriegseintritt bestätigt war. Will da jemand behaupten, die USA wären vor Dezember 1941 nicht Kriegspartei gewesen? Waren die USA im WKI von Anfang an Kriegsteilnehmer, weil sie England und Frankreich die Kredite gewährten, große Mengen an Waffen lieferten, ohne die dieser Krieg nicht hätte begonnen werden können? Man vergleiche die Zahlungen an Kiew. Auch hier gilt: Ohne westliches, deutsches, Geld, hätte Kiew den Krieg nicht beginnen können. Ist es also falsch zu sagen, das ein Staat bereits Kriegspartei ist, wenn es Geld an eine Kriegspartei gibt? Darf man da so weit gehen zu sagen, dass es Vorbereitungen für einen Angriffskrieg sind, wenn Geld an eine Partei gegeben wird, das die erklärte Absicht hat, einen Angriff weiterzuführen, den sie bereits seit acht Jahren gegen die Zivilbevölkerung führt? Mit der Friedensverpflichtung im Grundgesetz ist das jedenfalls nicht zu vereinbaren. (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes)

Um auf diese Fragen eine Antwort zu erhalten, sollte man dem US-Außenminister Marco Rubio zuhören:
„Wir sind, um fair und offen zu sein, keine unparteiischen Vermittler in diesem Krieg. Wir liefern keine Waffen an Russland. Wir liefern nur Waffen an die Ukraine. Wir verhängen keine Sanktionen gegen die Ukraine. Wir verhängen nur Sanktionen gegen Russland. Wir haben also eindeutig Partei ergriffen.“
Wie kann man „Partei ergriffen“ anders interpretieren, als aktive Kriegspartei zu sein?

Waffen und verbale Aufrüstung

Scholz und Merz machen da munter weiter, werden sogar immer skrupelloser mit Waffenlieferungen und verbaler Aufrüstung. Weder Merkel, noch Scholz oder Merz haben ihre Minister, ihre Weisungsbefohlenen zurechtgewiesen, zurückgepfiffen, wenn diese zumindest verbal Kriegerklärungen gegen Russland ablassen. Sind es Kriegsvorbereitungen, wenn die „Kriegstüchtigkeit“ der BRD zur Regierungspolitik gemacht wird? Ja sogar gesagt wird, die BRD müsse wieder die stärkste Militärmacht Europas werden. Aufrüstung hat noch nie zu Frieden geführt. Betrachten wir dazu die USA, das Land mit dem größten Militär. Die führen beinahe pausenlos Krieg, auch, weil es billiger ist, Waffen am Haltbarkeitsdatum auf wehrlose Länder zu werfen, als sie teuer zu de-laborieren. Und nochmals: Ist ein Land Kriegsteilnehmer, das Waffen an eine Kriegspartei liefert? Oder die Lieferungen von Drittländern finanziert.

Blicken wir noch kurz auf Kanzler Schröder und seinen Außenminister Fischer. Schröder hat zugegeben, dass sein Befehl zum Angriff auf Jugoslawien ein Verstoß gegen das Völkerrecht war. Hat das irgendwelche Folgen? Ja, Schröder ist in der BRD „persona nongrata“, aber nicht wegen seines Angriffs auf Jugoslawien, sondern weil er den Ausgleich mit Russland sucht.

Der NATO-Artikel 5 kann nicht angewendet werden

Nimmt man das Grundgesetz ernst, den 2+4-Vertrag, das deutsche Recht, dann müssten sich alle diese Kriegstreiber vor Gericht verantworten. Alle Kanzler und die notorischen Kriegstreiber wie Strack-Zimmermann, Wadephul und Pistorius und alle, die weiterhin Waffen und Geld an Kiew geben wollen. Dafür braucht es keinen § 80, den Merkel zwar wohlweislich, aber zu spät für ihre persönliche Absolution abgeschafft hat. Die antirussische Kriegspolitik bringt die BRD in akute Gefahr von Vergeltungsschlägen aus Russland und die sind gerechtfertigt nach allen internationalen Regeln. Ganz abgesehen von der Feindstaatenklausel, der Deutschland noch immer unterliegt. Und die NATO, die USA? Nicht einmal der NATO-Artikel 5 kann zur Anwendung kommen, denn es war die BRD, die die Feindseligkeiten gegen Russland begonnen hat. Abgesehen davon ist das ein „Kann-Artikel“ und die USA werden den Teufel tun, Deutschland zu verteidigen. Das wäre das erste mal.

Wie sollte die BRD auch von der NATO verteidigt werden? Russland wird keine Bodenoffensive starten. Um Deutschland zu desavouieren, zur Vernunft oder gar auf die Knie zu zwingen, bedarf es nur weniger gezielter Angriffe mit Raketen auf die Stromversorgung. Mit Raketen, die nicht abgefangen werden können. Wir können sicher sein, dass die USA deswegen keine Raketen auf Russland schießen werden.

Die deutschen Regierungen seit Merkel setzen Deutschland der Gefahr aus, in einem veritablen Krieg mit Russland zu landen. § 80 hin oder her, schon das Grundgesetz stellt das unter strenge Strafen. Kann da noch von einem Rechtsstaat gesprochen werden, wenn der Generalstaatsanwalt keine Klagen anstrengt, ja nicht einmal ermittelt? Stehen folglich Kanzler und Minister oder andere illustre Befürworter von Kriegsvorbereitungen über dem Gesetz? Nach dem Motto: Der Krieg heiligt alle Mittel und exkulpiert die Täter im Voraus. So fordere ich die Justiz auf, Ermittlungen zu (bereits zugegebenen) Straftaten unverzüglich aufzunehmen, ohne Ansehen der Person oder seiner politischen Position. Nur das kann Deutschland retten. Alles andere wird zum endgültigen Untergang führen. Aber vielleicht ist es genau das, was diese Hasardeure wirklich wollen.

Behalten wir dazu im Gedächtnis:
Die Verhängung von Sanktionen ohne UN-Mandat ist schon ein völkerrechtswidriger kriegerischer Akt. Und wie ist das mit dem GG Artikel 26(2), der in dieser Weise ergänzt gehört? Siehe Bild oben.

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Gestern — 05. Juni 2026

Bahn-Gewerkschaft: Verkehrsminister muss Wettbewerb im Schienenfernverkehr steuern

05. Juni 2026 um 20:16

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Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, warnt davor, dass sich künftige Wettbewerber der Bahn „die Rosinen herauspicken“ und nur attraktive Schienenverbindungen wie zwischen Berlin und München anbieten werden.
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Bonner Autobahnbrücke: Lageeinschätzung binnen der kommenden 14 Tage

05. Juni 2026 um 19:52

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Die Friedrich-Ebert-Brücke (A565) in Bonn bleibt nach akuter Einsturzgefahr für mindestens zwei Wochen komplett dicht. Während Experten das marode Bauwerk auf Rettungsmöglichkeiten prüfen, droht der Region ein wochenlanger Verkehrskollaps auf einer ihrer wichtigsten Ost-West-Achsen.
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Nach Attacke auf Frau: Hamburger Wolf wahrscheinlich tot

05. Juni 2026 um 19:38

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Die Sendesignale des freigelassenen Wolfes reißen plötzlich ab. Das junge Tier ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Umweltbehörde geht nicht von einem Defekt des Senders aus.
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Gelsenkirchener Millionen-Coup: Erste Klagen starten

05. Juni 2026 um 19:26

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Es war ein filmreifer Einbruchs-Coup mit hoher Millionen-Beute. Geschädigte Kunden verklagen jetzt die Gelsenkirchener Sparkasse. Der juristische Kampf ums Geld dürfte Jahre dauern.
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Putin räumt verhaltene Wirtschaftsdynamik ein und lehnt Treffen mit Selenskyj ab

05. Juni 2026 um 18:52

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Steigende Haushaltsdefizite und Inflation belasten Russland schwer. Beim Jahrestreffen in St. Petersburg verteidigt Putin seinen Kurs und blockiert direkte Krisendiplomatie.
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Politiker kritisieren Pharma-Konzerne wegen Investitionsstopp

05. Juni 2026 um 18:28

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Die Pharmaindustrie läuft Sturm gegen geplante Zwangsrabatte für die gesetzlichen Krankenkassen. Während Konzerne mit einem Rückzug aus Deutschland drohen, verteidigt die Politik die Reform: Die Stabilität der Sozialkassen und der Schutz der Beitragszahler hätten Vorrang vor den Renditen der Industrie.
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Ermordete Elfjährige in Frankreich: Staatsanwalt bestätigt Identität des Opfers

05. Juni 2026 um 18:06

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Die in Puycasquier gefundene Kinderleiche ist die vermisste Lyhanna. Während der mutmaßliche Wiederholungstäter in Haft schweigt, räumt Präsident Macron eklatante Schwachstellen im Opferschutz ein und fordert lückenlose Aufklärung.
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Zahl der Zugausfälle im Fernverkehr stark gestiegen

05. Juni 2026 um 17:16

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Bei der Deutschen Bahn fallen im Fernverkehr fast doppelt so viele Züge aus wie im Vorjahreszeitraum. Interne Daten zeigen, dass täglich rund elf Prozent der ICE- und IC-Verbindungen von Streichungen, Verkürzungen oder Teilausfällen betroffen sind.
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Merz: erneute Kandidatur zum UN-Sicherheitsrat für 2035/36

05. Juni 2026 um 16:58

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Mit seiner Kandidatur für den mächtigen Sicherheitsrat der Vereinten Nationen war Deutschland am Mittwoch krachend gescheitert. Der Kanzler kündigt nach kurzer Bedenkzeit an, wie es weitergehen soll.
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Astronauten verlassen Raumstation ISS zeitweise wegen Lecks

05. Juni 2026 um 16:46

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Risse und Lecks an einem Modul der Internationalen Raumstation bereiten der Nasa Sorge. Das hatte Konsequenzen für die Besatzung. Es stehen Reparaturen an.
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Titel zum Greifen nah: Zverev im Finale der French Open

05. Juni 2026 um 16:32

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Mit Halbfinalgegner Jakub Mensik hat Alexander Zverev lange deutlich weniger Probleme als angenommen. Jetzt will der Tennisprofi die letzte Hürde für seinen großen Traum nehmen.
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Verbrenner-Aus: Sieben EU-Länder wollen „ehrgeizigen Kurs“ bei E-Autos halten

05. Juni 2026 um 16:16

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Sieben EU-Staaten gehen auf Konfrontationskurs zu Deutschland: In einem gemeinsamen Schreiben fordern Länder wie Frankreich und Spanien, unnachgiebig am geplanten Verbrenner-Aus festzuhalten. Jede weitere Lockerung der CO₂-Regeln halten sie für einen strategischen Fehler, der den industriellen Wandel gefährdet.
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Fast vier Jahre Haft für Diebe von Goldhelm aus Museum

05. Juni 2026 um 15:58

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Anfang 2025 sprengen Einbrecher die Türen eines Museums in den Niederlanden. Ihre Beute: wertvolle Kunstschätze aus Rumänien - darunter ein rund 2.500 Jahre alter Goldhelm. Nun folgt das Urteil.
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05. Juni 2026 um 15:39

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Merz, Starmer, Macron wollen mit Selenskyj in London beraten

05. Juni 2026 um 15:35

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Mehr als vier Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gerät der Konflikt zurzeit manchmal in den Hintergrund. Was können die Europäer erreichen?
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Merkel räumt Versäumnisse in Verteidigungs- und Digitalpolitik ein

05. Juni 2026 um 15:22

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Angela Merkel blickt kritisch auf ihre Regierungsjahre zurück und gesteht strategisches Zögern in der Verteidigungs- und Klimapolitik. Neuen politischen Ämtern oder diplomatischen Missionen im Konflikt mit Russland erteilt die CDU-Politikerin eine endgültige Absage.
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Samsung unterstützt digitale Identität

05. Juni 2026 um 15:14

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Samsung ist der Letzte der drei großen Smartphone-Hersteller, der nach Ihrem Gesicht verlangt – genau so wird aus einer Forderung ein Standard.

Samsung möchte, dass Ihr Reisepass künftig in Ihrem Smartphone lebt, und hat dafür die Schlüssel an ein privates Unternehmen namens CLEAR übergeben.

Die Ankündigung erfolgte am 26. Mai. Samsung Electronics America und CLEAR starten Samsung ID mit CLEAR – einen digitalen Reisepass, der in Samsung Wallet gespeichert wird und es US-Reisenden ermöglicht, ihre Identität an mehr als 250 TSA-Kontrollpunkten nachzuweisen, indem sie ihr Telefon antippen oder einen QR-Code scannen.

Samsung und CLEAR bieten nach eigenen Angaben eine „sichere, geschützte und kostenlose mobile digitale Identität, die das hektische Leben der Nutzer vereinfachen soll“. Das Verkaufsargument lautet Bequemlichkeit. Tatsächlich tauscht man dafür sein Gesicht, seine Passdaten und einen dauerhaften Platz in einem unternehmenseigenen Identitätsnetzwerk ein, dessen Nutzungsbedingungen die meisten Menschen nie gelesen haben.

Die Einrichtung zeigt bereits die Natur dieses Geschäfts. Nutzer scannen einen gültigen US-Reisepass und durchlaufen anschließend eine Gesichtsverifizierung durch CLEAR, bevor die digitale Identität in ihrer Wallet erscheint. Dieser Scan bedeutet die Aufnahme in dasselbe biometrische Netzwerk, das CLEAR seit Jahren in Flughäfen und Stadien etabliert. Nach Angaben des Unternehmens umfasst dieses Netzwerk inzwischen 41 Millionen Mitglieder und wird nun direkt in das Gerät integriert, das die Menschen überall mit sich tragen.

„Die sichere Identitätsprüfungsplattform von CLEAR macht Erlebnisse sicherer und einfacher – sowohl physisch als auch digital“, sagte die Vorstandsvorsitzende von CLEAR, Caryn Seidman Becker. „Jetzt, da die sichere Identitätsplattform von CLEAR in Samsung Wallet integriert ist, war die Verifizierung Ihrer Identität noch nie so einfach. Samsung ID mit CLEAR bietet Ihnen eine einfache und sichere Identität direkt in Ihrer Handfläche.“

Bemerkenswert ist, was hier als Fortschritt verkauft wird. Ein staatliches Ausweisdokument und der biometrische Scan, der dieses Dokument dauerhaft mit Ihrem Körper verknüpft, laufen nun über ein börsennotiertes Privatunternehmen, dessen Geschäftsmodell darauf basiert, als Torwächter zwischen Ihnen und den Orten zu fungieren, die Sie betreten möchten.

Samsung verweist auf Knox-Sicherheit, Verschlüsselung auf dem Gerät sowie die Pflicht zur Authentifizierung per Fingerabdruck oder PIN. Diese Schutzmaßnahmen existieren tatsächlich auf dem Smartphone selbst. Sie sagen jedoch nichts darüber aus, welche Daten CLEAR auf seinen eigenen Systemen speichert, nachdem Gesicht und Reisepass die Verifizierung durchlaufen haben.

Das Unternehmen erwartet diese Frage bereits. CLEAR erklärt, man sei dem Datenschutz verpflichtet und verkaufe weder biometrische noch andere sensible personenbezogene Daten. Doch die Zusicherung, Daten nicht zu verkaufen, ist nicht dasselbe wie die Zusicherung, sie nicht zu speichern. Und ein Versprechen von heute bindet weder zukünftige Eigentümer noch künftige Regulierungsbehörden oder behördliche Auskunftsersuchen von morgen.

Hinzu kommt die Ausweitung über Flughäfen hinaus. Die digitale Identität kann bereits für Altersnachweise im BMO Stadium in Los Angeles genutzt werden. Weitere Veranstaltungsorte sollen folgen.

„Das BMO Stadium ist stolz darauf, zu den ausgewählten Veranstaltungsorten zu gehören, die bei der Einführung mobiler digitaler Identitätsprüfungen eine Vorreiterrolle übernehmen“, erklärte Christian Lau, Chief Technology Officer des BMO Stadiums.

Jeder neue Einsatzort trainiert die Menschen darauf, die Identitätsprüfung per Smartphone als normalen Preis für das Betreten eines Gebäudes zu akzeptieren.

Samsung betritt hier keinen Neulandbereich, sondern reiht sich vielmehr ein. Apple und Google haben die Speicherung von Reisepässen bereits zuvor in ihre digitalen Wallets integriert. Die Berichterstattung über den Start vermittelte eher den Eindruck, Samsung hole lediglich auf, anstatt etwas Neues einzuführen.

Wenn die drei Unternehmen, die nahezu alle Smartphones auf dem Markt kontrollieren, dasselbe Angebot machen, dann wirkt ein Gesichtsscan in Verbindung mit einem staatlichen Ausweisdokument nicht länger wie eine außergewöhnliche Forderung. Stattdessen wird er zum Standard – und wer sich verweigert, erscheint schnell als übertrieben misstrauisch.

Jede Einführung wird als kleine Annehmlichkeit präsentiert, als eine Karte, nach der man nicht mehr suchen muss. Doch jede einzelne verschiebt die Grenze dessen, was Menschen bereit sein sollen preiszugeben, um ihren Alltag zu bewältigen.

Die digitale Geldbörse, die einst lediglich Kreditkarten enthielt, speichert heute Führerschein, Reisepass, Hausschlüssel und Ihr Gesicht. Die Unternehmen, die dieses System aufbauen, würden es lieber als Ordnung und Komfort bezeichnen – und nicht als die Schaffung eines einzigen privaten Engpasses, den Ihre Identität künftig passieren muss.

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Zunahme von Schüssen in Berlin - rund 30 Verdächtige in Haft

05. Juni 2026 um 15:06

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Schüsse als Einschüchterung, Schutzgeld als Geschäft. Mit Spezialteams gehen Polizei und Staatsanwaltschaft gegen kriminelle Netzwerke in Berlin vor. Eine erste Bilanz.
(Auszug von RSS-Feed)

Washington bringt Europas Sicherheitsdoktrin ins Wanken und drängt auf „NATO 3.0“: Bericht

05. Juni 2026 um 15:00

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Von News Desk

Die USA fordern, dass die europäischen Verbündeten bereits ab diesem Sommer die „volle Verantwortung“ für ihre konventionelle Verteidigung übernehmen

Die USA treiben laut einem am 26. Mai veröffentlichten Bericht des Der Spiegel eine „grundlegende Umstrukturierung“ ihrer Verpflichtungen zur europäischen Sicherheit voran und vollziehen dabei einen Übergang von der traditionellen Strategie der „Lastenteilung“ hin zu einer Strategie der „Lastenverlagerung“.

Im Rahmen der neuen Vision mit dem Namen „NATO 3.0“ erwartet Washington von den europäischen Verbündeten, dass sie die Verantwortung für die gesamte konventionelle Verteidigung des Kontinents übernehmen.

In diesem neuen Rahmen werden die USA in erster Linie eine nukleare Abschreckung bereitstellen, anstatt die umfassende militärische Unterstützung, die sie historisch gesehen garantiert haben.

Dieser Übergang, der laut dem Bericht die europäischen Politiker überrascht hat, beinhaltet drastische Kürzungen der US-Militärressourcen, die zuvor für das „NATO-Streitkräftemodell“ vorgesehen waren.

Trump administration plans to slash NATO military commitments to focus on Asia
——
​The Trump administration has blindsided European allies with plans to sharply reduce its military contributions to NATO, urging European nations to rapidly fill the resulting security gap.… pic.twitter.com/yafc8cNTAQ

— The Cradle (@TheCradleMedia) May 26, 2026

Übersetzung von „X“: Trump-Regierung plant Kürzung der NATO-Militärverpflichtungen, um sich auf Asien zu konzentrieren —— Die Trump-Regierung hat europäische Verbündete mit Plänen überrascht, ihre militärischen Beiträge zur NATO erheblich zu reduzieren, und drängt europäische Nationen, die daraus resultierende Sicherheitslücke rasch zu schließen. Laut einem Bericht des deutschen Der Spiegel teilte ein hochrangiger Pentagon-Beamter die Nachricht während eines vertraulichen Treffens im NATO-Hauptquartier in Brüssel mit, was europäische Beamte über das Ausmaß des bevorstehenden US-Rückzugs verblüffte. Alexander Velez-Green, ein Gesandter des US-Kriegsministers Pete Hegseth, informierte die Verbündeten, dass Washington die Mittel, die es dem Pool der NATO für sofort verfügbare Kräfte zur Verfügung stellt, erheblich zurückfahren wird. Die geplanten Kürzungen umfassen eine Reduzierung der Kampfflugzeug-Beiträge um ein Drittel, weniger strategische Bomber und Zerstörer sowie eine vollständige Zurückhaltung von U-Booten aus dem NATO-Streitkräfte-Modell. Die USA werden zudem ihre Verpflichtungen für einsatzfähige Drohnen, Luftbetankungsflugzeuge und andere Marineeinheiten verringern. Während Washington seine nuklearen Abschreckungskräfte in Europa aufrechterhalten will, deuten militärische Quellen darauf hin, dass europäische Nationen nun die Hauptverantwortung für die konventionelle „Verteidigung“ übernehmen sollen. US-Beamte begründeten die Kürzungen damit, dass dieser Schritt dem Pentagon eine größere strategische Flexibilität verschaffe, um Mittel in einen potenziellen Konflikt in Asien umzuleiten, anstatt sie durch formelle Verpflichtungen gegenüber der NATO zu binden.

Alexander Velez-Green, ein Gesandter des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth, teilte den Verbündeten kürzlich mit, dass Washington beabsichtige, seinen Beitrag an Kampfflugzeugen um ein Drittel zu kürzen und die Zahl der strategischen Bomber, Zerstörer der Marine sowie Luftbetankungsflugzeuge deutlich zu reduzieren.

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass die USA planen, die Bereitstellung von U-Booten für den NATO-Pool vollständig einzustellen, und von den Europäern erwarten, dass sie ihre eigenen Aufklärungs- und Kampfdrohnen bereitstellen.

Der Hauptgrund für diesen Rückzug ist die Neuausrichtung des US-Militärs auf den asiatisch-pazifischen Raum, obwohl Beamte auch die Notwendigkeit von Flexibilität anführten, um Ressourcen für Militäroperationen in Westasien und der westlichen Hemisphäre einsetzen zu können.

Washington strebt Berichten zufolge Vorbereitungen für einen möglichen „Zweifrontenkonflikt“ an und verweist darauf, dass der US-Geheimdienst das Jahr 2027 als „Schlüsseldatum“ identifiziert, an dem China möglicherweise in der Lage sein könnte, eine Offensive gegen Taiwan zu starten.

Angesichts dieser Möglichkeit wollen die USA nicht länger, dass ihre wichtigsten Ressourcen durch feste NATO-Verpflichtungen „gebunden“ sind.

Der Bericht hebt einen äußerst rasanten Übergang hervor, wobei die USA von den europäischen Verbündeten verlangen, bis Anfang Juni konkrete Angebote zur Schließung dieser neu entstandenen militärischen Lücken vorzulegen, mit dem Ziel, das neue Modell auf dem Gipfel im Juli in Ankara zu formalisieren.

Während die NATO-Führung diesen Schritt offiziell als Mittel zur Verringerung der „übermäßigen Abhängigkeit“ von den USA darstellt, empfinden europäische Diplomaten die Anforderungen als weitaus strenger als erwartet, wobei europäische Staats- und Regierungschefs Berichten zufolge von dem Ausmaß und dem Tempo der Forderungen überrascht sind.

In geheimen Treffen interpretierten einige Vertreter die Beharrlichkeit der USA auf einer raschen Umsetzung sogar als „indirekte Drohung“ gegenüber denjenigen, die nicht schnell handeln.

Im Einklang mit der neuen „Lastenverteilung“ kündigte US-Präsident Donald Trump am 22. Mai an, dass er weitere 5.000 Soldaten nach Polen entsenden werde – ein Schritt, der Berichten zufolge durch seine persönliche Beziehung zum polnischen Präsidenten Karol Nawrocki und dessen Unterstützung motiviert sei.

Diese Entscheidung hat im Pentagon „für Verwirrung gesorgt“, da sie früheren Anordnungen zur Reduzierung der US-Militärpräsenz in Europa widerspricht, wie beispielsweise dem geplanten Abzug von über 5.000 Soldaten aus Deutschland.

Während die polnische Führung die Truppenaufstockung begrüßte, kritisierten US-Verteidigungsbeamte und Diplomaten diesen Kurswechsel als unüberlegt und wiesen darauf hin, dass er den Eindruck strategischer Inkonsistenz erwecke, gerade jetzt, wo sich die USA darauf vorbereiten, die NATO-Verbündeten über ihre künftige militärische Präsenz zu informieren.

(Auszug von RSS-Feed)

Der Tag der Organspende 2026

05. Juni 2026 um 14:58

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In Deutschland sterben pro Jahr rund 1.000 Menschen, die der Entnahme ihrer Organe zugesagt hatten. Das sind zu wenig für den Bedarf jener gut 8.000 Erkrankten, die auf fremde Organe angewiesen sind. Der Tag der Organspende soll für eine höhere Spendenbereitschaft sorgen. Die Infostände stehen dieses Jahr in Leipzig.
(Auszug von RSS-Feed)

Reparaturstau bei der Bundeswehr: Bundesregierung räumt „Herausforderungen“ ein

05. Juni 2026 um 14:46

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Nach Berichten über einen massiven Reparaturstau bei der Bundeswehr hat die Bundesregierung „Herausforderungen“ eingeräumt, die Bündnisverpflichtungen der Streitkräfte sieht sie jedoch nicht in Gefahr.
(Auszug von RSS-Feed)

„Anklageschrift“ gegen deutsche und europäische Kriegstreiber

05. Juni 2026 um 14:33

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von Uwe Froschauer (wassersaege)

Bevor ich mit dem Artikel beginne, möchte ich meine tiefe Verachtung gegenüber allen Kriegstreibern dieser Welt ausdrücken. Nicht, wer den ersten Schritt zu einem Krieg unternimmt, ist zwangsläufig der wahre Aggressor, sondern der, der zu diesem Schritt zwingt. Dennoch ist auch dieser erste Schritt nicht zu verzeihen.

Am Ende wird dieser Krieg nicht mit einem Triumph enden, sondern mit Verhandlungen. Er wird enden, wie Kriege fast immer enden: nicht durch moralische Posen, nicht durch Fernsehparolen, nicht durch Orden für Scharfmacher und „Leidverlängerer“ wie Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann oder Annalena Baerbock, sondern durch eine politische Lösung am Verhandlungstisch. Die Tragödie besteht darin, dass ein solcher Tisch bereits Ende März/Anfang April 2022 – lediglich fünf Wochen nach Ausbruch des Krieges – in Istanbul bereitstand.

Fünf Wochen nach Beginn der russischen Invasion lagen Entwürfe vor, die zumindest die Chance auf ein Ende des Sterbens boten: Neutralität der Ukraine, Sicherheitsgarantien, ein politischer Rahmen. Doch diese Chance wurde nicht genutzt. Sie wurde politisch erstickt — von jenen dunklen Kräften im Westen, die nicht Frieden wollten, sondern den Abnutzungskrieg.

Boris Johnson erschien in Kiew als Bote dieser Linie: Mit Putin solle nicht verhandelt, sondern er solle unter Druck gesetzt werden. Hinter dem britischen Bellizisten stand die damalige US-Regierung unter Joe Biden, flankiert von europäischen Politikern, die seither jede weitere Eskalation als Solidarität mit der Ukraine verkauften. Annalena Baerbock sprach davon, „einen Krieg gegen Russland“ zu führen. Ursula von der Leyen versprach den Sieg der Ukraine. Keir Starmer erklärte die ukrainische Front faktisch zur eigenen europäischen Frontlinie.

Als Ende März 2022 in Istanbul über ein mögliches Kriegsende verhandelt wurde, hatte die UN-Menschenrechtsbehörde OHCHR bereits 3.257 zivile Opfer in der Ukraine dokumentiert – darunter 1.276 getötete und 1.981 verletzte Zivilisten. Verlässliche Gesamtzahlen zu getöteten und verletzten Soldaten auf beiden Seiten gab es damals noch nicht. Schätzungen gingen jedoch bereits in die Zehntausende.
Heute, vier Jahre später, reichen Schätzungen der militärischen Verluste – getötet, verwundet oder vermisst – auf 1,7 bis fast 2 Millionen russische und ukrainische Soldaten zusammen. Allein CSIS schätzt rund 1,2 Millionen russische und 500.000 bis 600.000 ukrainische Verluste. Wie viele dieser Opfer wären vermeidbar gewesen? Diese Frage richtet sich weniger an Moskau, sondern insbesondere an jene politischen Akteure, die auf weitere Eskalation, Waffenlieferungen und einen langen Abnutzungskrieg setzten. Schande über euch Kriegstreiber! Das Leid jeder einzelnen Mutter, die ein Kind in diesem sinnbefreiten Krieg verloren hat, möge euch euren Schlaf rauben! Aber dazu bräuchte man ja so etwas wie ein Gewissen. Ich denke, die Protagonisten dieses Krieges schlafen recht gut.

Das Ergebnis dieser Kriegsverlängerungs-Politik liegt in Leichenhallen, Schützengräben und zerstörten Städten. Hunderttausende Soldaten sind tot, verwundet oder vermisst. Zehntausende Zivilisten wurden getötet oder verletzt. Und dennoch werden jene, die den Krieg durch immer neue Waffenlieferungen verlängern, als Freunde der Ukraine gefeiert.

Das ist die Perversion unserer Zeit: Wer Frieden verhindert, nennt sich Freund. Wer Verhandlungen diffamiert, nennt sich Verteidiger der Freiheit und Demokratie. Wer andere Menschen in einem aussichtslosen Abnutzungskrieg sterben lässt, erhält Orden.

Diese Anklage richtet sich gegen die politischen Kriegstreiber Europas und der USA, gegen jene, die Russland allein zum Täter erklären, aber ihre eigene Mitverantwortung am verlängerten Sterben verschweigen. Russland hat diesen Krieg begonnen. Doch der Westen hat alles getan, ihn nicht frühzeitig zu beenden. Darin liegt seine historische Schuld.

Wer verdient am Krieg?

„Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold“

Friedrich Schiller

Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe. Er ist auch ein gigantisches Konjunkturprogramm – für Rüstungskonzerne.

Nehmen wir Rheinmetall.

Ende 2021, also wenige Monate vor dem russischen Einmarsch, notierte die Aktie grob im Bereich von rund 85–95 Euro. Nach Kriegsbeginn sprang sie sofort über 100 Euro. Im März 2022 wurde erstmals die Marke von 200 Euro überschritten. Im Jahr 2025/2026 lag die Aktie zeitweise bei rund 1.600 bis fast 2.000 Euro. Selbst nach Rücksetzern bewegte sie sich noch deutlich über 1.200 Euro.

Das bedeutet: Aus einer Aktie um 90 Euro wurde zeitweise ein Papier im Bereich von fast 2.000 Euro. Ein Zuwachs, der selbst im Technologiesektor außergewöhnlich wäre. Der Krieg tötet Menschen – und schafft zugleich Börsenrekorde.

Eine Bekannte von mir brüstete sich damit, den richtigen Riecher gehabt zu haben, da sie rechtzeitig in Rheinmetallaktien investierte. Ich entgegnete ihr äußerlich ruhig, innerlich jedoch zutiefst bestürzt mit einer Bibelstelle. Jesus stellte folgende grundsätzliche Frage, erfasst in mehreren Evangelien, unter anderem bei Matthäus 16,26:

„Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet?“

Jesus warnt davor, sein eigenes inneres und ewiges Wohlbefinden für rein äußere, materielle oder weltliche Erfolge zu opfern. Man kann nach allem streben, was die Welt an extrinsischer Motivation zu bieten hat (Reichtum, Macht, Ansehen, Besitz), doch wenn man dabei seine eigene Seele, sein Gewissen oder seine Beziehung zu Gott – was auch immer man sich unter Gott vorstellen mag – „verliert“, hat man am Ende nichts gewonnen. Sollte man auch noch an eine Vergeltungsethik, etwa an Kharma glauben, hat man durch den Kauf von Rheinmetallaktien definitiv mit Zitronen gehandelt. Man braucht sich dann nicht zu wundern, wenn man im nächsten Leben als Nacktschnecke wiedergeboren wird.

Wer behauptet, Kriege hätten keine wirtschaftlichen Gewinner, ignoriert die Realität der Rüstungsindustrie. Rüstungskonzerne in Europa und den USA verzeichneten Auftragsbücher auf Rekordniveau. Rheinmetall meldete Milliardenaufträge, Kapazitätserweiterungen und neue Produktionsstandorte.

Damit ist meines Erachtens die Frage geklärt, wer ein materielles Interesse daran hat, dass Kriege möglichst lange dauern. Dieses Interesse – die Gier – hat einen Namen: Teufel Mammon. Wer Rüstungsaktien kauft, ist in meinen Augen Teil des Bösen, auch wenn er nach außen als ein „unbescholtener“ Bürger dastehen mag.

Bereits vor über 60 Jahren sprach ein Mann eine Warnung aus, die heute aktueller wirkt als je zuvor. Nicht irgendein Friedensaktivist. Nicht ein linker Intellektueller. Sondern ein Fünf-Sterne-General, ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber und Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Dwight D. Eisenhower. Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt warnte er eindringlich:

„In den Regierungsinstitutionen müssen wir uns vor dem Erwerb unberechtigten Einflusses – gewollt oder ungewollt – durch den militärisch-industriellen Komplex schützen.“

Und weiter:

„Das Potenzial für den verhängnisvollen Aufstieg fehlgeleiteter Macht besteht und wird fortbestehen.“

Ein amerikanischer Präsident sah also bereits 1961 die Gefahr, dass Rüstungsindustrie, Militär und Politik ein Machtgefüge bilden könnten, das eigene Interessen entwickelt – Interessen, die definitiv nicht deckungsgleich mit Frieden, Diplomatie oder dem Wohl der Bevölkerung sind.

Hatte Eisenhower recht? Ohne Zweifel!

Wenn Kriege ganze Industriezweige reich machen, wenn Aktien von Rüstungskonzernen explodieren während Menschen in Schützengräben sterben, wenn Rheinmetall innerhalb weniger Jahre Kurssteigerungen erlebt, von denen normale Unternehmen nur träumen können, wenn Politiker immer neue Waffenlieferungen als Friedenspolitik verkaufen – „mit Waffen Frieden schaffen“, wen wollt ihr eigentlich für blöd verkaufen –, wenn ganze Volkswirtschaften wieder „kriegstüchtig“ werden sollen, wenn junge Menschen eventuell wieder verheizt werden sollen, ist die Frage berechtigt: Wer profitiert von einem dauerhaftem Konflikt? Der ukrainische oder russische Soldat im Schützengraben? Die Mutter, die ihren Sohn verloren hat? Der Rentner, dessen Sozialleistungen gekürzt werden? Der Arbeiter? Oder vielleicht jene Unternehmen, deren Auftragsbücher mit jedem weiteren Eskalationsschritt voller werden?

Eisenhower warnte nicht vor Russland. Er warnte nicht vor China. Er warnte vor einer Machtstruktur im eigenen Lager. Er warnte vor einem System, in dem Krieg nicht nur ein geopolitisches Mittel, sondern zu einem ökonomisches Geschäftsmodell wird. Das ist eine der empörendsten Wahrheiten unserer Zeit: Konflikte lassen sich schwer beenden, wenn ein paar mächtige Institutionen und Personen ein Interesse daran haben, dass sie weiterlaufen. In meinen Augen sind Kriegstreiber hochkriminelle Elemente.

Wer die Frage nach dem Sinn des Ukrainekriegs stellt, ist kein Extremist oder gar ein Volksschädling, sondern er stellt lediglich dieselbe Frage, die ein amerikanischer Präsident bereits vor mehr als sechs Jahrzehnten stellte.

Vielleicht hätten wir besser auf ihn gehört. Pazifistische Politiker wie Sahra Wagenknecht oder auch meine Wenigkeit haben es, aber bellizistische Politiker wie Anton Hofreiter, Roderich Kiesewetter, Friedrich Merz – BlackRock lässt grüßen – Annalena Baerbock, Marie-Agnes Strack-Zimmermann – Rheinmetall lässt grüßen –, Keir Starmer, Emmanuel Macron, Ursula von der Leyen und Konsorten sind nach wie vor auf ihrer kriegstreiberischen Linie, und machen sich massiv mitschuldig am Leid der davon betroffenen Menschen

„Nie wieder Krieg“ – oder „kriegstüchtig“?

Deutschland definierte sich jahrzehntelang mit einem historischen Imperativ:

Nie wieder Krieg!

Heute spricht dieselbe Republik über Kriegstüchtigkeit und Aufrüstung, sieht die Rüstungsproduktion als Wachstumsmarkt, möchte die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen, will Verteidigungsausgaben aufbauen, die nahezu die Hälfte des Bundeshaushalts auf Kosten des Sozialstaats verschlingen, und diskutiert über eine erneute Einführung der Wehrpflicht.

Boris Pistorius sagte am 29. Oktober 2023 bei Berlin direkt: Deutschland müsse „kriegstüchtig werden“. Später verschärfte er diese Linie mit der Formel, Deutschland müsse „bis 2029 kriegstüchtig sein“. Wie kommt dieser Mann auf das Jahr 2029? Eine göttliche, oder besser gesagt teuflische Eingebung? Das Bundesverteidigungsministerium benutzt seitdem diese Formulierung, ebenso wie der Bundestag. Warum? Weil die Menschen sich an die verantwortungslose Kriegsrhetorik gewöhnen sollen, und die Kriegstüchtigkeit zur neuen Normalität werden soll. Wenn unsere Parlamentarier des Altparteienkartells außer Sesselerhalt und Diätenerhöhung auch sonst nicht viel draufhaben: die Instrumente der Manipulation – wie ständige Wiederholung, Angsterzeugung oder Feindbildaufbau – beherrschen sie aus dem FF.
Der Begriff Kriegstüchtigkeit wurde politisch prägend. Er ruft bei mir jedoch historische Assoziationen hervor, weil eine ähnliche Kriegsrhetorik auch vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg existierte.

Das Wort kriegstüchtig ist ein politischer Dammbruch. Es heißt eben nicht „friedensfähig“, nicht „diplomatiefähig“, nicht einmal nur „verteidigungsfähig“. Es heißt: kriegstüchtig. Also tüchtig zum Krieg. Bereit für den Krieg. Gesellschaftlich, wirtschaftlich, militärisch und mental auf Krieg ausgerichtet. Schande über Sie, Herr „Pistolius“ und alle Ihre bellizistischen Weggenossen!

Pistorius verkauft diese Rhetorik als Abschreckung. Doch wer eine Gesellschaft auf Krieg trimmt, erhöht nicht ihre Sicherheit. Er erhöht die Kriegsbereitschaft. Deutschland wird nicht sicherer, wenn es sich wieder an militärische Großmachtphantasien gewöhnt – die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen und ähnliche bellizistische Suizidgedanken. Es wird gefährdeter.

Deutschland und seine Bevölkerung müssten bei solchen Begriffen eigentlich zusammenzucken. Zwei Weltkriege, Millionen Tote, zerstörte Städte, verbrannte Erde – und nun soll ausgerechnet Deutschland wieder „kriegstüchtig“ werden – obwohl es der Menschheit insbesondere mit dem Zweiten Weltkrieg unermessliches Leid zugefügt hat und daraus vor allem eines hätte lernen müssen: Nie wieder Krieg! Man muss sich fragen, ob Teile dieser Gesellschaft aus ihrer eigenen Geschichte überhaupt etwas gelernt haben. Ich befürchte: Nein, wenn ich mir Hardliner wie Kiesewetter, Strack-Zimmermann oder Pistorius so ansehe.

Besonders irritierend wirkt, dass ausgerechnet Boris Pistorius – der Mann, der Deutschland „kriegstüchtig“ machen will – seit Jahren zu den beliebtesten Politikern Deutschlands zählt. Im ZDF-Politbarometer war er zeitweise der einzige Spitzenpolitiker mit positiver Bewertung, während andere Regierungsmitglieder deutlich schlechter abschnitten. Auch RTL/Forsa und INSA sahen ihn regelmäßig auf Platz eins der Beliebtheitsskalen.

Diese Popularität eines Verteidigungsministers wurde vornehmlich in alternativen Medien kritisch kommentiert. Auf Manova griff der Publizist Tom J. Wellbrock in seinem Beitrag „Der Zeitenwendehals“ die politische Figur Pistorius scharf an und problematisierte gerade dessen hohe Zustimmung trotz immer offensiverer Aufrüstungsrhetorik. Dort wird sinngemäß die Frage gestellt, wie ein Politiker, der Begriffe wie „kriegstüchtig“ gesellschaftsfähig macht, gleichzeitig als Hoffnungsträger gelten kann.

In meinem Buch „Gefährliche Nullen“, in dem ich über 10 äußerst fragwürdige Personen der deutschen Gesellschaft geschrieben habe, durfte neben den Kriegstreibern Annalena Baerbock, Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Friedrich Merz und Ursula von der Leyen auch Boris Pistorius nicht fehlen. Darin stelle ich diesen Kriegstreiber als nach außen pragmatisch, volksnah und vernünftig dar, der jedoch die politische Normalität schrittweise wieder in Richtung Militarisierung verschiebt. Meine Kritik lautet im Kern: Nicht der laut auftretende Hardliner ist die größte Gefahr, sondern der populäre Politiker mit gemäßigter Sprache, der Aufrüstung als Vernunft verkauft. Der Wolf im Schafspelz wirkt nicht gefährlich, weil er wie ein Psychopath – wie etwa Donald Trump – brüllt. Er ist gefährlich, weil er ruhig spricht, staatsmännisch klingt und dabei eine ganze Gesellschaft an den Gedanken gewöhnt, Krieg sei wieder eine normale Option politischer Gestaltung. Auch intelligente Menschen in meinem engeren Umkreis fallen auf den versteckten Bellizisten Pistorius herein, der mit seiner pastoralen Ruhe und gemäßigter Sprache Militarisierung als Vernunft verkauft.

Pistorius erhöht nicht die Sicherheit Deutschlands. Er verschiebt die geistige Grenze dessen, was wieder sagbar, denkbar und machbar wird. Dadurch gefährdet er Deutschland massiv. Denn wer ständig von Kriegstüchtigkeit spricht, der baut nicht am Frieden. Er baut an der psychologischen Infrastruktur des nächsten Krieges. Politiker wie Boris Pistorius machen aus mühsam aufgebauter Friedenspolitik militärische Normalität. Ein Bundeskanzler wie Friedrich Merz, der nicht das Gespräch mit Russland sucht, sondern die Konfrontation, ist in meinen Augen ein Todesengel. Scharfmacher wie Roderich Kiesewetter, der schon vor ein paar Jahren den Krieg nach Russland tragen wollte, werden wieder gehört. Mental begrenzte und bellizistische Politiker – eine gefährliche Mischung –wie Annalena Baerbock, die Krieg mit Russland führt und uns in ihrer Formulierung inkludierte, haben Deutschland nach außen vertreten. Die Worte „Nie wieder Krieg“ verhallen zunehmend, und werden aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Bevölkerung schrittweise gelöscht.

Die Umwandlung zur Kriegswirtschaft

Es entstehen neue Allianzen zwischen ziviler Industrie und Militär. Was früher als Ausnahme galt, wird Schritt für Schritt zur neuen Normalität: Autoindustrie, Bahnindustrie, Zulieferer, Infrastrukturplanung – alles wird zunehmend unter dem Gesichtspunkt militärischer Verwendbarkeit betrachtet.

Ein besonders deutliches Beispiel ist Volkswagen. Rheinmetall prüfte 2025 eine mögliche Zusammenarbeit mit VW am Standort Osnabrück. Laut Deutschlandfunk bestätigte VW, dass bei einem Besuch einer Rheinmetall-Delegation „mögliche Potenziale einer Zusammenarbeit bei Militärfahrzeugen“ ergebnisoffen diskutiert wurden. VW-Chef Oliver Blume zeigte sich zuvor offen für ein stärkeres Engagement in Militärprojekten. Reuters berichtete später zwar, Rheinmetall verhandele aktuell nicht mehr konkret über Osnabrück – entscheidend ist aber: Die Tür wurde geöffnet. Ein ziviler Autostandort wird als möglicher Baustein der Rüstungsproduktion gedacht. Sollte dieser Baustein realisiert werden, weiß ich, welche Automarken ich nicht mehr kaufe.

In Görlitz übernimmt der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS schrittweise das frühere Alstom-Werk, in dem jahrzehntelang Doppelstockzüge und Straßenbahnen gebaut wurden. Künftig sollen dort Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma sowie Module für Varianten des Radpanzers Boxer produziert werden. Die Umstellung erfolgt schrittweise; der Übergang des Standorts soll voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen sein. Produktionsstarts und erste Personalübernahmen durch KNDS wurden bereits angekündigt.

Aus einem Werk, das Menschen transportierte, wird ein Werk, das Komponenten für Kriegsgerät liefert. Das nennt man heute Strukturwandel. Es ist ein Symbol dafür, wie die bellizistischen Drahtzieher in Deutschland eine Gesellschaft langsam von einer zivil ausgerichteten hin zu einer militärischen verschieben.

Auch Continental und Rheinmetall zeigen, wohin die Reise geht. Continental unterzeichnete 2024 eine Absichtserklärung mit Rheinmetall, um Beschäftigten – aus vom Strukturwandel betroffenen Bereichen – Wechselmöglichkeiten in die Rüstungsindustrie zu eröffnen. Reuters beschrieb dies ausdrücklich als Folge des Personalbedarfs der Rüstungsbranche bei gleichzeitigem Stellenabbau in der Autoindustrie. ZF Friedrichshafen, klassischer Autozulieferer, spricht selbst von seiner Rolle als Partner der Verteidigungsindustrie und liefert Komponenten für geschützte Fahrzeuge.

Das ist der Kern der neuen Kriegswirtschaft: Wo zivile Industrien schwächeln, erscheint Rüstung plötzlich als Rettungsanker. Arbeitsplätze werden nicht mehr durch friedliche Zukunftstechnologien gesichert, sondern durch Panzer, Munition, Militärfahrzeuge und Kriegslogistik.

Autor Michael Hollister vertritt in seinem beim Online-Magazin Overton erschienenen Beitrag „Aufrüstung im Niedergang: Warum Deutschland und die EU in den Krieg investieren“ die These, dass wirtschaftliche Schwäche, Deindustrialisierung und ausbleibendes Wachstum die Versuchung erhöhen könnten, Aufrüstung als neuen Investitions- und Wachstumsmotor zu nutzen. Im Klartext heißt das: Wo industrielle Dynamik schwindet – der Schwund ist in Deutschland von unfähigen beziehungsweise eliteinstruierten Politikern hausgemacht –, wird Kriegswirtschaft nicht mehr als Ausnahme gesehen, sondern als ökonomischer Ausweg.

In meinem Artikel „Sozialabbau für Kriegswirtschaft ist eine Kriegserklärung an das eigene Volk“ auf wassersaege.com schrieb ich im Kern: Während Politiker über Einschnitte im Sozialstaat in einem massiven Ausmaß diskutieren, werden für Aufrüstung, Rüstungsproduktion und militärische Infrastruktur Milliarden ohne großartige Debatte mobilisiert. Die Prioritäten der deutschen Politmarionetten verschieben sich – weg von sozialer Absicherung, hin zu militärischer Stärke.

Es bleibt aber nicht bei Fabriken, die umstellen auf Kriegswirtschaft. Auch Straßen, Brücken, Schienen und Häfen werden zunehmend unter militärischen Gesichtspunkten geplant und ausgebaut. Die EU und Deutschland arbeiten an dem Projekt „Military Mobility“: Truppen und schweres Gerät sollen schneller durch Europa bewegt werden können. Eine DGAP-Analyse fordert regelmäßige Berichte über Straßen, Brücken, Tunnel, Schienen und Wasserwege – inklusive militärischer Lastenklassen. Die Bundesregierung selbst räumt ein, dass die Bundeswehr für Bewegungen außerhalb militärischer Liegenschaften auf zivile Verkehrsinfrastruktur angewiesen ist, insbesondere auf Straßen. Hatten wir das nicht schon einmal vor 85 bis 90 Jahren?

Brücken werden nicht nur saniert, damit Pendler schneller zur Arbeit kommen. Schienen werden nicht nur ertüchtigt, damit Familien pünktlicher in den Urlaub fahren. Straßen werden nicht nur ausgebaut, damit der Alltag besser funktioniert. Für die Kriegstreiber stellt sich die Frage: Hält diese Brücke auch Panzer aus? Kommt dieser Zug auch mit Militärgerät durch? Kann diese Infrastruktur im Ernstfall Truppen und Waffen Richtung Osten transportieren?

Das ist keine harmlose Modernisierung. Das ist die schleichende Militarisierung des zivilen Lebens.
Noch vor nicht allzu langer Zeit stellten sich verantwortungsvollere Politiker die Frage: Wie verbessern wir das Leben der Bürger? Heute lautet sie: Wie machen wir das Land kriegstauglich?

Ist das nicht pervers? Eine Gesellschaft, die Schulen verfallen lässt, Pflegekräfte überlastet, Rentner vertröstet und Familien mit steigenden Kosten alleinlässt, entdeckt plötzlich ihre Tatkraft, wenn Panzer rollen sollen. Für marode Klassenzimmer fehlt Geld. Für die Sanierung von Brücken, über die im Ernstfall schweres Kriegsgerät fahren kann, finden sich plötzlich strategische Begründungen und jeder Menge finanzielle Mittel.

Kriegswirtschaft entsteht nicht über Nacht. Sie kommt leise. Erst als „Zeitenwende“, dann als „Sondervermögen“, dann als „Kriegstüchtigkeit“, dann als Arbeitsplatzsicherung und dann noch als Infrastrukturprogramm. Und irgendwann merkt man: Das ganze Land wird nicht mehr auf Frieden ausgerichtet, sondern auf den nächsten Krieg vorbereitet. Und viele Bürger in Deutschland sitzen wie hypnotisierte Kaninchen vor der Schlange. Deutschland ist zu einer Zuschauerdemokratie geworden.

Nicht nur Rheinmetall profitiert. Der Geist der Rüstung frisst sich in die zivile Wirtschaft hinein. In Autowerke. In Bahnwerke. In Zulieferketten. In Straßenbauprogramme. In Brückenstatik. In politische Sprache. In die Köpfe.

Und wer das kritisiert, ist kein Träumer, Schwurbler oder Verschwörungstheoretiker. Er sieht nur früher als andere, wohin diese Entwicklung führt.

Wie wird die neue Kriegswirtschaft finanziert? Auf Kosten des Sozialstaats.

Aufrüstung kostet. Kriegswirtschaft kostet. „Kriegstüchtigkeit“ kostet. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob bezahlt wird, sondern wer bezahlt.

Die Antwort lautet:

Nicht die Vermögenden, nicht die großen Profiteure, nicht jene Konzerne, deren Gewinne mit jedem Rüstungsauftrag steigen. Bezahlen sollen Arbeitnehmer, Rentner, Familien und sozial Schwächere.

Während für Aufrüstung, Waffen, Munition, militärische Infrastruktur und milliardenschwere Sondervermögen plötzlich Geld in kaum vorstellbarer Höhe mobilisiert wird, heißt es an anderer Stelle: Sparen bei Pflege, sparen bei Bildung, sparen bei Renten, sparen bei sozialen Leistungen.

Gleichzeitig werden längere Lebensarbeitszeiten diskutiert. Menschen sollen länger arbeiten, später in Rente gehen und sich auf geringere soziale Absicherung einstellen – in einem der wirtschaftsstärksten Länder der Welt – zumindest noch.

Für Panzer ist Geld da, für Menschen offenbar weniger. Eine Gesellschaft, die Milliarden für Aufrüstung bereitstellt, während über Kürzungen im Sozialbereich gesprochen wird, verschiebt ihre Prioritäten – weg vom sozialen Ausgleich, hin zur militärischen Stärke. Kanonen statt Butter.

Natürlich wird niemand offen sagen: Wir kürzen Soziales, damit mehr Geld für Aufrüstung bleibt. Politisch klingt das so: Haushaltsdisziplin, Standortsicherung, Verantwortung, Zeitenwende, Kriegstüchtigkeit. Die Wirkung ist dennoch dieselbe. Eine einzige Scharade!

Eine der gefährlichsten Entwicklungen unserer Zeit liegt nicht allein in der Aufrüstung selbst, sondern darin, dass eine Gesellschaft beginnt, Waffen schneller zu finanzieren als soziale Sicherheit – und dies nicht einmal mehr hinterfragt. Das ist keine „Zeitenwende“, das ist ein Wertewandel einer manipulierten Gesellschaft – weg vom Selbstdenken hin zur Fremdsteuerung. Die Handlanger der eliteinstruierten Politiker – die Mainstreammedien – unterstützen die gesteuerte und systematische Volksverblödung mit allen erdenklichen Mitteln. Sie werden ihrem Auftrag einer objektiven und neutralen Berichterstattung in keiner Weise mehr gerecht.

Die momentane Entwicklung ist nicht nur bedenklich, sondern brandgefährlich.

Junge Menschen sollen den Preis zahlen

Aufrüstung braucht nicht nur Geld. Aufrüstung braucht auch Menschen.

Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Personalproblemen. Stimmen werden lauter, die Truppenstärke deutlich auszubauen. Zielgrößen von bis zu 260.000 Soldaten werden diskutiert, hinzu kommen Reservisten und Überlegungen zu neuen Wehrdienstmodellen. Verteidigungsminister Boris Pistorius brachte mehrfach eine Form von verpflichtendem Dienst ins Gespräch. Die Bundeswehr spricht langfristig von einem deutlich höheren Personalbedarf.

Die entscheidende Frage lautet:

Wer soll diese neue „Kriegstüchtigkeit“ eigentlich tragen?

Die Antwort ist einfach:

Nicht jene Politiker, die heute Aufrüstung fordern, und wahrscheinlich auch nicht deren Kinder, Nichten, Neffen und dergleichen. Nicht jene Kommentatoren, die von ihren bequemen Sesseln aus Waffenlieferungen bejubeln. Nicht jene Entscheidungsträger, die von geopolitischer Verantwortung sprechen.

Den Preis zahlen junge Menschen. Menschen, die Familien gründen wollen. Menschen, die studieren, arbeiten, reisen oder Unternehmen aufbauen wollen. Menschen mit Zukunft. Wieder sollen junge Menschen auf Konflikte vorbereitet werden, die ältere Entscheidungsträger verantworten. Kanonenfutter – Bauernopfer werden gesucht

Nachfolgendes Zitat bringt es auf den Punkt:

Krieg ist, wenn junge Menschen, die sich nicht kennen und nicht hassen, einander töten – weil alte Menschen, die sich kennen und hassen, es so wollen.

Die Herkunft des Zitats ist nicht eindeutig. Seine Aussagekraft schon.

Die Opfer der Kriege waren immer überproportional junge Menschen. Im Ukrainekrieg zählen die militärischen Verluste auf beiden Seiten mittlerweile Schätzungen zufolge weit über eine Million Tote, Verwundete oder Vermisste zusammen. Hinter jeder Zahl stand einmal ein Mensch mit Plänen, Hoffnungen und Angehörigen. Nicht die Väter sollten ihre Söhne beerdigen, sondern die Söhne ihre Väter.

Wer heute „kriegstüchtig“ sagt, sollte deshalb klar benennen, was das bedeutet: Es bedeutet nicht nur mehr Panzer, nicht nur mehr Waffen, nicht nur höhere Militärausgaben, es bedeutet insbesondere: mehr junge Menschen, die im Ernstfall kämpfen und gegebenenfalls ihr Leben lassen sollen oder versehrt aus dem Krieg zurückkommen. Und für was beziehungsweise wen? Um den Macht- und Besitzeliten bei der Erreichung ihrer menschenverachtenden Ziele zu helfen. Junge Männer und Frauen, bitte glaubt nicht diesen Schwachsinn, dass ihr im Ernstfall für Volk und Vaterland, für die Sicherheit Deutschlands kämpfen würdet. Ihr kämpft für ein paar alte, verantwortungslose Säcke, die ihre Kinder sicherlich nicht in den Krieg schicken werden.
Mein Appell an die junge Generation: Überlegt euch genau, ob ihr diesen Schritt in die Bundeswehr gehen wollt. Wenn ihr das nicht wollt, gibt es selbst bei gegebener Wehrpflicht Mittel und Wege diesem von eigennützigen Bellizisten entwickelten Zwang zu entgehen.

Deutschland müsste aufgrund seiner dunklen Geschichte, die sie Kriegstreibern vergangener Jahre zu verdanken hat, besonders vorsichtig sein. Stattdessen wird erneut eine Sprache gesellschaftsfähig, in der Aufrüstung Verantwortung heißt und Kriegsvorbereitung als Vernunft gilt, wofür es Soldaten braucht, um die stärkste Armee Europas aufzubauen. Es sind wieder die gleichen skrupellosen Bellizisten am Werk! Schande über euch Kriegstreiber! Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich kann meinen Ekel vor diesen Leuten nicht oft genug ausdrücken.

Junge Menschen brauchen Zukunft, Bildung, Familien, Innovation, bezahlbaren Wohnraum und Perspektiven, und keine militärische Mobilmachung im Kopf. Wahre Verantwortung gegenüber der jungen Generation besteht nicht darin, sie kriegstüchtig zu machen, sondern ihr eine aussichtsreiche Zukunft zu bescheren, und alles dafür zu tun, dass sie niemals kriegstüchtig sein muss. Gehen Sie endlich zu Wladimir Putin, Herr Merz, und reden Sie mit ihm. Oder haben Sie nicht die Courage dazu?

Eine große Leistung der Politik wäre es, nicht junge Menschen auf den Krieg vorzubereiten, sondern sie davor zu bewahren. Das scheint mit dem momentanen bellizistischen, von den Macht- und Besitzeliten ins Amt gehievten „Politikermaterial“ nicht machbar zu sein. Es ist auch nicht beabsichtigt, da sich die eliteinstruierten Politiker längst unverblümt gegen das eigene Volk gewendet haben, wie spätestens in der Coronazeit offen sichtbar wurde.

Russland als Bedrohung – Realität, Narrativ oder Folge eigener Politik?

Seit einiger Zeit taucht in Deutschland immer wieder eine bemerkenswert konkrete Zahl auf:

2029.

Bis spätestens 2029 müsse Deutschland „kriegstüchtig“ werden. Russland könne dann militärisch in der Lage sein, NATO-Staaten zu bedrohen. Das ist Russland heute schon. Gehen die Verbreiter dieses Unsinns davon aus, dass Putin „fairerweise“ so lange wartet, bis es Europa mit Russland aufnehmen kann? Diese Warnung wurde von Verteidigungsminister Boris Pistorius und Militärvertretern aufgegriffen.

Warum genau 2029?

Beruht diese Jahreszahl auf belastbaren Geheimdienstinformationen? Auf militärischen Planspielen? Auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen? Oder handelt es sich vor allem um ein politisches Szenario, das Aufrüstung gesellschaftlich akzeptabler machen soll? Eines sollte klar sein: 2029 ist keine Tatsache. 2029 ist eine Annahme aus – in meinen Augen – unberufenem, bellizistischem und letztendlich dummem Munde.

Aus einer Annahme wird jedoch schnell ein Gefühl. Aus einem Gefühl Angst. Und aus Angst entstehen politische Entscheidungen, die unter normalen Umständen und einer weniger ängstlichen Bevölkerung auf erheblich mehr Widerstand stoßen würden.

Mehr Waffen, mehr Schulden für Aufrüstung, mehr Soldaten, mehr „Kriegstüchtigkeit“ werden mit dieser hirnrissigen Annahme begründet. Die Frage, die in diesem Zusammenhang gestellt werden sollte, ist doch: Warum sollte Russland überhaupt Europa oder Deutschland angreifen?

Russland besitzt die längsten Landesgrenzen der Welt – mehr als 60.000 Kilometer –, enorme Rohstoffvorkommen und gewaltige eigene sicherheitspolitische Herausforderungen. Welches strategische Interesse hätte Russland daran, Deutschland militärisch zu besetzen? Wegen seiner alternden Infrastruktur? Wegen seinen hohen Energiekosten? Wegen seinen fehlenden Rohstoffen? Oder will Russland unsere enormen Sondervermögen alias Schulden übernehmen? Machen Sie sich doch nicht lächerlich, Herr Pisorius und Konsorten! In meinen Augen seid ihr das: Lächerliche Figuren, gesteuert von den Finanzeliten dieser Welt, die Deutschland in den Abgrund führen werden, sollte ihnen nicht Einhalt geboten werden.

Die Invasion Russlands in die Ukraine ist nicht zu entschuldigen. Dennoch drängt sich die Frage auf: Wie entstand überhaupt die heutige sicherheitspolitische Konfrontation?

Hier kommt die NATO-Osterweiterung ins Spiel. 1990 sagte der damalige US-Außenminister James Baker im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung sinngemäß:

„Not one inch eastward.“
„Keinen Zentimeter nach Osten.“

Das war zwar keine verbindliche Zusage gegen spätere NATO-Erweiterungen wie Bellizisten oftmals argumentieren. Es gibt tatsächlich keinen schriftlichen Vertrag, keine rechtlich bindende Vereinbarung. Aber ist ein Wort eines hochrangigen Politikers nichts mehr wert? Andererseits, wenn ich mir die Versprechungen von Friedrich Merz vor seiner Wahl zum Bundeskanzler so ansehe…

Russische Sichtweisen betonen dagegen – in meinen Augen – richtigerweise:  Auch wenn kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde, gab es dennoch ein politisches Versprechen, aus dem ein gebrochenes Vertrauen wurde.

Es ist auch nicht so wichtig, wer historisch recht hat. Wenn Russland durch die NATO-Osterweiterung über Jahrzehnte eingekreist wird – unabhängig davon, ob der Westen diese Sicht teilt –, ist die russische Reaktion zu verstehen. Mit der möglichen Aufnahme der Ukraine in die NATO wurde aus Sicht Russlands eine rote Linie überschritten – ein Konfliktpotenzial, das Joe Biden bereits 1997 im Zusammenhang mit der NATO-Osterweiterung prognostiziert hatte. Die USA würden es verständlicherweise auch nicht gerne haben, wenn Mexiko oder Kanada auf sie gerichtete Raketen in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze aufstellen würden.

Der Ukrainekrieg hat nicht im Februar 2022 begonnen, sondern ist das Ergebnis einer jahrelangen bewusst gesteuerten Eskalationsspirale. Er begann spätestens mit dem Euromaidan 2014, wie auch Jens Stoltenberg, der ehemalige Generalsekretär der NATO wusste.

Fazit

Vielleicht ist die größte Tragödie Europas nicht, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Die größere Tragödie ist meines Erachtens, dass ausgerechnet jene Politiker, die täglich von Frieden sprechen, jede neue Waffenlieferung in die Ukraine als Moral verkaufen. Die eigentliche Perversion besteht darin, dass heute Aufrüstung als Friedenspolitik gilt und Kriegsverlängerung als Solidarität mit der Ukraine.
Für mich stellt sich mittlerweile weniger die Frage, wer diesen Krieg begonnen, beziehungsweise wer zu diesem Schritt provoziert hat, sondern: Wer hätte ihn früher beenden können – und wollte es nicht?

Mit tiefster Verachtung für alle Kriegstreiber
Uwe Froschauer

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Arzt: Mette-Marits Lungenkrankheit „deutlich verschlechtert“

05. Juni 2026 um 14:24

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Die norwegische Kronprinzessin ist aufgrund ihrer Erkrankung auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gekommen. Ihr Arzt berichtet, wie schlecht es um Mette-Marit steht.
(Auszug von RSS-Feed)

Italy Begins Journey Back to re-Adopting Nuclear Power

05. Juni 2026 um 09:17

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Italy began its journey towards re-adopting nuclear power generation on Thursday after the nation's Chamber of Deputies overwhelmingly voted in favor of a new "sustainable nuclear energy bill."

The post Italy Begins Journey Back to re-Adopting Nuclear Power appeared first on Breitbart.

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Die Auswirkungen des Iran-Kriegs markieren einen Neuanfang in der Weltgeopolitik


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Alastair Crooke

Peking kann sich selbst günstig und nahezu unbegrenzt finanzieren – und somit die große US-Strategie zur Eindämmung Chinas überdauern.

Anscheinend bringt jeder Tag atemlose neue Behauptungen hervor, dass ein US-iranischer „Deal“ nur noch auf eine Unterschrift warte. Wie so oft hoffen die Vermittler (Pakistaner und Katarer), beide Seiten zu steuern, indem sie einer Seite sagen, die andere stehe kurz vor einer Einigung, obwohl das nicht der Fall ist – insbesondere in einer Atmosphäre völligen Misstrauens. Auf diese Weise hoffen die Vermittler, die Dinge in Richtung eines endgültigen Abkommens zu treiben. Es ist eine bekannte Taktik, die jedoch häufig eher zu Verwirrung und Misstrauen führt – statt zu der erhofften Einigung.

Der „Plan“ besteht in diesem Stadium nur aus zwei zentralen Säulen: Irans „Wiederöffnung“ der Straße von Hormus (zu Irans Bedingungen) im Gegenzug für die Aufhebung der US-Marineblockade, und – zu einem späteren Zeitpunkt – ein Einvernehmen darüber, dass die Verdünnung von Irans auf 60% angereichertem Uran im Gegenzug für ein Ende der Sanktionen angegangen wird.

Zu sagen, der Teufel stecke im Detail, wäre die Untertreibung des Jahres. Iran versteht, dass Trumps Schlagzeilen über einen „unmittelbar bevorstehenden Deal“ erstens darauf abzielen, den US-Aktienmarkt hochzuhalten und die Öl-Futures deutlich unter dem Preis für physische Lieferung zu halten. Und zweitens sollen sie verschleiern, dass Trump möglicherweise einen plausiblen Weg sucht, den Krieg durch einen schnellen, unvollständigen Deal zu beenden, der aller Wahrscheinlichkeit nach weitgehend zu Irans Bedingungen ausfallen würde.

Alle anderen Fragen – einschließlich der entscheidenden Details eines möglichen Nuklearabkommens – würden vertagt.

Trump will von Iran ein erstes Zugeständnis, das er als sichtbaren Erfolg verkaufen kann – und das auch die Märkte erfreut. Doch Iran wird weder seinen militärischen Hebel noch die strategische Dominanz, die es im Krieg erreicht hat, noch die Straße von Hormus gegen vage Zusicherungen der Vermittler eintauschen. Iran vertraut den USA kein bisschen.

Ali Akbar Velayati, Seniorberater des iranischen Obersten Führers, bemerkt:

„Die Geschichte bezeugt, dass jeder, der auf Vorherrschaft aus war – von Alexander über Dschingis Khan bis hin zu Trump – letztlich im Herzen der alten iranischen Zivilisation aufgegangen ist. Diesmal ist Irans rote Linie klar: Papier und Unterschriften allein sind keine Garantie. Der greifbare Garant für das Überleben eines Abkommens ist die Straße von Hormus.“

„Denn die Geographie lügt nicht, und sie ist der letzte Richter über jedes auf Papier geschriebene Abkommen.“

Die Vermittler sind naturgemäß verzweifelt bemüht, eine weitere Kriegsrunde zu vermeiden. Iran jedoch verlangt harte Details. Das ist Trumps Dilemma. Er will einen schnellen Erfolg, doch bereits der bloße Hinweis auf einen verwässerten, unvollständigen Deal – hauptsächlich zu Irans Bedingungen – brachte den Zorn der pro-israelischen Milliardärsklasse über ihn (der Widerstand war intensiv), und Israel (wahrscheinlich mit Ermutigung durch eben diese Kreise) sprengte daraufhin Trumps Waffenstillstand, indem es einen militärischen Angriff mit verbrannter Erde auf den Libanon sowie auf Gaza und dessen Bevölkerung startete und damit die Voraussetzung eines Waffenstillstands für jeglichen Deal verletzte.

Trump befindet sich im Zugzwang (jeder Zug verschlechtert potenziell seine Lage, strategisch oder innenpolitisch).

Wir sahen dieses gleiche Zickzack, diese improvisierte Nicht-Strategie, perfekt illustriert in den ikonischen Bildern von Trumps Peking-Besuch – Trump improvisierte; keine Vorbereitung; ein Gipfel „aus dem Bauch heraus“.

Dieses Bild könnte vielleicht diese Ära definieren – der ikonische Moment war ein US-Präsident, der den Eindruck von Niederlage vermittelte, während Präsident Xi selbstbewusst zeigte, wer die Kontrolle innehatte.

Warum, so könnte man fragen, sollte die pro-israelische Klasse riskieren, dass der Westen durch die wirtschaftlichen Folgen einer längeren Schließung der Straße von Hormus ruiniert wird, die aus ihrem wütenden Veto gegen Trumps geplanten „Deal“ resultieren könnte? Möglicherweise, weil „großes jüdisches Geld“ seit der Krise von 2008 und dem anschließenden strukturellen Vermögenstransfer von der Realwirtschaft zur finanzialisierten „Trader-Elite“ dazu neigt, sich gegen wirtschaftliche Abschwünge immun zu fühlen. Vielleicht sehen sie darin sogar eine „Chance“ (da Vermögenswerte billig werden).

Der Iran-Effekt markiert – wenn nicht als direkte Ursache, so doch als Auslöser – einen Punkt einer bedeutenden Neuordnung der globalen Geopolitik. Für Israel sind das schlechte Nachrichten. Die aktuelle israelische Erzählung lautet, dass kein Deal besser sei als ein schlechter Deal, da Israel jederzeit in ein oder zwei Jahren zum Krieg mit Iran zurückkehren könne.

Das glaubt natürlich niemand. Israel kann keinen Krieg gegen Iran ohne volle Unterstützung der USA führen. Und das Amerika von morgen wird in seinen Beziehungen zu Israel wahrscheinlich anders sein als heute.

Nahum Barnea schrieb in Yediot Aharonot:

„Wir [Israel] rutschen in einen endlosen Krieg an drei, vielleicht vier Fronten, halten Gebiete, die nicht uns gehören, mit Soldaten, die wir nicht haben, in einem blutigen Krieg gegen Feinde, die wir nicht abschrecken können – und das alles, ohne unseren Bürgern echte Sicherheit zu geben. Israel muss aus der iranischen Falle ausbrechen. [Doch] Netanyahu ist die letzte Person, die die Fähigkeit hat, uns daraus zu befreien.“

Auch Russland verändert sich (teilweise unter dem Einfluss Irans). Die strategische Geduld ist vorbei, und der jüngste tödliche ukrainische Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in der russischen Stadt Starobelsk, bei dem mindestens 21 Menschen, überwiegend junge Frauen, getötet wurden, wurde in Moskau als „letzter Tropfen“ bezeichnet. Die russische Öffentlichkeit ist zu Recht empört.

Moskau macht europäische Hauptstädte und Kiew für die jüngsten ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe tief im russischen Gebiet verantwortlich, die unter Ausnutzung des NATO-Luftraums durchgeführt wurden, um die russische Luftabwehr zu umgehen. Zudem hat Russland Washington (über ein Telefonat mit Marco Rubio in Indien) offiziell mitgeteilt, dass es auch die europäischen Hauptstädte und Kiew für den Zusammenbruch des Anchorage-Rahmens verantwortlich macht.

Russland hat erklärt, dass es beabsichtigt, der Ukraine die Fähigkeit zu weiteren solchen Angriffen zu nehmen und die Entscheidungszentren zu eliminieren, die Angriffe auf Russen planen und steuern – selbst wenn dies bedeutet, US-amerikanisches und europäisches Personal zu töten. Am 15. April veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium Listen mit Namen und Adressen von über 20 europäischen Unternehmen und Joint Ventures, die angeblich Drohnen und Komponenten an die Ukraine liefern. Hochrangige russische Beamte, darunter der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats Dmitri Medwedew, bezeichneten diese Einrichtungen ausdrücklich als „potenzielle Ziele“ der russischen Streitkräfte.

Europa wurde gewarnt.

Wieder scheint es, dass die Gipfeltreffen Trump-Xi und Putin-Xi in Peking den Übergang in eine härtere geopolitische Ära markieren.

Die beiden Gipfel scheinen China dazu bewegt zu haben, seine übliche Zurückhaltung aufzugeben, um den US-Versuchen entgegenzuwirken, die Nutzung des Dollars auszuweiten – auf Kosten des Yuan. Die „große Strategie“ des US-Finanzministeriums besteht darin, Chinas Wettbewerbsvorteil einzudämmen, indem seine Kapital- und Energiekosten erhöht werden. Zunächst versuchten die USA dies über Zölle, scheiterten jedoch und wandten sich dann dem Versuch zu, Chinas Energieversorgung durch Blockaden (gegen Iran und Venezuela) zu verteuern.

Doch wenn Trump einen umfassenden Handelskonflikt will, scheint China nun bereit – Schluss mit „Mr. Nice Guy“.

China reagiert nicht mit Sanktionen oder Raketen, sondern präziser: Es übt Gegen-Druck auf die US-Wirtschaft aus, indem es Kapitalflüsse in den Dollarraum reduziert.

Die US-Gesetze „Genius Act“ und „Clarity Act“ zielen darauf ab, Anleger aus lokalen Währungen in Dollar-basierte Krypto-Token zu treiben, die durch US-Staatsanleihen gedeckt sind. Das würde die Dollar-Nachfrage erhöhen und neue Nachfrage nach US-Schulden schaffen.

Kurz gesagt: Die USA wollen möglichst viel Auslandskapital über Krypto in ihre Märkte ziehen – als Ersatz für den schwächelnden Petrodollar.

China kontert, indem es den Zufluss chinesischen Kapitals in US-Märkte einschränkt. Behörden gehen hart gegen Broker in Hongkong vor. Chinesische Ersparnisse – die weltweit größten – werden künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Zweitens wird China ein neues Goldhandelszentrum in Hongkong eröffnen. Das stärkt den Yuan und ermöglicht Ölhandel gegen Gold.

Drittens plant Euroclear, chinesische Anleihen als Sicherheiten zu akzeptieren.

Sean Foo erklärt:

„Wenn Euroclear chinesische Anleihen akzeptiert, werden sie wie Bargeld behandelt – und Teil der globalen Finanzinfrastruktur.“

„China verfügt über über 50 Billionen Dollar an Bankeinlagen – mehr als EU, USA und Japan zusammen. Das schafft eine stabile inländische Nachfrage nach Anleihen.“

Zusammengefasst: Mit zunehmenden Kapitalzuflüssen in chinesische Anleihen bleiben Chinas Finanzierungskosten niedrig. Peking kann sich daher günstig und nahezu unbegrenzt finanzieren – und so die US-Strategie zur Eindämmung Chinas überdauern.

(Auszug von RSS-Feed)

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